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Wie kann ich die Herausforderungen des Lebens annehmen, ohne mich verstellen zu müssen? Wer bin ich wirklich und was gibt meinem Leben Sinn? Wenn wir lernen, auf die feine Stimme unserer Seele zu hören, beginnen wir, unsere wahren Bedürfnisse und unseren eigenen Weg wieder wahrzunehmen. Unsere Seele ist oftmals der beste Coach. Mit vielen Übungen, Meditationen, Fallbeispielen und Anleitungen zeigt Silke Freudenberg, wie wir aus Krisen gestärkt hervorgehen können. Schritt für Schritt gelingt es, inneren Glaubenssätzen auf die Spur zu kommen und alte hinderliche Überzeugungen zu verändern. Wenn wir uns unseren Blockaden und Ängsten annähern und unsere verborgenen Verletzungen an die Oberfläche bringen, damit sie heilen können, wird sich unser Potenzial voll entfalten.
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Seitenzahl: 332
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Gewidmetallen Menschen
Silke Freudenberg
Verantwortlich und authentisch leben
Die Informationen und Ratschläge in diesem Buch wurden mit größter Sorgfalt von Autorin und Verlag erarbeitet und geprüft. Eine Garantie kann jedoch nicht übernommen werden. Eine Haftung der Autorin bzw. des Verlags für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden sind ausgeschlossen.
Hinweis der Autorin:
Der Inhalt meines Buches ist lediglich zu Informationszwecken bestimmt und stellt in keiner Weise Ersatz für professionelle Beratung und Behandlung von Ärzten, Psychotherapeuten oder Heilpraktikern dar. Falls Sie Gesundheitsprobleme haben, empfehle ich Ihnen, einen Arzt oder Heilpraktiker Ihrer Wahl zu Rate zu ziehen.
Meine Coaching- und Seminar-Angebote dienen der Verbesserung Ihrer Lebensqualität. Sie sind für Menschen da, die ihr Potenzial entfalten oder einen neuen Umgang mit bestimmten Lebensbereichen erlernen wollen, sowie zur persönlichen Entwicklung. Mit meinen Bildern möchte ich Ihnen wertvolle Impulse für Ihr Leben geben, die Sie näher zu Ihrer eigenen Seele führen können.
Das eBook einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Der Nutzer verpflichtet sich, die Urheberrechte anzuerkennen und einzuhalten.
1. eBook-Ausgabe 2021
© 2015 by Scorpio Verlag in Europa Verlage GmbH, München
Umschlaggestaltung: Guter Punkt, München | www.guter-punkt.de
unter Verwendung eines Motivs von © Silke Freudenberg
Originalbilder: © Silke Freudenberg
Fotos von den Originalbildern: Cover, S. 15, 39, 55, 121, 251: © Fotostudio Inge Hermann; S. 105, 239: © Christian Gehrig; S. 71, 151, 275, 183, 199, 227: © Erich Kraus; S. 29: © Josef Wiesen
Layout und Satz: BuchHaus Robert Gigler, München
Konvertierung: Bookwire
ePub-ISBN: 978-3-95550-323-9
Alle Rechte vorbehalten.
www.trinity-verlag.dewww.scorpio-verlag.de
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Ansprechpartner für ProduktsicherheitEuropa Verlage GmbHMonika RoleffJohannisplatz 1581667 Mü[email protected]+49 89 18 94 [email protected]
Einleitung
1. Bewusstsein und Unterbewusstsein
Das Eisbergmodell
Bewusstseinsarbeit als Erkenntnisweg
Der Prozess des Erwachens
Resonanz und Kommunikation
2. Das Aufdecken des Unbewussten
Ein »Grundkurs« in Sachen Gefühle
Glaubenssätze – unsere inneren Überzeugungen
Soziale, psychologische und seelische Grundbedürfnisse
3. Einblick in die Trauma-Arbeit
Das Wesen von Energie
Die Entstehung energetischer Blockaden
Der Schmerzkörper
Energiemeditation: »Wer oder was bin ich wirklich?«
4. Integrieren bedeutet transformieren
Gefühle integrieren und heilen
Von etwas wegwollen ist der beste Klebstoff
Der Traum vom besseren Leben
Lieben können
Online gehen mit dem Tao
Übung: »Verbindung mit dem Tao«
5. Das Potenzial zur Veränderung
Die eigenen Barrieren und Blockaden erkennen
Annehmen, was ist – die größte Herausforderung im Leben
Systemisches Coaching und energetische Aufstellungsarbeit
Achtsamkeit in der Aufstellungsarbeit
Rückführungen und Aufstellungsarbeit
Fallbeispiele aus meiner Aufstellungsarbeit
6. Das Öffnen des Körpers – für die Seele
Freier Kopf und Offenheit bis in jede Körperzelle
Anerkennung unserer Eltern
Fühl-Übung: »Den Eltern danken«
Innere Frau & Innerer Mann
Übung: »Lernen Sie beide inneren Kräfte kennen«
Wie wir unsere Verwandlung verhindern
Übungen, Energiearbeit und Meditationen
Die heilende Fühl-Übung: »Sich dem Raum öffnen«
Fühl-Übung: »Heilen der Trennung«
7. Selbstliebe und Selbstvertrauen empfangen
Der Weg zur Selbstliebe
Zwei Geschichten über das Finden zur Selbstliebe
Unser Schicksal anzunehmen birgt große Kraft
Vertrauen
Selbstvertrauen
Die Seele findet immer einen Weg – auch den »Reset-Knopf«
Übung: »Der eigenen Wahrnehmung vertrauen«
Ihr größtes »Ja-Wort«
Übung: »Seelenbefragung«
Der Kreislauf des Empfangens unserer Gaben
Zurück zum Geben und Empfangen
»Wenn die Welt ein Dorf wäre …«
8. »Selbst-Coaching« für bewusste Meisterschaft
Vom Opferbewusstsein zum Schöpferbewusstsein
Fühl-Übung: Unser »Ich-Haus« renovieren
Die Herz-Spiegel-Meditation
Unser Inneres Kind heilen
Falle Bewertungen
Positive Glaubenssätze
Übungen mit »Energieankern«
Übung: »Bewusstmachung Ihrer persönlichen Bedürfnisse
Unser Wertesystem
Übung: Klarheit über die eigenen Werte
Fortgeschrittenen-Übung: »Die Vergangenheit segnen«
Paradigmenwechsel – eine neue Sicht
Das Wunder der Resilienz
Einstieg und Prozess im Einzelcoaching
9. Kreativität – die Brücke zwischen Spirit und Menschsein
Unsere Schöpfungen tragen Bewusstsein
Fühl-Übung: »Bin ich ein kreativer Mensch?«
Neue Perspektiven
Süchte als Ausdruck der Suche nach dem göttlichen Wesenskern
Sexualität als Tor zur Allverbundenheit
10. Den eigenen Weg gehen wollen
Berufung – einige Fallbeispiele
Seine Passion im feinstofflichen Bereich halten
Innere Leere und Langeweile
Energetische Felder und das Massenbewusstsein
Ein Seelenbild für meine Arbeit – und wie es dazu kam
Wie Sie Ihr Angebot aus Ihrer Seelenqualität heraus entwickeln können
Übung: »Malen aus Ihrer Seele heraus«
Übung: »Lassen Sie Ihre Seele schreiben«
Ihr »Satz« – wie bringen Sie Wörter in die Ebene der Form?
