Die großen Western 100 - Frank Callahan - E-Book

Die großen Western 100 E-Book

Frank Callahan

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Beschreibung

Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen). "Die wollen was von uns, Boss", knurrte Chuck Hannigan, der Vormann der Forster Ranch. "Zehn Reiter", murmelte Tom Forster. "Die meisten davon sind Revolverschwinger. Und Garry O'Brian führt sie an. Der Banker aus Globe City reitet mal wieder in auserlesener Gesellschaft." "Was der Geier bloß hier auf der Ranch will?" "Wir werden's gleich erfahren, Chuck." Der Reitertrupp sprengte eben auf den Hof. In einer Staubwolke wurden die Pferde pariert. Ein kleinwüchsiger Mann in städtischer Kleidung kletterte aus dem Sattel und kam auf Tom und seinen Vormann zu. Die übrigen neun Reiter blieben im Sattel. Alle trugen die Sechsschüsser tiefgeschnallt - und schienen mit den Waffen umgehen zu können. "Hallo, Forster", sagte Garry O'Brian mit heller Stimme und verzog das schmale Fuchsgesicht zu einem dünnen Lächeln. "Ich muss Sie dringend sprechen. Ich hoffe doch, dass Sie ein paar Minuten Zeit für mich aufbringen können?" "Kommen Sie ins Haus", erwiderte Tom Forster. Er spürte einen dumpfen Druck im Magen. Das bedeutete nichts Gutes, wie der erfahrene Rancher verdammt gut wusste. Sein Instinkt sagte ihm gleich, dass wenig Erfreuliches auf ihn zukam.

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Die großen Western -100-

Der County-Hai

Western von Frank Callahan

»Die wollen was von uns, Boss«, knurrte Chuck Hannigan, der Vormann der Forster Ranch.

»Zehn Reiter«, murmelte Tom Forster. »Die meisten davon sind Revolverschwinger. Und Garry O’Brian führt sie an. Der Banker aus Globe City reitet mal wieder in auserlesener Gesellschaft.«

»Was der Geier bloß hier auf der Ranch will?«

»Wir werden’s gleich erfahren, Chuck.«

Der Reitertrupp sprengte eben auf den Hof. In einer Staubwolke wurden die Pferde pariert.

Ein kleinwüchsiger Mann in städtischer Kleidung kletterte aus dem Sattel und kam auf Tom und seinen Vormann zu.

Die übrigen neun Reiter blieben im Sattel. Alle trugen die Sechsschüsser tiefgeschnallt – und schienen mit den Waffen umgehen zu können.

»Hallo, Forster«, sagte Garry

O’Brian mit heller Stimme und verzog das schmale Fuchsgesicht zu einem dünnen Lächeln. »Ich muss Sie dringend sprechen. Ich hoffe doch, dass Sie ein paar Minuten Zeit für mich aufbringen können?«

»Kommen Sie ins Haus«, erwiderte Tom Forster.

Er spürte einen dumpfen Druck im Magen.

Das bedeutete nichts Gutes, wie der erfahrene Rancher verdammt gut wusste. Sein Instinkt sagte ihm gleich, dass wenig Erfreuliches auf ihn zukam.

»Ich bin gleich wieder zurück, Mister Ballanger«, sagte der Bankdirektor zu einem massigen und untersetzten Mann. Er war ebenfalls sehr städtisch gekleidet und machte ganz den Eindruck, der Anführer zu sein.

Tom Forster ahnte plötzlich, dass die acht Revolvermänner zu diesem Burschen gehörten. Der Kerl winkte locker ab und sprang dann vom Pferderücken. Die anderen folgten seinem Beispiel und führten dann die Pferde zur Tränke.

»Ich gehe rüber zum Stall, Boss«, sagte Chuck Hannigan. »Wenn du mich brauchen kannst, dann schick mir Old Buffalo.«

Kurze Zeit später saßen sich Tom Forster und Garry O’Brian gegenüber.

Der Bankdirektor hatte einen Drink abgelehnt und schlug die Beine übereinander. Dabei blickte er missmutig auf seine staubigen Stiefel.

Er sah den Ranchboss kurz an, ehe er den Kopf wieder senkte.

