Verlag: Books on Demand Kategorie: Fachliteratur Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2015

Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierten Tumoren E-Book

Jens Wurster  

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E-Book-Beschreibung Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierten Tumoren - Jens Wurster

Dr. med. Jens Wurster präsentiert in diesem Buch in einzigartiger Weise die homöopathische Behandlung von Krebs. Erstmals werden homöpathisch geheilte Krebsfälle ausführlich und praxisbezogen dokumentiert. Das Buch macht vielen Menschen Hoffnung, denen man keine Chance mehr auf Heilung gegeben hat. Dr. Wurster beschreibt die Theorie der homöopathischen Krebstherapie, die spezielle Anamneseerhebung bei Tumorpatienten, die Dosierungslehre, die Beurteilung der Reaktionen auf die Arzneimittelgaben, sowie die praktische Vorgehensweise in der Krebsbehandlung. Die homöpathische Behandlung der Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung wird dem Leser praxisbezogen erklärt. Das es möglich ist, selbst metastasierte Tumore mit der Homöopathie zu behandeln und sogar zu heilen, wird an zahlreichen, vollständig dokumentierten Krankengeschichten dargestellt. Alle Fälle werden mit ausführlichen Analysen und Repertorisationen vorgestellt und sind somit für den Leser genau nachvollziehbar. Das Buch wurde in der ersten Fassung schon ein Klassiker und revolutionierte die homöopathische Krebsbehandlung in ganz Europa. In dieser komplett überarbeiteteten und erweiterten Neuauflage, werden die Patientengeschichten weitere 10 Jahre dokumentiert und es werden neue Erfahrungen in der homöopathischen Krebstherapie weitergegeben.

Meinungen über das E-Book Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierten Tumoren - Jens Wurster

E-Book-Leseprobe Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierten Tumoren - Jens Wurster

8., volllständig überarbeiteteund erweiterte Auflage 2015

Inhaltsverzeichnis:

Teil 1

Einführung in die Homöopathie

Vorwort von Dr. Dario Spinedi

Einleitung

Wichtige Anmerkung für die Kritiker der Homöopathie

Einführung in die Homöopathie

Die Krebsbehandlung in der Homöopathie

Der Haltepunkt der Wirkung

Die Krebsbehandlung mit Homöopathie, Behandlungskonzepte

1. Wahl der Symptome und des Arzneimittels, Wertung der Symptome

2. Hierarchisierung

3. Anamneseerhebung bei Tumorpatienten

4. Anamneseerhebung bei Tumorschmerzen

5. Welche Symptome werden bei der Krebsbehandlung speziell berücksichtigt?

6. Totalität der Symptome oder Krebsmittel?

7. Die Behandlung unkomplizierter Tumore

8. Die Behandlung komplizierter Tumore

Verlaufsbeurteilung einer homöopathischen Krebsbehandlung

Die Q-Potenzen

Unterschiede zwischen LM- und Q-Potenzen

Die Bewertung der Reaktionen auf Q-Potenzen

Anwendungsregeln für Q-Potenzen

Die Plussing-Methode nach Ramakrishnan

Die homöopathische Begleittherapie bei Chemotherapie

Die homöopathische Begleittherapie bei Bestrahlungen

Homöopathische Mittel bei Bestrahlungen

Röntgenstrahlung

Papillomaviren und Krebsentstehung

Mein Weg zur Homöopathie

Teil 2

Krebsfälle - dokumentierte Kasuistiken

Fall 1 Metastasiertes Melanom mit Metastasen in der Axilla

Fall 2 Inoperables fortgeschrittenes Prostatakarzinom (Gleason-Score 9)

Fall 3 Brustkrebs mit multiplen Lungenmetastasen

Fall 4 Invasives follikuläres Schilddrüsenkarzinom

Fall 5 Metastasierter Bauchspeicheldrüsenkrebs

Fall 6 Metastasiertes Nasopharynxkarzinom

Fall 7 Metastasiertes Ovarialkarzinom

Fall 8 Metastasiertes Melanom mit kutanen Metastasen

Fall 9 Brustkrebs nicht operiert - geheilt mit Homöopathie

Fall 10 Brustkrebsrezidiv

Die organotrope Behandlung komplizierter Tumorfälle:

Fall 11 Ossär und pulmonal metastasiertes Schilddrüsenkarzinom

Fall 12 Malt-Lymphom und Knochen-TBC einer netten Dame und Melanom bei einem Hund

Schlusswort

Vorwort von Dr. Dario Spinedi

Mit Freude schreibe ich ein Vorwort zum vorliegenden Werk, das eine Anleitung zur Tumorbehandlung mit homöopathischen Heilmitteln ist.

Das Buch enthält einen theoretischen und einen praktischen Teil mit Fallbeispielen. Im theoretischen Teil findet sich viel Wissen der alten homöopathischen Klassiker von Hahnemann (die Q-Potenzen und ihre wichtigsten Grundlagen) über Kent (die Kent‘sche Skala) zu Pierre Schmidt, der das ganze Wissen von Kent nach Europa hinübergebracht hat, weiter zu Künzli von Fimmelsberg, der seinerseits unermüdlich während mehr als dreißig Jahren das Repertorisieren in unzähligen Kursen gelehrt und der reinen Lehre von Hahnemann und Kent zur Hochblüte verholfen hat.

Pierre Schmidt und Künzli haben die meisten Q-Potenzen der wichtigsten Heilmittel, die wir in der Klinik verwenden, selber von Hand hergestellt. Auch das Wissen der homöopathischen Tumorspezialisten wie Burnett, Clarke, Grimmer, Eli Jones, Schlegel, H. Barthel, Pareek, Ramakrishnan und anderen finden wir im vorliegenden Buch.

Dieses unschätzbare Erbe habe ich von meinem Lehrer Dr. Künzli mit großer Dankbarkeit entgegengenommen und versucht, dieses in den vergangenen zwanzig Jahren in vielen Seminaren und Supervisionen weiterzugeben. In den zehn Arbeitsjahren in der Clinica Santa Croce sind auch die Beobachtungen nach Verwendung der Q-Potenzen gemacht und systematisch zusammengestellt worden, analog der zwölf Beobachtungen von Kent nach der Gabe von C-Potenzen.

Es freut mich daher besonders, dass Dr. Wurster nun nebst der großen Arbeitsbelastung durch seine Tätigkeit in der Clinica Santa Croce die Energie und Zeit gefunden hat, diesen theoretischen Teil - dessen Beachtung bei der Behandlung aller chronischen Krankheiten wichtig ist - mit einem speziellen Bezug zur Tumorbehandlung zu publizieren.

Was mich speziell freut, sind seine Kasuistiken, die aufgrund sauberer Überlegungen so ausgeführt werden, dass gut nachvollziehbar ist, warum ein Heilmittel verabreicht wurde.

Die Schritte sind klar vorgezeichnet:

a)  eine vollständige Anamnese

b)  das Sammeln der Symptome

c)  das Werten der Symptome

d)  die Suche im Repertorium

e)  bei schwierigen Fällen die Aufstellung eines Therapiekonzeptes, bei welchem man dann oft vom organotropen zum konstitutionellen Mittel den gewundenen Weg der Krebsbehandlung geht

f)  miasmatische Überlegungen aufgrund der Kenntnisse der klinischen Zeichen der Miasmen

g)  das Wissen um die iatrogenen Schädigungen des Körpers durch Strahlen- und Chemotherapie und um die homöopathischen Arzneien zu deren Heilung.

Die Dosierung der Heilmittel ist auch immer nachzuvollziehen: In der kritischen Phase, wenn der Patient noch in einem gefährlichen Krankheitsstadium ist, wie zum Beispiel bei Metastasierung, Rückfällen des Tumorleidens, bei stark geschwächter Lebenskraft und energieraubenden Therapien wie Chemo- und Strahlentherapie, werden vorwiegend Q-Potenzen verabreicht. In manchen Fällen während Monaten oder gar Jahren. Wenn der Patient aus der kritischen Phase herausgeführt ist, geht man zur Kent‘ schen Skala mit C-Potenzen über.

Alle diese Schritte haben wir an unzähligen Patienten in der Clinica Santa Croce in den vergangenen Jahren geübt und in täglicher Supervision gemeinsam in der Ärztegruppe besprochen und so im Laufe der Jahre unsere Einsicht und Arbeit immer mehr verfeinern können.

Die schönen Kasuistiken von Dr. Wurster sind ein Abglanz dieser Zusammenarbeit und eine Visitenkarte für die Arbeit, welche die Kolleginnen und Kollegen in unserer Klinik leisten. Alle Mitarbeitenden haben mit ihrem Einsatz und ihrer Opferbereitschaft dazu beigetragen, dass Herr Dr. Wurster diese sehr schöne Arbeit präsentieren kann, die prädestiniert ist, ein Standardwerk der homöopathischen Onkologie zu werden.

Es sei ihm an dieser Stelle nochmals gedankt, für seinen großen und geschätzten Einsatz als Arzt in unserer Abteilung und dafür, dass er das Wissen um unsere Arbeit einem breiten Publikum zur Verfügung stellt, in der Hoffnung, dass möglichst viele Behandler und Betroffene zu ihrem Wohle daraus schöpfen können.

Dr. Dario Spinedi

Orselina, den 01.10.2006

 

Einleitung

und Einführung zur überarbeiteten und erweiterten Neuauflage (2015) diesesBuches nach 10 Jahren

Nachdem mein Vortrag über die Behandlung metastasierter Karzinome auf dem 60. Welt-Liga-Kongreß für Homöopathie in Berlin 2005 so großen Anklang gefunden hat, wurde ich von mehreren Seiten gebeten, den Vortrag zu veröffentlichen, damit das Wissen und die Fälle nicht verloren gehen.

