Die unterschätzte Ressource - Michael Hans Hahl - E-Book

Die unterschätzte Ressource E-Book

Michael Hans Hahl

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Beschreibung

Unser Umgang mit der Generation 50 plus in der Arbeitswelt ist zum Teil beschämend. Michael Hans Hahl möchte ihr wieder eine Stimme geben und räumt in seinem Buch mit weit verbreiteten Vorurteilen über ältere Arbeitnehmer:innen auf. Anhand fundierter Daten zeigt er auf, warum die Generation 50 plus für Unternehmen unverzichtbar ist und welche wertvolle Ressource ihre Erfahrung darstellt. Zudem beleuchtet er notwendige Veränderungen in Unternehmensstrukturen und Bewerbungsprozessen, um die Stärken dieser Generation effektiv zu nutzen und Chancengleichheit für alle Generationen zu schaffen. So wird der Generationenkonflikt in eine erfolgreiche Zusammenarbeit umgewandelt und generationsübergreifendes Arbeiten gelebt. Inhalte: - Zehn Mythen, warum wir 50 nicht mehr eingestellt werden - Bewerbungen ab 50: exklusiv statt initiativ - Der Arbeitsmarkt für die Generation 50 plus - Altersdiskriminierung und Doppelmoral im Arbeitsmarkt - Erfahrung: das unterschätzte Kapital der Generation 50 plus - Ein mögliches Zukunftsmodell für die Generation 50 plus - Die Generation 50 plus auf dem europäischen Arbeitsmarkt

