Die Taxi-Fibel - Bernhard Faaß - E-Book

Die Taxi-Fibel E-Book

Bernhard Faaß

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Beschreibung

Das Taxigewerbe ist von Legendenbildung, Schauerge­schichten und teilweise seltsamen Vorstellung­en umrankt. Die Taxi-Fibel bietet sachliche Informationen und praktische Hilfe zu typischen Situationen und Problemen für eine reibungslose Taxisuche und entspannte Fahrt. Damit Sie sich wohler und sicherer fühlen. Langweilig muss es deshalb nicht werden. In dieser Wiesn-Ausgabe finden Sie ein ausführliches Kapitel zur wirklich höchst speziellen Lage in diesem Zeitraum.

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Seitenzahl: 158

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Bernhard Faaß

Die Taxi-Fibel

Für Fahrgäste Wiesn Edition 2019

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Gunst

1 Vorwort zur Wiesn Edition

Quasi reguläres Vorwort

Der Münchner Taxifahrer als Sonderfall

2 Das Wichtigste in Kürze

3 Allgemeines

Wann ist das Taxi frei?

Bestellung

Was soll ich, was muss ich bei der Bestellung angeben?

Standplätze

Hausmeister

Freie Taxi-Wahl

Vorbestellung

Sonderwünsche

Besorgung

Starthilfe

Überführung

Der Tarif und die Tarifordnung

Beförderungspflicht

Wozu keine Pflicht besteht

Grenzen der Beförderungspflicht

Bezahlung

Quittung

Trinkgeld

Verlustsache

Pauschalpreis – Schwarzfahrten

4 Wie verhalte ich mich im Taxi richtig

Kürzeste Fahrtstrecke vs. Schnellster Weg

Der beste Weg

Kein Geld, nicht genug Geld

Sie sind betrunken

Übelkeit

Kurzfahrt

Weite Fahrt

Taxi zum Flughafen

Umwege

Navi

Der Taxifahrer kennt sich nicht aus

Die meisten sind OK und machen einen guten Job.

Offene Getränke, Glasflaschen

Essen

Wie man in den Wald hineinruft...

5 Ausnahmesituationen

Sie haben es w i r k l i c h eilig...

Silvester

Die Wiesn

Alternativen zum Taxi

Bordellfahrten

6 Probleme Missverständnisse

Sich mit den Fahrern anlegen

Die Kollegen kommen

Die Polizei soll kommen

7 Schlussrede

8 Anhang

Quellennachweise und Rechtsnormen

Taxizentralen in München

Zum Autor

Impressum

Bei empress erschienen

Impressum neobooks

Gunst

für meinen Bruder

Ulrich "Uli" Michael Eugen Faaß

* 01.Mai 1962 + 20.März 2005

1 Vorwort zur Wiesn Edition

Jeder kennt das: Man braucht ein Taxi und gerade dann kommt keines vorbei, man weiß nicht, wie man es bestellen kann oder die Zentralen sind alle belegt und man hängt in der Warteschleife.

Während der Wiesn ist das ganz oft so.

Die anderen Probleme sind zwar statistisch selten, aber auch die kennt man. Der Taxifahrer ist unfreundlich oder fährt falsch. Während der Wiesn ist auch das öfter der Fall als normalerweise. All das hat Gründe. Wenn man sie kennt, ist deren Wirkung gut auszuschließen.

Die Taxi-Fibel für den Fahrgast dient dazu, die Taxisuche und das Taxifahren nicht nur reibungslos sondern sogar möglichst entspannt und eventuell vergnüglich zu gestalten.

Da während der sehr extremen Ausnahmesituation des Münchner Oktoberfestes mehr oder weniger zwangs­läufig die Schwierigkeiten zunehmen, wurde diese Wiesn Edition geschaffen. Sie konzentriert sich beson­ders auf München und in einem extra Kapitel auf die speziellen Umstände mit denen man während der Dauer dieser winzigen Party konfrontiert ist, und wie man Ärgerlichkeiten vermeidet.

