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LIEBE IN EINER WEGWERFGESELLSCHAFT?! Weiblich, 30 und Single... Was stimmt mit mir nicht? Gemeinsam begeben wir uns auf eine Reise auf der Suche zur bedingungslosen Liebe. Von Frau zu Frau ergründen wir die Männerwelt des 21. Jahrhunderts, Dating, Partnerschaft, Singleleben, Trennungen und Sex. Wer sind wir? Was wollen wir? Wie leben wir? Fragen über Fragen, die Frauen sich selbst stellen und meist keine Antwort dafür haben. Existiert Liebe in einer Wegwerfgesellschaft? Wie wurden wir überhaupt eine Wegwerfgesellschaft? Was hat das alles mit Social-Media zu tun? Kennenlernen über Instagram, Tinder oder Facebook, ist das zeitgemäß? Was erwarten wir von unserem Partner und einer Partnerschaft? Sind unsere Erwartungen einfach zu hoch? Warum investieren wir keine Zeit mehr? Können wir noch bedingungslos lieben? Sollten wir diese Liebe anstreben? Warum sind Männer so einfach gestrickt und Frauen so kompliziert? Sollten wir Kompromisse in einer Partnerschaft eingehen? Warum tut Trennungsschmerz so weh? Warum laufen wir falschen Männern hinterher? Mädels, lasst es uns zusammen angehen! Es gibt kein Tabu, wir hinterfragen ALLES!
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Seitenzahl: 233
Veröffentlichungsjahr: 2020
Vorwort
Kapitel 1 |
Selbstreflexion
Kapitel 2 |
Wie Männer ticken?!
Kapitel 3 |
Wie Frauen ticken!
Kapitel 4 |
Social-Media-Plattformen (Facebook, Instagram, Tinder)
Kapitel 5 |
Best-of-Dating-Erlebnisse
Kapitel 6 |
Generation Y (Millennials)
Kapitel 7 |
Single vs. Partnerschaft
Kapitel 8 |
Liebeskummer lohnt sich nicht mein Darling!
Kapitel 9 |
Resümee meiner Erkenntnisse
Danksagung
„Manche Männer bemühen sich
lebenslang, das Wesen einer Frau zu
verstehen. Andere befassen sich mit
weniger schwierigen Dingen, zum
Beispiel der Relativitätstheorie.“
(Albert Einstein)
Warum schreibe ich dieses Buch? Naja, genau das frage ich mich gerade selbst… Ich denke, es wird Zeit (und davon haben wir in der Ausgangssperre zu Coronazeiten ja genug), meine Erfahrungen in Sachen Liebe, Partnerschaft, Männer im 21. Jahrhundert und Dating, sowohl im Onlinewie Offlinedating mit der Frauenwelt zu teilen. Ebenso habe ich im Laufe der Jahre verschiedene Strategien entwickelt, wie man Trennungen leichter verarbeitet und die „richtigen“ Männer erkennt. Jedoch sag‘ ich dir gleich, von den „Richtigen“ gibt es nicht mehr viele.
In erster Linie bin ich weder ein Psychologe, noch ein professioneller Autor. Ich denke allerdings, dass wir Frauen lieber Tipps von unseren Freundinnen erhalten, in Bezug auf Männer, und diese auch befolgen, statt aus irgendwelchen Lehrbuch-Psychologie-Ratgeber. Nicht, dass ich grundsätzlich die Psychologie schlecht reden möchte! Nein! Die männliche und weibliche Psyche ist erforscht und ich bin mir dessen durchaus bewusst! Allerdings denke ich, dass das Leben seine eigenen Geschichten schreibt.
Ich versuche in diesem Buch mit viel „Witz“ und „Humor“ zu arbeiten. Außerdem möchte ich jedem der dieses Buch liest, ein wenig Hoffnung, aber auch kleine (ich nenne sie mal) „Sissy-Ratgeber“ an die Hand geben. Diese sog. „Sissy-Ratgeber“ werden euch vielleicht eines Tages noch in schwierigen Zeiten eine nützliche Unterstützung sein. Hoffe ich zumindest mal !
In diesem Buch möchte ich mit euch gemeinsam einiges hinterfragen und näher betrachten. Vergesst bitte nie, jeder entscheidet für sich selbst, welchen Weg er einschlagen möchte. Die Themen, die ich anspreche und auch die Fragen, die wir uns gemeinsam stellen, entsprechen nicht unbedingt meiner Meinung oder meiner Einstellung, sie sind einfach nur zur kritischen Hinterfragung bestimmter Themen notwendig. Die Gedanken einer Frau lassen sich nicht einfach darstellen, daher werden wir immer abschweifen und viel drum herum betrachten, bis wir zum eigentlichen Thema zurückkommen.
