Die Mops Monologe - Gerritje Krieger - E-Book

Die Mops Monologe E-Book

Gerritje Krieger

0,0

Beschreibung

Im Internet begeisterte Eddie, der Mops, bereits tausende Leser mit seiner wöchentlichen Kolumne. Jetzt tritt er auch als Buchautor an und plaudert über alles, was ihn in seinem Leben auf vier Pfoten so bewegt: In "Die Mops Monologe" berichtet er von seinen Abenteuern mit der Hauskatze, "Frau Kratzbürste", und dem täglichen Kampf um die Hausherrschaft mit seinen Zweibeinern, durchleuchtet schräge menschliche Angewohnheiten und hinterfragt restlos alles, was ihm aus Mops-Sicht seltsam erscheint. Auf den guten Ton pfeift er dabei gern mal und betrachtet die Welt auf seine ganz eigene mopsige Weise: mal ironisch, mal ein bisschen zynisch - aber immer mit dem Herz am rechten Fleck. Und: mit einer riesigen Portion Humor, die nicht nur Mops-Freunde zum Schmunzeln bringt. - Mit 22 Schwarz-Weiß-Fotos. -

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 134

Veröffentlichungsjahr: 2013

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Gerritje Krieger

Die Mops Monologe

30 lustige Kolumnen mit Eddie, dem Mops

 

 

 

Dieses eBook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Über Eddie - und dieses Buch

1. Tag auch

2. „Weltkatzentag“ – sonst noch was?!

3. Auf der Flucht

4. Verbannt von Tisch und Bett

5. Urlaub, Teil 1: Überraschender Auftakt und meine Rebellion gegen die Kleiderordnung

6. Urlaub, Teil 2: Risiken, Nebenwirkungen und erfolgversprechende Gegenmittel

7. Nebenjob: Friseur-Hund – eine haarige Angelegenheit

8. Der Teich des Grauens

9. Die ganz große Mops-Liebe

10. Mops-Outing: Die nackte Wahrheit über meinen Winter-Look

11. Rächer der Entrechteten

12. Von Tanten, Onkeln und anderen mopsigen Wahlverwandten

13. Nur keine Panik!

14. Von Liebe und mopsigem Größenwahn

15. Wenn der Mops-Bote zweimal klingelt

16. Der ganz normale Weihnachts-Wahnsinn

17. Von Spielspaß und Spielfrust

18. Eddies Weihnacht oder: Auch ein Mops wird mal besinnlich

19. Von lauten Böllern und guten Vorsätzen

20. Zutritt verboten!

21. Sofa oder nicht? – Eine Frage der (Hundehalter-) Erziehung

22. Mops auf Tour!

23. Sprechstunde bei Doktor Mops

24. Von kalten Pfoten und Iglu-Architekten

25. Von Mäusen und Möpsen

26. (K)Eine Frage des Geschmacks

27. Das Putz-Kommando greift an

28. Von unten betrachtet

29. Welt-Dingens-Tag

30. Ein Mops zieht Bilanz

Impressum

Über Eddie - und dieses Buch

Die freie Journalistin und Autorin Gerritje Krieger und Eddie, der Mops, fanden 2010 in einem Tierheim im Bergischen Land zueinander. Gerritje hatte eigentlich nach einem mittelgroßen Mischlingshund Ausschau gehalten, Eddie nach einem Frauchen, das seine Antipathie gegenüber Katzen teilt. Als sie einander begegneten, war es dennoch Liebe auf den ersten Blick. Seither leben sie – zusammen mit Gerritjes Mann und der 22-jährigen Katze – in ihrem verwunschenen Häuschen mitten im Grünen, wo Gerritje inzwischen von Eddie die mopsige Gelassenheit, Eddie dafür von Gerritje die Liebe zum Schreiben übernommen hat. Seit Sommer 2012 diktiert er ihr wöchentlich seine Gedanken zum Weltgeschehen, die jeweils freitags auf ihrer Homepage veröffentlicht werden. Inzwischen hat „Eddie’s Weekly – hundsgemein(t)e Mopskolumnen“ ungezählte Leser gefunden, und auch auf Facebook und Twitter unterrichtet Eddie seine Freunde jeden Tag über seine Abenteuer. Mit „Die Mops Monologe“ liegen die ersten 30 Folgen seiner Kolumne nun erstmals als Buch vor.

