Die Kunst des Feuermachens - Lutz Langhoff - E-Book

Die Kunst des Feuermachens E-Book

Lutz Langhoff

4,9

Beschreibung

Sie wollen etwas Neues aufbauen und fragen sich: Schaffe ich das? "Die Kunst des Feuermachens" zeigt die Quellen für den eigenen Mut auf. Es eröffnet den Blick auf das Potential zum tatkräftigen und visionären Handeln. Dieses Buch wendet sich an den Mut-Bürger, Menschen mit der großen und unbändigen Sehnsucht, aktiv etwas Sinnvolles in ihrem Leben aufzubauen. Diese Menschen haben verstanden, dass der wichtigste Mensch auf der Welt, den sie ändern können, sie selbst sind. Das Buch gibt dem Leser Impulse, wie er sein Leben zu einem großen Feuerwerk machen kann.

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Einleitung: Let Your Fire Burn!

Unternehmerisches Feuer ist die Stärke, das Richtige zu tun. Es ist das Standing, es durchzuziehen. Es ist eine ansteckende Leidenschaft. Unternehmerisches Feuer hat den langfristigen Blick und führt uns in die Zukunft.

Dieses Buch ist für alle, die vor einer großen Herausforderung stehen, die »ihr Ding« machen und die etwas in dieser Welt bewegen wollen. Es ist für alle, die vorhaben, ihre Ideen zu verwirklichen und die eigene Zukunft aktiv zu gestalten. Und es ist für alle, die sich dabei gleichzeitig die bohrende Frage stellen: »Schaffe ich das? Kann ich das? Bin ich die oder der Richtige?« In diesem Buch erfahren Sie, wie Sie Ihr Vorhaben, Ihr Projekt, Ihre Träume und Visionen in die Tat umsetzen. Ihr wichtigstes Instrument dabei ist Ihr unternehmerisches Feuer oder – um es etwas sachlicher zu formulieren – Ihr unternehmerischer Mut.

Es geht um Ihre Haltung zu Ihren Plänen und Vorhaben

Ich führe als Businesscoach und Start-up-Berater jede Woche Gespräche mit Menschen, die Großes vorhaben und zugleich an sich selbst zweifeln, und damit auch an ihren Projekten. Menschen, die gut ausgebildet sind, viele Ideen und Potenziale haben und sich dennoch fragen: »Ist das das Richtige?« Denn es fehlt uns meistens nicht an Wissen und an Fähigkeiten. Es fehlt uns oft an Mut. Mut bedeutet für mich:

Motiviert lebenUnternehmerisch denkenTatkräftig handeln

Aus den erwähnten Gesprächen heraus hat sich über die Jahre dieses Buch entwickelt. Denn ich möchte den meisten zurufen: »Ja, das klappt – Ihr Feuer wird sich entwickeln!« Sie brauchen dieses Feuer, ganz gleich, ob Sie nun

ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen gründen oderein Non-Profit-Unternehmen, einen gemeinnützigen Verein oder eine sonstige Organisation ins Leben rufen oderals Unternehmer im Unternehmen (Intrapreneur) ein großes Projekt in Ihrem Verantwortungsbereich – etwa in Ihrer Abteilung oder an Ihrem Arbeitsplatz – verwirklichen oderdie nächste Sprosse auf der Karriereleiter erklimmen möchten.

Ich habe drei berufliche Wurzeln. Ich war zwölf Jahre Straßenkünstler und Varietéartist, bin Diplomsoziologe und Start-up-Berater. Meine Beispiele entstammen also größtenteils diesen Welten, oft kommen sie aus dem Bereich der Unternehmensgründung. Es ist aber egal, wo Sie diesen Mut einsetzen wollen – denn immer und überall benötigen Sie Feuer, um sich eigeninitiativ und selbstverantwortlich Ihrer Aufgabe zu widmen. Verstehen Sie den »unternehmerischen Mut« also bitte vor allem als eine bestimmte Haltung zum Leben, zu den Mitmenschen, zu dem, was Sie planen, wagen, umsetzen.

