Die Mops Monologe 4.0 - Gerritje Krieger - E-Book

Die Mops Monologe 4.0 E-Book

Gerritje Krieger

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Beschreibung

Seit er zum ersten Mal antrat, um seinen Lesern frei Schnauze und mit viel Humor die Mops-Seele zu erklären, fliegen Eddie die Herzen der Hundefreunde nur so zu. Ungezählte mopsige Fettnäpfe und drei Bücher weiter, ist er zwar immer noch empört über die fehlende Einsicht nahezu sämtlicher Zweibeiner in mopsige Belange. Aber: Nicht minder motiviert, an der internationalen Mops-Mensch-Verständigung zu feilen. Als hätte er damit nicht schon alle Pfoten voll zu tun, trägt er nun auch noch die Verantwortung für eine vierpfotige Teenagerin: Bully-Mädchen Anna sorgt nicht nur für jede Menge Chaos in Eddies Mops-Leben, sondern stellt als Frau an seiner Seite auch ungeahnte Ansprüche. Und so stolpert Eddie von einer Würstchen-Krise in die nächste, jagt für seine Holde Monsterspinnen und Haie, schiebt Nachtschichten für den Weihnachtsmann und nimmt sogar einen Online-Schwimmkurs. Aber ob er für Anna wirklich seine Wasserphobie überwindet? Man darf gespannt sein! Ein tierisches Lesevergnügen, nicht nur für Mopsfans – mit einer Extra-Prise Bully-Power und 18 Schwarz-Weiß-Fotos!

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Seitenzahl: 159

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Gerritje Krieger

Die Mops Monologe 4.0

Neueste Kolumnen mit Eddie, dem Mops

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Über dieses Buch

Über Eddie – und die Autorin

Vorwort

1. Die Würstchen-Krise

2. Die Bade-Queen, oder: Von den seltsamen Vorlieben junger Bully-Damen

3. Die Würstchen-Krise, Teil 2, oder: Von mopsigen Diät-Plänen und wie man sie durchkreuzt

4. Ein Mops ist kein Weihnachtsbaum, oder: Warum ich auch künftig lieber im Dunklen tappe

5. Operation „Zoofachgeschäft“, oder: Ein Mops auf Undercover-Mission

6. Frau Bully und der Weihnachtsmann, oder: Ein Mops ist kein Nachtwächter

7. Silvester-Vorbereitungen mit Frau Bully, oder: Böller-Training ohne Böller

8. Von singenden Bully-Damen und mopsigen Großgrundbesitzern

9. Mops-Muttertag und die Tücken der mopsigen Geschenkbeschaffung

10. Der Angel-Boykott, oder: Warum ich jetzt der Held der Regenwürmer bin

11. Schaumbäder und andere Grausamkeiten, oder: Wieso ich aktuell mit der Bully-Damenwelt im Clinch liege

12. Auch ein Bully-Frollein braucht mal einen Mops-Ritter, oder: Warum ich vorläufig auf der Terrasse campiere

13. Meine Freundin, die Superheldin, oder: Keine Angst vor starken Frauen!

14. Projekt „Urlaub mit zwei Hunden“, und warum wir die Ferien jetzt vermutlich am Gartenteich verbringen

15. Ein Mops ist kein Grillhähnchen, oder: Wieso ich bei der nächsten Hitzewelle lieber auswandere

16. Bei uns spukt’s – na und?!

17. Von Marathon-Grillen und Würstchen-Weitwurf – und wieso manche Menschen-Sportarten einfach totaler Quatsch sind

18. Von Robotern, Mops-Taxis und anderen neumodischen Erfindungen

19. Frau Bully wird zum Wolf: Stofftier-Massaker in Mopshausen

20. Urlaubsplanung mit Frau Bully, oder: Wieso wir beim nächsten Mal einen LKW für die Ferien brauchen

21. Urlaub, Teil 1: Wie ich zum Mops-Bademeister wurde und den Weißen Hai aus der Ostsee jagte

22. Urlaub, Teil 2: Meine steile Karriere als Mops-Schatzjäger, und wieso ich davon ausgehe, dass ich in Kürze Millionär werde