Wir überlegten , ein kleines Büchlein daraus zu machen und den Vortrag zu erweitern, indem die Fälle ausführlicher dargestellt werden, um sie für den interessierten Leser noch nachvollziehbarer und praxisorientierter zu gestalten. Beim Zusammenschreiben dieser Fälle entschloss ich mich dann noch, viele weitere fortgeschrittene Tumorfälle aus meiner Praxis hinzuzufügen, um die Herangehensweise bei komplizierten Tumorfällen weiter zu verdeutlichen. Das Buch soll vor allem dazu dienen, dass durch die Theorie und die genau dokumentierten Fälle mit ausführlichen Repertorisationen die homöopathische Krebsbehandlung nachvollziehbar und erlernbar wird. Die Reaktionen auf die Q-Potenzen und die Behandlungsstrategien bei Chemotherapie und Bestrahlung schienen mir so wichtig, dass ich sie auch in diesem Buch präsentiere, damit viele Menschen von einer guten homöopathischen Therapie profitieren können. Es war mir auch sehr wichtig, die Schwierigkeiten, die sich im Laufe einer Krebsbehandlung ergeben können, deutlich darzustellen und anhand der Fälle zu zeigen, wie meine Denkweise in den einzelnen Fällen war. Wenn man Krebspatienten behandelt, dann leidet man selbst sehr stark, da man am Anfang des gemeinsamen Weges oft nicht weiß, wie lange der Weg noch geht.

Es ist wichtig, die verschiedenen Ebenen der Krebsbehandlung erkennen und anwenden zu können, um selbst in scheinbar aussichtslosen Fällen Erfolg zu haben. Nach 17 Jahren homöopathischer Krebsbehandlung in einer von meinem hoch geschätzten Lehrer Dr. Dario Spinedi geleiteten Klinik im Tessin und nach der Behandlung von über 1.000 eigenen Tumorpatienten möchte ich nun meine Erfahrungen weitergeben. Das Wissen, welches ich im Laufe der Jahre angesammelt habe, stammt aus der klinischen Praxis am Krankenbett und der jahrelangen Betreuung und Behandlung krebskranker Menschen. Es gibt viele Theorien über homöopathische Krebstherapie, aber es gibt wohl in der heutigen Zeit nur wenige Ärzte, die fast ausschließlich Krebspatienten unter klinischen Bedingungen behandeln. Es wäre ein großer Fortschritt, wenn mehr Ärzte beginnen würden, mithilfe der Homöopathie Krebspatienten zu behandeln.

Die Homöopathie wird oft angegriffen und als wirkungslos erklärt, aber dass dies nicht der Fall ist und dass selbst in fortgeschrittenen Fällen eine Heilung oder zumindest eine Verbesserung der Lebensqualität möglich sein kann, werde ich hier an zwölf Tumorfällen verdeutlichen. Ähnlich wie Dr. J. Compton Burnett in seinem Buch „Fünfzig Gründe warum ich Homöopath bin“ versuchte, anhand von geheilten Fällen einen Arzt von der Homöopathie zu überzeugen. Ich möchte hier mit meinen Falldarstellungen und der dazugehörigen Theorie einen Weg aufzeigen, mit dem es mir in einigen Fällen gelungen ist, Krebs zu heilen. Damit man erkennt, dass es keine Einzelfälle sind oder Spontanheilungen einzelner Tumorarten, habe ich besonders Krebsfälle herausgesucht, die schon völlig „schulmedizinisch“ austherapiert waren und denen man keine Hoffnung mehr auf Heilung machte. Die Krebsfälle, die noch nicht metastasiert sind, sind einfacher zu behandeln. Ich wollte gerade an diesen fortgeschrittenen Fällen aufzeigen, welche Kraft die richtig angewandte Homöopathie hat. Die meisten Fälle in diesem Buch sind auf ihre Richtigkeit in Bezug auf die Diagnose, das Krankheitsstadium und den Verlauf von unabhängigen Ärzten der Klinik für Tumorbiologie der Universität Freiburg überprüft worden.

In der ersten Auflage dieses Buches führten wir gerade 2 Jahre eine Studie mit der Universität Freiburg durch und damals war das Ergebnis offen. Als diese die Studie 2011 nach einigen Jahren abgeschlossen war zeigte sich ein positives Ergebnis für die Homöopathie im Bezug auf die Lebensqualität bei Patienten mit fortgeschrittenen Tumorleiden.

Im Rahmen einer Studie in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Freiburg (D) wurde die Arbeit an der Clinica Santa Croce statistisch untermauert. In einer prospektiven Untersuchung an über 600 Tumorpatienten (260 homöopathisch und 380 konventionell behandelte Patienten) konnte gezeigt werden, dass die homöopathisch behandelten Patienten eine signifikante höhere Lebensqualität hatten. (Rostock et al .BMC Cancer 2011, 11:19 http://www.biomedcentral.com/1471–2407/11/19, Classical homeopathy in the treatment of cancer patients- a prospective observational study of two independent cohorts.) Diese Studie wurde 2012 mit dem Hufeland-Forschungspreis ausgezeichnet.

Wenn die Krankenkassen und Gesundheitsbehörden begreifen würden, welche Kostenersparnis mit der Homöopathie möglich ist, würde es hoffentlich eine stärkere Förderung der Homöopathie geben. Interessant ist, dass diejenigen, welche die Homöopathie am meisten kritisieren, noch keinen einzigen Patienten homöopathisch behandelt haben und meist keine Ahnung von den Grundlagen der Homöopathie haben. Man darf sich nur ein Urteil über eine Sache erlauben, die man wirklich geprüft hat. So freue ich mich besonders auf alle kritischen Leser, die vielleicht durch dieses Buch dazu angeregt werden, die Homöopathie zu studieren.

Wer offenen Herzens und klaren Verstandes ist, der sollte sich nach gründlicher Überlegung den für ihn passenden Weg aussuchen. Ich möchte mit diesem Buch alle vorurteilsfreien Ärzte dazu aufrufen, die Homöopathie als möglichen Weg anzusehen, Krebs zu behandeln und manchmal auch zu heilen. Es soll im Sinne des Wohles unserer Patienten ein Zusammenwirken von Schulmedizin und Homöopathie erfolgen, kein Gegeneinander sondern ein Miteinander. Ich wünsche mir, dass die Homöopathie an den Universitäten gelehrt werden würde und wir dadurch ein neues medizinisches Verständnis bekämen.

Wir haben zum Glück aufgrund von bestimmten Symptomenkonstellationen, die uns Hinweise auf angezeigte Mittel geben, die Möglichkeit, Tumore zurückzubilden oder wir können eine gute Krebsprophylaxe betreiben, indem wir die gestörten immunologischen Vorgänge im Organismus wieder in eine Ordnung bringen. Das Erstaunliche ist, dass bei vielen Patienten, deren Tumor mithilfe der Homöopathie zurückgegangen ist, kein spezifisches Tumormittel notwendig war, sondern ein aufgrund der Totalität der Symptome gewähltes Konstitutionsmittel. Das heißt, hätte man diesen Patienten schon Jahre vorher mit diesem Mittel behandelt, wäre es wahrscheinlich nicht zum Ausbruch des Tumors gekommen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir anfangen, schon die Kinder richtig zu behandeln, um damit die beste Krebsprophylaxe zu betreiben. Wir haben mit der Homöopathie eine Heilmethode in der Hand, die es uns ermöglicht, die Gesundheit wiederherzustellen und Krebs zu verhindern und auch zu heilen.

10 Jahre nach Erscheinen der ersten Auflage dieses Buches fragten mich immer wieder viele Menschen, ob die hier dargestellten Patienten wohl immer noch leben, oder ob die Heilungen nur von kurzer Dauer waren. In dieser erweiterten Neuauflage schildere ich den Verlauf der Patienten über weitere 10 Jahre und die meisten der Patienten mit fortgeschrittenen Tumorleiden leben Dank der Homöopathie immer noch. Die letzten 17 Jahre haben wir in der Clinica St. Croce viele hundert Tumorpatienten behandelt und die dokumentierten Heilerfolge zeigen das die Homöopathie ein wichtiger Faktor ist, um schwere Pathologien wie Krebs zu heilen. Mit Hilfe der richtigen homöopathischen Mittel wird das Immunsystem des Patienten wieder in die Lage versetzt den Tumor als Tumor zu erkennen. In diesem Buch wird anhand schwerster fortgeschrittener Tumorfälle gezeigt, dass eine Heilung möglich ist, wenn es gelingt das Immunsystem des Patienten wieder in die richtige Ordnung zu bringen. Ich glaube auch dass man irgendwann von der gängigen Vorstellung abkommen wird, dass es sich beim Krebs um ein lokales Geschehen handelt. Chemotherapien und Bestrahlungen werden zunehmend ihren Stellenwert in der modernen Krebstherapie verlieren und es werden vornehmlich Immuntherapien eingesetzt werden. Eine wunderbare Immuntherapie ist die Homöopathie.

Dr. med. Jens Wurster

Orselina, den 01.10.2006 und erweitert am 31.7. 2015

 

Wichtige Anmerkung für die Kritiker der Homöopathie undmeine Kritiker im speziellen

Seit dem ersten erscheinen meines Buches sind mittlerweile über 10 Jahre vergangen und ich behandle insgesamt schon über 17 Jahre Krebspatienten mit Hilfe der Homöopathie.

Die meisten Patienten aus diesem Buch, denen man schulmedizinisch keine Chance mehr auf eine Heilung eingeräumt hat leben aber Dank der Homöopathie nach über 10 Jahren immer noch und ich werde den Verlauf hier weiter dokumentieren.

Inzwischen habe ich auf meinen Seminaren und Vorträgen noch mehr aufgegebene und „unheilbare“ Patienten vorgestellt, die Dank einer intensiven homöopathischen Behandlung gesund geworden sind. Aber es ist natürlich so, das je mehr man Erfolg hat desto lauter schreien die Kritiker.

Das erinnert an Herrn Palmström in dem schönen Gedicht „Die unmögliche Tatsache“ von Christian Morgenstern: „ ‚Weil‘, so schließt er messerscharf, ‚nicht sein kann, was nicht sein darf!‘ “ Wie kann die Homöopathie denn wirken, wenn doch angeblich nichts drin ist und ab der D23 sogar kein einziges Molekül der Ausgangssubstanz mehr enthalten ist?

Man warnt vor der Homöopathie, weil es einer Nichtbehandlung gleich käme.