»Ich bringe Ihnen schlechte Nachrichten, Forster«, sagte er. »Das bedaure ich persönlich sehr, aber es ist nicht zu ändern.«

»Dann packen Sie mal aus«, brummte Tom Forster. »Ich war der Meinung, dass zwischen Ihrer Bank und meiner Ranch alles bestens geregelt sei.«

»Das ist leider nicht mehr der Fall. Arthur Ballanger hat die Bank aufgekauft. Er ist nun der Boss. Ich verlasse morgen schon Globe City und ziehe nach Phoenix, um dort anderen Geschäften nachzugehen.«

Tom Forster runzelte die Stirn.

»Sie haben doch nicht so einen langen Ritt unternommen, nur um sich von mir zu verabschieden«, meinte er. »Wo ist der Haken bei der ganzen Angelegenheit? Reden Sie nicht länger um den heißen Brei rum, O’Brian!«

»Verdammt, es ist wirklich nicht einfach, Ihnen die Hiobsbotschaft beizubringen. Mir bleibt jedoch keine andere Wahl.«

Tom Forster lächelte bitter.

»Spucken Sie’s schon aus!«, knurrte er. »Zum Geier, so schlimm wird’s schon nicht werden.«

Der kleingeratene Mann richtete den Oberkörper in die Höhe und sah den Ranchboss fest an.

»Sie werden die Ranch, das Tal und auch alle Rinder und Pferde verlieren«, erklärte er dann. »Daran geht kein Weg vorbei!«

*

»Was?«, ächzte Tom Forster. »Wenn das ein Scherz sein soll, dann ging der voll in die Hose, O’Brian. Ich verstehe beim besten Willen nicht, was das alles soll!«

Der Bankdirektor nickte langsam.

»Kein Scherz«, behauptete er. »Wie bereits gesagt, Arthur Ballanger hat die Bank übernommen. Er kündigt Ihnen und allen anderen Ranchern und Farmern sämtliche Kredite. Wenn Sie innerhalb von acht Tagen nicht zahlen können, übernimmt er Ihre Ranch.«

Tom Forster blickte den kleinen Mann so staunend an, als habe dieser eine zweite Nase im Gesicht.

»So geht das nicht«, murmelte er. »Wir haben Verträge, die für diesen Mister Ballanger bindend sind. Der Bursche kann doch nicht einfach hier auftauchen und alles an sich reißen. Nicht nur ich, sondern alle meine Nachbarn würden alles verlieren, da alle hohe Kredite aufgenommen haben.«

»Die Verträge sind null und nichtig, Forster. So leid mir’s tut: In ihnen steht, dass bei einer Übernahme der Bank alle alten Verträge ungültig werden und durch neue ersetzt werden können, falls der neue Besitzer sie erneuern möchte. Das müssen Sie wohl überlesen haben.«

Eine gefährliche Röte überzog Tom Forsters Gesicht. Er presste die Lippen hart aufeinander.

»Das ist nicht Ihr Ernst, O’Brian!«, knurrte Tom Forster. Er ballte die Hände zu Fäusten. »Dann hätten Sie eben vor dem Verkauf an den neuen Besitzer diese Punkte abklären und ihn überreden müssen, die Verträge zu übernehmen. Sie können doch nicht ein ganzes County ruinieren. Überlegen Sie doch, wie viele Existenzen auf dem Spiel stehen.«

»Ich kann’s nicht mehr ändern, Forster. Bei der Summe, die mir Arthur Ballanger geboten hat, wäre wohl jeder andere Mann schwach geworden. Und ich hatte wirklich keine Ahnung, dass der neue Besitzer der Bank alle Verträge gleich ungültig erklären lässt.«

Der schmächtige Bankdirektor erhob sich und blickte unbehaglich auf Toms geballte Fäuste.

»Sie müssen sich mit Arthur Ballanger selbst einigen, Forster. Ich bin raus aus diesem Geschäft. Es tut mir leid, aber ich kann überhaupt nichts mehr für Sie tun.«

»Bleiben Sie noch ’nen Augenblick, O’Brian«, bat der Ranchboss. »By gosh, sagen Sie mir wenigstens noch, wie’s weitergeht, wenn ich nicht innerhalb von acht Tagen bezahlen kann?«

»Die Ranch wird versteigert, Forster. Was das bedeutet, brauche ich Ihnen wohl nicht so groß zu erklären. Der Meistbietende erhält den Zuschlag. Und ich nehme an, dass Arthur Ballanger dann nur daran interessiert ist, die Dollars zu erhalten, die Sie der Bank schulden.«

»Zum Henker, meine Ranch ist ’ne Menge mehr wert, als die lausigen fünftausend Greenbacks, die ich der Bank schulde.«

»Wenn die ersteigerte Summe größer ist, als Ihre Schulden, erhalten Sie natürlich diesen Betrag.«

Garry O’Brian lächelte schief.

