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Die silberne Zukunft deiner Kinder, ein Buch für Eltern, Großeltern und größere Kinder. Warum soll die Zukunft der Kinder, Silber sein? Lesen Sie mehr, über die grundlegenden Sachen um für Ihre Kinder vorzusorgen. Neues Finanzwissen auf dieses Buch komprimiert. Sie erfahren alles über Sparen, Vorsorge, Rohstoffe, elektronisches Geld oder die BÖRSE für Kinder. Ein Buch von Neon Eiche. Die neue unabhängige Finanzberatung für jeden. Wir unterstützen, - Euch - mit unseren Finanzwissen!
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Seitenzahl: 176
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Einführung
1 Taschengeld
Wieviel Taschengeld sollte mein Kind bekommen?
Taschengeld als Bonus für sehr gute schulische Leistungen
Das Image bei Kindern und Jugendlichen
Zum Sparen anspornen und mit teuren Wünschen richtig umgehen
2 Kaufen, Handeln, Entscheiden
Ab wann ist ein Kind geschäftsfähig
Was bedeutet der Taschengeldparagraf
Was bedeutet Entscheidungskompetenz?
Was ist rechtliche Entscheidungsfreiheit?
Tickets lösen und Schwarzfahren
Ab wann ein Jugendlicher einen Vertrag unterzeichnen darf
Ab wann darf ein Jugendlicher in seine eigene Wohnung ziehen
Ab wann darf Dein Kind eine Firma gründen
3 Geldkonten für Kinder
Das Kinderkonto
Was ist ein Kinderkonto?
Möglichkeiten und Einschränkungen eines solchen Kinder- und Jugendkontos
Anbieter, Leistungen, Gebühren
Das Sparbuch für Kinder und Jugendliche
Ist ein Sparbuch noch attraktiv und zeitgemäß
Möglichkeiten eines Sparbuches
Konditionen und Anbieter
Die Alternative zum Sparbuch: Der Kinder Sparplan
4 Vorsorge für Kinder und Jugendliche
5 Alles was Eltern zum Unterhalt wissen müssen
Wann ist Unterhalt von einem Elternteil zu zahlen?
Der nacheheliche Unterhalt
Der Trennungsunterhalt
Der Betreuungsunterhalt
Der Unterhaltsvorschuss
Die Düsseldorfer Tabelle
Was versteht man unter Beistandschaft?
6 Absicherung nach dem Tod eines Elternteils
Die Waisenrente
Wann die Waisenrente gezahlt wird
7 Börse für Kinder und Jugendliche
Börse für Kinder – geht das überhaupt?
Seit wann gibt es eigentlich Aktien?
Börsenspiele ohne Risiko
Börsenspiel von Ravensburger
Börsenspiel von Trader
FAZ Börsenspiel
Das Planspiel Börse der Sparkasse
simVestor Börsenspiel
Weitere Börsenspiele
Die wichtigsten Begriffe, die mein Kind bei
einem Börsenspiel kennen sollte
Die Aktie
Der Aktienindex
Das Portfolio
Was ist denn eigentlich eine Börse?
Börsen- und Handelszeiten
Was ist NASDAQ und Xetra?
Was ist ein ETF?
Was ist ein Chart?
Der Anleger
Das Depot
Was ist ein Fond?
Was ist eine WKN?
Was bitte soll denn eine Rendite sein?
