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In seinem neuen Buch berichtet Georg Sedlmaier, wie er mit Zurückhaltung und dennoch stetigem Bemühen Initiativen für nachhaltige und gesunde Ernährung sowie für wohltätige Zwecke erfolgreich begründet und unterstützt hat. Bundesminister Gerd Müller bringt in seinem Vorwort eine der dabei zugrunde liegenden Strategien so auf den Punkt: „Nutzen Sie die Macht Ihres Einkaufskorbs, indem Sie zu ökologisch und sozial fair hergestellten Waren greifen.“ Georg Sedlmaiers „Kunst der kleinen Schritte“ ist ein Plädoyer für den bewussteren Umgang mit der Natur und mit sich selbst und seinen Nächsten.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 95
Veröffentlichungsjahr: 2020
Vorwort
BM Dr. Gerd Müller zum Buch
»Die Kunst der kleinen Schritte«
von Georg Sedlmaier
Vorwort
von Autor Georg Sedlmaier
Interview
Die Kunst der kleinen Schritte
Durch persönlichen Einsatz Großes bewirken
1. Kapitel
Weckrufe
Vogelschutz
SOS-Kinderdörfer
US-amerikanische Begegnungen
Essen und Religion
2. Kapitel
Warum- und Wozu-Frage klären
3. Kapitel
Durchhaltevermögen an den Tag legen
Rückschläge und Lehren daraus
4. Kapitel
Umdenken zulassen
Monsanto
Gentechnik und Patente
Zusatzstoffe
Monokulturen
5. Kapitel
Miteinander sprechen, gemeinsam handeln
6. Kapitel
Kraftquellen und Motivationen
Wandern
Lachen und Humor
Angst
Liebe
Neugierde
Reisen
Mut
Wahrheitsliebe
Freunde und Familie
Eltern
Gott
7. Kapitel
Schritt für Schritt etwas ändern
SOS-Kinderdorf
Enkelgeschichten
Gelungenes Leben
Gebet
Georg Sedlmaier
Bücher
von Georg Sedlmaier
BM Dr. Gerd Müller zum Buch»Die Kunst der kleinen Schritte«von Georg Sedlmaier
Unsere gemeinsame Erde ist reich – an Naturschätzen, Landschaft, Wasser. Sie kann alle Menschen mit ausreichend Nahrung versorgen. Trotzdem hungern mehr als 820 Millionen Menschen. 150 Millionen Kinder müssen schuften, weil ihre Familien arm sind – auf Kakao- und Kaffeeplantagen, im Bergbau, in Textilfabriken.
Auch der große Schatz, der uns geschenkt wurde – die Natur – ist in Gefahr. Die Artenvielfalt schwindet: Eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht, das Bienensterben ist gravierend, und bereits heute sind ein Drittel aller Böden degradiert. Ursachen für diese Zerstörung sind vor allem Monokulturen, Pestizide, Dünger und der Klimawandel. Durch den Klimawandel könnten Ernteerträge bei Grundnahrungsmitteln weltweit in den nächsten Jahrzehnten um bis zu 30 Prozent zurückgehen.
Etwa 20 Prozent der globalen Treibhausgase entstehen durch Waldverlust. Regenwälder werden abgeholzt, um Platz zu machen für Soja- und Palmöl-Plantagen. In jedem zweiten Supermarktprodukt steckt Palmöl: in Haarshampoo, Brotaufstrich, Putzmitteln. 80 Prozent des heute produzierten Soja werden weltweit für die Fleischproduktion verwendet. Die Anbaufläche für Soja hat sich in 50 Jahren fast vervierfacht – auf Kosten der Regenwälder. Wir tragen Verantwortung!
Eine artenreiche Natur ist zentral für soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung. Der Verlust von Arten und Ökosystemen verschärft Probleme wie Armut, Hunger, Krankheiten und Wassermangel. Er schürt soziale Konflikte und fördert Vertreibung. Trotz einer weltweiten Überproduktion von Lebensmitteln sind diese immer noch ungerecht verteilt. Weltweit sind zwei Milliarden Menschen mangelernährt, aber ebenso viele übergewichtig.
