Verlag: Berlin Verlag Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2014

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E-Book-Beschreibung Die Geschichte von Zeb - Margaret Atwood

Die wasserlose Flut, eine Pandemie ungeheuren Ausmaßes, ist über die Erde hinweggegangen und hat die Menschheit ausgelöscht. Bis auf einige wenige Überlebende, die im Lehmhaus eines verwahrlosten Parks zusammenfinden und den Gefahren einer entvölkerten, anarchischen Welt trotzen. Unter ihnen Toby, die ehemalige Gottesgärtnerin, und Zeb, ein großherziger Draufgänger, der zum Anführer der kleinen Truppe wird. Während der Flut hat Toby, in einem Spa verschanzt, auf ihn gewartet; beharrlich an seine Rückkehr geglaubt, nun treffen sie, am Ende der Welt, wieder zusammen. Ein Endzeitszenario, so gewaltig und bedingungslos, wie es nur Margaret Atwood entwerfen kann. Eine Welt, die außer Kontrolle geraten ist, die sich selbst bezwungen und auf null zurückgesetzt hat. Wie in »Das Jahr der Flut« stellt Atwood einmal mehr ihr waches politisches Gespür unter Beweis, ihre Hellhörigkeit für gefährliche Entwicklungen und Strömungen. Möge die Welt auch zugrunde gehen, von Margaret Atwood lassen wir uns bereitwillig an den Abgrund führen. Kein Untergang, dem diese Autorin nicht mit Humor und erzählerischer Verve beikommen würde.

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E-Book-Leseprobe Die Geschichte von Zeb - Margaret Atwood

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Für meine Familie

und für Larry Gaynor (1939–2010)

Die deutsche Übersetzung wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung

des Canada Council for the Arts

Vollständige E-Book-Ausgabe der im Berlin Verlag erschienenen Buchausgabe

1. Auflage 2014

ISBN 978-3-8270-7700-4

Die Originalausgabe erschien 2013

unter dem Titel MaddAddam

bei Bloomsbury, London

© 2013 O. W. Toad

Deutschsprachige Ausgabe:

© Berlin Verlag in der Piper Verlag GmbH, Berlin 2014

Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München

Datenkonvertierung: Greiner & Reichel, Köln

Inhalt

Die MaddAddam-Trilogie: Was bisher geschah

EI

Die Geschichte vom Ei und von Oryx und Crake und wie sie die Menschen und Tiere erschufen und vom Chaos und von Schneemensch-Jimmy und vom stinkenden Knochen und von der Ankunft der zwei bösen Männer

SEIL

SeilProzessionMohn

LEHMHAUS

MorgenFrühstückHängematte

GeschichteHeimkehr

BÄRENBRÜCKE

Die Geschichte von Zeb und wie er in den Bergen verschollen war und den Bären aßBärendienstAbsturz

VorräteHolzhausBigfootDie Geschichte von Zeb und Danke und Gute Nacht

NARBEN

NarbenViolette BioletteAugenzwinkern

ZEB IM DUNKELN

Zeb im DunkelnDie Geschichte von Zebs GeburtDie ÖlgötzenSchillizzis HändeStumm und DiebTief im Plebsland

WIE ES MIT SCHNEEMENSCH WEITERGING

Geblümtes LakenMädchenkramSchneemensch kommt näherDrogerieromanzeJäten

SCHWARZLICHT-KOPFLAMPE

Die Geschichte von Zeb und FuckDie Schwimmende WeltIm HackerhimmelKalte PlatteSchwarzlicht-KopflampeHallo Darmparasit!

KNOCHENHÖHLE

SchreibschriftSchwarmKnochenhöhleJungschweine

VEKTOR

Die Geschichte von Crakes GeburtDer junge CrakeGrobs AngriffVektorScales and TailsDie Geschichte von Zeb und den Schlangenfrauen

FERKEL

GuruFerkelPalaverRückfall

Die Festung AnuYu

ES FÄHRT EIN ZUG NACH KRYOGENJUS

Die Geschichte von den zwei Eiern und vom Denken

SonnenbrilleKicktailHimbeermousse

Es fährt ein Zug nach KryoGenjusLumirosenDachgarten Eden

EIERSCHALE

AppellDer EinsatzEierschale

Die Geschichte der Schlacht

MONDZEITEN

ProzessDie Geschichte des Prozesses RitenMondzeiten

BUCH

BuchDie Geschichte von Toby

Dank

Die MaddAddam-Trilogie: Was bisher geschah

Die ersten zwei Bände der MaddAddam-Trilogie sind Oryx und Crake und Das Jahr der Flut. Die Geschichte von Zeb ist der dritte Band.

1. Oryx und Crake

Zu Beginn der Geschichte lebt Schneemensch auf einem Baum an der Küste. Er hält sich für den letzten Überlebenden, nachdem eine tödliche Pandemie über die Erde hinweggefegt ist. In der Nähe leben die Craker, eine friedliebende, durch Biotechnik erzeugte Spezies, das Werk des genialen Crake. Crake war der beste Freund von Schneemensch und sein Rivale um die Gunst seiner Geliebten, der rätselhaften Oryx.

Die Craker kennen weder Eifersucht noch Gier, sie brauchen weder Kleidung, Insektenschutz noch tierische Proteine – sie sind frei von allem, was nach Crakes Überzeugung sowohl zum Elend der Menschheit als auch zum Niedergang des Planeten beigetragen hat. Die Craker paaren sich saisonal, wenn sich Teile ihres Körpers blau färben. Crake hat versucht, abstraktes Denken und Musik in ihnen auszumerzen, dennoch haben sie einen ureigenen, gespenstisch klingenden Gesang sowie eine Religion entwickelt, bei der Crake als Schöpfer, Oryx als Herrin über die Tierwelt und Schneemensch als ihr unwilliger Prophet auftreten. Er ist es auch, der sie aus dem Hightech-Paradiesgebäude ans Meer zu ihrem gegenwärtigen Lebensraum geführt hat.

In seinem Leben vor der Seuche hieß Schneemensch Jimmy. Seine Welt teilte sich in die der Komplexe – jener Festungen der Großkonzerne mit der technokratischen Elite, die durch ihren kollektiven Sicherheitsarm, das CorpSeCorps, die Gesellschaft beherrschte – und in das jenseits der Komplexmauern liegende Plebsland, wo die restliche Gesellschaft in Slums und Vororten lebte, kaufte und gaunerte.