Dieses Werk, wurde von mir (einer Frau) für die Frauenwelt geschrieben. Daher, liebe Männer (sollte es von euch einer lesen), wenn ihr „nur Bahnhof“ versteht, ist das völlig okay.
Da ich sowieso nie ein riesiger Fan von Einleitungen war, möchte ich diese hiermit auch beenden. Ich denke, worum es jetzt geht, steht im Groben fest und alles Weitere könnte man theoretisch im Inhaltsverzeichnis nachblättern.
„Wer in sich geht, kann mehr aus sich herausholen.“
(Ernst Ferstl)
Bevor ich anfange, meine Erfahrungen über die Männerwelt mit euch zu teilen, möchte ich kurz ein paar Dinge über mich erzählen. Ich bin 30 Jahre alt und ein Landei. Das heißt, ich bin in einem kleinen Ort aufgewachsen, mit vielen Bräuchen und wenig Möglichkeiten, die einem die Stadt bietet. Das heißt aber auch, dass jeder jeden kennt und Taten und Jugendsünden einen jeden immer wieder einholen, da diese der ganze Ort kennt. Ich war mir dessen immer bewusst und lebte daher, sagen wir einmal, sehr fromm. Was das genau heißt, werdet ihr im weiteren Verlauf noch verstehen.
Außerdem war und bin ich ein Beziehungsmensch. Ich habe seit meinem 18. Lebensjahr, immer relativ beständige Beziehungen (von 2 bis 5 Jahren), meist ohne große Unterbrechung. Warum??? Das habe ich mich auch schon gefragt. Vielleicht, weil die Männerwelt so toll ist und ich mich daher immer schnell wieder verliebe? Naja, ehrlich gesagt eher nicht! Frauen, die nach langen Beziehungen schnell wieder neue Partnerschaften eingehen, machen dies aus folgendem Grund: Sie können nicht allein sein! Sie brauchen Liebe und Geborgenheit. Die Sicherheit jemanden zu haben, der zu einem steht, der sich um einen kümmert, usw. Ich zähle mich auch zu diesen Frauen.
Die Gründe hierfür können natürlich aus unterschiedlichsten Umständen heraus entstehen. In der Regel wirst du diese Gründe in deiner Kindheit finden. Gerade in der heutigen Zeit ist es nicht besonders seltsam, dass du ein Scheidungskind bist. Ja, ich bin auch eins. Ich denke, meine ständige Beziehungssucht liegt hier begraben.
Jetzt kann man natürlich sagen: „Ja, so ist das halt bei mir, ich brauche das.“ NEIN!!! Genau das ist falsch! Wer sich zu schnell wieder in neue Partnerschaften stürzt, ohne die Verflossenen verdaut bzw. verarbeitet zu haben, wird sich nicht neu verlieben können. Es ist unsagbar wichtig, sich nach jeder einzelnen Beziehung (egal wie lang sie war) Gedanken zu machen. Was waren die Dinge, die mir sehr gut gefallen haben? Welche Seiten meines Ex-Freundes konnte ich überhaupt nicht leiden. So entwickeln wir uns weiter und das ist nach meiner Erfahrung enorm wichtig. Wer dies nicht macht, wird auch auf Dauer nicht glücklich!
Nachdem ich das verstanden und in meiner Selbstreflexion eingesehen habe, fing ich an, meinen Ex-Freund nicht ständig durch einen neuen Freund zu ersetzen. Sondern ich überlegte mir: Wie kann ich eigentlich auch alleine glücklich sein und die Wartezeit auf meinen Mr. Perfekt verbessern?! Wie kann ich als Single glücklich sein, ohne diese Zweisamkeit zu vermissen und ständig auf der Jagd danach zu sein?
Dieser Prozess hat bei mir sehr lange gedauert, denn, wie oben beschrieben, führte ich meine erste richtige Beziehung, wenn wir sie jetzt mal so nennen wollen, mit 18 Jahren. Anschließend war ich, wie gesagt, ohne große Unterbrechung bis zu meinem 27. Lebensjahr immer in einer Beziehung. Ich war nichts anderes gewohnt. Ich muss ehrlich gestehen, es fiel mir nicht leicht, Zeit mit mir selbst zu verbringen. Zu wissen, da wird mich niemand anrufen. Niemand wird heute als Überraschungsbesuch vorbeikommen. Niemand wird mir eine süße WhatsApp-Nachricht schreiben. Mir war irgendwie fad. Ich lenkte mich natürlich mit meinen Freunden und Freundinnen ab, es war allerdings nicht dasselbe. Ebenso bin ich auch nicht der Mensch, der auf Männer zu geht, geschweige denn Dates vereinbart. Eigenständige Dates musste ich nie vereinbaren, weil ich ständig in einer Partnerschaft war. Ich nahm einfach den nächstbesten, der mir vor die Füße lief.
