Die Nacht des Weihnachtswunders - Martin Renold - E-Book

Die Nacht des Weihnachtswunders E-Book

Martin Renold

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Beschreibung

Martin Renold schreibt: Als ich vor einigen Jahren für die Adventsfeier in meiner damaligen Wohngemeinde eine Weihnachtserzählung zum Vorlesen suchen sollte, fehlte mir die Zeit, um mich in der dafür geeigneten Literatur umzusehen, und so schrieb ich gleich selber eine Geschichte. Und weil sie den Erwachsenen ebenso wie den Kindern gefiel, wurde ich von da an gebeten, für jede Adventsfeier eine neue Geschichte zu schreiben. So entstanden allmählich weitere Erzählungen, die teils um die Geburt Jesu im Stall zu Bethlehem kreisen, teils Begebenheiten sind, die Kinder in der Vorweihnachtszeit erleben. Es würde mich freuen, wenn die eine oder andere Geschichte auch unter Ihrem Weihnachtsbaum aufmerksame Zuhörer finden würde. Der Verleger des Büchleins, das leider vergriffen ist, meinte, diese Weihnachtsgeschichten hielten jenen aus der Weltliteratur durchaus stand..

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Seitenzahl: 47

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Martin Renold

Die Nacht des Weihnachtswunders

Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Warum der Nikolaus weiß, was die Kinder tun

Was ein Reh in der Heiligen Nacht erlebte

Die Geschichte von der Eselin im Stall von Bethlehem

Der Stern von Bethlehem

Die Geschichte vom stolzen Weihnachtsbaum

Die Heiligen Drei Könige

Die lästigen Fliegen im Stall von Bethlehem

Wie Uschi Weihnachten feierte

Die Flucht nach Ägypten

Impressum neobooks

Warum der Nikolaus weiß, was die Kinder tun

In einem finsteren, tiefen Wald, niemand weiß genau wo, ist der Nikolaus mit seinem Knecht Ruprecht und dem Eselein zu Hause. Seine Hütte ist aus dunklem Holz. Aus dem Kamin auf dem Dach steigt ein weißer Rauch zum Himmel

Neben der Hütte steht ein großer Schuppen. Auf der einen Seite ist ein kleiner Stall daran angebaut, in dem das Eselein steht. Im Schuppen hat es große Holzgestelle. Hier lagert Knecht Ruprecht die Harasse mit den Mandarinen ein .und die Säcke mit den Nüssen. Schon lange vor dem 6. Dezember backen der Nikolaus und Knecht Ruprecht in der Backstube die allerfeinsten Lebkuchen und Brezeln.

Jeden Abend sitzt der Nikolaus in der Stube an seinem Tisch. In der Schublade hat er ein großes Buch verschlossen. Das ist das Wichtigste von allem. Sicher habt auch ihr schon einmal dieses geheimnisvolle Buch in der Hand des Nikolaus gesehen, wenn er euch am Nikolaustag besucht hat. Das Buch holt er aus der Schublade, und bis in die Nacht hinein schreibt er auf, was ihr im Lauf des Jahres Gutes und Liebes getan oder auch Dummes angestellt habt.

Gewiss habt ihr euch schon einmal gefragt, woher der Nikolaus dies alles weiß. Er kann doch seine Augen nicht überall haben. Das stimmt. Aber ich kann euch verraten, woher der Nikolaus sein Wissen hat.

Der liebe Gott hat nämlich jedem Kind ein Schutzengelchen zugeteilt. Die müssen auf die Kinder aufpassen, damit ihnen nichts Schlimmes geschieht. Ihr habt natürlich noch nie eines gesehen. Aber deshalb dürft ihr nicht glauben, dass es sie nicht gibt. Sie sind nämlich unsichtbar. Weil sie aber nicht aus Fleisch und Blut sind wie wir Menschen, können sie die Kinder, die sie beschützen müssen, auch nicht einfach so am Ärmel packen und zurückhalten, wenn sie etwas Dummes anstellten oder unvorsichtig über die Straße laufen wollen. Sie können den Kindern nur ganz leise ins Ohr flüstern. Das hört man dann wie eine innere stimme. Aber manchmal sind die Kinder so wild und laut, dass sie diese Stimme nicht mehr hören. Und so passiert eben trotz allem doch einmal ein Unglück. Oder ein Kind macht einen Blödsinn, den es nachher bereut.

Manchmal, wenn die Kinder schlafen, fliegen die Schutzengelchen zum Nikolaus in den finsteren Wald. Eines nach dem anderen kommt dann angeflogen und erzählt dem Nikolaus alles über das Kind, das es bewachen muss. Mit einem dicken Bleistift schreibt der Nikolaus in sein Buch, damit er nachher den Kindern für das Gute, das sie getan haben, danken und ihnen etwas aus seinem großen Sack schenken kann. Aber auch das, was nicht gut war, schreibt er auf, damit er die Kinder mahnen kann, das Schlechte nicht mehr zu tun und in Zukunft besser auf die Stimme des Schutzengelchens zu hören.

Weil der Nikolaus so viele Kinder besuchen muss, holt er manchmal schon einen oder zwei Tage vor dem 6. Dezember sein Eselein aus dem stall. Dann lädt der Knecht Ruprecht die Säcke, die er bereitgemacht hat, dem Eselein auf den Rücken. Und zusammen ziehen die drei dann durch den Wald in die Dörfer und Städte zu den Kindern. Die brauchen aber keine Angst zu haben, wenn ihnen der Nikolaus all das vorhält, was ihm im Bericht der Schutzengelchen nicht gefallen hat. Er will ja nur den Kindern helfen, damit sie e sin Zukunft besser machen, und zwar nicht nur bis Weihnachten, sondern durchs ganze Jahr, und auf die innere Stimme hören, damit kein Unglück geschehen kann.

Was ein Reh in der Heiligen Nacht erlebte

Es war im Dezember. Schon am Nikolaustag fing es zu schneien an. Den ganzen Tag schwebten die Schneeflocken wie kleine silbrige Sterne vom Himmel herab. Im Wald waren die Tannen zuerst ganz fein überzuckert. Als es aber nicht aufhören wollte und auch am nächsten Tag immer mehr Schnee vom Himmel fiel, sah es aus, wie wenn dicke Flaumkissen auf den Ästen lägen. Und auf dem Boden war der Schnee schon knietief. Die kleinen Tiere wie die Hasen und die Eichhörnchen konnten nicht mehr herumspringen und verkrochen sich in Wurzelhöhlen.

Aber auch für die großen Tiere wie die Rehe und Hirche wurde es mühsam. Sie fanden fast keine Nahrung mehr. Auch ein Reh, das erst im Sommer zur Welt gekommen war, konnte sich nur noch von ein paar dürren Ästchen ernähren. Aber davon wurde es nicht satt. Doch einmal kam es zu einer kleinen Waldlichtung. Dort stand eine hölzerne Krippe. Und darin lag viel Heu. Über der Krippe war ein weit ausladendes Dach angebracht, damit es nicht hineinschneien konnte. Das Reh ging ganz nah heran und äugte auf alle Seiten, ob nicht irgendwo eine Gefahr drohe. Aber eigentlich musste es gar keine Angst haben, denn die Krippe war extra für die Tiere im Wald aufgestellt worden, damit sie im Winter nicht verhungerten. Vorsichtig zupfte es ein Maul voll heraus. Und weil es so gut schmeckte, hörte es nicht mehr auf, bis es satt war. Von da an kam das Reh jeden Tag zur Futterkrippe.