THE JAZZ FUNERAL - Gerritje Krieger - E-Book

THE JAZZ FUNERAL E-Book

Gerritje Krieger

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Beschreibung

Auch Monate nach dem Tod ihres Mannes ist Ellen noch immer gefangen in einer tiefen emotionalen Starre. In der Hoffnung, dort wieder Zugang zu ihren Gefühlen zu finden, flüchtet sie nach New Orleans. Aber auch die lebendige Stadt mit all ihrer Musik und Farbenpracht scheint der Fotografin zunächst fade. Doch schließlich entfaltet der "Big Easy" auch für Ellen seine einzigartige Magie – und beschert ihr Begegnungen und Ereignisse, die ihr Leben verändern werden...

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Seitenzahl: 16

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Gerritje Krieger

THE JAZZ FUNERAL

Eine Kurzgeschichte aus New Orleans

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

THE JAZZ FUNERAL - Eine Kurzgeschichte aus New Orleans

Leseprobe: IREZUMI - Eine Tattoo-Geschichte

Impressum

THE JAZZ FUNERAL - Eine Kurzgeschichte aus New Orleans

Es war einer meiner ersten Tage in New Orleans, ein Hochsommermorgen, dessen Schwüle bereits von der flirrenden Hitze kündete, die mittags über den engen Gassen des Französischen Viertels liegen würde, und die Luft war durchtränkt vom schweren, süßlichen Duft des Jasmins und der Trauben des Kudzu, dessen lange Triebe sich wie Tentakel um die kunstvoll geschnitzte Holzbrüstung meines Balkons rankten.

Der Kampf gegen den Kudzu sei aussichtslos, hatte mir der Portier des Hotels erzählt: Trotz aller Versuche, ihn im Zaum zu halten, eroberte er unnachgiebig Meter um Meter der Fassade, kroch an Rinnen und Geländern entlang und schien mit jedem Rückschnitt nur noch entschlossener, das Gebäude endgültig einzunehmen.

Seine ungezügelte Kraft schien wie geschaffen für diese Stadt, die trotz aller Widrigkeiten noch immer aus jeder Pore Leben atmete, und in der Kunst und Musik sich täglich zu erneuern schienen wie die unendlichen Wassermassen des Mississippi, der New Orleans durchströmte.

Doch wie der Fluss, der seine gefährlichen Untiefen an sonnigen Tagen unter einer prachtvoll glitzernden Oberfläche verbarg, hatte auch die Stadt dunkle Seiten. In zahlreichen Straßen kündete die abblätternde Farbe an den verrottenden Häusern von der Armut der Bewohner. Und nicht selten überdeckte ein Dunstgemisch aus Alkohol, Fett und Fastfood den sommerlichen Duft der Magnolien, als untrügliches Indiz für die Heerscharen von Billigtouristen, die im Sommer wie die Fliegen in die Straßen des French Quarter einfielen.

Während der vergangenen Tage hatte ich mit meiner Kamera nahezu jeden Winkel des „Big Easy“ durchstöbert. Doch die Hoffnung, dass die Stadt mit all ihren farbigen Eindrücken auch mich aus meiner inneren Starre befreien würde, hatte sich nicht erfüllt.