Die Insel Hiddensee - Alexander Ettenburg - E-Book

Die Insel Hiddensee E-Book

Alexander Ettenburg

0,0
6,90 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Tauchen Sie ein in ein Hiddensee vor über 100 Jahren! Folgen Sie den Spuren des Einsiedler`s von Hiddensee - Alexander Ettenburg. Mit diesem seit 1912 erstmals wieder veröffentlichten Buch erhalten Sie einen völlig neuen Inselblick auf "Dat söte Länneken" oder das "Ostseebad der Zukunft" wie Ettenburg sein Werk auch nannte. Reprint der Originalausgabe von 1912

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 88

Veröffentlichungsjahr: 2014

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Impressum:

© 2014 Tomas Güttler

Gestaltung Umschlag: Jacqueline Güttler

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN Paperback: 978-3-8495-9996-6

ISBN Hardcover: 978-3-8495-9997-3

ISBN e-Book: 978-3-8495-9998-0

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Einleitende Worte zur Neuauflage

Seit meiner Kindheit, in den späten 70er-Jahren, bin ich regelmäßig zu Besuch auf der Insel Hiddensee. Damals waren wir jedes Jahr im Mai die ersten Gäste des Krügerhof’s in Kloster. Seit dieser Zeit bin ich, wie viele andere auch, der Insel verfallen und sehr häufig zu Besuch auf dem „söten Länneken“. Inzwischen komme ich in schöner Regelmäßigkeit mit meiner eigenen Familie auf die Insel – allerdings immer zur Sanddornzeit im Herbst. Meine Kinder lieben die Insel und das Inselgefühl genau wie ich damals und schon mit dem Ablegen vom Hafen in Schaprode genießen wir die Luft, die Freiheit, das Loslassen…

Einen festen „Termin“ auf der Insel habe ich allerdings immer. Gemeint ist ein Besuch in der Inselbuchhandlung auf dem Kirchweg in Kloster. Dort zu stöbern und mit dem Inhaber über Inselliteratur zu reden ist immer wieder wunderbar. Bei einem meiner letzten Aufenthalte kamen wir auch mal wieder auf den Einsiedler von Hiddensee – Alexander Ettenburg – zu sprechen und wie schwer es ist, an seine Werke über die Insel zu gelangen.

Nun ist mir vor einiger Zeit genau dies geglückt und ich wurde Besitzer der Ausgabe von 1912 des vorliegenden Werkes. Insgesamt wurden je Auflage (1905 und 1912) gerade mal 1000 Exemplare gedruckt. Viele davon existieren wahrscheinlich nicht mehr.

Der Zustand des mir vorliegenden Exemplars, welches die Grundlage für diesen Reprint bildet, war derart dürftig, zerfleddert und restaurierungsbedürftig, dass ich erstmals ein Buch eingescannt habe, bevor es neu gebunden wird.

In mühsamen Schritten haben wir das Buch, Seite für Seite aufwändig digitalisiert und die Dateien bestmöglich bearbeitet. Ziel war es ein ansehnliches, druckfähiges Werk als Faksimile herzustellen, ohne den Charme und die Gestaltung eines über 100 Jahre alten Buches zu verlieren.

Ein besonderer Dank gebührt meiner lieben Frau, die mit großer Geduld, viel Fleiß und Liebe zum Detail genau das geschafft hat.

Damit ist es nun möglich, das Werk des Einsiedlers von Hiddensee, den Freunden und Liebhabern dieser einzigartigen Insel, wieder in die Hände zu geben. Jetzt ist es möglich auf den Spuren von Alexander Ettenburg die Insel neu zu erkunden und somit eine längst vergangene Zeitepoche wieder lebendig werden zu lassen.

Möge das Büchlein das Andenken Alexander Ettenburgs bewahren und Ihnen, liebe Leserschaft, angenehme Stunden beim Schmökern und beim Träumen von Hiddensee bescheren.