23. Begegnung mit der Monster-Spinne: Wie ich mich todesmutig der Bestie stellte

24. Wenn der Eismann zweimal bimmelt

25. Pläne fürs Leben als Mops-Millionär – und warum es nicht so schlimm ist, falls es damit nichts wird

Impressum neobooks

Über dieses Buch

Seit er zum ersten Mal antrat, um seinen Lesern frei Schnauze und mit viel Humor die Mops-Seele zu erklären, fliegen Eddie die Herzen der Hundefreunde nur so zu. Ungezählte mopsige Fettnäpfe und drei Bücher weiter, ist er zwar immer noch empört über die fehlende Einsicht nahezu sämtlicher Zweibeiner in mopsige Belange. Aber: Nicht minder motiviert, an der internationalen Mops-Mensch-Verständigung zu feilen. Als hätte er damit nicht schon alle Pfoten voll zu tun, trägt er nun auch noch die Verantwortung für eine vierpfotige Teenagerin: Bully-Mädchen Anna sorgt nicht nur für jede Menge Chaos in Eddies Mops-Leben, sondern stellt als Frau an seiner Seite auch ungeahnte Ansprüche. Und so stolpert Eddie von einer Würstchen-Krise in die nächste, jagt für seine Holde Monsterspinnen und Haie, schiebt Nachtschichten für den Weihnachtsmann und nimmt sogar einen Online-Schwimmkurs. Aber ob er für Anna wirklich seine Wasserphobie überwindet? Man darf gespannt sein! Ein tierisches Lesevergnügen, nicht nur für Mopsfans – mit einer Extra-Prise Bully-Power!

Über Eddie – und die Autorin

Die freie Journalistin und Autorin Gerritje Krieger und Eddie, der Mops, fanden 2010 in einem Tierheim im Bergischen Land zueinander. Gerritje hatte eigentlich nach einem mittelgroßen Mischlingshund Ausschau gehalten, Eddie nach einem Frauchen, das seine Antipathie gegenüber Katzen teilt. Als sie einander begegneten, war es dennoch Liebe auf den ersten Blick. Seither leben sie mit Gerritjes Mann in ihrem verwunschenen Häuschen mitten im Grünen, wo sich nach dem Tod von Katze „Frau Kratzbürste“ inzwischen das junge Bulldoggen-Mädchen Anna zum Rudel gesellt hat. Dort hat Gerritje mit der Zeit von Eddie die mopsige Gelassenheit, Eddie dafür von Gerritje die Liebe zum Schreiben übernommen. Seit Sommer 2012 diktiert er ihr wöchentlich seine Gedanken zum Weltgeschehen, die jeweils freitags auf ihrer Homepage veröffentlicht werden. Inzwischen hat „Eddie’s Weekly – hundsgemein(t)e Mopskolumnen“ ungezählte Leser gefunden, und auch auf Facebook und Twitter unterrichtet Eddie seine Freunde jeden Tag über seine Abenteuer. Nach dem großen Erfolg von „Die Mops Monologe“ 1 bis 3, liegen nun mit „Die Mops Monologe 4.0“ weitere Folgen seiner Kolumne als Buch vor.

Eddie Mops im Internet

www.facebook.com/EddiesWeekly.Mopskolumnen

www.twitter.com/EddieMops

www.gerritjekrieger.jimdo.com

Vorwort

Tag auch.

Falls Sie mich schon kennen, dürfen Sie die nächsten vier Seiten überspringen. Doch, ehrlich – vertrauen Sie mir. Blättern Sie einfach dreimal um, zum ersten Kapitel.

Für die, die keine Ahnung haben, wer ich bin, kommt hier meine allererste Mopskolumne. Immerhin gebietet es die Höflichkeit, dass man seinen Lesern erst mal erzählt, mit wem sie es zu tun haben, oder? – Na, eben.

Also: Los geht’s.

Tag auch.

Ich denke, ich stelle mich Ihnen erst mal vor. Mein Name ist Eddie. Ich hab noch ein paar andere Namen, die mit einer Menge blauem Blut und “von” und “zu” und so zu tun haben, aber ich bin da nicht pingelig: Sie können mich ruhig duzen. Macht ja sonst auch jeder.

Wie Ihnen aufgefallen ist, bin ich ein waschechter Mops und verfüge dadurch über die bisweilen ausgesprochen nützliche Fähigkeit, wildfremde Frauen allein durch meinen Anblick binnen Sekunden zu Teenagern mutieren zu lassen und ihnen verzückte “Aaaah”-, “Ooooh”- und “Bist du süüüß”-Laute zu entlocken, als wäre ich Justin Bieber oder einer der Typen von Tokio Hotel. Ich persönlich finde das meistens ganz lustig. Ganz ehrlich: Wer will es ihnen denn auch verübeln, ich bin eben einfach ein saucooler Typ.

