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Elisabeth Helmke wurde von einer schweren Lebenskrise erschüttert. In diesem Zustand der größten Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geschah etwas noch nie Erlebtes, etwas Wunderbares. Elisabeth Helmke wachte spontan auf. Im Augenblick der größten Todesangst vernahm sie den Satz: "Dein Wille geschehe!" Das Denken und die Kontrolle hörten auf. Leere breitete sich aus, und es wurde beängstigend. Sie spürte Enge und der Atem stand eine Weile still. Sie sank tiefer in einen unendlich weiten Raum, in dem es nicht dunkel und auch nicht hell war. Das tiefe Sinken empfand sie zeitweise als sanftes Schweben. Die Todesangst verschwand und ein großer Frieden erfasste sie. Sie wurde regelrecht mit Frieden aufgefüllt, so als ob sich eine Karaffe mit Wasser füllt. Es war so wundervoll, dass sie dafür kaum Worte fand. In diesem Augenblick der intensivsten Präsenz fühlte sie Ruhe, Stille, Glückseligkeit und bedingungslose Liebe. Nach diesem plötzlichen Erwachen war sie wie neu geboren. Diese neue Wahrheit und Wahrhaftigkeit und der große Frieden wurden für sie zu einem tragfähigen Fundament, dass in ihr bis zum Ende ihres Lebens verankert bleibt. Sie war derart überwältigt, dass sie davor zurückschreckte, ihre Erfahrungen Anderen mitzuteilen. Rational nicht erklärbare Erlebnisse sind heute leider immer noch ein Tabuthema, bei dem man schnell als Spinner abqualifiziert wird. Nach mehreren Wochen des Schweigens sah sie durch Zufall auf dem Videoportal YouTube den Psychologen und spirituellen Lehrer Christian Meyer aus Berlin. Sie besuchte ein Seminar von Christian Meyer im ehemaligen Kloster Benediktushof bei Würzburg und konnte ihm dort ihr Spontanerwachen mitteilen. Seine Aussagen zum spontanen Erwachen waren mit ihren Erfahrungen identisch.
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Seitenzahl: 128
Veröffentlichungsjahr: 2023
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ELISABETH HELMKE
DIE REISE IN DEN AUGENBLICK
Band 1
- SPONTANERWACHEN -
Erschienen im Oktober 2023 im Eigenverlag
Gewidmet
Meinen Kindern
und
meinen Enkelkindern
INHALTSVERZEICHNIS
I. SINN DES LEBENS
Unsere Welt
Loslassen – Veränderungen
II. SPIRITUALITÄT
Spirituelles Erleben im Alltag
Traum des kleinen Mädchens
Meine Mutter
Kindheit 1953 – 1958
Schauspielerin und Nonne
Oma ist gestorben
Der Tod gehört zum Leben
Mein Onkel
Hotel Masuria am Eisingsee
Begegnung auf Schloss Burg
Klassentreffen
Kleines Erwachen
Nahtoderfahrung
Lebenskrise
Spontanerwachen - Spontanheilung
Nach dem Spontanerwachen
Seminar bei Christian Meyer
Katzenphobie
III. WACHSTUM DURCH VERÄNDERUNG
Ältere Dame
Tod eines Arztes
Schwiegervater
Testament eines Notars
Wohnungsloser
Manager am Lebensende
Unverarbeitete Trauer meiner Mutter
85. Geburtstag meiner Mutter
Die letzten Lebensjahre meiner Mutter
Abschied und Neubeginn
Trauer
Regelschule und Waldorfschule
Spielplatz
Kultureller Austausch
Ausblick
Liebe Leserin, lieber Leser
„Ich kann niemandem etwas beibringen,
ich kann sie nur zum Nachdenken bringen.“
Sokrates
I. Sinn des Lebens
Unsere Welt
Vor einiger Zeit war in einer Zeitung das Inserat eines Mannes zu lesen, der heiraten wollte und eine Frau suchte. 99 Bücher und Schriften über Liebe und Ehe habe er gelesen und jetzt suche er, ausreichend informiert, eine Frau fürs Leben. Es sah so aus, als ob ihm jemand das verschrieben habe und er fest daran glaube, mit 99 Rezepten über Liebe und Partnerschaft alle guten und schwierigen Zeiten der Ehe bestehen zu können.
Damit wird er sicher genauso scheitern wie die Patienten, die notwendigerweise Medikamente nehmen müssen, jedoch das eigene Zutun zur Gesundung ausblenden.