Eines Abends (zu diesem Zeitpunkt war ich 26 Jahre alt) saß ich mit zwei Freundinnen bei mir Zuhause und wir überlegten, was wir wohl diesen Abend anstellten. Party, Bowling, Billard oder einen Filmabend. Plötzlich kam eine Freundin auf die Idee, die App „Tinder“ herunterzuladen. Ich wusste nicht mal, was das ist. Ich kannte auch die App „Lovoo“ nicht. Wie gesagt, wozu auch? Ich war immer treu und brauchte keine Dating-Apps und schon gar nicht Onlinedating. Einen Mann über das Internet kennenlernen? Naja, eher merkwürdig. Bei uns auf dem Land lernt man seinen Freund im Bierzelt, auf Festes oder über Freunde kennen, aber ganz bestimmt nicht im Internet. Im Internet halten sich die Schwerverbrecher und die Kriminellen auf, dort kann man niemals einen Mann finden. Das wurde uns zumindest von klein auf immer mitgegeben. Das Internet ist böse . Ich musste erst einmal drei andere Apps löschen um diese App endlich installieren zu können. Selbst mein Handy war für eine Onlinedating-Partnersuche nicht ausgelegt . Meine Freundinnen lachten mich sogar aus, als ich sagte, ich wisse nicht, was „Tinder“ und „Lovoo“ seien. Ich kam mir vor, als hätte ich die letzten 10 Jahre in einer Waldhütte gelebt, ohne WLan-Verbindung und Co.
Nachdem die App endlich installiert war, konnten wir loslegen. Wir nahmen die Sache nicht ernst und schrieben mit den verschiedensten Männern. Natürlich nur dumme Sachen, worüber wir uns amüsierten. Wir hatten auf jeden Fall richtig viel Spaß. Es war, wie ich heute weiß, eine Revolution in meiner weiteren Dating-Erfahrung. Dazu erzähle ich Euch aber später mehr…
Zurück zu meiner Selbstreflexion. Warum funktionieren meine Beziehung nicht? Was stört mich an den Männern? Was stört die Männer an mir?
Eigentlich ganz einfach zu erklären. Ich suche einen Mann!!!! Das ist das Problem . NEINNN!!! Keinen Macho! Auf Bairisch würde ich jetzt sagen: „A richtig gscheids Mannsbuid!“ Genau hier liegt das Problem, denn in meinen Augen gibt es von dieser Sorte nicht mehr wirklich viele. Ich denke, auch euch ist dies bereits aufgefallen. Die Frauen werden immer emanzipierter, selbstbewusster, gebildeter und anspruchsvoller. Die Männer dagegen ruhen sich aus und lassen sich ihre (sorry für die Wortwahl) Eier nehmen. Wir Frauen halten die Eier der Männer in der Hand. Das ist traurig und bitter, aber wahr. Wir wollten es ja auch so! Ich würde behaupten, ich bin eine sehr starke und emanzipierte Frau. So schnell lass‘ ich mich von nichts und niemandem einschüchtern und unterdrücken. Dennoch möchte ich in einer Beziehung nicht die Hosen anhaben. Wie man so schön sagt. Ich möchte einen richtigen Mann und das ist im Wesentlichen das Problem. Jedoch möchte ich mich nicht unterdrücken lassen, ich will genauso meine Meinung äußern. Außerdem möchte ich nicht nur für ihn leben. Es muss ja irgendwie einen Mittelweg geben. Liebe Frauen auf dieser Welt: Ich bin der Messias und werde Euch heute die traurige Botschaft überbringen: „Leider gibt es keinen Mittelweg!“
Stunden, Tage, Wochen, sogar Monate verbrachte ich immer wieder damit, einen Mittelweg in dieser Situation zu finden und glaubt mir, ich bin ein Perfektionist in solchen Angelegenheiten. Ich fand nichts! Du kannst dir als Frau keinen MANN wünschen, aber ihm alles „befehlen“ wollen! Liebe Frauen, genau dann seid nämlich Ihr der Mann, der die Hosen anhat. Ich habe mich auch in meinem Bekanntenkreis umgesehen und die wirklich starken Frauen haben immer einen verweichlichten, Ja sagenden und wuselnden Typ. Das ist auch der Grund, warum diese Beziehungen funktionieren! Der Typ lässt sich unterdrücken.