Frauchen dagegen ist wenig begeistert davon, dass sie seit meinem Einzug keine 20 Meter mehr in der Fußgängerzone zurücklegen kann, ohne dass wildfremde Menschen vor uns in die Hocke gehen und mich überschwänglich begrüßen und herzen. Mal unter uns: Ich habe die starke Vermutung, dass sie einfach nur neidisch ist. Aber das gehört jetzt nicht hierher.

Jedenfalls kam sie neulich auf die glorreiche Idee, ich könne für mein in der Tat nicht ganz günstiges Hundefutter ruhig ein bisschen Einsatz zeigen. Tja, und hier bin ich nun. Wie gesagt: Tag auch.

Selbstverständlich schreibe ich diese Zeilen nicht selbst, aber das können Sie sich vermutlich denken. Ich habe es versucht, ehrlich, aber meine Feinmotorik ist wirklich nicht die beste, und bei meinem wilden Getapse auf der Tastatur kam nur unleserlicher Kram raus, den ich Ihnen lieber erspare. Also diktiere ich meine geistigen Ergüsse ab sofort Frauchen, die diesen kreativen Prozess selbst wohl etwas anders darstellen würde.

„Ich bin doch nicht deine Tippse”, würde sie vermutlich sagen und genervt die Augen gen Himmel verdrehen. Aber es ist nun mal, wie es ist, und ich finde ja, man muss zu seinen Lesern grundsätzlich ehrlich sein. Ich meine, wie sollen Sie denn Vertrauen zu mir aufbauen, wenn ich Ihnen gleich am Anfang eine faustdicke Lüge auftische? – Na, eben. Also: Ich diktiere, sie schreibt. Und wenn sie sich auf den Kopf stellt.

Womit wir auch schon bei einem für mich zentralen Thema wären: Die Machtverhältnisse bei uns zu Hause sind noch immer nicht völlig geklärt. Obwohl ich jetzt schon seit zwei Jahren bei ihr wohne und sie täglich vom Gegenteil überzeuge, hält Frauchen an der abwegigen Theorie fest, dass sie unter uns beiden der Chef sei. Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel, damit Sie sich ein besseres Bild von der Lage machen können. Ich springe aufs Bett, mache es mir zwischen den Decken bequem und halte selig ein Schläfchen. Sie kommt rein, setzt eine strenge Miene auf, zeigt dann mit dem Zeigefinger auf den Boden und sagt: “Runter!” – Ich werfe ihr einen herablassenden Blick zu, der so viel heißt wie: „Pfff.“

Interessiert sie aber nicht. Sie bringt es fertig, fünf Minuten vorm Bett zu stehen und 20 Mal “Runter!” zu sagen, bis ich ihr den Gefallen tue – nur um zwei Minuten später wieder hochzuhüpfen. Ganz unter uns: Wo liegt da der Sinn? Wirklich, ich muss ihr noch beibringen, mich nicht ständig zu nerven.

Frauchen hat übrigens auch einen Mann, der bedeutend klüger ist als sie, weil er innerhalb weniger Tage nach meinem Einzug kapiert hat, dass ich von uns beiden den stärkeren Willen habe. Seither lässt er mich gewähren, was ihm immer wieder Ärger mit Frauchen einbringt. Ich rechne jeden Tag damit, dass sie ihn irgendwann zur Strafe auch vom Bett schmeißt.

Die einzige wirklich ernstzunehmende Autorität im Haus – außer mir, versteht sich – ist die Katze. Sie ist steinalt, ungefähr 200 oder so, und man sollte meinen, sie segne langsam mal das Zeitliche. Macht sie aber nicht. Stattdessen führt sie sich auf wie höchstens fünf und findet es ungeheuer spaßig, sich mindestens einmal pro Tag an mich heranzupirschen, auf mich zu springen und ihre Krallen in meinem Mops sei Dank dicken Fell zu versenken. Ich sage es Ihnen ehrlich, wie es ist: Katzen sind durch und durch bescheuert.

Mehr nächste Woche.

Mit mopsigen Grüßen,

Ihr Eddie

Anmerkung zum 4. Teil der „Mops Monologe“: Leider ist Katze „Frau Kratzbürste“ im Herbst 2014, drei Jahre nach Eddies erster Kolumne, im stolzen Alter von 23 Jahren über die Regenbogenbrücke gegangen. In „Die Mops Monologe 3“ widmete Eddie ihr einen eigenen mopsigen Nachruf.

1. Die Würstchen-Krise

Tag auch.

