Die Menschenfresserin - Marc Stroot - E-Book

Die Menschenfresserin E-Book

Marc Stroot

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Beschreibung

1280 - Ein kleines Dorf im Tal des Schwarzwalds. Hier herrschen Angst und Schrecken vor einer Kreatur, die man die Menschenfresserin nennt. Bei Dämmerung und Nacht streift sie umher und sucht ihre Opfer, die sie auf grauenvolle Weise zerfleischt. Der junge Ritterknappe Tristan erklärt sich bereit, das Monster zu vernichten, um der Frau, die er liebt, das Leben zu retten.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Table of Contents

Titelseite

Impressum

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Der Autor

Marc Stroot

 

Die Menschenfresserin

Der Barde #1

 

Phantastische Novelle

 

 

 

Ashera Verlag

Impressum

Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen wäre rein zufällig.

 

Die Zwischentexte zu dem Barden Manchego stammen von Alisha Bionda.

 

Bisher in dieser Reihe erschienen:

Die Menschenfresserin von Marc Stroot

 

Erste Auflage im Dezember 2024

 

Copyright © 2024 dieser Ausgabe by

Ashera Verlag

Hochwaldstr. 38

51580 Reichshof

[email protected]

www.ashera-verlag.net

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder andere Verwertungen – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung des Verlags.

Covergrafik: pixabay

Coverlayout: Atelier Bonzai

Innengrafik: AdobeStock

Szenentrenner: pixabay

Redaktion: Alisha Bionda

Lektorat & Satz: TTT

Vermittelt über die Agentur Ashera

(www.agentur-ashera.net)

Kapitel 1

 

Manchego, der Barde, schlurfte behäbig in die Richtung der Taverne, deren Laternen zu beiden Seiten des Eingangs trübe Lichtschwerter auf den Schnee warfen. Er atmete erleichtert auf, als er die anheimelnd gewärmte Gaststube betrat.

Der Wirt wurde seiner sofort ersichtlich. Sie kannten sich seit ungezählten Wintern – und waren sich handelseinig: Manchego erhielt Kost und Logis, wenn er die Gäste in die Schenke lockte, indem er ihnen Lieder und Geschichten darbrachte. Niemand kannte sein Alter, niemand wusste, woher er stammte, wohin er ging. Er war ein Wanderer zwischen den Welten und Zeiten. Und überall gern gesehen, weil er der einzige Barde war, der Geschichten aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu erzählen wusste. Woher er sie kannte, blieb sein Geheimnis, das noch niemand zu ergründen vermocht hatte.

Daher tuschelte man überall hinter vorgehaltener Hand, dass er nicht von dieser Welt sei, was seine Faszination auf die Menschen noch mehr verstärkte. Nur an seinen Lippen hingen Junge und Greise, Männer und Frauen, Gebildete und einfache Leute mit dieser Inbrunst und Verzückung.

So auch an diesem Abend, nur eine knappe Stunde, nachdem sich Manchego gestärkt und es sich herumgesprochen hatte, dass er wieder einmal im Dorf erschienen sei.

Der Gastraum hatte sich rasch gefüllt und Manchego setzte sich auf seinen Stammplatz, trank von seinem Met und begann mit erstaunlich kraftvoller Stimme zu erzählen …

 

Endlich. Heute war es so weit. Auch wenn Albert vor Müdigkeit fast umkam, so freute er sich ungemein, zusammen mit seinem Vater und seinen Brüdern mitgehen zu dürfen. Die letzten Tage auf dem Feld lagen ihm in den Knochen. Es war seine erste Ernte gewesen, bei der er von Anfang bis Ende hatte mithelfen müssen. Mit seinen zwölf Jahren war er nach Aussage seines Vaters alt genug, um anzupacken.

