Die kleine Fotoschule - Michael Groer - E-Book

Die kleine Fotoschule E-Book

Michael Groer

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Beschreibung

Für den perfekten Start in die Digitalfotografie! So machen auch Einsteiger und Hobbyfotografen richtig gute Fotos: „Die kleine Fotoschule“ erklärt sensationell verständlich, worauf es beim Fotografieren ankommt. Welches Zubehör brauche ich? Was muss ich bei meiner Kamera einstellen? Wie setze ich Blende und Belichtungszeit ein? Wie werden meine Fotos richtig scharf? Alle Grundlagen der Fotografie werden einfach auf den Punkt gebracht. Und im großen Workshop-Kapitel gibt es praktische Anleitungen wie in einem Kochrezept: So lernen Anfänger bereits durch das Nachfotografieren, wie professionelle Fotos entstehen. Verständlich erklärt: Blende, Belichtung, Bildgestaltung und vieles mehr.

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Seitenzahl: 149

Veröffentlichungsjahr: 2017

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INHALT

Vorwort

Welche Kamera

Auswahlkriterien

Kameratypen

Spiegelreflexkameras

Spiegellose Systemkameras

Bridgekameras

Kompaktkameras

Outdoor- und Actionkameras

Praktisches Zubehör

Objektive

Brennweite

Feste Brennweite vs. Zoom

Lichtstärke

Bildstabilisator

Filter

Polarisationsfilter

Graufilter

Grauverlaufsfilter

Schutzfilter

Speicherkarten

Bilder aus Versehen gelöscht?

Akkus

Stative

Einbeinstativ

Dreibeinstativ

Material

Stativkopf

Wechselplatte

Fernauslöser

Blitzgeräte

Grundlagen der Fotografie

Grundbegriffe

Belichtungszeit

Blende

ISO-Wert und Bildrauschen

Auflösung

Dateiformat: JPG oder RAW?

Der Aufnahmemodus

Vollautomatik (Auto)

Motivprogramme (Szene)

Programmautomatik (P)

Zeitautomatik (A/Av)

Blendenautomatik (S/Tv)

Manuelle Steuerung (M)

Die Programme auf einen Blick

Belichtungsmessung

Mehrfeld- oder Matrixmessung

Integralmessung

Spot- und Selektivmessung

Belichtungskorrektur

Histogramm

Weißabgleich und Farbtemperatur

Fokussierung

Autofokus

Manueller Fokus

Einzel- oder Serienbild

Selbstauslöser

Blitzen

Direktes Blitzen

Indirektes Blitzen

Rote Augen

Blitzen im Nachtporträtmodus

Display oder Sucher?

Dioptrieneinstellung

Bildkontrolle

Standardeinstellungen

Bildgestaltung

Die Drittelregel

Der Goldene Schnitt

Bildmitte

Horizont

Blickfang

Hoch- und Querformat

Vordergrund

Rahmen

Brennweite

Weitwinkel

Tele

Perspektive

Froschperspektive

Vogelperspektive

Reduktion

Licht

Fotoworkshop

Ausrüstung

Einstellungen

Die goldene Stunde

Blätter im Licht

Gedreht

Wischeffekt

Dimensionen

Blitze

Stürzende Linien

Lichtspuren

Im Sprung

Im Fluss

Mitgezogen

Bei Mondschein

Unterwegs

Der richtige Moment

Strandleben

Warten

Giganten der Meere

Schattentheater

Näher ran

Silhouette im Sonnenuntergang

Mit Licht gemalt

Von Wolken gerahmt

Reduktion

Drache

Pfau

Spiegelung im Hafen

Angeschnitten

Blendenflecken

Pusteblume

Im Vordergrund

Kerzenlicht

Fenster

Schlechtes Wetter

Transparent

Gekippt

Spiegelung im Rahmen

Monument Valley

Silhouette

Autos abstrakt

Blaue Stunde

Der Zoom macht’s

Auf dem Weg

Blick nach unten

Dynamik durch Verwacklung

Am Fenster

Auf Augenhöhe

Über den Dächern

Ungewohnte Perspektiven

Der Reiz des Vergänglichen

Farbe oder Schwarz-Weiß?