11. Die Verwirklichung Ihrer Berufung
Das Thema Geld heilen
Ein Ziel entwickeln
Meditation: »Alles ist da – jetzt«
Alles hat einen Sinn, wir erkennen ihn oft erst später
Wir wollen Freiheit – aber sind wir reif dafür?
Selbstständig sein oder Arbeitnehmer?
Das Feuer der Begeisterung
12. Aufbau einer eigenen Selbstständigkeit
Was ist Ihr Ziel?
Der Lehrmeister ist das Leben selbst
Das Verlieren kennenlernen
Tun oder empfangen?
13. Mensch und Seele – in dieser Welt
Der freie Wille – Geschenk und Lernaufgabe
»Mitfühlende Psychologie«
Pioniere des Wandels – neue Unternehmenskultur
Bewusstes Leben in einer sich rapide wandelnden Welt
Das »Und« in der Welt
Fühl-Übung: »Liebe ist …«
Seelencaoch sein im Alltag
Zitate aus Seelengefährten-Briefen
Nachwort von Claudius
Bildtexte
Die Lehrmeister in unserem Leben sind heutzutage unsere Beziehungen, Erfolg bzw. Misserfolg im Beruf, Gesundheit, finanzielle Möglichkeiten oder Probleme sowie die häufig verloren geglaubte Sinnhaftigkeit unseres Lebens. Oft schütteln uns persönliche Krisen, und unser Alltag steht kopf. Dennoch haben diese Lebenserfahrungen ihren Sinn, da sie uns zur Selbsterkenntnis führen.
Wir stehen in unserem irdischen Dasein vor der Herausforderung, die seelisch-geistige Ebene mit der weltlichen Ebene zu verbinden. Wie finden wir Einklang und Balance zwischen dem Energiewesen in uns und den Anforderungen unseres Lebens als Mensch?
Irgendwann erkennen wir, dass eine Leere in uns mit keinerlei Ersatz zu füllen ist. Wir erwachen und begeben uns auf die herausfordernde, aber erfüllende Suche, zu erfahren, wer wir sind. Ich wünsche jedem Menschen, dass er sich als ein Teil der Einheit erlebt – als ein ganz individueller Teil eines großen, ewigen Lebens. Körper, Geist und Seele sind verschiedene Ebenen in unserem Menschsein, die wir bewusst erfahren können. Unsere Seele ist wie ein Gefäß für unseren Geist, unseren Spirit.
Irgendwann wird ein Wunsch in uns immer deutlicher: Ich will mich hier im irdischen Leben ausdrücken. Ich möchte meine Gaben einbringen und davon leben – aber wie kann das gelingen? Ich möchte mich zeigen, wie ich bin. Ich möchte einen Weg gehen, auf dem ich mich von meiner Seele führen lasse, um meinen Spirit auf die Erde zu bringen, auf leichte, freudvolle und erfüllende Weise. Immer mehr Menschen sehnen sich nach so einem authentischen Leben. Ich selbst trage eine tiefe Liebe zum Leben und zu den Menschen in mir. Diese Liebe ist wertfrei. Durch diese innere Annahme, die mehr ist als nur Akzeptanz, fürchte ich mich nicht vor den seelischen Abgründen der Menschen. Ich kann ihr wahres Wesen erkennen, ihren echten Kern fühlen. In Verbundenheit mit der geistigen Welt, mit Bewusstheit, Stille und Humor begleite ich Menschen auf dem Weg ihrer Suche. Ich führe sie an den Punkt, an dem ihre Seele übernimmt, an dem sie von ihrer Präsenz geleitet leben können.
In den 24 Jahren meiner bisherigen Selbständigkeit war ich 15 Jahre in Unternehmen erfolgreich tätig, in Führung, Organisationsaufbau, Vertrieb und im Seminarbereich. Ich entwickelte und gab Schulungen für Führungskräfte und Mitarbeiter. Dabei war ich vielfach sehr enttäuscht von dem rücksichtslosen, unmenschlichen Führungsstil verschiedener Firmen. Chefs beauftragten mich, die Mitarbeiter und Teams eher auf Spur zu trimmen, als ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Sie hatten einen Tunnelblick, der zu mehr Umsatz führen sollte. Sich selbst hinterfragten sie hingegen nicht. Ihnen war überhaupt nicht klar, dass sie bestimmte Menschen in ihr Unternehmen ziehen. Sie änderten Dinge nur im Außen: gestalteten Büros zu Glaskästen, druckten Hochglanzbroschüren, fuhren große Autos, senkten Preise und Gehälter und tauschten Mitarbeiter wie Zahnrädchen aus. Während dieser Zeit begann ich ein Buch zu schreiben. Ich wählte für mich die Arbeitstitel »Ganzheitliche Führung«, »Sanfte Führung« oder »Medizin für Unternehmen«. Achtzig Seiten brachte ich zu Papier und verstand dann, dass das Schreiben für mich eher ein Selbstheilungsprozess war.
Es war zu dieser Zeit schmerzhaft für mich, zuzuschauen, wie Unternehmen rote Zahlen schrieben und eingingen. Erst das Anerkennen und Annehmen solcher Entwicklungen mit einem größeren Bewusstsein heilte diesen Schmerz. Ich hörte auf, Menschen oder Unternehmen retten zu wollen. Obwohl ich beruflich immer selbstständig gewesen bin, fühlte ich mich erst danach richtig frei.
Mein zweites Buchprojekt war und ist ein Bilderbuch an den Wänden. Als ausgebildete Malerin ließ ich meine tiefsten Erkenntnisse und Energien in meine Bilder fließen. Bilder transportieren Bewusstsein und können dies wie Musik aus dem Herzen vermitteln. »Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar, man sieht nur mit dem Herzen gut …«, sagte schon der kleine Prinz. Betrachten wir ein Bild mit einem offenen, weichen Blick, fließen uns, am Verstand vorbei, Botschaften zu. Jede meiner vielen Ausstellungen war ein neuer Blick in dieses Bilderbuch unsichtbarer Energien. Ein Blick in die große Liebe.