Mehrere Wochen hatte es nun geheißen, in aller Herrgottsfrühe vor Sonnenaufgang aufzustehen, damit sie bis in die frühen Abendstunden der Arbeit nachkommen konnten. Und das jeden Tag. Lediglich am Sonntag hatten sie eine kleine Pause machen können, wenn es in den Gottesdienst ging. Das mochte hart und unzumutbar klingen, doch als Sohn eines Bauern war Albert dieses Leben gewohnt. Immerhin galt es ausreichend zu ernten, um Bertram, den Meier ihrer Gehöfte, zufriedenzustellen. Von klein auf an hatte er es mitbekommen, wie ungehalten die rechte Hand ihres Gutsherrn sein konnte, wenn sie einmal die vorgeschriebenen Abgaben nicht hatten erfüllen können. Die Familie konnte von Glück reden, wenn einer von ihnen ausgepeitscht wurde und sie nicht ihre eigenen Reserven aus der Kammer abliefern mussten.

Das alles kümmerte Albert in diesem Moment nicht, während sie den Feldweg in Richtung Stadt entlanggingen. Um sie herum war alles flach, eine Mischung aus Heide und Äcker erstreckte sich vor den Toren der Stadt. Wind pfiff durch das Gras. Die Sonne stand tief und sie würden noch einige Minuten unterwegs sein, ehe sie ihr Ziel erreichten. Heydelberg. Aus Erzählungen seiner Brüder Hans und Lothar wusste Albert, dass die noch recht junge Stadt einem den Atem raubte. Und sie hatten Recht. Jetzt, wo sie dem Ort näher kamen, konnte er seinen Augen nicht trauen. Inmitten der Stadt ragte ein Schloss auf dem Jettenbühl empor, um das sich unzählige Ziegeldächer sammelten. Mehr sah er aus der Ferne nicht, weil die hohe feste Stadtmauer den Blick versperrte. Durch den Sonnenuntergang, der in Rot und Orange erstrahlte, wirkte die Stadt umso majestätischer. „Und kleiner Bruder? Bist du aufgeregt?“ Es war sein ältester Bruder Hans, der ihn fragte und von der Seite anstupste. Er nickte zur Antwort. Aufregung konnte das Gefühlschaos in seinem Inneren zwar nicht genau beschreiben, aber es kam ihm schon recht nahe. Es würde sein erstes Mal in der Stadt sein. Bisher hatte er mit seinen jüngeren Schwestern und seiner Mutter zu Hause bleiben müssen, wenn die anderen drei mit Überschüssen und selbst hergestellten Flechtkörben zum Markt gefahren waren, um ein wenig Geld zu verdienen. So konnten sie, wie heute, auch außer der Reihe mal etwas unternehmen. Ohne vorher zu Hause gewesen zu sein, waren sie direkt von der Feldarbeit losgegangen, um rechtzeitig anzukommen. Ihre Mutter und die Mädchen wussten Bescheid und würden ohne sie zu Abend essen.

Da sein Vater und die Brüder größere Schritte machten als Albert, hatte er allmählich Mühe, hinterherzukommen, weil ihm die Füße vom vielen Gehen wehtaten. Den Schmerz vergaß er, als sie das Haupttor erreichten. Eine breite hölzerne Brücke spannte sich majestätisch über den Neckar, der schützend um die Stadt floss. Mit ehrfürchtigem Schritt betrat er sie und starrte beeindruckt an dem Tor empor, das gewaltig war im Gegensatz zur Tür ihres bescheidenen Häuschens. Aus dicken Eichenbalken war es gebaut worden. Zusätzlich gab es ein Gitter, das im Falle eines Angriffs, wie ihm sein Vater einmal gesagt hatte, heruntergelassen werden konnte. Am meisten faszinierte Albert jedoch der Torbogen aus Stein, an dessen Seiten zwei runde weiße Türme mit Spitzdach zum Himmel zeigten. Mit großen Augen ging er hindurch und blieb abrupt stehen, weil sein Vater mit einem der Torwächter sprach.

„Ihr müsst vor Schließung des Tores die Stadt wieder verlassen haben“, konnte er als Wortfetzen aufschnappen und verstand sofort, worum es ging. Als unfreie Bauern war es ihnen nicht gestattet, über Nacht innerhalb der Stadtmauern zu verweilen.

---ENDE DER LESEPROBE---