Die Optimierungsfalle - James Shikwati - E-Book

Die Optimierungsfalle E-Book

James Shikwati

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Beschreibung

Der kenianische Ökonom James Shikwati stellt in seinem Aufsatz Lektionen für ein souveränes Afrika vor. Er beschreibt die historische Einflussnahme westlicher und asiatischer Akteure auf dem Kontinent und zeigt deren Einfluss auf die afrikanische Identität auf. Der ursprünglich im Englischen erschienene Essay, im Kursbuch 171 in einer Übersetzung von Christina Knüllig, zeigt deutlich: Die Afrikaner müssen sich selbst entdecken, um mit den globalen Playern mithalten zu können.

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Seitenzahl: 23

Veröffentlichungsjahr: 2012

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James Shikwati

Die Optimierungsfalle

Warum sich Afrika aus der westlichen und asiatischen Entwicklungshilfe befreien muss

Der Wettbewerb zwischen dem Westen und Asien um den Zugang zu Afrikas natürlichen Ressourcen und seinen Märkten bietet den Afrikanern die Chance, sich so zu verändern, dass sie ihren täglichen Herausforderungen kreativ begegnen, die Verantwortung für ihr Schicksal selbst übernehmen und ein vereinigtes Afrika aufbauen können.

Das Bemühen des Westens, uns Afrikaner nach europäischem Vorbild zu entwickeln, hat uns zu einer westlichen Kopie werden lassen und uns die Orientierung genommen. Es stellt sich deshalb die Frage: Können wir mit unserer gegenwärtigen Denkweise unsere soziopolitischen und wirtschaftlichen Aufgaben meistern, um aktiv am Weltgeschehen teilzunehmen? Denn was nützt es uns, wenn Autobahnen und Hochhäuser in unserer Mitte gebaut werden, wir aber unsere Identität verlieren? Überdies müssen wir uns damit herumschlagen, dass wir in einer Subsistenz- oder Selbstversorgungswirtschaft gefangen sind.

Der Westen hat sich dadurch hervorgetan, statt Produktionsmitteln Zerstörung nach Afrika zu bringen, vor allem Waffen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, warum das so ist: Mit der Kongoakte, den Beschlüssen der Berliner Afrika-Konferenz von 1885, hat sich der Westen formell entschieden, die Afrikaner dauerhaft zu optimieren. Im Februar 1885 beschlossen die führenden europäischen Mächte und ihre Verbündeten – insgesamt 14 Unterzeichnerstaaten –, über die Modernisierung der Afrikaner zu wachen. So wie ein vom Parlament beschlossenes Gesetz durch eine Reihe von gesetzlichen Vorschriften das Verhalten einer bestimmten Gruppe von Menschen beeinflussen soll, haben die Kongoakte und deren spätere exekutive Verfeinerungen in Form von Kolonialgesetzen und den Beschlüssen internationaler Institutionen wie der Weltbank oder dem Internationalen Währungsfonds den Mythos genährt, allein der Westen wüsste, was gut für die Afrikaner ist. Um diesen Mythos zu entzaubern, müssen sich die Afrikaner bemühen, ihre innere Einstellung von äußeren Einflüssen zu befreien, indem sie ihre eigene Gesetzgebung entwickeln – siehe die Afrikaakte 2012, auf die ich später noch zu sprechen komme.

Die Chinesen wiederum haben mit ihrer Politik des Einhaltens der »fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz« eine andere Haltung eingenommen. Dazu gehört die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer souveräner Staaten. Im Unterschied zum Westen, der das Schicksal der Afrikaner über deren Köpfe hinweg zu bestimmen versuchte, gründeten die Chinesen im Jahre 2000 gemeinsam mit den Afrikanern das »Forum on China–Africa Cooperation« (FOCAC).