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Das Buch 'Die Tante' ist ein Auszug aus dem Fetisch-Roman mit dem Titel 'Mamma'. Dort ist die Geschichte unter dem Kapitel 'Die Tante' ebenfalls zu finden. Bei der Bestattung seines Onkels Wolfgang trifft Heinz nach Jahrzehnten zum ersten Mal wieder auf seine Tante Helga. Sie lädt ihn nach dem Essen zu sich nach Hause ein, weil, wie sie vorgibt, sie in der momentanen Situation keinesfalls allein sein möchte. In ihrem herrschaftlichen Haus erwarten ihn einige Überraschungen. Unter anderem entdeckt er per Zufall ein seltsames, Geheimzimmer seiner Tante, dessen seltsame Ausstattung ihn nicht nur erstaunt, sondern sogar schockiert. Seine Tante, die eine sehr attraktive Dame ist, verführt ihn zu Sexspielen, von denen er sich nie vorstellen konnte, dass er so etwas jemals selbst erleben würde. Dann ist da auch noch ihre jüngere, lesbische Freundin Emma, die sich trotz ihrer Vorliebe für Frauen auch für ihn interessiert. Ihre Figur weckt bei Heinz, der auf sehr mollige Frauen steht, Sehnsüchte, von denen er hofft, dass sie sich erfüllen würden. Und dann sind da auch noch die Vorlieben der Frauen für echt seltsame Kleider und Spielzeuge, mit denen sie Heinz anfangs in Verlegenheit bringen.
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Seitenzahl: 190
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Hinweis: Lieber Leser, Ich muss Sie vorsichtshalber warnen!
Das Buch darf Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden!
Bei diesem Roman handelt es sich um erotische Geschichten, die, was sexuelle Handlungen anbelangt, sehr ins Detail gehen.
Wer damit nicht klarkommt, sollte tunlichst darauf verzichten, weiter zu lesen.
Der Inhalt befasst sich speziell mit dem Thema Busenfetisch, wobei es nicht nur um eine ausgeprägte Sehnsucht nach sehr grossen, natürlichen Brüsten geht, sondern auch um die, teils ausgefallenen Spiele damit. Man sollte als Leser schon ein Fable für diese Themen haben.
Dann allerdings wird man beim Lesen vor seinem geistigen Auge die erregenden Momente miterleben können.
ACHTUNG:
Sexspiele, die zu Sauerstoffmangel führen, dürfen nie ohne Aufsicht durchgeführt werden! Erstickungsgefahr!
Zum Thema:
Das Buch ʹDie Tanteʹ ist ein Auszug aus dem Fetisch-Roman mit dem Titel ʹMammaʹ. Dort ist die Geschichte unter dem Kapitel ʹDie Tanteʹ ebenfalls zu finden.
Bei der Bestattung seines Onkels Wolfgang trifft Heinz nach Jahrzehnten zum ersten Mal wieder auf seine Tante Helga. Sie lädt ihn nach dem Essen zu sich nach Hause ein, weil sie, wie sie vorgibt, in der momentanen Situation keinesfalls allein sein möchte.
In ihrem herrschaftlichen Haus erwarten ihn einige Überraschungen. Unter anderem entdeckt er per Zufall ein seltsames, Geheimzimmer seiner Tante, dessen noch seltsamere Ausstattung ihn nicht nur erstaunt, sondern sogar schockiert.
Seine Tante, die eine sehr attraktive ältere Dame ist, verführt ihn zu Sexspielen, von denen er sich nie hätte vorstellen können, dass er so etwas jemals selbst erleben würde.
Dann ist da auch noch ihre jüngere, lesbische Freundin Emma, die sich trotz ihrer Vorliebe für Frauen auch für ihn interessiert. Ihre Figur weckt bei Heinz, der auf sehr mollige Frauen steht, Sehnsüchte, von denen er hofft, dass sie sich erfüllen könnten.
Und dann sind da auch noch die Vorlieben der Frauen für echt seltsame Kleider und Spielzeuge, mit denen sie Heinz anfangs in Verlegenheit bringen.
Zum Autor:
Der Autor dieses Buches verwendet ein Pseudonym, da er seine wahre Identität mit Hinblick auf das doch etwas delikate Thema nicht preisgeben möchte.