Wissen Sie, so als Zweibeiner denken Sie vermutlich, als Hund hätte man’s voll leicht, da könne einem quasi nichts Schlimmes passieren und man würde ein Leben in permanenter paradiesischer Entspannung führen oder so.

Aber ich sag’s Ihnen jetzt rund heraus, wie es ist: Das ist natürlich Quatsch. Auch im Leben eines Vierpfoters gibt es manchmal wirklich haarsträubende Situationen – heftige Schicksalsschläge, bei denen einem als Mops schon mal das Fell zu Berge stehen kann, und von denen man nie geglaubt hätte, dass man ihnen je ins finstere Antlitz würde blicken müssen. So zum Beispiel hier bei mir, in meinem sonst wunderprächtigen Mops-Zuhause, wo sich erst gestern Abend ein ausgewachsenes Drama abspielte.

Es fällt mir noch immer nicht leicht, darüber zu sprechen, denn ehrlich: Ein bisschen stehe ich noch unter Schock. Aber irgendwann muss es ja raus. Und zwar hatten wir hier – halten Sie sich fest – eine ausgewachsene Würstchen-Krise. Jedoch: Der Reihe nach.

Wie Sie wissen, spielen Würstchen in meinem Leben eine sehr zentrale Rolle. Die Gelegenheiten, bei denen ich in den Genuss komme, gleich ein Ganzes davon verspeisen zu dürfen, sind zwar seltenen Ausnahmen wie Geburtstagen oder Buchveröffentlichungen vorbehalten. Aber: Weil ich wegen dieser doofsinnigen Allergie sonst nicht viele Leckerchen vertrage, gibt es eben zumindest regelmäßig einen Happs Geflügel-Wiener. Viel zu wenig natürlich, wie Sie sich denken können, quasi nur eine Menge für den hohlen Zahn. Aber immerhin.

Und ich persönlich finde ja sowieso, dass Würstchen generell in ihrer breiten Wirkung von Zweibeinern völlig unterschätzt werden. Die funktionieren als Belohnung wie als Seelentröster, nach Alpträumen wie nach Tierarztbesuchen oder wenn man sich eine Kralle eingerissen hat, und sind quasi in jeder Lebenslage unersetzbar. Mir persönlich eigentlich ein Rätsel, dass Wiener Würstchen immer noch nicht offiziell als 8. Weltwunder anerkannt wurden.

Jedenfalls latsche ich also gestern Abend, rund eine Stunde nach dem Abendessen, wie gewohnt zu Frauchen, um mir meinen Happen Wienerle abzuholen. Und was passiert? Frauchen sagt doch glatt zu mir (falls Sie noch nicht sitzen, sollten Sie das jetzt nachholen), die Würstchen seien alle.

Sie werden nachvollziehen können, dass mich das erst mal in eine Art Schockstarre versetzte. Ehrlich, eigentlich wollte ich Frauchen gleich laut rüffeln, ihr ordentlich Bescheid bellen und so. Aber angesichts dieser katastrophalen Nachricht war ich so entgeistert, dass ich mich zu keinerlei Handlung imstande fühlte. Falls Sie jetzt das Bild eines ungeheuer gut aussehenden Mopses vor Augen haben, der starr vor Schreck, wie vom Blitz getroffen, mitten in der Küche steht: Das trifft es ungefähr. Also starrte ich Frauchen nur aus entsetzten Augen vorwurfsvoll an, während sich – ungehört von der Welt – in meinem Kopf mopsige Schimpf-Tiraden abspielten, die ich hier aus Gründen der Etikette nicht zitieren möchte.

Immerhin muss man einräumen, dass mein Frauchen offenbar massiv von schlechtem Gewissen geplagt schien. Beim letzten Einkauf, berichtete sie reumütig, sei irgendwie so wenig Zeit gewesen, und andauernd habe das Handy geklingelt. Aber selbstverständlich werde sie morgen gleich zum nächsten Supermarkt eilen.

„Morgen“? Ich war fassungslos. Sollte das etwa bedeuten, dass ich noch die gesamte Nacht und den halben Vormittag weiter ohne Würstchen würde ausharren müssen? Ehrlich: Ich konnte es nicht glauben. Schwer deprimiert schleppte ich mich ins Bett, in der Hoffnung, den grausigen Zustand der Würstchenlosigkeit bis zu seiner endgültigen Aufhebung möglichst ausgiebig zu verschlafen.

