9,99 €
»Ein spannender, schonungslos offener und sehr lesbarer Bericht - Ohne Zweifel das wichtigste Buch, das seit Jahren zum Thema Gold vorgelegt wurde.« Gold & Money Intelligence Ferdinand Lips war Mitbegründer und langjähriger Direktor der Bank Rothschild in Zürich. 1987 gründete er seine eigene Bank. Kein Zweiter kennt die internationalen Finanzmärkte, aber vor allem den Goldmarkt, besser als er. In diesem Buch erfahren Sie von einem absoluten Insider, warum der Goldmarkt seit über 40 Jahren von einer internationalen Macht- und Finanzelite manipuliert wird und warum ein freier Goldmarkt nicht existiert. Gold ist nicht irgendeine Ware. Gold ist das Barometer, das man beseitigen will. Gold ist Geld! Gold ist sogar mehr als Geld. Zusammen mit seinen ihm zugeschriebenen mystischen Eigenschaften hat es für die Menschheit eine entscheidende Bedeutung. Was Eingeweihte hinter den Kulissen schon lange wissen, enthüllt der Privatbankier hier schonungslos: Warum der globale Zusammenbruch der Weltwirtschaft unmittelbar bevorsteht. Warum Gold das wichtigste Krisenmetall ist. Wo sich das Zentralbankgold der Deutschen tatsächlich befindet und ob überhaupt noch da ist. Wer die Schweiz dazu erpreßte, ihren Goldschatz zu verkaufen. Wer den Goldmarkt manipuliert und warum. Warum Sie zu Ihrem Schutz Gold kaufen sollten.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2017
Das Buch ist zum größten Teil eine Übersetzung des 2002 in den USA erschienenen Werkes Gold Wars. Vieles wurde aktualisiert. Für den deutschen Leser habe ich ein besonderes Kapitel geschrieben, das die Überschrift »Was geschah mit Deutschlands Gold?« trägt.
Das Kapitel über das Schweizer Gold habe ich etwas ergänzt. Zu sagen gibt es hier nichts mehr. Die Schande bleibt. Über Österreichs Gold weiß ich nur so viel, daß die Österreichische Nationalbank seit Jahren Gold verkauft und am 2. April 2002 das Kunststück fertiggebracht hat, zum absoluten Tiefstkurs des Jahres Gold zu veräußern.
Dank gebührt den Übersetzern Andreas Zantop, Berlin, für die Vorarbeiten und dem Studenten Stephan Bogner von der International School of Management, Dortmund, für seine Übersetzung, Ausarbeitung und Computerhilfe sowie seinem Professor Dr. Hans J. Bocker für die wertvollen Ratschläge.
Speziellen Dank verdient Dr. Werner Wüthrich, Zürich, für das Lesen des Manuskriptes sowie für seine wissenschaftlichen Anmerkungen. Ein besonderes Verdienst in Hinblick auf das Buch hat sich mein Bruder Hans Georg Lips, Ciry le Noble (Frankreich), erworben, der alle Übersetzungen mehrmals kritisch überarbeitet und als früherer Bankier zahlreiche textliche und fachliche Vorschläge eingebracht hat.
Wenn man den Goldmarkt seit mehr als drei Jahrzehnten beobachtet und kommentiert hat, ist es unmöglich, Ferdinand Lips nicht zu kennen. In Zürich, wo unter dem Pflaster der Bahnhofstraße die Unzen und Barren internationaler Anleger in sicherer Verwahrung liegen, ist Ferdinand Lips seit langem eine Institution. In den USA, wo das vorliegende Buch zuerst erschienen ist und große Verbreitung gefunden hat, genießt der Autor einen Bekanntheitsgrad wie kaum ein anderer europäischer Goldexperte. Und in Südafrika hat er den Aufstieg von Randgold, einem überaus erfolgreichen Goldproduzenten, als Mitglied des Verwaltungsrates seit Jahren begleitet – vor kurzem übernahm er diese Funktion auch bei Afrikander Lease, einem Newcomer in der südafrikanischen Goldszene.
Dabei ist die Anlagepraxis (und damit hat ein Investment in Goldminengesellschaften schließlich zu tun) nur eine Seite der weitgespannten Interessen von Ferdinand Lips. Er vertritt nicht nur eine originäre Goldphilosophie, er kämpft auch dafür. Er hat immer wieder die politische, gesellschaftliche und moralische Degradierung angeprangert, die von Anfang an mit der Abkehr vom Goldstandard und der Einführung des Papiergeldes einherging. Im deutschsprachigen Raum gab und gibt es keinen konsequenteren Advokaten eines harten und ehrlichen Geldes, das nur mit dem Goldstandard, nie ohne ihn, zu haben ist.
Wir dürfen nicht vergessen, daß Papiergeld ein Kind des Krieges ist. 1914, als Europa in einen schrecklichen Bruderkrieg schlitterte, beschlossen die Regierungen, die Bindung der Währungen an das Gold aufzugeben. Sie wollten Geld drucken können, um den Krieg zu bezahlen. Mit der Goldwährung, dem ersten übernationalen Geld Europas, hätten sie die Feindseligkeiten schon nach wenigen Monaten einstellen müssen. Denn Gold ist bekanntlich nicht beliebig vermehrbar. Später blieben die Politiker beim Papier, um den Sozialstaat und die Wahlversprechungen finanzieren zu können. So kam es, daß selbst die relativ harte Deutsche Mark von 1948 bis zu ihrem Ende Dreiviertel ihres Wertes verlor.
Und doch blieb Gold für weitsichtige Anleger stets die Alternative zu Geldanlagen. Es war immer das Barometer, das auf Kriegsgefahren, Mißwirtschaft, Schuldenmacherei und Geldentwertung sensibel reagierte. Die Regierungen begannen, Gold zu hassen. Sie sahen im Gold eine unbequeme Konkurrenz zu den Zahlungsmitteln, die sie selbst nach ihrem Gutdünken in Umlauf setzten.
Bereits Ende der 1960er Jahre versuchten Regierungen und Notenbanken im damaligen Goldkrieg, den Preis des Metalls durch massive Goldverkäufe künstlich niedrig zu halten. Das gelang ihnen eine Zeitlang, bis dann der Goldpreis in den 1970er Jahren regelrecht explodierte. Wer in Gold und Goldminen investiert hatte, schnitt glänzend ab. Wer auf Aktien und Bonds setzte, verlor.
Geschichte wiederholt sich nicht unbedingt, sie reimt sich aber. In den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zeichnete sich eine neue Goldverschwörung ab: Notenbanken, Goldhandelsbanken, Regierungen und die gesamte Finanzindustrie konspirierten, um einen Goldpreis zu drücken, der eigentlich längst hätte steigen müssen. Denn Jahr für Jahr wurde weltweit mehr Gold nachgefragt als gefördert. Die Notenbanken warfen nicht nur Gold auf den Markt, sie verliehen auch unter dem Mantel der Geheimhaltung einen zunehmenden Teil ihrer Reserven – und Goldkonzerne wie die amerikanische Barrick wurden animiert, mehr Gold zu verkaufen, als sie produzierten. Das sogenannte Hedging kam in Mode – eine Entwicklung, die Ferdinand Lips von Anfang an vehement bekämpft hat.
Wer diese Verschwörung anzettelte und welche Interessen dahinterstanden, ist ein zentrales Thema des Buches, das Sie in Händen halten. Ferdinand Lips ahnte sehr früh, was hinter den Kulissen gespielt wurde – und er wußte auch, daß die Manipulation letzten Endes scheitern mußte. Seine Privatbank, die Bank Lips AG, stiftete einen Währungspreis, der im November 1992 an den amerikanischen Rechtsanwalt Reginald H. Howe verliehen wurde. Ich hielt damals die Laudatio auf Howe – auf denselben Mann, der später seine berühmte Klage gegen Alan Greenspan und die Großbanken einreichte und es wagte, die Drahtzieher bloßzustellen.
Wieder ein paar Jahre später, im November 2001, hielt Lips in Zürich einen vielbeachteten Vortrag auf einem der G&M-Seminare, die ich seit 1980 veranstalte. Lips empfahl den Zuhörern eindringlich, in Gold und Goldminen zu investieren. Das Timing war perfekt, die Goldanlagen haben seitdem hervorragend abgeschnitten – ein klares Indiz dafür, daß die Manipulation des Marktes, wie sie in diesem Buch beschrieben wird, an Wirkung zu verlieren beginnt. Man kann eben die Realität nur für eine gewisse Zeit ausschalten. Es stimmt aber auch, daß die Wende am Goldmarkt ohne den kämpferischen Einsatz und die Aufklärung, die von Lips, Howe, Veneroso, Murphy und anderen geleistet wurde, nicht so schnell möglich gewesen wäre.
Ich wünsche diesem verdienstvollen und wichtigen Buch eine weite Verbreitung – und dem Leser eine gewinnbringende Lektüre. Gewinnbringend auch in dem Sinne, daß erfolgreiches Investieren eine intime Kenntnis des Marktes voraussetzt. Goldanlagen sind immer noch das Investment einer kleinen, intelligenten Minderheit. Dabei ist längst erwiesen, daß Gold als Alternative und Gegengewicht zu Geldanlagen eine unersetzliche Rolle spielt, wenn es darum geht, ein Portfolio zu diversifizieren, zu stabilisieren und abzusichern.
Gold vereint Vorzüge in sich, die kein anderes Investment in dieser Kombination aufweisen kann. Es birgt zwar auch ein Preisrisiko, aber kein Bonitätsrisiko – es kann nie pleite gehen. Es behält langfristig über die Jahrhunderte hinweg seine Kaufkraft. Es überlebt jede Währungsreform. Gold unterliegt keinem Länderrisiko, es ist diskret, mobil, jederzeit und überall handelbar und damit der einzige effiziente Markt für einen homogenen, international akzeptierten Sachwert. Daß Gold nicht zuletzt für den hohen Wert der Freiheit steht, daß es gemünzte Freiheit ist – auch diese tiefere Botschaft vermittelt uns das Buch von Ferdinand Lips.