Seine frühe Kindheit verbrachte Jimmy bei OrganInc Farms, wo sein Vater an der Entwicklung der Organschweine beteiligt war – transgenen Schweinen, in denen zu Transplantationszwecken menschliches Material, etwa Nieren und Hirngewebe, gezüchtet wurde. Doch dann wurde sein Vater versetzt und landete beim Gesundheits- und Wellnesskonzern HelthWyzer. An der HelthWyzer-Highschool lernte Jimmy Crake kennen, damals noch unter dem Namen Glenn. Ihre Freundschaft kreiste um gemeinsame Aktivitäten wie Internetpornos und komplexe Internetspiele – darunter auch Urzeit-Exitus, das Spiel mit dem Motto Adam benannte die lebenden Tiere, MaddAddam benennt die toten. Bei diesem Spiel gab es einen Chatroom, zu dem nur vertrauenswürdige Großmeister Zugriff hatten.

Crake und Jimmy verloren sich aus den Augen, als Crake sein Studium am kapitalkräftigen Watson Crick Institute aufnahm und Jimmy – der es eher mit Worten hatte als mit Zahlen – sich mit der Martha Graham Academy begnügen musste. Merkwürdigerweise sind sowohl Crakes Mutter als auch sein Stiefvater an einer mysteriösen Krankheit gestorben, bei der sich der Körper in seine Bestandteile auflöst. Dann trat eine Bioterrorgruppe mit dem Codenamen MaddAddam in Aktion, die mithilfe von biotechnisch erzeugten Tieren und Mikroben das CorpSeCorps und die vorherrschende Infrastruktur attackierte.

Als Jimmy und Crake Jahre später wieder aufeinandertrafen, leitete Crake das Paradies-Projekt, wo er per Genspleißung die Craker erzeugte. Gleichzeitig entwickelte er die OrgassPluss-Pille, die mit sexueller Ekstase, Schwangerschaftsverhütung und prolongierter Jugend warb. Die Namen der Wissenschaftler des Paradies-Projekts waren identisch mit den Usernamen bei Urzeit-Exitus; tatsächlich waren es die MaddAddam-Bioterroristen, die Crake per Chatroom ausfindig machte und denen er als Gegenleistung für ihren Einsatz im Paradies-Projekt Immunität zusicherte. Doch die OrgassPluss-Pille enthielt noch eine geheime Ingredienz, und ihre Markteinführung fiel zusammen mit der tödlichen Pandemie, der die gesamte Menschheit anheimfiel. Im nachfolgenden Chaos kamen Oryx und Crake ums Leben, und Jimmy blieb mit den Crakern allein zurück.

Verfolgt von Erinnerungen an die tote Oryx und den teuflischen Crake und im Bewusstsein seiner geringen Überlebenschancen marschiert Schneemensch, verwundet und von Gewissensbissen geplagt, zum Paradies-Gebäude, dem Erschaffungsort der Craker, um dort nach Waffen und Vorräten zu suchen. Unterwegs wird er von ausgebrochenen, genmodifizierten Tieren gejagt, den blutrünstigen Hunölfen und den riesigen Organschweinen, die sich aufgrund ihres Hirngewebes durch besondere Schläue auszeichnen.

Oryx und Crake endet damit, dass Schneemensch auf drei weitere Überlebende der Seuche stößt. Soll er sich ihnen anschließen und die Craker im Stich lassen? Oder soll er sie, wissend um die Zerstörungswut seiner eigenen Spezies, töten? Oryx und Crake endet, während Schneemensch gerade im Begriff ist, eine Entscheidung zu fällen.

2. Das Jahr der Flut

Das Jahr der Flut entfaltet sich über denselben Zeitraum wie Oryx und Crake, spielt jedoch im Plebsland außerhalb der Konzernmauern. Die Geschichte konzentriert sich auf die Gottesgärtner, die Anhänger einer von Adam Eins gegründeten, grünen Religionsgemeinschaft. Ihre Wortführer, die Adams und Evas, lehren die Ganzheitlichkeit von Natur und Heiliger Schrift, die Liebe zu allen Lebewesen, die Gefahren der Technologie, die Niedertracht der Konzerne, Gewaltlosigkeit sowie Gemüseanbau und Imkerei auf den Häuserdächern der Plebsland-Slums.

Die Geschichte beginnt in der Gegenwart, im Gärtnerjahr fünfundzwanzig – dem Jahr der wasserlosen Flut, wie die Seuche bei den Gärtnern heißt. Bewaffnet mit ihrer alten Flinte hat sich Toby im AnuYu-Spa verbarrikadiert und hält Ausschau nach anderen Überlebenden – vor allem ihrer heimlichen Liebe, dem cleveren Exgärtner Zeb. Gegen die Gärtnervorschriften schießt sie eines der Organschweine, nachdem eine Horde in ihrem Gemüsebeet marodiert hat. Eines Tages sieht sie in der Ferne eine Gruppe nackter Menschen vorbeiziehen, angeführt von einem zerlumpten, bärtigen Mann. Da sie von Schneemensch und den Crakern nichts weiß, glaubt sie an eine Halluzination.

Zur gleichen Zeit sitzt die junge Ren im verschlossenen Quarantäneraum des Scales and Tails, dem Stripteaseclub, in dem sie als Trapeztänzerin arbeitete. Kurz vor Ausbruch der Seuche war der Nachtclub von einer Gruppe Painballer – entmenschter CorpSeCorps-Häftlinge, die nach der skrupellosen Eliminierung ihrer Mitstreiter in der Painballarena wieder auf freiem Fuß sind – in Schutt und Asche gelegt worden. Ren weiß, dass sie verhungern wird, es sei denn, Amanda, ihre Freundin aus Jugendtagen, findet sie und schafft es, die Tür zu entsperren.

Vor langer Zeit war Toby von den Gottesgärtnern aus den Händen des brutalen Painballers Blanco befreit worden, dem Chef ihrer GeheimBurger-Filiale. Sie wurde eine Eva, spezialisierte sich auf Pilze, Bienen und heilsame wie tödliche Mixturen. Ihre Lehrerin, die alte Pilar – wie viele Gärtner eine aus den Konzernkomplexen geflüchtete Biowissenschaftlerin –, hatte dort noch immer ihre Informanten, unter anderem auch den jungen Crake.

Ren gehörte bei den Gärtnern zu Tobys Schülerinnen, genau wie Amanda, eine hartgesottene, charismatische Plebsratte. Rens Mutter Lucerne hatte sich zusammen mit Zeb aus dem HelthWyzer-Komplex abgesetzt. Doch in einem Anfall von Zorn über Zebs Bindungsunfähigkeit verließ sie die Gärtner und ging zusammen mit der dreizehnjährigen Ren zurück zu HelthWyzer. Der damals sehr junge Jimmy verführte Ren, ließ sie aber kurz darauf sitzen. Schließlich fasste Ren den Entschluss, sich als Tänzerin im Scales and Tails ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Da sie sich in taktischen Fragen nicht einig werden konnten, spalteten sich Zeb und seine Anhänger vom pazifistischen Adam Eins ab, um als Bioterroristen gegen die Konzerne zu agitieren, wobei sie den MaddAddam-Chatroom als Treffpunkt nutzten. Die restlichen Gärtner mussten vor dem CorpSeCorps die Flucht antreten und gingen in den Untergrund, wo sie weitere Vorkehrungen gegen die wasserlose Flut trafen.