Dresden, im September 2014

Tomas Güttler, Herausgeber

Achtung!

Zur Erhärtung meiner beibehaltenen Schreibweise „Hiddensee“ äussert sich mein Freund Johannes Rindermann, ein Forscher auf diesem Gebiete, wie folgt:

Der Name der Insel.

In der Literatur tritt Hiddensee zum ersten Male auf in der dänischen Geschichte von Saxo Grammaticus (1193), einmal in dänischer Form Hithinsö, viermal in lateinischer Form Hithini insula. Der lateinisierte Name Hithin heisst in der Edda, die dieselbe Geschichte wie Saxo erzählt, Hedin. Der Name bedeutet also: Hedinsinsel. Dasselbe bedeutet in der Edda (Helgakvidha Hundingsbana in fyrri, II 22) Hedinsey, das aber schwerlich auf unsere Insel zu beziehen ist. In dem Kataster der Pfarren Rügens (um 1300) zu Roeskilde wird sie Huddentze genannt. Aber schon 1296, in der Stiftungsurkunde des Klosters, heisst sie Hyddensee, und diese Schreibung hat sich, nur mit der Aenderung des ersten Vokals, trotz anfänglichem Schwanken, durchgesetzt. In den Jahrhunderten dänischer, reichsdeutscher und schwedischer Herrschaft heisst die Insel Hiddensee und hat diesen Namen 1813 beim Uebergange an Preussen behalten*). Namen geben nur selten die Bedeutung des Gegenstandes wieder, sondern entstehen aus geschichtlicher Entwickelung. Die neuerdings aufgekommene Schreibweise Hiddensoe will die dänische Endung wiederherstellen, schreibt sie aber weder dänisch noch deutsch (vgl. Duden, Vorbem. I über ä, ö, ü), sondern lateinisch und lässt den halben Namen Hidden, der aus dem alten Hedin oder Hithin entstanden ist, in der echten Halbheit des Fremdwörtlers unberücksichtigt. Der einzige berechtigte Name ist der geschichtlich gewordene: Hiddensee.

*) Im Bureau des Herrn Paul Holtfreter, Stralsund, hängt ein alter Kupferstich der Stadt aus dem Jahre 1654, auf welchem die Insel mit Hiddensee bezeichnet ist.

Der Herausgeber.

Inhalts - Verzeichnis.

  1.  Vorwort zur 2. Auflage (2. Tausend)

  2.  Einleitung

  3.  Stralsund, Reise- und Fahrgelegenheiten hin und zurück und im Anschluss an Rüben

  4.  Ostseebad Kloster

  5.  Aufstieg zum Berglande

  6.  Die „Hiddenseeer Riviera“ und „Swantewit-Schlucht“

  7.  Der „Einsiedler“ und sein ehemaliges Tuskulum „Bergwaldkolonie Tannhausen“

  8.  Ostseebad Grieben

  9.  Der Leuchtturm und die Signal-Station

10.  Ostseebad Vitte und Strandrestaurant Vitte-Süd

11.  Hiddenseer Fähr-Insel und Restaurant „Heiderose“

12.  Die „Süder Dörfer“ Neuendorf-Plogshagen

13.  Ausflüge zu Wasser und zu Lande

14.  Hiddenseeer „Natur-Theater“ und sonstige Unterhaltungen

15.  „Geschichtliches“ und die „Goldfunde“, „Geologisches“

16.  Schlusswort

17.  Verzeichnis der Schriften des Einsiedlers A. Ettenburg

18.  Fahrpläne und Taxen

19.  Geschäftlicher „Führer“ durch Hiddensee, Stralsund und Rügen

P. S.

Der Verfasser bittet das geehrte Reisepublikum, den „ganz korrekten“ Geschäftsführer fleissig zu benützen, und in den Gasthäusern sich auf. dies Buch und seine Person zu berufen. Man bittet um freundliche Weitergabe des Werkchens an den freundes- und Bekanntenkreis.

