Die Muskeltiere und Ewig Fünfter - Ute Krause - E-Book

Die Muskeltiere und Ewig Fünfter E-Book

Ute Krause

0,0
9,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Die Muskeltiere im Großeinsatz: Picandou wird Möwen-Papa

Stürmische Zeiten in der Deichstraße! Als Picandou eines Nachts ein herrenloses Ei mit nach Hause bringt, wird das Leben der Muskeltiere ganz schön durcheinandergewirbelt. Der anhängliche und ewig hungrige Piepmatz, der aus dem Ei schlüpft, stellt den Alltag der vier Freunde gründlich auf den Kopf. Zu allem Überfluss soll das Feinkostgeschäft von Frau Fröhlich von Grund auf renoviert werden. Plötzlich häufen sich unangenehme Vorfälle, vom Stromausfall bis zur Kellerüberschwemmung. Will der neue Vermieter Frau Fröhlich etwa aus ihrem Laden vertreiben? Die Muskeltiere müssen dringend eingreifen und ihr Zuhause retten! Jetzt erweist sich Picandous Pflege-Kind ganz unerwartet als wahrer Held …

Ute Krauses Dein Spiegel-Bestsellerreihe ist wunderbar warmherzig erzählt und mit zahlreichen opulenten Illustrationen ausgestattet; sie eignet sich zum Vorlesen für Kinder ab 5 Jahren und zum Selbstlesen ab 8 Jahren. Die mutigen Muskeltiere stehen für Freundschaft, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft - große Themen für kleine Helden!

Alle großen Abenteuer der Muskeltiere auf einen Blick:

1. Die Muskeltiere – Einer für alle, alle für einen

2. Die Muskeltiere auf großer Fahrt

3. Die Muskeltiere und Madame Roquefort

4. Die Muskeltiere und das Weihnachtswunder

5. Die Muskeltiere und die große Käseverschwörung

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 130

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.

© 2022 cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 MünchenAlle Rechte vorbehaltenUmschlaggestaltung: Lena EllermannUmschlagillustration: Ute Krauseck · Herstellung: UKSatz: Lena Ellermann, PotsdamReproduktion: Lorenz & Zeller, Inning a. A.ISBN 978-3-641-29638-4V001

www.cbj-verlag.de

Für Helena

Inhalt

1 Ein Unwetter und das dunkle Etwas

2 Der Stein

3 Ewig Fünfter

4 Ente auf dem Fleet

5 Ein Stöpsel und ein großer Schreck

6 Alles wird anders

7 Ewig Fünfter verschwindet

8 Eine unruhige Nacht

9 Katastrophe im Keller

10 Liba Son

11 Ein gelber Kasten und eine Überraschung

12 Mit seinen Waffen

13 Bösewicht spielen

14 Alles wird schlimmer

15 Böhlke macht Ernst

16 Ein schlimmer Unfall

17 Überraschungen aller Art

18 Ewig Fünfter-Held

19 LeckerLeckerMüllsack

20 Ein Geheimnis wird gelüftet

Kapitel 1

Ein Unwetter und das dunkle Etwas

Es windete und stürmte. Zeitungspapier und leere Kaffeebecher trieben die Deichstraße hoch, und etwas rollte scheppernd über die Pflastersteine, bevor es so kräftig gegen das Kellerfenster knallte, dass die Muskeltiere in ihrer Mäusehöhle erwachten.

»Was war das denn?«, flüsterte Gruyère erschrocken.

»Da draußen herrscht ein ordentliches Unwetter«, lispelte ­Hamster Bertram. Er gähnte und rekelte sich auf dem Schwamm, der ihm als Bett diente.

Mäuserich Pomme de Terre blinzelte über den Rand seiner ­Sardinendose zum Höhleneingang. Von dort hatte er eine Ecke des Kellerfensters im Blick.

»Isso«, bestätigte er auf Hamburgisch. »Dat fegt alles, wat nich’ niet- und nagelfest is’, durch die Gegend und schüttelt und rüttelt es gut durch. Mindestens Windstärke elf.« Er ließ den Kopf wieder in die Dose sinken. »Da können wir Frau Fröhlichs Müllsack heute knicken.«

»Was?! Aber wieso denn?!« Picandou, der in der zweiten Sardinendose döste, war plötzlich hellwach. »Wie lange dauert denn so ein Sturm?«

Pomme de Terre zuckte die Achseln. »Keine Ahnung. Eine Stunde oder eine Nacht. Vielleicht auch eine Woche.«

»Eine Woche?!«

»Es kommt drauf an, bis wann es sich ausgestürmt hat«, ­erwiderte der braune Mäuserich.