Dicht gedrängt

Blick aufs Meer

Unscharf

Strand im Gegenlicht

Pfützen

Im Wald

Beobachter

Mit Vordergrund

Gegensätze

Sonne hinter Wolken

Licht und Schatten

Hintergrund

Langzeitsynchronisation

Register

VORWORT

Willkommen in der faszinierenden Welt der Fotografie! Diese kleine Fotoschule wird Ihnen beim Einstieg in die Fotografie zur Seite stehen. Nicht nur Einsteigern, auch fortgeschrittenen Fotografen möchte ich in diesem Buch Impulse und Inspiration bieten. Mein Ziel ist es, Lust und Freude an der Fotografie zu wecken, technische und kreative Grundlagen verständlich zu vermitteln und die Angst vor der Technik zu nehmen.

Fotografie ist meine große Leidenschaft, eine Passion, die mich seit fast dreißig Jahren nicht loslässt. Begonnen hat alles auf einer Reise mit einem zwanzig Jahre alten VW-Bus nach Marokko. Einer meiner Reisekameraden hatte eine Spiegelreflexkamera dabei. Der Blick durch den Sucher eröffnete mir eine neue Welt – einen Ausschnitt festlegen, etwas auf das Wesentliche reduzieren. Wenig später erstand ich meine erste Spiegelreflexkamera. Seither begleiten mich Kameras durchs Leben. Der Blick durch den Sucher und der Druck auf den Auslöser ist für mich weniger Jagd nach Bildern als vielmehr Sammlung und Meditation.

In den vielen Jahren, die ich bereits fotografiere, hat sich die Fototechnik radikal verändert. Meine Leidenschaft galt und gilt vor allem der Landschaftsfotografie, der Street-Fotografie, der Architektur-, Nacht- und Reisefotografie.

Im Rahmen einer siebenjährigen Tätigkeit im Fotofachhandel entstand die Idee, die Freude und das Know-how im Bereich Fotografie auch in Kursen weiterzugeben. Gleichzeitig entstand www.kleine-fotoschule.de, eine umfassende Website mit Infos und Tipps rund um die Fotografie.

Die Freude an der Fotografie ist ein wichtiger Schatz, den es zu bewahren gilt. Ich versuche dabei keinen Druck aufkommen zu lassen. Meine persönliche Devise ist, nur das zu fotografieren, was mich wirklich interessiert. Und, um ehrlich zu sein, nur das kann ich gut.

Mein Buch richtet sich vor allem an Nutzerinnen und Nutzer von Bridge-, System- und Spiegelreflexkameras. Viele Tipps und Infos zu Bildideen und Bildgestaltung können Sie aber auch mit Kompaktkameras umsetzen.

Die Lektüre dieses Buches kann die Bedienungsanleitung nicht ersetzen, dafür gibt es zu viele verschiedene Kameras und Bedienkonzepte. Ich empfehle Ihnen, bei Unklarheiten und Fragen einen Blick in die entsprechenden Kapitel der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera zu werfen.

Falls Sie nach der Lektüre noch nicht genug haben, würde ich mich freuen, Sie in einem meiner Kurse und Workshops in Zürich begrüßen zu dürfen. Unter www.kleine-fotoschule.ch finden Sie das aktuelle Kursprogramm.

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit der Fotografie!

IhrMichael Groer

WELCHE KAMERA?

Falls Sie noch (oder wieder) auf der Suche nach einer geeigneten Kamera sind, vergessen Sie Werbeversprechen wie „Die beste Kamera“. Orientieren Sie sich vielmehr an Ihren Bedürfnissen. Nicht immer ist der Testsieger auch die richtige Kamera. Welcher Kameratyp gut zu Ihnen passt, erfahren Sie in diesem Kapitel.

Auswahlkriterien

Viele aktuelle Kameras bieten eine mehr als ausreichende Bildqualität für ein breites Anwendungsspektrum. Vor allem bei den gängigsten Bildgrößen (9 x 13 cm bis 13 x 18 cm) und bei der Betrachtung am Fernseher oder Beamer reicht die Bildqualität meist aus.

