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Hier erhalten Sie Informationen zu der Somalikatze. In erster Linie richtet es sich an Katzenliebhaber. In Wort und Schrift wird über die Entstehung, Aussehen und Haltung der Somali Infos gegeben.
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Seitenzahl: 62
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Für alle Katzen aus denen die wunderbare Rasse Somali entstanden ist und für die Züchter die so viel Zeit, Arbeit und Herzblut in die Somali investiert haben.
Tilsim dan J’ai O`se
Foto ©: Jana Crhová
Immer wieder wurde ich von Liebhabern der Somalikatze auf Lektüre angesprochen. Etwas in Buchform, in deutscher Sprache, ist leider (wenn, dann sehr veraltet) kaum zu finden. Also habe ich mich selbst darangemacht, einiges von unseren Somalis aufzuschreiben.
Ich bin:
Elke Broda – Cattery Tilsim dan, seit 1998 züchte ich diese wundervolle Rasse.
Mir ist bewusst, dass es zu diesem Thema noch viel mehr zu berichten gäbe, und deshalb erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Außerdem ist dieses Buch kein allgemeiner Katzenratgeber. Aber es werden dennoch einige Punkte zur Katzenhaltung angesprochen.
Dass die Somali von den schon länger gezüchteten Abessiniern abstammt, ist kein Geheimnis, zumindest jetzt nicht mehr. Am Anfang sah es da ganz anders aus. Die Abessinier galten immer als reinerbig für Kurzhaar. Natürlich gibt es verschiedene Entstehungsgeschichten. Welche die echte Geschichte ist, wird man wohl nie herausfinden.
Im Tierheim von New Jersey/USA wurde 1967 ein erwachsener, langhaariger „Abessinier Kater“ abgegeben. Mrs. Evelyn Margue, die Abessinier züchtete, sah ihn dort, war begeistert von dem Erscheinungsbild und nahm ihn mit nach Hause. Er erinnerte sie sehr an ihre eigenen Kater. Sie nannte den Kater George und forschte nach, wo sein Ursprung war. Überraschender Weise stammte George aus ihren eigenen Linien. Sein Vater war Lyn-Lee’s Lord Dublin, seine Mutter war Mo-Mi- R’s Trillby. Aus dieser Verbindung entstanden später noch 6 Jungtiere mit halblangem Fell. Bei einigen anderen Abessinier-Züchtern fielen auch von Zeit zu Zeit halblanghaarige Kitten neben den kurzhaarigen Abessiniern. Meist wurden diese verschenkt und natürlich wurde verschwiegen, je ein Halblanghaarkitten gehabt zu haben. Evelyn Margue war aber von den „halblanghaarigen Abessiniern“ so fasziniert, dass sie beschloss, diese als Rasse zu züchten. Die Abessinier-Züchter wehrten sich gegen die Bezeichnung Halblanghaarabessinier. Deshalb nannte Evelyn Margue die Halblanghaarvariante Somali auf Grund der geografischen Nähe von Abessinien (dem heutigen Äthiopien) und Somalia. 1972 gründete sie den Somali Cat Club of Amerika (SCCA) und versuchte, mit einigen anderen Züchter
Tilsim dan Janna’s happy end – Infinite Energy – what else
die Somalis zur Anerkennung in dem größten Verein von Amerika, dem Cat Fanciers Assoziation (CFA), zu bringen. Am 1. Mai 1979 war es soweit: Die Somali wurde vom CFA anerkannt und konnte nun auf den Ausstellungen Champion-Punkte erringen.
Der SCCA forschte weiter nach den Ursprungslinien der Somali und fand heraus, dass alle von vier Abessinier Katern abstammten. Diese gehen auf Raby Chuffa zurück. Am 4. April 1952 in England geboren und 1953 in die USA verkauft, wurde er unter dem Namen Raby Chuffa of Selene bekannt. Halblanghaarkitten tauchten fast zeitgleich in Amerika, Kanada, Neuseeland und Australien auf. Somali-Verpaarungen aus verschiedenen Ländern ergeben immer Somalis, so dass man nicht von einer Spontanmutation ausgehen kann.
Raby’s Vater war der Abessinier Kater Roverdale’s Purrkins. Seine Herkunft ist leider unbekannt. Alles was man über ihn weiß ist: Janet Roverdale bekam 1942 von einem Seemann eine Katze geschenkt, die der heutigen Abessinier ähnlichsah. Sie wurde Mrs. Mew genannt. In einem Wurf bekam sie einen schwarzen Kater und eine getickte Katze. Mit dieser getickten Katze begründete Janet Roverdale ihre Zucht unter dem Catterynamen Roverdale. Roverdale’s Purrkins ist 1956 gestorben. Über seinen Vater ist leider nichts bekannt. Raby Chuffa gilt als Urvater aller Somalis. Rezessive Gene können sich oft über 10 Generationen versteckt halten, bis eine Verpaarung mit Trägertieren, in unserem Fall das Tragen des Langhaargens, alles ans Licht bringt. Heute gibt es einen DNA-Test, mit dem man Trägertiere ausfindig machen kann. Der erste komplette Somali Wurf wurde 1972 in den USA geboren. 1977/1978 gab es schon 125 Somalis. 1982 erkannte die FIFe ebenfalls die Somali als Rasse an.
1965 wurden „Unfälle“ in Australien bekannt, auch hier zogen Somali Kitten in die Abessinier Würfe ein. Erste Importe aus den USAkamen 1980 nach England, doch zurückblickend muss man wohl sagen, beide Rassen sind „Made in England“. Von hier stammten die Importtiere, die in die USA das Langhaar-Gen mitbrachten. Belegt sind zu Anfang der Abessinier Zucht in England: Genau zwölf Abessinier waren in das Zuchtbuch des National Cat Club eingetragen. Alle zwölf hatten mindestens ein unbekanntes Elternteil. Natürlich wünscht man sich als „anderen“ Elternteil eine Falb Katze oder vielleicht Zula, die als Stammmutter der Abessinier gilt. Zula kam etwa 1868 nach England zu Mrs. Barreth-Lennard. 1917 wurde die erste Abessinier im CFA registriert. 1927 wurde sie in Frankreich anerkannt und 1934 die erste Abessinier in Deutschland (Dresden) geboren. Ab dem Jahr 1950 kannte man die Abessinier auch in der Farbe sorrel, die 1963 anerkannt wurde. 1981 bekam die blaue- und die fawn-farbene Abessinier ebenfalls den Champion Status. Die Silberfarbschläge folgten im Jahr 1984. Silberne Abessinier soll es schon um 1900 gegeben haben. Die Namen Aluminium I und Aluminium II deuten auch darauf hin. Leider sind uns keine belegten weiteren Hinweise bekannt.
Die Zucht stellt einige Anforderungen an den Züchter. Genetik-Kenntnisse, Stammbaumrecherche und ein „Auge“ für das passende Zuchtpaar sind unerlässlich. Wer wirklich züchtet und nicht vermehren will, hat erst mal ein schönes Stück Lernen und vieles zu erfragen vor sich. Mit den richtigen Verbindungen zu erfahrenen Züchtern ist schon mal ein ganzes Stück geschafft. Alles braucht seine Zeit – auch hier gilt: „Gut Ding will Weile haben“.
Einen Vorteil haben Somali Züchter: Es dürfen Abessinier, die Ursprungsrasse der Somalis, eingekreuzt werden, um den Gen-Pol zu erweitern. Die Kitten aus Abessinier x Somali Würfen sind generell kurzhaarig, sogenannte Abessinier-variant Katzen. Sie tragen das halblanghaarige Erbe des Somali Elternteiles verdeckt unter ihrem kurzen Kleid. Im Stammbaum sollten sie gekennzeichnet sein als Abessinier-variant, damit jeder sofort erkennt, dass es sich hier um keine reinerbige Kurzhaarkatze handelt. Die Abessinier-variant Katzen dürfen nicht in die reine Abessinier Zucht zurückgeführt werden. Es ist verständlich, dass Abessinier-Züchter nicht einen kleinen Plüschpuma im Nest liegen haben wollen. Nichtsdestotrotz sind es phänotypisch (optisch) Kurzhaarkatzen, die auf Ausstellungen mit den reinerbigen Abessiniern konkurrieren müssen und teilweise hier auch große Erfolge haben. Für die Somali-Züchter sind sie wertvoll, wenn fremde Abessinier-Linien eingekreuzt wurden, sowohl für die Gen-Vielfalt, als auch für Typ und Körperbau.