Das Buch basiert reell auf Träumen und vielen eigenen Erfahrungen, in welchen der Autor, der selbst ein bekennender Liebhaber von sehr grossen, natürlichen Brüsten ist, erzählt, wie er bereits in jungen Jahren, aber mit zunehmendem Alter immer mehr, zu einem richtigen Busenfetischisten wurde.
Er beschreibt mit ausführlichen und hemmungslosen Schilderungen, wie diese Träume für ihn zum Teil Wirklichkeit wurden, andererseits aber oft auch nur Träume geblieben sind.
Übereinstimmungen mit real existierenden Personen oder Gebäuden wären rein zufällig und sind in keiner Weise beabsichtigt. Ausnahmen sind dabei Städte, Flughäfen, touristische Orte und Feriendomizile.
Dieses Buch widme ich all den Frauen, welche die Lust und den Mut hatten, mich mit ihren herrlichen Brüsten zu verführen und zu verwöhnen und mich damit zu immer neuen fantasievollen Spielen anregten.
Die Tante
Die Frauen im Roman
TANTE HELGA
EMMA
Die kleine Glocke läutet eintönig und mit schwermütigem Klang. Heinz sitzt in der bescheiden ausgestatteten Abdankungskapelle in der zweiten Reihe. Die unbequeme Holzbank ist hart. Er hofft, dass diese Zeremonie nicht allzu lange dauert. Vorne auf dem, um zwei Tritte erhöhten Podium, steht der schwarz gekleidete Pastor mit weissem Kragen und Schleifchen und spricht halblaut salbungsvolle Worte des Abschieds. Daneben steht auf einem kleinen runden Tisch eine schlichte Urne und rechts davon, auf einer hölzernen Staffelei, ein grosses, eingerahmtes Bild mit schwarzer Schleife seines Onkels Wolfgang aus besseren Zeiten.
Direkt vor ihn sitzt seine Tante Helga, ganz in Schwarz gekleidet, mit einem breitkrempigen, fein geflochtenen Hut, mit schwarzem Schleier aus nobler Feinstickerei über ihrem Gesicht. Völlig emotionslos hört sie der Rede des reformierten Pfarrers zu, während ihre in einem schwarzen Handschuh aus feinstem Leder steckende Hand nach rechts greift, wo sie die Hand ihrer Banknachbarin sucht. Heinz beobachtet das Verhalten seiner Tante zwischen der Sitzfläche dieser Bank und der Lehne hindurch. Dabei fallen ihm die ausladenden Hüften von Tante Helgas Begleiterin auf. Seine Gedanken schweifen in diesem Moment weit ab von der Bestattungsfeier. Diese Dame neben Tante Helga, die um Jahre jünger als sie zu sein scheint, beflügelt seine Fantasie in einer Richtung, die nicht so richtig zum aktuellen Anlass passt. Endlich spricht der Pfarrer den Segen und die Trauergesellschaft um Tante Helga, welche die Urne in ihre Hände nimmt, erhebt sich, um sie nach draussen zum Friedhof zu begleiten. Mit festem, sicherem Schritt geht seine Tante auf das kleine zur letzten Ruhe vorbereitete Grab zu, begleitet von der Dame, die in der Kapelle neben ihr sass. Heinz hat sich den beiden angeschlossen und geht direkt hinter ihnen. Dabei beobachtet er diskret das wogende Hinterteil dieser Dame, das ihm keine Ruhe mehr lässt. Man muss wissen, Heinz ist Single und bekennender Liebhaber von besonders fülligen Damen.
Vor gut zehn Tagen war bei Heinz ein Briefumschlag mit traditionellem schwarzen Rand eingetroffen, in dem die offizielle Todesanzeige seines Onkels Wolfgang und ein separater Brief seiner Tante Helga steckten, in dem sie ihn persönlich zur Beisetzung und zur anschliessenden Trauerfeier mit Essen einlud. Da seine Eltern beide schon verstorben sind, weil sie erst spät Nachwuchs hatten und Heinz das einzige Kind von Wolfgangs Bruder ist, beschränkt sich Tante Helgas nähere Verwandtschaft auf wenige Personen.
Heinz war schon als Kind Tante Helgas Liebling, wahrscheinlich deshalb, weil das Paar kinderlos geblieben ist. Das lag wohl auch daran, dass Onkel Wolfgang viel älter war als Tante Helga und als angesehener und erfolgreicher Anlagespezialist bei der Bank wegen den internationalen Börsen immer bis spät in die Nacht hinein gearbeitet hatte. Deshalb konnte er sich nie viel Zeit für seine Frau nehmen, ihr aber zum Schluss ein grosses Anwesen mit Park hinterlassen und ein Vermögen, welches es Tante Helga ermöglichen würde, nach seinem Tod sorgenfrei zu leben.