Der Verfasser.

Vorwort zur 2. Auflage.

2. Tausend.

Wohl rauscht nicht mehr der Tannenwald Zur Klause mir herein;

Dafür das Lied der Woge schallt

Zu mir durchs Fensterlein!

Und über mir, so lieb und traut,

Die Lerche singt ihr Lied:

Sie grüsst, wie ich, dich „Wellenbraut“,

Und — alle Sorge flieht!!

Vitte Süd 1911.

Alex. Ettenburg.

Sechs volle Jahre sind dahingegangen, seitdem ich die Feder niederlegte und dies bescheidene Büchlein dem Buchhandel und somit dem grossen Publikum übergab. Die erstgedruckten 1000 Exemplare sind heute vergriffen und machen eine Neuauflage meines Werkchens notwendig. Denn schon nach Zehntausenden zählen heute Hiddensee’s Freunde und Bewunderer draussen in Gottes schöner, weiter Welt! Auf beiden Halbkugeln unserer Erde wohnen sie, und in wieviel Zeitungen und Journalen des In- und Auslandes wurde wohl in diesen letzten 6 Jahren der Name meiner einst so unbekannten und stillen Insel, und immer mit ihr: der ihres getreuen „Einsiedlers“ und nimmer müden Barden, genannt und abgedruckt! Hiddensee und Alexander Ettenburg — diese Namen klingen zusammen wie ein Vollakkord. Man kann sich den einen nicht mehr recht denken ohne den andern. Und dennoch wollte man uns trennen und auseinanderreissen, für immer! Aber das Schicksal war einsichtsvoller als der Verstand und das Herz der hier regierenden Menschen, der sogenannten „leitenden Kreise“ — und die Zusammengehörigen blieben beieinander — Hiddensee, und sein Einsiedler — und so Gott jetzt will, für immer. — Im Herbst 1909 verlängerte das Provisorat, d. h. die Verwaltung des Stralsunder Heilgeistklosters, meinen, von Jahr zu Jahr laufenden, Pachtvertrag für die innegehabte Bergwaldparzelle nicht mehr — und der Einsiedler war gezwungen, laut § so und so seines Pachtvertrages, seine mühsam und unter vielen persönlichen Opfern errichteten hölzernen Baulichkeiten zum 1. November 1910 abzubrechen! Ein Anderer hatte eben das Zehnfache der bisherigen Pachtsumme, die man ihm einst 1898 abgefordert, geboten! Das genügte ja, mich zu verabschieden so schlicht wie möglich. Der Mohr hatte eben seine Schuldigkeit getan. 1898 sollte die Insel 300000 Mk. — und im Herbst 1910, also nach 13 Jahren, 800000 Mk. kosten! — Doch das war noch nicht alles! Am 31. Oktober endete mein Pachtvertrag auf Hiddensee — und am 13. Oktober erst entschied der Kreisausschuss zu Bergen auf Bügen mein ferneres Schicksal dahin, dass man mir, der auf Hiddensee einen „Wertzuwachs“ von einer halben Million hatte schaffen helfen, der dort 16 Jahre uneigennützig und unermüdlich fürs Allgemeinwohl geschafft und erfolgreich gestrebt hatte, einen schon perfekten Terrainankauf zwischen den Ostseebädern Sellin und Baabe auf Bügen zur Unmöglichkeit machte, indem man mir die nachgesuchte Konzession für einen Restaurant-Betrieb in letzter Stunde noch, mit der Begründung der Bedürfnislosigkeit für eine solche dort, versagte! Kurz entschlossen nahm ich nun das mir schon vorher gemachte liebenswürdige Anerbieten des Herrn Landrat Hoffmann zu Pyrmont, der durch meine indirekte Vermittelung sich auf Hiddensee angesiedelt und grössere Ländereien auf der Insel besitzt, an! Als Gast des edlen Mannes lebe ich