Bruno Bandulet,Herausgeber GOLD & MONEY INTELLIGENCE,www.bandulet.deBad Kissingen, im Juli 2003
»Es ist das große Verdienst dieses provokativen Buchs von Ferdinand Lips, welches uns verständlich macht, weshalb Gold in der Geschichte der Menschheit immer wieder eine solide Grundlage für wirtschaftliche Stabilität darstellte. Während unsere übermäßig ausgeweitete Globalwirtschaft noch schwierigeren Zeiten entgegen geht, wird das ›Globale Dorf‹ wieder eine unangefochtene wirtschaftliche Basis benötigen, die nicht den Stempel irgendeines bestimmten Landes trägt.
Wie Lips in seinem Buch aufzeigt, kann dies heute nur mit Gold erreicht werden. Gold ist am besten dazu geeignet, wieder Vertrauen in eine angeschlagene Wirtschaft zu geben und diese wieder in der Realität zu verankern. Seit der Antike war Gold für die Menschen das Symbol des höchsten Wertes. Gold, dieses wie die Sonne glänzende gelbe Metall, welches die Qualität des Nichtkorrumpierbaren in sich trägt, ist eine angemessene Metapher für den inneren Kern des Menschen, über den wir uns während unseres Lebens bewußt werden müssen. Dieser Aspekt des Goldes hat uns schon immer fasziniert und inspiriert.
Wie es schon so oft in der Geschichte geschehen ist, werden sich die Menschen und Nationen plötzlich nach einer soliden Grundlage, welche dieses gelbe Metall bietet, zurücksehnen. Dann könnten wir uns – zu unser aller Überraschung – auf dem Weg zurück zu einem soliden Goldstandard befinden.«
Dr. Theodor Abt,Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH), Zürich
»Ich kenne Ferdinand Lips seit 1994 und den stürmischen Tagen der ›Randgold – Revolution‹, die das Gesicht der südafrikanischen Goldminenindustrie verändert hat. Die Gruppe von Männern, die diesen Wandel herbeigeführt haben, waren und sind auch zum größten Teil noch die Archetypen des Begriffs ›Gold Bull‹. Lips glaubt fest daran, daß die Goldwährung die einzige Währung ist, die Politiker nicht drucken oder erschaffen können. Ich habe mein ganzes Leben in Afrika verbracht, und ich habe dieses Konzept schätzen gelernt.
Die Geschichte hat immer wieder bewiesen, daß Gold ein effektives Gegenmittel für überhöhte Risiken darstellt. Als Wissenschaftler auf dem Gebiet der Währungspolitik und entschiedener Befürworter des Goldstandards präsentiert Lips in diesem Buch eine gründlich dokumentierte und leidenschaftliche Analyse der Finanz- und Währungsgeschichte. Dieses Buch kommt zu einem perfekten Zeitpunkt. Nie zuvor war die Zukunft so schwer vorherzusagen. Und nie zuvor war die zivilisierte Welt der Politik, druckausübenden Minderheitengruppen und Fanatikern so ausgeliefert und so anfällig wie heute. Ein größeres Verständnis für die Geschichte könnte uns dabei helfen, in der Zukunft einen sichereren Kurs zu steuern.
›Gold und Freiheit sind untrennbar‹ – dies ist die These von Gold Wars, ein Manuskript, das ich jeder modernen Geschäftsperson heute zur Lektüre empfehle!«
Dr. D. Mark Bristow, Generaldirektor der Randgold Resources Limited, Johannesburg, Südafrika
»In seinem Werk Die Gold-Verschwörung widmet sich Ferdinand Lips dem wohl am meisten diskutierten und am wenigsten verstandenen Thema unserer Zeit: Geld. Ihm gebührt Bewunderung, daß er damit einen wichtigen Beitrag geleistet hat, das Verständnis dieses grundlegenden Themas zu verbessern. Er hat dabei sowohl die Geschichte als auch kürzliche Entwicklungen beleuchtet, bis hin zu seinen persönlichen Erfahrungen als Schweizer Bankier. Seine lange Karriere im Bankwesen verleiht seinem Buch eine entsprechende Vitalität und Klarheit. Er konzentriert sich auf die ausführliche Verwendung von Aussagen und Meinungen anderer Autoren und Bankiers, von welchen viele auch zu seinen Freunden zählen. Im Grunde genommen waren es Menschen, welche den Weg zu einem soliden Geld- und Bankwesen aufzuzeigen versuchten, aber auch auf die verhängnisvollen Fehler hinwiesen, die begangen wurden.
Im Gegensatz dazu läßt er auch andere Führungskräfte aus Finanz und Politik zu Wort kommen, nämlich diejenigen, welche die Währungspolitik bestimmt haben und welche verantwortlich für die ernsthaften Finanzprobleme sind, mit welchen die Welt nun konfrontiert ist. Die Ernsthaftigkeit seiner Bemühungen wird in seiner Schlußfolgerung deutlich: ›Der Goldkrieg ist nichts anderes als ein III. Weltkrieg. Es ist nicht nur ein völlig unnötiger Krieg, sondern auch der zerstörerischste von allen. Er sollte sofort beendet werden.‹ In der Tat ist dies ist eine andere Art von Kriegsstory, faszinierend und stets aktuell. Die Gold-Verschwörung ist eine wertvolle Lektüre.«
Elizabeth Currier, Präsidentin des Committee for Monetary Research and Education (CMRE), Charlotte, North Carolina, USA
»Die Gold-Verschwörung ist ein Muß für jeden, der verstehen möchte, wie das sich entfaltende Debakel der Finanzmärkte entstanden ist. Lips ist ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Rothschild Bank AG, Zürich, und ein schweizerischer Privatbankier mit einer beruflichen Karriere von über 50 Jahren. Seine Erfahrung, seine einmalige Sichtweise und sein Durchblick ermöglichen ihm, die Manipulation des Weltwährungssystems und den Betrug an der schweizerischen Nation zu beschreiben.«
Robert K. Landis, Rechtsanwalt, Golden Sextant Advisors, Weston, Massachusetts, USA
»Die Lektüre Die Gold-Verschwörung ist ein absolutes Muß für jeden, der sich Gedanken über seine finanzielle Zukunft macht. Mit einer Tätigkeit im Bankgeschäft von über 50 Jahren ist der schweizerische Privatbankier Ferdinand Lips als ehemaliges Vorstandsmitglied der Rothschild Bank AG der geeignete Mann, um zu bestätigen, daß dieses Weltfinanzsystem aufgebaut wurde, um weltweit die Ersparnisse einfacher Bürger zum Nutzen einer kleinen Finanzelite zu plündern.«
Dr. Lawrence Parks, Direktor der Foundation for the Advancement of Monetary Education (FAME), New York
»Jahrhundertelang war Gold der Grundstein für Regierungen und Währungen. Der Wohlstand der Länder und Menschen wurde in Gold gemessen. Der Westen der Vereinigten Staaten von Amerika, Südafrika und große Teile Australiens, um nur einige Beispiele zu nennen, führen sowohl ihre Entwicklung als auch ihren Wohlstand auf die Entdeckung und den Abbau von Gold zurück.
Heutzutage möchten uns viele Finanziers zum Glauben verleiten, Gold wäre nur noch eine Handelsware wie jede andere und hätte keine Bedeutung mehr als Wertaufbewahrungsmittel. Ferdinand Lips zeigt in seinem treffend betitelten Buch Die Gold-Verschwörung, daß dieses Konzept nicht nur ein Trugschluß, sondern auch ein gefährlicher obendrein ist.
Nationen wurden und werden auf dem Fundament der Goldminenindustrie aufgebaut, wobei bestimmte internationale und staatliche Behörden versuchen, Gold und seinen Preis zu ihrem eigenen Nutzen zu kontrollieren. Die Gold-Verschwörung erklärt, warum diese Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt sein sollten und wie die Konsequenzen aussehen werden, falls doch. Dieses Buch ist erforderlich für jeden, der an einem stabilen Währungssystem interessiert ist.«
Dr. Aubrey L. Paverd, Geologe, Victoria, Australien
»Man sollte das Wort ›außergewöhnlich‹ mit Vorsicht benutzen. Und das ist genau das, was dieses Buch ist. Es wird ein Klassiker. Es ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem – nicht nur für und über Gold, sondern auch über die Gesellschaft und welche Hoffnung auf Stabilität und Freiheit uns noch bleibt. Letztendlich werden Sie verstehen, was der Goldstandard wirklich war. Und warum Politiker dem Gold den Krieg ansagen. Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie das Thema Gold und die menschliche Natur besser verstehen. Lips läßt die Geschichte des Goldes lebendig werden und wird Sie in begeisternder Weise auffordern, sich ihm in diesem Kampf um Freiheit, freie Märkte und sozialen Frieden anzuschließen. Sie werden 50 Exemplare dieses Buches haben wollen, um sie an Ihre besten Freunde zu verschenken sowie an die Presse und Politiker weiterzureichen.«
Chevalier Harry D. Schultz, International Harry Schultz Letter, Monte Carlo
»Das neue Buch von Ferdinand Lips konnte wohl zu keinem günstigeren Zeitpunkt erscheinen. Trotz massiver preisdrückender Manipulationen sind Markt und Preisgefüge nach langer Durststrecke endlich in Bewegung geraten. Im Jahre 2002 verloren sowohl Aktienkurse als auch Fonds weltweit erneut auf breiter Front, während es für Goldpreis, Goldaktien und Goldfonds nur eine Richtung zu geben schien: Nach oben! Die Investorengemeinschaft beginnt in ersten Anfängen zu begreifen, daß Gold als Anlage und als von den Medien totgesagtes ›barbarisches Relikt‹ nicht nur hochinteressant ist, sondern für den längst überfälligen Gesundungsprozeß der Währungs- und Finanzsysteme die wohl einzige Lösung darstellt. Das Buch ist wie eine hochkarätige Goldaktie, zu der die Empfehlung des Spitzenanalysten nur lauten kann: ›Strong Buy‹«!