Jeder Mensch braucht unternehmerischen Mut, aber nicht jeder, der über unternehmerischen Mut verfügt, will sich automatisch selbstständig machen: Er setzt diesen unternehmerischen Mut ein, um etwas Neues zu wagen.

Zum Aufbau dieses Buches

Wie Sie dieses unternehmerische Feuer entwickeln, erfahren Sie in den vier Teilen dieses Buches. Der erste Teil »Ja, ich kann – meine Möglichkeiten« zeigt Ihnen Ihre Chancen, dieses Feuer zu entfachen. Hier geht es vor allem um Ihre enormen Potenziale. Im zweiten Teil »Ja, ich will – meine Entscheidung« geht es um die Grundlagen für unternehmerischen Mut in Ihrem Leben – alle Ressourcen, auf denen Sie aufbauen können, um Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Es geht aber auch um die Blockaden, die verhindern, dass sich Ihr unternehmerisches Feuer entfachen lässt. Dazu zählen Ihre Sorgen und Ängste – wobei »Angst« wiederum als eine Haltung verstanden werden soll, eine Haltung, die dazu führt, dass Sie vor Ihren Vorhaben und Projekten ängstlich zurückschrecken. Der dritte Teil »Ja, ich springe – mein Entwicklungsprozess« umschreibt die Reise, den Prozess zum intensiv brennenden inneren Feuer, zu Ihrem unternehmerischen Mut. Bis – und das ist der vierte Teil – Ihr unternehmerisches Feuer kraftvoll leuchtet.

Bevor es nun losgeht, noch zwei Anmerkungen: Sie haben bereits in dieser Einleitung zwei »Flammende Thesen« gelesen. Solche Einschübe begegnen Ihnen bei der Lektüre immer wieder:

»Flammende These«

»Zündendes Zitat«

»Störfeuer«

Weitergedacht

Die Einschübe sind als Denkanstöße zu verstehen – sie mögen Sie anregen, eigenständige Ideen zu kreieren, Umsetzungsaktivitäten zu entwickeln und über das Gelesene nachzudenken und es auf Ihre Situation zu beziehen.

Schließlich möchte ich noch allen Menschen danken, die bei der Entstehung dieses Buches mitgeholfen haben. Vor allem meiner Familie – klasse, dass ihr mir den Rücken freigehalten habt. Mein größter Dank geht an Käte Gutzmann. Du hast vor über 20 Jahren meinen glimmenden Docht zu einem großen Feuer entfacht. Ohne dich hätte es dieses Buch nie gegeben.

Let your fire burn!

Ihr Lutz Langhoff

Teil I: Ja, ich kann – meine Möglichkeiten

1. Flamme oder Asche – Mut-Bürger oder Wut-Bürger?

»Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare. Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die Mutigen ist sie die Chance.«

Victor Hugo, französischer Schriftsteller

Kennen Sie Jón Gnarr? Seinen Namen sollten Sie sich merken. Er ist ein Vorbild für Menschen, die zeigen, dass »es« geht. Bis zum 15. Juni 2010 kannten ihn die wenigsten, nur in Island war sein Name ein Begriff. Er war einer der bekanntesten Komiker und Musiker des Landes – dann ist er Politiker geworden. Aber vielleicht wollen Sie die ganze Geschichte hören.

Was macht den Mut-Bürger aus?

Nach der Bankenkrise in Island ist eine aus dem Ruder gelaufene Protestwahl in Reykjavik zu seinen Gunsten ausgefallen. Seitdem regiert ein Clown die Stadt: Jón Gnarr ist Bürgermeister in Reykjavik. Sein Wahlprogramm war eigentlich ein satirisches Statement zur Politikverdrossenheit. Darin ging es um offene statt verdeckte Korruption, um bequeme Versorgungsposten für Freunde, um Eisbären für Islands Zoos und um Gratis-Handtücher für alle Bäder.