Deutlich voran zu schicken ist, dass die allermeisten Taxikollegen vollkommen in Ordnung sind.

Selbst wenn manche Leute das Gegenteil behaupten.

Allerdings bleiben schlechte Erfahrungen eher im Ge­dächtnis, da die unproblematische Fahrt selbstverständ­lich der legitimen Erwartung entspricht. Leider ist es tatsächlich so, dass während dem Oktoberfest mehr schwarze Schafe unterwegs sind, die versuchen auf verschiedene Weise den Fahrgast "abzuzocken". Die einzelnen Methoden dann im Verlauf. Außerdem gibt es Fahrer, die ehemals einen Personenbeförderung­schein gemacht haben, aber sonst nie fahren, und deshalb keine Routine, keinen entsprechenden Umgang und oft sogar wenig bis keine Ortskenntnis mehr haben. Dafür reagieren sie umso dreister.

All das hat Gründe.

Umgekehrt halten sich seit jeher viele professionelle Fahrer vom "Krisengebiet", wie es im Jargon genannt wird fern, um genau solche und andere Probleme zu umgehen, und kümmern sich lieber um das reguläre Geschäft. Auch deren Gründe werden dargestellt.

Mit Hilfe dieses Ratgebers sollten Sie keine Probleme haben. Spätestens ab 22:30 Uhr sind in der unmittel­baren Umgebung der Wiesn jedoch größere Hürden zu meistern, die niemand ändern kann. Da ist es umso besser, wenn man Strategien kennt, welche die Sache erleichtern.

In diesem Sinne: Oans, zwoa, Taxi.

Quasi reguläres Vorwort

Das Taxigewerbe ist in praktisch all seinen Aspekten von Legendenbildung, einer Vielzahl an Schauerge­schichten und teilweise wirklich seltsamen Vorstellung­en umrankt. Das gilt nicht nur für Fahrgäste, sondern sogar für manchen Anwärter für den Beruf des Fahrers. Ursache ist wie allemal die Unwissenheit über tatsäch­liche Umstände.

Der Bereich gehört außerdem zu denjenigen, über die jeder Bescheid zu wissen und daher mitreden zu kön­nen glaubt. Wie Fußball, Politik und Musik. Schließlich ist jeder schon Taxi gefahren. Weshalb jedermann da­rüber seine Erfahrungen und Ansichten verbreitet. Es handelt sich ja nur um das Hin- und Herfahren von Leuten und was soll daran schon so kompliziert sein, dass man es nicht verstehen und somit auch beurteilen könnte?

Man beobachtet, fragt die Fahrer aus und in der Zeitung stand doch auch einiges. So zieht man eigene Schlüsse, ungeachtet dessen was man sich da alles zusammenreimt. Halbwahrheiten, Fehlinformationen, Ängste und Wunschvorstellungen verbinden sich zu manchmal wilden, oft abstrusen Ideen, an die man aber fest zu glauben bereit ist, vor allem wenn sie ein anderer, ebenso uninformierter Bekannter bestätigt.

Man kennt die Vorurteile über Taxifahrer.

Alle Taxifahrer sind gleich. Wirklich?

Sie sind alle Betrüger, fahren Umwege, sind unfreund­lich, missmutig, brechen Verkehrsregeln und fahren zu schnell, glauben, die Straße gehöre ihnen, sind meist­ens Alkoholiker, Spieler, riechen schlecht, verdienen nichts, haben nichts richtiges gelernt, machen krumme Geschäfte, kennen sich nicht aus, kennen sich über­haupt nicht aus, haben ständig Schwierigkeiten mit den Fahrgästen und überhaupt Kontakte zur Unterwelt.

Alle.

Mindestens eine Eigenschaft müsse aber bestimmt zu­treffen oder irgendeine Mischung.

Sicher gibt es nach statistischer Wahrscheinlichkeit für jede dieser Voreingenommenheiten Beispiele. Sie zu verallgemeinern ist wie bei jeder Gelegenheit schlicht falsch.