Verschiedene Kritiker wollen immer wieder die Homöopathie verbieten oder ins Lächerliche ziehen, obwohl sie keine Ahnung von der Anwendung der Homöopathie haben. Sollten diese Kritiker nicht vorgehen wie echte Wissenschaftler und sich fragen, wie es möglich sein kann, dass etwas wirkt was man NOCH nicht beweisen kann? Ist es nicht die Eigenschaft aller großer Erfinder und Entdecker gewesen, das Unmögliche zu hinterfragen und empirische Beobachtungen gelten zu lassen? Wenn wir uns nur einmal Prof. Ignaz Semmelweis (1818–1865) vor Augen führen, der vor über 150 Jahren von der Wissenschaft der Lächerlichkeit Preis gegeben wurde, weil er forderte dass sich die Ärzte nach den Leichensektionen doch bitte die Hände desinfizieren sollten, bevor sie zur Entbindung junger Frauen gingen um das Kindsbettfieber zu vermeiden. Im 19. Jhdt. starben noch 30% der Wöchnerinnen an Kindsbettfieber. Er erkannte, dass es so etwas wie eine Art ansteckendes Agens geben muss, weil er sah, dass die jungen, gesunden Frauen nach der Untersuchung der Ärzte schwer erkrankten und viele am Kindsbettfieber starben. In seinem Krankenhaus verstarben viel weniger Frauen an Kindsbettfieber, wenn sich die Ärzte nach der Leichensektion die Hände wuschen.

Semmelweis wurde seinerzeit von der Ärztezunft wegen seiner „abstrusen“ Ideen verlacht und letztendlich in der Psychiatrie totgeschlagen.

1879, also 14 Jahre nach Prof. Semmelweis‘ Tod, identifizierte der französische Naturwissenschaftler Louis Pasteur (1822–1895) Streptokokken als Haupterreger des Kindbettfiebers. 1888 gelang dann schließlich dem Pathologen William Robert Smith aus dem Blut einer Frau das Bakterium Streptococcus pyogenus zu isolieren.

Heutzutage ist es selbstverständlich, das man sich desinfiziert, weil inzwischen jeder weiß, dass es Bakterien gibt, die man früher ohne Mikroskop einfach noch nicht sehen konnte. Aber nur weil man sie nicht sehen konnte, heißt das nicht, dass sie nicht existieren können.

Die Wissenschaft entwickelt sich immer weiter. Es werden immer neue Postulate aufgestellt und zu jedem Zeitpunkt ist die Forschung an ihrem Höhepunkt angekommen. So war die Entdeckung der Viren ein gewaltiger Schritt. Man wusste, das es wohl nichts Kleineres mehr geben kann. Noch vor 30 Jahren hatte man gesagt, das Viren immer eine DNA und eine Virushülle haben müssen; wer etwas anders behaupte sei inkompetent. Heutzutage hat die Wissenschaft DNA-lose Viren entdeckt und es wurden PRIONE entdeckt, die noch kleiner als Viren, sogar nur sonderbar gefaltete Proteinstrukturen sind, die aber z.B. die Kreuzfeld Jakob Krankheit (BSE bzw. Rinderwahn) auslösen können.

So, wie die Forschung voranschreitet, wird unser Wissen um die Zusammenhänge der Medizin vielleicht bald veraltet sein. Wäre es da nicht an der Zeit, ganz neue Wege zu gehen und statt das Unerklärliche einfach abzulehnen, zu hinterfragen, wie es möglich ist, dass Krebspatienten, die voller Metastasen waren, mit Hilfe der Homöopathie gesund geworden sind?

Zum Glück gibt es noch viele ernsthaft denkende und suchende Ärzte und Wissenschaftler, die die Wirkung sehen und nun ein Zusammenarbeiten der traditionellen Medizin und der Homöopathie suchen.

Hierzu möchte ich kurz von einem eindrücklichen Erlebnis mit einem ernsthaften Wissenschaftler berichten. Ostern 2010 verbrachte ich mit meiner Familie und zwei Hunden an der ligurischen Küste. Wir nahmen gerade das leckere Ostermenü ein, als meine Frau mit der Dame am Nachbartisch, die ebenfalls Hundebesitzerin war, auf die üblichen Hundethemen zu sprechen kam. Gelangweilt starrten die beiden Ehemänner Löcher in die Luft, bis plötzlich die unbekannte Dame voller Stolz zu erkennen gab, dass ihr Mann Arzt sei. Darauf meinte meine Frau, dass auch ihr Mann (also ich) Arzt sei. Worauf die andere noch stolzer sagte: „Aber mein Mann ist Chefarzt!“ Darauf meldete ich mich zu Wort und sagte: „Ich bin HOMÖOPATH.“

Ich dachte schon, das ganze Osteressen mit dieser schändlichen Äußerung verdorben zu haben, aber es entwickelte sich ein sehr intensives Gespräch. Dr. Berghäuser erzählte mir, dass er seit über 20 Jahren Tumorzellforschung betreibe und besonders viele Mesotheliomzelllinien besitzt.

Als ich ihm dann erzählte, dass wir eine Patientin mit einem Bauchfellmesotheliom in der Klinik hatten, welches NUR mit Hilfe der Homöopathie geheilt werden konnte, wurde er hellhörig. Ich erzählte ihm die Geschichte von der Frau, die sieben Jahre keine Kinder bekommen konnte und dann einen Ascites im Bauch entwickelte. Dann stellte man das Mesotheliom fest. Ich erzählte ferner, dass die Ärzte in Deutschland ihr eine spezielle Chemotherapie bei offenem Bauchraum geben wollten, um ein eventuelles Überleben zu erreichen. Aber als der Arzt dann zu ihr sagte: „Kinder können Sie dann natürlich sowieso vergessen, es geht schließlich um Leben und Tod“, wusste sie, dass sie einen anderen Weg gehen musste. Sie wollte den homöopathischen Weg gehen, und so kam sie zu uns in die Klinik.

Sie ist Dank der Homöopathie inzwischen vollkommen geheilt und hat zwei gesunde Kinder zu Welt gebracht. Den Fall habe ich in der AHZ veröffentlicht (Wurster J., Hartmann M.: Der Wert der Prognose bei Krebspatienten – eine kritische Betrachtungsweise mit erstaunlichen Ergebnissen. AHZ 2011; 256 (4): 22–28)

Jedenfalls war Dr. Berghäuser erst sehr skeptisch, wie eine Heilung mit der Homöopathie möglich sein soll. Nach gutem Wein und ausgiebigem Essen postulierten wir beide, dass es doch echt wissenschaftlich sei, wenn wir die homöopathischen Mittel an seinen Tumorzelllinien testen um zu sehen, ob wir überhaupt Effekte nachweisen können, da ja schließlich kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr enthalten sei. So tauschten wir E-Mail Adressen aus und ich dachte, dass ich wohl sicher nichts mehr hören werde. Aber nach 5 Monaten bekam ich eine Email von ihm, dass ihn die Geschichte mit dem geheilten Mesotheliom und der Homöopathie einfach nicht losgelassen hat. Und so taten wir uns zusammen und begannen bestimmte homöopathische Mittel an Tumorzelllinien zu testen. Das Resultat erstaunte ihn mehr als mich. Er konnte nachweisen das bestimmte homöopathische Mittel eine starke Hemmung auf seine geliebten Tumorzelllinien ausübten, die teilweise stärker war als manches Chemotherapeutikum. Das Erstaunlichste für ihn war aber, dass vor allem die hohen Potenzstufen, also C30 und C200 die größte Tumorzellhemmung hatten, D6 oder D12 dagegen viel weniger. Aber ab der D23 ist doch kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr enthalten? Es ist ‚offiziell‘ nichts drin, und dennoch zeigt es Wirkung. Da wird der echte Denker und Wissenschaftler hellhörig. Und dann begannen wir die nächsten Jahre, verschiedene Zelllinien von verschiedenen Tumorarten systematisch auszutesten. Wir stießen immer wieder auf reproduzierbare Ergebnisse. Es war uns sozusagen die Sensation des Jahrhunderts gelungen, endlich einen wissenschaftlichen Wirkungsnachweis für die Homöopathie zu erbringen. Voller Freude wollten wir diese Erkenntnisse in der Zeitschrift Lancet veröffentlichen. Dies wurde jedoch zielgerecht abgelehnt.

Meine Forschungen über Papillomaviren und meine Hypothesen, die ich 1999 über den molekurlagenetischen Zusammenhang zwischen Papilllomaviren und Krebsgeschehen sowie die Reaktivierung von Tumorsupressorgenen mit Hilfe der Homöopathie aufstellte, haben sich inzwischen alle bestätigt. Im Jahr 2008 wurde dafür sogar der Nobelpreis vergeben.

Die Zukunft der Krebsmedizin wird in Immuntherapien liegen, die das Immunsystem anregen, den Tumor als solchen zu erkennen, so dass er vom eigenen Immunsystem bekämpft wird.

Die Diagnose Krebs trifft immer mehr Menschen. Operation, Chemotherapie und Bestrahlung beseitigen nie die Ursache dafür, dass der Organismus Krebs entwickelte. Die meisten Patienten unserer Klinik sind Patientinnen mit Brustkrebs, die sich 2–3 Jahre nach konventioneller Therapie mit Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie bei uns mit einem erneuten Rezidiv vorstellen.

Man hat zwar den Tumor herausgeschnitten, aber man hat nicht das inaktive Immunsystem behandelt, man hat nicht den gesamten Menschen behandelt und erkannt warum er überhaupt krank geworden ist. Mit einer ausführlichen homöopathischen Anamnese kann man oft die wahren Hintergründe und Zusammenhänge einer Krebserkrankung ergründen und dann neue Wege eröffnen.

Es ist interessant, dass 80% der Onkologen die Therapie, die sie ihren Patienten empfehlen, bei sich und ihrer Familie nicht anwenden würden (siehe die entsprechende Münchner Studie: 8 von 10 Ärzten lehnen für sich und ihre Familienangehörigen eine Chemotherapie ab: Quelle: EHK 2006; 55:84–89)

Die Gesellschaft für biologische Krebsabwehr e.V. kritisierte am Weltkrebstag im Februar 2015, dass mitunter offenkundige finanzielle Interesse forschender Pharmaunternehmen in der Krebstherapie. Viele Wirksamkeitsstudien testen nur Arzneimittel, die auch einen hohen Gewinn versprechen, während erfolgversprechende, kostengünstige Therapien stark vernachlässigt werden. Die wirtschaftliche Perspektive sollte man aber in der Krebsforschung nicht als das Hauptkriterium gelten lassen. Warum will eigentlich kein Pharmaunternehmen die Fälle von „Spontanheilungen“ mit Homöopathie untersuchen, oder warum interessiert sich niemand wirklich, wie man eine Krebsprophylaxe mit Hilfe von Homöopathie, Ernährung und Sport bewirken kann?