Zur Ehrenrettung meiner Zweibeiner sei gesagt: Sie sorgten schnell für Abhilfe. Kaum aufgestanden, raste Herrchen heute Morgen los, um Nachschub zu besorgen. Und um ganz sicherzugehen, dass wir den Schock auch wirklich gut und ohne schwere Nachwirkungen verkraften würden, spendierte Frauchen mir und meiner Bully-Mitbewohnerin Anna zur Sicherheit gleich je ein ganzes Würstchen.

Dennoch muss ich sagen, dass ich von dieser schlimmen Erfahrung noch immer nachhaltig traumatisiert bin. Erst recht, seit mir Herrchen erzählt hat, dass meine Geflügel-Würstchen wegen des anstehenden Feiertags in insgesamt drei Supermärkten ausverkauft gewesen seien und er beinahe – quasi um ein Haar – keine mehr gekriegt hätte.

Ich meine: Hallo?! Ist überhaupt irgendwem außer mir klar, wie geradezu unfassbar knapp das war? Das hätte ganz, ganz leicht von einer mittleren Würstchen-Krise zu einem ausgewachsenen Wienerle-Notstand werden können! Man stelle sich nur vor, Herrchen hätte tatsächlich vor dem Wochenende keine neuen Würstchen mehr bekommen! Und was dann? Mit was wäre ich getröstet worden, falls mir wieder so ein dusseliges Bienentier in die Pfote gestochen hätte? Oder falls wir am Wochenende – Mops-Gott bewahre – beim Spazierengehen vom Regen überrascht worden wären? Oder wenn die Anna mal wieder mit meinem Lieblings-Kuscheltier durchgebrannt wäre? Ganz zu schweigen davon, was passiert wäre, wenn mich die Grippe oder schweres Magengrummeln ereilt hätten?

Ja, schon klar, Sie denken jetzt vermutlich, Wienerle seien schließlich keine Hunde-Medizin und so. Aber ich sage es Ihnen ganz offen: Auch wenn das vielleicht von diesen Wissenschafts-Typen noch nicht eindeutig bewiesen ist, fühle ich mich jedenfalls bei grundsätzlich jeder Krankheit gleich zehnmal besser nach einer halben Wurst – womit ja die medizinische Bedeutung klar belegt wäre, oder?

Jedenfalls habe ich beschlossen, dass umfangreiche Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit uns so was nicht nochmal passiert.

Für den Anfang habe ich Frauchen und Herrchen nahegelegt, dass wir einfach noch eine oder zwei Tiefkühltruhen zusätzlich anschaffen sollten. Allerdings: Auf Dauer wird das kaum reichen. Sollte es beispielsweise zu einer internationalen Würstchen-Krise kommen, bei der man Wochen, vielleicht Monate, ohne Nachschub wäre, müsste man natürlich imstande sein, auf größere Vorräte zurückzugreifen.

Habe hier jetzt deshalb mal den Plan in die Runde geworfen, dass wir einfach den Keller unterm Haus um einen eigenen Würstchen-Raum erweitern – nur zur Sicherheit.

Die ersten Reaktionen bei meinen Zweibeinern sind zwar nicht so euphorisch ausgefallen, wie ich mir das gewünscht hätte – zumal sie angesichts der noch keine 24 Stunden zurückliegenden Krisensituation ja auch selbst auf die Idee hätten kommen können. Aber: Sie wissen, wie das ist. Manchmal muss man seine Menschen langsam und stückchenweise an seine mopsigen Einfälle ranführen. Irgendwann werden sie sich schon für die Überlegung erwärmen.

Die Zeit bis dahin werde ich einfach nutzen, um an den architektonischen Feinheiten meines künftigen Würstchen-Zimmers zu feilen. Und dabei das eine oder andere Wienerle verspeisen, denn die sind natürlich auch für die Kreativität eine super Sache – oder was dachten Sie, wie ich immer auf all die spitzenmäßigen Einfälle komme? – Na, eben.

Mehr nächste Woche.

Mit mopsigen Grüßen,

Ihr Eddie

2. Die Bade-Queen, oder: Von den seltsamen Vorlieben junger Bully-Damen

Tag auch.

Wissen Sie, es ist ja kein Geheimnis, was ich so von Wasser halte. Egal, ob es vom Himmel fällt, mich vom Boden anspringt, sich im Garten in diesem fiesen Tümpel sammelt oder im Haus aus überflüssigen Hähnen und Duschköpfen sprudelt: Ich meide dieses unsympathische Element, wo ich kann.