Überlegen Sie sich, wie groß Ihre Ausrüstung sein darf, damit Sie sie auch einsetzen. Schließlich zeichnet sich die „perfekte“ Kamera auch dadurch aus, dass Sie sie mitnehmen und nutzen. Ein Spitzenmodell, das wegen seiner Größe zuhause in der Schublade liegt, bringt wenig. Je nach Ansprüchen und Budget lohnt es sich, unterschiedliche Kameras für verschiedene Einsatzbereiche zu nutzen.

Lassen Sie sich nicht verleiten, eine Kamera zu kaufen, die Ihnen von Anfang an zu schwer und zu groß ist.

Hier einige wichtige Kriterien für die passende Kameraausrüstung:

• Größe

• Gewicht

• Bildqualität/ISO-Empfindlichkeit/Bildrauschen

• Ausbaufähigkeit (Fernauslöser, Blitzsystem, Objektive usw.)

• Geschwindigkeit

• Brennweitenbereich

• Monitor (schwenkbar, Touch-Screen)

• optischer oder digitaler Sucher

• mechanischer oder motorgetriebener Zoom

• Energieversorgung

• Robustheit (wasserdicht, trittsicher, stoßfest)

Die folgenden Fragen können Ihnen bei der Suche nach der passenden Kamera helfen:

Möchte ich Fotos bei schlechten Lichtbedingungen machen?

Wenn für Sie Nachtaufnahmen oder Aufnahmen bei wenig Licht im Vordergrund stehen, sollten Sie sich für eine digitale Spiegelreflexkamera oder spiegellose Systemkamera entscheiden.

Möchte ich Sportaufnahmen machen?

Sportaufnahmen erfordern Kameras mit einem schnellen Autofokus und einer schnellen Serienbildrate. Je nach Sportart benötigen Sie auch ein (lichtstarkes) Teleobjektiv. Neben Spiegelreflexkameras oder spiegellosen Systemkameras bieten sich auch sogenannte Bridgekameras an. Achten Sie darauf, dass die Kamera über einen Sucher, einen schnellen Autofokus und einen schnellen Serienbildmodus verfügt.

Möchte ich spielende Kinder fotografieren?

Fotos von herumtobenden Kindern stellen viele Kameras (und natürlich auch die Fotografierenden) vor große Herausforderungen. Hier sind ebenfalls ein schneller Autofokus und ein schneller Serienbildmodus von Vorteil. Die Einschaltzeit und die Auslöseverzögerung sollten so kurz wie möglich sein. Im Wesentlichen gelten die gleichen Voraussetzungen wie in der Sportfotografie.

Möchte ich Tiere fotografieren?

Wie groß ist die Distanz zu den Tieren? Wenn Sie auf Safari gehen, sollten Sie ein starkes Teleobjektiv mitnehmen. Spiegelreflexkameras und spiegellose Systemkameras in Verbindung mit den entsprechenden Objektiven sind relativ groß und schwer, bieten jedoch bei wenig Licht die bessere Bildqualität. Zoomstarke Bridgekameras sind eine leichtere und kompaktere Alternative. Sie stoßen jedoch in der Dämmerung schnell an ihre Grenzen.

Möchte ich Porträts machen?

Professionelle Porträts verfügen oft über eine geringe Schärfentiefe, das heißt, der Hintergrund ist unscharf. Dafür benötigen Sie im Idealfall eine Kamera mit einem großen Sensor und ein lichtstarkes Objektiv. Für den Porträtbereich bieten sich vor allem Spiegelreflexkameras und spiegellose Systemkameras an. Klassische Porträtobjektive sind z. B. lichtstarke Festbrennweiten im Bereich 85 mm (ƒ/1,2—ƒ/1,8), 100 mm/135 mm (ƒ/2,8), aber auch Zoomobjektive ab 50 mm aufwärts lassen sich einsetzen. Die empfohlenen Brennweiten hängen nicht nur vom Sensorformat, sondern auch von den persönlichen Vorlieben ab.

Möchte ich eine Kamera für die Reise?