Dr. Hans J. Bocker, Professor, International School of Management, Dortmund, Deutschland (»Gold-Dossier«)
»Ferdinand Lips’ Buch Die Gold-Verschwörung ist die professionellste und maßgebende Analyse des Wirtschaftskrieges, der heute gegen die Menschheit geführt wird. Ich bin der Ansicht, daß dieses Buch jeden, sei es den ernsthaften Investor oder den Geschichtsstudenten – vor allem der Finanzgeschichte –, reich belohnen wird.«
James E. Ewart, Autor des Buches Money, Principia Publishing Inc., Seattle, Washington (USA)
»In seinem Buch Die Gold-Verschwörung wiederholt Lips immer wieder in eindrücklichen Bildern, daß die Finanzwelt aus den Fugen geraten ist. Mit seinem Buch zeigt er einen Weg auf und gibt auch Empfehlungen ab, wie die ›verrückten‹ Zustände in der Finanzwelt nachhaltig verbessert werden könnten: sich besinnen auf die menschliche Natur und auf das, was sich in der Kulturgeschichte der Menschheit als zuverlässigstes und sicherstes Geldsystem herausgebildet hat – nämlich das Gold als Geld.«
Dr. rer. publ. Werner Wüthrich, Zürich
Ferdinand Lips wurde 1931 in der Schweiz geboren und ist eine fest etablierte und respektierte Autorität auf dem Gebiet des Goldes und des Goldmarktes. Seine Wurzeln finden sich im Bankwesen, wo er seine Karriere begann. Er war seit der Gründung im Jahre 1968 Vorstandsmitglied der Rothschild Bank AG in Zürich.
Im Jahre 1989 eröffnete er seine eigene Bank, die Bank Lips AG, ebenfalls in Zürich. 1998 zog er sich aus dem aktiven Berufsleben zurück, als er seine Anteile an der Bank verkaufte. Lips ist nicht jemand, der untätig herumsitzt. Er ist heute weiterhin sehr aktiv im Banken- und Finanzwesen sowie in der Goldminenindustrie. Er ist Aufsichtsrat mehrerer Unternehmen, unter anderem auch afrikanischer Goldminengesellschaften. Ferner gehört er der Foundation for the Advancement of Monetary Education (FAME) in New York an, einer Organisation, welche sich die Reform des Weltwährungssystems zum Ziel gesetzt hat.
Lips hatte zuvor bereits zwei Bücher geschrieben: Das Buch der Geldanlage (1981), die spanische Ausgabe Las Inversiones, und Geld, Gold und die Wahrheit (1991). Gold Wars (2002) ist sein drittes Buch, und er bringt darin seine Ansichten zum Thema Gold, dem Goldstandard und dem Gold-Devisen-Standard zum Ausdruck wie auch die verschiedenen Versuche, Gold zu manipulieren, um es schließlich beiseite zu drängen. Die Gold-Verschwörung ist die Übersetzung von Gold Wars, sie wurde aktualisiert und für den deutschen Leser ergänzt.
Als Schweizer widmet er einen wichtigen Teil seines Buchs den Ereignissen, die zu einem teilweisen, jedoch beträchtlichen Verkauf schweizerischer Goldreserven führten.
Seine Freizeit verbringt Ferdinand Lips gern mit seinen beiden Töchtern und dem Studium von Geschichte, Architektur und Philosophie. Lips ist ein überzeugter Anhänger des Goldstandards und lebt in der Nähe von Zürich.
Die folgenden Personen hatten den größten Einfluß auf die Entstehung, den Inhalt und die Philosophie dieses Buchs.
Dr. D. Mark Bristow, Generaldirektor der Randgold Resources Ltd. Als Geologe war Mark Bristow am Aufbau und der Entwicklung von Randgold Resources von einer Goldexplorations- zu einer integrierten Goldproduktionsgesellschaft beteiligt. Er spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des Goldbergbaus in Westafrika, vor allem in Mali. Er brachte mir alles bei, was ich heute über den Goldabbau weiß, und gab mir ein fundamentales Verständnis und die Erkenntnis der Wichtigkeit des Bergbaus für den Wohlstand der afrikanischen Länder, welche reiche Goldvorkommen besitzen.
Elizabeth B. Currier, Präsidentin des Committee for Monetary Research and Education (CMRE), Charlotte, North Carolina, USA. Frau Currier hat den größten Verdienst daran, mich mit vielen Menschen, die ich hier erwähne, in Kontakt gebracht zu haben. Ihr Lebenswerk ist das CMRE. Das CMRE organisiert Konferenzen und hat über die Jahre über 50 Monographien mit wissenschaftlichen Abhandlungen über Geld und Wirtschaft von einigen der brillantesten Köpfe in der Wirtschaft und Wissenschaft veröffentlicht. Diese Publikationen haben mir ein besseres Verständnis der Themen Geld und Wirtschaft gegeben.
Oberst E. C. Harwood ist der Gründer des American Institute for Economic Research (AIER), Great Barrington, Massachusetts, USA. Ich traf ihn erstmals Ende der 1960er Jahre. Er brachte mir die wesentlichen Grundzüge des Entstehens der Inflation, die Gefahren der Keynes-Revolution und des Sozialismus bei. Seine verschiedenen Schriften und besonders ein Artikel im Economic Education Bulletin (»Keynes vs. Harwood: A Contribution to Current Debate« von Jagdish Mehra, Vol. XXV, Nr. 11, November 1985), sind wichtiger Bestandteil meiner Wirtschaftsbibliothek. Am 21. Januar 1980 schrieb Robert M. Bleiberg in einem Leitartikel für Barron’s, wie die SEC (Securities and Exchange Commission, U.S.-Wertpapier- und Aufsichtsbehörde) Oberst Harwood beschuldigte, gegen die U.S.-Wertpapiergesetze verstoßen zu haben. Dadurch versuchte die SEC einen Gerichtsbeschluß zu erwirken, um die Anlagen seiner Klienten zu liquidieren. Es war bekannt, daß Oberst Harwood seinen Gefolgsleuten damals empfahl, Papiergeld zu meiden und ihre Ersparnisse statt dessen in Gold und Goldminen anzulegen. Ohne den Anklagepunkten zuzustimmen oder sie zu dementieren, unterschrieb Oberst Harwood im August 1976 eine Einwilligungserklärung, die ihn effektiv aus dem Anlagegeschäft ausschloß, aber gleichzeitig die Anleger um das beraubte, was wir heute als inspirierte Vermögensverwaltung bezeichnen würden.
John Exter, ehemaliger Zentralbankier bei der Federal Reserve Bank of New York und Bankier bei der First National City Bank. In seinen früheren Jahren als Leiter der Abteilung Fernost der Federal Reserve tätig, diente er als Berater der Finanzminister von Philippinen und Ceylon. 1950 wurde er der erste Gouverneur der neu organisierten Zentralbank von Ceylon (heute Sri Lanka). Er berichtete mir über seine aus erster Hand gemachten Erfahrungen mit der wirtschaftlichen Situation der 1930er Krisenjahre. Dabei lernte ich von ihm eine Menge über den zerstörerischen Einfluß der Verschuldung. Er erschuf das Wirtschaftsmodell der »umgekehrten Pyramide«, in welcher Gold die höchste Form der Liquidität ist.
Joseph J. Cacciotti, Philosoph und Börsenmakler. Teilhaber der Brokerfirma Ingalls & Snyder LLC, New York. Für viele seit mehr als 30 Jahren eine Quelle des Wissens über Börse, Zyklen und monetäre Situationen wie kein zweiter. Als großer Freund der Schweiz glaubt er, daß die schweizerische Regierung und die Schweizerische Nationalbank (SNB) kein Recht haben, schweizerisches Gold zu veräußern, ohne den Schweizer Bürgerinnen und Bürgern die Wahrheit zu sagen. Die Aktivitäten bestimmter Großbanken, der Zentralbank und inkompetenter Politiker werden zu einer Schwächung des Schweizer Franken führen, so daß die Reputation der Schweiz als Vorkämpferin der Freiheit und Unabhängigkeit schweren Schaden erleidet und sie letztendlich in die Bedeutungslosigkeit, ja vielleicht in Armut absinken wird.
Dr. Theodor Abt, Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH), Gründungsmitglied des Forschungs- und Ausbildungszentrums für Tiefenpsychologie (nach Carl Gustav Jung und Marie-Louise von Franz). Seine Lehren und Diskussionen überzeugten mich noch mehr von der Unveränderlichkeit der menschlichen Natur und der edelsten Aufgabe, vor die sich der Mensch durch alle Zeitalter hindurch gestellt sah: sich selbst zu erkennen und zu entwickeln, womit er zu einer menschlicheren Welt beiträgt. Wir müssen uns wieder den zeitlosen Werten von Religion und Natur zuwenden.
James E. Ewart, Seattle, Washington, USA, Chefredakteur des Zenger News Service. In seinem Buch Money äußert er die Ansicht, daß in Ermangelung des klassischen Goldstandards das heutige Bankensystem durch den Prozeß der Giralgeldschöpfung (Fractional Reserve Banking) vielleicht nichts weiter als wirtschaftlicher Hokuspokus sei. Banken- und Politik-Insider benutzen es, um Inflation herbeizuführen und dadurch auf subtile Weise allen anderen Menschen Milliarden von Dollar aus den Taschen zu ziehen. Heutzutage hat der U.S.-Dollar weder Gold- noch Silberdeckung. Ich teile seine Meinung, daß unser heutiges Papiergeldsystem das vielleicht größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte ist.
Professor Antal E. Fekete, Memorial Universität von Neufundland, St. John’s, Kanada. Gewinner der Auszeichnung »International Currency Prize« der Bank Lips AG, Zürich, im Jahre 1996, verliehen für sein Exposé »Whither Gold« (Was nun mit Gold?). Seine profunden und aktuellen Studien über die gegenwärtigen Währungsverhältnisse, die geschichtlichen Hintergründe zur Demonetisierung des Silbers, des Bimetallismus, der Zukunft des Papiergeldes ohne Deckung, des Goldes und der Zinsen, sowie seine Vorschläge zur Verbesserung der Absicherungspolitik (Hedging) für die Goldminenindustrie waren beim Verfassen dieses Buchs von unschätzbarem Wert.
