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Möchten Sie mehr über Ihre Katze erfahren? Die Katze ist einzigartig und hat mit ihrem selbstbestimmten Wesen und ihrer Individualität schon längst unsere Herzen gewonnen. Sie möchten in Ihrem Alltag lange glücklich und entspannt gemeinsam mit Ihrer Samtpfote zusammenleben? Lernen Sie in diesem Buch viel über Ihre Katze. Mit diesem Wissen können Sie künftig Ihrer Katze bei einigen Erkrankungen helfen sowie Verhaltensauffälligkeiten wie Unsauberkeit, Aggressivität und Kratzmarkieren vorbeugen sowie bei auftretenden Problemen schnell handeln. Auch verschiedene Therapiemöglichkeiten wie Homöopathie, Bachblüten und Mykotherapie lernen Sie kennen. Dieser Katzen-Ratgeber enthält Profitipps von der Katzenexpertin Monika Weßeling. Sie ist Tierheilpraktikerin, Katzenpsychologin und Tierkommunikatorin. Sie betreibt in Langenfeld (Rheinland) eine mobile Tierheilpraxis und berät online – deutschlandweit, in den Niederlanden und in Österreich.
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Seitenzahl: 197
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Monika Weßeling
• Verhaltensprobleme
• Erkrankungen
• Therapiemöglichkeiten
Texte/Umschlag/Fotos: © Copyright by Monika Weßeling
Verlag: Monika Weßeling Auguste-Piccard-Weg 7040764 Langenfeld
Lektorat: Sandra Hoffmann, sahotext.de Buchsatz: Sabine Abels, e-book-erstellung.de Cover-Gestaltung: Angelika Jäger, ketoleo.de
Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Alle Rechte, einschließlich des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
Über mich
Ich bin Tierheilpraktikerin für Klein- und Großtiere, Verhaltensberaterin für Katzen (Katzenpsychologin) und Tierkommunikatorin – eine sehr seltene berufliche Kombination. Ich behandle Hunde, Pferde und Katzen, wobei letztere mein Spezialgebiet darstellen.
Mit meinem Mann und drei orientalischen Katzen lebe ich im Rheinland, in Langenfeld, zwischen Köln und Düsseldorf. Hier betreibe ich meine mobile Tierheilpraxis. Jedes Tier betrachte ich ganzheitlich und individuell. Die Naturheilkunde setze ich alleinig oder begleitend zur Schulmedizin ein.
Meine Therapie-Schwerpunkte sind: Verhaltensberatung für Katzen (Katzenpsychologie), Homöopathie, Mykotherapie, Bachblüten und Tierkommunikation.
In den letzten Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich bei Verhaltensproblemen der Katze die Verknüpfung von Verhaltensberatung und Naturheilkunde als ideal für einen dauerhaften Erfolg erwiesen hat. Ein Heilungsversprechen gibt es jedoch nicht.
Bei Interesse an einer Beratung, die oft auch online möglich ist, nehmen Sie gerne mit mir Kontakt auf:
tierheilpraxis-wesseling.de
Kapitel 1
In den letzten Jahren ist die Anzahl der Katzen in deutschen Haushalten stetig gestiegen. Vor allem Singles tendieren zur Haltung einer Katze.
Gibt es den typischen Katzen- und den typischen Hundehalter 1? Angeblich halten eher Frauen Katzen und Männer Hunde.
Eine Katze liebt die Selbstständigkeit und wird sich nie vollständig unterordnen. Sie kann eine erbarmungslose Jägerin sein, aber auch unsere Beine umschmeicheln und Stunden mit uns schmusen. Sie ist einzigartig.
Wenn sie schnurrt, schmilzt fast jeder dahin. Sie ist unberechenbar und kann völlig lautlos sein. Katzen senken den Blutdruck und helfen älteren Menschen, ihre Einsamkeit zu überwinden.