Picandou, der mit ganzem Namen Picandou Camembert Saint Albray hieß, betrachtete besorgt sein Bäuchlein, das ihm gerade grummelnd zu verstehen gab, dass es sich unmöglich so lange gedulden konnte. »Bis … bis dahin ist von mir nichts mehr übrig!«, stöhnte er. »So lange kann ich unmöglich warten!«

»Klüger wäre es.« Bertram wiegte den Kopf, sein prächtiger Schnurrbart wippte dabei auf und ab.

»So schlimm wird der Sturm schon nicht sein.« Picandou strich besänftigend über sein Bäuchlein. »Außerdem ist der Innenhof bestimmt windgeschützt«, fügte er hinzu. »Ich schau mal nach.«

Und bevor ihn die Freunde stoppen konnten, hievte er sich aus seiner Dose und trippelte zum Waschbecken, hinter dem sich ihr Geheimgang befand.

»Picandou, komm zurück!«, rief die Rattendame Gruyère ihm nach. »Sei vernünftig!«

Doch Picandou quetschte sich bereits durchs Abflussrohr, das vom Waschbecken in den Innenhof führte, und nachdem er auf der anderen Seite das Sieb beiseitegeschoben hatte und hinausgeklettert war, stellte er erfreut fest, dass er recht gehabt hatte.

Er beugte sich zum Rohr hinunter. »Still wie ein Grab, ruhig wie ein tiefer See!«, rief er triumphierend hinein. »Nicht mal ein klitzekleines Lü-ü-ftchen!«

Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, fegte ein kräftiger Windstoß über ihn hinweg, zupfte und zerrte an seinem Fell und ließ seine Ohren flattern. Der Mäuserich streckte die Pfoten aus, um das Gleichgewicht zu halten. Da wurde er auch schon hochgehoben. Die Böe wollte glücklicherweise in die gleiche Richtung wie er und so schwebte oder besser: flatterte Picandou zum Müllsack.

»Hui!«, rief er. Und: »Hoppla!« Und fand das eigentlich sehr schön.

Er war allerdings so damit beschäftigt, die Balance zu halten, dass er nicht bemerkte, wie gleichzeitig etwas Großes, Tellerförmiges von weit oben in den Hof segelte. Das dunkle Etwas wurde – wie Picandou – von einer kräftigen Böe getragen und traf den ­Mäuserich mit solcher Wucht am Kopf, dass er ungemütlich auf dem Allerwertesten landete. Um ihn herum herrschte plötzlich pechschwarze Dunkelheit, denn das Dingsda hatte sich einfach über und auf ihn gelegt. Der Mäuserich quietschte entrüstet und versuchte, sich zu wehren, doch das Dings war stachelig und wollte ihn nicht loslassen.

»Hilfe!«, rief er und: »Hi-i-i-l-f-e!«

Wo sind nur die Freunde, wenn man sie mal braucht!, dachte er missmutig – und da hörte er sie auch schon. Allerdings war das dazugehörige Geräusch eher ein Prasseln oder eine Art Trommeln, und noch während er überlegte, wie es möglich war, dass die Muskel­tiere so einen merkwürdigen Lärm machten, bemerkte er, wie seine Füße feucht wurden. Dann tropfte es durch das dunkle ­Dingsda auf sein Fell, und in kürzester Zeit war der Mäuserich pitschnass. Und Picandou begriff. Ein Wolkenbruch!

»Auch das noch«, stöhnte er.

Schon hatten sich riesige Pfützen um ihn herum gebildet. Das Wasser stieg immer weiter an, erreichte bald seinen Bauchnabel und dann seine Achselhöhlen. Würde er etwa unter diesem Stacheldings ertrinken?! Noch während der Mäuserich nach einem Ausweg sann, erhob sich das Dings und schwamm ein Stück zur Seite.

»Danke«, murmelte Picandou erleichtert und bemerkte im selben Moment, wie er den Boden unter den Füßen verlor.

Er strampelte verzweifelt mit Armen und Beinen, denn wenn er sich recht erinnerte, hatte Schwimmen etwas mit Bewegung zu tun. Nur, wie ging das noch mal? Sportlich war der Mäuserich nie ­gewesen und entsprechend schnell kam er außer Puste.