Reginald H. Howe, Belmont, Maryland, USA, Rechtsanwalt und Finanzexperte. Gewinner der Auszeichnung »International Currency Prize« der Bank Lips AG, Zürich, im Jahre 1992, verliehen für seine Studie mit dem Titel »The Golden Sextant«. Seine Website (www.goldensextant.com) ist hochklassiger Anschauungsunterricht über die Mängel des heutigen, destruktiven Finanzsystems. Mr. Howe gebührt das große Verdienst, viel Licht auf die Gefahr der Gold-Derivate für das weltweite Bankensystem zu werfen. Die Öffentlichkeit hat ihm für seine Klage gegen die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) in Basel, Schweiz, sowie gegen die Elite des Bankwesens zu danken, indem er deren konspirative Umtriebe mittels Manipulation des Goldpreises und Ausschaltung des Goldes als Krisenbarometer angeprangert hat.
R. Brett Kebble, Rechtsanwalt und Generaldirektor der Western Areas Ltd., Johannesburg, und Direktor mehrerer anderer südafrikanischer Goldminengesellschaften. Ohne Mr. Kebble und den Auftrag der Western Areas Ltd., eine vergleichende Studie über den Goldmarkt in den 1970er und 1990er Jahren zu verfassen, wäre das vorliegende Buch nicht entstanden. Brett Kebble ist eine der wenigen Führungskräfte in der Goldminenindustrie, welche die Bedeutung von Gold als Geld verstehen. Seine Unterstützung und Ermutigung, dieses Werk fertigzustellen, waren besonders wertvoll.
Roger A. R. Kebble, Vorstandsvorsitzender der Randgold-Gruppe, Johannesburg. Roger Kebble organisierte die Aktionärsrevolte, welche 1994 die müde hierarchische Struktur von Rand Mines Ltd. zum Einsturz brachte. An ihre Stelle setzte er eine radikal modernisierte Gesellschaftsstruktur, welche die gesamte südafrikanische Goldminenindustrie revolutionieren sollte. Mit seiner unbändigen Energie rettete und verlängerte er erfolgreich das Leben einiger schon todgeweihter südafrikanischer Goldminen. Trotz des niedrigen Goldpreises gelang es ihm, diese zu ertragreichen Unternehmen neu zu strukturieren und in der Folge Tausende von Arbeitsplätzen zu retten. Er war die treibende Kraft hinter der Entwicklung von Randgold Resources in West-Afrika, welche er von einer reinen Explorationsgesellschaft zu einem integrierten Goldminenunternehmen von Weltklasse aufbaute. Im Jahre 2000 beteiligte sich der Goldriese AngloGold an Randgolds Morila-Mine in Mali. Nachdem ich mich aus dem Bankgeschäft zurückgezogen hatte, ermutigte mich Roger Kebble, meine Interessen am Minengeschäft als Aufsichtsrat weiter zu behalten. Er gab mir wertvolle moralische Unterstützung beim Verfassen dieses Buchs. Wie sein Sohn Brett versteht auch Vater Roger Gold als Geld.
Dr. Lawrence M. Parks, Autor des Buchs What does Mr. Greenspan really think? und Direktor der Foundation for the Advancement of Monetary Education (FAME), New York. FAME ist eine Stiftung, die sich mit Schriften und Publikationen für eine Reform des Weltwährungssystems einsetzt, welches auf ehrlichen Maßen und Gewichten beruht. Dr. Parks ist ein unentwegter Mahner vor den wirtschaftlichen Gefahren, welche unser gegenwärtiges System mit sich bringt, das er als unser »Fraudulent Monetary System« (Betrügerisches Finanzsystem) bezeichnet. Sein profundes Wissen prägte ihn zu einem seriösen und ehrlichen Berater, aber auch zu einem ausgezeichneten und kritischen Herausgeber von Gold Wars.
Nicht zuletzt möchte ich auch noch Thomas Hofmänner, Rapperswil, Schweiz, erwähnen, der mit seinen wertvollen Beiträgen eine hervorragende Ergänzung des Herausgebers darstellte. Er unterstützte mich ausgiebig, insbesondere, was im Falle der englischsprachigen Ausgabe Gold Wars mein Englisch anbetraf (das nicht meine Muttersprache ist). Im Hinblick auf die in diese Werk zitierten Quellen übte er strikteste Disziplin. Mit seiner reichhaltigen kulturellen Bildung und seinem ausgezeichneten Sinn für Humor hat er ein gutes Licht auf Gold Wars geworfen. Sein guter Geist half mir, in den schwierigen Monaten vor der Fertigstellung des Anfang 2002 erschienenen Buchs nicht aufzugeben. Besonderer Dank geht auch an Vincent LoCascio, den Autor des Buchs Special Privilege: How the Monetary Elite Benefit at Your Expense (Besonderes Privileg: Wie sich die Finanzelite auf Ihre Kosten bereichert), sowie an Richard Esposito für die endgültige Überarbeitung des fertigen Manuskripts.
Den größten Einfluß auf mein Denken hatte jedoch der deutsche Ökonom Wilhelm Röpke. Ich traf ihn nur einmal, doch seine Bücher haben in meiner Lebensphilosophie den größten Einfluß hinterlassen. Zusammen mit Ludwig Erhard und Walter Eucken gehörte er zu den Vätern des deutschen Wirtschaftswunders. Für diese Denker ist die Wirtschaft ein Gebilde, welches harmonisierend mit der Geschichte des Menschen und seiner Beziehung zu Gott und Natur verbunden ist. Nachdem der Goldstandard aufgegeben wurde, war Röpke der Überzeugung, daß, wenn man der inflationären Politik seitens der Regierungen und herrschenden Klassen nicht Einhalt gebietet, dies schließlich zum Verlust der Freiheit für alle, außer einigen wenigen, führen wird.
Eine Gold-Verschwörung ist ein Angriff der Regierung auf die einem Individuum gemäß Verfassung zustehenden Freiheiten. Warum greifen Regierungen auf Gold-Verschwörungen zurück? Manchmal wollen sie Kriege führen, ohne dabei die Steuern erhöhen zu müssen; zu anderen Zeiten wollen sie dies über ein sogenanntes »social engineering« (gesellschaftliches Arrangement des Wohlfahrtsstaates) mittels Umverteilung von Einkommen bewerkstelligen. Doch immer gibt es einen gemeinsamen Nenner: Die Regierungen haben Gold als das einzige Hindernis gegen ihre Versuche erkannt, einen Turm zu Babel nicht einlösbarer Schulden aufzubauen.
Dieses Buch ist viel mehr als lediglich eine Chronik der Goldkriege. Es ist außerdem ein Bericht über den historischen Fehlschlag des »Esperanto-Geldes«. Vor über 100 Jahren erschuf ein polnischer Arzt mit dem Namen Ludovik Lazarus Zamenhof (1859–1917) eine synthetische Sprache in der Hoffnung, mit dieser Einheitssprache den auf der Menschheit lastenden Fluch von Babel aufheben zu können. In der Bibel steht, daß der Mensch zu jener Zeit so eingebildet war, daß er Gott herausforderte, indem er einen Turm bauen wollte, der bis in den Himmel reicht. Gott strafte diese Frechheit mit der Sprachverwirrung der Menschen und Nationen. Da die Menschen nun nicht mehr in der Lage waren, miteinander zu kommunizieren, konnte der Turm nicht beendet werden. Zamenhof nannte seine neue Sprache »Esperanto«, was »die Hoffnungsvolle« bedeutet. Diese Hoffnung war jedoch vergeblich, weil daneben andere künstliche Sprachen wie z. B. »Ido« entstanden. Die Verwirrung der Sprachen und der Fluch von Babel sind also geblieben.
Ungedeckte Währungen als »Esperanto-Geld« zu bezeichnen, ist passend. Die biblische Geschichte könnte sinnbildlich als eine Warnung angesehen werden, Gott nicht herauszufordern, indem man versucht, einen ungedeckten Schuldenturm zu erbauen, der bis in den Himmel reicht. Doch die Ermahnung stößt auf taube Ohren. Nun ist Gottes Zorn über uns gekommen. Aber dieses Mal wurden nicht die Sprachen, sondern die Währungen der Nationen verwirrt. Der Turm kann niemals zu Ende gebaut werden, da die Währungen nicht miteinander in Einklang gebracht werden können. Die Hoffnung, mit dem Esperanto-Geld den biblischen Fluch aufzuheben, ist vergebens. Andere synthetische Währungen entstehen, wie beispielweise die SZR (Sonderziehungsrechte, 1969 geschaffenes zusätzliches Reservemedium des Weltwährungssystems), der Euro und so weiter. Die Verwirrung der Währungen und der Fluch von Babel bestehen weiter.
Der Besitz von Gold hat nichts mit Gier zu tun: Es geht um die Freiheit des Einzelnen. Der Goldstandard ist kein »Spiel«: er ist die Verkörperung des zeitlosen Prinzips pacta sunt servanda (Versprechen sind dazu da, gehalten zu werden). Der offizielle Haß aufs Gold, welcher schon ans Neurotische grenzt, erscheint weniger irrational, wenn wir bedenken, daß Gold, und nur Gold allein, imstande ist, die stets vorhandene Täuschungsabsicht hinter den Versprechungen der Regierungsstellen zu entlarven.
Die Amerikaner, nachdem sie im Jahre 1971 ihrer internationalen Goldeinlösungsverpflichtung nicht mehr nachkamen, setzten andere Länder unter großen Druck, das Gold ebenfalls öffentlich anzuprangern. Diese Geschichte erinnert an die Fabel von Äsop über den Wolf, der seinen Schwanz in einer Falle verlor. Da er sich unwohl fühlte, so anders auszusehen als seine Rudelfreunde, versuchte er seine Artgenossen zu überreden, sich dieses hinderlichen und nutzlosen Relikts ebenfalls zu entkleiden. Doch ein weiser alter Wolf machte ihm klar, daß sein Vorschlag besser angekommen wäre, wenn er diesen vor seiner schicksalhaften Begegnung mit der Falle gemacht hätte. Die Schweiz war das einzige Land, das die Politik vertrat, daß die amerikanische Forderung an andere Länder, sich der »überflüssigen« Goldreserven zu entledigen, aufrichtiger gewesen wäre, wenn sie vor der »Abdankung« des Dollars im Jahre 1971 gemacht worden wäre. Diese Geschichte jedoch hatte kein Happy-End: Die Schweiz mußte deshalb gedemütigt werden, weil sie die Frechheit besaß, eine dem Dollar überlegene Währung zu führen.
