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Du hast genug von Selbstoptimierung? "Schneller, höher, weiter" hat sich als Trugschluss herausgestellt? Und Selbsthilfebücher als weiteres Mittel auf dem Weg zur Unzufriedenheit? Dieses Buch will nicht den Anspruch erheben dein Lebens zu verändern. Denn das kannst du auch selbst. Vielleicht kann es dich jedoch dabei unterstützen, dich von all dem zu befreien, was du sowieso nicht ändern kannst. "Denn manchmal wird es erst gut, wenn du es sein lassen kannst." Sonja Bruckner Inhalt: Einleitung 1. LET IT BE 2. Gegen die To-do-Mentalität 3. Wähle deine Kämpfe weise 4. Sei dir selbst der beste Freund/die beste Freundin 5. Was ist, darf sein, und was sein darf... . 6. Ein jedes Nein ist ein Ja zu deinen eigenen Bedürfnissen 7. Emotionen 8. Über das Annehmen und Aushalten 9. Meine LET IT BE Liste Quellennachweis Zur Autorin Inkl. Links zu kostenlosen Downloads (Arbeitsblätter und Imaginationsreisen)
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Seitenzahl: 59
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Einleitung
1. LET IT BE
2. Gegen die To-do-Mentalität
3. Wähle deine Kämpfe weise
4. Sei dir selbst der beste Freund/ die beste Freundin
5. Was ist, darf sein, und was sein darf...
6. Ein jedes Nein ist ein Ja zu deinen eigenen Bedürfnissen
7. Emotionen
8. Über das Annehmen und Aushalten
9. Meine LET IT BE Liste
Quellennachweis
Von der Idee einer LET IT BE Liste hörte ich zum ersten Mal 2017 in einem Interview des Zeitforschers Jonas Geißler mit der Rheinischen Post. [1] Laut Geißler soll man auf einer solchen Liste all das notieren, was man getrost weglassen kann: quasi ein Gegenkonzept zur To-do-Liste, mit dem Ziel, Zeit nicht zu organisieren, sondern als Freiraum zu gestalten, um sich der eigenen Fähigkeiten wieder bewusst zu werden. So habe ich seinen Ansatz verstanden und interpretiert. Ich erhebe hier allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Dieses Buch will einen Schritt weitergehen. Ja, du wirst hier auch etwas zum Thema Zeit lesen, für mich aktuell eines der führenden politischen Themen. Aber wie der Untertitel „Die Kunst des Sein-Lassens" verspricht, werden wir uns auch damit auseinandersetzen, herauszufinden, wie es möglich sein könnte, auf gewisse Gedanken, Personen, Erwartungen und Gegebenheiten auch mal zu pfeifen – etwas poetischer gesagt, sich den Wellen des Lebens hinzugeben, ja vielleicht sogar, sich von ihnen treiben zu lassen. Zu erfahren, wie dein persönlicher Weg zum LET IT BE sein könnte, bedarf jedoch einiger Zwischenschritte.
Zwischenschritte, bei denen ich dich einladen werde, über Selbstwirksamkeit zu reflektieren, Energieräuber in einen neuen Rahmen zu setzen und dich im Annehmen und Aushalten zu üben.
Eins ist dieses Buch jedoch nicht: Ein klassisches Selbsthilfebuch. Denn es erhebt nicht den Anspruch, dein Leben zu verändern. Das kannst sowieso nur du selbst tun. Vielleicht kann es dich jedoch dabei unterstützen, dich von all dem zu befreien, was du sowieso nicht ändern kannst.
Denn manchmal wird es erst gut, wenn du es sein lassen kannst.
In diesem Sinne lade ich dich ein zu einer Reise durch die Höhen und Tiefen des Loslassens. Mach dich auf, die Kunst des Sein-Lassens zu erlernen. Ich freue mich, dich ein Stück deines Weges begleiten zu dürfen.
LET IT BE!
Deine Sonja
Einschübe – meist wissenschaftlicher Natur – sind durch graue Textfelder gekennzeichnet. Diese sind als Add-ons gedacht und somit nicht zwingend notwendig für den Prozess des Sein-Lassens. Sie verstehen sich als Quellen zusätzlicher Information, die zur Weiterrecherche anregen sollen.