Jetzt musste ich mir natürlich die Frage stellen: Will ich das? Eine Beziehung mit einem Ja-Sager? Waren meine Ex-Freunde Ja-Sager? Warum hatte ich schon jahrelange Beziehungen? Hab ich mich vielleicht verändert? Hat sich die Männerwelt verändert?
Ich weiß, das liest sich jetzt einfach so herunter. Das solltest du allerdings genau an dem Punkt nicht machen. Frag‘ dich die Fragen immer wieder und versuche dir selbst eine Antwort darauf zu geben. Willst du wirklich einen Ja-Sager??? Was ist das dann für ein Mann? Kannst du diesen ernst nehmen? Ist dieser Mann dann überhaupt ein Mann?
Ich für meinen Teil kann das leider nicht und genau deshalb habe ich diese Männer irgendwann verlassen. Ich suche einen Mann, der mir gewachsen ist (ich weiß, das klingt arrogant, ist aber nicht so gemeint). Mit gewachsen meine ich nicht nur den Intellekt. Ich meine damit sein Selbstbewusstsein, sein Selbstwertgefühl, seine Ruhe und Gelassenheit, die er ausstrahlt und auf mich einwirkt. Ladies geben wir es zu: Wir sind aufgebracht und (etwas grob ausgedrückt) schwer cholerisch veranlagt. Ja, ich weiß, manche nach außen, die anderen eher nach innen. Jede von uns zickt, ist rechthaberisch, bestimmerisch und, und, und. Ich könnte hier natürlich viele Punkte aufzählen. Das ist ja das Problem für die Männer. Sie verstehen uns nicht, weil sie überhaupt nicht so sind.
Jetzt wirst du dir denken: Ja okay, dann such dir doch so einen Typ, der sich von dir überhaupt nichts sagen lässt, dir immer über den Mund fährt. Der dich nie bestimmen lässt oder nur sehr wenig. Sei es bei Freizeitaktivitäten oder Sonstigem. Ja, ich habe mir seitdem ich 27 Jahre alt war gedacht: Probier‘ es mit „echten“ Männern, wie du immer so schön sagst. Diese Beziehungen verliefen kurz und knackig, wie man das so schön ausdrückt. Er hat sich überhaupt nichts sagen oder gefallen lassen und ich für meinen Teil auch nicht von ihm. Das Ende dieses Liedes ist, glaube ich, klar. Keine Beziehung hielt hier über 6 Monate. Männer haben Angst, wenn sie auf starke emanzipierte Frauen treffen. Frauen, die selbst was erreichen wollen. Frauen, die sich auch selbst ernähren können. Frauen ,die Antworten wissen und schlagfertig ist. Frauen, die keine Mauerblümchen sind ziehen starke Männer an, jedoch sind sie ihnen die Energie für Diskussionen irgendwann nicht mehr wert. Das sagt mir zumindest meine Erfahrung.
Meine ersten Beziehungen wurden von mir immer beendet und seitdem ich 27 war, bin ich immer verlassen worden. Ich habe aber nichts an mir verändert, nur mein Beuteschema hat sich geändert.
In erster Linie muss ich mich jetzt fragen: Bin ich somit beziehungsunfähig geworden? Soll ich mein Beuteschema wieder auf die Ja-Sager wechseln?
Ich habe diese Fragen mit „Nein“ beantwortet. Ich möchte eine starke Frau bleiben, dafür habe ich hart gearbeitet. Niemand kommt selbstbewusst, selbstsicher und voller Energie auf die Welt. Das muss man sich erarbeiten.
Der Spruch: „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht immer eine starke Frau!“ stimmt, aber ich sag‘ euch eins: „Hinter jeder starken Frau steht auch immer ein erfolgreicher starker Mann!“ Seht das jetzt bitte nicht zu finanziell. Es geht hier nicht um das Geld, sondern eher um den Charakter.
Was ich genau damit sagen möchte, ist Folgendes: Keine starke, unabhängige und selbstbewusste Frau kann sich mit einem, nennen wir ihn mal „Loser“ abfinden. Wir brauchen einen Halt, eine standhafte Mauer, an die man sich anlehnen kann. Die nicht nach jedem Sturm einbricht. Holz wird z. B. morsch und bricht über die Jahre. Beton jedoch nicht und hält über viele Jahre. Natürlich ist auch nicht jede Frau gleich. Die eine zeigt ihre Energie ganz offen nach außen, wie beispielsweise ich. Ich höre oft „Du bist so stark!“, „Ich wünschte ich könnte das so wegstecken wie du!“ oder ähnliche Sätze. Das höre ich nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern. Darum geht es jetzt allerdings nicht. Ich bin davon überzeugt, dass auch ein „Mauerblümchen“ oder eine nach außen sehr schüchterne Frau in der heutigen Zeit einen sehr starken Charakter entwickelt haben könnte. Diesen präsentiert sie nicht nach außen, aber innerlich haben wir (Frauen) uns weiterentwickelt.