Lips hat ein wundervolles Buch für den kritischen Leser geschrieben, der die Herausforderung von Gottes Autorität besser verstehen möchte, welche mit der Errichtung des Turms der nicht einlösbaren Schulden zusammenhängt.
Antal E. Fekete, emeritierter Professor der Memorial Universität von Neufundland, St. John’s, Kanada, und beratender Professor der Sapienta Universität, Csikszereda, Rumänien.
»Gold ist ein lebender Gott.« 1› Hinweis
P. B. Shelley
ist das ägyptische Symbol für die Sonne und für Gold. Es ist gleichzeitig auch das Symbol für das Auge. Ohne die Sonne und ohne das Auge kann der Mensch nicht leben.
Seit Beginn der aufgezeichneten Geschichte vor etwa 6000 Jahren übte das Gold auf den Menschen einen tiefprägenden, nachhaltigen Einfluß aus. Gold war und ist immer noch das Symbol für Wohlstand, Macht, Schönheit und Prestige. Es war schon immer fest im Bewußtsein der Menschen verwurzelt. Die Geschichte zeigt: Immer wenn die Akzeptanz und die Verwendung des Goldes in einer Kultur und Gesellschaft als hoch eingestuft wurde, herrschte nicht nur Vollbeschäftigung, sondern auch noch Wohlstand, kultureller Fortschritt und politische Stabilität. Doch was am allerwichtigsten ist: Gold war nicht nur unentbehrlich für Wohlstand und Kultur, sondern auch für persönliche und politische Freiheit der Menschen.
»Gold ist der Maßstab aller großen Zivilisationen.« 2› Hinweis
Vor 35 Jahren erklärte uns der Vorsitzende der U.S.-Notenbank (Federal Reserve System) Alan Greenspan in seinem prägnantem Aufsatz »Gold and Economic Freedom« (Gold und wirtschaftliche Freiheit) den Sachverhalt:
»Gold und wirtschaftliche Freiheit sind untrennbar. Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Konfiszierung durch Inflation zu schützen. Gold steht symbolisch als Beschützer der Eigentumsrechte. Es ist gerade die Politik des Wohlfahrtsstaates, dem Eigentümer von Vermögen keine Chance zu geben, sich zu schützen. Das ist das schäbige Geheimnis, das hinter den Tiraden der Anhänger des Wohlfahrtsstaates steckt, wenn gegen Gold argumentiert wird. Die Staatsschulden sind nur ein anderes Wort für die ›heimliche‹ Konfiszierung von Vermögen. Das Gold steht all dem im Wege und ist allein der Garant des Eigentums und der Eigentumsrechte.« 3› Hinweis
J. S. Morill in einer Rede vor dem U.S.-Senat am 28. Januar 1878:
»So wie die Freiheit bleibt Gold nie lange dort, wo es nicht geschätzt wird.« 4› Hinweis
Tief unten im Keller einer Villa im Zürcher Seefeld-Quartier befinden sich ein Dutzend alter Kupferstiche, die eine der erstaunlichsten Episoden aller Zeiten wiedergeben: Die Börsenspekulationshysterie, verursacht durch den schottischen Abenteurer und Mathematiker John Law. Nach dem Tode des französischen Königs Ludwig XIV. führte Law im Auftrage des Prinzregenten eine neue Währung ein, welche durch Grundbesitz gedeckt werden sollte. Er versuchte damit die darniederliegende Wirtschaft und die vor Hunger darbende Bevölkerung zu retten, allerdings vergeblich, wie sich später erweisen sollte. Diese alten Kupferstiche sind Illustrationen des Tanzes um das goldene Kalb und der Rue Quincampoix, der Pariser »Wall Street« des 18. Jahrhunderts – dem Ort, wo die Idee zu unserem heutigen Papiergeld-Experiment geboren wurde.
Die Stiche befanden sich allerdings nicht immer im Keller. Ich hatte sie in einem alten holländischen Geschichtsbuch über John Law entdeckt. Ich war von der Kunst so fasziniert, daß ich einige herausnahm und sie restaurieren ließ. Mit neuer Einrahmung wurden sie an die Wände meines Bankhauses gehängt – als anschauliche Mahnung an die Angestellten und Kunden, was passieren kann, wenn man bestimmte Standards fallen und in Vergessenheit geraten läßt.
Das Seefeld-Quartier in Zürich, nicht weit von den Ufern des schönen Zürichsees entfernt, ist einer der lebendigsten Orte der Stadt. Auf der einen Seite grenzt es an den Bellevue-Platz mit dem Opernhaus und dem weltberühmten Restaurant Kronenhalle. Auf der anderen Seite ist der Tiefenbrunnen und seine alte Mühle, welche in ein pulsierendes Zentrum mit stilvollen Bars, Restaurants, Weinläden, Theatern, Clubs, Modellagenturen, Softwarefirmen, Gesundheitszentren und Boutiquen umgewandelt wurde. Es gibt auch Geschäfte mit Artikeln für die täglichen Bedürfnisse einer arbeitenden Bevölkerung, welche in dieser Gegend im allgemeinen in bescheidenen Wohnungen lebt. Mit der Straßenbahn braucht man nur wenige Minuten, um von Zürichs Finanzzentrum in das Seefeld-Quartier zu gelangen. Alle Arten von Restaurants, Schulen, Arztpraxen, Autohändlern, Bürogebäuden und natürlich auch Privatbanken vervollständigen das bunte Bild dieses Quartiers.
Früher gab es hier noch keine Privatbanken, dafür aber die obligatorischen Zweigstellen der Großbanken und der Kantonalbank. Ab 1989 öffneten eine Reihe von Privatbanken, zum Teil mit prominenten Namen, ihre Büros in den schönen »Fin de Siècle«-Villen aus dem 19. Jahrhundert. Da diese großen Häuser infolge Mangel an Personal von immer mehr Familien nicht mehr aufrechterhalten werden konnten, standen einige dieser Villen zeitweise sogar leer und waren dem schrittweisen Verfall ausgesetzt. Eines dieser Häuser sollte das erste Hauptquartier meiner Privatbank werden. Radikale Hausbesetzer hatten das Haus bezogen, bis die Eigentümer beschlossen, es zu renovieren und zu vermieten. Als ich meine Büros ins Seefeld-Quartier verlegte, hatte ich, ohne mir dessen bewußt zu sein, ein neues Finanzzentrum geschaffen. Andere sollten später meiner Initiative folgen.
Mein zweites Büro im Seefeld befand sich in einer anderen, sehr attraktiven größeren Villa direkt nebenan und war umgeben von einem wunderschönen Park. Die Geschichte um dieses Haus ist sehr traurig. Die Familie, welche diese Villa einst ihr Heim nannte, war nämlich auf der einzigen Reise der Titanic auf tragische Weise ums Leben gekommen. Einige Jahre lang nutzte eine Ölhandelsgesellschaft das Haus für ihre Büros. Als ich mich für das Anwesen interessierte, stand es bereits seit einiger Zeit leer. Als ich das Haus einrichtete, hing ich Kupferstiche mit dem John-Law-Fiasko an die Wände.
Doch warum sind diese Stiche heute verschwunden? Womöglich liegen diese Kunstwerke auch noch im Keller, wo sich allmählich Staub auf sie legt? Als ich mich vom Geschäft zurückzog und die Bank verkaufte, müssen meine Nachfolger gedacht haben, daß diese antiken Stiche ihren modernen Marketing-Bemühungen hinderlich sein könnten. Mir scheint es, als ob die verborgenen, aber auch offensichtlichen Geschichtslektionen, die in diesen alten Zeitdokumenten enthalten sind, in den Wind geschlagen wurden. Doch wir Menschen sind gut beraten, wenn wir auf die Warnungen hören, welche die Erfahrungen der Geschichte von Jahrhunderten für uns offenbaren. Wenn wir dies versäumen, müssen wir erneut von fatalen Zusammenbrüchen lernen. Mit den neuen Märkten, die überall auf der Welt entstehen, sind solche historischen Zeitdokumente eine zeitlose und notwendige Warnung an uns alle, sei es, man wolle die Botschaft nicht hören, oder weil sie im Widerspruch zur eigenen Tagesordnung steht.
Daniel Defoe sagte über John Law, daß er »das Geld fließen ließ wie das Wasser in der Seine«. 5› Hinweis Die Folgen und Konsequenzen von Laws Aktivitäten waren lediglich auf Frankreich beschränkt. Man sagt, daß Frankreich sich bis zum heutigen Tag nie ganz vom finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Ruin der John-Law-Episode erholt hat. Die aktuellen Ereignisse auf den globalisierten Finanzmärkten werden jedoch weltweite Auswirkungen haben und uns alle betreffen. Das Studium der Geschichte, insbesondere der Geschichte des Geldes, ist ein Thema, welches vernachlässigt und unterschätzt wird. Wir müssen vergangene Erfahrungen respektieren und akzeptieren. Wenn wir dies nicht tun, sind wir dazu verdammt, Fehler zu wiederholen. Dann wird sich nicht nur Staub auf unsere Ära setzen, sondern es wird sich alles in Staub verwandeln.