Experimente: Pro Kapitel lade ich dich zu einem Experiment ein. Die Idee ist, durch diese Übungen die Wissensinhalte auf deine individuelle Situation transferieren zu können. Diese sind aufbauend konzipiert und sollen dich dazu ermächtigen, im 9. Kapitel deine persönliche LET IT BE Liste zu erstellen. Links zu entsprechenden Downloads (wie Arbeitsblättern und Audios) findest du zu Beginn der jeweiligen Übung vermerkt.
Gendern? Sprache ist etwas zutiefst Emotionales. Und sie ist, wie unsere Gefühle auch, permanenten Veränderungen und Entwicklungen unterworfen. Da es der Autorin wichtig ist, alle Menschen zu inkludieren, hat sie sich für ein durchgängiges Gendern entschieden.
When I find myself in times of trouble, Mother Mary comes to me
Speaking words of wisdom, let it be
And in my hour of darkness she is standing right in front of me
Speaking words of wisdom, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
And when the broken hearted people living in the world agree
There will be an answer, let it be
For though they may be parted, there is still a chance that they will see
There will be an answer, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
There will be an answer, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be, be
And when the night is cloudy there is still a light that shines on me
Shinin' until tomorrow, let it be
I wake up to the sound of music, Mother Mary comes to me
Speaking words of wisdom, let it be
And let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
And let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
[2] Lennon, J., McCartney, P., Harrison, G., & Starr, R. (1970). Let it be. London: Northern Songs.
Vielleicht geht es dir wie mir, und du hast beim Lesen der Lyrics zu LET IT BE sofort die Melodie des Beatles-Songs im Ohr. Es würde mich auch nicht überraschen, hättest du mitgesummt, oder mittendrin begonnen, lauthals mitzusingen.
Wenig überraschend ist auch, dass es bei der Interpretation des Textes oft zu Missverständnissen kommt. Denn Paul McCartney meinte mit Mother Mary keineswegs die religiöse Figur, sondern erzählt uns hier von seiner eigenen Mutter namens Mary, die starb, als ihr Sohn 14 Jahre alt war. Viel später – als die Beatles bereits weltweit erfolgreich waren – erschien sie Paul im Traum, so die Geschichte. In einer Zeit, als es zwischen den Bandmitgliedern regelmäßig zu Auseinandersetzungen kam, unterstütze dieser Traum Paul dabei, es geschehen zu lassen. Und in weiterer Folge entstand daraus der Welthit LET IT BE auf der letzten Single-A-Seite (Hauptseite der Vinyl-Platte) der Beatles.
LET IT BE, zu Deutsch lass es geschehen, oder, wie ich es gerne interpretiere, lass es sein, passt aber nun keineswegs in die derzeit vorherrschende Kultur der Meritokratie.
Aber leben wir wirklich in einer meritokratischen Gesellschaft? Meritokratie ist eine Idee, die besagt, dass die Menschen in Gemeinschaft lebend nach ihrer individuellen Leistung und nicht nach ihrer sozialen Herkunft beurteilt und belohnt werden sollen. In einer meritokratischen Gesellschaft hat jeder die gleiche Chance, aufzusteigen oder abzusteigen, je nachdem, wie viel er oder sie leistet. Die Erfahrung zeigt, dass unsere Gesellschaft mitnichten den meritokratischen Prinzipien folgt – denn nachhaltig aufsteigen können nur jene, die Geld für sich arbeiten lassen können: also Erb:innen.
Dennoch wird uns vermittelt: schneller, höher, weiter! Optimiere dich selbst! Wenn du dein Ziel nicht erreicht hast, war es nur nicht groß genug! Streng dich richtig an, und du kannst alles erreichen! Mit solchen oder ähnlichen Glaubenssätzen sind die meisten von uns groß geworden und haben sie verinnerlicht, als wären sie Naturgesetze.
Auf individueller Ebene erhöht sich so der psychische Druck. Versagen, auch wenn es durch Krankheiten oder Schicksalsschläge zustande kommt, wird dem Individuum zur Last gelegt, was bei Gesellschaftswesen, wie wir Menschen es sind, zu einer Schamreaktion führt. Du bist nicht okay, ist die Botschaft, die hiermit vermittelt wird. Solch psychische Belastungen mit weiteren Selbstoptimierungspraktiken, wie zum Beispiel exzessivem Sport, Achtsamkeitsübungen, oder Erfolgscoachings, zu begegnen, führt im besten Fall zu innerer Unzufriedenheit, im schlechtesten zu psychischen (oder auch körperlichen) Erkrankungen.