Im beigelegten Brief bat sie Heinz darum, sich um einige Sachen seines Onkels zu kümmern, von denen sie keine Ahnung habe, vornehmlich um die Computer, von denen mehrere immer noch in seinem Arbeitszimmer stehen. Eine Treuhandfirma würde sich nach Abschluss der Erbangelegenheiten um die Löschung vertraulicher Daten kümmern.
Heinz soll sich all die technischen Geräte und auch einige teure Kameras bei Gelegenheit genau anschauen, um zu sehen, was er davon brauchen könne. Tante Helga weiss nämlich, dass Heinz sich mit solchen Sachen bestens auskennt und sie gerne nutzt. Deshalb lädt sie ihn ein, sie später diesbezüglich einmal für ein paar Tage zu besuchen.
Nun steht er hier mit seiner Tante an Onkel Wolfgangs Grab und wartet darauf, dass die Urne zur Erde gelassen wird, die Tante Helga zu diesem Zweck dem Bestatter der Gemeinde übergibt.
Während der Pfarrer die üblichen Worte von Erde und Staub spricht und der trauernden Witwen nochmals sein Beileid ausspricht und Trost spendet, versenkt der Bestatter die Urne vorsichtig im Grab und stellt sich dann mit einem Eimer voll Erde und einer kleinen Handschaufel daneben, damit zuerst die Witwe und dann der Rest der Trauernden sich mit einer Handvoll Erde definitiv verabschieden kann.
Kaum hat Tante Helga, mit gesenktem Antlitz, die Erde auf die Urne geworfen, richtet sie ihren Oberkörper auf und hebt den Kopf, wobei ihr Blick durch ihren schwarzen Schleier hindurch ihren Neffen Heinz in einer Art und mit einem eigenartigen Gesichtsausdruck trifft, dass dieser ihr nicht lange in die Augen schauen kann. Er entzieht sich ihrem Blick, indem er zur kleinen Schaufel greift, die sie ihm auf eine Weise in die Hand drückt, dass ihre im schwarzen Handschuh steckende Hand die seine auffallend lange berührt.
Heinz übergibt nach seiner Verabschiedung, mit einem kurzen Innehalten, die kleine Schaufel weiter an Tante Helgas Begleiterin, die ihn dabei freundlich anlächelt und bei der Übergabe seine Hand genauso ungewöhnlich lange hält, dass es ihm schon fast peinlich ist.
‹Was könnten sich die anderen Trauergäste dabei denken, wenn sie es bemerken würden?›, kreisen etwas seltsame Gedanken in diesem Moment in seinem Kopf.
Anschliessend an die Verabschiedung verschiebt sich die Trauergemeinde zu Fuss ins nahegelegene Restaurant Sonne, wo im kleinen Saal an langen Tischen zur Trauervesper aufgedeckt ist. Für die Verwandten, und das sind nur wenige, sind die Plätze mit Tischkärtchen bezeichnet. Heinz fällt dabei auf, dass man ihn direkt neben Tante Helgas Begleiterin, die wie es scheint ihre beste Freundin ist, platziert hat.
Er, als Gentleman, wartet bis sie an den Tisch kommt, zieht ihr dann den Stuhl so weit zurück, damit sie sich bequem hinsetzen kann und schiebt ihn dann wieder näher, als sich ihr Hintern zu senken beginnt.
Mein Gott! Dieser Hintern!
Sein Herz klopft wie wild. Sein Puls beschleunigt sich, als er mit einem Blick über ihre Schultern auf ihren mächtigen Busen schaut, der erst jetzt, nachdem sie ihren Mantel an der Garderobe abgegeben hat, voll zur Geltung kommt. Ausgerechnet in diesem Moment dreht Tante Helga, die sich bereits gesetzt hat, ihren Kopf in seine Richtung und hat dabei bestimmt bemerkt, wohin gerade sein Blick gerichtet ist. Ihre Augen blitzen seltsam auf und ein kurzes, verdächtig wirkendes Lächeln huscht über ihr Gesicht. Heinz errötet, fast wie früher in seinen Teenager-Jahren, weil er sich dabei ertappt fühlt.