»Damit würde ich aber auf keinen Fall rechnen, Forster. Sehen Sie zu, dass Sie alle Bucks auftreiben. Das ist im Prinzip Ihre einzige Chance. Natürlich können Sie auch mit Arthur Ballanger reden. Vielleicht verlängert er Ihren Kredit, obwohl ich es nicht glaube.«

Tom Forster wischte mit dem Handrücken nervös über das stoppelbärtige Kinn. Der Bankdirektor merkte, dass der Rancher ihn in den heißesten Winkel der Hölle wünschte.

»Aus welchem Grund ist dieser Ballanger mit zur Ranch gekommen?«, fragte Tom.

Er zwang sich eisern zu Ruhe.

»Er will sich die Ranch und die Weide ansehen. Das ist alles. Er sucht für sich selbst ein lohnendes Objekt. Sie haben nun einmal die größte und die schönste Ranch im County.«

»Er wird meine Ranch nicht für ’nen Apfel und ’n Ei bekommen!«, stieß Tom wütend hervor. »Das soll sich dieser Stadtfrack abschminken. So leicht gebe ich nicht auf. Das müssten Sie eigentlich wissen, O’Brian.«

»Das ist nicht mein Problem, Forster. Ich wünsche Ihnen ja viel Erfolg. Wollen Sie jetzt auf der Stelle mit Mister Ballanger sprechen?«

»Das habe ich vor«, knurrte Tom Forster. »Schicken Sie mir diesen Weidehai rein.«

Der Bankdirektor erhob sich, atmete tief durch und verließ den Wohnraum mit schnellen Schritten.

Tom trat ans Fenster und blickte hinaus.

Arthur Ballanger stand inmitten des Ranchhofs, flankiert von den acht Revolvermännern, die wachsam wirkten und die Hände in der Nähe ihrer Colts hielten.

Der Bankdirektor wechselte einige Worte mit Ballanger, der zuerst erbost den Kopf schüttelte, dann aber nickte.

Der neue Bankchef marschierte auf das Ranchgebäude zu, wurde dabei rechts und links von jeweils einem der Schießer begleitet.

Tom Forster sah Chuck Hannigan in der Nähe des Stalls. Der Vormann schien nicht so recht zu wissen, was er vom Besuch des Reitertrupps zu halten hatte.

Arthur Ballanger und die beiden Gunner traten ein. Sie nahmen neben ihrem Boss Aufstellung und fixierten Tom Forster mit harten Blicken.

Arthur Ballanger nahm die qualmende Zigarette aus dem Mund und begrüßte den Rancher kalt lächelnd.

»Sie wollten mich sprechen, Mister Forster?«

»Nur eine Frage, Sir«, sagte Tom Forster höflich, obwohl der heiße Zorn in ihm von Sekunde zu Sekunde wuchs. »Werden Sie den Kredit zu den Bedingungen wie bisher verlängern?«

Arthur Ballangers Lächeln wurde sofort spöttisch.

»Tut mir leid, Mister Forster. Entweder Sie zahlen, oder Ihre Ranch kommt Ende der Woche unter den Hammer. Eigentlich hab ich angenommen, dass Mister O’Brian alles mit Ihnen besprochen hat.«

Arthur Ballanger klemmte die Zigarre zwischen die Lippen und nahm einen tiefen Zug.

»Haben Sie weitere Fragen?«

»Nein, Sir, ich bringe Ihnen das Geld morgen oder übermorgen vorbei. Nehmen Sie die Abrechnung vor und lassen Sie eine Quittung ausschreiben. Das wär’s dann wohl, Sir!« Nun klang Spott in Tom Forsters Stimme, als er das verblüffte Gesicht des untersetzten Mannes sah. »Das lässt sich bestimmt einrichten – nicht wahr …?«

Arthur Ballanger starrte den Rancher sprachlos an. Das höhnische Grinsen war ihm schnell vergangen.

»In Ordnung, Mister Forster«, stimmte er zu. »Dann sehen wir uns morgen in meinem Office wieder. Goodbye.«

Arthur Ballanger wandte sich um, nickte den beiden Revolvermännern zu und verließ mit ihnen das Zimmer und das Haus.

Tom Forster setzte sich und stützte den Kopf schwer in beide Hände. Draußen auf dem Ranchhof erklang der Hufschlag der Pferde, der rasch leiser wurde und schließlich verstummte.