Gehen wir kurz einen großen Sprung zurück, zum Jahre 3000 v. Chr. In der Steinzeit brauchten wir Männer (wir lebten zwar nicht in Beziehungen… es geht rein um die Abhängigkeit der schwachen Frau). Ohne sie wären wir aufgeschmissen gewesen und gestorben. Sei es Ernährung, Wärme, oder der Schutz vor gefährlichen Tieren, ohne Männer hätten wir wahrscheinlich nicht überlebt. Wir waren das schwache Geschlecht. Die Hilfe eines Mannes war unabdingbar. Heute jedoch hat sich dies verändert. Männer denken zwar, sie haben „Feuer gemacht“, sie beschützen dich, sie kümmern sich um dich. Das allerdings stimmt so nicht! Durch unsere finanzielle Unabhängigkeit brauchen wir sie nicht. Das hängt auch wieder nicht vom Gehalt ab. Gerade in Deutschland, selbst wenn der Lohn so gering ist, gibt es finanzielle Unterstützung von Ämtern usw. Dazu benötigen wir keine Männer. Wir haben das Feuer auch ohne einen Mann. Wir drehen die Heizung auf. Die Heizkosten finanzieren wir selbst. Dazu brauchen wir sie nicht.
Ebenso der Schutz vor gefährlichen Tieren in einer Höhle. Wir brauchen die Männer nicht. Wir leben in einer sicheren Wohnung, egal ob diese jetzt groß oder klein ist. Es ist sicher, wir haben eine Tür, wir haben ein Schloss. Wir sind sicher! Männer müssen uns nicht beschützen, wir sind beschützt, durch unsere Eingangstür. Wir verhungern auch nicht ohne Männer. NEIN! Wir brauchen niemanden, der uns Fleisch nach Hause bringt. Wir gehen in den Supermarkt und kaufen es. Wir brauchen auch keinen Mann, der uns das Geld dafür gibt, es zu beschaffen. Nein, wir können es uns selbst leisten. Genau das ist das Problem. Dieses System der Steinzeit hat sich durchgezogen bis zur Generation meiner Oma. Hier hat es noch sehr gut funktioniert. Unsere Großväter haben das Feuer gemacht, sie haben Fleisch beschafft und Tiere dafür gejagt. Ebenso der Schutz vor Gefahren war durch sie gewährleistet. Natürlich nicht sinnbildlich, aber in Form der Arbeitsleistung, die sie erbracht haben. Ohne das Geld unserer Großväter wären unsere Großmütter nicht beschützt in einer Wohnung gewesen, hätten kein Geld zum Einkaufen gehabt und sie hätten auch keine Heizkosten bezahlen können.
Die Emanzipation ist hier in meinen Augen „schuld“. Ja, wir Frauen sind unabhängig, aber ist das wirklich das Richtige?! Die Generation unserer Mütter hat es gezeigt. Frauen lassen sich scheiden, weil sie keine Kompromisse mehr eingehen wollen. Sie sind stark und unabhängig. Auf der einen Seite fühle ich mich frei als unabhängige Frau, die ihrem Mann nicht nach dem Mund reden muss. Auf der anderen Seite wünsche ich mir einen Mann. Was ist richtig? Was ist falsch? Gibt es jetzt wirklich einen Mittelweg?
Ich sehe ganz deutlich, dass wir Frauen uns extrem weiterentwickelt haben in den letzten 50 Jahren, aber die Männerwelt im Prinzip stehen geblieben ist. Sie haben die Emanzipation und die Entwicklung akzeptiert und hingenommen. Ihnen blieb ja auch gar nichts anderes übrig. Die Frauen haben sich herausgekämpft aus ihrer Abhängigkeit. Die Männer dagegen haben sich ihrer Verantwortung entzogen und sind weiblicher geworden. Sie wurden verletzlicher, entbehrlicher und ersetzbar. Diesen Umstand haben sie die letzten 50 Jahre hingenommen und keinerlei „Gegenangriffe“ gestartet. Sie haben sich ihre über 5000 Jahre alte Rolle (mein Steinzeitalterbeispiel) als Alpha nehmen lassen. Sie sind jetzt nicht mehr der Löwe im Rudel. Versteht mich nicht falsch, natürlich brauch wir die Männer. Zum einen für die Dinge im Leben, die überhaupt unsere Daseinsberechtigung auf der Erde ausmachen, wie die Befruchtung oder allgemein die Fortpflanzung unserer Spezies Mensch. Jedoch benötigen wir sie aber auch für die Zweisamkeit der monogamen Beziehung. Darüber lässt sich natürlich auch wieder streiten.