Als das Personal mit dem Servieren der Suppen beginnt und die meisten Gäste sich die Stoffservietten auf die Oberschenkel legen, passiert es. In dem Moment, als Emma, so steht es jedenfalls auf ihrem Tischkärtchen, ihre Serviette zurechtzupft, berührt ihre Hand seinen Oberschenkel. Sie entschuldigt sich sofort für ihre Ungeschicklichkeit, lässt ihre Hand aber erstaunlicherweise so lange dort, bis sie mit der Entschuldigung fertig ist.
Bei Heinz keimt indes eine leichte Hoffnung auf, dass er diese Frau später vielleicht auch antreffen würde, wenn er seine Tante für einige Tage in ihrem grossen Haus besuchen wird, um die Geräte von Onkel Wolfgang zu besichtigen.
Wie so oft bei solchen Traueranlässen dauert die Feier oft länger als geplant und die Trauer weicht nach und nach angeregten Gesprächen und Lachen über viele Episoden des Verstorbenen aus früheren Zeiten. Genauso ist es auch hier passiert. Die meisten Gäste trennen sich erst spät abends und machen sich zu vorgerückter Stunde und bei Dunkelheit auf den Heimweg.
Als Heinz sich von seiner Tante Helga verabschieden will und ihr, als gut erzogener Mann, bei der Garderobe in ihren Mantel hilft, dreht sie sich um, drückt ihn ganz überraschend fest an sich und meint: «Du willst doch jetzt, da es so spät geworden ist, nicht noch so weit fahren. Zudem hast du mehr als ein Glas Wein getrunken. Lass dein Auto beim Friedhof stehen. Wir fahren mit dem Taxi zu mir. Du kannst heute Nacht in unserem Gästezimmer schlafen.»
«Wie du meinst, Tante Helga. Das ist vielleicht doch vernünftiger», stimmt er ihr zu, dabei denkt er an Emma. Vielleicht bleibt sie auch. Sie bittet ihn: «Nenn mich einfach Helga. Die Tante darfst du in Zukunft weglassen.»
Dann gesteht sie Heinz: «Weisst du, ich möchte an so einem Tag wie heute nicht allein in dem grossen Haus sein. Ich weiss, ich werde mich daran gewöhnen müssen, aber das braucht eben seine Zeit.»
«Ich werde dich deshalb in der nächsten Zeit öfters besuchen kommen», tönt eine inzwischen vertraute Stimme hinter Heinz.
Er dreht sich um und blickt direkt in Emmas funkelnde Augen.
An Heiz gerichtet sagt sie mit ihrer sanften Stimme: «Ich finde das sehr nett von dir, dass du dich heute ein wenig um deine Tante kümmerst. Ich wäre auch gerne bei ihr geblieben, aber meine Pferde warten.»
«Pferde?», fragt Heinz etwas erstaunt.
«Ich werde dir das heute Abend bei einem Glas Wein erzählen, denn das ist eine etwas längere Geschichte», erklärt Helga, dann ruft sie einen Taxidienst an.
Bei ihr zuhause angekommen, bezahlt sie das Taxi und bittet Heinz ihr ins Haus zu folgen. Als in der Zufahrt automatisch die Lichter angehen, kommt Heinz nicht mehr aus dem Staunen heraus.
«Das ist ja ein riesiges Haus!», ruft er voller Begeisterung aus und ergänzt: «Ich kann mich irgendwie gar nicht mehr richtig daran erinnern».
Sie klärt ihn auf: «Du warst ja auch all die Jahre nie bei uns zu Besuch. Das Haus, welches du noch in Erinnerung hast, das war dasjenige, in dem wir früher gewohnt hatten. Das war viel kleiner und näher am Stadtzentrum. Dieses Haus hat dein Onkel Wolfgang erst gekauft, als er sich nach seinem ersten Herzinfarkt aus dem Arbeitsleben endgültig zurückgezogen hat.»
Sie geleitet ihren Neffen durch die grosse, mit vielen Schnitzereien verzierte, massive Haustüre, die sich leise surrend elektrisch öffnet, nachdem sie den Anhänger an ihrem Schlüsselbund an das moderne Klingel-Paneel gehalten hat. Sie führt ihn durch den breiten Flur zur Garderobe, wo sie ihren schwarzen Mantel aufhängt. Dann bittet sie Heinz, ihr ins Wohnzimmer zu folgen.
Onkel Wolfgang muss sehr wohlhabend gewesen sein, denn wenn Heinz die dunkle Möblierung genauer betrachtet, müssten das alles Teile im echt teuren englischen Stil sein.
«Setz dich dort in eines der Polstermöbel beim Salontisch. Ich hole uns unterdessen etwas zu trinken. Ich brauche unbedingt zuerst etwas gegen den Durst. Mein Mund ist ganz trocken. Wir trinken nachher noch einen guten Schluck Wein, oder magst du lieber einen Schluck feinen Whisky?», sprudelt sie los.
Es ist, als versuche sie die erdrückende Stille im Haus wegzureden.
«Ich hätte ganz gerne einen Schluck Tee. Gegen einen Schluck guten Wein hätte ich später bestimmt nichts einzuwenden. Danach kann man gut schlafen», meint er, während sie bereits in Richtung Küche geht.
Sie kommt mit einem Teekrug, zwei Teetassen und einer grossen Zuckerdose aus edlem Feinporzellan zurück, die gefüllt ist mit feinstem Rohrzucker und schenkt ein.
Auf ihre Frage: «Wie viel Zucker?» antwortet Heinz: «Ich mag’s süss.»
Als sie genüsslich den Tee schlürfen, fragt Heinz seine Tante: «Sag mal, wie habt ihr zwei euch eigentlich kennengelernt? Als ich noch ein Kind war, kam zu Ostern immer eine Tante zu Besuch, die bei der Bahn arbeitete und mir einen grossen Osterhasen mitbrachte. Das warst doch du.»
Helga erzählt: «Ja, das war ich. Ich arbeitete damals als Schrankenwärterin bei der Regionalbahn. Du warst als Bub immer total begeistert, wenn du aus meinem Schrankenwärterhäuschen den vorbeibrausenden Zügen zuschauen konntest. Ich weiss noch, wie stolz du warst, als du einmal die Schranke selbst herunterkurbeln durftest.»
Jetzt erinnert Heinz sich wieder daran, wie wenn es gestern gewesen wäre.
Dann sagt er: «Heutzutage hättest du keine Arbeit mehr. Alles ist völlig automatisiert.»
Helga fährt weiter: «Ja. Das war auch damals ein grosses Problem für mich, als auch die Privatbahnen aus Sicherheitsgründen mit der Automatisierung beginnen mussten, weil der Staat es so verlangte. Aber das war eine kostspielige Angelegenheit, die auch meinen Arbeitgeber, die damalige regionale Privatbahn, in arge finanzielle Nöte versetzte. Darum engagierten sie einen Finanz- und Investitionsberater mit ausgezeichneten Börsenkenntnissen, um für diese Probleme Lösungen auszuarbeiten. Das war Wolfgang, den ich auf diese Weise bei einem Informationsabend der Privatbahn kennenlernte. Er hatte auf mich einen grossen Eindruck gemacht und obwohl er viel älter war als ich, junge Frau, habe ich mich Hals über Kopf in ihn verliebt. Mein jugendliches Aussehen, obwohl ich schon auf die Dreissig zuging, hatte ihn verzaubert, wie er später gestand und so wurden wir ein Paar.»
«Und was war mit deiner Arbeit im Schrankenhäuschen?», will Heinz wissen.
«Tja, damit war es nach der Umstellung auf automatische Schranken natürlich zu Ende. Wir Schrankenwärter und ich als einzige Schrankenwärterin wurden alle entlassen. Für die Männer, die teils Familie hatten, war es besonders hart. Für mich, Gott sei Dank nicht, denn Wolfgang hatte schon kurz nach der Hochzeit darauf gedrängt, dass ich aufhöre zu arbeiten. Wir waren auf mein kleines Gehalt nicht mehr angewiesen. Er hatte schon für die damalige Zeit ein aussergewöhnlich hohes Einkommen. Wir konnten uns schon bald ein eigenes Haus und Urlaubsreisen leisten, von denen andere nur träumen konnten.»
«Dann hast du damals das grosse Glück gezogen», schwärmt Heinz.
Tante Helga wirkt ein wenig traurig, als sie weiter erzählt: «Am Anfang schon. Alle meine Bekannten und Freundinnen beneideten mich dafür. Doch dann klappte es mit dem Kinderwunsch nicht. Ich litt deswegen eine Zeit lang unter Depressionen. Wolfgang, der glaubte, er hätte versagt, vergrub sich von da an noch mehr in seine Arbeit und begann international zu arbeiten, was dazu führte, dass er oft wochenlang im Ausland tätig war. Um mich zu trösten, kaufte er später dieses luxuriöse, grosse Anwesen und las mir jeden Wunsch von den Augen ab. Ich durfte Modeschauen in ganz Europa und sogar in Übersee besuchen und einkaufen, was mir gefiel. Aber ich verbrachte bis zum Schluss die meiste Zeit allein in diesem grossen Haus. Und jetzt bin ich hier ganz allein.»
Sie schluchzt, als sie das sagt. Heinz setzt sich neben sie und nimmt sie in den Arm. Dabei durchfährt in ein seltsames Gefühl, das absolut nicht dem entspricht, wenn man seine Tante tröstet.
Sie legt ihren Kopf an seine Schulter und sagt, als sie sich wieder etwas gefangen hat: «Zum Glück ist noch meine Freundin Emma da. Ich werde sie jetzt noch mehr zu schätzen wissen als zuvor, obwohl wir uns schon sehr lange kennen.»
‹Oh ja! Dieses Vollweib. Die wüsste ich auch zu schätzen›, denkt er.
So kommt es, dass Tante Helga sich noch lange in den Armen von ihrem Neffen Heinz trösten lässt, nur dass die Zwei inzwischen von Earl Grey Tea auf einen guten französischen Rotwein umgestellt haben.
Als Heinz zu gähnen beginnt, weil es für ihn mit der Anreise ein besonders langer Tag war, sagt Helga: «Ich denke es ist Zeit ins Bett zu gehen. Ich zeige dir noch das Gästezimmer und das Gästebad im zweiten Stock.»
Auf die Bemerkung von Heinz: «Ich habe aber nichts für die Nacht dabei», beruhigt sie ihn und meint: «Keine Bange. Im Gästebad wirst du alles finden, was du brauchst. Ich stelle immer eine neue Zahnbürste und was man sonst noch so alles braucht, bereit. Ich habe schon immer gerne Gäste empfangen, die über Nacht bleiben.»
Nun treibt die Neugier Heinz an, zu fragen: «Bleibt Emma manchmal auch über Nacht hier?»
Tante Helga schaut Heinz mit einem mehr als vielsagenden Blick an und anstatt seine Frage zu beantworten, sagt sie nur: «Ich glaube, du magst Emma. Sie scheint dir sympathisch zu sein.»
Dann zieht sie sich zurück und lässt Heinz allein.
Heinz erwacht etwa um vier Uhr. Die vielen Tassen Tee zeigen Wirkung, deshalb will er das Gästebad aufsuchen, um auf die Toilette zu gehen. Bloss verschlafen, wie er noch ist, irrt er sich in der Türe im langen Gang. Er tastet im Raum, den er betritt, nach dem Lichtschalter und drückt darauf. Vom plötzlichen Licht geblendet, hat er Mühe, sich zu orientieren. Er findet weder die Toilette noch anderes typisches Inventar eines Bades. Was sein Blick nach einigem Blinzeln entdeckt, lässt ihn zusammenzucken.
‹Mein Gott! Wo bin ich hier nur hineingeraten?›, versucht er in Gedanken einzuordnen.
Die Möbelstücke, die er hier entdeckt, sehen reichlich seltsam aus und bestimmte Dinge an den Wänden lassen ihn leicht erschaudern.
Heinz zieht sich erschrocken zurück und schliesst sofort die Türe wieder. Als er die Türe vis à vis öffnet, atmet er erleichtert auf.
‹Da ist ja das gesuchte Bad. Es war die falsche Seite›, dämmert es ihm.
Er hatte eben nur rechts und links im Flur verwechselt. Dach dem Wasserlösen geht er wieder schlafen. Doch der Schlaf will nicht wieder kommen. Er sieht die ganze Zeit die seltsamen Entdeckungen im anderen Raum vor seinen Augen. Seine Fantasie beginnt verrückt zu spielen. Aber irgendwann erlöst ihn die Müdigkeit und der Schlaf übermannt ihn doch noch.
Heinz zuckt zusammen. Jemand hat an seine Türe geklopft. Als er die Augen öffnet, hat er anfangs Orientierungsschwierigkeiten. Er muss sich erst wieder bewusst werden, dass er nicht bei sich zuhause ist, sondern im Gästezimmer von Tante Helga. Dann hört er die freundliche Stimme von Helga, die ihn zum Frühstück einlädt.
«Ich gehe schon mal runter und mache uns Kaffee. Komm einfach nach, wenn du dazu bereit bist», ruft sie, während er ihre Schuhe bereits auf der Treppe nach unten klappern hört.
Heinz beeilt sich mit Rasieren und Waschen, denn dieses Mal hat er das Bad auf Anhieb gefunden. Während er sich dort frisch macht, kommen ihm wieder die verwirrenden Bilder von letzter Nacht in den Sinn, als er sich auf dem Weg ins Bad in der Türe geirrt hatte.
‹Führt seine nette Tante womöglich ein Doppelleben? Wenn ja, wie lange schon? Wusste ihr Mann Wolfgang davon? Hatte er ihr das zugestanden, oder musste er gar mitspielen? Wer spielte dabei die dominante Partie?›
Alle diese verwirrenden Gedanken kreisen gerade in seinem Kopf herum. Er würde sich aber bestimmt nicht getrauen, seine Tante danach zu fragen.
Als er im komfortabel eingerichteten Esszimmer ankommt, duftet es schon herrlich nach frischen Brötchen und starkem Kaffee.
Tante Helga sitzt in einem eleganten, schwarzen Morgenmantel aus echter Seide am Frühstückstisch.
«Möchtest du Butter auf die Brötchen oder lieber Margarine? Dort im Körbchen sind verschiedene Brötchen. Nimm dir einfach die, die du am liebsten magst. Ich habe verschiedene Konfitüren aus dem Kühlschrank genommen, da ich nicht wusste, welche du vorziehst. Oder möchtest du Honig haben. Das eine ist Bergblütenhonig, das andere Glas enthält Pfirsichblütenhonig. Ich hoffe, du magst starken Kaffee. Ich brauche das am Morgen, um fit zu werden.» Ihr Redeschwall will fast nicht enden.
‹Die Frau muss unter einem grossen Kommunikationsmangel gelitten haben›, denkt sich Heinz, als sie nicht mehr mit Reden aufhören will.
Er nimmt eines der Vollkornbrötchen, schmiert reichlich Butter darauf und zum Süssen den fein cremigen Pfirsichblütenhonig.
Nach dem ersten Bissen lobt er: «Mmmh. Das schmeckt einfach herrlich. Ach ja, ich mag den Kaffee richtig stark.»
Sie stellt seine Tasse unter die vollautomatische Espressomaschine hinter ihr auf der Anrichte und drückt auf das Symbol ʹKaffee starkʹ.
Als Heinz genüsslich seinen schwarzen Kaffee mit Zucker schlürft, fragt sie ganz beiläufig, ohne ihn dabei anzuschauen: «Hast du nachts vergessen, das Licht zu löschen?»
Ein Hitzeschwall schiesst in sein Gesicht, das dabei sofort rot anläuft. Er schluckt einen Moment lang leer, dann versucht er sich herauszureden und fragt mit unschuldsvoller Miene zurück: «Du meinst in meinem Zimmer?»
«Nein, in meinem Zimmer», korrigiert sie ihn.
«Nein, nein! Ich war nicht in deinem Schlafzimmer», windet er sich heraus.
Sie setzt eine bestimme Art von Lächeln auf, wie wenn sie ihm verzeihen wolle, oder es als unwichtig abtun würde.
Dann sagt sie diplomatisch: «Dann habe ich es wohl selbst vergessen.»
Den Blick, den sie ihm allerdings hinterher noch zuwirft, würde man schon fast als lüstern bezeichnen. Doch damit scheint das Thema gegessen zu sein und die beiden geniessen sichtlich ihr Frühstück.
Nach dem Morgenessen erklärt Helga: «Ich muss heute noch für ein paar Stunden weg. Ich komme erst gegen Abend zurück. Wie ich dir bereits angeboten habe, kannst du ungeniert noch ein paar Tage länger bleiben, wenn du nicht aus beruflichen oder anderen Gründen schon heute nach Hause fahren musst. Ich würde mich sehr freuen, wenn du noch länger bleiben würdest.»
«Kann ich», stimmt Heinz ihr sofort bedenkenlos zu.
Die Neugier ist scheinbar doch grösser, als der erste Schrecken, den das seltsam eingerichtete Zimmer ihm eingejagt hatte.