»Hilfe!«, rief er nochmals.

Da stupste ihn das Stacheldings an, als wollte es sagen: Hier bin ich doch, halt dich gut fest.

Und Picandou versuchte es.

»Danke erneut«, sagte er, ohne zu wissen, zu wem, und zog sich mit letzter Kraft nach oben – gerade noch rechtzeitig, muss man sagen, denn nun setzte sich das Dings in Bewegung. Picandou krabbelte in die Mitte, wo ein hübscher grüner Stein mit Punkten lag, und lehnte sich erschöpft dagegen.

Der Stein wackelte, das Stacheldings wackelte auch und nahm Fahrt auf. Ein Strudel hatte es plötzlich erfasst, und nun schwamm es immer schneller auf den Abfluss zu, knallte gegen einen Blumentopf und schleuderte Stein und Mäuserich in die Fluten. Der ­Strudel erfasste die beiden und zog sie gurgelnd auf den Abfluss zu.

Picandou konnte gerade noch überlegen, dass Steine doch üblicherweise nicht schwimmen können – da wurden sie auch schon ins Rohr gespült.

Erst der Stein, dann Picandou.

»H-I-I-I-L...«, begann der Mäuserich, während ihn das Wasser bereits in die kalte Dunkelheit zog. Der Mäuserich ruderte verzweifelt mit den Armen und suchte nach etwas, woran er sich festhalten könnte. Er durfte auf keinen Fall den Abzweig verpassen, der ins Waschbecken führte, sonst war er verloren!

Und er hatte Glück: Plötzlich verlangsamte sich der Wasserstrom, und Picandou spürte etwas Glattes, das unter seinen Füßchen im Rohr feststeckte und wie ein Pfropfen wirkte. Es musste der grüne Stein sein, der vor ihm hinabgespült worden war.

Das ist schon mal gut, dachte er erleichtert und ­tastete nach dem Abzweig, der aber etwas tiefer zu liegen schien. Das glatte Dings versperrte den Weg.

Er stupste es vorsichtig mit dem linken Fuß an und versuchte, es vor sich herzuschieben. Da löste sich der Pfropfen, glitt zur Seite, und das Wasser schoss gurgelnd an ihm vorbei. Picandou wurde mitgespült und ertastete im selben Moment das Nebenrohr. In ­letzter Sekunde zog er sich hinein und krabbelte ins Trockene.

Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn er den Eingang ­verfehlt hätte! Picandou erschauderte bei dem Gedanken.

Er wollte gerade die letzten Meter zum Waschbecken hinaufklettern, als er bemerkte, dass auch hier der Weg versperrt war. Das Hindernis fühlte sich auch diesmal sehr glatt an.

War das etwa schon wieder dieser Stein?

Das ist doch nicht möglich, dachte der Mäuserich entnervt und versuchte, das Ding zu lösen, indem er mit aller Wucht dagegenstieß. Der Pfropfen gab nach, und keuchend und ächzend schob Picandou ihn vor sich her, bis er ihn schließlich mit letzter Kraft ins Waschbecken geschubst hatte. Da ergriffen ihn auch schon zwei Pfotenpaare und zogen ihn heraus.

Erschöpft ließ er sich auf den kühlen Boden des Waschbeckens sinken und schloss die Augen. »Was für eine Nacht«, knurrte er. Und: »Wo sind überhaupt die vermeintlichen Freunde, wenn man sie mal wirklich braucht!«

Kapitel 2

Der Stein

»Da bist du ja!«, rief Gruyère. Sie klang erleichtert und vorwurfsvoll zugleich. »Du siehst ja völlig fertig aus!«

Picandou blinzelte in die Gesichter seiner drei Freunde, die sich über ihn beugten.

»Das kommt davon, wenn Herr Nimmersatt nicht warten kann und nur an die nächste Mahlzeit denkt«, konnte Pomme de Terre es sich nicht verkneifen.

»Danke der Nachfrage. Mir geht es gut«, erwiderte Picandou, als wäre nichts und schaute grimmig in die Runde. »Schön, dass ihr mir zu Hilfe gekommen seid.«

»Na, na«, brummte Bertram. »Wir hatten dich ja gewarnt.«

»Aber wenn’s ums Futtern geht, hörst du ja nur auf deinen Magen …«, musste Pomme de Terre noch hinzufügen.

Gruyère unterbrach ihn. »Außerdem wollten wir gerade nach dir schauen.« Ihr Blick fiel auf den Stein. »Ich sehe, du hast uns etwas mitgebracht. Ein Geschenk?«

»Du meinst den Stein?« Picandou linste zum Pfropfen, der statt grün inzwischen schlamm-grau war. »Er lag in einem riesigen Stacheldings, das mir auf den Kopf gefallen ist. Dann ist er mit mir durch das Abflussrohr geschwommen und hat mir den Weg versperrt.«

»Steine können doch nicht schwimmen«, gab Pomme de Terre zu bedenken.

»Dachte ich auch. Aber dieser schon.«

Bertram betrachtete den Pfropfen genauer. »Das ist kein Stein«, lispelte er. »Das ist, soweit ich es beurteilen kann, ein Ei. Wenn auch ein sehr schmutziges, was seine ungewöhnliche Farbe erklärt.«

Picandous Interesse war sofort geweckt. »Etwa Ei wie in Eier­salat?!« Er hatte erst neulich im Müllsack einen Eiersalat gekostet, der vorzüglich geschmeckt hatte. Und nun, da die Gefahr vorüber war, meldete sich sein Magen mit lautem Knurren zurück und erinnerte ihn daran, warum er überhaupt losgezogen war.

Bertram nickte. »Ein Ei, ganz genau.«

Ein Hoffnungsschimmer keimte in Picandou auf. »Dann müssen wir also doch nicht verhungern!«, rief er erleichtert. »Im Gegenteil. Bis sich der Sturm legt, haben wir Proviant.«

»Ein rohes Ei?! Wo denkst du hin?« Bertram winkte ab. »Den Proviant kannst du behalten.«

»Woher weißt du, dass es roh ist?«, fragte Picandou.

»Weil es nicht aus dem Müllsack stammt, sondern aus einem Nest«, erklärte der Hamster. »Das große Stacheldings, das du beschrieben hast, war nämlich meines Erachtens ein Nest.«

»Ach so. Na dann …« Geknickt betrachtete Picandou das Ei, doch schon kam ihm eine neue Idee. »Vielleicht wird es ja hart, wenn wir ein Weilchen warten«, schlug er vor.

»Da kannst du lange warten«, erwiderte Bertram. »Man muss es doch kochen, wenn es hart werden soll.«

»Kochen? Also erwärmen?«

»So ist es, mein Guter.« Der Hamster gähnte und begann, aus dem Waschbecken zu klettern.

»Wartet … wir sollten es nicht liegen lassen!«, rief Picandou ­hastig. »Sonst ... äh ... wundern sich Frau Fröhlich und Margarethe.« Außerdem hatte er noch einen ausgezeichneten Einfall. »Helft mir mal!«

Er versuchte, das Ei anzuheben. Gruyère und Pomme de Terre kamen ihm zu Hilfe.

»Aber seid vorsichtig«, mahnte Bertram. »So ein Ei zerbricht leicht.«

Und so balancierten die Freunde das Ei vorsichtig über die Kisten neben dem Waschbecken bis zum Boden und trugen es zur Mäusehöhle, wo Picandou es in ­seine Sardinendose legte.

Er kletterte hinterher und überlegte, wie er es wohl am besten wärmen könnte, denn das war sein Plan.

Zuerst lehnte er sich dagegen, doch nur sein Rücken berührte das Ei. Ob das reichte, um es zu erhitzen? Am besten wäre es sicherlich, wenn er es mit seinem ganzen Körper wärmte, dachte er. Also legte er sich darüber.

»Was machst du denn da?«, fragte Gruy­ère, die ihn neugierig beobachtete.

»Das siehst du doch. Ich wärme das Ei auf. Dann können wir es später essen«, erklärte der Mäuserich.

Die Idee fanden, bis auf ­Bertram, alle relativ überzeugend. Kurz darauf und weil der Sturm ihnen eine allzu kurze Nacht beschert hatte, schliefen die vier Muskeltiere ein.

Picandou aber stellte bald fest, dass es gar nicht so leicht war, auf einem Ei zu schlafen.

Kaum war er eingedöst, da rutschte er ab, kletterte ­wieder hoch und rutschte wieder ab. Das Ganze x-mal.

