Die Känguru-Offenbarung - Marc-Uwe Kling - E-Book
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Beschreibung

Endlich: Es geht weiter! Nach dem Manifest folgt die Offenbarung! Hier kommt die fulminante Fortsetzung der Fortsetzung: Das Beuteltier und der Kleinkünstler auf der Jagd nach dem mysteriösen Pinguin. Haltet euch bereit: »Dies ist die Offenbarung des Kängurus, dem Asozialen Netzwerk zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll; und sie wurde gesandt durch eine E-Mail zu seinem Knecht Marc-Uwe, der bezeugt hat das Wort des Kängurus und das Zeugnis vom Asozialen Netzwerk, was er gesehen hat. Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung, denn die Zeit ist nahe.« Halleluja.

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EPUB

Seitenzahl:296


Über das Buch

An dieser Stelle werden meist die halbe Handlung und die besten Pointen eines Buches verraten – in dem verzweifelten Versuch, durch Buchhandlungen stöbernde Menschen dazu zu bringen, genau dieses Buch zu kaufen. Mit dieser guten alten Tradition brechend, sollen hier kurz einige ­Themen aufgeführt werden, die in dem vorliegenden Buch nicht behandelt werden: skandinavische Kriminalbeamte, Hitlers Auf­erstehung, Kirchenbau im Mittelalter, niedliche Tiere. Dieses Buch lehrt Sie nicht, wie Sie im Schlaf intelligenter, selbstbewusster und schlanker werden. Auch um Vampire, Hexen, Zwerge und Sado-Maso geht es nur am Rande. Dieses Buch dreht sich um einen Kleinkünstler und ein sprechendes Känguru. Hauptsächlich dreht es sich um das sprechende Känguru.

Über den Autor

Marc-Uwe Kling singt Lieder und erzählt Geschichten. Sein Geschäftsmodell ist es, kapitalismuskritische Bücher zu schreiben, die sich total gut verkaufen. Seine Känguru-Geschichten wurden 2010 mit dem Deutschen Radiopreis und 2013 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

Aktuelle Auftrittstermine und Neuigkeiten unter:www.marcuwekling.de

»Neues vom Känguru« als Podcast bei Radio Fritz:www.fritz.de/kaenguru

Von Marc-Uwe Kling sind in unserem Hause bereits erschienen:

Die Känguru-Chroniken (2009)Das Känguru-Manifest (2011)

Marc-Uwe Kling

Die Känguru‐ Offenbarung

Der Känguru-Chroniken dritter Teil

Ullstein

Besuchen Sie uns im Internet:

www.ullstein-buchverlage.de

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ISBN 978-3-8437-0664-3

© Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2014

Dieses Buch ist ein Anti-Terror-Anschlag des Asozialen Netzwerks. Keine Tiere kamen beim Schreiben dieses ­Werkes zu Schaden.

Umschlaggestaltung: Roman Klein, www.romanklein.com

Titelabbildungen: Foto Marc-Uwe Kling: privat; kangaroo close up with tongue uut: iStock /© arjayphotography; penguin isolated with path: iStock/© rusm; thinking kangaroo: iStock/© MoMorad

Illustration des Louie-Cartoons: Astrid Henn

Gestaltung des Anhangs: Roman Klein

Alle Rechte vorbehalten.

Unbefugte Nutzung wie etwa Vervielfältigung,

Verbreitung, Speicherung oder Übertragung

können zivil- oder strafrechtlich

verfolgt werden.

eBook: LVD GmbH, Berlin

»Albert Einstein hat mal gesagt,dass Gandhi gerne berichtete,dass Voltaire ihm mal erzählt habe,dass er die Idee mit den falsch zugeordneten Zitatentotal witzig fände.«

Oscar Wilde

WAS BISHER GESCHAH:

Mark Twain hat mal gesagt: »Tiere sind die besten Freunde. Sie stellen keine Fragen und kritisieren nicht.« Welch ein Unfug.

Müßiger Leser! Ohne Schwur magst du mir glauben, dass ich wünsche, dieses Buch, das Kind meiner Formulierungskunst, wäre das schönste, lustigste und verständigste, das man sich nur vorstellen kann. Ich habe aber unmöglich dem Gesetze der Natur zuwiderhandeln können, dass jedes Wesen sein Ähnliches hervorbringt. Was konnte also mein unfruchtbarer, ungebildeter Geist anderes niederschreiben als die Geschichte eines aufmüpfigen und vorlauten Kängurus, das wunderlich und voll seltsamer Geschäftsideen ist, die vorher noch niemand beigefallen sind.

Ich wollte dir diese Geschichte nackt und bloß überreichen, ohne den Schmuck eines Prologs, ohne die unzählige Schar der herkömmlichen Sonette, Epigramme und Empfehlungsgedichte, die man vor den Anfang der Bücher zu setzen pflegt, doch mein Lektor zwingt mich dazu.