Gesunde, ausgewogene Ernährung, der Erhalt der Ökosysteme und der Arten ist kein Nischenthema mehr. Sie sind Voraussetzung für unser aller Überleben. Das macht Georg Sedlmaier in seinem Buch deutlich.
Bis 2050 werden auf der Erde zehn Milliarden Menschen leben. Wie können sich diese Menschen versorgen, ein würdiges Leben führen und gleichzeitig Umwelt und Klima schonen? Die junge Generation stellt heute zu Recht die entscheidende Frage nach der Gerechtigkeit und fordert ihr Recht auf eine lebenswerte Zukunft ein.
Eine Welt ohne Hunger ist möglich! Was wir dafür brauchen: nachhaltige, ressourcenschonende Landwirtschaft, faire Lieferketten, und aktiven Klimaschutz. Wir müssen zu einem Wirtschaftssystem kommen, das soziale und ökologische Nachhaltigkeit belohnt. Und wir müssen sicherstellen, dass die Produkte, die wir hier in Deutschland konsumieren, ohne Ausbeutung von Mensch und Natur, entwaldungsfrei und ohne Kinderarbeit hergestellt sind. Dafür setze ich mich ein.
Ernährung für bald zehn Milliarden Menschen gelingt nur durch eine Trendwende: auf dem Acker, genauso wie auf dem heimischen Teller und im internationalen Handelssystem. Die Landwirtschaft muss mehr produzieren, aber mit weniger Flächen, Wasser und Dünger. In Entwicklungsländern können wir Erträge vervielfachen: mit lokal angepassten Sorten, bodenschonendem Anbau und neuer Bewässerungstechnik.
Aber auch wir als Konsumentinnen und Konsumenten tragen Verantwortung. Wir müssen Verschwendung stoppen! Mehr als ein Drittel aller Lebensmittel kommt gar nicht erst auf den Tisch. 80 Kilogramm Lebensmittel landen in Deutschland pro Person und Jahr im Müll.
Wir müssen unsere Lebensmittel und diejenigen, die sie herstellen, mehr wertschätzen. Mit einer ausgewogenen Ernährung, die natürliche Ressourcen und Gesundheit schont, kann auch in Deutschland jeder seinen Beitrag leisten. Entscheiden Sie sich bewusst für gesunde und nachhaltige Lebensmittel. Nutzen Sie die Macht Ihres Einkaufskorbs, indem Sie zu ökologisch und sozial fair hergestellten Waren greifen. Damit tragen Sie dazu bei, die Lebensgrundlagen der Bäuerinnen und Bauern vor Ort zu sichern und Natur und Klima zu schützen.
Georg Sedlmaier nimmt sich dieser Aufgaben schon seit Langem an. Er ist geleitet von Werten: Verantwortung übernehmen gegenüber Mensch und Natur in allen Teilen der Welt und gegenüber zukünftigen Generationen – auch aus einer christlichen Überzeugung heraus. Seine Erfahrung als Unternehmer nutzt er für das Wohl der Allgemeinheit: durch die Aufklärung über gesunde Lebensmittel und nachhaltigen Konsum, über Umwelt und Biodiversität, genauso wie durch sein Engagement bei den SOS-Kinderdörfern.
Mit der Gründung der IG FÜR, der Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel, war er ein Vorreiter. Das Motto der Organisation, »Lebensmittel sind Mittel zum Leben«, muss nicht nur für Konsumenten und Landwirte hierzulande gelten, sondern auch für die Menschen in Entwicklungsländern, die unsere Lebensmittel produzieren.
Mit seinem siebten Buch zeigt Georg Sedlmaier, welche Möglichkeiten sich auftun, wenn man mit Durchhaltevermögen, Kreativität und Freude an seiner Arbeit auf die Menschen zugeht. Denn eine gerechte Globalisierung und die Bewahrung der Schöpfung auf unserer einen Welt hängen auch von Ihnen ab, liebe Leserinnen und Leser. Wenn wir alle einen Beitrag leisten, können wir eine Welt ohne Hunger, eine Welt ohne Ausbeutung möglich machen.
Viele kleine Schritte machen einen großen Unterschied. Georg Sedlmaier hat es vorgemacht. Für sein großes Engagement möchte ich ihm herzlich danken!
von Autor Georg Sedlmaier
Der Titel dieses Buches stammt von Bundesminister Dr. Gerd Müller.
