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Ruhe finden in unserer stressigen Welt, mit sich und anderen im Einklang sein und im Einfachen das Besondere entdecken – der japanische Mönch Bankei Sogyu zeigt, wie wir durch kleinste Veränderungen unserer Gewohnheiten unsere innere Mitte und Gelassenheit wiederentdecken können. Seine klaren und einfach umzusetzenden Lektionen aus dem Zen helfen, Erfüllung nicht in außergewöhnlichen Erfahrungen zu suchen, sondern den Moment zu genießen und das Glück in den kleinen Dingen spüren!
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Seitenzahl: 95
Veröffentlichungsjahr: 2018
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
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Originalausgabe
1. Auflage 2019
© 2018 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
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Fax: 089 652096
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Redaktion: Dr. Manuela Kahle
Umschlaggestaltung: Isabella Dorsch
Umschlagabbildung: Shutterstock.com/Arcady
Satz: Satzwerk Huber, Germering
Druck: GGP Media GmbH, Pößneck
eBook: ePubMATIC.com
ISBN Print 978-3-86882-981-5
ISBN E-Book (PDF) 978-3-96121-292-7
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96121-293-4
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
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52 Wege, wie ich mit mir selbst umgehen kann
Stehe 15 Minuten früher auf
Wecke deinen Körper
Beginne den Tag gesund
Denke positiv
Erkenne den Moment
Schließe deine Augen
Lächle
Atme tief
Lasse los
Ordne deine Schuhe
Vertraue deiner Intuition
Gehe »weit-sehen« in der Natur
Betrachte eine Blume
Sage, was du denkst
Faste einen Tag in der Woche
Erkenne die Übergänge
Betrachte ein ZEN-Bild
Male ein Mandala
Benenne deine Ziele
Finde deinen Zweck im Leben
Stelle dich deiner Angst
Bleibe fit
Finde deinen Herztraum zum Glück
Träume größer
Sprich klarer
Gehe aufrecht
Lerne, Wörter vorbeiziehen zu lassen
Iss bewusst
Lebe im Jetzt
Vertraue auf das Leben
Besitze weniger Dinge
Übe Kurzmeditation
Praktiziere deine Meditation
Erkenne den richtigen Zeitpunkt
Feiere Misserfolge
Liebe bedingungslos
Bleibe immer neugierig
Entscheide
Stehe für etwas
Sage öfters Nein
Iss weniger Fleisch
Konzentriere dich auf eine Sache
Feiere kleine Erfolge
Gehe »offline«
Erkenne dein YIN und YANG
Schlafe gut
Sei dankbar
Gib etwas zurück
Freue dich über deine Arbeit
Suche Wahrheit
Sei beharrlich
Sei stolz
15 Wege, wie ich mit anderen umgehen kann
Höre richtig zu
Gib Wissen weiter
Mache jemand glücklich
Vergib anderen
Verlange vom Partner nicht mehr, als du selber kannst
Tue, was du sagst
Sei ein guter Freund
Gehe auf andere zu
Vergleiche dich nicht mit anderen
Verurteile andere nicht
Akzeptiere mehrere Lösungen
Gehe die Schritte des anderen
Sei höflich
Blicke hinter die Worte
Schaue mit dem Herzen
In meinem Garten lehren mich die Blumen und Pflanzen, wie einfach die verschiedensten Arten, Farben und Formen in Harmonie miteinander leben können. Und obwohl jede Pflanze für sich einzigartig ist, ergeben sie in der Gemeinschaft ein vollendetes Bild.
Wir Menschen sind ebenfalls alle einzigartig und auch wir können uns auf wunderbare Weise ergänzen und in Harmonie miteinander leben. Dafür müssen wir nur unsere Natur erkennen und auf einige Dinge achten.
In diesem Buch möchte ich Wege aufzeigen, wie ein harmonisches, einfaches und erfülltes Leben gelingen kann.
Diese Wege sind die Essenzen aus meiner früheren Tätigkeit als Landschaftsgärtner und meiner Zurückgezogenheit als Mönch, die ich heute lebe. In meinem einfachen Haus mit Garten treffe ich immer wieder Menschen aus aller Welt, um über ein einfaches und erfülltes Lebens zu sprechen – und wie dies gelingen kann.