„Evidenzbasierte Medizin“ gilt hierzulande als höchster Standard in der Krebstherapie. Die Wirkung von Medikamenten muss bewiesen sein. Das ist der Anspruch. „Wir halten es für einen Mythos, dass Wirksamkeitsstudien objektiv sind und nur die besten Medikamente zum Einsatz kommen,“ sagt Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V. (GfBK) in Heidelberg. „Auf den Markt kommt oft das, was Gewinn verspricht.“

Die meisten randomisiert kontrollierten Studien, die oft mehrere Millionen Euro kosten, sind von Pharmaunternehmen finanziert. Die Zeitschrift Der Spiegel geht hiervon bei 80 Prozent der Arzneimittelstudien aus. „Pharmaunternehmen testen vorzugsweise Arzneimittel, an denen sie selbst verdienen können,“ so Dr. med. Gunver Kienle vom Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie (IFAEMM) e.V. und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der GfBK. Nichtpharmakologische und kostengünstige Therapien würden vernachlässigt. Erfolgversprechende Therapien ohne Aussicht auf breite Vermarktung und Gewinn seien Verlierer der Forschungsgesellschaft, sagte Prof. Dr. Harald Sommer vom Klinikum der Universität München.

Der Wirksamkeitsnachweis bei Krebsmedikamenten ist oft die Verlängerung des Gesamtüberlebens, selbst wenn es nur ein paar Wochen sind. Aber die Lebensqualität und die Nebenwirkungen dieser Therapien werden oft nicht herangezogen. Ich habe viele Patienten gehabt, die in solchen Wirksamkeitsstudien waren und wenn es ihnen dann schlecht ging und schlimme Nebenwirkungen oder sprunghaftes Tumorwachstum aufgetreten ist, dann wurden diese Patienten aus der Studie mal eben ausgeschlossen, denn sonst würde die positive Statistik durcheinandergeraten.

Wirksamkeit ist nicht gleich Nutzen für Patienten

Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr empfiehlt, ein kritisches Augenmerk auf die Kriterien zu werfen, die für die Wirksamkeit von Krebsmedikamenten herangezogen werden. So ließ die Europäische Arzneimittelagentur EMA 2011 den Angiogenesehemmer Avastin® als Zusatz zur Chemotherapie für die Behandlung bei neu diagnostiziertem Ovarialkarzinom zu. Grundlage waren zwei Studien, in denen das progressionsfreie Überleben um wenige Monate verlängert wurde. Die US-Arzneibehörde FDA fordert bei Krebsmedikamenten als Nachweis der Wirksamkeit eine Verlängerung des Gesamtüberlebens. Allerdings entzog die US-Arzneibehörde FDA Ende 2011 dem Medikament die Zulassung zur Behandlung von metastasierendem Brustkrebs. Laut FDA können lebensbedrohliche Nebenwirkungen auftreten, ohne dass es Belege für eine Verlängerung der Lebenszeit oder -qualität gibt. Avastin® wird in Deutschland weiterhin für verschiedene Krebsarten genutzt und kostet 3.000 bis 6.000 Euro im Monat. Diese teure Therapie, dessen Wirkung umstritten ist, wird meist von den Krankenkassen bezahlt. 2013 machte der Pharmahersteller Roche mehr als sechs Milliarden Schweizer Franken Umsatz mit Avastin®. Bei der Definition von Wirksamkeit würden oft wichtige Faktoren wie Lebensqualität vernachlässigt, so die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr. Dies fördere die Tendenz zur Übertherapie. Ein Beispiel ist die palliative Chemotherapie bei Krebspatienten mit Metastasen. Eine aktuelle Studie aus den USA (Wright AA/BMJ2014) fand heraus, dass es den Patienten damit deutlich schlechter ging und sie sogar zum Teil kürzere Zeit lebten als die Patienten ohne Chemotherapie. Nach Ansicht der GfBK geht es in der palliativen Medizin aber darum, schwer kranken Menschen ein Leben in Geborgenheit und Würde zu ermöglichen und möglichst lange eine gute Lebensqualität aufrechtzuerhalten.

Es ist auch interessant, dass immer mehr Ärzte in unserer Behandlung kommen, und sogar die Homöopathie-Kritiker schicken ihre Verwandten. Als ich einen von ihnen, der viele Berichte gegen die Homöopathie schrieb, fragte, warum ich denn seinen Vater wegen Prostatakrebs homöopathisch behandeln soll, wo er doch so dagegen ist, sagte er nur, man müsse dem Mainstream Folge leisten. Ich habe dann seinen Vater homöopathisch behandelt. Nach nun 3 Jahren Behandlung geht es ihm immer besser.

Da gibt es Kritiker, die manche Heilungsberichte auf unsrer Homepage verbieten wollten, weil sie falsche Hoffnungen wecken würden. Sie alle habe ich gefragt, ob sie eine bessere Behandlungsmethode anbieten könnten, die diesen oft austherapierten Patienten helfen könnte. Wer behandelt denn Patienten, die von der Schulmedizin aufgegeben worden sind, die nach etlichen Chemotherapien am Ende sind und deren Tumor sich unaufhaltsam ausbreitet. Diese Homöopathie-Kritiker sicher nicht. Ich sage nicht, dass diese Menschen alle mit Hilfe der Homöopathie geheilt werden können, denn oftmals ist das Immunsystem durch die vielen Chemotherapien oder Bestrahlungen schon so zerstört, dass es gar nicht mehr reagieren kann. Wir geben aber nie die Hoffnung auf, nehmen uns der Patienten in Not an und versuchen, deren Immunsystem wieder in Gang zu bringen, um so die Tumoren zurückzubilden. Wenn wir einen Patienten mit einem fortgeschrittenen Tumorleiden als Patienten annehmen, dann ist das ein sehr schwieriger, aber gemeinsamer Weg. Der Arzt versucht mit dem Patienten zusammen den richtigen Weg zu finden. Wenn wir Glück haben, können wir ihn heilen, aber in vielen Fällen begleiten wir den Patienten lange durch die Krankheit und versuchen die Lebensqualität zu verbessern; am Ende begleiten wir ihn auch noch auf dem letzten Weg in den Tod. Denn die Homöopathie ist selbst in den letzten Stunden des Lebens eine wunderbare Hilfe, um z.B. die Angst vor dem Tod zu nehmen.

Ich habe inzwischen Patienten, die ich auf meinen Seminaren auch schon vorgestellt habe, die selbst mit metastasierten Pankreaskarzinomen, der Tumorart mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 6 Monaten, nach 10 Jahren Dank der Homöopathie immer noch am Leben sind (Wurster, J.: Pankreaskarzinom. HZ II 2015 / S.10–23).

Ich habe einige Kritiker aufgefordert, sie möchten sich meinen geheilten Patienten, die man bereits aufgegeben hatte, doch bitte gegenüber setzen und ihnen erklären, dass die Homöopathie nicht wirken kann.

Bis zum heutigen Tage hat sich noch keiner von ihnen bei mir gemeldet.

 

Teil 1:

Einführung in die Homöopathie

Samuel Hahnemann (1755–1843), der Begründer der Homöopathie, entwickelte ein Heilsystem, welches auf dem Prinzip der Heilung von Ähnlichem durch Ähnliches basiert: „Similia similibus curentur“. Hahnemann erkannte das homöopathische Prinzip, als er 1790 einen Selbstversuch mit Chinarinde unternahm. Er wusste, dass Zustände von Wechselfieber (Malaria) mit hohen Dosen von Chinin behandelt werden und dass Chinin bei Gesunden in hoher Dosierung ähnliche Zustände wie bei Wechselfieber hervorruft. Das bedeutet, dass ein Arzneimittel, welches bei einem Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen kann wie bei einem ähnlichen Krankheitsbild, auch in der Lage ist, diesen Zustand zu heilen. Das Simileprinzip war geschaffen. Wenn z.B. ein Gesunder eine Dosis Arsenicum-album einnimmt, wird er verschiedenartige Symptome entwickeln. Wahrscheinlich wird er sich übergeben, Durchfälle mit reiswasserartigem Stuhl, schnellen Pulsschlag mit Erschöpfung, starkes Frieren und eine innere Unruhe mit Ängstlichkeit bekommen. Entsprechend dem homöopathischen Ähnlichkeitsgesetz werden Patienten mit einem ähnlichen Krankheitsbild (z.B. ein Zustand nach einer Fischvergiftung) durch homöopathisch potenziertes Arsenicum-album geheilt. Hahnemann erkannte, dass eine winzige Menge des potenzierten Arzneistoffes genügt, um die Lebenskraft des Patienten so anzuregen, dass die Krankheit vertrieben werden kann. Hahnemann entdeckte, dass durch Verreibung, Verdünnung und Verschüttelung der Arzneisubstanzen spezielle Kräfte frei werden, die in den Ursubstanzen so nicht zu finden sind. Beispielsweise Natrium-muriaticum, das gewöhnliche Kochsalz entwickelt erst im potenzierten Zustand die Fähigkeit eine Vielzahl von Krankheiten zu heilen (Migräne, Psoriasis, Beschwerden durch Kummer etc.). Um herauszufinden, welche Symptome die Arzneisubstanzen hervorbringen und damit letztlich auch heilen können, begann er mit Arzneimittelprüfungen. Er nahm mehrere Dosen einer potenzierten Arznei mehrere Tage hintereinander ein und begann, dann ganz ausführlich jedes einzelne Symptom, sei es körperlicher Natur oder auch psychische Veränderungen, zu notieren. Diese Gesamtheit der Symptome aus den jeweiligen Arzneimittelprüfungen ergibt das sogenannte Arzneimittelbild. Es wurden inzwischen über 1.000 Arzneimittelprüfungen durchgeführt, welche in Arzneimittellehren (Materia Medica) nachzulesen sind. Um das richtige individuelle Heilmittel für den Patienten und die Krankheit zu finden, muss das ähnlichste Mittel gewählt werden. Hahnemann hat in seinem „Organon der Heilkunst“ die genaue Vorgehensweise beschrieben. Es genügt nicht, nur die Symptome des Patienten mit denen aus der Materia Medica zu vergleichen, da mehrere Mittel ähnliche Symptome aufweisen.