Die Idee zu diesem Buch entstand im Sommer des Jahres 1999, als Brett Kebble, Vorstandsvorsitzender der Western Areas Ltd., Südafrika – der wohl reichsten Goldmine der Welt –, mich bat, eine vergleichende Studie über die Goldmärkte der 1970er und 1990er Jahre zu verfassen. Er meinte damals, daß dies unter den gegenwärtigen Marktumständen sehr nützlich wäre, da die meisten Leute eine völlig falsche Vorstellung von Gold und den Goldmärkten hätten. Den ersten Entwurf meiner Studie lieferte ich ihm im Oktober 1999. Schon damals beinhaltete sie geschichtliche Hintergründe. Schließlich kamen wir zu dem Schluß, daß es schade wäre, eine Studie nur über diese beiden Jahrzehnte anzufertigen, denn die Ereignisse, die für den Goldmarkt der 1970er und 1990er Jahre charakteristisch waren, hatten ja ihre Ursprünge in viel früheren Zeiten.
Heute sind die meisten Führungskräfte der Goldminenindustrie, die Bankiers und Investoren in ihren Vierzigern, wenn nicht sogar Dreißigern. Selten ist einer darunter, der über die Geschichte des Goldstandards Bescheid weiß. Und wenn sie davon gehört hatten, dann höchstens, daß er sich nicht bewährt habe, oder daß es nicht genug Gold gibt, damit der Goldstandard überhaupt funktioniert. Ganze Heerscharen von Professoren, Studenten und Politikern glauben seit bald 100 Jahren an die sich als tragisch erweisenden Theorien und Meinungen von John M. Keynes, der verkündete, daß der Goldstandard ein »barbarisches Relikt« sei. Es gibt wahrscheinlich heute keine einzige Universität auf der Welt, die einen Lehrstuhl für Währungsgeschichte hat. Wie soll also irgendeiner etwas davon verstehen?
Heute sind die entscheidenden Politiker nominell für unser Geld verantwortlich. Nach einem Jahrhundert der Hyper-Inflationen gibt es nur eine einzige Schlußfolgerung: Diese verantwortlichen Leute haben eindeutig schlechte Arbeit geleistet. Sie haben kläglich versagt. Leider ist keine Lösung in Sicht, daß wir Geld bekommen, dessen Kaufkraft stabil ist und über lange Zeit auch stabil bleibt. In der heutigen Welt, in der die Börse zum neuen Werkzeug der Konjunktursteuerung geworden ist, sind wir nicht weit von der Ära des John Law entfernt. Das John-Law-Experiment auf einer weltweiten Basis ist jedoch eine schlechte Voraussetzung für die Zukunft der Weltwirtschaft und unsere menschliche Gesellschaft als Ganzes.
Das einzige, was wir von der heute herrschenden politischen Klasse erwarten können, ist Flickwerk. Deshalb möchte ich die jungen Menschen auffordern, »Archäologie« des Geldes zu betreiben und seine Geschichte zu studieren. Die gegenwärtige Situation von einem »Ende der Geschichte« soll zu einem »Beginn der Geschichte« werden. Wir alle wissen: Ohne Kenntnis der Geschichte kann man auch die Zukunft nicht gut meistern. Die einzige Hoffnung, die uns jetzt noch bleibt, ist die junge Generation. Leider bestehen kaum Chancen, daß jemand aus der älteren Generation ihr aus dem gegenwärtigen Geldmorast heraushilft und die Welt vom Abgrund wegführt.
Ich möchte die Führungskräfte der Goldminengesellschaften auf der ganzen Welt auffordern, dasselbe zu tun. Machen Sie sich vertraut mit der Geschichte des wertvollsten Rohstoffs, welchen Sie tagtäglich – unter vielen Schmerzen, hohen Kosten und Risiken – aus der Erde fördern. Dieses Produkt hat einen historischen Verwendungszweck, der viel wichtiger ist als die Verarbeitung zu Schmuck. Es ist die Verwendung des Goldes als die Basis unseres Geldes. Warum wird diese Dimension nicht erkannt? Warum überlegte sich Südafrika, der weltgrößte Goldproduzent, nicht eine Vorwärtsstrategie? Warum dachten die Führer der goldproduzierenden afrikanischen Länder nicht an die Ausgabe von goldgedeckten Anleihen, wie die USA dies früher (als sie noch ein Pionierland waren) auch taten? Wenn die Wichtigkeit des Goldes richtig begriffen wird, wird es keine Terminverkäufe mehr geben und keine Verkäufe mehr zu Schleuderpreisen. Die Minen werden aufhören zu verkaufen und ihr unterbewertetes Gold behalten. Vielleicht sollten sie eine OGMEC (Organization of Gold Mining and Exporting Countries – Organisation der goldfördernden und exportierenden Länder) gründen.
Ich würde gern von westlichen Bankiers und Vermögensverwaltern wissen, welche verworrene Logik sie dazu treibt, in ihren Portfolios keinen Platz für Gold zu lassen. Sie sollten aus der Geschichte gelernt haben, daß die Zukunft des ungedeckten Papiergeldes keine gute Voraussetzung für die Werterhaltung ihrer Kundenportfolios ist. Ich spreche hier in erster Linie die westlichen Bankiers an, denn die Menschen im Osten verfügen über ein besseres Verständnis in bezug auf die Bedeutung des Goldes. Glauben die Portfolio-Manager tatsächlich, daß Aktien von Unternehmen, welche keine Gewinne erzielen, und Anleihen in schlechten Währungen vernünftige langfristige Anlagen darstellen? Sollten sie nicht viel eher Interesse an gesunden Währungsverhältnissen haben? Es würde ihre Arbeit wesentlich vereinfachen.
Ich frage die Zentralbankiers dieser Welt: Kümmern Sie sich wirklich um das, was ihre Hauptaufgabe sein sollte: nämlich die Kaufkraft und Integrität der Währung Ihres Landes zu schützen? Sind Sie wirklich aufrichtig und geben Sie wirklich Ihr Bestes, wenn Sie die Goldreserven Ihres Landes reduzieren, nur um den Erlös in Papiergeldforderungen anzulegen, die dauernd an Schwindsucht leiden und eines Tages vielleicht nicht einmal zurückbezahlt werden können? Erinnern Sie sich: Kein ernsthafter Bauer würde sein Saatgut verkaufen. Wenn Sie die eben gestellten Fragen nicht mit einem »Ja« beantworten können, dann sind Sie eindeutig fehl am Platz und gehören nicht auf diese Posten.
Von den Politikern werde ich nichts verlangen, denn sie werden sich nie ändern. Alles, was sie mit ihrer Politik erreicht haben, ist, die Kaufkraft des Geldes zu zerstören. Sie sollten lernen, Menschen besser zu verstehen und sich bewußt darüber zu sein, daß sich das Verhalten der menschlichen Natur seit 6000 Jahren nie geändert hat. Freie Menschen werden immer an Gold glauben, und wenn die wirtschaftliche und finanzielle Situation nichts als Verzweiflung zu bieten hat, werden die Menschen die Gelddruck-Maschinen loswerden wollen – mit samt den Politikern! Dies würde nicht zum ersten Mal geschehen, und es könnte wieder passieren. Der monetäre Standard ist wichtig, doch der moralische Standard ebenso.
Dieses Buch kann niemals ein vollständiges Werk sein. Sein Zweck ist, zu informieren, zum Nachdenken aufzufordern. Der Schweiz wurde dabei viel Zeit eingeräumt. Die Schweiz hat in der Geschichte eine besondere Rolle gespielt: das Geld der Menschen in unsicheren Zeiten zu schützen. (Diese unsicheren Zeiten scheinen jetzt permanent zu sein.) Indem die Schweiz den Menschen Schutz gewährt, sichert sie deren finanzielle Sicherheit und persönliche Freiheit.
Heutzutage schenken die schweizerische Regierung, die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Großbanken der Geschichte keine Beachtung. Sie haben sich ihren Weg aus der Verantwortung erkauft, aber nicht mit ihrem eigenen Geld, sondern mit dem Geld der Aktionäre und dem Geld, das den Bürgern gehört. Glauben sie wirklich, daß man in der Schweiz im Falle eines Krieges oder eines Zusammenbruchs des weltweiten Finanzgebäudes noch von überschüssigem Gold sprechen wird? Der Grundgedanke für die Schweiz war immer, daß Gold und Freiheit untrennbar miteinander verbunden und deshalb notwendig sind. Warum sollte sich das ändern?
Noch als Schlußwort: Ich bin kein Ökonom. Den größten Teil meiner über 50 Berufsjahre war ich praktizierender Bankier. Die daraus gewonnene Erfahrung und 30 Jahre Studium der Währungsgeschichte führten mich zur Erkenntnis, daß das gegenwärtige Geldsystem in Auflösung begriffen ist. Es ist ein Schlag ins Gesicht von Gesetz und Ordnung, der Zivilisation, des Verstandes und des guten Benehmens. Doch der wichtigste Punkt: Es ist eine Bedrohung für unsere Freiheit. Hoffen wir, daß es nicht mehr allzu lange andauert, bis sich die Welt eines Besseren besinnt.
»Gold ist Geld und nichts anderes.« 6› Hinweis
J. P. Morgan
»Nicht Philipp, sondern Philipp’s Gold eroberte Griechenlands Städte.« 7› Hinweis
Plutarch
Um die heutige Währungssituation zu verstehen, ist es wichtig zu begreifen, was sich seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods- Abkommens im Jahre 1971 zugetragen hat – oder noch besser: Was geschah wirklich seit dem Ende des Goldstandards des 19. Jahrhunderts? Eigentlich war Bretton Woods kein Goldstandard, sondern ein »Gold-Devisen-Standard« oder vielmehr ein »Gold-Dollar-Standard«. Es war, wie Wilhelm Röpke es nannte, ein denaturierter Goldstandard und als solcher ein gefährliches Surrogat, in dessen Folge die Weltwirtschaft im vergangenen 20. Jahrhundert zweimal in gefährliche inflationäre und darauffolgende deflationäre Krisen gestürzt wurde. Die Auswirkungen dieser ersten Spielart des Gold-Devisen-Standards als Resultat der Konferenz von Genua 1922 waren weit schlimmer. Sie verursachte nicht nur die Immobilienkrise von 1925 in Florida. Auch der Börsenboom Ende der zwanziger Jahre mit dem darauffolgenden Krach von 1929 mit anschließender Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre (The Great Depression) und schließlich der II. Weltkrieg waren darauf zurückzuführen.