In der Gegenwart – im Jahr fünfundzwanzig – erreicht Amanda das Scales and Tails und es gelingt ihr, Ren aus dem Quarantäneraum zu befreien. Als sie ihr Wiedersehen feiern, treffen drei ihrer alten Gärtnerfreunde ein – Shackleton, Crozier und Oates. Sie werden von Blanco und zwei weiteren Painballern verfolgt. Die fünf jungen Leute fliehen, doch unterwegs werden Ren und Amanda vergewaltigt, Amanda wird verschleppt und Oates ermordet.

Ren schleppt sich zum AnuYu-Spa, wo sie von Toby wieder hochgepäppelt wird. Dann machen sich die beiden auf die Suche nach Amanda. Nachdem sie sich vor wilden Organschweinen gerettet und Blanco unschädlich gemacht haben, entdecken sie eine Gruppe Überlebender in einem Lehmhaus im Park. Zeb lebt dort, zusammen mit seiner Gruppe MaddAddamiten; und auch einige ehemalige Gärtner. Sie alle glauben, dass Adam Eins überlebt haben muss, und sie suchen nach ihm.

Toby und Ren brechen zu einer riskanten Mission auf, um Amanda aus den Händen der Painballer zu befreien. An der Küste stoßen sie auf das Lager einer Gruppe von seltsamen, teilweise blauen Leuten, die zwei Männer und eine Frau gesehen haben. Toby und Ren vermuten, dass es sich um Amanda und ihre Entführer, die Painballer, handelt, und sie finden sie genau in dem Moment, als der kranke und halluzinierende Schneemensch sein Spraygewehr auf sie richtet.

Das Jahr der Flut endet damit, dass die Painballer gefesselt und an einen Baum gebunden sind, während sich Ren um die verletzte Amanda und den fiebrigen Schneemensch kümmert. Toby begeht das Gärtnerfest Sankt Juliana und Allerseelen und schenkt Suppe für alle aus. In diesem Moment kommen die blaugefärbten Kinder des Crake am Strand entlang auf sie zu und singen dabei ihre gespenstische Musik.

DIE GESCHICHTE VON ZEB

EI

Die Geschichte vom Ei und von Oryx und Crake und wie sie die Menschen und Tiere erschufen und vom Chaos und von Schneemensch-Jimmy und vom stinkenden Knochen und von der Ankunft der zweibösen Männer

Am Anfang lebtet ihr im Ei. Dort hat Crake euch erschaffen.

Ja, der liebe, gütige Crake. Bitte hört auf zu singen, sonst kann ich nicht erzählen.

Das Ei war groß und weiß und gewölbt, und drinnen wuchsen Bäume mit Laub, Gras und Beeren. Alles, was ihr gern esst.

Ja, es hat auch geregnet im Ei.

Nein, Donner gab es keinen.

Weil Crake im Ei keinen Donner haben wollte.

Und draußen vor dem Ei war das Chaos, mit vielen, vielen Menschen, die nicht so waren wie ihr.

Weil sie eine zusätzliche Haut hatten. Diese Haut nennt man Kleidung. Ja, wie bei mir.

Und viele davon waren böse Menschen, die anderen Menschen und auch den Tieren schlimme und grausame Dinge antaten. Nämlich … Über diese Dinge müssen wir jetzt nicht reden.

Und Oryx war sehr traurig darüber, denn die Tiere waren ihre Kinder. Und Crake war traurig, weil Oryx traurig war.

Und das Chaos war überall draußen vor dem Ei. Aber im Ei herrschte kein Chaos. Dort war es friedlich.

Und jeden Tag kam Oryx, um euch zu unterrichten. Sie brachte euch bei, was man isst, sie brachte euch bei, wie man Feuer macht, sie brachte euch alles über die Tiere bei, ihre Kinder. Sie brachte euch bei, wie man schnurrt, wenn sich jemand weh getan hat. Und Crake wachte über euch.

Ja, der liebe, gütige Crake. Bitte hört auf zu singen. Ihr müsst nicht jedes Mal singen. Ich bin mir sicher, dass es Crake gefällt, aber ihm gefällt auch diese Geschichte, und er möchte hören, wie sie weitergeht.

Eines Tages beseitigte Crake das Chaos und die bösen Menschen, um Oryx glücklich zu machen und um einen sicheren Lebensraum für euch zu schaffen.

Ja, dadurch roch eine Zeitlang alles sehr schlimm.

Und dann fuhr Crake in den Himmel, wo er jetzt wohnt, und Oryx fuhr mit ihm.

Warum sie fuhren, weiß ich nicht. Sie müssen ihre Gründe gehabt haben. Und sie ließen Schneemensch-Jimmy zurück, um auf euch aufzupassen, und er führte euch ans Meer. Und an Fischtagen fingt ihr ihm einen Fisch und er aß ihn.

Ich weiß, ihr würdet niemals einen Fisch essen, aber Schneemensch-Jimmy ist anders.

Weil er einen Fisch essen muss, sonst würde er sehr krank werden.

Weil er so geschaffen ist.

Dann eines Tages ging Schneemensch-Jimmy los, um Crake zu besuchen. Und als er zurückkam, hatte er sich am Fuß weh getan. Und ihr habt ihn beschnurrt, aber es wurde nicht besser.

Und dann kamen die zwei bösen Männer. Sie waren noch aus dem Chaos übrig geblieben.

Warum Crake sie nicht beseitigt hat, weiß ich nicht. Vielleicht hatten sie sich unter einer Hecke versteckt und er hat sie übersehen. Aber sie hatten Amanda gefangen und taten ihr schlimme und grausame Dinge an.

Über diese Dinge müssen wir jetzt nicht reden.

Und Schneemensch-Jimmy versuchte sie zu stoppen. Und dann kam ich, und Ren, und wir fingen die zwei bösen Männer, fesselten sie und banden sie an einen Baum. Dann saßen wir am Feuer und aßen Suppe. Schneemensch-Jimmy und Ren und Amanda aßen die Suppe. Sogar die bösen Männer aßen die Suppe.

Ja, in der Suppe war ein Knochen. Ja, es war ein stinkender Knochen.