Man muss, um ein Arzneimittel mit Gewissheit auswählen zu können:

1.

Erkennen, was an einem Krankheitsfall insbesondere zu heilen ist (Organon §3)

2. Krankheitserhaltende Ursachen beseitigen (Organon § 4)

3. Aufnahme der Gesamtheit der Symptome, die die Krankheit repräsentieren (§7)

4. Wertung der Symptome

a) Auffallende und sonderliche Symptome (§ 153)

b) Geistes- und Gemütssymptome

c) Allgemeinsymptome (Schlaf, Speisen, Menstruation etc.)

d) Lokalsymptome (gewöhnliche Symptome, wie Juckreiz etc.)

e) Causa (Krankheitsauslöser, z.B. Verletzungen, Sonnenstich etc.)

f) Pathologie, miasmatische Betrachtungen (Impffolgen, Infektionen etc.).

Nach gründlicher Anamnese und Symptomenerhebung, erfolgt eine Analyse und Wertung der Symptome, die Hinweise auf die Arzneimittelwahl geben sollen. Hierin besteht auch die größte Schwierigkeit, zu erkennen welche Symptome dem Wesen der Krankheit und der des Patienten entsprechen.

Für die Arzneimittelwahl sind vor allem die „…auffallenden, sonderlichen, ungewöhnlichen und eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome des Krankheitsfalles, besonders und fast einzig fest ins Auge zu fassen; denn vorzüglich diesen, müssen sehr ähnliche, in der Symptomenreihe der gesuchten Arznei entsprechen, wenn sie die passendste zur Heilung sein soll….“ (Organon § 153).

Des Weiteren ist der Geistes- und Gemütszustand des Kranken sehr wichtig, da sich bei jeder Krankheitsmanifestation auch ein ganz eigener individueller Gemütszustand findet: „Dieser geht soweit, dass bei homöopathischer Wahl eines Heilmittels, der Gemütszustand des Kranken oft am meisten den Ausschlag gibt, als Zeichen von bestimmter Eigenheit, welches dem genau beobachtenden Ante unter allen am wenigsten verborgen bleiben kann“ (Organon § 211). Zur Erfassung des Geistes- und Gemütszustandes muss man den Menschen in seinem Inneren erkennen können. Da es aber schon schwierig ist, sich selbst zu erkennen, bedarf es hier einiger Hilfsmittel. Das Unbewusste zeigt sich u.a. in den Träumen, Fantasien, Bildern und Wünschen eines Menschen. Die verborgenen Bilder der Seele können z.B. durch Träume zutage treten. Wenn ein Patient berichtet, er habe in der Nacht geträumt, dass ihn ein riesiger Löwe angegriffen hat, so ist es sehr wichtig, was für ein Gefühl der Patient in dem Traum hatte oder welche freie Assoziation er zum Begriff Löwe hat. Das Grundgefühl in dem Traum kann dann Hinweise auf die Arzneimittelwahl geben. In diesem Fall könnte es u.a. ein Hinweis auf Phosphor sein, wenn der Patient berichtet, dass sein Gefühl eine Angst getötet zu werden war. Dieser Gemütszustand ergibt dann einen Hinweis auf ein homöopathisches Mittel. Diese Ebenen sind in der Homöopathie seit Langem bekannt und die homöopathischen Mittel werden in chronischen Fällen meist aufgrund der Totalität der Symptome ausgewählt. In der homöopathischen Krebsbehandlung gibt es noch einige andere Behandlungsebenen, die ich in diesem Buch genauer erkläre.

Die Krebsbehandlung in der Homöopathie

Die Krebsbehandlung gehört wohl zu den größten Herausforderungen in der Homöopathie, da man sehr gewissenhaft arbeiten muss, um die richtige Arzneimittelwahl zu treffen, damit man das Tumorgeschehen günstig beeinflussen kann, um letztendlich auch Tumore heilen zu können. Bei der homöopathischen Krebsbehandlung ergeben sich oftmals Schwierigkeiten zu erkennen, welche Symptome man zur Mittelwahl heranziehen soll.

Wenn Patienten initial mit einem Tumor zu uns in die Klinik kommen, der noch nicht vorbehandelt ist, haben wir meist ein klareres Bild der allgemeinen Symptome des Patienten und der Tumorsymptome und wir können somit leichter die Mittelwahl treffen. Es hat sich über die Jahre gezeigt, dass die beste Konstellation bei der Krebsbehandlung die ist, wenn das Konstitutionsmittel des Patienten auch dem Tumormittel entspricht. Das heißt, wenn die jetzt angezeigten Symptome des Patienten einerseits die aktuellen Tumorsymptome und andererseits die historischen Symptome des Patienten decken. Aber was machen wir, wenn der Fall miasmatisch kompliziert ist, oder wann muss oder darf man organotrop behandeln? Ich werde später in den Fallbeispielen alle Ebenen der Krebsbehandlung genau erklären. Machen wir aber zuerst einen kleinen Rückblick in die Geschichte, wer denn überhaupt schon Krebs homöopathisch behandelt hat und mit welchen Erfolgen.

Sind es verschiedene Konzepte gewesen, spezielle Dosierungen oder ganz spezifische Mittel, welche Krebsheilungen vollbracht haben?Wir müssen natürlich bei Hahnemann beginnen, der uns mit der 6. Auflage des „Organon der Heilkunst“ ein großartiges Werkzeug in die Hand gegeben hat. Wir betrachten zuerst einige Paragrafen aus dem Organon, die für die Behandlung von Krebs wichtig sind.

Dazu schreibt Hahnemann im Organon § 171:

„In den unvenerischen, folglich am gewöhnlichsten, aus Psora entstandenen chronischen Krankheiten, bedarf man zur Heilung oft mehrerer, nacheinander anzuwendender antipsorischer Heilmittel, doch so, dass jedes folgende dem Befunde der, nach vollendeter Wirkung des vorgängigen Mittels übrig gebliebenen Symptomengruppe gemäß, homöopathisch gewählt werde.“

Das ist ein wichtiger Paragraf, der uns zeigt, dass es nicht unbedingt ein Heilmittel, das sogenannte Similimum gibt, das den ganzen Fall heilt, sondern dass es Fälle gibt, bei denen man verschiedene Heilmittel verwenden muss. Wenn das zuerst angewendete Mittel seine Wirkung vollendet hat, dann kommt ein neues Mittel, welches eine andere Wirksphäre hat, die genau auf die übrig gebliebene Symptomengruppe wirkt, an die Reihe. Wir können oft in der Klinik beobachten, dass zum Beispiel Patienten mit Tumorschmerzen nach dem Rückgang der Schmerzen andere tief wirkende Mittel gegeben werden müssen oder dass aktuelle Symptome verschwinden und dann chronische Symptome hartnäckig bleiben.

In der Geschichte der Homöopathie gab es Dr. J. C. Burnett (1840–1901), der ein Spezialist für solche Mittelreihen war. Er hatte bei seinen Tumorfällen viele Ebenen der Krankheitsentwicklung, miasmatische Einflüsse, Impffolgen oder eine spezielle Ursache (Causa) mitberücksichtigt und hat Schritt für Schritt schwerste Tumore behandelt.

Bleiben wir aber noch bei Hahnemann, bei den Paragrafen 172 und 173, in denen er über die einseitigen Krankheiten spricht. Mit einseitiger Krankheit ist der Krebs gemeint. Oft hört man von vielen Homöopathen, dass man Krebs nicht behandeln kann, da wir keine Symptome hätten, auf die wir unsere Arzneimittelwahl stützen könnten.

Dazu schreibt Hahnemann § 172:

„Eine ähnliche Schwierigkeit entsteht von der allzu geringen Zahl der Symptome einer zu heilenden Krankheit, ein Umstand der unsre sorgfältige Beachtung verdient, da durch seine Beseitigung fast alle Schwierigkeiten dieser vollkommensten aller möglichen Heil-Methoden (wenn man den noch nicht vollständigen Apparat homöopathisch gekannter Arzneien abrechnet) gehoben sind.“

§ 173:

„Bloß diejenigen Krankheiten scheinen nur wenige Symptome zu haben, und deshalb Heilung schwieriger anzunehmen, welche man einseitige nennen kann, weil nur ein oder ein paar Hauptsymptome hervorstechen, welche fast den ganzen Rest der übrigen Zufälle verdunkeln. Sie gehören größtenteils zu den chronischen.“

Wir haben in jedem Krebsfall eine Menge Symptome, aber es besteht die Schwierigkeit, genau die Symptome herauszufiltern, welche das Krebsgeschehen repräsentieren. Gerade bei fortgeschrittenen Fällen, wenn wir die Ebene der Totalität bzw. der Gesamtheit der Symptome überschritten haben, weil die Krankheit einseitig geworden ist, ist es besonders schwierig. Dann ist es aber wichtig, die jetzt aktuell vorherrschende Symptomengruppe zu nehmen, die im direkten Zusammenhang mit dem Krebsgeschehen steht. Das zu wählende Mittel muss der Hauptbeschwerde des Patienten und den dazugehörigen Symptomen entsprechen. Von vielen Behandlern hört man oft, dass man Krebs nicht mehr behandeln könne, da die Lebenskraft zu schwach sei, um noch Symptome zu produzieren und die Krankheit zu einseitig geworden ist. Aber das ist natürlich falsch, man muss nur eine Trennung vornehmen zwischen den chronischen Symptomen und solchen die uns aktuell auf das Krebsgeschehen aufmerksam machen.

Es gibt immer Symptome bei Krebs, wir müssen sie nur entdecken.

Dazu schreibt Hahnemann § 175:

„Bei den einseitigen Krankheiten ersterer Art, liegt es oft bloß an der Unaufmerksamkeit des ärztlichen Beobachters, wenn er die Zufälle, welche zur Vervollständigung des Umrisses der Krankheitsgestalt vorhanden sind, nicht vollständig aufspürt.“

Wir müssen also aufmerksam sein und alle unsere Sinne einsetzen, um die eigentümlichen Symptome herauszufiltern, das ist sehr wichtig.

