Im Schein des Regenbogens - Marc Stroot - E-Book

Im Schein des Regenbogens E-Book

Marc Stroot

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Beschreibung

Es ist wieder so weit – Ende Juni verwandeln sich die Straßen um die Christopher Street in ein buntes Farbenmeer. Der engagierte Journalist Leo und die Drag Queen Lola LaRue begeben sich beim New Yorker CSD auf eine unerwartete Reise voller Überraschungen, Emotionen und Selbstfindung. Eine Geschichte über Mut, Freundschaft und die Kraft, authentisch zu sein, egal welche Verkleidung man trägt.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Table of Contents

Title Page

Impressum

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Grafik

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Der Autor

Marc Stroot

 

 

Im Schein desRegenbogens

 

BelletristikNovelle

 

 

 

Ashera Verlag

Impressum

Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen wäre rein zufällig.

 

 

 

Erste Auflage im Juni 2024

 

Copyright © 2024 dieser Ausgabe by

Ashera Verlag

Hochwaldstr. 38

51580 Reichshof

[email protected]

www.ashera-verlag.net

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder andere Verwertungen – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung des Verlags.

Covergrafik: pixabay

Innengrafik: pixabay

Szenentrenner: pixabay

Coverlayout: Atelier Bonzai

Redaktion: Alisha Bionda

Lektorat & Satz: TTT

Vermittelt über die Agentur Ashera

(www.agentur-ashera.net)

Kapitel 1

 

Das schrille laute Dröhnen des Signals der Metro ließ Leo hochschrecken. Wie so oft war er kurz weggenickt. Ein wenig benommen nahm er seine Umgebung in den Blick. Er stellte fest, dass der Zug bereits an der 18th Street angekommen war. In diesem Moment wurde er sich erst wieder der zahlreichen bunt gekleideten Menschen bewusst, die sich mit ihm im Abteil befanden. Ausgelassen und fröhlich redeten und sangen sie miteinander. Unbeschwert und glücklich. Zumindest schienen sie das ausdrücken zu wollen, ging es Leo durch den Kopf. Er griff seine Umhängetasche und warf sie sich über die Schulter, ehe er sich durch die farbenfrohe Menge drängte.

Als er hinaustrat, vernahm er den vertrauten U-Bahn-Geruch, der in der Luft hing. Hinter ihm ertönte erneut das quengelnde Signal, dem sich ein Zischen anschloss. Augenblicklich verstarb die angeregte Stimmenkulisse, die ihn zuvor umgeben hatte. Leo sah dem abfahrenden Zug hinterher, der die lustige Meute davontrug. Mit einem Anflug von Unverständnis verzog er das Gesicht und blies sich kopfschüttelnd gegen den Pony, der ihm in die Stirn fiel. Ein Blick auf seine Smartwatch verriet ihm, dass die Gay Pride wieder vor der Tür stand. Und da heute Freitag war, wollten Feierwütige die Openingpartys mitnehmen. Ihm war absolut nicht danach, mit Wildfremden in irgendwelchen abgedunkelten Locations bei pumpenden Bässen, Alkohol und viel nackter Haut den Abend und die Nacht zu verbringen. Davon hatte er genug in der Vergangenheit miterlebt. Ihm stand mehr der Sinn danach, schnell nach Hause zu kommen und die Ruhe zu genießen. Er lief los.

Beim Verlassen der U-Bahn senkten sich die letzten Strahlen der wärmenden Junisonne auf Leos Gesicht und waren eine Wohltat. Wie so häufig hatte das Meeting in der Redaktion der New York Times länger gedauert. Seine Vorgesetzte Marissa hatte sie alle erst gehen lassen, als sie zufrieden war. Und das konnte weiß Gott sehr lange dauern. Im Gegensatz zu einigen seiner Kollegen hatte er die überaus erstrebenswerte und ehrenvolle Aufgabe zugeteilt bekommen, über die anstehenden Präsidentschaftswahlen zu schreiben. Immerhin standen diese in wenigen Monaten bevor. Und wenn er sich gut anstellte, würde er laut Marissas Ankündigungen die heiß begehrten Interviews mit den beiden Kandidaten machen dürfen. Allein deswegen war er nach dem langen Meeting noch bis kurz vor acht in der Redaktion geblieben, um Telefonate zu führen und Recherche zu betreiben.