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Seitenzahl: 302

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhaltsverzeichnis

InhaltsverzeichnisHinweis zum UrheberrechtImpressumGeleitwort1 Einleitung1.1 Warum ich dieses Buch geschrieben habe1.2 Es ist Zeit umzudenken1.3 Irgendwann werden Sie 50 sein – und dann?1.4 Die Generation 50 plus und wer dahintersteckt1.5 Die Wirtschaftskraft der Generation 50 plus1.6 Vorurteile gegenüber älteren Mitarbeitenden1.7 Warum Sie ab 50 nicht mehr eingestellt werden – zehn Mythen2 Bewerbungen ab 50: Exklusiv statt initiativ2.1 Warum Bewerbungen ab 50 ein neues Spiel brauchen2.1.1 Exklusivität ist die neue Haltung2.1.2 Der klassische Bewerbungsprozess war gestern2.2 Wie sich erfahrene Fachkräfte selbst klein machen2.2.1 Der innere Saboteur2.2.2 Formen der Selbstsabotage2.3 Der persönliche Kontakt zu den Entscheidern2.3.1 Der blinde Fleck der digitalen Bewerbungssysteme2.3.2 Die menschliche Verbindung: Vertrauen durch direkte Ansprache2.3.3 Die Kunst des Networkings und der Direktansprache2.3.4 Vertrauen als entscheidender Faktor2.3.5 Der verdeckte Arbeitsmarkt als goldene Chance2.3.6 Emotionale Intelligenz als Wettbewerbsvorteil2.4 Der verdeckte Stellenmarkt2.4.1 Der verdeckte Stellenmarkt: Perfekt für die Generation 50 plus2.4.2 Der verdeckte Stellenmarkt als diskrete Kraft3 Risiken der Online-Bewerbung für die Generation 50 plus3.1 CV-Parsing und das Applicant-Tracking-System (ATS)3.2 Wie die Generation 50 plus ihre Bewerbungschancen ­erhöhen kann3.2.1 Die Zukunft der Online-Bewerbung3.2.2 So konnten Bewerber ATS und CV-Parsing überlisten4 Die Marktstrategie-Beratung4.1 Der Arbeitsmarkt für die Generation 50 plus4.2 Das Erfolgsgeheimnis der marktstrategischen Beratung4.2.1 Der Grundgedanke4.2.2 Vorteile der marktstrategischen Vorgehensweise4.2.3 Ihr Drehbuch für den Bewerbungsprozess4.2.4 Das Start-Ziel-Gespräch4.3 Die wichtigsten Fragen zur Marktstrategie-Beratung5 Altersdiskriminierung und Doppelmoral im Arbeitsmarkt5.1 Die Werte Ehrlichkeit und Loyalität5.2 Fassade der Gleichstellung5.3 Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und die Generation 50 plus5.4 Fachkräftemangel – ein hausgemachtes Problem6 Erfahrung. Das unterschätzte Kapital der Generation 50 plus6.1 Wenn Fakten keine Ausreden mehr zulassen6.1.1 Warum Unternehmen die Generation 50 plus ignorieren6.1.2 Erfolgsbeispiele: Die Kraft der Erfahrung in der Praxis6.2 Altersdiversität als Motor für Innovation und Erfolg6.2.1 Der demografische Wandel6.2.2 Handlungsempfehlungen für Unternehmen6.3 Stimmen der erfahrenen Generation7 Generationenübergreifendes Arbeiten7.1 Warum sind altersgemischte Teams der Schlüssel zur Zukunft?7.2 Erfolgsfaktoren für generationenübergreifendes Arbeiten7.3 Vorteile der Generation 50 plus für die Unternehmen8 Ein mögliches Zukunftsmodell für die Generation 50 plus8.1 Maßnahmen für ein altersgerechtes Unternehmen8.2 Mentoring: Kraftvoller Hebel für persönliche Weiterentwicklung8.3 Das Patchwork-Modell als Alternative zum Vollzeitjob8.4 Die Innovationskraft der Generation 50 plus8.5 Verlängerung der Lebensarbeitszeit?9 Appell an die Unternehmen9.1 Warum Ihr Unternehmen die Generation 50 plus braucht9.1.1 Haltung zeigen, nicht nur reden9.1.2 Die Generation 50 plus. Das größte ungenutzte Potenzial unserer Zeit9.2 Mein Schlusswort10 Anhang10.1 Die 15 häufigsten Fragen der Generation 50 plus10.2 Gastbeiträge von Expertinnen und Experten10.2.1 Babyboomer – die verlorene Reserve10.2.2 Ehret Eure Oldtimer10.2.3 Veränderung muss von innen kommen1210.2.4 Höchste Zeit, negative Glaubenssätze über das Älterwerden hinter sich zu lassen10.2.5 Liebhaberstück oder Klapperkiste?10.2.6 Selbstständigkeit als Experte 50 plus?10.2.7 Erfolgsstory SeniorsAtWork10.2.8 Erzähle Dich selbst im Jobinterview10.2.9 Jobwechsel mit 50 plus10.2.10 Senior Connect. Wir machen Erfahrung zugänglich10.2.11 Neuanfang mit 50 plus10.3 Die Generation 50 plus auf dem europäischen ­Arbeitsmarkt10.3.1 Schweden10.3.2 Niederlande10.3.3 Schweiz10.3.4 Italien10.3.5 Spanien10.3.6 Ungarn10.3.7 Großbritannien10.3.8 Dänemark10.3.9 Norwegen10.3.10 Finnland10.4 Das zweite Gehirn: Impulse für den AlltagSo entsteht Ihr zweites Gehirn Schritt für SchrittDankeQuellenverzeichnisDer AutorStichwortverzeichnis

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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

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ISBN 978-3-648-19122-4

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ISBN 978-3-648-19124-8

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Michael Hans Hahl

Die unterschätzte Ressource

1. Auflage, Dezember 2025

© 2025 Haufe-Lexware GmbH & Co. KG

Munzinger Str. 9, 79111 Freiburg

www.haufe.de | [email protected]

Bildnachweis (Cover): © gilaxia, iStock

Produktmanagement: Mirjam Gabler

Lektorat: Peter Böke

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere die der Vervielfältigung, des auszugsweisen Nachdrucks, der Übersetzung und der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, vorbehalten. Der Verlag behält sich auch eine Nutzung des Werks für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG vor. Alle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

Sofern diese Publikation ein ergänzendes Online-Angebot beinhaltet, stehen die Inhalte für 12 Monate nach Einstellen bzw. Abverkauf des Buches, mindestens aber für zwei Jahre nach Erscheinen des Buches, online zur Verfügung. Ein Anspruch auf Nutzung darüber hinaus besteht nicht.