Dazu schreibt Hahnemann § 178:

„Es wird sich zwar wohl zuweilen treffen, dass diese, mit sorgfältiger Beobachtung des homöopathischen Gesetzes gewählte Arznei, die passend ähnliche künstliche Krankheit zur Vernichtung des gegenwärtigen Uebels darreiche, welches um desto eher möglich war, wenn diese wenigen Krankheitssymptome sehr auffallend, bestimmt, und von seltener Art oder besonders ausgezeichnet (charakteristisch) sind.“

Diese wenigen, auffallenden, charakteristischen Symptome müssen wir herausarbeiten, das ist wahr. Deswegen ist es so wichtig, ausführliche Anamnesen zu erheben, um die Gesamtheit aller Symptome zu erhalten. Dann muss man aber noch die Totalität aller chronischen Symptome betrachten und dann die Symptome, die direkt mit dem Krebs zu tun haben. Dann die aktuellen und letztlich die miasmatischen Symptome. Also, es scheint auf einmal kompliziert? Welche Symptome nehmen wir nun, wenn wir Krebs behandeln? Wieso soll die Totalität der Symptome auf einmal nicht mehr genügen, wenn wir Krebs behandeln?

Was schreibt dazu J. C. Burnett in seinem schönen Büchlein über „Die Heilbarkeit von Tumoren durch Arzneimittel“?

„Der Behauptung, dass die Krankheit sich ganz in den Symptomen ausdrückt, kann ich nicht zustimmen, weil es nicht wahr ist: Das kann so sein oder es kann nicht so sein. Es ist nicht genug die Totalität der Symptome abzudecken; denn wenn dies getan worden ist, haben wir erst die Hälfte hinter uns und müssen danach folgende Fragen stellen: Was ist die wahre Natur, die natürliche Vorgeschichte, die Pathologie der Krankheit, über die wir nachdenken? Was hat sie verursacht? Ist die Ursache noch vorhanden oder schon verschwunden? Ist das ausgewählte Mittel tauglich, eine wirklich ähnliche Krankheit zu produzieren wie die, die wir vor uns haben? Ist es tatsächlich wirklich homöopathisch zu dem krankhaften Prozeß übereinstimmend entsprechend und erreicht es ihn von Anfang bis Ende?

Wenn nicht, dann sind wir auf der falschen Fährte, wenn es darum geht wirklich zu heilen und nicht nur zu lindern.“

Da merkt man, dass Burnett ein Kliniker war, der wirklich mit Krebspatienten gearbeitet und schwerste Fälle behandelt hat und sich nicht von festgemauerten Theorien abschrecken ließ, neue Wege zu durchdenken und zu beschreiten, um den Menschen zu helfen. In der Klinik haben wir oft die Diskussion, welche Symptome wir nehmen, wenn wir einen neuen Krebsfall behandeln. Wenn das Mittel, welches die Totalität der Symptome, auch die Krebssymptome, abdeckt, dann sind wir ganz froh und in 70% der Fälle ist das der richtige Weg, Krebs zu behandeln. Das ist eine wichtige Basis, die mein Lehrer Dr. Spinedi zu Recht vertritt und lehrt. Es gibt aber auch Spezialfälle, in denen die Totalität nicht mehr ausreicht und man dann organotrop oder miasmatisch behandeln muss.

Ein anderes Vorgehen ergibt sich auch, wenn man eine auslösende Causa hat oder das Mittel die Pathologie nicht treffen kann.

Was für andere Ebenen außer der Totalität kann es noch geben, die uns helfen, und warum drückt sich die Krankheit nicht immer in den Symptomen aus? Bei der Beantwortung dieser Frage hilft uns wieder J. C. Burnett:

Der Haltepunkt der Wirkung

Der Haltepunkt der Wirkung eines Mittels beschreibt denjenigen Punkt in einem krankhaften Prozess, hinter den es nicht gehen kann, z.B. wenn wir eine Pneumonie behandeln und die Symptome klar für Phosphor sprechen, dann wird Phosphor heilen, wenn es sich um eine Pneumonie handelt, die in der Wirksphäre von Phosphor ist. Wenn aber die Ursache der Pneumonie ein Fremdkörper, z.B. ein Nagel, gewesen ist, dann wird Phosphor nicht mehr heilen können. Der Nagel stellt quasi den Haltepunkt des Mittels dar. Dazu kann man sich den Fall von Burnett etwas genauer betrachten, bei dem er ein junges Mädchen behandelte, welches an wiederholten Anfällen von Kongestionen des Gehirns litt: „Es schoß ihr heiß und rot ins Gesicht; ihre Pupillen waren weit und offen; sie war ruhelos; sie warf sich umher und redete Unsinn. Das war ein schönes Bild einer Belladonna Vergiftung und daher wurde jedes Mal Belladonna gegeben und es heilte jedes Mal.“ Aber dann wirkte Belladonna bei einem der Anfälle nicht mehr und das Mädchen starb. Warum? Die Ursache waren Tuberkel im Gehirn. Die Symptome sprachen klar für Belladonna, aber Belladonna schaffte es nur, die Symptome zu beseitigen, war aber nicht in der Lage, den tiefer liegenden pathologischen Prozess zu beeinflussen, sodass die Krankheit im Verborgenen weiterlief und die Patientin letztendlich starb. Belladonna ist kein Mittel, das fähig ist, einen krankhaften Prozess der der Tuberkulose ähnlich ist, hervorzurufen und deshalb bestand in diesem Fall der Haltepunkt genau an der Stelle, an der ein miasmatisches Mittel die Heilung hätte vollbringen können. Deswegen ist es so wichtig, dass wir die Anamnese gründlich erheben und alle Hinweise für eine gute Therapie aufnehmen.

Burnett schreibt auch, dass die Totalität der Symptome für ihn eine wissenschaftliche Palliation darstellt, da es nicht genügt, nur die Symptome des Patienten wegzunehmen. „Wenn der Wirkungsbereich eines Mittels nicht der Krankheit selbst entspricht, dann resultiert daraus keine echte Heilung, und dabei spielt es keine Rolle, wie viele Symptome man zum Schweigen bringt.“„Um eine Krankheit mit Arzneimitteln zu heilen, müssen die Mittel in einer gewissen Beziehung zu dem Krankheitsprozeß selbst stehen, und da spielt es keine Rolle, ob die Symptome den Prozeß erkennen lassen oder nicht. Wenn die Symptome den krankhaften Prozeß richtig beschreiben, dann genügen die Symptome.“

Das ist genau das, was uns auch Hahnemann gesagt hat, um noch einmal kurz auf den § 172 einzugehen:… allzu geringen Zahl der Symptome einer zu heilenden Krankheit… Das ist ganz wichtig, das bedeutet, dass wir bei den einseitigen Krankheiten wie Krebs wenige Symptome der zu heilenden Krankheit haben. Das heißt, wir haben eine Menge Symptome, aber die der zu heilenden Krankheit sind gering und die müssen wir herausfinden. Und das Mittel muss genauso im Wirkungsbereich der zu heilenden Krankheit sein. Deswegen kann manchmal ein Mittel, wenn es aufgrund der Totalität der Symptome gewählt wurde, nicht heilen, wenn der Wirkungsbereich der zu heilenden Krankheit nicht mit berücksichtigt ist. Unser Mittel muss auch Bezug zum Krebsgeschehen haben.

Man erkennt schon, wie vielschichtig die Krebsbehandlung ist und ich werde in diesem Buch anhand meiner Krebsfälle viele Ebenen vorstellen, die dieses verdeutlichen. Burnett hat sicher Recht, aber in den meisten Fällen in der Klinik haben wir Erfolge in der Krebsbehandlung mit Mitteln erzielt, die aufgrund der Totalität der Symptome ausgewählt wurden. Allerdings sind dies dann meist unkomplizierte Fälle.

Wenden wir uns wieder Hahnemann zu, was dieser über die Ursache von Lokalübeln und Krebs schreibt:

§201

„Offenbar entschließt sich (instinktartig) die menschliche Lebenskraft, wenn sie mit einer chronischen Krankheit beladen ist, die sie nicht durch eigne Kräfte überwältigen kann, zur Bildung eines Local-Uebels an irgend einem äußern Theile, bloß aus der Absicht um, durch Krankmachung und Krankerhaltung dieses zum Leben des Menschen nicht unentbehrlichen äußern Theils, jenes außerdem die Lebensorgane zu vernichten und das Leben zu rauben drohende, innere Uebel zu beschwichtigen und, so zu sagen, auf ein stellvertretendes Local-Uebel überzutragen, es dahin gleichsam abzuleiten.Die Anwesenheit des Local-Uebels, bringt auf diese Art die innere Krankheit vor der Hand zum Schweigen, ohne sie jedoch weder heilen, noch wesentlich vermindern zu können. Indessen bleibt immer das Local-Uebel weiter nichts, als ein Theil der Gesamtkrankheit, aber ein, von der organischen Lebenskraft einseitig vergrößerter Theil derselben, an eine gefahrlosere (äußere) Stelle des Körpers hin verlegt um das innere Leiden zu beschwichtigen. Es wird aber wie gesagt, durch dieses, die innere Krankheit zum Schweigen bringende Lokal-Symptom, von Seiten der Lebenskraft für die Minderung oder Heilung des Gesammt-Uebels so wenig gewonnen, dass im Gegentheile dabei das innere Leiden dennoch allmälig zunimmt und die Natur genöthigt ist, das Local-Symptom immer mehr zu vergrößern und zu verschlimmern, damit es zur Stellvertretung für das innere, vergrößerte Uebel und zu seiner Beschwichtigungnoch zureiche. Die alten Schenkelgeschwüre verschlimmern sich, bei ungeheilter, innerer Psora, der Schanker vergrößert sich bei noch ungeheilter, innerer Syphilis und die Feigwarzen vermehren sich und wachsen, so lange die Sykosis nicht geheilt ist, wodurch die letztere immer schwieriger und schwieriger zu heilen wird, so wie die innere Gesamtkrankheit mit der Zeit von selbst wächst.“

Was bedeutet das?

Das ist ein interessanter Ansatz, wenn wir davon ausgehen, dass der Organismus das Lokalübel selbst produziert, um etwas Höheres zu schützen, aber das Lokalübel - der TUMOR - ist Teil der GESAMTKRANKHEIT. Das bedeutet normalerweise, dass das Grundmittel aufgrund der Totalität der Symptome diesen Prozess heilen könnte. Ja und das ist auch so, aber meist nur in

den nicht miasmatisch komplizierten Anfangsstadien. Denn es kann sein, wenn der Krebs weiter voranschreitet, dass dieser nicht mehr durch Arzneimittel, welche die Gesamtkrankheit, also auch die Totalität der Symptome abdecken, geheilt werden kann.