In allen Lebensbereichen wird auf diese sog. Ratgeber gehört, um im Mainstream mitschwimmen zu wollen. Fremde „Kochrezepte“ und Meinungen werden den eigenen Wünschen und Gefühlen übergeordnet. Damit können die Fähigkeiten von Kreativität und Empathie, die zwar in jedem Menschen stecken, aber oft im Tiefschlaf dort bis zum Tode schlummern, nicht wachsen und werden verkümmern, ohne dass sie jemals aufgewacht sind und sich entwickeln konnten.
Ich bin davon überzeugt: Wachstum ist notwendig für jeden Menschen. Aber um wachsen zu können, müssen wir vorher aufwachen.
Damit ist selbstverständlich nicht das Aufwachen am Morgen nachder Nacht gemeint, sondern das Aufwachen aus einer inneren Haltung von Unbewusstsein und Wirklichkeitsverweigerung.
Wir können viel zu besserem Wachstum beitragen – aber wachsen lassen können wir nicht.
Da sind unsere Grenzen. Wir können wie bei den Pflanzen Wachstum fördern durch gute Erde, Wasser und Licht – so können wir auch Wachstum fördern im Leben, in der Familie, für die Umwelt im Kleinen und mit Wirkungen für das Große.
Wachstum an Reife, an Glück, an gemeinsamer Verantwortung, an Freude.
Es ist für viele Menschen unvorstellbar, mit einem überwiegend materiellen Standard zufrieden leben zu können, der nicht ständig weiter ansteigt. Unser Denken, Fühlen und Handeln sind davon bestimmt, mehr haben zu wollen und mehr konsumieren zu können als z. B. die Nachbarn, und im Internet können wir uns mit der ganzen Welt vergleichen, immer frei nach dem olympischen Motto von „Größer, Höher, Weiter“.
Unser Denken konzentriert sich nur auf wirtschaftliches Wachstum, um den sonst so „gefährdeten“ Wohlstand immer mehr steigern zu müssen. In Wirklichkeit ist dieses nur extremer Egoismus, so lange wir uns nicht verändern. Wir können nicht ohne Beschränkung, wie selbstverständlich, lebenswichtige Ressourcen nehmen, und dabei die Erde zu Grunde richten. Sollte es der Menschheit nicht gelingen, diesen Egoismus zu überwinden, wird es weiter die rücksichtslose Erdausbeutung, und wird es die Apokalypse von Kriegen und den Kampf um den letzten Tropfen Wasser geben.
Ich gebe zu, es ist schwierig bis fast unmöglich, Fragen zur Zukunft der Erde zu stellen, geschweige denn, sie auch nur ansatzweisebeantworten zu können, wenn wir uns nicht vorher über das Lebenselbst und über den Sinn des Lebens Klarheit verschafft haben.
Ja, aber wie ist das Leben? Welches ist der Sinn des Lebens?
Jeder Mensch hat darauf natürlich eine andere Antwort oder Einstellung.
Der Eine präsentiert dabei seine Yacht, sein Haus, seine Affaire.
Eine Andere erzählt von Wellness und Fernreisen.
Meistens beziehen sich die Antworten auf die Frage nach dem Sinndes Lebens auf Geld, Wohlstand, Ansehen und Macht und man will von allem immer mehr haben als der Nachbar oder Kollege.
Immer mehr Menschen tun sich allerdings damit schwer, in materiellen Dingen einen Sinn des Lebens zu erkennen.
Aber muss man überhaupt einen Sinn erkennen? Vielleicht gibt es ja gar keinen Sinn des Lebens?
Aber auch dann, wenn wir den Sinn unseres Lebens nicht kennen oder nicht benennen wollen, bleiben die Fragen: Wie erleben wir buchstäblich das Leben? Welche Erwartungen haben wir, und wie werden sie erfüllt oder eben auch nicht?
Ist das Leben für uns Rausch oder Herausforderung, Leichtigkeit oder Plage, Genuss oder Chance?
• Kriege überall auf der Erde
• Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht
• Durch die Kriege ist die Welternährung gefährdet
• Armut auch in reichen Industrieländern
• Vermüllung der Ozeane
• Brandrodung der Regenwälder
• Globale Klimakrise
• Abschmelzen der Gletscher
• Wirbelstürme und extreme Regenfälle
• Apokalyptische Waldbrände
• Pandemie
• Massentierhaltung
Die Aufzählung lässt sich noch mit vielen gravierenden Aussagen und Folgen für die Menschheit fortsetzen. Jeden Tag lesen und hören wir diese Meldungen und es kommen immer wieder neue, bzw. fortwährend sich steigernde Ereignisse dazu.