Ich weiß, dass ihr keine stinkenden Knochen esst. Aber viele Kinder der Oryx essen gern solche Knochen. Luxkatzen und Rakunks und Organschweine und Löwämmer. Sie alle essen stinkende Knochen. Und Bären essen sie auch.

Was ein Bär ist, erzähle ich euch später.

Über stinkende Knochen müssen wir jetzt nicht mehr reden.

Und während alle die Suppe aßen, seid ihr mit euren Fackeln gekommen, weil ihr Schneemensch-Jimmy helfen wolltet mit seinem kranken Fuß. Und weil ihr gemerkt habt, dass ein paar der Frauen blau waren und ihr euch mit ihnen paaren wolltet.

Das mit den bösen Männern habt ihr nicht verstanden und warum sie gefesselt waren. Es ist nicht eure Schuld, dass sie in den Wald geflüchtet sind.

Nicht weinen.

Ja, Crake muss sehr wütend sein auf die zwei bösen Männer. Vielleicht wird er etwas Donner schicken.

Ja, der liebe, gütige Crake.

Bitte hört auf zu singen.

SEIL

Seil

Aus dem, was an jenem Abend geschah – aus den Ereignissen, durch welche das Böse wieder in die Welt kam –, machte Toby später zwei Geschichten. Die erste Geschichte war diejenige, die sie den Kindern des Crake erzählte; sie nahm ein glückliches Ende oder zumindest ein so glückliches Ende wie möglich. Die zweite, die sie nur für sich schrieb, war weniger heiter. Sie handelte zum Teil von ihrer eigenen Blödheit, von ihrer Unaufmerksamkeit, aber auch von Geschwindigkeit. Es ging alles so schnell.

Natürlich war sie müde; sie muss einen Adrenalinsturz gehabt haben. Immerhin war sie seit zwei Tagen in Aktion gewesen, mit viel Stress und wenig zu essen.

Am Tag zuvor hatten sie und Ren die sichere Lehmhausenklave der MaddAddamiten verlassen. Dort lebten einige wenige Überlebende der globalen Pandemie, die die Menschheit ausgelöscht hatte. Sie waren Rens Freundin Amanda auf der Spur und hatten sie gerade rechtzeitig gefunden, denn die beiden Painballer, die sie in Gebrauch hatten, hatten sie fast aufgebraucht. Toby kannte die Mittel und Wege solcher Männer: Fast wäre sie selbst von einem solchen getötet worden, bevor sie zu den Gottesgärtnern kam. Jeder, der Painball mehr als einmal überlebt hatte, hatte nur noch sein Reptilienhirn. Sex, bis man auf den letzten Fingernagel abgenutzt war – das war ihre Methode; danach wurde man zu Hackfleisch verarbeitet. Sie aßen mit Vorliebe die Nieren.

Toby und Ren hatten im Gebüsch gehockt, während die Painballer darüber stritten, was sie essen und ob sie die Craker angreifen sollten und was als Nächstes mit Amanda geschehen sollte. Ren hatte schreckliche Angst; Toby konnte nur hoffen, dass sie nicht in Ohnmacht fiel, aber eigentlich hatte sie ganz andere Sorgen, denn sie hätte eigentlich schießen müssen. Aber auf welchen zuerst, den Bärtigen oder den Kurzhaarigen? Würde der andere genug Zeit haben, sein Spraygewehr zu schnappen? Amanda wäre weder in der Lage zu helfen noch wegzulaufen: Sie hatte ein Seil um den Hals, und der Bärtige hatte sich das andere Ende um sein Bein gebunden. Eine falsche Bewegung von Toby, und Amanda wäre tot.

Dann war ein fremder Mann aus dem Gebüsch getorkelt, sonnenverbrannt, übersät mit Schorf, nackt und mit einem Spraygewehr bewaffnet, und fast hätte er sie allesamt erschossen, einschließlich Amanda. Aber Ren hatte einen Schrei ausgestoßen und war auf die Lichtung gerannt, und das war Ablenkung genug gewesen. Toby war mit der Flinte im Anschlag vorgetreten, Amanda hatte sich losgerissen, und die Painballer waren mithilfe von Tritten in den Unterleib und einem Stein unschädlich gemacht und mit ihrem eigenen Seil und ein paar Stoffstreifen aus Tobys rosa AnuYu-Sonnenumhang gefesselt worden.

Ren hatte sich um Amanda gekümmert, die wahrscheinlich unter Schock stand, und auch um den schorfigen, nackten Mann, den sie Jimmy nannte. Sie hatte ihn in den Umhang gehüllt und redete leise auf ihn ein; offenbar war er vor langer Zeit einmal ihr Freund gewesen.

Jetzt, wo wieder Ordnung herrschte, hatte Toby das Gefühl, entspannen zu können. Sie hatte wieder zu sich gefunden, indem sie einer Gärtnerübung folgend ihren Atem dem beruhigenden Rhythmus der nahen Wellen angepasst hatte – wisch-wasch, wisch-wasch –, bis sich ihr Pulsschlag normalisiert hatte. Dann hatte sie eine Suppe gekocht.

Und dann war der Mond aufgegangen.

Der aufgehende Mond war das Zeichen für den Beginn des Gärtnerfests Sankt Juliana und Allerseelen: eine Feier von Gottes Zärtlichkeit und Barmherzigkeit für alle Geschöpfe. Das Universum liegt in seiner Hand, wie uns Sankt Juliana von Norwich in ihrer mystischen Vision vor langer Zeit lehrte. Es muss Vergebung herrschen und Liebe und Güte, der Kreis muss stets geschlossen bleiben. Aller Seelen heißt: die Seelen ausnahmslos aller, egal, was sie getan habenkönnten. Zumindest von Mondaufgang bis Monduntergang.

Was man einmal bei den Adams und Evas gelernt hatte, vergaß man nicht. Für Toby wäre es nahezu unmöglich gewesen, die Painballer ausgerechnet an jenem Abend zu töten – sie kaltblütig zu ermorden, also abzuschlachten, und sie waren ja auch mittlerweile fest an den Baum gebunden.

Amanda und Ren hatten das übernommen. Sie waren zusammen bei den Gärtnern zur Schule gegangen, wo sie viel Handwerkliches gelernt und Materialien recycelt hatten, und sie kannten sich mit Knoten aus. Als sie fertig waren, sahen die beiden Typen aus wie ein Stück Makramee.

An jenem gesegneten Sankt-Juliana-Abend also hatte Toby die Waffen zur Seite gelegt – ihre eigene altmodische Flinte und das Spraygewehr der Painballer, und auch Jimmys Spraygewehr. Dann spielte sie die gute Fee, schenkte Suppe aus, verteilte Nahrung an alle.