"Die Mops Monologe" sind auch als Print-Version erhältlich:

- exklusiv bei Amazon -

162 Seiten, 22 Fotos

1. Tag auch

Tag auch.

Ich denke, ich stelle mich Ihnen erst mal vor. Mein Name ist Eddie. Ich habe noch ein paar andere Namen, die mit einer Menge blauem Blut und “von” und “zu” und so zu tun haben, aber ich bin da nicht pingelig: Sie können mich ruhig duzen. Macht ja sonst auch jeder.

Wie Ihnen aufgefallen ist, bin ich ein waschechter Mops und verfüge dadurch über die bisweilen ausgesprochen nützliche Fähigkeit, wildfremde Frauen allein durch meinen Anblick binnen Sekunden zu Teenagern mutieren zu lassen und ihnen verzückte “Aaaah”-, “Ooooh”- und “Bist du süüüß”-Laute zu entlocken, als wäre ich Justin Bieber oder einer der Typen von Tokio Hotel. Ich persönlich finde das meistens ganz lustig. Ganz ehrlich: Wer will es ihnen denn auch verübeln, ich bin eben einfach ein saucooler Typ.

Frauchen dagegen ist wenig begeistert davon, dass sie seit meinem Einzug keine 20 Meter mehr in der Fußgängerzone zurücklegen kann, ohne dass wildfremde Menschen vor uns in die Hocke gehen und mich überschwänglich begrüßen und herzen. Mal unter uns: Ich habe die starke Vermutung, dass sie einfach nur neidisch ist. Aber das gehört jetzt nicht hierher.

Jedenfalls kam sie neulich auf die glorreiche Idee, ich könne für mein in der Tat nicht ganz günstiges Hundefutter ruhig ein bisschen Einsatz zeigen. Tja, und hier bin ich nun. Wie gesagt: Tag auch.

Selbstverständlich schreibe ich diese Zeilen nicht selbst, aber das können Sie sich vermutlich denken. Ich habe es versucht, ehrlich, aber meine Feinmotorik ist wirklich nicht die beste und bei meinem wilden Getapse auf der Tastatur kam nur unleserlicher Kram raus, den ich Ihnen lieber erspare. Also diktiere ich meine geistigen Ergüsse ab sofort Frauchen, die diesen kreativen Prozess selbst wohl etwas anders darstellen würde.

“Ich bin doch nicht deine Tippse”, würde sie vermutlich sagen und genervt die Augen gen Himmel verdrehen. Aber es ist nun mal, wie es ist, und ich finde ja, man muss zu seinen Lesern grundsätzlich ehrlich sein. Ich meine, wie sollen Sie denn Vertrauen zu mir aufbauen, wenn ich Ihnen gleich am Anfang eine faustdicke Lüge auftische? – Na, eben. Also: Ich diktiere, sie schreibt. Und wenn sie sich auf den Kopf stellt.

Womit wir auch schon bei einem für mich zentralen Thema wären: Die Machtverhältnisse bei uns zu Hause sind noch immer nicht völlig geklärt. Obwohl ich jetzt schon seit zwei Jahren bei ihr wohne und sie täglich vom Gegenteil überzeuge, hält Frauchen an der abwegigen Theorie fest, dass sie unter uns beiden der Chef sei. Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel, damit Sie sich ein besseres Bild von der Lage machen können. Ich springe aufs Bett, mache es mir zwischen den Decken bequem und halte selig ein Schläfchen. Sie kommt rein, setzt eine strenge Miene auf, zeigt dann mit dem Zeigefinger auf den Boden und sagt: “Runter!” – Ich werfe ihr einen herablassenden Blick zu, der so viel heißt wie: „Pfff.“ Interessiert sie aber nicht. Sie bringt es fertig, fünf Minuten vorm Bett zu stehen und 20 Mal “Runter!” zu sagen, bis ich ihr den Gefallen tue – nur um zwei Minuten später wieder hochzuhüpfen. Ganz unter uns: Wo liegt da der Sinn? Wirklich, ich muss ihr noch beibringen, mich nicht ständig zu nerven.

Frauchen hat übrigens auch einen Mann, der bedeutend klüger ist als sie, weil er innerhalb weniger Tage nach meinem Einzug kapiert hat, dass ich von uns beiden den stärkeren Willen habe. Seither lässt er mich gewähren, was ihm immer wieder Ärger mit Frauchen einbringt. Ich rechne jeden Tag damit, dass sie ihn irgendwann zur Strafe auch vom Bett schmeißt.