Katzen werden immer selbst bestimmen, wie nah sie dem Menschen sein möchten. Eine Katze-Mensch-Beziehung beruht auf Vertrauen, beide können wir als Partner bezeichnen.
Die Katze ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Sie schafft es in Kinofilme, wird im Internet berühmt und ist in der Kunst zu finden.
Sie hat längst unsere Herzen und die Welt erobert.
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden die männliche Form verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
KAPITEL 2
Katzen gibt es seit etwa 30–40 Millionen Jahren. Die Hauskatze gehört zur Gattung Felis, welche neun Arten umfasst. Eine Art ist die Falbkatze. Von ihr stammt unsere Hauskatze ab.
Der Name „Hauskatze“ wird für Katzen verwendet, die keiner bestimmten Rasse angehören. Die Rassekatzen sind durch Züchtung entstanden und weisen bestimmte Eigenschaften auf.
Katzen haben bereits vor etwa 9.000 Jahren die Nähe des Menschen gesucht. Sie fingen Mäuse und Ratten in den Getreidekammern. Der Mensch stellte schnell fest, dass die Katze ihn so vor wirtschaftlichen Schäden bewahrte. Zudem versorgte sie sich selbst. Ihre Selbstständigkeit wurde schon damals von den Menschen geschätzt.
Wann genau die Katze zum Haustier wurde, lässt sich nicht belegen. Vermutlich geschah dies in kleinen Schritten.
Die Katze hatte jedoch ebenfalls einen Nutzen durch ihre Beziehung zum Menschen: Sie erhielt Wasser, Futter sowie Schutz vor dem Wetter und vor ihren natürlichen Feinden. Andererseits verlor sie Freiheiten und hatte nur noch einen beschränkten Bereich zur Verfügung.
Die Domestizierung der Katze begann im Nahen Osten ab dem dritten Jahrtausend vor Christus. Manche Menschen sprechen übrigens davon, dass die Katze die Menschen domestiziert hat.
In Ägypten wurden die Katzen verehrt. Die frühägyptische Kunst zeigt sehr deutlich die Entwicklung der Katze zum vergötterten Tier in der Religion. Die Ägypter glaubten daran, dass ihre Götter in Tiergestalt in ihrer Welt erscheinen konnten. Deshalb behandelten sie die Katzen sehr gut.
Die Katzengöttin Bastet, Tochter des Sonnengottes Ra, war die Göttin der Fruchtbarkeit, der Fröhlichkeit, des Tanzes, der Liebe und Schönheit. Sie wird oft als Frau mit Löwenkopf dargestellt. Bastet war nicht nur Tochter und gleichzeitig Ehefrau des Sonnengottes Ra, sondern auch Tochter des Osiris, des Gottes des Totenreiches. Häufig hält sie ein Amulett in der Hand, das die Form eines Katzenauges hat.
Wenn eine Katze starb, rasierten sich die Familienmitglieder als Zeichen ihrer Trauer die Augenbrauen ab. Wer eine Katze tötete, wurde sofort mit dem Tod bestraft.
Bei Ausgrabungen wurden mumifizierte und teilweise sehr junge Katzen gefunden. Vermutlich wurden sie für die Mumifizierung gezüchtet. Untersuchungen ergaben, dass sie getigert und ca. 15 Prozent größer als unsere heutigen Hauskatzen waren. Auf Gräbern und Gegenständen des Hausrats waren Zeichnungen von Katzen vorhanden. In einigen Grabkammern fanden sich Statuen. Vielen Katzen gab man Spielzeuge mit in ihr Grab.
Tempelkatzen lebten bis zu ihrem Tod in Tempeln und wurden von mehreren Priestern und Priesterinnen betreut – ein hoch angesehenes Amt! Sie wurden feierlich beerdigt und anschließend einbalsamiert.
Auf griechischen Vasen finden sich viele Bilder von Hauskatzen aus der Zeit um 480 und 440 vor Christus. Die Katze wurde zu dieser Zeit bereits als Haustier betrachtet.