Ihr Edelmut muss ihr selbst die Sinne benebelt haben. Alle dazu zu bewegen, sich abends gemütlich an ein Lagerfeuer zu setzen und zusammen Suppe zu löffeln – auch Amanda, die traumatisiert, ja fast katatonisch war; auch Jimmy, der vor Fieber am ganzen Leib zitterte und zu einer toten Frau in den Flammen sprach. Auch die beiden Painballer: Glaubte sie wirklich, die beiden würden ein Bekehrungserlebnis haben und auf einmal lammfromm sein? Ein Wunder, dass sie beim Austeilen der Knochensuppe nicht auch noch eine Predigt hielt. Ein Löffelfür dich, ein Löffelfür dichundeiner für dich! Legt Hass und Bosheit ab! Kommt hinein ins Licht!

Aber Hass und Bosheit machen süchtig. Sie können wie ein Rausch sein. Nur ein Mal davon gekostet, und schon geht’s einem dreckig, wenn man nicht bald mehr bekommt.

Während sie die Suppe aßen, hörten sie Stimmen, die sich unter den Bäumen am Ufer auf sie zubewegten. Es waren die Kinder des Crake, die Craker – die seltsamen gengespleißten Beinahe-Menschen, die am Meer lebten. Sie gingen im Gänsemarsch unter den Bäumen her, trugen Fackeln aus Pechkiefer und sangen ihre kristallinen Lieder.

Toby hatte diese Leute nur ein einziges Mal zu Gesicht bekommen, und zwar bei Tag. Jetzt, leuchtend im Mondlicht und im Schein der Fackeln, waren sie noch schöner. Sie hatten alle Farben – Braun, Gelb, Schwarz, Weiß – und alle Größen, aber jeder für sich war vollkommen. Die Frauen lächelten gelassen; die Männer waren in vollem Brunftmodus mit Blumen in der Hand, und ihre nackten, idealisierten Körper sahen aus wie aus einem Comic für Vierzehnjährige, jeder Muskel definiert, jedes Muskelspiel ein Schimmern. Sie wedelten wie freundliche Hunde mit ihren leuchtend blauen und unnatürlich großen Penissen.

Anschließend konnte sich Toby nicht mehr genau an den Ablauf des Geschehens erinnern, wenn man denn von einem Ablauf sprechen konnte. Eher hatte es etwas von einer Straßenschlacht im Plebsland: hektische Bewegungen, ineinander verknäulte Körper, eine Kakophonie von Stimmen.

Wo ist das Blau? Wir riechen das Blau! Seht, da ist Schneemensch! Er ist dünn! Er ist sehr krank!

Ren: Oh, Scheiße, die Craker. Was ist denn, wenn die jetzt … Guckt doch mal, was die für … Verdammt!

Die Crakerfrauen entdeckten Jimmy: Lasst uns Schneemensch helfen! Wir müssen ihn beschnurren!

Die Crakermänner nahmen Amandas Witterung auf: Sie ist die Blaue! Sie riecht blau! Sie will sich mit uns paaren! Gebt ihr die Blumen! Sie wird glücklich sein!

Amanda, verängstigt: Fasst mich nicht an! Ich will nicht … Ren, hilf mir. Vier große, bildschöne, blumentragende nackte Männer gehen auf sie zu. Toby! Mach was! Knall sie ab!

Die Crakerfrauen: Sie ist krank. Erst müssen wir sie beschnurren. Dann wird sie gesund. Und sollen wir ihr einen Fisch geben?

Die Crakermänner: Sie ist blau! Sie ist blau! Wir sind glücklich! Singt für sie!

Die andere ist auch blau.

Der Fisch ist für Schneemensch. Wir müssen diesen Fisch aufheben.

Ren: Amanda, vielleicht nimmst du einfach nur die Blumen, sonst werden sie noch sauer oder …

Toby, mit schütterer, wenig eindringlicher Stimme: Bitte, hört zu, bleibt stehen, ihr macht ihr Angst …

Was ist das? Ist das ein Knochen? Einige der Frauen spähen in den Suppentopf: Esst ihr diesen Knochen? Er riecht nicht gut.

Wir essen keine Knochen. Schneemensch isst keine Knochen, er isst einen Fisch. Warum esst ihr einen stinkenden Knochen?

Es ist der Fuß von Schneemensch, der wie ein Knochen stinkt. Wie ein Knochen, den die Geier zurückgelassen haben. O Schneemensch, wir müssen deinen Fuß beschnurren!

Jimmy, fiebrig: Wer bist du? Oryx? Aber du bist doch tot. Alle sind tot. Alle auf der ganzen Welt, sie sind alle tot … Er fängt an zu weinen.

Sei nicht traurig, o Schneemensch. Wir sind gekommen, um zu helfen.

Toby: Ihr solltet ihn nicht anfassen … die Wunde ist entzündet … er braucht …

Jimmy: Au! Fuck!

O Schneemensch, nicht treten. Dann tut dir dein Fuß nur noch mehr weh. Einige fangen an zu schnurren wie Küchenmixer.

Ren ruft nach Hilfe: Toby! Toby! He! Lasst sie los!

Toby schaut hinüber, über das Feuer hinweg: Amanda ist in einem flackernden Dickicht nackter Männergliedmaßen und Rücken verschwunden. Ren stürzt sich mit ins Getümmel und geht sofort darin unter.

Toby: Wartet! Nein! … Hört auf! Was soll sie tun? Dies ist ein großes kulturelles Missverständnis. Hätte sie nur einen Eimer kaltes Wasser!

Einer der Painballer: He, ihr da! Hier sind wir!

Diese Leute riechen sehr schlecht. Sie riechen nach dreckigem Blut. Wo ist das Blut?

Was ist das? Das ist ein Seil. Warum sind sie mit dem Seil gefesselt?

Schneemensch hat uns Seil gezeigt, als er auf einem Baum lebte. Seil ist dazu da, um sein Haus zu bauen. O Schneemensch, warum ist das Seil an diese Männer gefesselt?

Dieses Seil tut diesen Leuten weh. Wir müssen es wegnehmen.

Ein Painballer: Ja, genau. Wir haben tierische Schmerzen. (Lautes Stöhnen.)

Toby: Fasst sie nicht an, sonst …

Der zweite Painballer: Jetzt mach schon, Blaupimmel, bevor die alte Fotze …

Toby: Nein! Nicht losbinden … Die Männer da werden …

Aber es war schon zu spät. Wer hätte ahnen können, dass die Craker so schnell Knoten lösen können?