Eine monogame Beziehung zu führen, ist dies überhaupt noch zeitgemäß? Meine ganz klare Antwort und auch Ansicht zu diesem Thema heißt: „JA!“ Es ist möglich und auch wichtig und richtig! Das ist der Weg, der wieder eingeschlagen werden muss, auch wenn es noch so seltsam klingen mag und unvorstellbar. Gesellschaftlich könnte ich mir nicht vorstellen, eine Familie zu führen mit immer unterschiedlichen Männern. Männer, die nicht der Vater meines Kindes sind (Kinder habe ich übrigens noch keine). Im Prinzip steuern wir aber immer mehr auf genau diese Entwicklung zu. Indem wir uns scheiden lassen von dem Vater unseres Kindes, zeigen wir, dass es keiner monogamen Beziehung mehr bedarf. Wir können einfach den Partner wechseln. Er hat ebenfalls ein Glied, er ist auch ein Mann, eine „Vaterfigur“ usw., all das, was man sich so schön als „Patchworkfamilie“ einreden mag. Eine Patchworkfamilie mit einem Mann, der nicht der Kindesvater ist, ist nicht dasselbe. Die Beziehung zwischen dem neuen Mann und dem Kind kann funktionieren, aber das selbe Verhältnis wie eine Vater-Kind-Beziehung ist das auf keinen Fall. Ich bin selbst so aufgewachsen und ich habe meinen Vater immer vermisst. Mein leiblicher Vater war und ist immer noch mein Vorbild. Die Liebe, die man zu seinen leiblichen Eltern verspürt, kann eine „fremde“ Person nicht einnehmen (es gibt natürlich Ausnahmen). Kommen wir wieder zur Monogamie zurück.
Wissenschaftler sagen, dass wir Menschen ebenso wie Affen nicht für die Monogamie geschaffen sind. Selbstverständlich wissen wir, dass es vor 4000 bis 5000 Jahren noch keine Monogamie gab. Der Mensch kannte diese Beziehungsform nicht. Es ging wie bei vielen Tieren rein um die Fortpflanzung und den Erhalt der Rasse. Ehrlich gesagt muss man auch realistisch sein. Wir leben nicht mehr vor 4000 bis 5000 Jahren. Wir leben im 21. Jahrhundert und wir sind gebildeter, fortschrittlicher und erfahrener. Ebenso kann man Menschen nicht mit den Affen vergleichen. Ja, die Abstammung ist klar erwiesen, aber ich denke nicht, dass ich oder eine meiner Freundinnen oder gar meine Ex-Freunde mit Affen verglichen werden können. Naja obwohl, bei meinen Ex-Freunden bin ich mir da teilweise nicht ganz so sicher (Spaß muss ein!).
Ich möchte hier auch kein wissenschaftliches Buch verfassen, ich denke da sind wir uns einig. Ich möchte nur gewisse Verhaltensweisen hinterfragen. Meine eigene Selbstreflexion von mir und meinen Erlebnissen mit Männern.
Eines muss uns klar sein, die unterschiedlichen Epochen der Menschheitsgeschichte können wir nicht heranziehen. Klar war Monogamie in der Steinzeit nicht bekannt. Allerdings wurden dort Frauen auch nicht älter als 30 Jahre und Männer nicht älter als 35 Jahre. Wie soll man da monogam Leben? Fortpflanzung um jeden Preis pressierte. Ich denke, ihr wisst, was ich damit sagen möchte.
Jetzt bin ich aber ganz schön vom Thema abgekommen, also zurück zu unserer Frage: Ist eine monogame Beziehung zu führen überhaupt noch zeitgemäß?
Wie bereits gesagt, „Ja“, ich bin mir sogar sehr sicher. Natürlich ist es nicht einfach, mit jemandem zusammenzuleben, der sich auch im Laufe der Jahre immer wieder verändert. Neue Interessen entwickelt, neue Bekanntschaften oder Arbeitskollegen kennenlernt, die man selbst vielleicht nicht leiden kann. Die Macken eines Menschen über viele Jahre zu ertragen und damit zurecht zu kommen. Eigene Wünsche auch einmal hinten anzustellen und aus Liebe heraus Zeit für den Partner zu investieren. Selbstlos seine eigene Zeit zu „opfern“, um ihm einen schönen Tag oder Urlaub zu ermöglichen. Anpassung und viel Kompromissbereitschaft sind hier gefragt. Eine Beziehung ist eine Lebensaufgabe. Lasst das ruhig mal auf euch wirken.