Kursgewinne
Die Abgeltungssteuer
Das Stimmrecht
8 Der Trader Desk
Der Aufbau des Desk
Aktien während des Börsenspieles kaufen und verkaufen
9 Echtes Handeln an der Börse – die Unterstützung der Eltern ist gefragt
Kinder- und Jugend-Depots
Die Risiken im Aktienhandel
Die Rendite
Die Schwankungen an der Börse
Inflation
Konjunkturveränderung
Währungsrisiko
Politische Entwicklungen
Veränderungen im Steuergesetz
Liquiditätsrisiko und spezielle Risiken
Veränderungen bei der Entwicklung eines Unternehmens
Insolvenzrisiko
Das Risiko einer Kursschwankung
Das psychologische Risiko der Teilnehmer am Aktienmarkt
Das Risiko der Dividendenhöhe
Die Risiken beim Aktienhandel geringhalten
Trends und Anti-Trends erkennen
Die Dividende
Zwei Aktien näher betrachtet – wie Du den Wert eines Unternehmens ermittelst und eine Aktie beurteilen kannst
10 Mit einem ETF-Sparplan Geld für das Kind anlegen
Die Vorteile eines ETF-Sparplanes
Nachteile von ETF-Sparplänen
Oskar
Weitere Anbieter von Kindersparplänen
11 Rohstoffhandel
Gold, Silber und mehr – Mit diesen Rohstoffen kann man handeln
Optionsscheine und Derivate
So funktioniert der Handel mit Rohstoffen
Was sind Futures?
Was bedeutet Put und Call bei den Optionsscheinen?
Was versteht man unter einem Turbooptionsschein?
Ist Silber das Edelmetall der Zukunft?
12 Elektronisches Geld für Kinder
Gutscheinkarten für Playstation & Co.
Kreditkarten zum Aufladen
Das Smartphone zum Aufladen
13 Schülerjobs – Geld verdienen für Jugendliche
Was genau ist so ein Schülerjob
Ab welchem Alter darf Dein Kind einen Schülerjob ausführen
Was darf ich ab welchem Alter arbeiten
Wo finde ich die coolsten Schülerjobs für meine Region?
Was verdiene ich bei einem Schülerjob
Die Verträge und Datenschutzvereinbarungen
Vor- und Nachteile eines Schülerjobs
Das eigene Kind in den Ferien anstellen
Wie Du herausfindest, ob Dein Kind wirklich bereit ist für einen Schülerjob
Richtig auf einen Schülerjob bewerben
Was ist zu tun, wenn der Arbeitgeber unseriös ist
Worauf Du bei Schülerjobs achten solltest
14 Was die KfW für Kinder und Jugendliche bietet
Das Baukindergeld der KfW
Wie man einen KfW-Kredit erhält und was es dabei Besonderes zu beachten gilt
15 Konsumentenschulden
Mit Schulden richtig umgehen lernen
Die beste Art Schulden zu vermeiden ist, keine zu machen
Warum Du keine privaten Schulden machen solltest
Quellenverzeichnis
Urteile
Abbildungsverzeichnis
Über den Autor
Über Neon Eiche
Schon früh bekommen es Kinder mit Geld zu tun.
Die Werbung im Fernsehprogramm zeigt fantastisches Spielzeug. Auf dem Weg von der Schule nach Hause findet sich der ein oder andere Kiosk mit leckeren Süßigkeiten. Die Schultasche vom Kumpel ist viel cooler als die Eigene. Er hat auch noch eine Smartwatch sowie eine X-Box zu Hause und das Mädchen aus der Nachbarschaft hat ein viel moderneres Fahrrad, sogar mit Akku und Federung.
»Bald hat mein Kind Geburtstag und wird einen dicken Wunschzettel an mich übergeben. Auch Weihnachten ist auch nicht mehr so weit.« denken sich einige von Euch jetzt. Als Elternteil hast Du manchmal den Eindruck, dass das eigene Kind nur aus Wünschen besteht und versucht, so viel wie möglich zu bekommen. Ein Malheft und ein paar Buntstifte reichen schon lang nicht mehr, um es glücklich zu machen. Und irgendwie meint man immer, zu wenig zu kaufen oder das Falsche zu schenken.
Geschenke sind das eine, aber wie schaut es mit dem Taschengeld aus? Wie viel Euro soll man einem Kind geben und wie verhält es sich mit der Erhöhung im steigenden Alter? Ist das Taschengeld abhängig von den Schulnoten oder den erfüllten Aufgaben im Haushalt? Welcher Betrag ist zu wenig und welcher zu viel für ein Kind?