Das Bedrückende an diesen Tatsachen ist, dass bei allen Punkten der Mensch entweder als direkter Verursacher, oder für das Ausmaß einzelner Katastrophen verantwortlich ist.
Millionen unschuldiger Menschen, aber besonders die Kinder, leiden darunter. Ihre Heimat und Ihre Lebensgrundlagen gehen verloren. Die elementarsten Bedürfnisse wie Nahrung und Sicherheit werden nicht mehr oder nicht mehr ausreichend befriedigt.
Krieg, Vermüllung und Brandrodung sind vom Menschen gemacht und direkt von ihm zu verantworten. Klimaveränderungen, Waldbrände und Pandemie entstehen zwar auch ohne Zutun des Menschen, aber dann in einem wesentlich geringeren Umfang, so dass sich die Natur bisher immer wieder weitestgehend selbst helfen und heilen konnte.
Die globalen Auswirkungen menschlichen Handelns steigern sich immer schneller.
In den letzten Jahren hat die Corona-Pandemie als rahmengebende Daseinskrise unser Leben bestimmt. Dazu kommen die vielen anderen Krisen und Katastrophen, die die Menschheit erschüttern und täglich beschäftigen.
Bedrückend ist aber auch, dass das alles keine neuen Erkenntnisse aus den letzten drei Jahren sind, sondern dass die Anfänge der Klimakrise und die Folgen davon schon seit vielen Jahren bekannt sind. Es wird allerdings weltweit nicht genug für eine Änderung der Verhältnisse getan, um die Erde auch in den nächsten Jahrhunderten noch zu bewahren.
Die Frage ist also, wieso passiert so wenig, um z. B. die Erderwärmung zu begrenzen?
Die Antwort darauf ist zwar manchmal in den Medien zu lesen und zu hören, sie wird jedoch nicht ernsthaft verinnerlicht, weil die Umsetzung gleichzeitig die Einschränkung des Wohlstands und der persönlichen Bequemlichkeit der Menschen bedeuten würde.
Eine Änderung der Umweltsituation, gleich welche der vielen Katastrophen betrachtet wird, macht eine Änderung unserer inneren Haltung notwendig.
Die Änderung ist notwendig, weil eine Not gewendet werden muss.
Ich bin davon überzeugt, dass die Änderung der inneren Haltung eines jeden Menschen auch wichtige Veränderungen in der Welt bewirken können.
Der gesunde Menschenverstand müsste doch eigentlich ausreichen, um zu erkennen, wohin Umweltzerstörung und Klimaveränderung führen.
Aber braucht es dazu ein Erkennen durch Aufwachen? Anscheinend doch! Dieses Aufwachen muss natürlich kein spirituelles Aufwachen sein, die Bewusstwerdung kann z. B. auch durch ein „AHA-Erlebnis“ ausgelöst werden, z. B. durch ein Hobby, Gespräch, Theaterbesuch, Waldspaziergang, Meditation, u. v. m. Das Leben hält dazu vielfältige Möglichkeiten bereit. Radikale Veränderungen bei jedem Einzelnen werden notwendig sein, um vorwärts zu kommen, um zu retten, was noch zu retten ist.
Früher oder später kommen wir nicht darum herum, bei uns selbst anzufangen. Wir können selbst entscheiden, ob wir im Leid stecken bleiben oder uns daraus befreien wollen.
Wir dürfen nicht, wie viele Politiker es tun, nur einen begrenzten Zeitraum bis zur nächsten Wahl betrachten, um den Wählern nicht weh zu tun, und dann hoffentlich wieder gewählt zu werden. Von vielen Verantwortlichen wird oft nur das gesagt, was ankommt; es wird aber nur selten gesagt, worauf es ankommt.
Ich verstehe auch viele aus der Seniorengeneration nicht. Eine Denkart ist: „Ich habe nur noch ein paar Jahre, so lange wird es noch reichen; die Erde wird in dieser Zeit weder verglühen noch explodieren. Ich muss mich also nicht einschränken oder meinen Lebensstil ändern.“ Aber auch Menschen mit dieser Einstellung haben Enkel, freuen sich über deren Entwicklung und fördern sie, wo sie nur können. Dass aber diese Enkel später nur eine lebensfeindliche Umgebung haben, mit der sie zurechtkommen müssen, weil es nichts anderes mehr gibt – dieses Szenario wird ausgeblendet. Es würde ja bedeuten, dass Gewohnheiten hinterfragt werden müssten, die heute Belastungen für die Umwelt darstellen und langfristige, unumkehrbare Schäden verursachen.