EINE LEBENSAUFGABE! Das bedeutet auf der einen Seite, wie das Wort schon sagt, man gibt irgendwo sein Leben für den anderen auf, aber auch die Herausforderung, sich etwas zu seiner Aufgabe im Leben zu machen und daran zu wachsen! Nehmen wir diese Herausforderung an oder bleiben wir lieber alleine bevor wir unser Leben aufgeben?
Ich könnte noch hunderte Seiten über dieses Thema schreiben, ich denke jedoch, das wichtigste habe ich euch jetzt erklärt, zumindest aus meiner persönlichen Sicht. Ich hinterfrage wirklich sehr viel, versuche aber Einflüsse, Entwicklung und Evolution, einfach so gut es eben möglich ist, in meine Gedanken dabei einfließen zu lassen. Jedoch wird man nie alles berücksichtigen können. Jeder Gedanke ist teilweise auch situationsabhängig. Das wisst ihr ja selbst auch. Das macht das Ganze ja so unfassbar komplex.
Zusammenfassend zu diesem Kapitel kann ich eigentlich nur sagen, wir müssen ständig hinterfragen, was wir hören, von Freunden, aus den Medien, aber auch von Familienmitgliedern. Wir sollten immer an uns arbeiten und auch unseren eigenen Gedanken freien Lauf lassen. Hinterfragen wir doch einmal warum uns das alles eigentlich so wichtig ist? Warum wollen wir überhaupt eine Partnerschaft? Was bringt uns das Ganze? Macht eine Beziehung uns wirklich vollends glücklich? Ich kann mich mittlerweile doch auch ohne Beziehung fortpflanzen! Es gibt so viele Dinge, die man selbst für sich entscheiden sollte. Ehrlichkeit zu sich selbst und anderen Menschen gegenüber spielt für mich hier die allergrößte Rolle.
Wie ihr wahrscheinlich rausgelesen habt, spielt für mich Treue in einer Beziehung eine weitere, sehr entscheidende Rolle. Ich wurde schon einmal betrogen und belogen und das über drei Monate von der Liebe meines Lebens. Wir hatten eine fünf Jahre lange Beziehung. Klar hatten wir Probleme, jedoch waren diese nicht unlösbar. Er entschied sich nach einer längeren Sex-Flaute, mich durch eine Affäre zu ersetzen. Das tat mir einfach unendlich weh und das werde ich keinem Menschen antun. Betrug und Untreue sind schlimm für die andere Person. Ich bin mir bewusst, dass jeder schon einmal einen Fehler begangen hat. Jedoch sollte man sich immer vor Augen führen, was man mit Untreue beim Partner gegenüber auslöst. Damit verletzt man den Menschen, den man am allermeisten liebt, nur um ein wenig sexuelle Befriedung zu erlangen. Ist es das wert? Mir ehrlich gesagt nicht, ich strebe nach einer Liebe und Ehe ohne Betrug und Untreue. Wer seinen Partner betrügt, ist in meinen Augen schon nicht mehr an der Beziehung an sich und dem Partner interessiert. Liebe ich eine Person wirklich von ganzem Herzen, würde es mein eigenes Herz brechen, wenn ich dieser Person so ein Leid antue. Untreue kann zwar passieren, jedoch muss man danach für beide die Reißleine ziehen und die Beziehung beenden. Diese Liebe hat für mich keine Chance mehr. Der Drops ist sprichwörtlich gelutscht. Vertrauen kann durch so einen extremen Vertrauensmissbrauch nie mehr in vollem Umfang hergestellt werden und diese Beziehung ist über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt. Das alles gilt nicht nur für eine Partnerschaft, besonders in einer Ehe ist die Treue eine der wichtigsten Eigenschaften die zwei Menschen glücklich zusammenleben lässt.