Fragen, die nur schwer beantwortet werden können.
Dieses Buch möchte diese Fragen auch nicht beantworten, denn es ist eine Sache der Eltern diese Entscheidung zu treffen. Dafür gibt es auch keine Standardlösung.
Taschengeld ist aber nicht das einzige finanzielle Mittel, dass Kindern und Jugendlichen an die Hand gegeben werden kann.
Es gibt Sparbücher und Vorsorgepläne für Kinder und sogar entsprechende Girokonten. Die KFW bietet ein Baukindergeld an. Es besteht die Möglichkeit, für Heranwachsende, sich an der Börse mit virtuellem Geld auszuprobieren. Bei den verschiedenen Möglichkeiten ist es schwer, den Überblick zu behalten und sich für das Passende zu entscheiden. Vorsorge ist aber eine gute Sache, weil dein Kind Geld für die Zukunft erhält. Beim Verlassen des Elternhauses, Beginn eines Studiums, einem anstehenden Auslandsjahr oder dem Start ins eigene Familienleben hilft dieses Geld ungemein. Ein Vorteil dabei ist, dass die Anzahlung über viele Jahre hinweg möglich ist.
Mit diesem Buch möchte ich Dir einen Leitfaden zum Thema »Geld für Kinder und Jugendliche« in die Hand geben. Viele Themen werden eine aktive Rolle spielen, denn der Umgang mit Geld ist sehr vielfältig.
Das beginnt beim Taschengeld, geht über Jugendkonten, Zielsparen, dem Abrufen eines Förderprogrammes bis zum Bewussten umgehen mit Schulden oder dem Handel an der Börse. Nicht jedes Thema wird für Dich und Dein Kind von Interesse sein. Ich hoffe jedoch, ich habe viel Interessantes und Wissenswertes für Dich zusammengetragen und kann Dir mit diesem Buch auch wertvolle Tipps für Alltagssituationen mitgeben.
Ich verwende in diesem Buch oft die männliche Form »ein Kind« oder »ein Jugendlicher«, manchmal ist auch von einem Jungen oder jungen Teenager oder auch Teen die Rede. Gemeint sind damit immer Mädchen und Jungen.
In einer Umfrage, die von der europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde, fragten Experten nach der finanziellen Sicherheit der heute in Deutschland und Europa lebenden Kinder. Nur 11 % der Befragten gaben an, dass Kinder in Deutschland finanziell abgesichert seien. Bezogen auf Europa bestätigten 17 % die finanzielle Sicherheit.
Du siehst das Ergebnis der Befragung in dem folgenden Diagramm:
Abb. 01: Ergebnis einer Umfrage zur finanziellen Sicherheit der heute lebenden Kinder und Jugendlichen.
Unsicher sind sich über die finanzielle Sicherheit ihrer Kinder jeweils 21 % der Befragten. Dass die finanzielle Sicherheit der Kinder in Deutschland und Europa nicht sicher sei, gaben 66% bzw. 57% der Teilnehmer an.
Du siehst an dieser sehr aktuellen Umfrage, wie wichtig es ist, die Zukunft Deiner Kinder abzusichern. Der erste Schritt dazu ist die Gabe von Taschengeld. Der Umgang mit Taschengeld beginnt schon frühzeitig.
Bereits ein unter 6-jähriges Kind erhält ein klein wenig Geld von Oma oder auch mal ein, zwei Euro für was Süßes. Dabei muss Dein Kind im Laden das Geld mehrfach umdrehen, weil es bei all den bunten Angeboten für nur wenig Süßes reicht. Das heißt aber, dass hier bereits das Kind lernen muss, mit Geld umzugehen und zu sparen.
Der Umgang mit Geld in Form eines kleinen Taschengeldes, die vielen Wünsche, die ein Kind hat und die Versuchungen in den Läden sind eine Form der »Gelderziehung«. Diese mag nicht immer funktionieren und manchmal in Tränen, schlechter Laune oder bockigem Verhalten enden. Doch ein Kind soll lernen: »Nicht alles, was es zu kaufen gibt, kann ich auch haben. Ich muss verzichten und sparen lernen. « Dieser Lernvorgang erfolgt unbewusst und schrittweise. Er geschieht vor allem durch »erfahren und erleben«.
Wieviel Taschengeld ein Kind und ein Jugendlicher bekommen kann, hängt zunächst einmal von der finanziellen Situation der Eltern ab.
Mache diese Situation nicht zu einem Geheimnis.
Sag Deinem Kind, was möglich ist und was nicht geht.
Ein weiterer Punkt ist das Alter des Kindes. Ein unter 5-jähriger Junge oder ein unter 5-jähriges Mädchen kann in der Woche einen Euro für Süßes erhalten oder vielleicht auch 5 Euro im Monat.
Mit zunehmendem Alter wächst auch der Anspruch des Kindes. Es möchte sich vielleicht einmal ein cooles T-Shirt kaufen, auf ein paar Sneakers sparen, Kopfhörer leisten, ins Kino gehen, mit Freunden zum Bowling gehen oder ins Schwimmbad springen.
Es gibt hier mehrere Dinge, die eine Rolle spielen:
• Wie alt ist das Kind?
• Welche Interessen und Hobbys hat das Kind?
• Wie hoch ist der Anspruch für alltägliche Ausgaben?
Natürlich darf auch mal etwas Taschengeld für ein cooles Monatsmagazin draufgehen oder auch für einen Besuch im Fast Food Restaurant.
Rede mit Deinem Kind über dessen Wünsche und Interessen. Versuche nicht, etwas auszureden oder mit altmodischen Weisheiten zu kommen. Aussagen wie: »Wir haben früher im Heu gespielt. Wir hatten Murmeln und keine Spielkonsole mit Fortnite. Ein Springseil ist viel gesünder als ein BMX-Bike« werden nur auf Unverständnis stoßen.
Dennoch wirst Du auch einmal Nein sagen müssen. Ein Konzertbesuch kann teuer werden.
Ebenso wie ein Wochenendtrip mit Freunden. Auto-Scooter, Lasertec-Abenteuer oder mehrere Stunden in einem Jump House können teuer werden. Selbst ein, zwei Stunden Carrera-Auto-Spaß kosten sehr, sehr viel Geld.
Hier spielt noch ein weiterer Punkt eine Rolle: Im ländlichen Raum kostet der Besuch eines Baggersees kein Geld. Der Rummel ist selten. Sportplätze, die zum Fußballspielen einladen, gibt es auch überall. Oftmals haben die Nachbarn einen Pool. Die Waldwege laden zu Fahrradtouren ein. All das kostet kein Geld. In der Großstadt aber kostet es schon Geld, wenn man nur zu einem Badesee fahren möchte.
Es gibt jede Menge Freizeitangebote, die alle nicht umsonst sind.
Wenn der Wunsch des Kindes nicht finanzierbar ist, versuche nach Alternativen zu suchen oder das Kind zum Sparen anzuspornen. Vielleicht lässt sich im Sommer ein Besuch beim Tropical Island einplanen, wenn man das Taschengeld von mehreren Monaten aufspart. 15,- oder 20,- Euro in eine Spardose reichen schon einmal für einen besonderen (und teuren) Tag. Das tolle daran: Das Kind lernt sparen und mit Geld umgehen.
Die Frage nach der Höhe des Taschengeldes lässt sich nicht eindeutig beantworten. Es kommt auf das Alter des Kindes bzw. Jugendlichen, auf die finanzielle Situation der Familie, die Wünsche und Möglichkeiten sowie auf das Umfeld des Kindes/ Jugendlichen (Großstadt oder ländlicher Raum) an. Das DIJ, diese Abkürzung steht für Deutsches Jugend Institut, hat in einer Expertise im Jahre 2014 versucht, auf diese Frage eine Antwort zu finden. Diese Expertise wurde von der »Geld und Haushalt – Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe im Deutschen Sparkassen- und Giroverband« in Auftrag gegeben und veröffentlicht.
Diese Zahlen möchte ich an dieser Stelle einmal wiedergeben:
Alter
Empfohlenes Taschengeld
unter 6-Jährige
50 Cent bis 1,00 EUR / je Woche
6 Jahre
1,00 EUR bis 1,50 EUR / je Woche
7 Jahre
1,50 EUR bis 2,00 EUR / je Woche
8 Jahre
2,00 EUR bis 2,50 EUR / je Woche
9 Jahre
2,50 EUR bis 2,00 EUR / je Woche
Alter
Empfohlenes Taschengeld
10 Jahre
16,00 EUR bis 18,50 EUR / je Monat
11 Jahre
18,50 EUR bis 21,00 EUR / je Monat
12 Jahre
21,00 EUR bis 23,50 EUR / je Monat
13 Jahre
23,50 EUR bis 26,00 EUR / je Monat
14 Jahre
26,00 EUR bis 31,00 EUR / je Monat
15 Jahre
31,00 EUR bis 36,00 EUR / je Monat
16 Jahre
36,00 EUR bis 47,00 EUR / je Monat
17 Jahre
47,00 EUR bis 61,00 EUR / je Monat
18 Jahre
63,00 EUR bis 79,00 EUR / je Monat
Denke bitte daran, dass diese Zahlen nur Empfehlungen sind.
Rege Dein Kind dazu an, sich mit einem Schülerjob das eigene Taschengeld aufzufüllen. Ab 13 Jahren darf ein Kind in Deutschland einen Schülerjob annehmen. Dazu an späterer Stelle mehr.
Abb. 02: Im LBS Kinderbarometer wurde 2009 dieses Diagramm veröffentlicht.
Das LBS Kinderbarometer führt jedes Jahr eine Erhebung durch und ermittelt so, wie viel Taschengeld Mädchen und Jungen der 4., 5., 6. und 7. Klasse erhalten.
Zu den empfohlenen Beträgen kommt ein weiterer Geldbetrag für Kinder und Jugendliche, das sogenannte »Budgetgeld«. Dies deckt die Ausgaben für Schulessen, Schuhe, Kleidung, den öffentlichen Nahverkehr und andere Ausgaben ab, die notwendig sind. Der Betrag hängt vom Alter des Kindes und von den tatsächlich anfallenden Kosten ab.
Ausgaben für
Empfohlenes Budgetgeld
Kleidung/ Schuhe
30,00 EUR bis 50,00 EUR / je Monat
öffentlicher Nahverkehr
20,00 EUR bis 30,00 EUR / je Monat
Essen außer Haus
15,00 EUR bis 20,00 EUR / je Monat
Telefon/ Handy
10,00EUR bis 20,00 EUR / je Monat
Schuhmaterial
5,00 EUR bis 10,00 EUR / je Monat
Verbrauchsmaterial für die Körperpflege u.a. Güter
5,00 EUR bis 10,00 EUR / je Monat
Auch diese Beträge sind nur Empfehlungen. Die tatsächliche Höhe richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten der Eltern, den tatsächlich anfallenden Ausgaben und dem Alter des Kindes/ Jugendlichen. Ein Kind im Alter von 6 oder 7 Jahren gibt nicht so viel aus. Doch im Alter von etwa 12, 13 oder 14 Jahren pflegt man sich mehr, will sich stylen und nicht hinter den anderen zurückstehen.
Es ist sicherlich eine super Idee, gute und sehr gute Schulnoten mit einem zusätzlichen Taschengeld zu versehen. Das sollte als Anreiz funktionieren und ist bei Kindern und Jugendlichen gern gesehen. Aber auch hier gilt: Finde das richtige Maß, das zum finanziellen Budget und zu Deinem Kind passt. Die Schule sollte von Kindern und Jugendlichen nicht als »Job« verstanden werden.
Welches Taschengeld ist für welche Schulnote richtig – für diese Frage gibt es keine wirkliche Lösung. Sicherlich kannst Du dazu verschiedene Artikel lesen, aber Du wirst im Internet zu diesem Thema ganz unterschiedliche Tipps und Ratschläge finden.
Ich finde es viel wichtiger, kreative Kinder und Jugendliche zu fördern und ihnen auch bei schwierigen Schulfächern zur Seite zu stehen. Kinder verstehen die Schule nicht als das, was sie ist, nämlich als Baustein für einen guten Start ins Leben. Ohne gute Schulnoten, ein Studium und einen guten Berufsstart wird es später schwer werden im Leben. Das begreift man aber erst viele Jahre später.
Belohne gute Leistungen mit einem Taschengeldbonus oder der Aussicht auf ein besonderes Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk. Aber übertreibe es dabei nicht.
Bestrafe aber Kinder und Jugendliche, die nicht gut in der Schule sind, nicht mit weniger Taschengeld, denn das Taschengeld ist für Kinder und Jugendlicher so etwas wie ein »Minimallohn«, um die monatlichen Herausforderungen zu schaffen, sich auch mal etwas zu gönnen und hinter anderen Kindern und Jugendlichen nicht schlecht auszusehen. Dieses »Image« unter den Kindern und Jugendlichen ist wichtig.
Teure Markenjeans, besondere Pullis und coole Sneakers lassen einen doch auch gut aussehen. Oder etwa nicht? Vielleicht noch ein Smartphone oder eine Smartwatch der neuesten Generation und die aktuelle Gaming-Konsole mit einem nicht ganz billigen High-Speed-Anschluss.
Pay-TV und ein Musik-Abo… die Liste kann ganz schön lang werden und all diese Dinge schlagen oftmals Krater in das Girokonto der Eltern.
Für Kinder und Jugendliche ist es unheimlich wichtig, nicht hinter den anderen zurückzustehen. Man will nicht als »armes Kind« in der Schule Opfer von Sprüchen und Späßen werden. Man will dazu gehören und hier und da auch einmal auf den Putz hauen können. Versuche nicht, den Kindern und Jugendlichen diese Lebenseinstellungen, diese Mitläufer-Strategie und das Zugehörigkeitsgefühl zu den gut betuchten Kids auszureden. Da redest Du gegen die Wand.
Will ich damit sagen, Du sollst den Kids und Teens jeden Wunsch erfüllen und sie so pushen, nur damit sie mitreden können? Bloß nicht! Kinder und Jugendliche müssen selbst lernen, mit ihrem Geld umzugehen und einen Platz im Leben zu finden. Sie finden Freunde und werden irgendwo dazugehören, aber sie werden auch Enttäuschungen erleben und nicht alles bekommen, was im Laden erhältlich ist. Hier spielt auch eine Rolle, welche finanziellen Mittel die Eltern haben und was ihnen wichtig ist.
Versuche in Punkto Image und monatliche Ausgaben etwas offen zu sein und mit deinem Kind oder Jugendlichen zu reden. Teure Anschaffungen sind auch möglich, wenn man daraufhin spart.
Mit Geld umgehen, muss jeder lernen. Das heißt auch, auf manches verzichten, Alternativen suchen, notwendiges und deren Kosten zu kennen und auf bestimmte Dinge hin zu sparen. Außerdem bekommst Du so die richtigen Tipps für das passende Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk.
Sparen ist eine einfache und wichtige Sache, mit der sich Ziele erreichen lassen, die im Augenblick unerreichbar sind. Ein Tagesausflug in das Tropical Island, eine Smartwatch, Spielekonsole, ein Ausflug mit Freunden in eine Jugendherberge, die Jahres-Mitgliedsgebühr für einen Verein.