Information zu den Straßen: Der Bürger bezahlt sie mit seinen Steuern und die Regierung meint deshalb, es handele sich um Staatseigentum. Aber die Straßen gehören dem lieben Gott. Nur muss sie schließlich irgendwer verwalten.

Alle Taxifahrer sind gleich? Auch das wird behauptet. Wenn man wenigstens erklären würde, sie werden alle wegen der Art der Arbeit mit der Zeit auf eine Weise gleich, müsste das zwar als psychologische Spekulation gelten, aber es könnte sein.

Die Wahrheit ist, Taxifahrer bestehen zu einem großen Teil aus Individualisten. Es gibt den Taxifahrer, der sein Auto putzt und mit Stolz fährt. Einen gemütlichen Pykniker. Bassisten. Rentner. Architekten mit Ab­schluss. Juristen. Nicht mehr viele Studenten. Stolze, putzende Türken. Junge Türken. Araber. Frauen. Inder. Italiener. Vietnamesen mit fantastischer Ortskenntnis. Auffällig verschwiegene Vietnamesen. Kleine Männer. Russische Hünen. Homosexuelle. Bagwhan Sanyasins. U-Bahn-Fahrer. Ex-Prostituierte. Walküren. Herzens­brecher. Kunsthistoriker. Boxer. Schönlinge. Gärtner. Polizisten. Freigeister. Familienväter. Alleinstehende Mütter. Ungarn. Architekten ohne Abschluss. Musiker. Iraner. Afghanen. Afrikaner. Pakistani. Funker. Schau­spielerinnen. Spitzenintelligenz mit sozialen Defiziten. Gute Kerle. Behinderte. Supermarkt-Filialleiter. Bären. Waschweiber. Originale. Gastronomen. Junggebliebe­ne. Metzger. Schreiner. Fahrkartenkontrolleure. Scharfe Frauen. Gruselige Kerle. Spieler. Ehemalige Unter­nehmer. Künstler. Und wir wissen gar nicht wie viele, die einfach auf den ganzen Sch... keinen Bock mehr hatten. Wie auch immer, gleich sind sie nicht.

In diesem Büchlein wird der Einfachheit halber von „dem Taxifahrer“ geschrieben, da Fahrerinnen immer noch sehr selten sind und es letztlich keinen sachlichen Unterschied macht. Für beide Geschlechter gilt im Prinzip dasselbe. In unserem Gewerbe werden Frauen nicht diskriminiert. Ausnahmen bestätigen die Regel. Sie bekommen die gleiche Vergütung wie alle Fahrer und in der Regel dieselbe Achtung oder wegen ihres Geschlechtes besondere Anerkennung durch die männ­lichen Fahrer. Voreingenommenheit taucht vor allem seitens der männlichen Fahrgäste auf, die dem alther­gebrachten Unsinn nachhängen, Frauen könnten nicht Auto fahren. Es gibt immer Deppen, die nicht ver­stehen, das eine Frau dasselbe leistet und es im Zweifel wahrscheinlich noch etwas schwerer hat. Auch weib­liche Fahrgäste zeigen teils Verwunderung, da Sie die Arbeit des Taxifahrers als gefährlich einstufen und daher ihr angeblich schwaches Geschlecht als umso bedrohter betrachten.

Tatsächlich ist es kaum verwunderlich, dass auch das Taxigewerbe in Deutschland wie alle Dinge des Lebens und nicht zuletzt die, welche einen Öffentlichkeits­charakter haben, behördlich geregelt sind. Taxis sind Teil des öffentlichen Personennahverkehrs und unter­liegen damit dem Personenbeförderungsgesetz. Es gibt eine Taxiverordnung, Tarifverordnungen, die sich darüber hinaus von Stadt zu Stadt unterscheiden können. und auch die Betriebsordnung Kraftfahrzeuge gilt für den Taxibetrieb.