Bekanntlich war der moderne Goldstandard des 19. Jahrhunderts nicht das Ergebnis irgendeiner Konferenz, sondern er hatte sich als das Resultat vieler Jahrhunderte an Erfahrung und Praxis auf eine natürliche Weise ergeben. Er entwickelte sich Schritt für Schritt, fast zufällig, durch seine Eigendynamik und aufgrund der Logik und Erfahrung, die man in der Vergangenheit mit der Entwertung von Währungen gemacht hatte.
Die Ägypter waren die ersten, die in großen Mengen Gold abbauten und nutzten. Zwischen 4000 und 2000 v. Chr. könnten die Ägypter um die 750 Tonnen Gold produziert haben. Der größte Teil dieses riesigen Schatzes ging in den Besitz der Pharaonen über, ein weiterer großer Teil fand als kunstvolle mystische Verzierung in den königlichen Grabstätten Verwendung. Vor etwa 4500 Jahren erhielten ägyptische und mesopotamische Beamte ihr Gehalt in Gold. Seit den Ursprüngen der Geschichte hatte der Mensch eine hohe Wertschätzung für Gold. Von Anfang an war Gold das universale Metall. So unterschiedliche Kulturen wie die von Babylon, China, Äthiopien, Griechenland und der Inka suchten nach Gold und hielten es in ihrem Besitz. Gold und Silber sind die ersten Metalle, die in der Bibel erwähnt werden, und sie wurden zunächst in Tempeln und Heiligtümern aufbewahrt, um dann in den urzeitlichen Handel zu gelangen. Ihre Verwendung brachte eine wesentliche Erleichterung gegenüber dem Tauschhandel der Antike. Als Gold und Silber in Umlauf gebracht wurden, ging es mit Handel und Wirtschaft enorm aufwärts. Dank der vermehrten Arbeitsteilung wurde der Handel sehr viel effizienter.
Die Griechen waren es jedoch, die als erste Gold in Form von Münzen als Geld verwendeten. Der sagenumwobene lydische Monarch Kroesus (560–540 v. Chr.) war der erste, der Münzen aus reinem Gold prägen ließ.
Die Griechen, wie auch alle anderen Völker der Antike, schätzten Goldmünzen hoch ein. Um das Jahr 400 v. Chr. herum erreichten die Gravuren und Prägungen der Münzen ein so hohes, seitdem unübertroffenes künstlerisches Niveau. Nach der Eroberung Mazedoniens schuf König Philipp II. mit seinen Goldstücken für die Griechen im Prinzip etwas ähnliches wie einen Goldstandard. Die Goldstücke waren von unregelmäßiger Größe. Sie hatten die Form von Münzen und bestanden aus einem Metall namens »Elektron«, eine natürlich vorkommende Gold-Silber-Legierung. Man glaubt sogar, daß solche Staters schon viel früher, etwa 750 v. Chr. angefertigt wurden. Obwohl relativ grob markiert, um Gewicht und Feinheit anzugeben, wurden sie ab ungefähr 500 v. Chr. schrittweise durch sorgfältiger angefertigte Münzen ersetzt. 8› Hinweis Philipps berühmter Sohn, Alexander der Große, vervollständigte das Werk. Er machte die Goldmünzen zum Hauptzahlungsmittel der Welt, indem sie bis nach Indien Verbreitung fanden.
Roy W. Jastram kommentiert in seinem Buch Silver – The Restless Metal:
»Man muß sich im klaren sein, daß die Verwendung von Edelmetallen dem Menschen nicht immer nur Gutes brachte. Ganz im Gegenteil. Schon immer gab es Gier. Die in großen Schatzkammern, in Palästen, Tempeln und Heiligtümern zusammengetragenen Schätze verleiteten die Menschen zu Plünderungen und Kriegen. Als Alexander der Große die Griechen nach Kleinasien führte, nannte er dies einen Rachefeldzug gegen die Perser. Rache war den stolzen Griechen wichtig, aber der zusätzliche Reiz des Feldzuges war die Gelegenheit, die riesigen Gold- und Silberschätze des persischen Reichs zu plündern.
Dieser Krieg, so brutal wie er war, wurde zum Anlaß genommen, eine alte überholte Theokratie, einen großen Teil der zivilisierten Welt beherrschend, zu zerstören. Menschen unterschiedlichster Rassen und Kulturen wurden zusammengebracht und die immensen ungenutzten Reserven des Archimedischen Reiches wurden produktiven Zwecken zugeführt. Das neue Geld, das Alexander aus dem geraubtem Schatz prägte, floß nun in die eroberten Länder und verbreitete dabei Wohlstand (und zufällig auch Inflation).« 9› Hinweis
Zunächst wurden die Köpfe von Göttern auf die Münzen geprägt. Doch dann kam der Zeitpunkt, wo Könige an die Stelle der Götter traten. Dieser Wechsel bedeutete die Übertretung einer wichtigen psychologischen Schwelle in der Währungsgeschichte. Der erste Mensch, der seinen Kopf auf eine Münze prägen ließ, war König Salomon, dem Gott große Weisheit verliehen hatte. Cyrus, der König von Persien, war der nächste, der in der Währungsgeschichte eine herausragende Rolle spielte. Er besiegte die Lydier und nahm ihr ganzes Gold mit nach Persien. Von dort aus wurde es bis in den Mittelmeerraum in Umlauf gebracht. Doch der Mann, durch dessen Hände zu jener Zeit die meisten, wenn nicht sogar alle bekannten Goldschätze der Welt flossen, war Alexander der Große. Es ist schon ein eigenartiges Phänomen, daß dieser Mann alle wichtigen Tempel und Heiligtümer, eines nach dem anderen aufsuchte und dabei nie eine dieser geweihten Stätten in seinen Besitz nahm. Was Alexander suchte, war eine neue Art von Beziehungen zwischen den Völkern und ihren verschiedenen Kulturen. Er erschuf so die erste mediterrane Weltordnung, welche bis weit nach Indien reichte. Dies war Alexanders herausragende Leistung – und er war unter den ersten, die ihre Gesichter auf Münzen prägen ließen.
Roy W. Jastram:
»Jahrhunderte später sandte Rom seine Legionäre in die damals bekannte Welt hinaus, um alle Edelmetallschätze zu plündern. Als es mit der Zeit immer weniger zu rauben gab, sahen sich die Römer gezwungen, eine eigene Produktion aufzubauen. Die Minen ihrer asiatischen, afrikanischen und europäischen Provinzen finanzierten Roms Expansion im großen Stil. Letztendlich brachten die Minen nicht mehr ausreichend Edelmetalle hervor, und es begann der Abstieg mittels minderwertiger Münzen.« 10› Hinweis
Der römische Kaiser Cäsar führte die Aureus-Goldmünze ein. Sie wurde später von seinem Nachfolger Augustus verbessert und bildete die Grundlage des ersten gemeinsamen Marktes in Europa. Jahrhundertelang diente sie der Menschheit als überlegenes Weltgeld. Auch die römischen Offiziere erhielten ihren Lohn in Gold. Es war das besondere Privileg des berüchtigten Kaisers Nero, mit der Verschlechterung der Münzen zu beginnen. So begann das Ende des Reichs. Allerdings dauerte es noch über 300 Jahre und, wie Edward Gibbon in seinem Werk The Decline and Fall of the Roman Empire schrieb: Man sollte nicht erstaunt sein, warum Rom unterging, sondern viel eher, warum es so lange bestanden hatte. Während eines Zeitraums von 75 Jahren herrschte unter Cäsar und Augustus Stabilität. Doch im Gegensatz zu den logisch denkenden Griechen konnten die Römer der Versuchung, sich gegenseitig zu betrügen, einfach nicht widerstehen. Laufend pfuschten sie an den Münzen herum: Verkleinerung, Verdünnung, Abwertung – bis schließlich zur Wertlosigkeit. Vielleicht ist dies auch einer der Gründe, warum das Reich fortwährend unter inneren Unruhen und Bürgerkriegen litt. Auf eine gewisse Art und Weise könnte man die Römer als die ersten Keynesianer bezeichnen. Sie bewiesen, daß keine Wirtschaft blühen kann, wenn der Geldwert ständig durch die Währungsbehörden verschlechtert wird.
Für moderne Ökonomen der Keynes’schen Schule wie auch für die heutige Generation von Investoren sollte es als Anschauungsunterricht dienen, daß, obwohl die römischen Kaiser krampfhaft versuchten, ihre Wirtschaft »in den Griff zu bekommen«, sie die Situation nur noch verschlimmerten. Lohn- und Preiskontrollen sowie Zahlungsmittelgesetze wurden verabschiedet, doch es war ein ebenso hoffnungsloser Versuch, wie etwa gegen die Fluten anschwellender Flüsse ankämpfen zu wollen. Aufstände, Korruption, Gesetzlosigkeit und eine sinnlose Spekulationsmanie überspülten das Reich wie eine Heimsuchung. Mit einem solch unzuverlässigen und minderwertigen Geld wurde die Spekulation in Waren und Rohstoffen bald attraktiver als sie selber herzustellen.
Es gab viele Gründe für den Untergang des römischen Reichs, doch ein entscheidender Faktor war die zunehmende Goldknappheit. Gold hatte begonnen, gen Osten abzufließen.
Schließlich bekamen die Römer einen Kaiser, den großen Konstantin, der sowohl etwas von Wirtschaft als auch von Kriegskunst verstand. Während langer Zeit gelang es Konstantin, den Zerfall des Reichs aufzuhalten. Er wurde zum Gründer des neuen oströmischen Reichs (Byzanz), und er war es, der mit der Prägung der Goldmünzen »Solidus« bzw. »Noumisma« begann. In Wirklichkeit gründete er eine völlig neue Nation, Ost-Rom, welche West-Rom über 1000 Jahre überdauern sollte. Der von Konstantin eingeführte »Solidus« wurde die grundlegende Währungseinheit der Welt. Es ist eine Tatsache, daß das byzantinische Reich nie einem ausländischen Angreifer erlag, solange es die Reinheit und den Wert des »Solidus« oder »Bezant«, wie die Griechen ihn nannten, aufrechterhielt.