Der Krebs muss dann durch LOKALE Mittel oder ORGANOTROPE Mittel behandelt werden. Wenn es gelingt, das Krebsgeschehen durch die Anwendung lokaler oder organotroper Mittel wieder auf die Ebene der Gesamtkrankheit zu holen, dann kann man wieder mit dem Konstitutionsmittel bzw. dem Mittel aufgrund der Totalität der Symptome weiterbehandeln.

Emil Schlegel behandelte viele Tumorpatienten und sagte, dass unter der Verwendung der spezifischen (organotropen) Krebsarznei sich später wieder die Symptome zeigen werden, welche die Anwendung der Polychreste erfordern. Wenn das MIASMA oder eine Art Ansteckung eine Blockade zur Heilung darstellt, dann muss man das zuerst angehen. Das heißt, wir müssen das AKTIVE Miasma, die Symptomenkonstellation mit den jetzt angezeigten MIASMATISCHEN ZEICHEN und den AUFFALLENDEN ZEICHEN verwenden, um die richtige Mittelwahl zu treffen.

Dazu schreibt Hahnemann § 203:

„Jede äußere Behandlung solcher Local-Symptome, um sie, ohne die innere miasmatische Krankheit geheilt zu haben, von der Oberfläche des Körpers wegzuschaffen, also den Krätz Ausschlag durch allerlei Salben von der Haut zu vertilgen, den Schanker äußerlich wegzubeizen und die Feigwarze einzig durch Wegschneiden, Abbinden oder glühendes Eisen auf ihrer Stelle zu vernichten; diese bisher so allgewöhnliche, äußere, verderbliche Behandlung, ist die allgemeinste Quelle aller der unzähligen, benannten und unbenannten chronischen Leiden geworden, worüber die Menschheit so allgemein seufzet; sie ist eine der verbrecherischsten Handlungen, deren sich die ärztliche Zunft schuldig machen konnte und gleichwohl war sie bisher die allgemein eingeführte und wurde von den Kathedern als die alleinige gelehrt.“

Oje, da schreibt Hahnemann es sei verderblich, äußerliche Lokalsymptome zu behandeln. Aber wenn man genau liest, stellt man fest, dass er schreibt, dass vorher die innere miasmatische Krankheit geheilt sein muss. Und das ist ganz wichtig, um zu erkennen, dass es manchmal erlaubt sein kann, äußerlich lokal zu behandeln, aber gleichzeitig innerlich die miasmatischen Mittel zu geben. Man kann auch sagen, um das Wort Miasma etwas zu umgehen, dass die tiefere innewohnende Ursache als Wichtigstes behandelt werden muss und dann ist es in Spezialfällen gestattet, dazu äußerlich zu behandeln, wenn die Lebenskraft nicht mehr in der Lage ist, den äußeren lokalen Prozess noch zu beeinflussen.

Denn was machte Eli G. Jones?

Er verwendet äußere LOKALE Mittel und innere Mittel und heilte viele Krebse. Er stellt in seinem empfehlenswerten Buch „Krebs - seine Ursache, Symptomatik und Behandlung“ viele geheilte Fälle vor, die er mit inneren und äußeren Mitteln behandelt hatte. Wir hatten auch am Anfang in der Klinik diese Methode ausprobiert und alle Mittel und Salben von Eh G. Jones bei einer Apothekerin herstellen lassen. Die Heilungsberichte von Jones waren so beeindruckend, dass Dr. Spinedi meinte, wir müssten versuchen, es nachzumachen. So studierten wir alle Fälle von Jones ganz genau und ich studierte die Anwendung der Salben und Tinkturen. Es war jedoch eine sehr mühsame Aufgabe, da die Anwendung dieser Heilmethode sehr viel Zeit und Aufwand benötigt. Eli G. Jones schrieb, dass er immer nur einen Patienten auf einmal behandelte und wenn der nach Monaten geheilt war, dann den nächsten. Er schreibt in seinem Buch von Brusttumoren, die nach seinen Auflagen und Salben komplett abfallen und darunter gesunde Haut zeigten. So etwas musste geprüft werden. Ich war allerdings bei einer Patientin mit einem exulcerierten Brustkrebs über vier Monate von morgens 8:00 Uhr bis abends 23:00 Uhr voll beschäftigt, um alle zwei Stunden die Auflagen zu wechseln, wie es Eli G. Jones beschrieben hatte. Und zu unserer aller Verwunderung fiel dann auch der Tumor ab und es zeigte sich eine schöne Haut darunter, aber die Patientin hatte vorher bereits multiple Lungenmetastasen und war zu geschwächt, als dass sie sich noch einmal hätte regenerieren können. Auch Clarke schrieb, dass der Krebskranke oftmals nicht am Krebs stirbt, sondern an der Unfähigkeit, die Toxine auszuscheiden. Das war auch der Grund, warum Eli G. Jones sehr oft Hydrastis oder andere innerliche Mittel zur Entgiftung verordnete. Ich habe bei einigen Patienten die Methode von Eli G. Jones versucht und ich hatte das Gefühl, dass es zum einen sehr schmerzhaft für den Patienten ist und dann bin ich mir immer noch nicht klar darüber, ob es nicht doch eine Unterdrückung darstellt. Besonders, wenn man nicht die innerlich zu verwendenden Heilmittel gefunden hat. Ich denke, dass in ausgewählten Spezialfällen eine lokale Behandlung notwendig sein kann, aber das Ziel sollte sein, mit inneren Mitteln Krebs zu heilen.

Dazu schreibt Hahnemann § 205:

„Der homöopathische Arzt behandelt nie eines dieser Primär-Symptome der chronischen Miasmen, noch eines ihrer sekundären, aus ihrer Entwicklung entsprossenen Übel durch örtliche weder durch äußere dynamisch wirkende (1) noch durch mechanische Mittel, sondern heilt, wo sich die einen oder die andern zeigen, einzig nur das große, ihnen zu Grunde liegende Miasma, wovon dann auch (wenn man einige Fälle von veralteter Sykosis ausnimmt) seine primären, so wie seine sekundären Symptome von selbst mit verschwinden; der homöopathische Arzt hat es aber, da dergleichen vor ihm nicht geschah und er leider meist die Primär-Symptome (1) von den bisherigen Ärzten schon äußerlich vernichtet findet, jetzt mehr mit den sekundären, d. i. den von den Ausbrüchen und der Entwicklung dieser inwohnenden Miasmen herrührenden Uebeln, am meisten aber mit den, aus innerer Psora entfalteten, chronischen Krankheiten zu thun. Ich selbst habe mich beflissen deren innere Heilung, so viel ein einzelner Arzt nach vieljährigem Nachdenken, Beobachtung und Erfahrung sie an den Tag zu bringen vermochte, in meinem Buche von den „Chronischen Krankheiten“ darzulegen, worauf ich hier verweise.“

Anmerkung zu § 205:

„Ich kann daher z.B. nicht zur örtlichen Ausrottung des sogenannten Lippen- oder Gesichts-Krebses (einer Frucht weit entwickelter Psora nicht selten mit Syphilis in Vereinigung) durch das kosmische Arsenik-Mittel rathen, nicht nur weil es äußerst schmerzhaft ist und öfter mißlingt, sondern mehr deshalb weil, wenn ja dieses Mittel die Körperstelle von dem bösen Geschwüre örtlich befreiet, das Grund-Uebel doch hierdurch nicht zum kleinsten Theile vermindert wird, die Lebens-Erhaltungs-Kraft also genöthigt ist, den Herd für das innere große Uebel an eine noch edlere Stelle (wie sie bei allen Metastasen thut) zu versetzen, und Blindheit, Taubheit, Wahnsinn, Erstickungs-Asthma, Wasser-Geschwulst, Schlagfluß u.s.w. folgen zu lassen. Diese zweideutige, örtliche Befreiung der Stelle von dem bösen Geschwüre, durch das topische Arsenicum-album Mittel, gelingt aber obendrein nur da, wo das Geschwür noch nicht groß, und wo es nicht venerischen Ursprungs, die Lebenskraft auch noch sehr energisch ist; aber eben in dieser Lage der Sache ist auch die innere, vollständige Heilung des ganzen Ur-Uebels noch ausführbar. Eine gleiche ist, ohne vorgängige Heilung des inwohnenden Miasmas, die Folge des, bloß durch den Schnitt weggenommenen Gesichts- oder Brust-Krebses und der Ausschälung der Balg-Geschwülste; es erfolgt etwas noch Schlimmeres darauf, wenigstens wird der Tod beschleunigt. Dies ist unzählige Male der Erfolg gewesen; aber die alte Schule fährt doch bei jedem neuen Falle in ihrer Blindheit fort, gleiches Unglück anzurichten.“ Hahnemann warnt deutlich vor der äußerlichen Behandlung und der chirurgischen Entfernung von Tumoren, wenn man das Miasma nicht berücksichtigt hat.“

Das ist genau das, was wir in der Klinik immer wieder beobachten können. Wir erleben Patienten, die wegen eines Krebsleidens operiert wurden, dann eventuell noch Chemotherapie und Bestrahlung bekommen haben und nach zwei Jahren ist der Krebs wieder da und meist schlimmer als zuvor.

Warum?

Weil die unterhaltende Ursache des Krebsleidens nicht behandelt wurde oder, wie Hahnemann es so schön nennt, das innewohnende Übel oder Miasma nicht ausgemerzt wurde. Wir müssen also in jedem Krebsfall diese unterhaltende oder verborgene Ursache herausfinden und dann mit den entsprechenden Mitteln behandeln. Wenn z.B. eine chronische Unterleibsinfektion zu einer Knotenbildung in den Brüsten führt, dann muss man die Ursache, die chronische Unterleibsinfektion behandeln, damit der Knoten verschwindet. Ansonsten wird dieser Knoten wiederkommen, auch wenn man ihn nur chirurgisch entfernen würde. Burnett schreibt auch, dass viele Brusttumore aufgrund einer Störung im Unterleib herrühren. Burnett kreierte auch den Begriff der Synorganopathie, welche die Zusammenhänge und Wechselwirkungen von Organsystemen aufzeigt. Dieses Wissen hat mir in einem Fall einer Patientin mit einem Schilddrüsenkarzinom sehr geholfen (siehe Fallbericht Nr. 4, Schilddrüsenkrebs).