Er musste sich etwas anderes einfallen lassen.

Also quetschte er sich in die Dose und kuschelte sich – so gut es eben ging – ans Ei, wobei er sich auf den Rücken und das Ei auf seinen Bauch legte. Immerhin fühlte es sich selbst inzwischen einigermaßen warm an, stellte er zufrieden fest. Er dachte an den köstlichen Eiersalat und daran, dass das Ei, wenn er am kommenden Abend aufwachte, möglicherweise hart genug für eine leckere Mahlzeit wäre.

Darüber schlief er endlich mit einem wohligen Lächeln ein.

Nach einer Weile wurde er wieder geweckt. Diesmal von einem Geräusch ganz in seiner Nähe. Es klang wie ein leichtes Schaben.

»Was denn nun schon wieder?«, knurrte der Mäuserich.

Er war zu müde, um die Augen zu öffnen. Das Schaben hörte glücklicherweise auf, aber kaum war der Mäuserich wieder eingeschlummert, begann es von Neuem.

»Jetzt reicht’s aber!« Picandou setzte sich auf und sah sich um. Licht drang durchs Kellerfenster in die Mäusehöhle und oben im Laden hörte er die Stimmen von Frau Fröhlich und Margarethe. Es musste noch Tag sein, die Zeit also, wo die Muskeltiere üblicherweise schliefen. Aber was hatte ihn geweckt?

Plötzlich bemerkte er aus den Augenwinkeln, dass sich etwas ganz in seiner Nähe bewegte. Ein komischer kleiner Vogel mit ­flaumig grau-weißem Gefieder stand in der Sardinendose und ­blinkerte ihn neugierig aus großen Augen an.

»Was um hundert Teufelskatzen …«, begann Picandou, da ­piepste der Vogel aufgeregt: »Mama!«

Picandou musste sich verhört haben. Er schluckte.

»Wie bitte?«, piepste er zurück.

»Mama«, wiederholte das Küken und schlug freudig mit seinen winzigen Flügeln.

Picandou warf ihm einen entgeisterten Blick zu.

»Nix Mama!«, rief er – und bemerkte die Eierschalen. Er war außer sich: »Hast du etwa mein Ei gegessen?!«

Das Vögelchen sah ihn noch immer erwartungsvoll an. »Mama?«, piepste es nochmals.

»Nix Mama!« Picandou verschränkte die Pfoten.

»Wie kommst du überhaupt in unsere Höhle?«

Das Vögelchen legte den Kopf zur Seite. »Nix Mama! Wie kommst du überhaupt in unsere Höhle?«, wiederholte es und klang fast so streng wie Picandou.

Unterdessen hatten ihre Stimmen auch die anderen geweckt. Gruyère setzte sich verschlafen in ihrer Camembert-Schachtel auf, doch als sie das Vögelchen erblickte, war sie sofort hellwach. »W… w… was … um … was um alles in der Welt …«, begann sie.

»Nix-Mama«, wiederholte der Vogel und schmiegte sich an Picandou.

Bertram blinzelte verdattert. »Ist das … ist das … etwa … ein … ein …«

»Küken«, half Gruyère ihm aus.

Das Küken nibbelte zärtlich an Picandous linkem Ohr und ­gurrte nochmals: »Nix-Mama.«

»Ganz recht. Nix Mama«, erwiderte Picandou und befreite sein Ohr.

»Ganz recht. Nix-Mama!«, zwitscherte das Vögelchen und ­hüpfte auf und ab.

»Wo … wo … kommt denn plötzlich der Piepmatz her …?«, ­stotterte Pomme de Terre.

Bertram runzelte die Stirn und betrachtete andächtig die ­Eierschalen. »Ich gehe davon aus, dass er aus dem Ei geschlüpft ist, während wir schliefen.«

»Nich’ dein Ernst!«, rief der braune ­Mäuserich.

»Doch, doch. Vollkommen mein Ernst. Tassilo hatte da mal eine Hör-CD über Vögel …«

Pomme de Terre verstand noch immer nicht. »Aber … aber wie ist das möglich?!«

»Picandou hat es ausgebrütet«, erklärte der Hamster und breitete feierlich die Pfoten aus.

»Ich?! Du spinnst wohl!«

»Du spinnst wohl!«, echote das Vögelchen und klang dabei genau wie Picandou.

»Ich habe ihn nicht ausgebrütet! Ich habe nix