Ach ja – Jón Gnarr versprach, alle diese Wahlversprechen zu brechen. Seine Partei nennt sich »beste Partei« und besteht aus Schauspielern, Musikern und einem Komiker. Ein Mitstreiter war zum Beispiel gemeinsam mit der isländischen Sängerin Björk Gründungsmitglied der Band Sugarcubes. Die Partei bekam 34,7 Prozent und eroberte acht von 15 Parlamentssitzen. Der wahre Witz an dieser scheinbaren Realsatire wurde aber erst einige Zeit nach der Wahl deutlich: Jón Gnarr und seine Künstlertruppe machten ihren Job richtig gut – und das bis heute, also zumindest bis zum Erscheinungstermin dieses Buches. Sie haben es geschafft, das rettungslos überschuldete Stadtbudget zu sanieren. Die defizitäre städtische Energiegesellschaft schreibt schwarze Zahlen, nachdem der bisherige Vorstand vor die Tür gesetzt wurde. Von den üblichen politischen Zwängen befreit, konnten notwendige Veränderungen endlich angepackt werden. Die Politikverdrossenheit der Bürger von Reykjavik erreichte einen Tiefststand. Die vielen kleinen sozialen Veränderungen will ich gar nicht erst ansprechen. Und selbst wenn Jón Gnarr langfristig scheitern sollte: Die ersten Jahre sind eine reine Antithese zum üblichen Politikalltag und geben Anlass zur Hoffnung. Jón Gnarr und seine Bande von (politischen) Greenhorns sind pure Mut-Bürger. Sie zeigen, was möglich ist – wenn wir uns denn auf den Weg machen, wenn wir den Mut finden und fassen, unseren Traum zu leben. Auch wenn das Betätigungsfeld auf einmal ein ganz anderes ist.

Ermutigende Geschichten wie die von Jón Gnarr entstehen aber nicht aus dem Nichts. Die Wurzeln für den Erfolg sind vorher über Jahre gewachsen. Gnarrs Parteikollegen haben zuvor allesamt ein selbstbestimmtes Leben geführt, sind für ihre Ziele eingetreten und haben sich nicht verbiegen lassen. Sie hatten vorher beruflichen Erfolg, mit allen Höhen und Tiefen. Ohne diese Erfahrungen hätte auch Jón Gnarr den Posten des Bürgermeisters nicht ausfüllen können. Allein für den Rauswurf des Vorstandes der städtischen Energiegesellschaft brauchte er Rückgrat, das er sich in den Jahren vor dem schweren Amt erarbeitet hat.

Die Unzuständigkeit des Wut-Bürgers

Den Wut-Bürger und den Mut-Bürger unterscheidet zwar nur ein umgedrehter Buchstabe, doch in Wahrheit ist alles beim Wut-Bürger verdreht. Als lebe er in einem anderem Universum. Der Wut-Bürger hat seit Anfang des Jahrtausends einen Siegeszug in Behörden und Ämtern, in der Politik und in der Presse wie auch in den Fernsehnachrichten angetreten.

Er ist fokussiert auf seinen Frust und eigentlich nur noch empört. Er fühlt sich unentwegt abgezockt, betrogen, beleidigt, erniedrigt, gedemütigt und unterdrückt. Er fühlt sich vom Leben, der Politik und dem Glück übergangen und neidet anderen gerne Reichtum, Schönheit, Erfolg und vor allem ihren vermeintlich leichten Weg nach oben. Mit diesem latenten Gefühl der Deprivation nutzt er so häufig wie schlecht gelaunt die Kommentarfunktion von Internet-Blogs und Online-Zeitungen, um möglichst viele andere an seinem Frust teilhaben zu lassen, antwortet stets verärgert und hat seiner Meinung nach: immer recht. Nur eben das Gefühl, dass er genau das nicht bekommt.

Ist der Wut-Bürger die Konsequenz eines auf Sicherheit bedachten Lebens im Rückzugsgefecht?

Selbst zuständig für Veränderungen ist der Wut-Bürger natürlich nicht. Er sieht immer und überall eine einzige finstere Verschwörung. Er glaubt, jeder wolle ihn über den Tisch ziehen. Die Armen würden immer ärmer, die Reichen immer reicher. Jeden Abend wird bei Jauch, Will und Maischberger das Hohelied der eigenen Unzuständigkeit gesungen. Der Wut-Bürger hat diese Unzuständigkeit zur Lebensmaxime erhoben. Faszinierend am Wut-Bürger ist die Tatsache, dass er mittlerweile auch aus dem konservativen Lager der Mittelschicht kommt. Der Wut-Bürger ist übrigens keine deutsche Erfindung. Die Gattung des gemeinen teutonischen Wut-Bürgers hat in diesem Land eine spezielle Ausprägung, wir finden ihn aber in allen westlichen Kulturen als »angry white male«.