Prozession

Die beiden Männer verschwanden in der Dunkelheit und ließen ein Stück Seil und verstreute Glut zurück. Du Vollidiot, dachte sie. Du hättest keine Gnade zeigen dürfen. Du hättest ihnen mit einem Stein den Schädel einschlagen oder mit deinem Messer die Kehle durchschneiden sollen und hättest nicht mal Kugeln verschwenden müssen. Du warst eine Null und dein Versagen grenzt ans Kriminelle.

Viel war nicht zu erkennen – das Feuer war fast aus –, aber sie machte hastig Inventur: Wenigstens war ihre Flinte noch da, zum Glück. Aber das Spraygewehr der Painballer fehlte. Du Holzkopf, sagt sie zu sich. So viel zu Sankt Juliana und der Güte des Universums.

Amanda und Ren hatten sich weinend aneinandergeklammert und wurden von mehreren besorgten Crakerfrauen gestreichelt. Jimmy war hingefallen und redete auf die Kohlen ein. Je schneller sie wieder im Lehmhaus der MaddAddamiten wären, desto besser: Hier draußen im Dunkeln waren sie leichte Beute. Die Painballer könnten wegen der Waffen zurückkommen, und Toby wusste jetzt schon, dass die Craker keinerlei Hilfe wären. Warum hast du mich geschlagen? Crake wird böse sein! Er wird einen Donner schicken! Selbst wenn sie einen zu Fall brächte, würden sich die Craker nur dazwischenwerfen. Oh, es hat geknallt, ein Mann ist umgefallen, er hat ein Loch, er blutet! Er hat sich weh getan, wir müssen ihm helfen!

Aber selbst wenn die Painballer erst einmal Ruhe gäben, waren da noch andere Räuber im Wald. Luxkatzen, Hunölfe, Löwämmer; und schlimmer noch, die wilden Riesenschweine. Und jetzt, wo die Städte und Straßen wie leergefegt waren, wer weiß, wann die ersten Bären aus dem Norden auftauchen würden?

»Wir müssen los«, sagte sie zu den Crakern. Köpfe drehten sich, grüne Augenpaare richteten sich auf sie. »Schneemensch muss mit uns kommen!«

Plötzlich redeten die Craker alle auf einmal. »Schneemensch muss bei uns bleiben! Wir müssen Schneemensch wieder auf seinen Baum bringen.« – »Das ist es, was er mag, er mag Bäume.« – »Ja, nur er kann mit Crake reden.« – »Nur er kann uns von Crake erzählen, und vom Ei.« – »Und vom Chaos.« – »Und von Oryx, die die Tiere geschaffen hat.« – »Und wie Crake das Chaos beseitigt hat.« – »Der liebe, gütige Crake.« Sie fangen an zu singen.

»Wir brauchen Medikamente«, sagte Toby verzweifelt. »Sonst wird Jimmy – sonst wird Schneemensch vielleicht sterben.« Ausdruckslose Blicke. Hatten sie überhaupt eine Vorstellung, was sterben bedeutete?

»Was ist ein Jimmy?« Verwirrtes Stirnrunzeln.

Großer Fehler: Sie hatte den falschen Namen verwendet. »Jimmy ist ein anderer Name für Schneemensch.«

»Warum?« – »Warum ist das ein anderer Name?« – »Was ist ein Jimmy?« Das schien sie weitaus mehr zu interessieren als der Tod. »Ist es die rosa Haut, die Schneemensch anhat?« – »Ich will auch ein Jimmy!« Letzteres kam von einem kleinen Junge.

Wie sollte sie das jetzt erklären? »Jimmy ist ein Name. Schneemensch hat zwei Namen.«

»Sein Name ist Schneemensch-Jimmy?«

»Ja«, sagte Toby, ab jetzt ja.

»Schneemensch-Jimmy, Schneemensch-Jimmy«, wiederholten sie gemeinsam.

»Warum hat er zwei Namen?«, wollte einer wissen, aber die anderen hatten ihre Aufmerksamkeit schon auf das nächste verwirrende Wort gerichtet. »Was ist Medikamente?«

»Medikamente sind etwas, um Schneemensch-Jimmy wieder gesund zu machen«, sagte sie vorsichtig. Lächelnde Gesichter: Diese Vorstellung gefiel ihnen.

»Dann kommen wir mit«, sagte derjenige, der offenbar der Wortführer war – ein hochgewachsener Mann mit hellbrauner Haut und Römernase. »Wir werden Schneemensch-Jimmy tragen.«

Zwei Crakermänner nahmen Jimmy mühelos hoch. Toby erschrak über seine Augen: die schmalen weißen Schlitze, die zwischen seinen Lidern leuchteten. »Ich fliege«, sagte er, als ihn die Craker mit Schwung in die Luft hoben.

Toby fand Jimmys Spraygewehr, sie sicherte es und gab es Ren zum Tragen: Das Mädchen hatte vom Schießen keine Ahnung – woher auch –, aber man würde es später noch gebrauchen können.

Sie hatte angenommen, dass nur die beiden Freiwilligen mit zurück zum Lehmhaus kommen würden, stattdessen zockelte die ganze Crakertruppe mitsamt Kindern hinterher. Alle wollten in Schneemenschs Nähe bleiben. Die Männer wechselten sich beim Tragen ab; die anderen hielten die Fackeln hoch und sangen von Zeit zu Zeit mit ihren gespenstischen Wasserglasstimmen.

Vier der Frauen gingen neben Ren und Amanda her, tätschelten sie und berührten sie am Arm oder an der Hand. »Oryx wird sich um dich kümmern«, sagten sie zu Amanda.

»Die sollen es wagen, sie noch ein Mal anzufassen mit ihren verdammten blauen Pimmeln«, sagte Ren grimmig.

»Was ist blauen Pimmeln?«, fragten sie verwundert.

»Lasst es einfach«, sagte Ren. »Sonst gibt’s Stress!«

»Oryx wird sie glücklich machen«, sagten die Frauen, wobei sie etwas unsicher klangen. »Was ist Stress?«

»Geht schon wieder«, sagte Amanda mit schwacher Stimme zu Ren. »Wie geht’s dir?«

»Das stimmt nicht, verdammt! Wir müssen einfach ganz schnell zu den MaddAddamiten zurück«, sagte Ren. »Da gibt’s Betten und ne Wasserpumpe und alles. Da können wir dich waschen, und Jimmy auch.«

»Jimmy?«, sagte Amanda. »Das ist Jimmy? Ich dachte, der wär tot. Wie alle anderen.«

»Hab ich auch gedacht. Aber es sind gar nicht alle tot. Na ja, ein paar zumindest nicht. Zeb ist nicht tot und Rebecca auch nicht und du und ich und Toby und …«

»Wo sind die beiden Typen hin?«, fragte Amanda. »Ich hätte ihnen die Fresse einschlagen sollen, als ich noch konnte.« Sie stieß einen kleinen Lacher aus, verdrängte auf alte Plebsratten-Art ihren Kummer. »Wie weit ist es?«, fragte sie.