Wir kennen uns schon seit mehr als 30 Jahren. Im Mai 2019 sagte er bei einer öffentlichen Veranstaltung: Er habe von Georg Sedlmaier »Die Kunst der kleinen Schritte » gelernt.
Er »spiegelte« mir, mein für mich selbstverständliches Tun. Daraufhin schrieb ich im Dialog mit Andrea Tichy, Cefredakteurin des Magazins »Quell« im Franziskanerkloster Frauenberg in Fulda an diesem »Mutmacher-Buch«.
Liebe Leserin, lieber Leser trauen Sie sich mit Mut, Humor und Wahrheitsliebe in kleinen Schritten immer mehr zu.
Vielleicht sind Sie rückblickend ebenfalls freudig überrascht.
Ihr Georg Sedlmaier
Lebensmittelkaufmann
Der Reinerlös aller meiner sieben Bücher ist wieder für SOS Kinderdorf und die von mir gegründete Interessengemeinschaft FÜR … gesunde Lebensmittel e. V.
Prof. Dr. Dr. Hermann Gmeiner, der »kinderreichste Vater der Welt« zu Besuch bei Georg Sedlmaier am 11. Juni 1985
Die Kunst der kleinen Schritte
Durch persönlichen Einsatz Großes bewirken
Für ein Interview in der Zeitschrift Quell befragte ich Georg Sedlmaier zu der von ihm kultivierten »Kunst der kleinen Schritte«. Dieses Interview machte mir Lust, noch mehr über Georg Sedlmaiers besondere Zielerreichungs-Fähigkeit zu erfahren. Im Kloster Frauenberg bei Fulda, in das wir uns für drei Tage zurückgezogen hatten, führte er das im Interview Angesprochene ausführlicher aus. Hier ist das Interview, mit dem meine Faszination für die Kunst der kleinen Schritte ihren Anfang nahm. In den Kapiteln des Buches erzählt Georg Sedlmaier ausführlicher zu den einzelnen Aspekten.
Quell: Herr Sedlmaier, Sie engagieren sich ehrenamtlich für eine ganze Reihe von Initiativen: Sie sammeln Geld für SOS-Kinderdorf und für den bayerischen Vogelschutzbund, Sie haben die »Interessengemeinschaft FÜR gesunde Lebensmittel« gegründet. Was ist Ihre Motivation für dieses vielfältige Engagement?
Georg Sedlmaier: Ich betrachte die Friedenssicherung als wichtiges Gut. Meine Initiativen sollen dazu beitragen. Beispiel SOS-Kinderdorf. Dieser Verein leistet in 130 Ländern dieser Erde hervorragende Arbeit. Gemäß dem Motto »nicht nur den Fisch, sondern auch die Angel« gibt SOS-Kinderdorf Kindern durch eine qualifizierte, auf sie zugeschnittene Ausbildung eine echte Perspektive. Bei der »IG FÜR gesunde Lebensmittel e. V.« wollen wir die Bewusstseinsbildung stärken nach dem Motto: »Jeder Einkauf ist auch ein Stimmzettel.« Bei meinen Aktivitäten geht es immer auch um die Bewahrung der Schöpfung und eine gerechte Verteilung der Mittel zum Leben.
Quell: Lassen Sie uns zunächst über Ihr Engagement für SOS-Kinderdorf sprechen. Hierfür haben Sie mehr als eine Million Euro gesammelt. Wie ist Ihnen das gelungen?
Georg Sedlmaier: Zunächst habe ich mich vor Ort in SOS-Kinderdörfern informiert. Zum Beispiel in Ibagué/Kolumbien, wo ich über eine Woche selber lebte. Ich habe mir nicht vorgenommen, gleich für zehn SOS-Projekte weltweit zu sammeln. Ich ging immer Schritt für Schritt vor. Und wir haben uns über jeden erfolgreichen Teilschritt kräftig gemeinsam gefreut. Freuen stärkt nachhaltig! Auf diese Weise konnte ich für SOS-Kinderdorf bislang mehr als 1.142.000 Euro sammeln und 239 Paten gewinnen.
Quell: Was ist Ihr Rezept, so viele andere Menschen für Ihre Sache zu begeistern und zum Mitmachen zu motivieren?