Ein guter Taxifahrer sollte diese Schriftwerke kennen. Für den Fahrgast sind sie nur bedingt interessant. Verständlicherweise stoßen juristische Einzelheiten kaum auf Neugier. Es gibt auch Fahrer, die höchstens die Tarifordnung kennen und auch diese nicht immer beachten. Es gibt auch Fahrer, denen neben den alltäg­lichen Anforderungen der Tarifverordnung der Rest wenig Interesse abnötigen konnte, die aber in natür­licher Art einen sehr guten und einwandfreien Dienst tun und deshalb nicht mit Vorschriften kollidieren. Der gesunde und freundliche Umgang ist das Ziel allen Regelwerks und so kommt man eben damit gut zurecht. Letztlich gibt es trotz deutscher Gründlichkeit noch immer einzelne ungeregelte Umstände, die durchaus vorkommen und dann eben mit der spontanen Souverä­nität des Fahrers entschieden werden dürfen.

Es gibt gestelzt formulierte Infobroschüren von Behör­den, Taxi-Blogs und vor allem viel Gerede, das zur Hälfte nicht wahr ist und zur anderen Hälfte nicht stimmt. Vergebt, wenn hier nicht jedes Detail für alle erdenklich möglichen Fälle auseinandergesetzt wird. Ich habe mich um Vollständigkeit bemüht, aber dabei soll diese Fibel auch praktikabel bleiben. Deshalb wurde versucht vor allem praxisnahe Tipps und Infos in griffiger Form zu geben.

Was Sie hier nicht finden werden: Endlose Geschichten über die belanglosen Vorkommnisse des Taxi-Alltages. Überdramatisierte Schimpftiraden über betrügerische, ja, verbrecherische Fahrer, die den betroffenen Fahrgast trotz ultimativer Geringfügigkeit Jahre bis Jahrzehnte in Atem halten. Das Gewinsel der Alkoholiker und selbstgefälligen Party-Geier, die Unsummen fürs Saufen verfügbar haben, aber dem Taxifahrer seinen rechtmäßigen und dabei kaum übertrieben hohen Lohn nicht gönnen und deshalb den Fahrpreis herunter­handeln wollen. Die unzähligen Idiotien derer, die mit allem immer ein Problem haben, nie an einen Punkt kommen, dafür sich und die Ziellosigkeit ihres pro­fanen Lebens als besonders herausragend betrachten und daher spektakulär propagieren. Kurz: Nichts über den flüchtigen Quatsch einer egozentrischen und narzisstisch gestörten Dümmlichkeit. Nichts über die Bedeutungslosigkeit der aufgeblasenen Wichtigtuer und die bedeutende Urteilskraft der selbsternannten Richter der Welt.

Dafür gibt es Taxi-Blogs und Psychotherapie.

Doch, es gibt wirklich interessante und außergewöhn­liche Geschichten, unerwartete Glücksfälle und heftige bis wilde Abenteuer, also erinnerungswürdige Ereignis­se, aber auch das soll nicht Teil dieser Ausführungen werden, da man im Taxi schnell lernt, dass es „nichts gibt, was es nicht gibt“ und das jeden Rahmen spren­gen müsste.

Hier geht es um nützliche Inhalte, pragmatische Fakten und praktische Hilfe. Langweilig muss es deshalb nicht werden.

Mit Hilfe dieser Fibel bekommen Sie einen guten Ein­blick in die wirklichen Verhältnisse, besseres Ver­ständ­nis für Zusammenhänge und Abläufe und die rich­tigen Mittel zur Bewältigung von Spannungen bzw. ef­fektive Handhabe zur Problemlösung.

Sie werden sich beim Taxifahren wohler und sicherer fühlen, sich leichter tun und entspannter sein. Sie wer­den weniger bis gar keinen Umwegen oder Fehlverhal­ten von Fahrern ausgesetzt sein. Nicht zuletzt dadurch werden Sie, neben dem Gewinn an Behaglichkeit, den Preis dieses Buches mehrfach hereinholen.