»Sie können dich tragen.«

»Nein. Geht schon.«

Motten umflatterten die Fackeln, die Blätter über ihren Köpfen raschelten in der nächtlichen Brise. Wie lange sind sie gelaufen? Toby kam es vor wie Stunden, aber im Mondschein verschwimmt die Zeit. Sie gingen westwärts durch den Heritage Park; hinter ihnen wurde das Rauschen der Wellen immer schwächer. Trotz des Pfades war sie unsicher, die Craker aber schienen den Weg zu kennen.

Sie horchte nach Geräuschen in den Bäumen – Schritte, knackendes Holz, ein Grunzen – und hielt sich am Ende der Prozession, die Flinte im Anschlag. Es quakte, es tschilpte: irgendein Amphibium, ein nächtlicher Vogel. Sie wusste um die Finsternis in ihrem Rücken: Ihr Schatten dehnte sich gewaltig und ging über in die tieferen Schatten dahinter.

Mohn

Endlich erreichten sie die Lehmhausenklave. Eine einzige Glühbirne brannte im Garten; hinter dem Zaun standen Crozier, Manatee und Tamaraw mit ihren Spraygewehren und schoben Wache. Jeder trug eine batteriebetriebene Kopflampe, die sie in einem Fahrradladen gefunden hatten.

Ren rannte ihnen entgegen. »Wir sind’s!«, rief sie. »Alles okay! Wir haben Amanda!«

Croziers Kopfleuchte wippte auf und ab, als er das Tor öffnete.

»Großartig!«, rief er.

»Spitze! Ich sag den anderen Bescheid!«, sagte Tamaraw. Sie eilte zum Haupthaus.

»Croze! Wir haben’s geschafft!«, sagte Ren. Sie warf sich in seine Arme, ließ das Spraygewehr fallen, und er hob sie hoch, wirbelte sie durch die Luft und küsste sie. Dann setzte er sie wieder ab.

»He, woher habt ihr das Spraygewehr?«, fragte er. Ren brach in Tränen aus.

»Ich hab gedacht, die bringen uns um!«, sagte sie. »Die beiden … Aber du hättest mal Toby sehen müssen! Die war so krass! Die hat ihre alte Flinte genommen, und dann haben wir sie mit Steinen beworfen und gefesselt, aber dann …«

»Wahnsinn«, sagte Manatee und warf einen Blick auf die Craker, die tuschelnd durchs Tor drängten. »Der ganze Zirkus aus dem Paradies.«

»Das sind sie also, ja?«, sagte Crozier. »Die nackten Freaks, die Crake gebastelt hat? Die unten am Meer wohnen?«

»Ich finde, du solltest sie nicht Freaks nennen«, sagte Ren. »Die können euch hören.«

»Es war nicht nur Crake«, sagt Manatee. »Wir alle haben beim Paradies-Projekt an denen gebastelt. Ich, Swift-Fuchs, Elfenbeinspecht …«

»Wieso sind sie mitgekommen?«, fragte Crozier. »Was wollen die hier?«

»Sie wollten nur helfen«, sagte Toby. Auf einmal war sie todmüde. Sie wollte jetzt nur noch in ihre Nische taumeln und schlafen. »War sonst jemand hier?« Zeb hatte gleichzeitig mit ihr das Lehmhaus verlassen, um nach Adam Eins und anderen überlebenden Gottesgärtnern zu suchen. Sie wollte wissen, ob er schon zurück war, aber nicht direkt fragen. Nicht klammern, nicht jammern, wie die Gärtner damals immer sagten, wobei Toby ohnehin nur selten ihre Gefühle zeigte.

»Nur die Schweine«, sagte Crozier. »Die haben mal wieder versucht, sich unterm Gartenzaun durchzuwühlen. Wir haben die Lampen auf sie gehalten und dann sind sie abgehauen. Was ein Spraygewehr ist, haben sie inzwischen verstanden.«

»Seitdem wir ein paar Exemplare zu Speck verarbeitet haben«, sagte Manatee. »Frankenschweins Speck sozusagen. Ist mir nicht ganz geheuer, dass wir die essen. Mit ihrem menschlichen Neokortex-Gewebe.«

»Crakes Monster haben aber hoffentlich nicht vor, hier einzuziehen«, sagte Swift-Fuchs, die mit Tamaraw aus dem Haupthaus gekommen war. Toby kannte sie nur aus der kurzen Zeit im Lehmhaus, bevor sie auf die Suche nach Amanda aufgebrochen war: Swift-Fuchs. Sie musste über dreißig sein, aber das, was sie anhatte, sah aus wie ein Rüschennachthemd für zwölfjährige Mädchen. Wo hatte sie bloß diesenFummel her?, fragte sich Toby. Aus irgendeiner geplünderten Kinderpornoboutique oder Hundertdollarrampe?

»Ihr seid bestimmt erschöpft«, sagte Tamaraw zu Toby.

»Wieso habt ihr die mitgeschleppt?«, fragte Swift-Fuchs. »Das sind doch viel zu viele. Die können wir nicht auch noch durchfüttern.«

»Müssen wir auch nicht«, sagte Manatee. »Die essen Blätter, wie du dich vielleicht erinnerst. Crake hat sie extra so entworfen. Damit sie keine Landwirtschaft betreiben müssen.«

»Ach ja«, sagte Swift-Fuchs. »Das war ja dein Modul. Ich saß an ihrem Hirn. Stirnlappen, die sensorischen Modifikationen. Ich hätte sie ja gern ein bisschen weniger langweilig gemacht, aber Crake wollte keine Aggression, nicht mal Humor. Das sind wandelnde Kartoffeln.«

»Die sind total nett«, sagte Ren. »Zumindest die Frauen.«

»Ich vermute, die Männer wollten sich mit euch paaren; typisch. Na ja, solange ich mich mit denen nicht unterhalten muss«, sagte Swift-Fuchs. »Ich geh wieder schlafen. Nacht, Leute, und viel Spaß mit dem Gemüse.« Sie gähnte und streckte sich und schlenderte langsam davon.

»Was ist die denn so zickig?«, fragte Manatee. »Das geht schon den ganzen Tag.«

»Hormone vermutlich«, sagte Crozier. »Aber das Nachthemd!«

»War wohl ne Nummer zu klein«, sagte Manatee.

»Ist dir also aufgefallen«, sagte Crozier.