Denn »die Kunst, einfach zu leben« ist wirklich eine Kunst. Es ist eine Kunst, die jeder erlernen kann. Beherrschen wir Teile oder gar die ganze Kunst, wird unser Leben nicht nur einfacher, wir selber werden auch gelassener, zufriedener und glücklicher. Wir spüren wieder Leichtigkeit und Erfüllung im Leben und merken, wie wir Stück für Stück unsere Selbstbestimmtheit zurückbekommen.
Es würde mich freuen, wenn der eine oder andere Weg auch dein Leben einfacher und glücklicher machen würde.
Bankei Sogyu
Die meisten Menschen stehen morgens sehr knapp auf – so knapp, dass sie ihre Morgenroutine gerade noch schaffen. Sie schaffen gerade noch das Frühstück, dann machen sie sich schnell auf den Weg zur Arbeit, nehmen noch irgendwo einen Kaffee mit, um gerade noch pünktlich im Büro anzukommen. Dieses Ritual wiederholt sich tagtäglich und meistens über Jahre hinweg. Doch dieses Ritual bringt sie jeden Morgen in einen ungesunden Stresszustand, weil sie keine Zeitpuffer einplanen. Und wenn dann noch etwas dazwischenkommt, wird es noch stressiger. Wenn zum Beispiel die Schlange beim Bäcker zu lang ist oder sie den Bus verpassen. Der Stress nimmt stetig zu, und wenn sie dann in der Arbeit ankommen, sind sie total gestresst – und haben mit der Arbeit noch nicht einmal begonnen! Da ich in meinem Garten arbeite, habe ich weniger Ablenkung und nicht den Aufwand, meine Arbeit erreichen zu müssen. Mein Arbeitstag beginnt um 8 Uhr und es würde ausreichen, um 7 Uhr aufzustehen. Trotzdem stehe ich 15 Minuten früher auf. Diese 15 Minuten sind für mich – nicht für die Vorbereitung auf die Arbeit oder für das morgendliche Aufräumen des Bettes. In diesen 15 Minuten denke ich weder an die Arbeit noch an andere alltägliche Dinge. Ich atme ein und atme aus und bereite mich auf den Tag vor, indem ich meinen Geist leere.
Beginne ein neues Ritual. Stehe jeden Morgen 15 Minuten früher auf und nutze die Zeit für dich. Genieße, dass du 15 Minuten mehr Zeit hast. Du kannst etwas länger frühstücken – ohne dabei an die Arbeit zu denken – und etwas früher aus dem Haus gehen. Selbst wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, hast du noch genügend Zeitpuffer, um nicht in Stress zu geraten. Und, was vielleicht das Wichtigste ist, du kommst nicht gestresst, sondern ganz entspannt in der Arbeit an.
Stehe 15 Minuten früher auf – und genieß die Ruhe und die Zeit für dich.
Wie wir am Morgen aufstehen, so wird der Tag werden. Und damit der Tag gut wird, werde wach. In unserer heutigen Welt werden wir oft durch einen Wecker geweckt. Dann dauert es eine Weile – und vielleicht lassen wir den Wecker noch einige weitere Male klingeln – bis wir aufstehen und uns aus dem Bett begeben. Doch wenn wir aus dem Bett steigen, sind wir noch schläfrig. Unser Kreislauf ist noch nicht erwacht. Wir brauchen eine Weile, bis wir hochfahren. Bei vielen Menschen beginnt das Wachwerden beim ersten Kaffee oder Tee. Und bei manchen Menschen noch viel später …
Wie wäre es, wenn wir wirklich frisch und wach aus dem Bett aufstehen würden? Wenn mit dem Moment des Aufstehens alle Sinne erwacht sind und wir uns auf den Tag freuen? Und wenn sich diese Frische hinein in den Tag und durch ihn hindurchzieht? Es ist wunderbar.
Wecke also deinen Körper noch im Bett. Bleibe liegen und strecke beide Arme senkrecht nach oben und öffne und schließe schnell hintereinander deine Hände zur Faust. Du merkst, wie dein Kreislauf langsam in Gang kommt. Dann hebe deine Beine senkrecht hoch und mache dasselbe mit deinen Zehen. Nicht mehr als 30 Sekunden. Du wirst bemerkten, wie viel wacher dein Körper jetzt ist.
Wecke deinen Körper noch im Bett – und starte kraftvoll in den Tag.