Weitergedacht: Sind Sie ein Mut-Bürger?

Wenn Sie die beiden Welten betrachten: Sind Sie ein Mut-Bürger? Es geht hier nicht darum, Sie in eine Schublade zu stecken. Es geht um Ihre Sehnsucht. Denn fast jeder kann sich zum Mut-Bürger entwickeln. Die richtige Frage heißt: »Wollen Sie einer sein?«

Mut beginnt bei uns selbst

Es gibt aber auch andere Menschen in diesem Land: Menschen mit der großen und unbändigen Sehnsucht, aktiv etwas Sinnvolles in ihrem Leben aufzubauen. Diese Menschen – das sind die Mut-Bürger. Mutige Menschen haben verstanden, dass der wichtigste Mensch auf der Welt, den sie ändern können, sie selbst sind. Ja, auch wenn dringende Systemänderungen notwendig sind und die Ungerechtigkeit der Welt uns täglich unverschämt angrinst.

Wir sind unseres Glückes Schmied. Wir bauen an der Zukunft, die uns vorschwebt: Sei es als Gründer einer eigenen Firma oder als Freiberufler, sei es ein Social Business, eine Non-Profit-Organisation, sei es, dass wir uns innerhalb des Unternehmens verändern möchten, also an unserem Arbeitsplatz.

Natürlich weiß auch der Mut-Bürger nicht, was die Zukunft bringt. Aber er hat eine Idee, eine Vision, eine Vorstellung, wie die Zukunft aussehen kann. Er weiß: Zukunft lässt sich erschaffen. Denken Sie einmal an die vielen neuen Ideen, Produkte und Initiativen, die in diesem jungen Jahrtausend entstanden sind. Unser Leben ist voll davon. Ich meine damit nicht einmal die großen bahnbrechenden Errungenschaften, sondern die vielen »kleinen« Ideen, die sich zu wunderbaren Möglichkeiten entwickelt haben. Beispiele dafür gibt es viele: Welche Cola oder Brause trinken wir auf Partys und Feiern? Wo kaufen wir unsere Klamotten und welche Labels sind angesagt? Welche Dienstleistungen nehmen wir in Anspruch? Welche Spiele spielen wir? Für welche Initiativen spenden wir? Welche Aktivisten sind in den Medien präsent? Ihnen fallen garantiert viele kleinere aufblühende Organisationen und Unternehmen ein. Wenn nicht, achten Sie bitte einmal darauf. In gewisser Weise kann man behaupten:

Die Welt ist im Aufbruch wie nie zuvor. Es gibt so viele Chancen. Die Möglichkeiten, etwas aufzubauen, sind schier unendlich.

»Durch Deutschland muss ein Ruck gehen«

In diesem Zusammenhang erinnern Sie sich vielleicht an die erste Berliner Rede Roman Herzogs, »Durch Deutschland muss ein Ruck gehen«. Die Rede hat sich in das kollektive Gedächtnis der Republik eingebrannt. Der Vortrag des damaligen Bundespräsidenten stammt aus dem Jahr 1997 und könnte heute ohne Änderung tagesaktuell vorgetragen werden. In meinen Vorträgen frage ich die Zuhörer zuweilen, ob sie das Zitat kennen und wann die Rede gehalten wurde. Die meisten ordnen die Rede in die ersten fünf Jahre des neuen Jahrtausends ein. Allein daran erkennen Sie, wie aktuell das Thema ist, wie nah es uns auch heute noch ist. Roman Herzog hat damals uns alle angesprochen, uns alle aufgefordert, uns zusammenzureißen, Opfer zu bringen und lieb gewonnene Besitzstände aufzugeben. Für mich lautet der Kern seiner Botschaft allerdings: Wir brauchen unternehmerischen Mut!