Hieraus lassen sich eine Menge Erkenntnisse ableiten. Selbst Historiker, die in Wirtschaftsfragen nicht bewandert sind, bestätigen, daß der lange Fortbestand des byzantinischen Reichs, welches überall von feindseligen Nachbarn umgeben war, hauptsächlich auf seine überragende Wirtschaftsorganisation und die auf Gold basierende Finanzstruktur zurückzuführen war.
Die Abwertung des Goldes begann mit Kaiser Michael IV. (1034–1041), doch es war die tragische Rolle des Alexius I. Comnenus (1081–1118), die Abwertung des »Bezant« fortzuführen, um seine privaten Schulden zu bezahlen. Von diesem Zeitpunkt an waren acht Jahrhunderte Vertrauen und Sicherheit irreparabel beschädigt, und die byzantinischen Goldmünzen waren im internationalen Handel keine stabile Währung mehr. 11› Hinweis In der Zwischenzeit hatten die Vandalen West-Rom geplündert, so daß kaum noch eine Spur von lebensfähiger Wirtschaft übrig geblieben war. Dasselbe kann von Ost-Rom gesagt werden. Nach weiteren Abwertungen führte das byzantinische Reich eine unsichere Existenz. Innerhalb der nächsten 250 Jahre brach es völlig ein und war nur noch ein Schatten vergangener Tage des Wohlstands und der Größe. Konstantinopel fiel 1453 in die Hände der ottomanischen Türken.
Ein weiteres herausragendes Beispiel des Erfolgs von standardisierten Goldmünzen als hauptsächliches Zahlungsmittel fand sich im großen arabischen Reich, gegründet von Mohammed. Dieses Reich, das neben dem byzantinischen existierte (allerdings nicht immer friedlich), erstreckte sich schließlich von Bagdad bis nach Barcelona. Auf seinem Höhepunkt war es eine Zivilisation, die mit ihrem byzantinischen Nachbarn und sogar mit Augustus’ Rom rivalisierte. Die Münze des arabischen Reichs war der »Gold-Dinar«, der ungefähr dasselbe Münzgewicht wie der »Bezant« aufwies. Die mächtigen Araber waren große Bewunderer der klassischen griechischen Kultur und Philosophie und hatten die griechische Einstellung zu solidem, gesundem Geld und ehrlichem Handel schnell übernommen. Der Dinar war etwa 450 Jahre unverändert im Umlauf, und in dieser Zeit blühte und gedieh die Zivilisation der Sarazenen (Araber) mit großem Glanz, wohingegen Europa in Dunkelheit, Ignoranz und Hoffnungslosigkeit dahinsiechte. Doch schließlich brach auch die arabische Zivilisation nahezu gleich schnell zusammen, wie sie entstanden war. Der Zerfall war jedoch eher auf Gezänk religiöser Splitterparteien als auf wirtschaftliche oder finanzielle Ursachen zurückzuführen.
Die endgültige Zerstörung der griechisch-römischen Zivilisation hinterließ Westeuropa für über sechs Jahrhunderte in einem Zustand gesellschaftlicher, politischer, kultureller und wirtschaftlicher Anarchie. Obwohl einige Gelehrte der Neuzeit mittlerweile der Ansicht sind, daß das »dunkle Zeitalter« nicht ganz so finster und trostlos gewesen sei wie zuvor angenommen, war es doch schlimm genug, die Volkswirtschaft größtenteils auf eine primitive autarke Wirtschaft (Wirtschaft ausschließlich für den Eigenbedarf) zu reduzieren.
Es war das Aufkommen der ersten italienischen Stadtstaaten, welches Europa aus dem dunklen Zeitalter herausführte. Das, was wir heute als westliche Zivilisation bezeichnen, begann Formen anzunehmen, verbunden mit einem erneuten Interesse an Kultur und einem raschen wirtschaftlichen Fortschritt. Im Jahre 1252 begann die damalige Republik Florenz mit der Prägung der ersten bedeutenden Goldmünzen seit Cäsars Aureus-Münze. Die Florentiner machten diese neue Münze, den »Fiorino d’Oro« – auch als »Goldflorin« bekannt – zum allgemeinen Zahlungsmittel. In Wirklichkeit hatte Florenz einen Goldstandard. Die Republik Venedig folgte dem Beispiel der Florentiner 28 Jahre später und prägte den Dukaten mit gleichem Gewicht und Wert wie der Florin. Am Ende des Jahrhunderts gaben nahezu alle anderen Städte in Norditalien – als auch einige jenseits der Alpen – Goldmünzen in Florin/Dukaten-Einheiten heraus.
Eine stabile, verläßliche Goldwährung führte eine Periode großen Erfolgs im Handel herbei und brachte Wohlstand in die italienischen Stadtstaaten und schließlich auch dem größten Teil Westeuropas. Gold als Geld bildete nunmehr die wirtschaftliche und finanzielle Basis der Renaissance. Kulturen gedeihen nur, wenn Wohlstand herrscht, und nicht, wenn die Menschen arm sind. Die Macht und natürliche Verläßlichkeit des Goldes brachte die Menschheit wiederum auf eine höhere Stufe der Zivilisation.
Die spanischen Konquistadoren landeten an der Küste des amerikanischen Kontinents, kurz nachdem Kolumbus 1492 Amerika entdeckt hatte. Die Eroberer stießen auf die goldreichen Kulturen der Azteken, der Inka und auf die Einwohner Kolumbiens. In all diesen Kulturen spielte Gold eine wichtige religiöse Rolle. Diese Völker hatten bereits eine ausgefeilte Handwerkskunst zur Verarbeitung des Edelmetalls zu Schmuck und Kunstgegenständen von unvergleichlicher Schönheit entwickelt. Die Eroberer waren jedoch nicht so sehr an den religiösen und metaphysischen Aspekten dieser Schätze interessiert. Ihr Hauptziel war, so viel Gold wie möglich zu plündern und es ihren Königen und Königinnen zu bringen. Man fand ungeheure Mengen davon. Meistens wurde der goldene Reichtum jedoch mit brutaler Gewalt gestohlen und dabei reiche Kulturen zerstört.
Im Vergleich dazu schlug das erste Papiergeld-Experiment des schottischen Abenteurers John Law in Frankreich gründlich fehl. 12› Hinweis Unter der Herrschaft des »Sonnenkönigs« Ludwig XIV. waren die Finanzen Frankreichs ruiniert. Da Ludwig XV. zum Zeitpunkt des Todes des alten Königs 1715 erst fünf Jahre alt war, wurde der Herzog Philippe von Orléans als Regent eingesetzt. Law, der den Prinzregenten während einer seiner Besuche in einem Pariser Spielkasino kennenlernte, gelang es, den Herzog zu überreden, die trostlose Situation durch die Ausgabe einer Papiernotenwährung wiederzubeleben.
In seinem Werk Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds schrieb Charles Mackay:
»Als Law sich am Hof präsentierte, wurde er aufs herzlichste empfangen. Er bot dem Regenten zwei Denkschriften an, in denen er die Übel darlegte, welche Frankreich aufgrund einer unzureichenden Währung befallen hatten, die im übrigen bereits verschiedene Male entwertet worden war. Er behauptete, daß eine reine Metallwährung, nicht mit Papiergeld ergänzt, für die Bedürfnisse eines Handel betreibenden Landes völlig unzureichend sei. Um auf die Vorteile des Papiergeldes hinzuweisen, betonte er besonders die Beispiele Großbritanniens und Hollands. Er führte stichhaltige Argumente zum Thema Kredit auf und schlug als Mittel zur Wiederherstellung der Kreditwürdigkeit Frankreichs vor, zu jenem Zeitpunkt wirtschaftlich eine der schwächsten Nationen, man möge ihm gestatten, eine Notenbank einzurichten, welche die Verwaltung der königlichen Einnahmen übernimmt und Banknoten ausgibt, die sowohl durch diese Einnahmen als auch durch Sicherheiten wie Grund und Boden gedeckt sind.« 13› Hinweis
Merkwürdigerweise haben Laws Theorien und Praktiken vieles gemeinsam mit dem gegenwärtigen Papiergeld-Experiment Ende des 20. Jahrhunderts. Somit könnte man Law als einen Vorläufer von Keynes bezeichnen. 1716 wurde Law durch ein königliches Edikt ermächtigt, eine Bank unter dem Namen Law and Company zu gründen. Diese Bank und die später von ihm gegründete Mississippi Company brachten ihn auf den Weg dessen, was als erstes Papiergeld-Experiment der westlichen Welt bezeichnet werden kann. Zunächst verbesserten sich die Rahmenbedingungen, die Wirtschaft und der Handel erholten sich und die Steuereinnahmen erhöhten sich rasch. Ein gewisser Grad an Vertrauen wurde geschaffen, und das ganze Land fühlte die Vorteile. 14› Hinweis
Law war der Gründer der Banque de France und die berühmte Rue Quincampoix Sitz und Schauplatz des Pariser Aktienmarktes. Die Idee, daß Papiergeld schließlich eine Metallwährung ersetzen könnte, führte schließlich zu einer überhöhten Ausgabe an Papiergeld. Der Börsenhandel nahm dramatisch zu und ähnelte zuweilen mehr einer Orgie als einem ordentlichen Markt. Das Unvermeidbare geschah. Anfang 1720 begannen einige schlaue Spekulanten zu erkennen, daß diese Blase nicht mehr viel länger dauern konnte. Sie begannen Kasse zu machen, indem sie ihre Aktien und Banknoten gegen Gold eintauschten. Es dauerte nicht lange, bis die Anzahl der Verkäufer größer war als die der Käufer und das ganze Kartenhaus, das nur auf heißer Luft basierte, einstürzte. Law versuchte, aus dem Land zu fliehen, wurde aber gefaßt, als er im Begriff war, die Grenze zu überschreiten. Offensichtlich war er seinen früheren Überzeugungen untreu geworden, denn die Kutsche, in der er reiste, war voller Gold- und Silbermünzen …