»Was ist los, Tom?«

Der Ranchboss hob den Kopf und sah in Chuck Hannigans besorgtes Gesicht.

»Was wollte O’Brian und dieser aufgeblasene Stadtmensch mit seiner Revolvermeute?«, hakte der Vormann nach.

Tom Forster erhob sich, trat zu einem Wandregal und schenkte zwei Gläser mit Whisky ein. Die beiden Männer prosteten sich kurz zu und jagten die Drinks durch die Kehle.

»Wir sind am Ende«, sagte Tom Forster. »Ich werde die Ranch verlieren, Chuck. Es geht kein Weg daran vorbei. Gerry O’Brian und dieser ach so ehrenwerte Mister Ballanger haben ein höllisches Spiel in Gang gebracht. Nicht nur ich, sondern alle übrigen Rancher und Farmer werden ihren Besitz verlieren.«

Chuck Hannigan blickte den Ranchboss fassungslos an.

Dann berichtete Tom Forster ausführlich, was er in der vergangenen halben Stunde alles erfahren hatte. »Du hast es diesem Arthur Ballanger aber gegeben«, brummte Chuck und grinste, als Tom Forster schwieg. »Er ist auf deinen Bluff hereingefallen. Es ist aber sehr schade, dass du diese fünftausend Dollar nie aufbringen kannst. Trotzdem müssen wir uns was einfallen lassen.«

Der Rancher nickte sorgenschwer. »Ich reite nach Safford und versuche, auf der Bank dort einen Kredit zu bekommen. Ich kenne Brett Sterling, den Bankboss, von früher. Vielleicht kann er mir helfen.«

»Dann war dein Bluff nicht ganz so gut«, sagte Chuck.

Er registrierte, dass ihn Tom staunend anblickte.

»Ballanger will die Ranch mit allen Mitteln«, fuhr Hannigan fort. »Aus diesem Grund hat er das Komplott mit O’Brian geschmiedet. Seine Leute werden dich keine Sekunde aus den Augen lassen und alles tun, um dir die Dollars abzujagen. Du darfst nicht zahlen. Dieser Kerl geht über Leichen, um sein Ziel zu erreichen, das ist wenigstens meine Meinung.«

Tom Forster kratzte sich am Haaransatz und grinste Chuck Hannigan anerkennend, aber bitter, an. »Da könnte was dran sein«, meinte er. »Na gut, vielleicht gelingt es mir, Ballanger aus der Reserve zu locken. Ich reite auf jeden Fall nach Safford und verhandle dort mit Brett Sterling. Mehr als nein sagen kann auch er nicht. Du sprichst mit unseren Cowboys und machst ihnen unsere neue Situation klar. Vielleicht fällt dir ein rettender Ausweg ein.«

»Wir geben nicht gleich auf, Tom«, sagte der Ranchvormann. »Du weißt auch ganz genau, dass unsere Leute fest hinter dir stehen. Es wird uns schon was einfallen, um Ballangers Machenschaften zu durchkreuzen.«

»Dabei hat dieser Ballanger sogar das Gesetz im Rücken. Ich hätte dieser Klausel im Vertrag nicht zustimmen sollen. Wie aber konnte ich auch ahnen, dass O’Brian verkaufen würde? Ballanger muss das herausgefunden und seine große Chance gesehen haben, gleich das halbe County zu schlucken.«

Tom Forster griff den Stetson und stülpte ihn auf die blonden Locken. Dann rückte er den Revolvergurt zurecht und legte die Rechte auf die Griffschalen des Sixshooters.

»Keine Bange, Chuck. Ich weiß mich schon meiner Haut zu wehren, wenn es Ärger gibt. Du kümmerst dich um die Ranch. Alles geht weiter wie bisher. Ich reite los.«

Einige Minuten später verließ Tom Forster die Ranch in südöstlicher Richtung. Bis nach Safford waren es ungefähr vierzig Meilen, und der Rancher hoffte, die Town bis zum späten Abend zu erreichen.

Er hielt hin und wieder Ausschau, konnte aber keine Verfolger entdecken. Eine Stunde später sah er einen Reiter vor sich auftauchen. Der Mann zügelte sein Pferd, als er Tom erkannte.

Der Ranchboss nahm die Hand vom Revolver. Vor Herb Winter, einem Rancher, dessen Weideflächen an die der Forster-Ranch grenzten, zügelte er den Rapphengst.