In Indien begleitete die Katze häufig Zeremonien religiöser Art.
In China um 1.500 vor Christus wurden die Seidenraupen-Kokons von Katzen beschützt. In den Tempeln kümmerten sich die felinen Jäger um die Mäuse und Ratten und bewahrten so die alten Handschriften vor Beschädigung.
Im frühen Mittelalter war die Bedeutung der Katze gering. Als später über das Meer viele Schädlinge, wie Ratten und Mäuse, ins Land kamen und sich ausbreiteten, mussten diese getötet werden. Die Hauskatze übernahm diese Aufgabe mit Vergnügen.
Jedoch fiel die Katze zu dieser Zeit dem Aberglauben der Menschen zum Opfer. Die Menschen dachten, dass sich Hexen in Katzen verwandeln konnten. Insbesondere schwarze Katzen hatten einen schweren Stand, weil sie mit schwarzer Magie in Zusammenhang gebracht wurden. Die Nachtaktivität und die im Dunkeln leuchtenden Augen trugen dazu bei, den Katzen hexenhafte Verbindungen zu unterstellen. Nicht selten wurden Katzen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Heute noch sind es die schwarzen Katzen, die im Tierheim zurückbleiben, obwohl sie ebenso liebenswert sind wie andere Katzen.
Bei Adel und Klerus sowie dem ärmeren Volk fanden sich viele Katzenliebhaber. Im zehnten Jahrhundert lebten die Katzen in England beim Hof. Sie wurden als Begleiter geschätzt und waren sehr wertvoll.
Im elften Jahrhundert wurde Katzenfell von den Wikingern getragen und die Felle wurden zur Handelsware. Die Menschen glaubten, damit Rheuma- und Gichterkrankungen vorbeugen zu können.
Die Chinesen gingen davon aus, dass Katzen mit Erreichen des zehnten Lebensjahres, anfangen würden zu sprechen und sich später in ein anderes Tier verwandeln könnten.
Vom 15. bis 18. Jahrhundert gelangten die Katzen auf den Schiffen weiter nach Nordamerika, Australien und Neuseeland. Gefleckte Felle der Wildkatzen waren im 16. und 17. Jahrhundert sehr gefragt. Dafür wurden die Wildkatzen verfolgt und gejagt. Schiffskatzen wurden fester Bestandteil von Schiffscrews, sie wurden als Glücksbringer geschätzt.
Im 17. Jahrhundert begann eine Katzensammelleidenschaft, die bis heute anhält. Anfangs zählten hauptsächlich Katzenfiguren aus Porzellan dazu, im 19. Jahrhundert auch von Fabergé. Diese eigneten sich besonders zur Verschönerung des Kamins. Heute sind solche Stücke nur noch schwer erhältlich und von entsprechend hohem Wert. Später entstanden dann Katzen aus den unterschiedlichsten Materialien, wie Metall, Plüsch etc. Nicht nur Postkarten, auch Briefmarken, wurden mit Bildern von Katzen versehen.
Mit dem Beginn der industriellen Revolution, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, nahm die Beliebtheit der Katzen zu.
Im 19. Jahrhundert gab es viele Künstler, die Porträts von Katzen malten. Im 20. Jahrhundert hatte die Katze einen festen Platz in der Kunst gefunden. Auf Bildern von Pablo Picasso, Franz Marc und anderen Berühmtheiten sind Katzen dargestellt.
Auch schaffte es die Katze, in verschiedenen Filmen und in der Werbung aufzutreten. Cartoons mit Katzen wurden immer beliebter.
Vor etwa 100 Jahren begann eine gezielte Katzenzucht. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Katzenstatur sowie Fellfarbe, -länge und -zeichnung an die Lebensbedingungen angepasst.