Durch das Malen vieler persönlicher Seelenbilder sah und spürte ich die individuellen, wunderbaren Potenziale der Menschen. Ich war tief berührt von ihrer Schönheit und Größe. Die Frage »Wie kann ich Menschen unterstützen, ihre Gaben und Potenziale zu leben?« führte mich zu meiner ganz eigenen Arbeit.
Dieses Projekt war mehr ein Spaß unter Freunden. Von ihnen hörte ich immer wieder die Aufforderung: »Schreib doch mal ein Handbuch für angenehmes Leben – ein Handbuch für Lebensfreude.« Zum einen kam dies, weil ich das große Glück habe, mit allen Sinnen genießen zu können. Ich liebe die Köstlichkeiten des Lebens. Für die Menschen in meiner Umgebung war immer zu spüren, wie tief ich das Leben in mich hineinließ und wie sichtbar erfüllend dies wirkte.
Ich hatte einen Weg gefunden zu einem großen Urvertrauen ins Leben. Diese Freude zur Erde ist aber nur so besonders, da sie mit der Liebe des Himmels verbunden ist. Das Liebesspiel zwischen Himmel und Erde tanzt in jeder Zelle in mir. Ein »Handbuch für Lebensfreude« im Sinne von einem angenehmen Leben wäre für mich jedoch gleichbedeutend wie schwimmen lernen wollen, ohne nass zu werden.
Dieses Buch beinhaltet meine Erfahrungen, die ich in meinem Leben gemacht habe und in der gemeinsamen Arbeit mit vielen Menschen machen durfte, und geht doch weit über mein jetziges Leben hinaus. Es entstand, begleitet von einer unglaublichen, liebevollen Verbindung mit der geistigen Welt. Es ist das beste »Handbuch für Lebensfreude«. Für eine Freude, die bleibt und nie wieder verloren geht.
Die Seele als Coach ist unser größter Schatz! Und dieser ganz persönliche Coach zeigt uns einen Weg auf, Seelentiefe mit Erfolg zu leben.
Die Idee zu diesem Buch kam auf, als ein bekannter Verleger mich an meinem Seminarplatz aufsuchte. Nach drei Stunden Gespräch über unsere Lebenserfahrungen und meine Seminartätigkeit stand der Vorschlag im Raum, ein Buch darüber zu schreiben. Hier ist es!
Silke Freudenberg
Bewusstsein und Unterbewusstsein
Was können Sie durch Bewusstseinsarbeit verwirklichen?
Was brauchen Sie in Ihrem Erwachensprozess ganz besonders?
Erfahren Sie, wie Sie die Resonanz zu einem Lehrer weiterbringt und wie Sie das Energiefeld einer bewussten Gemeinschaft unterstützen kann.
Die Ausbildung zum Seelencoach ist ein Bewusstwerdungs- und Selbstheilungsprozess. Gleichzeitig dient sie dem Erlernen vielfältiger Methoden für die Arbeit mit Menschen. Gerade durch seine Praxisnähe lässt sich der Seelencoach-Prozess mit dem persönlichen Alltag gut verbinden. Er ist Wegweiser für ein authentisches Leben und ein ganz persönlicher roter Faden für die Umsetzung der eigenen Berufung. Das eigene Erleben, während Sie dieses Buch lesen, ist Ihr wertvoller Erfahrungsschatz. Gleichzeitig lernen Sie in jedem Moment, in dem ich von der Arbeit mit anderen Teilnehmern berichte, etwas für sich selbst. Wir beginnen im Seelencoach-Prozess mit dem Spüren, von wo aus jeder Einzelne für sich startet und wie wir gemeinsam losgehen.
Es ist bekannt, dass ein Eisberg nur mit seiner Spitze über dem Wasser zu sehen ist. Der viel größere Teil liegt unter der Oberfläche. Daher ist der Eisberg ein ideales Symbol für unser Bewusstsein und Unterbewusstsein.
Nur der kleinere Teil des Sich-bewusst-Seins ist für uns greifbar und zugänglich. Damit können wir bewusst wählen und bewusst unser Leben gestalten. Der große, unbewusste Teil dieses »Eisbergs« ist uns nicht zugänglich. Er umfasst unbewusste Verletzungen, Gefühle, Glaubensmuster und Überzeugungen über uns selbst und die Welt. Er beinhaltet aber auch wertvolle Potenziale, von denen wir leider gar nicht wussten, dass sie in uns stecken.
In meiner Arbeit als Coach bringe ich Verborgenes an die Oberfläche: verborgene Verletzungen, damit sie heilen können, und ungeahnte Potenziale, damit wir die Möglichkeit bekommen, sie in unserem Leben zu entfalten.
Oftmals warten wir Menschen auf das »Leben« als Lehrmeister. Um unsere verborgenen, wunden Stellen zu berühren, trägt dieser Lehrmeister viele Gesichter. Sie heißen beispielsweise »Liebe und Beziehung«, »Krankheit«, »finanzielle Not« oder »Macht«, und sie zeigen uns Ohnmacht und Kontrollverlust auf. In meinen Einzelcoachings fallen manche aus allen Wolken, wenn sie erkennen, dass ihr unbewusster Anteil eine »geheime Wahl« getroffen hat und damit in ihrem Leben konkrete Realität erzeugt. Diese unbewusste Wahl führt dann oft zu einer Realität voller Leid.
Die bewusste Auseinandersetzung mit diesen Situationen, mit denen uns das Leben konfrontiert, führt uns wieder zum Betrachten und Anerkennen dieser verborgenen inneren Anteile, Wunden und Überzeugungen. Sie bietet uns die Möglichkeit, uns von einer unbewussten Wahl zu »verabschieden« und eine neue, bewusste Wahl zu treffen.
Bewusstseinsarbeit beleuchtet unsere tiefsten mentalen, emotionalen, psychischen und physischen Strukturen. Sie kann uns beispielsweise Konflikte zwischen unseren männlichen und weiblichen Anteilen aufzeigen und diese lösen und ausbalancieren. Bei dieser Arbeit gehen wir Glaubenssätzen auf den Grund und verändern alte hinderliche Überzeugungen von uns selbst. Dabei tauchen wir in unsere tiefste Gefühlswelt ein und lernen einen neuen Umgang mit Emotionen, die uns zuvor beängstigend oder unüberwindbar erschienen.