Dazu muss ich jetzt wieder ergänzen, ich bin eine gläubiger Christin und das Eheversprechen vor Gott heißt für mich, ich schwöre dir treue, ich teile mein Leben mit dir bis zum Tod. In Gesundheit und Krankheit, in guten wie in schlechten Zeiten. Danach möchte ich leben und das ist mir wichtig. Dabei geht es nicht nur um die Treue, es geht auch darum, für einen anderen Menschen und füreinander bis zum Tod da zu sein. Völlig egal, ob irgendwer irgendwann vielleicht einen Unfall oder eine Krankheit haben wird. Das Versprechen vor Gott, bedeutet für IMMER! Die meisten Menschen unserer Generation sehen ein Eheversprechen in meinen Augen eher als „Ich schwöre dir Treue und Liebe, solange du mich beachtest und ich mit dir Spaß habe. Sobald es unbequem wird oder ich irgendwas aus meinem Leben für dich aufgeben müsste, bin ich weg. Sorry.“ Leider fühlt es sich überspitzt gesagt so an. Diese Wegwerfgesellschaft in der wir uns befinden, ist für mich sehr schlimm mit anzusehen. Ich glaube an die Liebe und die Ehe. Ich glaube an das Eheversprechen und sollte ich es eines Tages eingehen, werde ich mich daran halten.
Das ist gar nicht mal nur der Glaube an Gott, welcher mich hier an der Einstellung hält. Ich bin ein Mensch, der viel nachdenkt, bevor er handelt. Ich treffe wichtige Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus. Ich wäge ab, ich überlege sachlich, welche Auswirkungen mein Handeln langfristig haben wird. Ich überlege, ob ich seelisch und körperlich leben kann. Ob mein Handeln vor mir selbst vertretbar ist. Möchte ich so ein Mensch sein? Mein Gewissen, kann ich das alles damit vereinbaren? Wie wird sich mein Gegenüber fühlen?
Nachdem ich dann all‘ meine Gedanken abgewogen habe, treffe ich eine Entscheidung und hinter dieser versuche ich auch 100 % zu stehen. Ich versuche auch in schwierigen Zeiten, in anstrengenden Momenten, an Tagen, an dem man einfach alles hinschmeißen will, genau dann versuche ich mich an all‘ meine Punkte zu erinnern. Genau deshalb habe ich mir viel Zeit für mein Pro und Contra gelassen. Damit ich jetzt davon zehren kann. Ich kann meine Entscheidung vor mir selbst rechtfertigen. Im Übrigen geht es hier jetzt nicht nur um das Eheversprechen. Es geht um so viel mehr. Es geht um jede Entscheidung in deinem Leben. Das fängt auch schon bei Kleinigkeiten an. Es geht um Streitereien, Diskussionen, Machtspiele, usw. Wie gesagt, überlege dir alles so gut es geht. Lohnt sich das? Bringt mich das irgendwie weiter? Ist es die Energie wert?
Meine geliebten Gleichgesinnten da draußen. Meine liebe Frauenwelt, ich weiß, wie dumm das alles klingen mag. Vor allem ist es immer ganz einfach, alles so aufzuschreiben und es sich vor allem vorzunehmen. Die Theorie klingt echt sensationell. Jedoch besitze ich euer Geschlecht, keine Panik. Ich weiß selber, dass dies nicht immer möglich ist. Besser gesagt fast nie, gerade bei spontanen, kleinen Dingen. Was denkt ihr denn, wie oft ich es wirklich hinbekomme vor einer spontan anstehenden Konfrontation mit meinem Partner (wenn ich einen habe) diese wundervoll aufgelisteten „Sissy-Ratgeber-Tipps“ umzusetzen????
In zehn Fällen, wie oft schaffe ich das? Frage dich bitte auch, wie oft schaffst du es?
Ich für meinen Teil, schaffe es 0,5 bis 1-mal . Das ist allerdings egal. Was wirklich zählt, ist der Wille und die Arbeit an dir. Früher, also vor fünf Jahren z. B., habe ich es nie geschafft, wirklich nie. Ich bin einfach cholerisch ausgerastet und war die Queen der Zicken und Diven. Oh ja, das war ich und wahrscheinlich sogar noch ein wenig stolz darauf . Jetzt versuche ich aber mein Handeln zu reflektieren. Ich kann euch nur sagen, versucht das auch, es hilft ungemein, mit dem anderen Geschlecht eine Basis aufzubauen. Männer können uns doch überhaupt nicht verstehen. Hallo??? Lasst uns nachdenken… Welcher Mann zickt? Welcher Mann denkt überhaupt? Warum können wir Männer sexuell so leicht manipulieren? Warum ist das denn alles schon wieder so? Fragen über Fragen, die wir uns alle stellen! Shit, ja ich bin eine Frau und eine Frau macht sich über einfach alles Gedanken. Genau deshalb sind wir ja auch immer gestresst und unter Strom, weil wir uns einfach über alles und jeden Gedanken machen. Ich denke, wir brauchen das auch, das ist unser Gehirn, wir können da nichts für. Männer haben diese Eigenschaft nicht oder kaum.