Mut kann nicht befohlen werden. Wir dürfen nicht darauf warten, verändert zu werden, der Ruck kann nicht von außen kommen. Wir sind es, die sich verändern müssen – dass der Ruck passiert, liegt in unserer Verantwortung.

Doch so treffend die Rede auch sein mag, sie hinterlässt vor allem dieses unbehagliche: Wie? Wie kann ein solcher Ruck aussehen? Wie können sich Menschen so verändern, dass sie Verantwortung, Leidenschaft und Zuversicht entwickeln, um Zukunft zu gestalten? Meine Antwort lautet: Wir alle müssen uns das aneignen, was der Mut-Bürger besitzt: nämlich unternehmerischen Mut. Und um dahin zu gelangen, müssen wir bei uns selbst anfangen. Mut beginnt immer bei mir selbst.

Weitergedacht: Tragen Sie den Mut-Bürger in sich?

Sie spüren den Anspruch und die Konsequenz, die diese Frage mit sich bringt. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Es gibt aber nur eine richtige Antwort für fast alle Menschen. Es ist ein simples »Ja« – ein »Ja« mit Ausrufezeichen: »Ja!«

Der Mut-Bürger und seine Ressourcen

Welche Eigenschaften hat nun der unternehmerische Mut? Und wie können wir diese Eigenschaften entwickeln? Haben Sie schon einmal in einem fremden Land eine Reise organisiert? Keine Pauschalreise, bei der alles geregelt ist, sondern eine, bei der Sie sich selbst um die Wegstrecke, die Transportmittel, die vielen einzelnen Tickets, die Hotelbuchungen, die Reservierungen, das Sightseeing-Programm und die optimale Ressourcen-, Strecken- und Zeitplanung gekümmert haben?

Jetzt mal im Ernst: Ihren Urlaub können Sie doch selbst organisieren, oder?

Wenn Sie diese Frage mit »Ja« beantworten können, tragen Sie alle nötigen Ressourcen für unternehmerischen Mut in sich. Das ist natürlich nur ein Beispiel. Und damit wir uns nicht falsch verstehen: Wenn Sie einen Individualurlaub zusammenstellen können, sind Sie noch kein Mut-Bürger. Sie verfügen aber über alle Voraussetzungen, einer zu werden.

Was heißt das konkret? In der betriebswirtschaftlichen Forschung an Universitäten gibt es das Forschungsfeld »Unternehmerischer Mut« nur am Rande. Das Thema wird als Teilaspekt des unternehmerischen Denkens und Handelns verstanden. International spricht die Forschung vom »Entrepreneurial Spirit«. Entrepreneurial Spirit ist kein fest definierter wissenschaftlicher Begriff. Es gibt über 70 verschiedene Definitionen von Wissenschaftlern. Das Kompetenzmodell von Heinz Mandl1 hat den Vorteil, dass man mit ihm sehr praktisch arbeiten kann. Zum unternehmerischen Denken und Handeln gehören für ihn vier Bereiche: die kognitiven, motivationsbezogenen, sozialen und organisationalen Kompetenzen.

Wenn Sie auf eigene Faust eine Reise auf fremdes Territorium organisieren, brauchen Sie möglichst viele der genannten Kompetenzen. Sonst werden Sie irgendwann »in the middle of nowhere« stehen, abgebrannt, kofferlos, planlos, unglücklich. Wenn Sie sich – wieder nur als Beispiel − an Ihre letzte große Reise erinnern: Wie sind Sie vorgegangen? Wenn Sie alles alleine organisiert haben und bei der USA-Rundreise nicht mitten im Death Valley ohne Wasser gestrandet sind, nicht auf der Hälfte der Alpenwanderung wegen schlechtem Schuhwerk umkehren mussten und bei der Fahrradtour nicht ohne Übernachtung oder Zelt dagestanden sind, haben Sie mit Sicherheit festgestellt, dass Sie eine Menge an Kompetenzen in sich tragen und entwickelt haben, die für eine solch anspruchsvolle Unternehmung notwendig sind. Sie entwickeln dabei Eigeninitiative und zielorientiertes Handeln. Mögliche Schwierigkeiten analysieren Sie, Probleme lösen Sie kreativ. Sie schaffen es, mit anderen Menschen zu kommunizieren, wenn Sie etwa mit einer größeren Gruppe reisen. Sie haben im In- und Ausland mit verschiedenen Dienstleistern zu kämpfen, dabei kommt dann auch schon einmal Stress auf, wenn Deadlines nicht eingehalten werden. Letztendlich benötigt die Urlaubsplanung sogar ein Projektmanagement, eine Projektsteuerung. Vielleicht hapert es noch mit der Budgetplanung und der Urlaub ist deutlich teurer geworden. Aber keine Sorge: Das bekommen selbst hoch bezahlte Manager manchmal nicht hin.