Das Wort »Arbeit« klingt für manche im Zusammenhang mit Bewusstsein paradox und unstimmig: Schließlich geht es darum, einfach offen und präsent zu werden. Was soll daran »Arbeit« sein?
Im Grunde sind Vertrauen und Empfangen unser natürlicher Zustand. Wir tragen allerdings oftmals Anteile in uns, die nicht vollkommen vertrauen können. »Arbeit« beschreibt also das Beschreiten des Weges, diese Anteile aufzuspüren und zu transformieren.
Erwachende Menschen schauen bewusst in ihr Inneres und warten nicht passiv auf den äußeren Lehrmeister, das Leben. In gleichem Maße sind sie aber auch bereit anzunehmen, was das Leben ihnen spiegelt, und vermeiden nicht die Erfahrungen, die es zu durchleben gilt. Vielmehr entwickeln sie ein Vertrauen in sich, mit allen Situationen in ihrem Leben umgehen zu können und daran zu wachsen.
Die Erwachenden werden sich darüber bewusst, dass sie geistig-seelische Wesen und ein Teil der Einheit sind. Sie durchlaufen oft eine verwirrende Zeit, in der sie nicht wissen, ob sie Fisch oder Fleisch, Männlein oder Weiblein sind. Ein Mensch erwacht, wenn die Seele ihm den Impuls dazu gibt. Oft kann derjenige selbst gar nicht begreifen, was da gerade vor sich geht. Es ist ein Gefühl wie im Schleudergang oder einfach nur unglaublicher Müdigkeit oder sogar extremer körperlicher Erschöpfung.
Viele erwachende Menschen kommen mit gesundheitlichen Problemen zu mir, denn sie stoßen mit ihren Beschwerden oft auf Ärzte oder Therapeuten, die nicht verstehen, was gerade mit ihnen geschieht. So werden bei ihnen oftmals die ausgefallensten Krankheiten diagnostiziert.
Patienten mit solch »kuriosen« Symptomen befinden sich vielleicht gerade in diesem natürlichen Entwicklungsprozess. Ihr Körper, ihr Denken und ihr Fühlen werden dabei verwandelt, und nicht selten haben sie das beklemmende Gefühl, als ginge ihr Leben in die Brüche.
Der Prozess des Erwachens nimmt sehr viel körperliche Kraft in Anspruch. Viele meiner Klienten fühlen sich oft wie zerschlagen. Sie haben keine Lust auf Dinge, die sie einmal mochten. Gar nichts kann sie so richtig begeistern. Sie erzählen mir, dass sie sich morgens schon beim Aufwachen allein, wie von der Umwelt abgeschnitten und nirgendwo mehr zu Hause fühlen. Es scheint, als wäre die Welt nicht mehr ihr Platz, und nichts kann mehr so bleiben, wie es war. Einige Menschen steigen aus ihrem alten Job aus oder verlieren ihn: Das Leben kommt ihnen dabei entgegen, denn ihre alte Arbeit passt nicht mehr zu ihnen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass all diese Menschen versagt haben. Jeden Tag lassen sie sich auf die tiefe Veränderung ein, die in ihrem Inneren geschieht. Wenn ein Mensch diesen schwierigen Erwachensprozess auf sich nimmt und dadurch heilt, bringt er ein Potenzial für Frieden und Erwachen in die Welt. Leider beurteilt unsere Gesellschaft persönlichen Erfolg oft nur nach dem, was im Außen zu sehen ist. Es ist traurig, dass Menschen in dieser Phase ihres Lebens von der Gesellschaft zu wenig geachtet und finanziell unterstützt werden. So hart es für den Einzelnen auch sein mag, es ist ein Geschenk, sich aus der Abhängigkeit von äußeren Bewertungen, wie etwa »Was denken die anderen über mich?«, zu lösen.
In dem Gefühlschaos während des Erwachens lässt der Körper seine alten Muster und Strategien los. Viele unterdrückte Gefühle und Energien kommen aus der Tiefe an die Oberfläche. Ich weiß, wie viele Menschen in dieser Zeit tagelang weinen oder einfach nur wütend sind.
In dieser Phase hilft es, einfach zu atmen und darauf zu vertrauen, dass es gut so ist, wie es ist: Wir werden in unseren schwersten Stunden von der geistigen Welt begleitet. Tränen waschen die Seele rein. Gerade dann verabschiedet sich das alte Ich, und das wahre Seelenwesen wird geboren.
Ins Bewusstsein steigen jedoch nicht nur unbewusste Gefühle, sondern auch verdrängte Erinnerungen auf: Erinnerungen an die Kindheit zum Beispiel, die auf einmal wieder ganz nah sind. Es können sogar Erinnerungen auftauchen, die mit dem jetzigen Leben scheinbar gar nichts zu tun haben. Wenn wir aber auch diese schmerzlichen Erfahrungen segnen, können wir sie loslassen, nachdem wir ihre Essenz und ihre Weisheit für uns herausgefiltert haben. Diese werden dann zu unserem Schatz. Durch jede solche Erfahrung, die wir nicht mehr verurteilen, werden wir reicher und tiefer.
Alles Alte, nicht mehr Stimmige in uns löst sich auf. Wir können nichts festhalten und auf ewig bewahren. Im Zuge dieses tiefen Prozesses werden Gedanken über das Sterben wach. Wenn es Anteile in uns gibt, die nicht leben wollen, werden sie sich nun melden und tiefe Gefühle von Verzweiflung, Hilflosigkeit und Ohnmacht mit sich bringen. Wenn das Vertrauen jedoch groß genug ist, um sich in dieser schwierigen Phase treu zu bleiben und den Atem der Seele liebend zuzulassen, gibt es Licht am Ende des Tunnels.
Der Seelencoach-Prozess ist wie eine Neugeburt: Mit dieser Verwandlung – wie Phönix aus der Asche – eröffnet sich der Zugang zu einer ganzheitlichen Wahrnehmung. Danach gibt es so viel zu spüren und zu fühlen, denn das Leben, die Natur und die geistigen Wesen sprechen durch diese reine Wahrnehmung zu uns. Auch andere Menschen sind nun für uns wie ein offenes Buch. Ihre Seelenschönheit strahlt durch alle Schichten ihres Wesens hindurch. Zu Beginn kann diese Sensitivität Angst machen. Manche wissen nicht mehr, ob das, was sie fühlen, die eigenen Gefühle oder die der anderen sind. Das wird sich aber ausbalancieren und klarer werden.