Georg Sedlmaier: Mir sind Begegnungen mit Mitmenschen überaus wichtig und ich empfinde sie als lebensbereichernd. Und so lautet der Titel meines ersten Buches »Begegnungen – alles wirkliche Leben ist Begegnung«. Ich habe die Scheu vor Menschen, auch vor hohen Persönlichkeiten, verloren. Ich übe es immer wieder, fremde Menschen freundlich anzusprechen. Mit der Zeit geht dies immer besser, es entwickeln sich oft herrliche Gespräche. Es geht ja nicht um mich persönlich, sondern um wichtige Sinnfragen und Ziele für die Menschheitsfamilie. Wenn die Wozu-Frage transparent geklärt ist, kommen die Erfolge.
Quell: Vor mehr als 20 Jahren gründeten Sie die »Interessengemeinschaft FÜR gesunde Lebensmittel«. Das Wörtchen »für« zeigt ja schon, dass Sie sich für etwas einsetzen und nicht gegen etwas kämpfen. Bitte erklären Sie uns, welchen Unterschied das macht.
Georg Sedlmaier: Mein berufliches Engagement über fünf Jahrzehnte in namhaften Lebensmittelfirmen ist mir natürlich eine echte Praxishilfe. Im Berufsleben wussten viele genau, warum was bestimmt nicht geht. Meine Aufgabe war es oft, gangbare FÜR-Wege zu finden. Das ewige Protestieren zieht uns nach unten. Wenn ich einem Politiker oder Entscheider mit einem Gesicht wie »neun Tage Regenwetter« gegenübertrete, öffnet dies wenig freudige Türen. Die haben meist schon genug ernste Probleme zu lösen. Minus erzeugt wieder minus. Wenn wir angegriffen werden, verteidigen wir uns intuitiv sofort wieder. Unsere »IG FÜR«Einstellung macht uns zu anerkannten Gesprächspartnern über Partei-, Konfessions- und Ländergrenzen hinweg.
Quell: Was konnte die IG FÜR bisher konkret erreichen?
Georg Sedlmaier: Viele Lebensmittel werden nun beworben mit dem Versprechen »ohne Geschmacksverstärker, ohne Glutamat, ohne künstliche Zusätze«. Damit hat der bewusst einkaufende Kunde echte Wahlmöglichkeiten. Immer mehr namhafte Lebensmittelfirmen bieten Handelseigenmarken ohne Fremdstoffe (Gentechnik) an. Fast alle bieten heute regionale Produkte an. Natürlich wird niemand sagen, dass er dies wegen der IG FÜR macht. Aber die Hauptsache ist doch, dass diese gesünderen Alternativen immer häufiger angeboten werden.
Quell: Wie haben sich in den vergangenen 20 Jahren die Themen der IG FÜR verändert?
Georg Sedlmaier: Unsere Themen werden immer existenzieller: Bewahrung der Schöpfung. Artenschwund, Verschmutzung der Weltmeere mit Plastik, die Pestizid-Problematik, die Folgen von Glyphosat für Mensch, Tier und Pflanzen. Uns beschäftigt die große Frage: Gehen uns die guten Lebensmittel aus? Darüber halte ich Vorträge und eine Lebensmittel-Zeitschrift brachte auf Facebook eine ausführliche Dokumentation. Unser Berliner Symposium vom Herbst 2018 bearbeitete mit hochkarätigen Teilnehmern ausführlich das Thema: »Ausgesummt? Was bedeutet Biodiversität für unsere Zukunft als Gesellschaft und für die Lebensmittelbranche?«
Quell: Sie geben auch regelmäßig Bücher heraus. Ihr jüngstes Buch trägt den Titel »Ist Essen Religion?« Lässt sich über die Religionen hinweg eine gemeinsame Haltung gegenüber dem Essen erkennen?
Georg Sedlmaier: Wertschätzung, Achtsamkeit und Dankbarkeit für unsere Mittel zum Leben prägt die gemeinsame Haltung der Religionen. Wenn wir unsere Lebensmittel mit Dankbarkeit und Freude in guter Tischgemeinschaft essen, bekommt uns alles viel besser.
Quell: Welche weiteren Ziele haben Sie sich in Ihrem Unruhestand gesetzt?
Georg Sedlmaier:
