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Eddie kann's einfach nicht lassen: Schon mit seinen beiden ersten Büchern, "Die Mops Monologe" 1 + 2, eroberte er die Herzen der Leser im Sturm. Jetzt tritt er erneut an, um mit jeder Menge Charme, Humor und frecher Schnauze die Welt zu hinterfragen. In "Die Mops Monologe 3" versucht er sich als Floh-Bändiger und Fußball-Kommentator, therapiert rebellierende Stofftiere und geigt höchstpersönlich dem Nikolaus die Meinung. Und dann bekommt er auch noch weibliche Gesellschaft: Bully-Mädchen Anna wirbelt Eddies Mopsleben ordentlich durcheinander und stellt ihn vor ungeahnte erzieherische Herausforderungen. Aber manches geht mit vierpfotiger Unterstützung eben doch besser. Und wer weiß: Vielleicht hält bei Eddie am Ende ja sogar noch die Liebe Einzug... Ein tierisches Lesevergnügen - nicht nur für Mopsfans! - Mit 18 Schwarz-Weiß-Fotos -
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Seitenzahl: 148
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Gerritje Krieger
Die Mops Monologe 3
Noch mehr Kolumnen mit Eddie, dem Mops
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Über dieses Buch
Über Eddie – und die Autorin
Vorwort
1. Die Betten-Frage
2. Vom Mops im Porzellanladen und anderen Missverständnissen
3. Von Zahnbürsten, Ohrreinigern und anderen überflüssigen Erfindungen
4. Von mopsigen Therapie-Plänen – und wie man sie durchkreuzt
5. Brief an den Nikolaus
6. Gechillte Weihnachten!
7. Ein Mops im Weihnachts-Einsatz, oder: Stille Nacht? – Von wegen!
8. Warum der Winterschlaf auch nicht mehr ist, was er mal war, oder: Winterdomizil für Stofftier-Familie gesucht – Mars bevorzugt
9. Von grauen Schnauzen und vom Weisewerden
10. Die Sache mit dem Mops-Maibaum
11. Das Mopsiversum schlägt zu!
12. Einmal Mops-Wellness, bitteschön!
13. Ein Mops ist keine Makrone oder: Wieso ich mich im Wald nicht mehr blicken lassen kann
14. Vom singenden Floh und anderen Geburtstags-Pannen
15. Mopsige Sommerträume: von Wurstsuppe und Hundeeis
16. Fußball-WM für Anfänger: vom passenden Mops-Catering und lokalen Sofa-Erdbeben
17. Fußball-WM für Fortgeschrittene: von WM-Versicherungen, gescheiterten Wurstsuppen-Experimenten und mopsigen Freudentränen
18. Von tadellosen Mops-Manieren und der hohen Kunst der Hypnose
19. Nachruf auf einen lieben Mops-Freund – und wie ich mir den Hundehimmel vorstelle
20. Auftritt: Frau Bully. Oder: Warum in meinem Mops-Leben nix mehr ist, wie es war
21. Nicht immer einfach, aber einzigartig: zum Tod von Frau Kratzbürste
22. Die Herausforderungen der Bully-Erziehung, oder: Wie man als Mops einen Sack Flöhe hütet
23. Renovierung für Fortgeschrittene, oder: Warum ich dringend einen mopsigen Zweitwohnsitz brauche
24. Mit vereinter Mops-Bully-Power gegen erzieherische Problemzonen (der Zweibeiner, versteht sich)
25. Zu zweit ist es halt doch viel schöner, oder: Wie ich meine romantische Mops-Seite entdeckte
Impressum neobooks
Eddie kann's einfach nicht lassen: Schon mit seinen beiden ersten Büchern, "Die Mops Monologe" 1 + 2, eroberte er die Herzen der Leser im Sturm. Jetzt tritt er erneut an, um mit jeder Menge Charme, Humor und frecher Schnauze die Welt zu hinterfragen. In "Die Mops Monologe 3" versucht er sich als Floh-Bändiger und Fußball-Kommentator, therapiert rebellierende Stofftiere und geigt höchstpersönlich dem Nikolaus die Meinung. Und dann bekommt er auch noch weibliche Gesellschaft: Bully-Mädchen Anna wirbelt Eddies Mopsleben ordentlich durcheinander und stellt ihn vor ungeahnte erzieherische Herausforderungen. Aber manches geht mit vierpfotiger Unterstützung eben doch besser. Und wer weiß: Vielleicht hält bei Eddie am Ende ja sogar noch die Liebe Einzug...
Ein tierisches Lesevergnügen - nicht nur für Mopsfans!
Die freie Journalistin und Autorin Gerritje Krieger und Eddie, der Mops, fanden 2010 in einem Tierheim im Bergischen Land zueinander. Gerritje hatte eigentlich nach einem mittelgroßen Mischlingshund Ausschau gehalten, Eddie nach einem Frauchen, das seine Antipathie gegenüber Katzen teilt. Als sie einander begegneten, war es dennoch Liebe auf den ersten Blick. Seither leben sie – zusammen mit Gerritjes Mann und der 23-jährigen Katze – in ihrem verwunschenen Häuschen mitten im Grünen, wo Gerritje inzwischen von Eddie die mopsige Gelassenheit, Eddie dafür von Gerritje die Liebe zum Schreiben übernommen hat. Seit Sommer 2012 diktiert er ihr wöchentlich seine Gedanken zum Weltgeschehen, die jeweils freitags auf ihrer Homepage veröffentlicht werden. Inzwischen hat „Eddie’s Weekly – hundsgemein(t)e Mopskolumnen“ ungezählte Leser gefunden, und auch auf Facebook und Twitter unterrichtet Eddie seine Freunde jeden Tag über seine Abenteuer. Nach dem großen Erfolg von „Die Mops Monologe“ 1 + 2, liegen nun mit „Die Mops Monologe 3“ weitere Folgen seiner Kolumne als Buch vor.
Eddie Mops im Internet
www.facebook.com/EddiesWeekly.Mopskolumnen
www.twitter.com/EddieMops
www.gerritjekrieger.jimdo.com
Tag auch.
Falls Sie mich schon kennen, dürfen Sie die nächsten Seiten überspringen. Doch, ehrlich – vertrauen Sie mir. Blättern Sie einfach um, zum ersten Kapitel.
Für die, die keine Ahnung haben, wer ich bin, kommt hier meine allererste Mopskolumne. Immerhin gebietet es die Höflichkeit, dass man seinen Lesern erst mal erzählt, mit wem sie es zu tun haben, oder? – Na, eben.
Also: Los geht’s.
Tag auch.
Ich denke, ich stelle mich Ihnen erst mal vor. Mein Name ist Eddie. Ich hab noch ein paar andere Namen, die mit einer Menge blauem Blut und “von” und “zu” und so zu tun haben, aber ich bin da nicht pingelig: Sie können mich ruhig duzen. Macht ja sonst auch jeder.
Wie Ihnen aufgefallen ist, bin ich ein waschechter Mops und verfüge dadurch über die bisweilen ausgesprochen nützliche Fähigkeit, wildfremde Frauen allein durch meinen Anblick binnen Sekunden zu Teenagern mutieren zu lassen und ihnen verzückte “Aaaah”-, “Ooooh”- und “Bist du süüüß”-Laute zu entlocken, als wäre ich Justin Bieber oder einer der Typen von Tokio Hotel. Ich persönlich finde das meistens ganz lustig. Ganz ehrlich: Wer will es ihnen denn auch verübeln, ich bin eben einfach ein saucooler Typ.
Frauchen dagegen ist wenig begeistert davon, dass sie seit meinem Einzug keine 20 Meter mehr in der Fußgängerzone zurücklegen kann, ohne dass wildfremde Menschen vor uns in die Hocke gehen und mich überschwänglich begrüßen und herzen. Mal unter uns: Ich habe die starke Vermutung, dass sie einfach nur neidisch ist. Aber das gehört jetzt nicht hierher.
Jedenfalls kam sie neulich auf die glorreiche Idee, ich könne für mein in der Tat nicht ganz günstiges Hundefutter ruhig ein bisschen Einsatz zeigen. Tja, und hier bin ich nun. Wie gesagt: Tag auch.
Selbstverständlich schreibe ich diese Zeilen nicht selbst, aber das können Sie sich vermutlich denken. Ich habe es versucht, ehrlich, aber meine Feinmotorik ist wirklich nicht die beste, und bei meinem wilden Getapse auf der Tastatur kam nur unleserlicher Kram raus, den ich Ihnen lieber erspare. Also diktiere ich meine geistigen Ergüsse ab sofort Frauchen, die diesen kreativen Prozess selbst wohl etwas anders darstellen würde.
“Ich bin doch nicht deine Tippse”, würde sie vermutlich sagen und genervt die Augen gen Himmel verdrehen. Aber es ist nun mal, wie es ist, und ich finde ja, man muss zu seinen Lesern grundsätzlich ehrlich sein. Ich meine, wie sollen Sie denn Vertrauen zu mir aufbauen, wenn ich Ihnen gleich am Anfang eine faustdicke Lüge auftische? – Na, eben. Also: Ich diktiere, sie schreibt. Und wenn sie sich auf den Kopf stellt.
Womit wir auch schon bei einem für mich zentralen Thema wären: Die Machtverhältnisse bei uns zu Hause sind noch immer nicht völlig geklärt. Obwohl ich jetzt schon seit zwei Jahren bei ihr wohne und sie täglich vom Gegenteil überzeuge, hält Frauchen an der abwegigen Theorie fest, dass sie unter uns beiden der Chef sei. Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel, damit Sie sich ein besseres Bild von der Lage machen können. Ich springe aufs Bett, mache es mir zwischen den Decken bequem und halte selig ein Schläfchen. Sie kommt rein, setzt eine strenge Miene auf, zeigt dann mit dem Zeigefinger auf den Boden und sagt: “Runter!” – Ich werfe ihr einen herablassenden Blick zu, der so viel heißt wie: „Pfff.“
Interessiert sie aber nicht. Sie bringt es fertig, fünf Minuten vorm Bett zu stehen und 20 Mal “Runter!” zu sagen, bis ich ihr den Gefallen tue – nur um zwei Minuten später wieder hochzuhüpfen. Ganz unter uns: Wo liegt da der Sinn? Wirklich, ich muss ihr noch beibringen, mich nicht ständig zu nerven.
Frauchen hat übrigens auch einen Mann, der bedeutend klüger ist als sie, weil er innerhalb weniger Tage nach meinem Einzug kapiert hat, dass ich von uns beiden den stärkeren Willen habe. Seither lässt er mich gewähren, was ihm immer wieder Ärger mit Frauchen einbringt. Ich rechne jeden Tag damit, dass sie ihn irgendwann zur Strafe auch vom Bett schmeißt.
Die einzige wirklich ernstzunehmende Autorität im Haus – außer mir, versteht sich – ist die Katze. Sie ist steinalt, ungefähr 200 oder so, und man sollte meinen, sie segne langsam mal das Zeitliche. Macht sie aber nicht. Stattdessen führt sie sich auf wie höchstens fünf und findet es ungeheuer spaßig, sich mindestens einmal pro Tag an mich heranzupirschen, auf mich zu springen und ihre Krallen in meinem Mops sei Dank dicken Fell zu versenken. Ich sage es Ihnen ehrlich, wie es ist: Katzen sind durch und durch bescheuert.
Mehr nächste Woche.
Mit mopsigen Grüßen,
Ihr Eddie
Tag auch.
Heute muss ich hier mal ein Thema ansprechen, das Dreh- und Angelpunkt im Mops-Universum ist und für jeden Vierbeiner ultimatives Zünglein an der Waage, wenn es darum geht, ob er seine Menschen nun im Griff hat oder nicht: die Betten-Frage.
Landauf, landab nämlich ist die Hunde-Nation in zwei Lager gespalten. Auf der einen Seite haben wir da jene glücklichen, frohlockenden Vierbeiner, denen es gelungen ist, ihre Dosenöffner von der völligen Überflüssigkeit jedweder Körbchen und Hundebetten zu überzeugen und ihnen klarzumachen, dass ein Rudel zusammengehört – und zwar selbstverständlich unabhängig von der Tageszeit, sprich: natürlich auch nachts, im Bett.
Auf der anderen Seite der Rest – unglückliche, frustrierte Fellnasen, die man damit demütigt, dass sie nachts irgendwo neben dem Schlaflager ihrer Zweibeiner zu nächtigen haben oder (noch schlimmer): außerhalb des Schlafzimmers, in der Küche, dem Wohnzimmer oder an anderen Plätzen, die jedenfalls nicht das Bett und überhaupt rundum eine komplette Zumutung sind.
Nun kennt man mich ja als einen Mops, der seine Zweibeiner für gewöhnlich halbwegs unter Kontrolle hat. Gut, von der Einrichtung eines Drinnen-Gartens für kalte Wintertage hab ich sie bislang noch nicht überzeugen können, und auch an anderen Fronten herrscht noch Nachholbedarf in Sachen mopsiger Machtübernahme. Insgesamt allerdings kann man sagen, dass meine Menschen zumindest nicht völlig unerzogen sind – also jedenfalls nicht so, dass ich erwägen müsste, sie in ein Mops-Internat zu stecken.
Allerdings, ich muss es einräumen: In der Betten-Frage biss auch ich bei Frauchen und Herrchen zwischenzeitlich auf Granit. Als sie mich damals mit einem halben Jahr aus dem Tierheim holten, dachte ich ja erst mal, ich hätte es hier quasi paradiesisch angetroffen: Da durfte ich nämlich ins Bett, und zwar von Anfang an.
Die ersten Tage schlief ich noch irgendwo am Bettende, bei Frauchens Füßen, robbte mich aber im Lauf der Wochen langsam weiter nach oben. Zuerst ungefähr bis auf Kniehöhe, dann vorwärts, bis zu ihrer gemütlichen Bauchkuhle, und schließlich bis in ihren Arm. Auch das fand ich allerdings noch nicht völlig befriedigend, weshalb ich mich weiter vorarbeitete – und ich fürchte, das war mein Fehler.
Nachdem Frauchen nämlich mehrfach nach Luft ringend aufgewacht war, weil ich mal wieder auf ihrem Hals genächtigt hatte, und sich die Gelegenheiten häuften, bei denen ihr morgens der Schreck in die Glieder fuhr, weil sie glaubte, ihr sei plötzlich ein Bart gewachsen (obwohl das nur zwei, höchstens drei Mopshaare waren, die ich beim Liegen auf ihrem Gesicht hinterlassen hatte), reagierte sie mehr und mehr mit Widerwillen. Die Tatsache, dass ich, auch als ich größer und (minimal!) schwerer wurde, nicht von dieser Angewohnheit ablassen wollte, verschärfte die Lage noch. Und schließlich behauptete sie doch glatt, ich würde ihr nachts in einer Lautstärke ins Ohr schnarchen, wie sie sonst höchstens ein industrieller Hochleistungs-Staubsauger erzeugen könne. Hat sie natürlich komplett frei erfunden – ich schnarche nicht die Spur. Dennoch: Das Ende vom Lied war, dass ich aus dem Bett flog und dazu verdonnert wurde, fortan im Körbchen zu nächtigen.
Nun wird ja jeder Vierbeiner und halbwegs vernünftige Zweibeiner – nicht dass ich viele davon kennen würde – verstehen, dass ich das nicht auf mir sitzen lassen konnte. Hallo?! Ich, als erklärter Chef des gesamten Rudels, als Herdenschutzhund und Bewacher der Familie, sollte neben dem Bett schlafen? In Bodenhöhe? Ging gar nicht.
Fortan also tat ich alles, um den paradiesischen Ursprungszustand der ersten Monate wieder herzustellen. Zuerst versuchte ich es auf die nette Tour – mit herzerweichenden Blicken. Die funktionieren sonst eigentlich immer, nicht aber diesmal. Ich starrte und starrte, bis mir die Augen zufielen, doch Frauchen blieb hart. Es tue ihr ehrlich leid, meinte sie – aber so hin und wieder bräuchte sie auch mal eine Mütze Schlaf. – Pfff, Zweibeiner. Immer diese Neigung zu Übertreibungen…
Jedenfalls ließ ich mich auch davon nicht abschrecken. In den kommenden Wochen unternahm ich Hunderte Versuche, das Bett zurückzuerobern. Ich starrte. Ich hypnotisierte. Ich kläffte. Ich knurrte sogar mal versuchsweise, obwohl ich das sonst nicht mache. Ich meine: Probieren kann man’s ja mal, oder? Brachte aber auch nix.
Irgendwann reichte es mir. Ich fand, dass genug der Höflichkeiten ausgetauscht waren, und hopste einfach aufs Bett. War aber auch ein Schuss in den Ofen: Eh ich mich versah, hatte Frauchen mich gekascht und wieder neben dem Bett abgesetzt – das hat man davon, wenn man ein kleiner Hund ist und keine Deutsche Dogge. Ich meine: Versuchen Sie mal, die aus dem Bett zu hieven…
Wie auch immer: Auch die nächsten rund 200 Versuche endeten mit dem gleichen Ergebnis, und schließlich hatte ich die Nase gestrichen voll. Und, ob Sie’s glauben oder nicht: Fand mich damit ab, dass ich ein Weilchen im Körbchen schlafen würde – natürlich nur vorläufig, bis mir neue Überzeugungsmethoden einfielen.
Monate und Monate zogen ins Land, ohne dass sich meine Misere änderte. So sehr ich auch darüber grübelte und so viele Erfolge ich auch in anderen Fragen der Zweibeiner-Erziehung erzielte: In Sachen Bett wollte keine Bewegung in die Dinge kommen.
Und dann, wie von Zauberhand, geschah es: Vor einigen Wochen nämlich wurde ich krank. Nein, keine Sorge, nicht eine von den Krankheiten, wo man sich vor Angst die Haare raufen muss oder so. Aber: Mein Magen machte mächtig Ärger – so sehr, dass ich üble Bauchschmerzen hatte und mir sogar der Spaß am Essen verging.
Als ich am Abend lust- und appetitlos in mein Körbchen schlurfen wollte, vernahm ich ein mir wohlbekanntes Geräusch, das ich allerdings viele, viele Monate nicht mehr gehört hatte: das von Frauchens Hand, die einladend auf das Laken klopfte.
Und falls Sie irgendwelche Zweifel daran haben sollten, dass Möpse schnell sein können wie der Blitz, dann hätten Sie mich aber mal sehen sollen. In einem Tempo, das vom menschlichen Auge gar nicht mehr zu erfassen war, hopste ich aufs Bett und meinem Frauchen in die Arme, wo ich mich gleich gemütlich einkuschelte und mir anschließend von ihr meinen rumorenden Bauch streicheln ließ.
Seither ist die Betten-Frage kein Thema mehr. Herrchen hat zwar irgendwann vor ein paar Tagen mal vorsichtig angefragt, ob es nicht vielleicht langsam an der Zeit sei, dass ich zurück in mein Körbchen ziehe. Nach den Blicken, die Frauchen und ich ihm daraufhin zugeworfen haben, hat er aber wohl eingesehen, dass er in der Angelegenheit kein Mitspracherecht hat. Und somit ist – nach einer nahezu unendlich anmutenden Zeitspanne, in der ich allein in meinem Körbchen darben musste, – alles wieder in Butter.
Die letzten Tage nun habe ich darüber nachgegrübelt, was mir – und der restlichen Hundewelt – diese Erfahrung wohl sagen will. Und schließlich fiel es mir ein. Wer meine Kolumne schon länger verfolgt, wird wissen, dass ich auch im vorletzten Sommerurlaub auf ganz ähnliche Weise meinen Willen bekam: Nachdem ich mehrere Tage zu stundenlangen Gewaltmärschen und anderen Freizeitaktivitäten genötigt worden war, wegen denen man eigentlich die Mops-Gewerkschaft alarmieren müsste, veranlasste mich nämlich mein Unterbewusstsein dazu, mir eine meiner Krallen im Sisalteppich einzureißen – was auf der Stelle dazu führte, dass der Urlaub fortan genau so gechillt ablief, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Was wir daraus lernen? Tja – aus naheliegenden Gründen (schließlich lesen Zweibeiner mit) kann ich natürlich meine finale These hier so konkret nicht formulieren. Deshalb nur so viel, liebe Hundekumpel und -kumpelinen: Ein bisschen Improvisation hat noch niemandem geschadet, falls ihr versteht, was ich meine. Und eins steht jedenfalls fest: Meine Magenprobleme werden sich noch lange, lange hinziehen – ehrlich, ich fürchte fast schon, die werden chronisch…
Mehr nächste Woche.
Mit mopsigen Grüßen,
Ihr Eddie
Tag auch.
Neulich war ich ganz schön sauer auf mein Frauchen. Sagt die doch glatt zu mir, ich sei ein „Elefant im Porzellanladen“. Ehrlich mal: Fand ich nicht nett. Bitteschön, mag sein, dass ich – natürlich nur als Vorbereitung auf den Winter – drei oder vier Gramm zugelegt habe. Allerhöchstens. Aber mich deshalb gleich mit einem tonnenschweren Dickhäuter vergleichen? Echt mal, da hörte sich doch alles auf.
Und überhaupt: Was sollte denn das mit dem „Porzellanladen“ heißen? Ich meine: Einen Bücherladen, okay, den könnten wir in unserem Wohnzimmer sofort aufmachen, bei all den vollgestopften Regalen, die Frauchen da rumstehen hat. Aber wieso Porzellan? Sollte sie nun plötzlich ein neues Faible für winzige Milchkännchen und filigrane Teetassen entdeckt haben? Also, ich verstand nur Bahnhof – und war natürlich eingeschnappt, wegen der Sache mit dem Elefant.
Frauchen hat mir das dann aber erklärt. War wohl wieder nur eine dieser komischen Redewendungen, die die Zweibeiner immer benutzen und von denen sowieso kein Mops weiß, wofür die eigentlich gut sein sollen. Mein Taillen-Umfang habe damit gar nix zu tun, sagte Frauchen – was mich erst mal halbwegs mit ihr versöhnte. Aber auch nur kurz. Dann nämlich erläuterte sie mir, der Spruch ziele mehr auf meine Ungeschicklichkeit ab.
Pfff – ungeschickt? Ich? Ehrlich mal: Das fand ich ja fast noch unverschämter als den Vergleich mit dem Rüsseltier. Aber bitte, ich bin ja ein für alles offener und kritikfähiger Mops. Weshalb ich, nach einer kurzen Schmoll-Phase von fünf bis sieben Stunden mal bei Frauchen nachhakte, was das denn überhaupt heißen solle.
Inzwischen war es Abend, weshalb ich Frauchen auf dem Sofa fand. Um die Diskussion einzuläuten, hüpfte ich also erst aufs Kissen, dann auf ihren Bauch und baute mich schließlich auf ihrem Brustkorb auf – schließlich will man wichtige Gespräche mit Rudelmitgliedern auf Augenhöhe führen.