In meiner Praxis erlebe ich immer wieder, je mehr ein Mensch erwacht, desto schwerer fällt es ihm oder ihr, in einem »normalen Job« zu arbeiten. Die Erwachenden verspüren plötzlich große Sehnsucht danach, ihre große Wahrheit zu leben und etwas Sinnvolles in die Welt zu bringen. Ich kann es allen diesen Menschen sehr gut nachfühlen, dass sie sich zu etwas Neuem hingezogen fühlen, aber noch nicht genau wissen, was es ist. In dieser Zeit – während wir mit dem alten System nicht mehr mitgehen – kann es zu finanziellen Einbrüchen kommen: Das Alte trägt nicht mehr – und das Neue ist noch nicht ganz reif. Es ist wichtig, dem Erwachensprozess dann weiter zu vertrauen, denn das ist der Weg, sich tiefer mit der Quelle der Fülle zu verbinden. Genau darum wird es in diesem Buch gehen: bewusster, aus der Stille heraus, die neuen Dinge entstehen zu lassen.
»Ein Lehrer des Erwachens ist jeder Mensch und jede Begegnung« – das wird die Erkenntnis sein, manchmal auch erst nach einem langen Stück Weg. Doch in dieser Phase, wenn wir so hilflos, ohnmächtig und verletzlich sind, suchen wir nach Halt und nach Menschen, an denen wir uns orientieren können. Gerade dann sind wir aber auch leicht von Menschen zu beeindrucken, die in Wirklichkeit gar nicht so sicher und frei sind, wie sie uns vorspielen. Es gibt Lehrer und Meister, die Menschen an sich binden und dadurch Macht ausüben wollen. Mich hingegen haben immer Menschen fasziniert, von denen eine tiefe Stille, Liebe und Freude ausging.
In meiner Praxis mit Klienten begegne ich vielen Menschen in lebensverändernden Notsituationen: mit Panik- und Angstzuständen, mit gesundheitlichen Problemen, mit Krebsdiagnosen, Trauernde nach dem Verlust eines lieben Menschen, auch Angehörige von Selbstmordbetroffenen. Oft erfahre ich auch von Beziehungs- und Trennungsproblematiken, finanziellen und existenziellen Drucksituationen, Konflikten im Berufsumfeld, Problemen mit Kindern und vielem anderen mehr.
Doch es finden auch immer mehr Menschen zu mir, die auf der Suche nach ihrem wahren Selbst sind. Sie wollen sich mit ihrer Seele rückverbinden und ihr verborgenes Potenzial wecken. Sie wollen sich entfalten und mit ihren Gaben beispielsweise eine berufliche Selbstständigkeit aufbauen. Ich begleite sie dabei, erfolgreich zu werden und gleichzeitig erfüllt zu sein. Beides schließt sich nicht aus.
Auch eine zeitgemäße, ganzheitliche Entwicklung von Führungskräften und die Neuausrichtung von Unternehmenskulturen liegen mir sehr am Herzen. Ich bin Inspiration für beseelte Organisationen, vermittle Wissen und begleite Wandlungsprozesse. Da ich das kreative Potenzial von Unternehmen öffne, entstehen ungeahnte neue Möglichkeiten für sie.
Der erste Schritt ist, Verantwortung zu übernehmen für den Weg unserer Seele. Wie Sie dies tun können, beschreiben die nächsten Kapitel.
Der Erwachensprozess ist ein Weg, der uns viel abverlangt. Wie »schnell« wir ihn gehen können, hängt davon ab, welchen Stellenwert wir ihm in unserem Leben einräumen, aber auch davon
…wie viel Vertrauen wir haben,
…wie entspannt wir sind,
…wie offen wir sein können,
…wie gut wir es zulassen können, zu empfangen und Hingabe zu leben,
…wie entschlossen wir sind.
Ohne Vertrauen werden wir angespannt sein. Ohne entspannt zu sein, werden wir uns nicht öffnen können. Ohne offen zu sein, können wir nicht empfangen – auch uns selbst nicht. Und sind wir nicht entschlossen, geben wir auf, sobald es wehtut und die Herausforderungen zu groß werden.
Sobald wir jedoch das Vertrauen zu uns selbst finden und uns öffnen, können wir uns berühren lassen von einem Hauch, den wir bisher noch nie gespürt haben. Wir werden Freude fühlen und Liebe.
Wir können uns das Hirn zermartern, doch es gibt keine Patentrezepte oder logischen Abfolgen, um das Leben in all seiner Fülle, das Einssein mit allem, die Erleuchtung oder Gott zu erfahren. Manche schwören beispielsweise darauf, erst drei Stunden auf einem Brennnesselblatt zu meditieren, dann ein Mantra zu singen, dann ein Bad zu nehmen, dann Gemüse zu essen – und zum Abschluss noch eine Stunde Gebet …
Es gibt keinen Weg, der für alle stimmig ist. Wir müssen unseren eigenen Weg finden. Ein großes Geschenk und ein Beschleuniger ist es, ein Stück weit mit der liebenden Begleitung eines Lehrers zu gehen, bis zu dem Punkt, an dem wir unsere Seele wieder spüren und ihre Impulse fühlen.
Über das Resonanzprinzip wurde schon viel geschrieben. Es ist bekannt aus der Musik. Wenn man eine Triangel anschlägt, gehen die Schwingungen, die sie aussendet, mit allen anderen schwingungsfähigen Gegenständen im Haus in fast identischer Frequenz in Resonanz, egal, wo sie stehen. Wir können aber auch mit einem vor langer Zeit geschriebenen Buch, mit einem Gemälde oder Foto, das uns besonders berührt, oder mit einem spirituellen Lehrer in Resonanz gehen. Das Energiefeld, das die Suchenden mit ihren liebevollen Seelenbegleitern und mit der geistigen Welt verbindet, wirkt ansteckend. Es ist ein großes Potenzial an Bewusstsein und Erkenntnissen. Beispielsweise ist hier an meinem Seminarplatz eine Gemeinschaft entstanden, die zugleich frei und im Herzen verbunden ist. Diese Gemeinschaft wächst, und das Energiefeld unterstützt jeden Einzelnen auf seinem persönlichen Weg. Jedes Treffen inspiriert und bietet für viele Menschen Möglichkeiten zur Kommunikation, zum »Mitschwingen« und eine spirituelle Heimat, was unschätzbar wichtig ist in dieser Zeit des Wandels.
Über zehn Jahre habe ich Kommunikationstraining in Unternehmen geleitet, die ich selbst entwickelt habe. Diese waren für jeden Teilnehmer immer wichtige Lernprozesse auf ihrem Weg, erfolgreich zu sein. Die Trainings belebte ich mit Geschichten, in denen sich alle wiedergefunden haben. Angeregt dadurch, hatten die Teilnehmer große Kraft, erfolgreiche Veränderungen zu bewirken. Vor allem bekomme ich diese Geschichten heute immer mal wieder erzählt, weil sie tief in Erinnerung geblieben sind. Doch leider war damals der Rahmen in Unternehmen nicht gegeben, um sehr tief in das Thema Kommunikation einzutauchen.