Die einzige wirklich ernstzunehmende Autorität im Haus – außer mir, versteht sich – ist die Katze. Sie ist steinalt, ungefähr 200 oder so, und man sollte meinen, sie segne langsam mal das Zeitliche. Macht sie aber nicht. Stattdessen führt sie sich auf wie höchstens fünf und findet es ungeheuer spaßig, sich mindestens einmal pro Tag an mich heranzupirschen, auf mich zu springen und ihre Krallen in meinem Mops sei Dank dicken Fell zu versenken. Ich sage es Ihnen ehrlich, wie es ist: Katzen sind durch und durch bescheuert.

Aber dazu mehr nächste Woche.

Mit mopsigen Grüßen,

Ihr Eddie

2. „Weltkatzentag“ – sonst noch was?!

Tag auch.

Es gibt ja wirklich eine ganze Menge Sachen, auf die ich gut und gern verzichten kann: Regen zum Beispiel. Wasser überhaupt (es sei denn als Getränk). Oder wenn Frauchen mit diesem unsäglichen Ohrreiniger anrückt.

Doch was ich jetzt gehört habe, setzt allem die Krone auf. Gestern nämlich war – halten Sie sich fest – „Weltkatzentag“. Jetzt mal ganz ehrlich: Geht’s noch? Kann es irgendwas Sinnloseres und Überflüssigeres geben, als diesen garstigen Zeitgenossen auch noch einen eigenen Ehrentag zu verpassen?

Also, auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Katzen sind durch und durch bescheuert.

Ja, ja, ich höre schon, wie die Katzenfreunde unter Ihnen jetzt entsetzt ausrufen: „Aber nein! Katzen sind bezaubernde, sanftmütige und ganz wunderbare Wesen, die man einfach lieben muss!“ – Aber im Ernst: Ich bitte Sie. Halten Sie doch mal einen Augenblick inne und betrachten wir das Ganze von der logischen Seite.

Ich persönlich habe ja nun das zweifelhafte Vergnügen, mit einem dieser Exemplare unter einem Dach zu wohnen (an dieser Stelle: danke dafür, Frauchen). Und da mich diese ganze „Ich hab ja so ein samtig-weiches Fell und so wunderschöne Augen“-Nummer komplett unbeeindruckt lässt, bin ich imstande, die Pros und Contras objektiv gegeneinander abzuwägen.

Also. Auf der Pro-Seite hätten wir – genau: nichts. Nada. Niente. Absolut null.

Auf der Contra-Seite steigen wir mal mit einem Beispiel ein, wie es den Charakter dieser reizenden Geschöpfe nicht besser illustrieren könnte. Kennen Sie diese Facebook-Fotos? – Nebeneinander auf dem Boden sehen Sie zwei Körbchen, ein kleines (für die Katze) und ein großes (für die Deutsche Dogge, einen Irischen Wolfshund oder einen Hund ähnlichen Ausmaßes). Wo liegt auf diesen Fotos die Katze? – Genau: wohlig ausgestreckt im Hundekörbchen, in dem bequem noch ihre gesamte hundertköpfige Verwandtschaft Platz hätte. Und die Dogge? – Vertrieben, unglücklich, unnatürlich verrenkt und mit verzweifeltem Blick in dem winzigen Ding, das eigentlich für die Katze vorgesehen war.

Für Katzen ist so was absolut typisch. Unsere etwa kann bestimmten Dingen – wie etwa einem Sofakissen – monatelang nicht die allergeringste Aufmerksamkeit schenken. Sobald ich allerdings beschließe, es mir nun auf eben diesem bislang völlig unbeachteten Sofakissen gemütlich zu machen, können Sie sicher sein, dass Frau Kratzbürste binnen fünf Sekunden auf der Matte steht.

Als erste Strafmaßnahme wirft sie mir in solchen Situationen einen Blick zu, der klar signalisiert, dass sie an meiner geistigen Zurechnungsfähigkeit zweifelt – als läge ich nicht harmlos auf einem Sofakissen, sondern hätte gerade in einem gepunkteten Glitter-Anzug auf der Fensterbank Lambada getanzt. Wenn ich darauf nicht angemessen reagiere (sprich: mich verziehe), scheut sie auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück.