Wir müssen nicht alle Fähigkeiten von Anfang an beherrschen. Es geht darum, ob sie sich entwickeln können. Dies ist bei den meisten Menschen möglich. Ein anderes Beispiel aus dem täglichen Leben: Haben Sie schon einmal eine Party für mehr als acht Personen organisiert? Sollte dies geklappt haben, besitzen Sie garantiert alles, um unternehmerischen Mut in Ihrem Leben groß werden zu lassen. Das Ganze ist kein Hexenwerk und nicht nur einigen »großen Visionären« gegeben – auch Sie tragen (womöglich) schon alles in sich, was Sie zu einem erfolgreichen Unternehmer, einem effektiven Aktivisten oder einem mitreißenden Gestalter macht! Schauen Sie sich die Tabelle von Professor Mandl nochmals an und fragen Sie sich bei jeder der Kompetenzen: »Wenn ich morgen meine Geburtstagsfeier für 30 Personen organisieren wollte: Verfüge ich über diese Kompetenz?« Vielleicht wundern Sie sich über die einfachen Urlaubs- und Party-Beispiele. Sie belegen ganz simpel:

Jeder Mensch ist ein Unternehmer.

Denn er unternimmt schon sein Leben. Und das sein Leben lang. Jeder Mensch kann auch ein fähiger Unternehmer im Wirtschaftsleben sein, jeder verfügt über die dazu notwendige Grundausstattung. Wir alle tragen die Fähigkeit in uns, unternehmerischen Mut wachsen zu lassen. Wie groß er wird und welche Richtung wir ihm geben, das ist eine ganz andere Frage. Joseph Beuys hat etwas ganz Ähnliches für den Bereich der Kunst zum Ausdruck gebracht: »Jeder Mensch ist ein Künstler« ist einer seiner berühmtesten Aussprüche.

Unternehmerischer Mut ist also eine Grundhaltung, bei der die Ausgangslage für alle gleich ist. Es geht darum:

eine Vorstellung von einer lebenswerten Zukunft zu entwickeln,

die Gewissheit zu finden, dass den eigenen Taten Erfolge folgen,

die Kraft zu haben, aufzustehen und zu handeln,

ein inneres Ja zur eigenen Zukunft auszusprechen und

die eigene Freiheit zu leben.

Bitte bedenken Sie bei diesen starken Aussagen immer: Es geht nicht um eine maximale Ausprägung der einzelnen Fähigkeiten. Es geht um die Möglichkeit, dass sie stark werden. Wir tragen all diese Fähigkeiten als Saat in uns. Sie muss nur aufgehen.

Unternehmerisches Feuer ist spielend leicht

Ich werde – mit meiner »Zusatzqualifikation« als früherer Straßenkünstler – häufig von Unternehmen, Verbänden oder Kongressveranstaltern für Business-Varietéshows gebucht. Mit einer Bühnenillusion veranschauliche ich in der Show die Kraft, die sich entfaltet, wenn diese Saat in uns aufgeht. Und diese Nummer geht so: Ich halte einen Karton in der Hand. Er hat die Größe einer guten Espressomaschine. Ich sage, dass er für unseren unternehmerischen Mut steht. Danach stelle ich ihn ab. Ein Freiwilliger aus dem Publikum bekommt die Aufgabe, diesen Karton hochzuheben. Ich suche mir dafür immer Männer aus, denen man etwas Stolz über ihre körperliche Stärke ansieht. Dem Teilnehmer aus dem Publikum gelingt das aber nicht. Auch nach mehreren Versuchen – die Aufgabe ist einfach zu schwer. Dahinter steckt ein Zaubertrick, den ich hier nicht verraten möchte. Denn es kann ja sein, dass Sie doch bald einmal Gast einer meiner Business-Varietéshows sind.