Aber ich muss dir sagen, ob mir das Buch auszuarbeiten wohl einige Mühe kostete, ich doch die für die größte halte, diese Vorrede zu machen, die du jetzt liesest. Indem ich nun nachdenkend bin, das Papier vor mir, die Feder hinter dem Ohre, den Ellenbogen auf dem Tische und die Hand an der Wange, wohl sinnend, was ich sagen solle, tritt ein Känguru, das munter und verständig ist, herein, und wie es mich so schwermütig sieht, fragt es nach der Ursache; ich verhehlte sie ihm nicht, sondern sagte, wie ich auf den Prolog sönne, den ich zur Geschichte seiner Offenbarung machen wolle, und dass mich dies so anstrenge. Als das Känguru dies hörte, schlug es sich vor die Stirn, brach in das lauteste Gelächter aus und sagte:

»Erst jetzt komme ich aus meinem Irrtum, in dem ich so lange gelebt habe, seit ich Euch kenne, indem ich Euch nämlich nach all Euren Handlungen immer für einen vernünftigen und verständigen Menschen gehalten habe. Aber jetzt sehe ich, dass Ihr ebenso weit davon entfernt seid, wie es der Himmel von der Erde ist. Wie ist es möglich, dass so geringfügige Dinge, die so leicht zu machen sind, stark genug sein sollen, einen so reifen Geist, wie der Eurige ist, zu binden und zu verwirren, dem es ein Leichtes ist, durch weit größere Schwierigkeiten zu brechen? Ihr setzt Euch in Eurem Buche nichts weiter vor, als Euch über das Ansehen lustig zu machen, in dem bei der Welt und dem Haufen die Fantasy-Trilogien, die historischen Kriminalromane, die religiösen Schriften und die BWL-Lehrbücher stehen. So nehmt für Euren Prolog doch einfach die Vorrede aus Leben und Taten des scharfsin­nigen Edlen Don Quijote de la Mancha und tauscht ein paar Schlüsselwörter aus.«

In andächtigem Stillschweigen hörte ich dem Rat des Kängurus zu, und seine Gedanken waren mir so einleuchtend, dass ich sie, ohne mit ihm zu disputieren, billigte, ja mir selbst vornahm, aus ihnen diesen Prolog zu bilden.

Lebe wohl!

»Das mit den Selbstgesprächen«, sage ich, »das wird langsam wirklich bedenklich.«

»Ja«, sage ich. »Absolut.«

Ich schleppe meine Gitarre und meinen Rollkoffer die Treppen des U-Bahnhofes hoch. Es nieselt. Ein paar nasse Blätter wehen mir ins Gesicht. Eine Rolle meines Rollkoffers ist zu Beginn dieser Tour kaputtgegangen. Er humpelt.

»Es ist deprimierend«, sage ich.

»Ja«, sage ich.

An einer Straßenlaterne auf meinem Nachhauseweg hängt Jörg Dwigs, der Spitzenkandidat der rechtspopulistischen Partei für Sicherheit und Verantwortung. Leider hängt er nicht selbst von der Laterne. Es ist nur ein Wahlplakat. Da­r­auf erhebt Dwigs streng den Zeigefinger. Direkt unter dem Plakat wurde eine Werbung für ein Kindertheater befestigt. Darauf steht in großen Lettern: »Der Kasper kommt!«

Ich gehe näher ran. Am unteren Rand der Kasper-Werbung steht: »Dies ist ein Anti-Terror-Anschlag des Asozialen Netzwerkes!« Ich nicke und blicke die Straße hinauf. Unter wirklich jedem Dwigs-Plakat steht: »Der Kasper kommt!«

»Schön«, murmle ich.

»Ja«, sage ich. »’ne runde Sache.«

»Du redest schon wieder mit mir«, sage ich.

»Ja. Ist mir auch aufgefallen«, sage ich.

Im Schaufenster der Buchhandlung Carl Conrad Curcuma suche ich nach meinem neuen Buch. Vergeblich. Ich hole ein Känguru-Manifest aus meinem Rollkoffer, betrete den Laden und lege das Buch heimlich ins Schaufenster. Ich hole ein weiteres ­Exemplar aus dem Koffer und gehe damit zur Kasse.

»Dieses Buch hier …«, spreche ich die Buchhändlerin an, »können Sie es empfehlen?«

»Na ja«, sagt die Frau und rückt ihre Brille zurecht. »Viel Schönes dabei.«

»Viel Schönes dabei?«, frage ich. »Was soll das denn ­heißen?«

»Streckenweise okay.«

»Streckenweise okay?«, frage ich. »Damit könnte man auch die Autobahnen in Mecklenburg-Vorpommern beschreiben.«

Sie zuckt mit den Schultern.

»Sie sind doch Verkäuferin hier«, sage ich. »Sie wollen doch, dass ich dieses Buch kaufe! Müssten Sie da nicht, wie soll ich sagen, enthusiastischer vorgehen?«

»Joa«, sagt sie und rückt ihre Brille zurecht. »Egal.«

»Hm«, sage ich. »Alle lassen sich immer so stressen von ihrer Arbeit, aber Sie nicht. Das finde ich gut.«

»Ehrlich gesagt, hat es mich nie groß interessiert, Bücher zu verkaufen«, sagt die Buchhändlerin. »Ich will lieber ­Bücher schreiben.«

»Das ist witzig«, sage ich. »Mich hat es nie groß interessiert, Bücher zu schreiben. Ich will lieber welche verkaufen.«

»Wie meinen Sie das?«

»Ich meinte kaufen. Ich will lieber welche kaufen.«

»Sie sind komisch«, sagt die Frau.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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