Hier spielen Größe und Gewicht für viele Fotografierende eine besondere Rolle. Viele schätzen auf Reisen Kompakt- und Bridgekameras mit großem Zoombereich. Wenn Sie maximale Bildqualität möchten, sind Spiegelreflexkameras und spiegellose Systemkameras mit entsprechenden Objektiven die erste Wahl. Spiegellose Systemkameras sind bei vergleichbarer Bildqualität und in Verbindung mit vergleichbaren Objektiven in der Regel kompakter und leichter als Spiegelreflexkameras.

Möchte ich maximale Bildqualität?

Neben den Motiven ist es auch wichtig, was Sie mit den Aufnahmen im Anschluss machen möchten. Wenn Sie die Fotos lediglich bis zu Größen von 20 x 30 cm ausdrucken oder sie am Monitor, Beamer oder Tablet betrachten, werden die meisten aktuellen Kameras bei guten Lichtbedingungen brauchbare Qualität liefern. Wenn Sie jedoch die Aufnahmen großformatig über DIN A3 hinaus drucken möchten, wird es anspruchsvoller.

Je nach Einsatzbereich und Qualitätsbedarf kommen im professionellen Bereich Vollformatkameras und Mittelformatkameras zum Einsatz. Diese Systeme sind in der Regel deutlich teurer, größer und schwerer als Spiegelreflexkameras und spiegellose Systemkameras mit kleineren Sensoren. Dies trifft insbesondere für die digitalen Mittelformatkameras zu.

Bedenken Sie, dass die Kamera lediglich ein Werkzeug ist. Mit guten Ideen und Freude an der Fotografie lassen sich mit jeder Kamera einzigartige Fotos machen.

Kameratypen

Sie sind noch unsicher, welche die richtige Kamera für Sie ist? Die folgende Zusammenfassung vermittelt Ihnen einen kurzen Überblick über die gängigen Kameratypen und ihre Vor- und Nachteile.

Spiegelreflexkameras

Die manuellen Einstellungsmöglichkeiten von Spiegelreflexkameras (auch DSLR-Kameras genannt) bieten ein weites Feld an kreativen Möglichkeiten, aber auch im Automatikmodus sind sie ihren kompakten Kollegen meist überlegen.

Die Größe von Spiegelreflexkameras bietet auch Vorteile. Für viele Einstellungen gibt es ein eigenes Bedienelement. Das sieht erst mal komplizierter aus, vereinfacht aber die Bedienung, da Sie weniger im Menü suchen müssen. Zudem liegen diese Kameras oft sehr gut in der Hand und lassen sich auch mit großen Objektiven gut bedienen. Durch ihre Erweiterungsmöglichkeiten können sie an viele Aufnahmesituationen angepasst werden. Die Hersteller bieten hierfür eine Palette an Objektiven, Filtern, Blitzgeräten, Fernauslösern usw.

Spiegellose Systemkameras

Hier handelt es sich um ein stark wachsendes Kameraformat, das je nach System Anpassungsfähigkeit und hohe Bildqualität gewährleistet. Im Vergleich zu Spiegelreflexkameras sind spiegellose Systemkameras kompakter und leichter. Verschluss- und Blendenvorwahl sowie manuelle Bedienmöglichkeiten gehören wie bei Spiegelreflexkameras zur Standardausstattung. Bei schlechteren Lichtsituationen zeigen sie aufgrund der größeren Sensorformate ebenfalls deutliche Vorteile gegenüber kompakten Kameramodellen.

Bridgekameras

Diese Kameras sind in der Regel deutlich größer als Kompaktkameras und lassen sich auch manuell steuern. Sie verfügen häufig über einen größeren Zoombereich. Sie haben jedoch keine Wechseloptiken. Zum Teil ist ein Blitzschuh für ein externes Blitzgerät vorhanden.

Diese Kameras sind sehr vielseitig. Sie eignen sich als flexiblere Alternative zu Kompaktkameras. Modelle mit großem Zoombereich sind als Reisekameras sehr beliebt. Sie stoßen jedoch bei wenig Licht im Vergleich zu System- und Spiegelreflexkameras schnell an ihre Grenzen.