Angesichts dieser Tatsache werden Sie ungefähr ahnen, wie sehr mich folgende Erkenntnis schockiert hat: Meine neue Bully-Mitbewohnerin ist eine Bade-Queen. Sofern Sie sich gerade das Gesicht eines fassungslosen, deshalb aber nicht minder schnittigen Mops-Manns in den besten Jahren vorstellen: Das kommt hin.

Dabei fing es so gut an. Als wir mit Anna die ersten Male an meiner Lieblings-Talsperre im Bergischen entlangspazierten, schien alles ganz wunderprächtig: Unten am Strand beäugte Anna das Nass nicht weniger skeptisch als ich, schnüffelte bei dem Anblick nur ein paarmal ratlos in die Luft und entschloss sich dann, lieber Abstand zu halten. Perfekte Reaktion. Äußerst gesund, wenn Sie mich fragen.

Als Anna an einem warmen Herbsttag vor einigen Wochen nach einer längeren Tour durch den Wald zum ersten Mal in ihrer Vorsicht nachließ und sich allen Ernstes ans Ufer selbiger Talsperre stellte, um daraus eine Runde Wasser zu schlabbern, hätte ich eigentlich schon wachsam werden müssen. Unter uns: Ganz normal ist ja so was für einen anständigen Wasser-Skeptiker nicht. Ich für meinen Teil jedenfalls würde lieber verdursten, als freiwillig aus so einem Ding zu süppeln. Aber vielleicht, hoffte ich, hatte die Anna nur einen schwachen Moment gehabt.

Hatte sie nicht. Keine zwei Wochen später erwischte ich sie dabei, wie sie beim Spazierengehen mit den Vorderpfoten ins Wasser stiefelte. Hallo?! – Da wurde ich nun wirklich misstrauisch. Am Abend entschied ich mich, mit ihr zu sprechen, und klärte sie zu ihrer eigenen Sicherheit gründlich darüber auf, was in so komischen Tümpeln alles kreucht und fleucht: glibberige Fische und Kaulquappen, Schnecken und Schnaken – von dem ganzen Schlamm- und Schlingpflanzen-Schleim gar nicht zu reden. Anna nickte und schien schwer beeindruckt. Ich war sicher: So bald würde die freiwillig in keinen Teich mehr steigen.

Dann allerdings passierte es. Weil die Anna nämlich ein paar Hautprobleme hat – Sie wissen ja, wie das bei Teenagern ist –, bekamen Frauchen und Herrchen vom Tierarzt den Auftrag, sie zu baden. Jawohl, Sie lesen richtig: zu baden! Der Supergau sozusagen. Im Ernst: Ich persönlich wäre ja umgehend ausgezogen.

Entsprechend groß war auch mein Mitgefühl für die arme Anna. Ehrlich: Angesichts der Tatsache, dass man sie komplett nass machen wollte, stiegen mir beinahe Tränen in die Mopsaugen.

Als es soweit war, ging ich denn auch pflichtschuldigst mit ins Badezimmer. Denn auch wenn ich wusste, dass der Anblick grausig werden würde: Ich konnte schließlich meine Anna in ihrer schwersten Stunde nicht allein lassen. Da musste ich ihr ja die Pfote halten – also nur im Geiste, versteht sich, sonst wäre die ja auch nass geworden, meine Pfote.

Schweren Herzens sah ich also mit an, wie Badehandtücher bereitgelegt wurden und meine Anna in die Wanne gehievt wurde – ich konnte fast nicht hingucken. Allein bei der Vorstellung, dass Anna nun in wenigen Sekunden bis auf die Haut pitschepatschenass sein würde, war ich ganz verzweifelt.

Und dann fiel mir was auf: Die Anna sagte überhaupt nix. Nicht ein einziges unglückliches Hundejaulen drang aus der Wanne, noch nicht mal das winzigste Bully-Heulen. Auch sonst vernahm ich keinen Laut: kein Kratzen von Krallen an den Wannenwänden – nichts. Das war der Moment, wo ich wirklich skeptisch wurde. Für all das, da war ich sicher, konnte es nur eine einzige vernünftige Erklärung geben: Anna war offenbar in Ohnmacht gefallen.

Nun kennen Sie mich ja: Ich bin ein Gentlemops. Und Mops-Superheld im Nebenjob. Trotz meiner persönlichen Antipathie gegen das feuchte Element, entschloss ich mich also, meiner Anna zur Hilfe zu eilen. Todesmutig hüpfte ich von außen an den Rand der Badewanne, um zu gucken, was da los war. Konnte ja sein, dass ich zur Mund-zu-Mund-Beatmung eilen musste oder so.