»Vielleicht hat ihre Zickigkeit andere Gründe«, sagte Ren. »Wär ja immerhin denkbar.«

»Tut mir leid«, sagte Crozier und legte ihr den Arm um die Schulter.

Vier der Crakermänner lösten sich von ihrer Gruppe und gingen mit wedelndem Penis hinter Swift-Fuchs her. Irgendwo hatten sie noch mehr Blumen gepflückt; sie fingen an zu singen.

»Nein!«, sagte Toby mit scharfer Stimme wie zu einem Hund. »Hiergeblieben! Bei Schneemensch-Jimmy!« Wie sollte sie ihnen klarmachen, dass sie sich trotz Blumen, Ständchen und Schwanzgewedel nicht einfach kollektiv auf jede junge Nicht-Crakerfrau stürzen konnten, die verfügbar roch? Aber da waren sie schon hinter dem Haupthaus verschwunden.

Die beiden Träger setzten Jimmy ab. Schlaff saß er da und lehnte sich gegen ihre Knie. »Wo wird Schneemensch-Jimmy sein?«, fragten sie. »Wo können wir ihn beschnurren?«

»Er braucht ein eigenes Zimmer«, sagte Toby. »Wir suchen ihm ein Bett, und dann hole ich die Medikamente.«

»Wir kommen mit«, sagten sie. »Wir werden schnurren.« Sie formten mit ihren Armen einen Stuhl und hoben Jimmy wieder hoch. Die anderen scharten sich um ihn.

»Nicht alle«, sagte Toby. »Er braucht Ruhe.«

»Er kann das Zimmer von Croze haben«, sagte Ren. »Oder, Croze?«

»Wer ist das?«, fragte Crozier und sah Jimmy kritisch an, der den Kopf hin und her baumeln ließ, der sich in den Bart sabberte, sich hektisch mit seiner dreckigen Hand durch den rosa Stoff hindurch kratzte und unverkennbar stank. »Wo habt ihr den denn von der Straße gekratzt? Wieso hat der diesen rosa Fummel an? Der sieht ja aus wie ne Ballerina.«

»Das ist Jimmy«, sagte Ren. »Hab ich dir doch mal von erzählt. Mein Exfreund.«

»Der dich so verarscht hat? Von der Highschool? Dieser Kinderschänder?«

»Jetzt sei doch nicht so«, sagte Ren. »Ich war damals eigentlich kein Kind mehr. Er hat Fieber.«

»Geh nicht, geh nicht«, sagte Jimmy. »Komm zurück zum Baum!«

»Du nimmst ihn auch noch in Schutz? Nachdem er dich abserviert hat?«

»Ja, stimmt schon, aber jetzt ist er so ne Art Held«, sagte Ren. »Er hat geholfen, Amanda zu retten. Er wäre fast gestorben.«

»Amanda«, sagte Croze. »Ich seh sie nirgends. Wo ist sie?«

»Da drüben«, sagte Ren und zeigte auf die Gruppe Crakerfrauen, die sich um Amanda scharten, sie streichelten und beschnurrten. Sie ließen Ren in ihre Mitte.

»Das ist Amanda?«, sagte Crozier. »Ach du Scheiße. Die sieht ja aus wie …«

»Sag’s nicht«, sagte Ren und drückte Amanda an sich. »Morgen sieht sie bestimmt schon viel besser aus. Oder zumindest nächste Woche.« Amanda begann zu weinen.

»Sie ist weg«, sagte Jimmy. »Weggeflogen. Organschweine.«

»Krass«, sagte Crozier. »Das ist jetzt aber ganz schön schräg.«

»Croze, alles ist ganz schön schräg«, sagte Ren.

»Okay, ja, tut mir leid. Gleich ist Ablöse. Lass uns …«

»Ich glaube, ich sollte jetzt Toby helfen«, sagte Ren. »Genau jetzt.«

»Dann muss ich wohl auf dem Boden schlafen, wenn der Wichser da mein Bett okkupiert«, sagte Croze zu Manatee.

»Werd bitte erwachsen«, sagte Ren.

Eifersuchtsdramen, dachte Toby. Das hat uns gerade noch gefehlt.

Sie trugen Jimmy in Crozes Nische und legten ihn aufs Bett. Toby bat zwei Crakerfrauen und Ren, mit den Taschenlampen aus der Küche auf ihn zu leuchten. Dann holte sie ihre Arzneien aus dem Regal, in dem sie alles verstaut hatte, bevor sie auf die Suche nach Amanda losgezogen war.

Sie tat alles, was sie für Jimmy tun konnte: Sie wusch ihn und entfernte mit einem Schwamm den gröbsten Schmutz; sie trug Honig auf die oberflächlichen Wunden auf; und Pilzelixier auf die Entzündung. Anschließend flößte sie ihm Mohn und Weidenrinde gegen die Schmerzen ein und damit er schlafen konnte. Und die kleinen grauen Maden kamen auf seinen verletzten Fuß, um das infizierte Fleisch wegzuknabbern. Dem Geruch nach zu urteilen hätte sie mit den Maden keinen Moment länger warten dürfen.

»Was ist das?«, fragte eine der beiden Crakerfrauen, die Hochgewachsene. »Warum setzt du Schneemensch-Jimmy diese kleinen Tierchen auf den Fuß? Essen sie ihn auf?«

»Das kitzelt«, sagte Jimmy. Seine Augen waren halb geschlossen; der Mohn tat bereits seine Wirkung.

»Oryx hat sie geschickt«, sagte Toby. Das schien eine gute Antwort zu sein, denn sie lächelten. »Es sind Maden«, fuhr sie fort. »Sie essen die Schmerzen.«

»Wie schmecken die Schmerzen, o Toby?«

»Sollen auch wir die Schmerzen essen?«

»Wenn wir die Schmerzen essen, können wir Schneemensch-Jimmy helfen.«

»Die Schmerzen riechen sehr schlecht. Schmecken sie denn gut?«

Sie sollte Metaphern lieber vermeiden. »Nur den Maden schmecken die Schmerzen«, sagte sie. »Nein, ihr sollt die Schmerzen nicht essen.«

»Wird er wieder gesund?«, fragte Ren besorgt. »Hat er Wundbrand?«

»Ich hoffe nicht«, sagte Toby. Die beiden Crakerfrauen legten ihm die Hände auf und fingen an zu schnurren.

»Sie fällt«, sagte Jimmy. »Schmetterling. Sie ist weg.«

Ren beugte sich über ihn und strich ihm die Haare aus der Stirn. »Schlaf jetzt, Jimmy«, sagte sie. »Wir haben dich lieb.«

LEHMHAUS

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