jetzt, seit dem November 1910 auf einem Dünengrundstücke am Südstrande von Vitte, dicht an der hier nimmermüden Brandung meiner über alles geliebten Ostsee! Vom Süden grüssen hier die malerischen weissen Wander-Dünengebilde, von Norden das dunkle, wohlbekannte Bergland und sein Feuerturm und das nachbarliche Vitte mein kleines Holzhäuschen, „Einsiedelei Mathilde“, in dessen traulichen, eigenartigen Bäumen es sich so wundervoll plaudert, wenn draussen die Wogen der Ostsee schäumen und brüllen, oder mildes Lampenlicht den Urväterhausrat umschwebte, der mir vom schattigen Bergwald hierher zum schaumgesäumten Vitter Südstrande folgte. Auch „Hansi“, der Esel, fehlt nicht, noch der allen Besuchern der Insel wohlbekannte, zweirädige Bergwagen, noch das wallende „Waldgewand“ des Einsiedlers, das jetzt zum weissen „Strandtalare“ geworden und das mich einmal umhüllen soll, wenn ich meine gichtkranken Glieder zur letzten Ruhe in meinem „Verbrennungssarge“ ausstrecken darf, den ich 27 Jahre schon besitze und auf dessen Deckel ich, in den Saisonwochen, mein Nachtlager eingerichtet habe. Denn seit Sommer 1911 habe ich meine stille „Einsiedelei“ zum viel besuchten „Strandrestaurant und Café“ umgewandelt. Und so soils weiter bleiben, auch wenn ich hier einmal abbrechen muss. Dann siedele ich mich, 400 Schritt weiter südlich, an — und das auf meinem Eigentum und nicht mehr als Gast! — Kommt heute aber einmal eine finstere Erinnerungsstunde über meine, alles mit seltener Treue festhaltende Künstlerseele, — dann blicke ich hinüber zum dunklen Bergwalde! Dort ragt die von mir so getaufte Bismarckdüne in einsamer Grösse und silbernem Schimmer über dem Föhrenwalde am hohen Nordstrande empor. Und von da eilt mein Geistesblick zum einsamen grossen Todten im fernen Sachsenwalde. Dann muss ich, unter Tränen vielleicht, lächeln und mir immer wieder tröstend sagen: Vergiss doch nicht, dass du ein Deutscher bist, und Hiddensee ein Teil deines so innig geliebten Vaterlandes! „Wer kann dafür?“ — Steigt aber die Sonne vom leuchtenden Abendhimmel in die wogenden Meeresfluten am fernen Horizonte — dann wirds still in meinem Sinnen, wie draussen auf dem Meere, wenn die Winde schweigen. — Beim Anblick dieses herrlichen Schauspiels und angesichts des mich hier rings umgebenden, so überaus einfachen und doch so grossartigen Naturgemäldes, fühle ich, dass ich in den 17 Jahren meines Hierweilens doch vieles überwunden habe! Tief brennt aber noch immer der eine Wunsch in meiner Seele: vereint bleiben zu können mit meinem stillen Hiddensee — vereint bis zum Sterben! Möge dieses Wünschen deines Einsiedlers zur Wahrheit werden! Er ist und bleibt ja doch einmal ein „Sonntagskind“, geboren unter Orgelton und Glockenklingen! — Meinen alten Bergwald, in dessen Schatten ich 13 Sommer gehaust, möchte ich, vorerst wenigstens, nicht wieder sehen und betreten. Wozu alte Wunden bluten machen, die das nimmermüde Meeresrauschen am Vitter Südstrande schloss und stillte?

Alex Ettenburg.

Vitte-Süd.

„Der Einsiedler von Hiddensee.“

(Sommer 1911.)

Ich danke dir, waldumrauschte Höh,

Für schwere — für freudvolle Stunden!

Ich suchte dich dort, Hiddensee — —

Und habe — mich gefunden!! —

I.