Leo ging die 9th Avenue entlang und erreichte wenige Minuten später das Mehrparteienhaus, in dem seine Wohnung lag. Nach der Trennung von Michael hatte er so schnell wie möglich aus der gemeinsamen Penthousewohnung im Central Park ausziehen wollen und fand sein neues Domizil in Chelsea. Der rote Klinkerbau war ein umgebautes Lagerhaus, wie es üblich für dieses Viertel in Manhattan war. Dort dominierten Häuser wie dieses und Wohnblöcke die Architektur. Er nahm die Stufen der steinernen Treppe und blieb an der großen schwarzbraunen Eingangstür stehen. Dann holte er seinen Schlüssel aus der Tasche und steckte ihn in das Schloss. Es klackte und Leo wollte die Tür nach innen drücken. Allerdings gestaltete sich dies deutlich schwieriger als üblich. Er stemmte sich dagegen und mit etwas Nachdruck kam er herein. Leo blieb stehen und glaubte nicht, was er da sah. Vor ihm ragten riesige Kartons auf, die mitten im Eingangsbereich und im gesamten Flur verteilt waren.

„Echt jetzt!“, fluchte er wütend.

Er stellte seine Tasche ab und trat an die braunen Ungetüme heran. Es genügte ein flüchtiger Blick auf den Empfänger und Leos Puls stieg weiter an. Auf jedem der Kartons stand Max Hart. Sein Nachbar. Es war das dritte Mal diese Woche, dass man das Treppenhaus in diesem Zustand vorfand! Kein Mensch konnte dadurch ohne Weiteres in die eigene Wohnung gelangen. Genervt und mit anwachsendem Ärger im Bauch schob und stapelte Leo in Tetrismanier die Kartons zusammen. Dann schnappte er sich seine Tasche und ging ins dritte Stockwerk.

Er war dabei, seine Wohnungstür zu öffnen, entschied sich aber dagegen. Energisch drehte er sich um und steuerte auf die Tür gegenüber seiner Wohnung zu. Er klingelte. Nichts rührte sich. Also klingelte er erneut und klopfte zudem fordernd an. Leo lauschte abwartend und schnaufte vor sich hin. Seine Stimmung wurde zunehmend gereizter. Er war seit mehr als vierzehn Stunden auf den Beinen, hatte keine Pause machen können und war schließlich nach einem langen Tag wieder mal von einem vollgestellten Flur empfangen worden. Er fühlte sich geschlaucht und ausgehungert. Das war so schon keine gute Kombination bei ihm. Und jetzt hatte es sein idiotischer Nachbar nicht einmal nötig, die Tür zu öffnen! Verärgert presste Leo den Zeigefinger auf die Klingel und ließ es sekundenlang läuten.

Endlich näherten sich Schritte und wurden von einem „Ich komme ja schon“ begleitet.

Ein Schlüssel drehte sich und die Tür schwang auf. Ehe Leo auch nur anfangen konnte, seinem Unmut Luft zu machen, wurde er abgewürgt.

„Hey, Herr Nachbar. Das ist ja eine schöne Überraschung. Gibt es etwas?“, trällerte der Mann mit schwarzem Haar, das wild und lockig in alle Richtungen abstand.

Leo vermutete, dass er aus dem Bad gekommen war. Er war wie immer gut gelaunt und für Leos Geschmack eine Spur zu weit drüber. Das musste wohl daran liegen, dass sein Nachbar ein aufstrebender Stand-up-Comedian war. Egal, welche Talkshow oder Sendung man anschaltete, man kam nicht um das Gesicht von Max Hart herum. Auch die New York Times hatte schon ein großes Porträt über den Mittzwanziger verfasst, was seine Bekanntheit und Beliebtheit noch weiter ansteigen lassen hatte.

Anders als er stand Max nicht in Businesskleidung da, sondern trug ein quietschbuntes längsgestreiftes Hemd und dazu eine löchrige Jeans mit silbernen Nähten.

---ENDE DER LESEPROBE---