Auf der Suche nach den Ursachen finden wir »schwere« Pflastersteine im Karton – in Wirklichkeit sind sie aus Styropor. Auf den Steinen stehen Begriffe, aufgemalt in schwarzen dicken Buchstaben. Sie bezeichnen die Zerstörer für unternehmerischen Mut, wie zum Beispiel Geldsorgen, den berühmt-berüchtigten inneren Schweinehund oder Ignoranz. Diese Pflastersteine werden dann gegen kleine »Schätze« ausgetauscht. Damit sind Treibsätze gemeint, die dafür sorgen, dass sich unternehmerischer Mut entfalten kann. In großen Buchstaben sind auf diesen Schätzen Begriffe wie Ziele, Werte, Ausbildung, Haltung und Beziehungen verzeichnet. Nachdem er diese Schätze genutzt hat, gelingt es dem Freiwilligen kinderleicht, den Karton hochzuheben und sogar damit zu spielen. Denn in einem bildlichen Sinn nutzt er die ihm innewohnenden Ressourcen. Auf der Bühne aber ist es: »reine Magie«.

Diese Bühnenillusion zeigt sehr anschaulich, wie unterschiedlich Menschen ihre Zukunft angehen. Einige packen sie spielend leicht an. Sie haben gelernt, das Leben zu leben, ihren Mut einzusetzen und etwas zu erschaffen. Den Zauderern hingegen stellt sich die Aufgabe, die dazu notwendigen Ressourcen zu heben und zu nutzen. Fast jeder von uns verfügt über diese Ressourcen, nicht jeder aber kann sie heben und dafür sorgen, dass diese Saat in unserem Leben aufgeht und uns den Mut und die Kraft gibt, unser Leben in die eigene Hand zu nehmen. Das »Fast jeder« bezieht sich auf die Tatsache, dass es Menschen gibt, die die Ressourcen nicht oder nicht mehr haben. Wenn Sie dieses Buch lesen, gehören Sie nicht dazu. Es geht vor allem um demente oder geistig beeinträchtigte Mitmenschen. Also: Wir müssen dem uns innewohnenden unternehmerischen Mut die Chance geben, zu wachsen und zu gedeihen.

Brandbeschleuniger für innere Ressourcen

»Brandbeschleuniger werden leicht brennbare chemische Stoffe (meistens Flüssigkeiten) genannt, die dazu verwendet werden, wenig brennbare Sachen in Flammen zu setzen.«

Quelle: Wikipedia

Wenn Sie Ihre inneren Ressourcen stärken und unternehmerischen Mut entwickeln wollen, nutzen Sie sechs Brandbeschleuniger, sechs Brand-Sätze, die Ihnen dauerhaft weiterhelfen:

Sie müssen sich entscheiden.

Sie brauchen Durchhaltevermögen– Ihr Prozess braucht Zeit.

Sie haben einen intuitiven Zugang zu Ihrem Mut, eine innere Vorstellung davon.

Sie brauchen unterstützende Wegbegleiter.

Sie wissen, dass Rückschläge dazugehören und stark machen.

Sie brauchen und setzen Ziele.

Diese sechs Brandbeschleuniger mögen auf den ersten Blick recht banal aussehen. Weil wir gewohnt sind, über solche Gedanken hinwegzulesen. Sie sind aber nicht banal, sie sind basal! Sie bilden die Basis für erfolgreiches, mutiges Handeln. In der Umsetzung begeben wir uns in schweres Wetter. Oder vielmehr: auf brenzliges Gelände. Denn sie konfrontieren uns mit entscheidenden Fragen unseres Lebens. Es geht um Verantwortung und Leidenschaft, um Geduld und Ausdauer. Wie steht es um unsere Ziele, Werte, Beziehungen und Möglichkeiten?

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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