Erst in den dreißiger Jahren begannen Züchter in Norwegen, die Norwegische Waldkatze zu züchten, da in Skandinavien Rassekatzen immer beliebter wurden. Im 20. Jahrhundert wurden Rassen wie die Türkisch Van und die Norwegische Waldkatze als eigenständige Rassen anerkannt.
Heute werden Katzen besonders in Japan, China und Thailand verehrt. In Tokio wurde der Tempel Gotokuji zu Ehren der Katze Maneki Neko erbaut. Diese wurde später weltweit als Winkekatze bekannt. Die Figur winkt mittels Batteriebetrieb unermüdlich mit ihrer Pfote, was zu Reichtum verhelfen und im Handel potenzielle Käufer anlocken soll. Diese Glücksbringer sind auch heute noch in vielen Haushalten und fast in jedem chinesischen Geschäft zu finden.
Heute zählt die Katze zu den beliebtesten Heimtieren. Insgesamt leben 14,7 Millionen Samtpfoten in 23 Prozent der deutschen Haushalte (Quelle: Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e. V., Stand 2019).
Viele Katzenhalter haben mehr als ein Tier. Katzen nehmen im Leben vieler Menschen eine wichtige Rolle ein.
Vor allem viele Singles halten eine oder mehrere Katzen. Warum ist das so? Singles und Katzen sind die idealen Partner. In Single-Haushalten geht es gewöhnlich ruhig zu, das mögen Katzen. Zudem gibt es genügend Schmuseeinheiten und Spielstunden. Der Alleinstehende weiß die Selbstständigkeit und Individualität der Katze zu schätzen.
Hauskatzen wiegen durchschnittlich 4 kg. Es gibt viele Fellfarben und -zeichnungen. Vielfach überwiegt die „gestromte“ Zeichnung mit einem Anteil von weißem Fell.
Der Großteil der Katzen wird heute zwischen 15 und 20 Jahre alt.
Es gibt die Redewendung, dass Katzen sieben Leben besitzen. Im angelsächsischen Raum ist sogar von neun Leben die Rede. Das hat die Katze ihrer Widerstandsfähigkeit und ihrer Robustheit zu verdanken.
In Deutschland gibt es noch heute Wildkatzen, die frei leben. Die Wildkatze hat im Gegensatz zu der großen und getigerten Hauskatze einen dicken Schwanz mit einer abgerundeten Spitze.
Eine Katze wird sich nie vollständig zähmen lassen, sie wird immer ihre Individualität bewahren. Das ist das Geheimnis unserer Samtpfoten.
Kapitel 3
Der Körper der Katze wird in einen passiven und einen aktiven Bewegungsapparat eingeteilt. Dabei bildet das Skelett den passiven Bewegungsapparat, er bewegt sich nicht von alleine. Erst die Muskeln und Hilfsorgane, der aktive Bewegungsapparat, ermöglichen die Fortbewegung.
Das Skelett der Katze besteht, je nach Anzahl der Schwanzwirbel, aus etwa 230 bis 240 Knochen. Im Vergleich dazu: Der erwachsene Mensch verfügt über ein Knochengerüst von etwa 206 bis 214 Knochen.
Das Skelett ermöglicht der Katze ihre schnelle Reaktion. Katzen, die in heißen Temperaturzonen leben, sind kleiner. Sie bleiben dadurch kühler.
Die Wirbelsäule besteht aus:
7 Halswirbeln,
13 Brustwirbeln,
7 Lendenwirbeln,
3 Kreuzbeinwirbeln (miteinander verwachsen),
20–23 Schwanzwirbeln.
Da die Knochen leicht und stabil sind, kann die Katze auf die Jagd gehen und wirkt dabei gleichzeitig elegant.
Durch die Flexibilität der Wirbelsäule, der Muskeln und ihrer beweglichen Schulter kann sich die Katze in der Luft um 180 Grad drehen.
Das Schlüsselbein der Katze ist, im Gegensatz zu anderen Tieren, nicht oder nur als ganz kleiner Rest vorhanden. Dadurch ist es der Katze möglich, auch in kleinsten Löchern zu verschwinden.
Die Katze ist wie der Hund ein Zehengänger, das bedeutet ihr Gewicht wird von Zehen und Zehenballen getragen. Sie macht große und leise Schritte. Jeder Katzenhalter weiß, wie lautlos sich eine Katze anschleichen kann.
Die Katze ist der geborene Jäger. Ihre Organe sind nicht auf Ausdauer ausgelegt (wie beim Hund), sondern auf schnellen Tatendrang und Aktivität.
Da die Katze sehr muskulös ist, ist sie ein guter Kletterer. Deshalb klettern viele Katzen auf Bäume. Unerfahrene Katzen trauen sich anschließend oft nicht wieder hinunter, weil sie es zunächst vorwärts probieren. Ein sicherer Abstieg ist allerdings nur rückwärts möglich.
Der Schädel der Katze ist kurz und robust gebaut. Das Milchgebiss der Katze hat 26 Zähne, das bleibende Gebiss hat 30 Zähne. Mit den Reißzähnen zerkleinert die Katze ihre Beute. Die Eckzähne werden benötigt, um die Beute zu fangen und festzuhalten. Der Kiefer der Katze ist sehr klein und zart, trotzdem packt sie kraftvoll zu und tötet ihre Beute.
Ihre Zunge ist mit kleinen Stacheln, so genannten Papillen, besetzt. Jeder Katzenhalter hat dies bestimmt schon selbst gespürt, wenn die Katze ihn geputzt hat. Die Katzenzunge fühlt sich sehr rau und wie eine Reibe an. Diese Besonderheit hilft der Katze nicht nur beim Putzen ihres Fells, sondern auch beim Trinken und Fressen. Sie kann dadurch die letzten Reste von Knochen abschaben.
Der Magen-Darm-Trakt der Katze ist relativ einfach aufgebaut, da sie ein Fleischfresser ist. Ihr Darm ist wesentlich kürzer als der eines Pflanzenfressers und der Blinddarm ist nur ein kleiner Anhang. Futter wird innerhalb von 24 Stunden gefressen und verdaut.
Das größte Organ der Katze ist die Haut. Die Haare bestehen zum größten Teil aus Keratin. Katzen können nicht schwitzen. Sie belecken sich, um sich abzukühlen. Hecheln kann ein Zeichen dafür sein, dass der Katze zu warm ist, bringt jedoch kaum den gewünschten Kühleffekt.
Die Katze hat ein gutes räumliches Sehvermögen und ist in der Lage, Entfernungen einzuschätzen. Eine reflektierende Zellschicht hinter der Netzhaut (Tapetum lucidum) ermöglicht es der Katze, auch in der Dunkelheit gut zu sehen. Das einfallende Licht wird wie bei einem Reflektor zurückgeworfen. Deshalb leuchten Katzenaugen im Dunkeln. Die Katze kann in der Dämmerung noch gut sehen, um der Jagd nachzugehen. Bei völliger Dunkelheit erkennt die Katze nichts mehr.
In der Zeit der Hexenverfolgung waren den Menschen die „glühenden“ Augen in der Dunkelheit unheimlich und sie verbanden sie mit Teufeln und dem Bösen. Das war einer der Gründe für die Verfolgung der Katzen, vor allem der schwarzen.
Katzen haben drei Augenlider. Das obere und untere Augenlid ist mit Fell bedeckt. In den inneren Augenwinkeln erkennt man die Nickhaut, das dritte Augenlid. Die Nickhaut dient zum Schutz vor Verletzungen und kann bei Krankheiten hervortreten.
Es gibt verschiedene Augenfarben, von Blau über Gelb und Grün. Zur Welt kommen Katzenbabys mit blauen Augen.
Der Geruchssinn der Katze ist nicht so gut wie der des Hundes, jedoch besser als der des Menschen. Katzen verfügen über etwa 60 Millionen Geruchszellen, der Mensch maximal über 20 Millionen. Katzen erkennen einander am Körpergeruch. Das Abschnüffeln des Hinterteils bedeutet daher Sozialkontakt.
Das Gehör der Katze zählt zu den besten unter den Säugetieren. Es erreicht eine Wahrnehmung von bis zu 65.000 Hertz im Ultraschallbereich. Schrille und hohe Töne mag die Katze gar nicht. Sie nimmt nicht nur die Lautstärke, sondern auch die Stimmung wahr. Die Ohren werden immer in Richtung der Geräusche gerichtet.
Wenn die Katze angreifen will, zeigt der Ohrrücken nach oben. Ist sie völlig entspannt, sind die Ohren leicht nach vorn gerichtet. In ängstlicher Stimmung legt sie die Ohren eng am Kopf an.
Das Katzenohr ist ein kleines Wunder. Jedes Ohr hat 30 Muskeln, das menschliche Ohr hingegen nur sechs Muskeln. Besonders die orientalischen Katzen haben riesige Ohren im Gegensatz zu ihrer zarten Statur.
Der Gleichgewichtssinn der Katze ist sehr gut, sie ist schwindelfrei in großen Höhen. Sie ist hierbei dem Menschen weit überlegen. Sie balanciert auf sehr schmalen Wegen, ohne zu stürzen.
Der Tastsinn der Katze ist hochentwickelt. Dabei helfen ihr die über den Körper verteilten Sinushaare (Vibrissen), die auch als Schnurrhaare bezeichnet werden. Mittels der Sinushaare kann eine Katze erkennen, durch welche Öffnung sie problemlos passt.
Die Körpertemperatur der Katze beträgt 38 bis 39 Grad. Wenn die Temperatur darüber hinaus ansteigt, kann das auf Fieber oder Stress hindeuten.
Die Atemfrequenz beträgt 20 bis 40 Atemzüge pro Minute. Katzen haben eine Bauch-Zwerchfell-Flankenatmung. Die Atemfrequenz darf nur im Ruhezustand gemessen werden, da sich ansonsten höhere Werte durch Belastung oder hohe sommerliche Temperaturen ergeben können.
Der Puls beträgt 80 bis 140 Schläge pro Minute im Ruhezustand. Er wird bei der Katze an der Innenseite der Hintergliedmaße gemessen. Der Puls kann durch Aufregung erhöht sein, ebenso bei kleinen oder trächtigen Katzen.
Weibliche Katzen werden zwischen dem vierten und zwölften Lebensmonat geschlechtsreif und zum ersten Mal rollig. Wenn sie nicht kastriert werden, können Katzen mehrmals im Jahr rollig werden. Der Begriff rollig kommt daher, weil sich die Katze auf dem Boden rollt und dabei maunzt, das können wahre Arien sein. Sie wartet auf die Begattung durch den Kater. Beim Streicheln drückt sie den Rücken durch und erhebt das Hinterteil.
Nicht kastrierte Kater fangen oft im Alter von mehreren Monaten an zu markieren. Eine allgemeingültige Aussage lässt sich zu diesem Thema nicht treffen. Kastrierte Kater können diese Gewohnheit beibehalten.
Zu den Frühentwicklern gehören die Siamkatzen. Langhaarkatzen werden später geschlechtsreif.
Die Tragezeit dauert bei Katzen 60 Tage. Bei der ersten Geburt wirft die Katze etwa zwei bis drei Junge. Bei späteren Würfen erhöht sich diese Zahl meistens. Die Geburt ist fast immer problemlos. Es kann jedoch auch zu Totgeburten kommen. Nach der Geburt setzt der Milchfluss ein. Mehrere Tage nach der Geburt trägt die Mutter die kleinen Kätzchen einzeln in ein aus ihrer Sicht sicheres Nest.
Heute werden Katzen in vielen Fällen wesentlich älter als in der Vergangenheit. 15 oder 20 Jahre sind keine Seltenheit. Besonders Orientalen werden oft uralt. Gründe, die dazu führen, könnten die bessere Diagnostik und die medizinische Versorgung sein.
Wie alle Säugetiere verlieren Katzen im Alter einen Teil ihrer Gehirnzellen. Das kann zu Demenz, Altersstarrsinn und Orientierungslosigkeit führen.
Die wichtigsten physiologischen Werte der Katze
Atmung (pro Minute) 20 – 40
Temperatur (Grad Celsius) 38 – 39 Grad
Puls (pro Min.) 80 – 140
Riechzellen (Millionen) 200
Gehör (Hz) 55.000 – 79.000
Tragezeit (Tage) 60
Kapitel 4
Wenn eine Katze als neues Familienmitglied einziehen soll, müssen einige Dinge beherzigt werden.
Katzen sind sensible Wesen. Es reicht nicht aus, die Katze nur zu füttern und ab und zu mit ihr zu schmusen. Katzenhalter müssen sich mit der Katze beschäftigen, mit ihr spielen und sich um sie kümmern. Denn sie haben für sie mit dem Einzug Verantwortung übernommen – in guten und in schlechten Zeiten. Der Entschluss eine Katze zu halten, sollte erst dann erfolgen, wenn klar ist, dass die Bedürfnisse einer Katze erfüllt werden können, denn eine Katze hat ein Recht auf ein glückliches Leben.
Es sollten immer mindestens zwei Katzen zusammenleben. Ein Mensch kann nie den kätzischen Partner ersetzen. Nur in seltenen Fällen gibt es Katzen, die wirklich als Einzelkatze leben möchten.
Eine Katze kann manchmal 20 Jahre und älter werden. Diesen Aspekt muss sich jeder zukünftige Katzenhalter bewusst machen.
Kann genügend Zeit für die Katzen aufgebracht werden? Können eigene Bedürfnisse eventuell zurückgestellt werden, wenn der Urlaub ansteht und die Katze kurz vorher schwer erkrankt?
Vor dem Einzug der Katze muss eine Wohnung katzengerecht gestaltet werden. Gegebenenfalls müssen die Möbel an einen anderen Ort gestellt, vielleicht die gesamte Wohnung umgestaltet werden. Dabei können erhebliche Kosten entstehen. Mit etwas Geschick können Spielzeuge oder Kratzgelegenheiten selbst gebastelt werden.
Ein Großteil der Katzen wird irgendwann, vor allem im Alter, chronisch krank. Dabei können hohe Kosten entstehen. Die Katze benötigt gegebenenfalls teure Medikamente und Behandlungen. Eventuell muss sie aufgrund eines akuten Zusammenbruchs mehrere Tage in der Tierklinik bleiben.
Es gibt Tier- und OP-Kosten-Versicherungen. Bei Interesse sollten sich Tierhalter ausführlich beraten lassen. Die Unterschiede und Bedingungen sind sehr groß.
Was ist, wenn der Urlaub ansteht? Gibt es jemanden, der die Katze versorgt? Wie wird die Urlaubsversorgung gewährleistet, wenn die Katze chronisch krank ist? Beispiel: Die Katze hat Diabetes und muss täglich eine Spritze erhalten. Übernimmt dies die Urlaubsbetreuung? Ein Catsitter muss bezahlt werden, jedoch können derartige Leistungen steuerlich abgesetzt werden. Vielleicht findet sich auch ein Nachbar oder Freund, der die Katze während der Abwesenheit betreut.
Wer in einer Mietwohnung wohnt, muss zunächst abklären, ob Katzenhaltung erlaubt ist. Dies sollte am besten schriftlich und vor dem Einzug der Samtpfote geschehen.
Katzen verlieren viele Haare. Katzenhalter werden immer wieder in der Wohnung und auf der Kleidung mit den Haaren kämpfen. Katzenstreu findet sich in der gesamten Wohnung wieder. Es bleibt oft in den zarten Pfoten hängen.
Kleine Katzen können schon mal eine Wohnung durcheinanderbringen. Auch damit sollten die Besitzer zurechtkommen.
Katzen lieben unterschiedliche Spielzeuge, Kartons, in denen sie sich verstecken können. Eine gewisse Unordnung gehört dazu.
Katzen erbrechen ab und zu Futter oder Gras oder würgen Haarballen hervor. Sie können auf dem Weg von der Katzentoilette in einen anderen Raum Kot oder Urintropfen verlieren. Diese Hinterlassenschaften müssen dann beseitigt werden. Ältere Katzen werden gelegentlich inkontinent oder dement.
Vor der Anschaffung steht die Frage im Raum, ob es eine Hauskatze oder eine Rassekatze sein soll. Alter und Geschlecht müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Gerade bei mehreren Katzen sollten Interessenten sich beim Kauf und bei einer geplanten Zusammenführung beraten lassen.
Soll möglicherweise ein behindertes Tier einziehen? Hier gilt es, sich zuvor ausgiebig über die Besonderheiten zu informieren. Blinde oder taube Katzen haben verschiedene Bedürfnisse.
Soll es eine Katze aus dem Tierheim sein, von einer Privatperson oder eine Rassekatze vom Züchter?
Geeignet ist die Katze, die sich für „ihren Menschen“ entscheidet. Die Katze sucht sich ihren Besitzer aus und wird auf ihn zugehen.
Die Augen müssen sauber und klar, die Ohren innen sauber sein. Die Nase kann feucht sein, aber es darf kein Ausfluss vorhanden sein.
Zähne und Zahnfleisch sollten kontrolliert werden. Die Zähne müssen weiß sein, das Zahnfleisch rosa. Die Katze darf keinen auffälligen Maulgeruch haben.
Die Katze sollte einen aufgeweckten und fitten Eindruck machen.
Sie sollte sicher laufen und keine Auffälligkeiten im Gangbild haben.
Das Fell sollte einen feinen und seidigen Glanz haben.
Bei Jungkatzen ist ein gerundeter Bauch normal, sollte er aber aufgebläht sein, liegt eventuell ein Wurmbefall vor. In diesem Fall ist eine sofortige Untersuchung durch den Tierarzt erforderlich. Der After muss sauber sein, ansonsten könnte die Katze unter Durchfall oder Verstopfung leiden.
Ein Gesundheitszeugnis vom Tierarzt und ein Impfausweis (Grundimmunisierung) gehören dazu. Die Katze sollte bereits gechippt sein. Eine Kotuntersuchung kann belegen, dass kein Wurmbefall vorliegt. Ob die Katze später in Intervallen geimpft werden soll, können die Halter selbst entscheiden.
Bei einer Rassekatze erhält der Käufer einen Stammbaum dazu. Es sollte beim Kauf mit dem Züchter abgesprochen werden, ob mit der Rassekatze weiter gezüchtet werden soll. Ansonsten besteht sehr oft die Möglichkeit, dass der Züchter die Katze vor dem Umzug bereits kastrieren lässt (abhängig vom Alter).
Ein Kaufvertrag muss zwingend geschlossen werden.
Die Katze sollte in der Familie aufgewachsen sein und nicht in separaten Räumen, von der Familie getrennt.
Die meisten Verkäufer schauen sich das neue Zuhause an, bevor die Katze endgültig umzieht. Einige Züchter bringen die Katze persönlich am Umzugstag vorbei.
Eine Katze sollte nicht nur aufgrund ihres Aussehens oder ihres Geschlechts ausgewählt werden. Wichtig sind vor allem die Charaktereigenschaften der Katze, die ihre neue Familie viele Jahre begleiten wird.