Dazu schreibt Hahnemann § 206:

„Vor dem Beginnen der Cur eines chronischen Uebels muß nothwendig die sorgfältigste Erkundigung vorausgehen, ob der Kranke eine venerische Ansteckung (oder auch eine Ansteckung mit Feigwarzen-Tripper) gehabt hatte; denn dann muß gegen diese die Behandlung gerichtet werden und zwar ausschließlich, wenn bloß Zeichen der Lustseuche (oder der, seltnen Feigwarzen-Krankheit) vorhanden sind, dergleichen aber in neuem Zeiten sehr selten allein angetroffen werden.Rücksicht aber, wenn dergleichen Ansteckung vorangegangen war, muß auf sie auch in dem Falle genommen werden, wo Psora zu heilen, weil dann letztere mit ersterer complicirt ist, wie immer, wenn die Zeichen jener nicht rein sind; denn stets, oder fast stets wird der Arzt, wenn er eine alte, venerische Krankheit vor sich zu haben wähnt, eine vorzüglich mit Psora vergesellschaftete (complicirte) zu behandeln haben, indem das innere Krätz-Siechthum (die Psora) bei weitem die häufigste Grundursache der chronischen Krankheiten ist. Er wird auch zuweilen diese beiden Miasmen noch mit Sykosis, in chronisch kranken Körpern komplicirt, zu bekämpfen haben, wenn eingeständig, letztere Ansteckungen einst geschehen waren, oder er findet, wie ungleich öfterer vorkommt, die Psora als alleinige Grund-Ursache aller übrigen chronischen Leiden (sie mögen Namen haben wie sie wollen) die vorher durch allöopathische Unkunst oft noch obendrein verpfuscht und zu Ungeheuern erhöhet und verunstaltet zu werden pflegen.“

Das ist moderne Wissenschaft, was Hahnemann da schreibt. Wir wissen heutzutage, dass Feigwarzen durch Papillomaviren ausgelöst werden und dass diese Viren aufgrund spezieller Mechanismen Tumorpromoter sind- (siehe Kapitel Papillomaviren und Krebsentstehung). Aber dieser Paragraf ist zudem noch ungeheuer wichtig, da er über die komplizierten Krankheiten spricht. Wir finden bei den meisten Krebspatienten eine Vermischung der Miasmen und so ist das Bild oft nicht klar und es stellt sich immer die Frage, an welchem Punkt und aufgrund welcher Symptome man die Therapie beginnen soll.

Hahnemann schreibt später, dass man in einem komplizierten Krankheitsfall zuerst die Psora behandeln muss und dann die anderen komplizierten Miasmen. J. H. Allen dagegen schreibt, dass man zuerst das AKTIVE Miasma behandeln muss, um die Bindung zweier Miasmen zu lösen (J. H. Allen - Die Chronischen Krankheiten - die Miasmen). Meiner Erfahrung nach ist es der beste Weg, zuerst das aktive Miasma aufgrund der jetzt vorherrschenden Symptomengruppe zu behandeln. Wir müssen natürlich die vordergründigen Symptome des aktiven Miasmas nehmen. Wenn wir einen Patienten haben, der viele syphilitische Zeichen aufweist und das Tumorgeschehen auch im syphilitischen Miasma angesiedelt ist, dann wird uns eine psorische Arznei nicht helfen.

Die Wirkrichtung muss sein, dass z.B. nach einer verordneten sykotischen Arznei die sykotischen Symptome verschwinden und wieder alte psorische Symptome erscheinen. Das ist die richtige Heilrichtung. Wenn wir aber syphilitische Symptome bekommen, dann ist das eine Entwicklung in die falsche Richtung und wir haben die sykotischen Symptome nur unterdrückt. Wir können mit der Homöopathie viele Symptome einer Krankheit unterdrücken, ohne die Krankheit wirklich zu heilen, wenn das Mittel nicht dem aktuellen Miasma entspricht. Wie auch schon Dr. Vijayakar aus Indien vorgeschlagen hat, sollte man die Hering‘sche Regel noch um den Punkt erweitern, dass man die Heilungsrichtung im Bezug auf die Miasmen hinzunimmt. Es sollten nach einer Mittelgabe für sykotische Symptome diese verschwinden und alte psorische Symptome erscheinen, das ist die richtige Heilungsrichtung. Treten dagegen syphilitische Symptome in den Vordergrund, dann haben wir die sykotischen Symptome unterdrückt und das syphilitische Miasma aktiviert, welches noch schlimmer ist.

Die Heilungsrichtung muss von Syphilis über Sykosis nach Psora erfolgen, dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Was ist nun die beste Methode, um Krebs zu behandeln?

Wir müssen von allen, die bisher mit Homöopathie behandelt haben, lernen und von jedem das Beste nehmen. Ich habe versucht, nach dem Studium der Behandlungsweisen von Clarke, Burnett, Kent, Eli G. Jones, Schlegel, Grimmer, Ramakrishnan, Pareek und den Erfahrungen in unserer Klinik und natürlich der großen Erfahrung meines Lehrers Dr. Spinedi ein Konzept zu erarbeiten, mit dem es mir in einigen Fällen gelungen ist, Krebs zu heilen und in vielen Fällen die Beschwerden krebskranker Menschen zu lindern. Wir versuchen in der Klinik, möglichst vielen Patienten zu helfen, aber man kann nicht alle heilen. Viele Menschen begleiten wir auf ihrem Weg und versuchen, ihren Leidensweg mithilfe der Homöopathie zu erleichtern.

Die Krebsbehandlung mit Homöopathie; Behandlungskonzepte

Es gestaltet sich oftmals sehr schwierig, ein gutes Behandlungskonzept zu erstellen, da wir es in der Klinik oft mit sehr fortgeschrittenen Tumoren zu tun haben. Auch deswegen, weil die Patienten meist erst den schulmedizinischen Weg beschritten haben, bevor sie als letzte Möglichkeit die Homöopathie zurate ziehen.

Wie gehen wir vor, wenn wir konkret Patienten vor uns haben, die schulmedizinisch austherapiert sind?

Es ist vielleicht eine besondere Eigenart von mir, dass ich in vielen Fällen, die absolut aussichtslos schienen, den Mut nicht verloren habe und mir dennoch immer gesagt habe, dass wir das Steuer herumreißen können, wenn wir die optimalen homöopathischen Mittel anpassen können. Oft musste ich mir vorwerfen lassen, dass es unverantwortlich von mir sei, einem Menschen, der voller Metastasen ist, zu sagen, dass wir es gemeinsam schaffen können. Diese „schulmedizinisch Austherapierten“ sind nun mal offiziell nicht mehr heilbar. Und wenn dann jemand kommt, der sich dieser Menschen annimmt, ihnen Mut und Hoffnung macht und versucht, gemeinsam mit dem Patienten Lösungswege zu erarbeiten, der wird oft sehr kritisiert. Wenn man aber dann Erfolg hat, dann sind alle ganz still und es wird von Spontanheilung gesprochen. Ich werde u.a. einige solcher aufgegebenen „Fälle“ präsentieren und anhand der Leidensgeschichten dieser Menschen zeigen, dass man nie sagen sollte, dass ein Mensch unheilbar ist. Denn durch das Suchen dieser Menschen nach einer Heilung und deren letzten verzweifelten Versuch mit der Homöopathie konnte schon in manchen Fällen ein Wunder geschehen. Ich habe die letzten fünfzehn Jahre so viele Krebspatienten behandelt, die niemand mehr therapieren wollte, aber ich habe mir gesagt, dass man, wo andere aufhören zu behandeln, erst recht anfangen muss. Vielleicht ist es mein unerschütterlicher Glaube an die Kraft der Homöopathie, der mir bei jedem Menschen aufs Neue die Kraft gegeben hat, alles zu versuchen und mit dem Ziel an den Fall heranzugehen, dass am Ende eine Heilung steht. Auch wenn man mit der Homöopathie nicht jeden Menschen heilen kann, so kann man doch den Zustand in vielen Fällen verbessern und den Leidensweg erträglicher gestalten. Und wenn es jemandem bestimmt ist, dass sein Leben zu Ende geht, dann bietet die Homöopathie auch im Sterbeprozess eine Hilfe an. Wie gut ist es, wenn wir Patienten im Anfangsstadium des Krebses haben, die noch keine Chemotherapien oder Bestrahlungen hinter sich haben, da diese für uns einfacher zu therapieren sind, weil wir ein klareres Bild der Krankheit mit deren individuellen Symptomen vor uns haben, und zum anderen müssen wir nicht erst die Nebenwirkungen und Vergiftungen des Organismus durch diese Therapien beseitigen. Bei der homöopathischen Krebsbehandlung ergeben sich oftmals Schwierigkeiten zu erkennen, welche Symptome man zur Mittelwahl heranziehen soll. Hahnemann spricht bei Krebs oft von einer einseitigen Krankheit. Das wird von vielen Behandlern gerne so gedeutet, dass es keine Symptome gäbe, die vorhanden wären, die man zur Arzneimittelwahl heranziehen kann. Das stimmt so nicht, denn man muss durch genaues Hinterfragen auch die aufgetretenen und verschwundenen Symptome, die sich lange Zeit vor Ausbruch der Krebserkrankung gezeigt haben, mit in die aktuelle Analyse einbeziehen.

Vorgehensweise bei der Krebsbehandlung

Wenn Patienten initial mit einem Tumor zu uns kommen, der noch nicht vorbehandelt ist, haben wir meist ein klareres Bild der allgemeinen Symptome des Patienten und der Tumorsymptome und wir können somit leichter die Mittelwahl treffen. Wenn wir Patienten vor uns haben, die schon viele Therapien hinter sich haben, dann wird es komplizierter, weil es oftmals zu einer Vermischung von Symptomen kommt. So kann es sein, dass ein Patient, der sein ganzes Leben immer ein fröhliches, geduldiges Gemüt hatte, nach sechs Zyklen Chemotherapie sehr gereizt und unausstehlich wird. Diese Gereiztheit ist oft eine Reaktion auf die Vergiftung des Organismus durch die Chemotherapie. Es erweist sich oft sehr nützlich, die Therapie mit Nux-vomica