Meine Hoffnung ist, dass jeder Mensch, unabhängig von sozialer Stellung und Bildungsniveau, sich selbst reflektiert, was er tun kann, und sei es nur ein ganz kleiner Beitrag, um die Welt menschlicher zu machen und die Erde für unsere Nachkommen bewohnbar zu bewahren.
„Wer die Welt bewegen will,
sollte erst sich selbst bewegen.“
Sokrates
Loslassen – Veränderungen
Ich habe am Anfang dieses Buches ganz bewusst einen großen Bogen über die Erde und die Menschheit gespannt, weil ich davon überzeugt bin, dass es zwischen Himmel und Erde auch Dinge gibt, die wir mit dem derzeitigen Stand und Verständnis der Wissenschaft und der begrenzten Dimension unseres Gehirns nicht, bzw. noch nicht erfassen können.
Vielleicht gelingt das unseren Nachfahren in 200 oder 300 Jahren, so wie unsere Vorfahren in früheren Zeiten noch nicht wussten, warum es bei Gewitter donnert und darum an einen Donnergott glaubten.
Was wir nicht in unser Weltbild der Naturwissenschaften einordnen und dort exakt nachgewiesen finden, das scheint nicht zu existieren. Diese allgemeine Auffassung ist vorherrschend, wobei eben alles, was in tieferen Dimensionen trotzdem wahrhaftig ist, ausgeblendet und ignoriert wird.
Nur ein Bruchteil unserer kleinen und großen Handlungen und Entscheidungen wird durch unseren bewussten Willen veranlasst. Der größte Teil unseres Tuns wird aus dem Unbewussten gesteuert. Hier kommen Einflüsse aus Vererbung, Erziehung und Umgebung zusammen, die sich wie Datenautobahnen buchstäblich in unser Gehirn eingegraben haben und sich mit der Zeit immer weiter verfestigen und verstärken. Es sind dabei alle möglichen Eigenschaften, Bewältigungsstrategien und auch Marotten anzutreffen, die bleiben, unser tägliches Leben zum größten Teil unwillkürlich bestimmen und unsere Persönlichkeit ausmachen. Dazu gehören positive Eigenschaften, die uns liebenswert machen, wie z. B.: Empathie, Gerechtigkeit, Höflichkeit, Toleranz, Kreativität, Bescheidenheit, Fürsorge, u. v. m. Aber auch negative Ausprägungen können unsere Persönlichkeit bestimmen, unter denen wir möglicherweise selbst leiden, wie z. B. die sieben Todsünden: Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit.
Alle diese Eigenschaften bleiben wirksam, so wie sie nun einmal entstanden sind. Sie verschwinden nicht automatisch, wenn sie nicht mehr erwünscht sind. Sie müssen dann ganz bewusst und mit viel Arbeit „wegtrainiert“ oder zumindest in ihrer Wirkung zurückgedrängt werden.
Auch bei den positiven Eigenschaften kann es manchmal zu einem „Zuviel“ kommen:
Ein Mensch kann vielleicht nicht „nein“ sagen; seine Hilfsbereitschaft wird ausgenutzt; es gibt keinen Ausgleich; der Stresspegel steigt und führt u. U. zum Burnout.
Eine Veränderung ist immer mit einemLoslassen verbunden, einem Loslassen alter Gewohnheiten. Viele Menschen kleben regelrecht an alten Mustern und Strukturen. Sie haben sich gut eingerichtet und wollen alte Pfade nicht verlassen. Es geht ihnen dabei aber nicht immer gut. Sie wissen, dass sie etwas verändern müssten, tun es aber nicht und leiden. Das Alte ist eben bekannt und vertraut, und das Neue macht unsicher und erzeugt Angst. Etwas Neues zu wagen heißt, ich gehe ein Risiko ein, auch auf die Gefahr hin, dass ich scheitern könnte. Diese Angst vermeiden viele Menschen. Sie möchten die positiven Gefühle leben, frei nach dem Motto: Hip und hop und fit for fun. „Unangenehmen Gefühlen“ will man aus dem Wege gehen, indem Gefühle wie z. B. Angst, Trauer, Wut und Ärger durch immer mehr Rauschmittel unterdrückt werden, was aber nur für eine kurze Zeitdauer wirkt, und das Suchtpotenzial dann noch weiter ansteigt.