Es gibt jede Menge Dinge, die so ein Kind oder Jugendlicher gern haben möchte, die viel Geld kosten.
Mit zunehmendem Alter werden auch die Wünsche anspruchsvoller. Der »junge Mann« möchte der Freundin imponieren und sie ins Kino und zum Essen ausführen. Vielleicht steht auch bald ein Konzert der Lieblingsband an. Die ersten Theoriestunden für den Mopedführerschein kosten auch einiges an Geld.
Jeden Monat kann das Kind/ der Jugendliche etwas in eine Spardose zurücklegen. So lassen sich nach einiger Zeit auch größere Wünsche erfüllen. Das geht wie von selbst. Die klassische Sparbüchse ist dabei eine gute Wahl.
Bei jüngeren Kindern empfiehlt sich ein Porzellan-Sparschwein. Eine normale Spardose ist meist aus Blech oder Plastik und hat eine Öffnung an der Unterseite. Die Porzellan-Variante hat dies nicht. Das Kind sieht das Gefäß in seinem Zimmer vor sich. Das Zerschlagen sorgt auf jeden Fall für ein schlechtes Gewissen.
Mache Dir aber keine Hoffnungen, dass eine solche Spardose eine lange Lebenszeit hat. Gerade bei jüngeren Kindern sind die Versuchungen groß, die es in den Einkaufszentren, Kiosken und Supermärkten gibt.
Das macht aber nichts, denn das Ausgeben und somit auch das Verschwinden des Ersparten gehört zum Leben dazu.
So lernt man mit Geld umzugehen.
Reagiere aber nicht mit Lachen und Verständnis! Schimpfe ordentlich, damit das schlechte Gewissen auch ordentlich dick ausfällt und beim nächsten Mal das Spardosentier eine etwas längere Lebenszeit erhält.
Sind die Wünsche größer, sorge mit einem Sparkonto für eine Möglichkeit, Geld anzusparen. Das Kind oder der Jugendliche kann immer sehen, was angespart ist. Der Zugriff ist aber nur im Beisein eines Elternteils möglich. Das sorgt dafür, dass das Ersparte länger bestehen bleibt und nicht bei einem kleinen Wunsch gleich in einem Geschäft verschwindet.
Einige Banken bieten Sparbücher für Kinder und Jugendliche an. Daneben gibt es auch Fondssparpläne, Baby-Geldsparbücher, Jugend-Girokonten, Jugend-Depots, Festgeldkonten und andere Anlagemöglichkeiten. Einige dieser Kinder- und Jugendkonten werde ich Dir an anderer Stelle im Buch genauer vorstellen. Achte bei der Auswahl genau auf die verschiedenen Features. Was ist die Mindesteinlage? Ist das Geld für eine Zeit gesperrt oder kannst Du jederzeit Geld abheben und das Konto kündigen? Welche monatliche Summe müssen angespart werden und wie hoch ist die Verzinsung?
Du wirst wahrscheinlich kaum Zinsen auf ein solches Konto bekommen. Jedoch bringt ein Kinder- und Jugendkonto bei einer Bank den Vorteil, dass man nicht so einfach an das Geld kann.
Es lassen sich größere Sparziele über längere Zeit erreichen. Oder Du kannst auch dafür sorgen, dass Du dem Jugendlichen ein Startkapital für ein eigenes Leben zum 18. Geburtstag übergeben kannst. Wenn Du mit nur 15,- Euro im Monat anfängst, für ein Baby zu sparen, wird sich der Jugendliche später sicher über eine ordentliche Summe freuen.
Sobald Dein Kind das erste Taschengeld in der Hand hat, wird es auch irgendwo zu einem Kiosk stürmen oder in einen Technikladen rennen und Süßigkeiten, eine Musik-CD oder irgendeinen Kopfhörer kaufen.