Es ist für jeden von uns vollkommen vertraut und alltäglich, zu kommunizieren, denn wir können überhaupt nicht nicht kommunizieren: Wir kommunizieren mit uns selbst, mit den Menschen in unserer Umgebung, mit der Natur, mit der geistigen Ebene, und das ständig.
Es ist wichtig, sich dieser Kommunikation immer mehr bewusst zu werden. Die Kommunikation ist ein Teil des Schöpfungsprozesses, mit dem wir letztlich auch unser eigenes Leben immer wieder neu erschaffen.
Wir können die Kommunikation als Ausdruck der Verbundenheit nutzen oder auch, um uns abzugrenzen, zu schützen oder ins rechte Licht zu rücken. Die achtsame Beobachtung unserer Kommunikation ist also ebenso ein Weg zu einem bewussten Sein wie beispielsweise die Meditation. In unserem Austausch mit anderen Menschen können wir erkennen, wie nah oder wie fern wir uns gegenseitig sind. Wir kennen die Kommunikation als einen Weg, uns selbst darzustellen, und als einen Weg, den anderen kennenzulernen. Wir kennen sie jedoch auch, um Macht über andere auszuüben und um darüber zu diskutieren, wer recht hat. Die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren, kann extrem unterschiedlich sein und dazwischen können Welten liegen, denn wie wir selbst wissen, ist ein Weg der Kommunikation die Sprache. Ein weit größerer Anteil wird jedoch durch unsere Körpersprache und die Haltung, die wir einem bestimmten Menschen entgegenbringen, zum Ausdruck gebracht.
Um bewusst kommunizieren zu lernen, ist es wichtig, vor allem auch die Kommunikation mit uns selbst zu beobachten. In welchem Ton reden wir mit uns? Wie begegnen wir uns, wenn wir beispielsweise Mist gebaut haben? Wie reden wir mit uns, wenn wir uns durch andere Menschen oder Situationen gekränkt oder verletzt fühlen? Und wie wirkt diese Kommunikation auf unseren Körper, auf unsere Stimmung, auf unsere Motivation im Alltag, auf unser gesamtes Leben?
Wenn wir uns bewusst machen, dass wir mit allem ständig verbunden sind, dann kommunizieren wir auch immer mit uns selbst. Wenn wir einem Menschen liebevoll begegnen, dann kommunizieren wir auch mit uns selbst in Liebe. Wenn wir hingegen einem anderen begegnen und meinen, uns behaupten oder rechtfertigen zu müssen, dann kommunizieren wir mit Gedanken der Angst, der andere würde uns nicht richtig sehen und anerkennen.
Wenn wir ein Gegenüber haben, das uns aggressiv begegnet, dann könnten wir natürlich auf aggressive Weise antworten, wir könnten zurückschießen. Doch wir haben diesen Menschen in unser Leben gerufen. Und dieser Mensch zeigt uns etwas über uns selbst. Die Frage lautet daher, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich: »Wie kann ich meine Kommunikation so gestalten, dass sie Frieden schafft?« Frieden schaffen bedeutet nicht notwendigerweise, den anderen verstehen zu müssen. Frieden schaffen bedeutet nicht notwendigerweise, eine Übereinkunft treffen zu müssen. Frieden schaffen bedeutet, den anderen in seinem Ausdruck anzunehmen, zu erfassen. Dann ist zu spüren, wie dieser Frieden Einzug hält in unsere Gemeinschaften, wie dieser Friede zurückwirkt auf uns selbst und wie wir damit immer tiefer die Essenz des inneren Friedens erfahren.
Wir befinden uns selbstverständlich alle auch in Situationen, in denen die Kommunikation auf den ersten Blick ein reiner Informationsaustausch ist. Doch auch dabei schwingt Energie mit. Wie tausche ich eine Information mit meinem Gegenüber aus? In welcher Beziehung stehe ich zu ihm? Vermittle ich ihm eine Information in Form einer Belehrung, mit der Botschaft, ich weiß mehr als du? Oder kommuniziere ich, indem ich den anderen auf einer Ebene mit mir sehe und anerkenne? Wenn ich eine Information für einen anderen Menschen habe, kann ich es ihm dann auch überlassen, ob sie wichtig für ihn ist und ob er sie annehmen kann?
Das gesprochene Wort sollte Ausdruck der eigenen Empfindung sein. So oft jedoch sagen Menschen etwas, das sie nicht wirklich meinen und das nicht wirklich ihrer Wahrheit entspricht. Wir wundern uns dann, wenn es beim Gegenüber auf eine völlig andere Art und Weise ankommt.
Kommunikation ist nicht nur das, was wir ausdrücken, sondern natürlich auch das, was wir empfangen können. Es kann uns beispielsweise jemand einen gut gemeinten Rat geben. Wir hören darin jedoch, dass der andere denkt, ich bin zu dumm oder auf irgendeine Art nicht gut genug. Dann geben wir uns selbst die Information, ich bin unzulänglich. An solch einer Situation können wir erkennen, wie wichtig es ist, die Kommunikation mit uns selbst immer wieder zu überprüfen, um zu sehen, welche Botschaften wir uns selbst geben.
Die Kommunikation ist ein lebendiger Ausdruck dessen, was gerade im Raum schwingt. Wenn wir bewusst sind und uns mit dieser Energie verbunden fühlen, wird sie unser Selbstbild erweitern. Wir werden immer mehr erkennen, dass wir nicht abgetrennte Persönlichkeiten, sondern selbstverständlich eins sind, mit allem, was uns begegnet.
Sind Sie sicher, dass die Gefühle, die Sie fühlen, wirklich zu Ihnen gehören?
Verstehen Sie, warum die Erfüllung Ihrer seelisch-sozialen Grundbedürfnisse entscheidend ist für viele Ihrer Handlungen?
Wie Sie durch Erkennen und Ändern Ihrer Glaubenssätze Freude und Leichtigkeit erfahren können.
Täglich erlebe ich bei meinen Klienten, wie weit weg unbewusste Menschen tatsächlich von ihren Gefühlen sind. Das ist verständlich, und Sie werden beim Lesen spüren, dass diese Menschen mein ganzes Mitgefühl haben. Auch ich habe früher schmerzhafte Gefühle bis zum Krankwerden verdrängt. Doch ich habe das Fühlen wieder gelernt und über Jahre meine Wahrnehmungsfähigkeit geschult. Mein Weg war, mich meinen Gefühlen wieder furchtlos zu öffnen und zu lernen, mit feinen Energien zu arbeiten.