»Ich wollte zu dir reiten, Tom«, begrüßte ihn Winter. »Da ist was passiert, was ich mit dir besprechen muss.«

»Geht’s um O’Brian und diesen Arthur Ballanger?«

Der Rancherkollege nickte.

»Dann dürften wir beide dasselbe Problem haben«, fuhr Tom Forster fort. »Auch mir wurde der Kredit gekündigt. Wenn kein Wunder geschieht, kommt meine Ranch unter den Hammer.«

»Auch ich werde alles verlieren, weil ich der Bank über siebentausend Dollar schulde«, würgte der andere Rancher mühsam hervor. »Den übrigen Nachbarn wird es wohl ebenso gehen.«

»Ich bin auf dem Weg nach Safford, um dort Geld aufzutreiben«, sagte Tom.

»Vielleicht kann ich was für dich tun und die Bank dazu bringen, groß in unser County zu investieren. Ich will auf jeden Fall nichts unversucht lassen. Wie wäre es, wenn wir uns morgen Nachmittag alle bei mir auf der Ranch treffen, um Kriegsrat abzuhalten. Es wäre nett, wenn du die übrigen Nachbarn verständigen würdest.«

»Mach ich«, brummte der Rancher. »Verdammt noch mal, wir müssen diesen Ballanger aufhalten, sonst steckt er sich das halbe County problemlos in den Sack.«

»Irgendwie finden wir eine Lösung und ziehen diesem Geldhai einen Strich durch die Rechnung«, versprach Tom Forster. »Wir sehen uns morgen, Herb.«

Die beiden Reiter setzten den Ritt fort. Tom ließ die Umgebung nicht aus den Augen.

Immer wieder blickte er auf die Fährte zurück, doch er konnte keine Verfolger entdecken.

Als die Sonne hinter den Santa Teresa Mountains unterging, sah er die ersten Häuser von Safford vor sich liegen. Nicht weit entfernt floss träge der Gila River.

Der Rancher tätschelte zufrieden den schweißbedeckten Hals des Rappen, der den Kopf drehte und leise wieherte.

»Gleich bekommst du eine Ruhepause und eine Extraportion Hafer, mein Guter, damit du für den Rückritt wieder fit bist.«

Tom Forster sprang vor dem Mietstall aus dem Sattel und übergab den Hengst einem alten Mann, der versprach, sich um das Pferd bestens zu kümmern. Der Alte steckte das Trinkgeld grinsend ein.

Der Rancher ging die Main Street entlang, auf der schon ziemlich viel Betrieb herrschte. Viele Cowboys und Goldgräber ritten in die Town, um sich nach harter Arbeit den Staub aus den Kehlen zu spülen.

Tom betrat kurz darauf die Bank. Ein junger Mann erhob sich hinter dem Tresen und fragte ihn nach seinen Wünschen.

»Ich möchte Mister Sterling sprechen«, antwortete der Rancher. »Lässt sich das einrichten? Mein Name ist Tom Forster.«

Der Bankclerk musterte den Ranchboss mit merkwürdigem Blick, ehe er langsam den Kopf schüttelte.

»Tut mir leid, Sir«, sagte er. »Mister Sterling leitet seit einigen Wochen nicht mehr diese Bank. Wenn Sie aber Mister George Haycock sprechen wollen, dann lässt sich das machen. Er ist der neue Direktor der Bank.«

Tom zögerte mit einer Antwort. »Hält sich Brett Sterling in der Town auf?«

»Gewiss, Sir. Sein Haus befindet sich zwischen dem General Store und der Schmiede. Sie können das Gebäude nicht verfehlen.«

»Danke für die Auskunft«, erwiderte Tom.

Er ließ sich seine Enttäuschung nicht anmerken, dass Sterling nichts mehr mit der Bank zu tun hatte.

Fünf Minuten später pochte Tom Forster bei Sterling gegen die Tür. Nach mehrmaligem Klopfen wurde ihm geöffnet.

»Schön dich zu sehen, Tom«, rief Brett Sterling überrascht und umarmte den früheren Partner. »Komm rein. Ich freue mich, dich wieder mal zu sehen. In den vergangenen Wochen habe ich sehr oft an dich denken müssen.«

Dann saßen sich die beiden Freunde gegenüber, prosteten sich zu und tauschten Erinnerungen aus.

Brett Sterling schenkte die Gläser erneut voll und blickte den ehemaligen Partner ernst an.