Kompaktkameras

Großer Vorteil dieser Klasse ist die kompakte Bauweise, was diese Kameras zu idealen täglichen Begleitern macht. Kompaktkameras zeichnen sich meist durch einfache Bedienung und viele Automatikfunktionen aus. Die manuellen Einstellmöglichkeiten sind in der Regel stark eingeschränkt. Meist verfügen diese Kameras über einen kleineren Zoombereich (häufig 3-fach). Bei vielen Kompaktkameras lässt die Bildqualität bei wenig Licht stark nach.

Outdoor- und Actionkameras

Outdoor- und Actionkameras sind Kompaktkameras, die auch für den Einsatz bei Regen, am Strand und teilweise auch unter Wasser konzipiert sind. Meist sind sie besonders tritt- und stoßfest. Die Bildqualität und Bedienung entspricht einfachen Kompaktkameras. Es sind tolle Kameras für alle Situationen, in denen es rau hergeht, die Bildqualität ist aber eher zweitklassig.

PRAKTISCHES ZUBEHÖR

Das Angebot an Fotozubehör ist groß. Was braucht man wirklich? Auf den folgenden Seiten finden Sie Ausrüstungstipps zu Objektiven und weiterem Zubehör wie Filter, Stative oder Blitzgeräte.

Objektive

Objektive sind in der Regel das teuerste, aber auch das wertbeständigste Fotozubehör. Sie haben einen großen Einfluss auf die Bildqualität und die gestalterischen Möglichkeiten.

Brennweite

Die Frage nach der richtigen Brennweite ist sowohl von den eigenen Vorlieben als auch vom Motiv abhängig. Viele Fotografen finden mit der Zeit ihre Lieblingsbrennweiten. Unter Street-Fotografen ist die 35-Millimeter-Brennweite sehr populär, Sportjournalisten verwenden wiederum häufig starke Telebrennweiten. Die meisten Fotografen nutzen Objektive mit variablen Brennweiten, sogenannte Zoomobjektive.

Die Brennweite bezeichnet die Entfernung des Linsensystems zu ihrem Brennpunkt (Abstand von der Hauptlinse zum Sensor). Diese wird in der Fotografie in Millimetern angegeben. Alles klar?

WAS BEDEUTET BRENNWEITE?

Für die Praxis gilt vereinfacht: Je größer die Brennweite (Tele), desto größer lassen sich Objekte aus gleicher Aufnahmedistanz fotografieren. Je kleiner die Brennweite (Weitwinkel), desto größer ist der Bildausschnitt.

Die folgenden beiden Aufnahmen habe ich vom gleichen Standort mit verschiedenen Brennweiten aufgenommen (50 mm und 400 mm).

Brennweite 50 mm

Brennweite 400 mm

Crop-Faktor

Der Bildausschnitt bei einer bestimmten Brennweite ist von der Größe des Sensors abhängig. Die folgende Darstellung zeigt, welchen Bildausschnitt Sie bei gleicher Brennweite mit unterschiedlich großen Sensoren erreichen.

Sensoren im Format Kleinbild (Vollformat), APS-C und Four-Thirds werden vor allem bei Spiegelreflexkameras und spiegellosen Systemkameras eingesetzt. In Kompakt- und Bridgekameras werden in der Regel Sensoren mit 1“, 2/3“ und kleiner genutzt.

Sensorgrößen/Bildausschnitte im Vergleich

Je nach Sensorgröße wirken die resultierenden Bildausschnitte, wie wenn sie mit unterschiedlichen Brennweiten aufgenommen wären. Ein reiner Brennweitenvergleich zwischen Kameras mit unterschiedlich großen Sensoren gibt daher keinen Aufschluss über den resultierenden Bildausschnitt. Um einen Vergleich zu ermöglichen, wird häufig die kleinbildäquivalente Brennweite angegeben. Dies ist die Brennweite, die im Kleinbild-/Vollformat notwendig wäre, um einen gleichen Bildausschnitt zu erreichen. Dadurch lassen sich Kameras und Objektive besser vergleichen.

Mit dem Crop-Faktor können Sie die kleinbildäquivalente Brennweite selbst berechnen. Kameras mit einem Bildsensor im APS-C-Format haben einen Crop-Faktor von 1,5 (Canon 1,6). Beim Micro-Four-Thirds-System liegt der Crop-Faktor bei 2. Bei Kompakt- und Bridgekameras werden in der Regel kleinere Sensorformate genutzt. Informationen zum Sensorformat Ihrer Kamera finden Sie in der Bedienungsanleitung bei den technischen Daten. Die folgende Tabelle zeigt die gängigen Sensorformate bei Spiegelreflexkameras und spiegellosen Systemkameras.

Sensorformat

Abmessungen

Crop-Faktor

Kleinbild/Vollformat

36 x 24 mm

1

APS-C

23,6 x 15,6 mm

1,5

APS-C (Canon)

22,3 x 14,9 mm

1,6

Micro-Four-Thirds und Four-Thirds

17,3 x 13 mm

2

Gängige Sensorformate

Ein Beispiel: Wenn Sie ein 100-mm-Objektiv auf einer Canon-Kamera im APS-C-Format nutzen, ergibt sich mit dem Faktor 1,6 eine kleinbildäquivalente Brennweite von 160 mm.

Im Kapitel „Bildgestaltung“ finden Sie Tipps, wie Sie verschiedene Brennweiten kreativ einsetzen können.

Bei Kameras mit größeren Sensoren haben Sie mehr Möglichkeiten, mit einer kleinen Schärfentiefe zu fotografieren, denn diese Kameras benötigen im Vergleich zu Modellen mit kleineren Sensoren eine größere Brennweite für den gleichen Bildausschnitt. Die Schärfentiefe nimmt mit zunehmender Brennweite ab. Dies ist z. B. für den Porträtbereich sehr interessant.

Feste Brennweite vs. Zoom

Mit Zoomobjektiven können Sie komfortabel unterschiedlichste Bildausschnitte wählen, ohne das Objektiv zu wechseln. Das klingt toll, hat aber auch einen Haken: Die meisten Zoomobjektive haben eine schlechtere Abbildungsleistung als Festbrennweiten. Zudem sind Zoomobjektive (in der gleichen Preisklasse) lichtschwächer als vergleichbare Festbrennweiten.

Ist Ihnen maximale Bildqualität wichtig, so sollten Sie den Zoombereich nicht zu groß wählen. Objektive mit einem Zwei- bis Vierfach-Zoom verfügen in der Regel über eine gute bis sehr gute Abbildungsleistung. Liegt das Augenmerk vor allem auf Gewicht und Komfort, dann sind sogenannte Superzoom- bzw. Reise-Zoomobjektive (z. B. von 18-200/270 mm) eine Alternative.

Festbrennweiten werden häufig verwendet, wenn ein Maximum an Bildqualität im Vordergrund steht, wenn eine besonders hohe Lichtstärke gefordert wird oder wenn andere spezielle Ansprüche an das Objektiv gestellt werden (z. B. Makro).

Ein lichtstarkes Objektiv gehört in jede Fototasche. Die meisten Hersteller bieten zumindest eine lichtstarke Festbrennweite preiswert an (z. B. 50 mm ƒ/1.8 für APS-C und Vollformat). Mit diesen Objektiven sind Sie auch auf Situationen mit wenig Licht vorbereitet. Zudem haben Sie mit lichtstarken Objektiven mehr Möglichkeiten, die Schärfentiefe zu steuern.

Zum Beginn meiner Fotoleidenschaft erhielt ich den Tipp, vor allem am Anfang Festbrennweiten zu nutzen. Warum? Mit einer Festbrennweite müssen Sie sich dem Motiv nähern oder entfernen, wenn Sie den Bildausschnitt verändern möchten. Dadurch verändern Sie auch die Perspektive. Sie entwickeln dadurch schnell ein Gefühl für veränderte Perspektiven.

Lichtstärke

Die Lichtstärke eines Objektivs wird über die größte Blendenöffnung angegeben. Sie finden die Blendenangaben auf jedem Objektiv (z. B. ƒ/2,8 oder 1:2,8). Je kleiner der angegebene Blendenwert, umso größer ist die Öffnung und umso lichtstärker ist das Objektiv.

Bei den meisten Zoomobjektiven finden Sie zwei Werte. Der erste Wert gilt für die kürzeste Brennweite, der zweite für die längste Brennweite, z. B. ƒ/3,5-5,6.