Die Angst vor Alter und Tod wird z. B. dadurch verdrängt, dass die Schönheitsindustrie den Menschen durch allgegenwärtige Werbung suggeriert, dass sie mit Faltencremes und Gesichtsstraffungen dem Tod entgehen oder ihn zumindest aus dem Bewusstsein verdrängen können.
Diese Zwänge und Verhaltensmuster werden aber manchen Menschen immer bewusster.
Viele Menschen sind bereits in den unterschiedlichsten Bereichen aktiv, um Veränderungen herbeizuführen. Einige wollen zuerst ihre Selbsterkenntnis entwickeln und besuchen daher Meditationswochenenden und Schweigeretreats. Wer jedoch dabei in der Haltung von „Größer, Höher, Weiter“ stecken bleibt und sich nicht durch Meditation oder spiritueller Kontemplation mit etwas Größerem verbindet, für den ist es nur Make-up für die Seele und dient dann nur dazu, sich selbst zu optimieren und letztlich doch keine Entwicklung zu schaffen.
Die Kunst besteht darin, mit Eigenverantwortung und Zuversicht für das eigene Leben und mit den daraus resultierenden Anforderungen zurechtzukommen und dabei Ziele im Auge zu haben, die einem persönlich wichtig sind.
Solchen Veränderungen stellen sich immer mehr Menschen, die ihren Selbstwert aus sich selbst heraus entwickeln und nicht von Äußerlichkeiten wie Macht und Geld abhängig sind. Hinter dem Streben nach Macht und Geld steckt letztendlich, meiner Meinung nach, nichts anderes als das Betteln um Liebe und Anerkennung.
Die Darstellung von Bewusstwerdung und Wachstum und deren gute Auswirkungen auf das Leben im zwischenmenschlichen Bereich sind meine Anliegen in diesem Buch.
Ich werde meine spirituelle Entwicklung mit Ereignissen aus meinem Leben beispielhaft schildern und über dasAufwachen ausführlich berichten.
Im Weiteren möchte ich an Hand von Erlebnissen Situationen beschreiben, in denen wir alle gefordert sind, unser Verhalten immer wieder zu hinterfragen, um Veränderungen, und somit Wachstum zu unserem Wohle und besonders zum Wohle der nachfolgenden Generationen zu bewirken.
Ich hatte das Glück, dass ich eine tiefe Erfahrung machen durfte, und je weiter das Ereignis zurückliegt und je mehr mir dessen Bedeutung immer bewusster wird, umso mehr nenne ich es Gnade. Diese Erfahrung ist dasAufwachen hin zu einem authentischen Leben, was mit dem Loslassen alter Wertvorstellungen und Überzeugungen verbunden ist. Dastiefe Aufwachen ist für mich auch eine Bestätigung darin, dass ich in meinem Leben bereits viele kleinere Aufwachmomente hatte, die schon zu Veränderungen und zu einer verstärkten Sensibilisierung im zwischenmenschlichen Umgang geführt haben.
II. Spiritualität
Spirituelles Erleben im Alltag
Ich habe eine große spirituelle Ressource entdeckt, die bereits mein Leben lang in mir war.
Sie fand allerdings nicht genügend Beachtung, da ich von außen vermittelt bekam, dass die Menschen den Verstand in den Mittelpunkt stellen sollen. Das ist zwar in bestimmten Situationen gut und wichtig; die Emotionalität ist dabei allerdings die große Verliererin.
Ein Leben lang war ich auf der Suche nach etwas Unbekanntem. Schon als kleines Kind machte ich mir Gedanken über das Leben. „Was ist Leben, wo kommen wir her und wo gehen wir hin? Ist nach dem Leben alles zu Ende? Kann das alles sein, was ich um mich herum wahrnehme? Oder gibt es noch mehr, etwas Größeres?“ Ich erinnere mich gut daran, als ich mit 8 Jahren im Fach „Biblische Geschichte“ der Lehrerin aufmerksam zuhörte. Ich war fasziniert von den Geschichten über Gott, Jesus, Adam und Eva. Die wunderschön gemalten Bilder übten einen entsprechenden Reiz auf mich aus und beeindruckten mich sehr. Mich erreichte das Übersinnliche, das Spirituelle. Den lieben Gott stellte ich mir hinter einer großen Wolke vor, wie er auf die Welt herabschaut, mit seinem gütigen Ausdruck im Gesicht und einem langen, weißen Bart. Das gab mir oft Trost. Ich fühlte mich geborgen und von ihm angenommen.