Der Vollständigkeit halber, damit nicht zu viele Quer­verweise zwischen den Kapiteln, die sich indessen nicht ganz vermeiden lassen, erscheinen und um dabei alle Bereiche möglichst umfassend auseinander zu setzen, kommt es immer wieder zu Wiederholungen von einzelnen Informationen in verschiedenen Ab­schnitten, wenn der Zusammenhang es gebietet.

Dem routinierten Fahrgast wird vieles längst klar sein und er mag sich wundern, wieso man das nicht weiß und damit Probleme haben kann. Schon im Kapitel Allgemeines wird schnell deutlich, welch großer Bevölkerungsanteil zu scheinbar offensichtlichen Um­ständen nicht aufgeklärt ist. Im Detail und spezielle Einsichten betreffend offenbaren sich auch einem regelmäßigen Taxikunden Einblicke, die ihm zuvor verborgen waren, neuen Zugang verschaffen und seine Souveränität zukünftig noch steigern.

Da aber Ärger und Streit die Stimmung selten hebt, dabei ein Großteil davon aber sicher auf Missverständ­nissen und einer dabei leicht dadurch aufgeheizten Situation beruht, was eine Lösung meist erschwert oder unmöglich macht, soll diese Fibel durch klare Infor­mation und Hinweise zum richtigen Verhalten Hilfe anbieten, das Taxifahren zu einem erfreulichen Erlebnis zu machen. Sei sie An- und Abfahrt eines unterhalt­samen Abends in der Stadt oder sei es die zügige Fahrt zum Flughafen. Je nach Bedarf soll man zufrieden gestellt sein und alles reibungslos verlaufen. Sollte es doch zu Schwierigkeiten kommen, gibt es auch dafür einfache Methoden, damit es nicht eskalieren muss. Den Taxifahren kann Spaß machen. Taxifahren soll sogar Spaß machen. Sicher dem Fahrgast, aber auch dem Fahrer. Denn ein glücklicher Fahrer kann nur gut für den Fahrbetrieb sein.

Viel zu selten bedenken die Fahrgäste, dass sie hier jemand bisher fremden quasi ihr Leben anvertrauen, da der Straßenverkehr kein Kinderspiel ist und wenn­gleich man nicht mit schweren Unfälle rechnen muss und man zu allermeist in neuen Wagen mit guter Sicherheitsausstattung befördert wird, ist dies nicht außer Acht zu lassen. Der Fahrer sollte sich wohlfühlen und auf den Verkehr konzentrieren können. Er ist ein Profi, aber auch nur ein Mensch.

Dieses Büchlein möchte dazu dienen ihre Taxifahrten zu einem Vergnügen zu machen.

Es gibt Ihnen die Werkzeuge an die Hand immer schnell und zuverlässig an ein Taxi zu kommen. Auch bei Engpässen, in Stoßzeiten und Ausnahmesituation­en. Konflikte zu vermeiden oder zu lösen.

Und vor allem eine entspannte und amüsante Taxifahrt genießen zu können, an die man sich vielleicht sogar noch gerne erinnert.

Der Münchner Taxifahrer als Sonderfall

Der Münchner Taxifahrer ist stolz. Stolz auf seine Stadt. Stolz auf seine Wiesn. Ein guter Münchner Taxifahrer verdient Geld. Es ist nicht einfacher gewor­den. Aber Stolz basiert auch auf vergangenen Siegen. Reich ist vom Taxifahren noch niemand geworden, aber man ist nicht darauf angewiesen, sich für Geld blöd anreden zu lassen.

Das Oktoberfest ist weltweit einzigartig. Ungeachtet dessen, dass viele die Entwicklung zu einer reichlich uferlosen Geldmaschine auf Entertainment-Ebene ohne Flair erkennen wollen, weshalb auch die Pflege der zum Jubiläum erdachten Oiden Wiesn als Hort der Tradition weiter gerne gesehen ist.

Es passt so gut zu München, das ihr Urgrund einer der schönsten der Welt ist: Eine Hochzeit.

Historisch gesichert ist deren Grund, wie gar nicht unbedingt bei allen Gelegenheiten vor allem zwischen den Herrschaftshäusern, die höchste Macht der Welt: Die Liebe.

Darüber und die damit verbundene, günstige politische Allianz zeigte sich der einstige König so hervorragend beglückt, dass er dem Volk das Fest spendierte.

Damals eine Woche lang war alles kostenlos.

Das ist heute nicht mehr der Fall.

2 Das Wichtigste in Kürze

Das Wichtigste ist die Ruhe. Die Ruhe zu bewahren.

Für den Fahrer so sehr wie für den Fahrgast.

Denn: In der Ruhe liegt die Kraft.

Schon bei der Bestellung, beim Ansinnen ein Taxi zu bekommen birgt die Ruhe Vorteile, die nicht von allen ohne weiteres erkannt werden, tatsächlich jedoch mit wenig große Wirkung erzielen können.

Das gilt für das Winken auf der Straße wie für eine fernmündliche Bestellung. Siehe Kapitel: Bestellung. Erst recht, sollten während der Fahrt Probleme aufkommen. Siehe im dortigen Kapitel.

Wenn Taxinotstand herrscht, d.h. nicht leicht eines zu bekommen ist: Bleiben sie ruhig.

Es ist wirklich ganz einfach. Sie brauchen außer den Grundvoraussetzungen weiter nichts besonderes zu tun oder zu leisten. Lassen sie sich finden. Leider verstehen das gerade im Stress der Ausnahmesituationen sehr viele und vielleicht die meisten Fahrgäste leider nicht und machen unnötigen bis gefährlichen Wirbel um sich und ihren Bedarf. Das nützt nichts, gar nichts.

Siehe Kapitel Ausnahmesituationen.

Bedenken Sie: Taxifahrer sind an Fahrgästen interes­siert. Sie tun die ganze Zeit nichts anderes, als Fahrten also Fahrgäste zu bekommen. Sie wissen wie das geht und sicher besser als Sie, denn sie beschäftigen sich unentwegt damit. Was Taxifahrer sicher nichtsuchen ist Aufregung. Davon haben sie schon ohne eigenes Zutun mehr als genug.

Ein ruhiger Fahrgast wird immer den Vorzug bekom­men. Ergo: Bleiben Sie ruhig.

Was die meisten Fahrgäste gar nicht bedenken, ist, Sie vertrauen dem Taxifahrer praktisch ihr Leben an.

Besonders, wenn es auf die Autobahn geht.

Straßenverkehr ist kein Vergnügen, sondern lebensge­fährliche Realität. Die allermeiste Zeit passiert nichts. Zum Glück. Das sollte niemanden über die potentielle Bedrohung hinwegtäuschen. Der Fahrer wird aufpas­sen, so gut er kann. Er sitzt im selben Wagen.

Trotz seiner Routine muss er sich konzentrieren und die Aufmerksamkeit seiner Sinne auf den Verkehr lenken, denn das größte Gefahrenpotential geht von den sogenannten Verkehrsgegnern aus. Die sind weder alle aufmerksam und konzentriert noch immer ganz nüchtern und manche meinen wirklich es gehe beim Lenken eines Fahrzeuges um ihr fragwürdiges Vergnü­gen, weswegen sie viel zu schnell fahren, risikofreudig, nicht selten vollkommen unberechenbar reagieren und sehr kurzfristig ebenso unvorhersehbare wie oft genug total hirnrissige Manöver vollziehen. Der Taxifahrer weiß das. Sie müssen sich darum nicht kümmern, nur lenken sie ihn nicht unnötig ab. Nerven Sie nicht.

Siehe oben: In der Ruhe liegt die Kraft.

Siehe Kapitel Verhalten im Taxi.

Es ist damit absolut legitim, sich den Fahrer anzusehen. Die allermeisten Taxifahrer sind vollkommen in Ord­nung. Sie sind professionell. Das müssen sie sein, denn sie verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Fahrtätig­keit. Da noch niemand vom Taxifahren reich geworden ist, kommt man ohne Professionalität auf keinen grün­en Zweig. Glauben Sie nicht die unzähligen Schauerge­schichten von Trunkenbolden und denen, die immer nur von den Orten Taxi fahren, an denen leider unpro­fessionelle Fahrer warten, da diese am allgemei­nen Taxibetrieb mangels Kenntnis und Fähigkeiten nicht teilnehmen können. Glauben Sie nicht jenen, die sich nur dann ein Taxi leisten, wenn alle anderen auch eines benötigen – siehe Kapitel Ausnahmesituationen – und sich selbst, vor­dringlich aus Geiz, schon vor Fahrtbe­ginn dafür hassen und das am Taxifahrer auslassen.

Die allermeisten Fahrer sind vollkommen korrekt und freundlich.

Sie dürfen den Fahrer wählen, Sie dürfen einen Fahrer ablehnen und Sie müssen nicht den ersten Fahrer am Standplatz nehmen. Das ist grundsätzlich kein Pro­blem. Wenn Sie ein Taxi bestellt haben und dann den Fahrer ablehnen, sind Sie verpflichtet die Grundgebühr und die Gebühr für die Bestellung zu bezahlen. Siehe Kapitel Tarifordnung. Wenn Sie ein Taxi aufgehalten haben und der Fahrer missfällt Ihnen, können Sie ihn einfach weiterschicken. Am Standplatz ist es ein Gebot der Fairness, den ersten zu nehmen, da dieser am läng­sten wartet. Verpflichtet sind Sie dazu nicht. Sie haben die freie Taxiwahl. Manchmal ist es durchaus sinnvoll einen weiter hinten in der Warteschlange zu nehmen, wenn Sie eine sehr kurze Fahrt haben, weil der erste Fahrer vielleicht schon sehr lange wartet und daran kein besonderes Interesse hat. Siehe Kapitel Kurze Fahrt. Höflicherweise ist es gut, das mit dem "Ersten" kurz zu besprechen.

3 Allgemeines

Wie komme ich an ein Taxi, wenn ich eines brauche?

Ein Taxi aufhalten.

Eine der ältesten, einfachsten und unmittelbaren Me­thoden ist das Aufhalten eines Taxis an der Straße, in dem man dem Wagen bzw. dem Fahrer winkt.

Wobei wir bei einer der wichtigen Fragen des Gewer­bes, genauer gesagt der Fahrgäste sind.

Ja, dem Taxifahrer werden viele Fragen gestellt. Auch viele, die er nicht beantworten kann. Welche, die nie­mand beantworten kann. Viele sinnlose, persönliche Fragen und auch zum Taxibetrieb selbst. Zum Tarif und so weiter. Zu intimsten Lebensumständen des Fahrgas­tes wird er befragt, gerade im aktuellen Zusammen­hang, wenn dem Fahrgast etwas auf der Seele liegt, es eben erst Streit mit der oder dem Liebsten gab. Denn bald lernt man: Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Einige sagen dem Taxifahrer aufgrund seiner vom Fahrgast unterstellten Erfahrung psychotherapeutische Fähigkeit und sogar Weisheit nach.

Bei so vielfältigen Themen wundert man sich, dass sich eine der noch immer am häufigsten gestellten Fragen im Taxi um den mitunter einfachsten Zusammenhang dreht:

Wann ist das Taxi frei? Wenn das Licht leuchtet, oder wenn es aus ist?

Das ist doch klar, sagen Sie? Viele werden jetzt den­ken: Ja, wirklich blöd. Das ist doch ganz offensichtlich. Trotzdem spuken beide Antworten als richtig im Kopf vieler Leute herum. Dabei hat jeder ein gutes Argu­ment parat, das seine Wahl die zutreffende ist.

Die Begründungen könnten abenteuerlicher nicht sein, selbst bei der an sich richtigen Antwort.