WIE ERKENNE ICH DIE LICHTSTÄRKE?

Je kleiner die angegebene Blendenzahl auf einem Objektiv, desto größer ist die Lichtstärke.

Lichtstarke Objektive sind bei schlechten Lichtbedingungen und bei schnellen Bewegungen wichtig, aber auch in der Porträtfotografie ist eine große Blendenöffnung für die Steuerung der Schärfentiefe von Bedeutung.

Festbrennweiten sind in der Regel lichtstärker als Zoomobjektive in der gleichen Preisklasse. Wenn Ihnen Lichtstärke wichtig ist und Sie auf den Preis achten möchten, dann empfehle ich Ihnen Festbrennweiten.

Es gibt auch Argumente gegen lichtstarke Objektive. Bei vergleichbaren Brennweiten sind lichtstärkere Objektive schwerer, größer und nicht zuletzt deutlich teurer. Nicht für jeden Fotografen lohnt sich der erhöhte Anschaffungspreis, und für so manchen Fotografen spielt neben den Kosten das erhöhte Gewicht eine Rolle bei der Kaufentscheidung. Aus gestalterischer Sicht jedoch lautet die Empfehlung: Kaufen Sie sich das lichtstärkste Objektiv, dass Sie sich leisten können.

Ergänzen Sie Ihre Ausrüstung mit einer lichtstarken Festbrennweite. Viele Hersteller bieten bezahlbare Standardbrennweiten mit hoher Lichtstärke an (z. B. 50 mm ƒ/1,8).

Bildstabilisator

Selbst die ruhigsten Fotografenhände können etwas zittern. Dies zeigt sich vor allem bei langen Brennweiten und langen Belichtungszeiten an verwackelten Aufnahmen. Bildstabilisatoren unterstützen Sie dabei, verwacklungsfreiere Aufnahmen zu erhalten. Wenn Ihre Kamera oder Ihr Objektiv eine Bildstabilisierung besitzt, sollten Sie sie immer aktivieren, außer bei Stativaufnahmen.

Die Hersteller haben für ihre Bildstabilisierungssysteme unterschiedliche Bezeichnungen. Auf Objektiven weisen je nach Hersteller andere Abkürzungen auf einen Bildstabilisator hin: VR, IS, OS, VC oder andere.

Wenn Ihre Kamera keinen eingebauten Bildstabilisator hat, sollten Sie vor allem beim Kauf von Teleobjektiven auf den Bildstabilisator achten. Wenn ich die Wahl habe und es finanziell vertretbar ist, wähle ich immer Objektive mit Bildstabilisator.

WANN WIRKT DER BILDSTABILISATOR?

Bildstabilisierung wirkt nur gegen Verwacklung und nicht bei bewegten Objekten. Sie kann Bewegungsunschärfen nicht verhindern.

Filter

Die meisten Fotofilter haben mit der digitalen Bildbearbeitung an Bedeutung verloren. Viele Effekte lassen sich mittlerweile gezielter per Bildbearbeitung umsetzen. Doch es gibt immer noch Filter, die auch in der Digitalfotografie sinnvoll sind.

Schrauben Sie keine Filter übereinander! Vor allem im Weitwinkelbereich besteht die Gefahr, dass dadurch die Bildecken abschatten (Vignettierung).

Polarisationsfilter

Der Polarisationsfilter, auch Polfilter genannt, ist ein wichtiges Zubehör in der Landschaftsfotografie. Damit können Sie unerwünschte Reflexionen etwa auf Wasser oder Laub reduzieren. Der Filter wirkt sich auf Kontraste und Farbsättigung aus. Über die Landschaftsfotografie hinaus wird dieser Filter auch in der Produktfotografie, der Reprofotografie oder in der Architekturfotografie verwendet.

Polfilter sind drehbar gelagert. Je nach Drehwinkel lässt sich die Wirkung des Filters ändern. Wie stark der Filter wirkt, ist auch vom Sonnenstand abhängig. Besonders wirkungsvoll ist der Filter bei Sonnenschein, wenn die Kamera im 90°-Winkel zur Sonne steht.