Jeder Tag ist ein Geschenk, und wir können entscheiden, wie wir ihn beginnen. In Ruhe oder Hektik, unaufmerksam oder bewusst, wohltuend oder nicht. Beginne deinen Tag wohltuend und gesund. Nimm etwas zu dir, was dir und deinem Körper guttut und gesund ist. Bei manchen ist es frisches Obst. Manche lieben Ingwerwasser am Morgen, andere Milchbrei. Probiere verschiedene Dinge aus. Jedem tut etwas anderes besonders gut. Dabei musst du nicht auf deinen morgendlichen Kaffee oder Tee verzichten. Es ist eher eine Ergänzung, die das persönliche Wohlbefinden steigert.
Oft haben sich unsere Morgenrituale eingefahren, dass wir nicht mehr bemerken, ob sie uns guttun oder nicht. Ich selber habe über Jahrzehnte hinweg jeden Morgen die Sorte japanischen Tee getrunken, die schon meine Eltern tranken. Es war ein festes Ritual, auf das ich mich immer sehr gefreut habe. Der Geschmack war wundervoll, doch ich bekam immer ein leichtes, kaum merkliches Magendrücken. Aber das Ritual war mir wichtiger als das Unwohlsein, das dieser Tee bei mir verursachte. Ich stellte die von meinen Eltern übernommene Tradition nie infrage. Irgendwann begann ich, eine andere Sorte Tee zu probieren, und bemerkte, dass ich keinerlei Magendrücken bekam. Es war eine Teesorte, die ganz zu mir und meinem Körper passte. Und so trinke ich weiterhin meinen morgendlichen Tee als Ritual, nur nicht mehr die Sorte meiner Eltern. Mein Körper verlangt geradezu danach. Es steigert mein Wohlbefinden und gibt mir das Gefühl, schon am Vormittag etwas für meine Gesundheit getan zu haben.
Überlege also, was morgens zu dir passt und was deinen Körper stärken würde, und beginne jeden Tag damit. Du wirst sehen, dass sich dein Wohlbefinden von Tag zu Tag steigert.
Unser Leben ist voller Aufgaben. Oft denken wir beim morgendlichen Tee schon an die zahlreichen Pflichten des Tages. Was wir besorgen und erledigen müssen, welche Termine wir haben, was welche Kollegen wohl sagen werden und dass es sehr eng wird, alles unter einen Hut zu bekommen. Wenn wir so denken, beginnen wir den Tag mit negativen Gedanken und unser Körper erwartet förmlich, dass das Negative passiert. Diese Erwartungshaltung verdrängt das Positive. Es hat keinen Platz mehr.
Beobachte einmal ganz genau, was du denkst. Wie oft denkst du negativ und wie oft positiv? Wir alle denken viel zu häufig negative Dinge. Durch negative Gedanken sendet das Gehirn negative Anweisungen an deinen Körper. Diese können wir spüren und bei manchen sogar sehen.
Wenn wir eine Blume mit schmutzigem Wasser gießen, wird diese nie so erblühen wie eine Blume, die wir mit frischem, klarem Wasser versorgen. Überlege also, mit welchen Gedanken du deinen Körper gießt.
Dabei ist es einfach, unsere Gedanken zu beobachten und zu lenken. Wir können unsere negativen Gedanken erkennen und sie durch positive ersetzen. Denn unser Gehirn kann nur eine Sache – nicht mehrere gleichzeitig – denken. Also denke an schöne Dinge, an das Lachen eines Kindes, an eine Blumenwiese im Frühling, an das Meer. Stelle es dir bildlich vor. Merkst du, wie dein Körper dir folgt? Merkst du, wie der positive Gedanke deinen Körper entspannt und dir vielleicht sogar ein Lächeln aufs Gesicht zaubert?
Beginne den Tag also mit positiven Gedanken – und dein Körper wird dir folgen.
Wir sind so eingebunden in unser tägliches Leben, unseren Alltag, dass es vorkommt, dass wir Momente übersehen, die große Momente werden könnten. Diese Momente tauchen plötzlich auf, ohne sich vorher anzukündigen. Das Einzige, was wir tun müssen, damit diese Momente nicht an uns vorbeiziehen, ist: aufmerksam sein. Mehr nicht.
Angenommen, du hast eine Wanderung geplant und möchtest innerhalb von drei Stunden vier verschiedene Orte oder Sehenswürdigkeiten sehen. Plötzlich bist du am zweiten Ort von etwas ergriffen. Vom Ort, von der Aussicht, von der Stimmung, vom Moment. Das ist der Punkt, an dem der Moment groß werden könnte. Wenn du nun sagst, ich muss aber noch die anderen Orte sehen, und dafür diesen Moment nicht auskostest, dann geht ein großes Geschenk an dir vorüber.