Das alles wohlgemerkt nicht, weil sie das Sofakissen wirklich wollen würde. Nein, es genügt ihr vollauf klarzustellen, dass ich es nicht zu wollen habe. Sobald ich mich getrollt habe, ist sie zufrieden und zieht ihrer Wege.

Übrigens können Sie „Sofakissen“ an dieser Stelle auch getrost durch jedwede andere Schlafgelegenheit ersetzen – durch eine beliebige Ecke auf dem Wohnzimmerboden etwa oder auch durch mein eigenes Körbchen. „Schlafgelegenheit“ wiederum dürfen Sie, ganz nach Gutdünken, austauschen gegen Spielzeug, Wasser- und Fressnäpfe oder einfach gegen jede Form von Aufmerksamkeit.

Und falls Sie jetzt einwerfen wollen: „Gut, so verhalten sich Katzen vielleicht gegenüber Hunden, aber doch nicht gegenüber Menschen“. – Nein. Sie irren sich. Zu Menschen sind Katzen keinen Deut netter. Sie suchen sich grundsätzlich nur dann die Computertastatur als Liegeplatz aus, wenn Menschen auf selbiger schreiben wollen. Sie lassen sich nur streicheln, wenn ihnen danach ist. Und auf dem Kopfkissen im Bett beanspruchen sie – obwohl das physikalisch unmöglich ist – grundsätzlich den Platz eines ausgewachsenen Bernhardiners (ich wäre im Gegensatz dazu übrigens mit einer winzigen Ecke am Fußende zufrieden, aber nein, mich lässt man ja nicht ins Bett...).

Es wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben, warum Menschen (und Frauchen bildet da leider keine Ausnahme) auch noch mit verzückter Dankbarkeit reagieren, wenn so ein Katzen-Tier sich ausnahmsweise mal von sich aus dazu herablässt, sich berühren zu lassen.

Aber ich bleibe dran. Irgendwann löse ich auch dieses Rätsel – hoffentlich, bevor die Katzen ihren heimtückischen Plan zur Erlangung der Weltherrschaft in die Tat umsetzen.

Mehr nächste Woche.

Mit mopsigen Grüßen,

Ihr Eddie

3. Auf der Flucht

Tag auch.

Dieser Sommer ist die Pest.

„Wieso denn das?“, fragen Sie sich jetzt wahrscheinlich und finden, dass doch alles ganz wunderbar ist. Traumhafter Sonnenschein und so. Ja, ja.

Habe ich ja auch gar nichts gegen. Ich schätze es durchaus, bei warmen Temperaturen ein kleines Schläfchen auf der Veranda zu halten, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Aber in diesem Jahr komme ich mir vor, als befände ich mich auf einem Mops-Hindernisparcours und sei ständig auf der Flucht.

Vor was? – Na, vor Wasser.

Es soll ja Hunde geben, die Wasser für eine super Sache halten. – Mir schleierhaft. Ich hasse Wasser, in welcher Form auch immer. Hin und wieder lässt es sich nicht umgehen, welches zu trinken. Aber ansonsten vermeide ich die Konfrontation mit diesem Element, wo immer ich kann.

Ich umrunde Pfützen in großzügigen Bögen. Ich halte von Bächen, Seen und weiteren glitschigen Angelegenheiten einen gesunden Sicherheitsabstand von nicht weniger als fünf, besser aber acht Metern. Wenn ich irgendwo einen Gartenschlauch erblicke, sehen Sie mich nur noch von hinten. Und wenn ich bei uns im Bergischen aus dem Haus komme und wittere, dass es irgendwo in einem Radius von fünf Kilometern gerade nieselt, drehe ich mich gleich um und gehe wieder rein.

Normalerweise funktioniert das ganz gut. Diesen Sommer allerdings artet das Ganze wirklich in Stress aus.

Es fing alles im Frühjahr mit dieser unsäglichen Buddelei von Frauchen und Herrchen im Garten an. Tagelang habe ich mir angeguckt, wie sie im Matsch rumwühlten, das Zeug gleich schubkarrenweise abtransportierten und dabei aussahen wie die Erdferkel. Klar habe ich mich gefragt, was sie da treiben. Und wieso sie dieser seltsamen Freizeitbeschäftigung ausgerechnet auf dem wunderbaren Grünstreifen gleich vor der Haustür nachgehen müssen, der eigentlich bislang meiner war. Sie wissen schon: Falls ich nachts mal schnell vor die Tür muss und so. Aber da ahnte ich ja noch nicht, was mir bevorstand.

Irgendwann waren sie mit der Wühlerei endlich durch. Und was musste ich sehen, nachdem ich die beiden mal ein paar Stunden unbeaufsichtigt im Garten gelassen hatte? – Wasser. Das ganze Loch war voller Wasser. Ich dachte, das sei ein Versehen – Rohrbruch, biblische Sintflut, irgendwas in der Richtung. Aber nein. Die beiden waren auch noch verzückt von dieser gigantischen Pfütze und nannten sie „Teich“.

Nicht genug, dass ich mich seither an der Hauswand entlangdrücken muss, um in den noch verbliebenen Teil des Gartens zu kommen – und selbst das unter starker Verringerung meines sonstigen Sicherheitsabstands zu solchen Tümpeln, denn zwischen Teich und Hauswand liegen höchstens drei Meter. Nein, ich durfte auch noch wochenlang die ständige Nerverei von Frauchen und Herrchen ertragen, die regelmäßig versuchten, mich an das Ufer dieser nassen Unsäglichkeit zu locken und mir mit Leckerchen und gutem Zureden die ewige Rumhängerei auf dem neuen Mini-Sonnendeck am Teich schmackhaft machen wollten. Aber nicht mit mir – ich blieb hart. Im Ernst jetzt: Die spinnen doch.

Als es gegen Ende des Frühlings kühler wurde und Frauchen ihre Angewohnheit, draußen am Teich zu schreiben, vorübergehend aufgab, atmete ich auf.

Doch es kam noch schlimmer. Es wurde nicht nur kühl. Es wurde nass. Es regnete. Und das nicht nur einen Tag oder zwei. Nein, es regnete sieben lange Wochen. Ich erwähnte bereits, dass ich bei solchen Gelegenheiten jegliches Verlassen des Hauses strikt verweigere. Ich erwähnte nicht, dass dem der Dickschädel von Frauchen entgegensteht, die der fragwürdigen Ansicht ist, dass ich Bewegung und frische Luft brauche. Bei jedem (!) Wetter.

Und weil die Wasserberieselung von oben einfach nicht aufhörte, wurde ich gegen meinen Willen nach draußen gezwungen. Bei Regen. Mehrfach. Über Wochen.

Es war grauenvoll. Das Wasser war überall. Zwischen meinen Zehen, hinter meinen Ohren. Ich sage Ihnen: Wäre ich geschwommen – was mir selbstverständlich fern liegt –, ich hätte nicht nasser sein können.

Als ich schon kurz davor stand, den bislang unbekannten Evolutionsschritt vom Mops zur Amphibie in der rekordverdächtigen Zeit von nur zwei Monaten zu vollziehen, klarte es endlich auf. Die Sonne kam wieder raus. Und angesichts der erschütternden Erlebnisse der letzten Wochen kam mir selbst die Aussicht darauf, dass wir nun wieder am Teich sitzen würden, wie Urlaub vor.

Aber nein. Es wurde nicht warm. Es wurde heiß. Sie wissen schon: die Art von heiß, bei der Menschen die Nähe des Wassers geradezu suchen.

Irgendwer oder irgendwas ist bei uns seither immer nass – sei es, weil die Blumen gewässert werden müssen (was unschöne Pfützen überall auf den Steinplatten im Garten hinterlässt), weil irgendwer mit patschnassen Füßen durch die Gegend marschiert, nachdem er sich selbige im Teich gekühlt hat, oder weil die neue Gartendusche einfach nicht oft genug benutzt werden kann.

Sie sehen, mein Mops-Leben gleicht aktuell einem Alptraum. Der einzige Lichtblick in dieser für mich düsteren Zeit war bislang die Aussicht darauf, dass wir irgendwann in den Urlaub fahren. Es kann ja nur besser werden, dachte ich. Bis ich erfuhr, wo es hingehen soll. Natürlich: ans Meer.

Ich bin verzweifelt. Sollten Sie jemanden kennen der – sagen wir mal – in einer Berghütte wohnt, in einer Region mit gemäßigten Temperaturen und wenig Niederschlag, fernab von Seen, Teichen und Bächen, ohne Gartenschläuche, -duschen, Planschbecken und sonstige Inkarnationen des Bösen, bitte: Lassen Sie es mich wissen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich diesen geplanten Meerurlaub noch irgendwie abwenden und Frauchen und Herrchen für ein anderes Ziel begeistern kann.