Dies führte mich dazu, hoch sensitive Energie- und Seelenbilder zu malen. Da ich klar fühle, wie ich energetisch »schmecke«, kann ich bewusst Impulse für ein persönliches Seelenbild für einen anderen Menschen empfangen, ohne es mit mir zu vermischen.
Wir sind geistig-seelische, energetische Wesen. Wollen wir uns in der Tiefe kennenlernen und uns in uns zu Hause und geborgen fühlen, müssen wir das Tor der achtsameren Wahrnehmung unserer Gefühlswelt durchschreiten.
Es gibt sie tatsächlich, diese himmlischen Seins-Gefühle. Ich hoffe, Sie kennen sie. Es ist das Gefühl, dass alles stimmt und in bester Ordnung ist, dass wir geborgen und geliebt sind inmitten der Einheit.
Doch auch alle anderen Gefühle will das Leben uns erfahren lassen: Eingefrorene Gefühle will es befreien, damit unsere Energien wieder frei fließen können, und uns dann als reine Energie und Kraft zur Verfügung stehen.
Unsere ersten Gefühle, egal, ob als Embryo im Mutterleib oder die ersten Erfahrungen bei der Geburt und in der Zeit danach, bezeichnen wir als Primärgefühle.
Wenn ein Baby aus der Einheit in diese Welt geboren wird, ist das seelisch oft sehr traumatisch, auch wenn die Geburt medizinisch gut verlaufen ist. Das Seelenwesen begibt sich aus dem Eins-Sein, dem Verbunden-Sein, in die Trennung. Dabei entsteht der Urschmerz des Menschen und seine Angst, diesen Weg nicht mehr zurückzufinden.
Durch Rückführungen zu meiner eigenen Geburt kann ich heute nachvollziehen, wie schwer solche primären Gefühle später auf der Persönlichkeit lasten. Wenn, zum Beispiel auf der körperlichen Seite, in der Geburtsphase ein Stillstand eintritt, erlebt ein Baby das Gefühl, es nicht zu schaffen, und resigniert. Ein Mensch mit diesem Geburtserlebnis wird sich im späteren Leben oft in Situationen wiederfinden, in denen er überfordert ist und das Gefühl hat, es nicht zu schaffen und zu resignieren. Prüfungsangst oder auch die Neigung, begonnene Vorhaben immer wieder abzubrechen, sind ein Ausdruck davon. Eine Kaiserschnittgeburt hingegen beeinflusst später das Leben eher so, dass sich ein Mensch oft von jetzt auf gleich in einer völlig überraschenden neuen Situation wiederfindet, ohne zu wissen, wie er da hineingeraten konnte. Sowohl das Gefühl, nichts tun zu können oder sich nicht anstrengen zu müssen, aber auch das Gefühl, in der Welt verloren und fremd zu sein, können später lebensbegleitend werden. Kinder, die nicht willkommen oder vom ersten Atemzug an »falsch« sind – zum Beispiel ein Mädchen, das ein Junge werden sollte –, durchleben seelisch die Hölle. Auch wenn ein Baby mit der Nabelschnur um den Hals geboren wird, bringt das im späteren Leben seelische Herausforderungen mit sich.
Die seelischen Primärgefühle wie Hilflosigkeit, Angst, Ausgeliefertsein, Ohnmacht, Einsamkeit, Ablehnung oder Wut können sich später in mangelndem Lebenswillen oder in der Ablehnung des Lebens ausdrücken. Die körperlichen Primärgefühle, wie beispielsweise das erste Spüren von Kälte, Hunger und Durst, Atemnot oder körperlicher Schmerz, zum Beispiel bei einer Operation gleich nach der Geburt oder beim Getrenntwerden von der Mutter, verstärken diesen seelischen Urschmerz des Verlassen- und Ausgeliefertseins. Um dennoch überleben zu können, stellen wir um all diese schmerzhaften Gefühle »Torwächter« auf und überdecken die Primärgefühle mit Sekundär- oder Ersatzgefühlen.
So entsteht eine Schutzhülle um unser Herz – ein unbewusstes Kontrollsystem. Einerseits verdanken wir diesem wunderbaren Mechanismus, der uns zu diesem frühen Zeitpunkt dient, vielfach unser Überleben. Andererseits wirkt er sich später oft wie eine innere Mauer aus, die uns von uns selbst und unserer wahren Lebendigkeit trennt. Als Erwachsene gehen wir dann mit einem unbewussten Anpassungsverhalten durchs Leben. Wir haben verlernt, wir selbst zu sein. Sie kennen sicher den Rebell, der einen weichen Kern hat, oder den arroganten Manager, der nur seine Unsicherheit verbergen möchte.
Schon während wir im Bauch unserer Mutter wachsen, bei unserer Geburt, als Säugling und in der frühen Kindheit übernehmen wir Gefühle von Personen in unserer Umgebung. Zu dieser Zeit sind wir als fühlende Wesen noch vollkommen offen, und alle Eindrücke von außen dringen ungefiltert in uns ein. Wir spüren es, wenn unsere Mutter unsicher ist und wenn sie Angst, Gewalt, Leid und Kummer erfährt. Jede Depression oder Enttäuschung in ihrer Beziehung zu unserem Vater wirken sich auf uns aus. Und stellen Sie sich vor, wie sich ein Embryo oder Säugling fühlen muss, wenn die Mutter ihr Kind, sich selbst oder das Leben insgesamt ablehnt und Selbstmordversuche unternimmt. Das Kind erleidet dabei Todesangst. Es kann nicht flüchten oder kämpfen. Seine Chance besteht nur darin, aus großer Liebe und dem Wunsch zu leben heraus Gefühle der Mutter zu übernehmen. In der Hoffnung, sich Liebe und einen Platz im Leben zu verdienen, ist es bereit, all das Leid zu seinen eigenen Gefühlen zu machen. Es kennt sich dann nur mit diesen Gefühlen, diese sind ihm vertraut, und es fällt später oft schwer, sie wieder zu ihrem Ursprung zurückzugeben. Wenn ein Kind zu wenig von seinen Eltern hat, hält es oft lieber an diesen Fremdgefühlen fest, da sie ein zu großes Loch hinterlassen würden.
Da wir in einem verzweigten Familiensystem stehen, übernehmen wir beispielsweise auch Gefühle und Traumata von Großmüttern oder Großvätern, denen vielleicht Schreckliches im Krieg oder auf der Flucht widerfuhr, oder von anderen Personen aus dem System.
EIN FALLBEISPIEL FÜR FREMDGEFÜHLE
Der Vater einer Klientin war im Krieg acht Jahre alt und lebte auf einer Art Bauernhof. Eines Tages kamen Soldaten und forderten Tabak. Sie stellten den Großvater der Klientin, ihren Vater und dessen Zwillingsbruder ans Scheunentor und schossen einfach los. Der Vater der Klientin, der nicht getroffen wurde, ließ sich mit den beiden anderen umfallen und konnte später flüchten. Nach Tagen fand ihn eine Bäuerin halb erfroren. Sie taute seine Füße in Kuhdung wieder auf. Gemeinsam fuhren sie mit einem Holzkarren zu dem Gehöft. Sein Vater und Zwillingsbruder lagen noch genauso da, und er half der Frau, die beiden Toten auf den Karren zu laden.
Was macht ein achtjähriges Kind mit solch einem traumatischen Erlebnis? Wie kann es diesen Schock verarbeiten? Der Schmerz wird zur Seite gestellt, denn er ist einfach zu überwältigend. Die Tochter spürt später natürlich diesen Schmerz des Vaters und übernimmt ihn zum Teil.
Mehr dazu, wie wir solche Fremdgefühle zurückgeben und heilen können, erfahren Sie in Kapitel 5 über das wunderbare Potenzial der Aufstellungsarbeit. Ich wünschte mir von Herzen, dass dieser tiefere Umgang mit Gefühlen schon ein Thema in der Schule wäre. Kinder könnten lernen, wo Gefühle ihren Ursprung haben, und sie könnten verstehen, dass viele davon auf früheren Erfahrungen beruhen. Wir alle sind mit unserer Geschichte verbunden, und der Verstand hat die schmerzlichen Erfahrungen abgespeichert wie in einem Aktenordner und will uns davor schützen, sie noch einmal zu machen. Doch genau das passiert immer wieder, da die alten Energien noch in uns schwingen. Vielen von uns gelingt es auch nicht, Handlungen von Personen zu trennen. Wir machen andere für unsere erlittenen Verletzungen verantwortlich. Doch die anderen zeigen uns nur ihre eigenen und unsere Wunden.
Wahres Fühlen ist ohne Story, Emotionen sind mit Story. Es ist in unserem seelischen Heilungsprozess sehr wichtig, Gefühle zu spüren und dennoch zu erkennen, dass wir nicht unsere Gefühle sind.
Glaubenssätze und daraus resultierende innere Überzeugungen sind ständig wiederholte Gedanken, die tief in uns verankert sind und in unserem Leben immer wieder ihre Bestätigung erfahren.
Durch diese immer wiederkehrende Bestätigung im Außen befinden wir uns in unserem Glaubenssystem wie in einem Teufelskreis. Man sagt, das Unterbewusstsein verstehe kein »Nicht«. Doch warum entsteht dann so eine Negativschleife in uns, wenn wir glauben, nicht wertvoll zu sein? Und wie können wir diese inneren Muster verwandeln und positive Glaubenssätze integrieren?
Beispiele für Glaubenssätze sind etwa: Ich bin nicht gut genug … Ich kann nicht … Ich bin nichts wert … Ich werde nicht gesehen … Ich bin dumm … Ich habe keine Chance … Ich muss das tun, auch wenn ich nicht will … Nur mit schwerer Arbeit … Ich bin allein … Mich will keiner so, wie ich bin… Ich habe keine Unterstützung … Ich habe keine Freiheit … Mich liebt keiner … Erst wenn ich abnehme (gute Noten habe, Leistung bringe) … Erkunden Sie Ihre inneren Glaubenssätze! Wie wird Ihr jetziges Leben davon bestimmt?
Bevor sich in uns ein Glaubenssatz oder Denkmuster einprägt, war zunächst ein Gefühl da. Es reichte schon, als Kind belächelt, nicht ernst genommen oder sogar gemobbt zu werden. Dadurch konnte ein Glaubenssatz entstehen, etwa: »Ich bin nicht richtig, so wie ich bin.« Wir müssen also wieder zurückgehen zu dem ursprünglichen Gefühl, das der Auslöser dafür war.
Dies führt uns zu unserem nächsten Thema, dem grundsätzlichsten überhaupt. Es stellt in jeder Seelencoachgruppe den heftigsten, tiefsten, zähesten Prozess zur inneren Befreiung dar. Die Fragen dazu lauten: »Warum ist dieses Gefühl in mir, und wie bestimmt es mein Leben? Wie kann ich meine negativen Glaubenssätze und Denkmuster auflösen und loslassen?«
Wir alle haben in der Kindheit unerfüllte seelische und soziale Bedürfnisse. Diese sind fast so wichtig wie Atmen, Nahrung und ein Dach über dem Kopf. Wenn sie nicht oder zu wenig erfüllt werden, bekommen wir als Kinder Todesangst. Wir finden seltsame Überlebensstrategien, indem wir diese Bedürfnisse auf irgendeine Art ersatzweise befriedigen. Diese unerfüllte Bedürfnisbefriedigung impft uns Glaubenssätze über uns selbst und über die Welt ein. »Ich werde nicht genug geliebt«, »Ich bin nicht gut genug«, »Keiner hilft mir«. Diese Denkmuster treffen heute im Erwachsenenalter nicht mehr zu. Doch unser Inneres Kind und unser Unterbewusstsein haben diese schmerzlichen Erfahrungen abgespeichert, und daraus entstehen immer wieder ähnliche Lebenssituationen. Unsere wesentlichen seelischen und sozialen Grundbedürfnisse sind:
Das Bedürfnis, ein Lebensrecht zu bekommen. Wir brauchen das Gefühl, auf der Welt willkommen zu sein, vor allem von unseren Eltern.
Das Bedürfnis nach Geborgenheit. Es beginnt mit dem Stillen, bei dem wir die Wärme der mütterlichen Brust spüren, und äußert sich später in der Sehnsucht nach menschlicher Wärme, Zuneigung und Nähe.
Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, auch Bindungsbedürfnis genannt. Als soziale Wesen brauchen wir Familie und Gemeinschaft.
Das Bedürfnis nach Respekt. Wir brauchen das Gefühl, dass unsere Grenzen – das, was wir können, und das, was wir wollen – akzeptiert werden.
Das Bedürfnis nach genügend Raum. Es umfasst die Freiheit, uns auszudrücken oder uns zurückzuziehen.
Das Bedürfnis nach Unterstützung. Das Gefühl, alles allein machen zu müssen, überfordert uns und macht uns einsam.