Sollte dieses Buch bzw. das Online-Angebot Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte und die Verfügbarkeit keine Haftung. Wir machen uns diese Inhalte nicht zu eigen und verweisen lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung.

Geleitwort

Martin Gaedt

Über Martin Gaedt

Martin Gaedt ist Keynote Speaker und Autor mehrerer Bücher über den Arbeitsmarkt und attraktive Arbeitgeber. Er ist unter anderem Gewinner des Alternativen Wirtschaftsbuchpreises. Seine Leidenschaft gilt den Menschen, ihren Ideen und unterschiedlichen Sichtweisen. Seine Mottos lauten: »Geht NOCH nicht, bis wir es tun« und »Don’t criticize, improve!«. Ideen sind wie Babys: Sie tragen Talente in sich, die wir entdecken können. Er hat seit 1999 selbst mehrfach gegründet und war 20 Jahre lang Arbeitgeber.

Mit 51 Jahren war Angela Merkel sowohl die erste Frau im Amt der Bundeskanzlerin als auch die jüngste Person in diesem Amt. Im Alter von 69 Jahren ist der aktuelle Bundeskanzler vereidigt worden. Sogar vier Jahre älter war Konrad Adenauer bei seinem ersten Amtsantritt 1949. Warum ist es im politischen Amt normal, Ü50 zu sein, während die Generation 50 plus im Arbeitsmarkt links liegen gelassen wird?

Viele Menschen der Generation 50 plus verschicken hunderte Bewerbungen – ohne Erfolg. Sie erleben Vorurteile, die Michael Hans Hahl in diesem Buch alle widerlegt. Der Autor und ich sind beide Ü50. Als wir uns vor elf Jahren zum ersten Mal getroffen haben, waren wir beide in unseren Vierzigern. Was hat sich seitdem verändert? Wir haben Erfahrungen gesammelt. Wie alle Menschen Ü50.

Michael Hans Hahl und ich haben uns regelmäßig getroffen und uns über unsere Erfahrungen ausgetauscht. Daher weiß ich, wie wichtig ihm das Thema dieses Buchs ist. Die Generation 50 plus ist Michael Hans Hahl ein Herzensanliegen. Er ist ein Pionier auf diesem Gebiet und auf vielen Plattformen eine laute Stimme für diese Generation im Arbeitsmarkt.

Ich habe eine Frage, die ich an alle Arbeitgeber richte: Weißt du, wer sich noch nie bei dir beworben hat? Denk kurz nach. Die Antwort gilt für alle Unternehmen weltweit: Die Mehrheit der potenziell passenden Kandidatinnen und Kandidaten hat sich noch nie in deinem Unternehmen beworben. Die Mehrheit kennt dein Unternehmen gar nicht.

In Deutschland beschäftigen nur 0,09 % der Unternehmen mehr als 1.000 Menschen, und 97,3 % haben weniger als 50 Angestellte. Noch nie haben sich alle 1,8 Millionen Pflegekräfte, alle 800.000 Erzieherinnen und Erzieher oder alle 400.000 Fachkräfte im Bereich erneuerbare Energien bei dir beworben. Der Ball liegt immer bei dem Unternehmen, das sucht.

Jubelst du über Fachkräftereichtum oder jammerst du über Fachkräftemangel? Ein Blick in die Daten des Statistischen Bundesamtes genügt: Von 39 Millionen Erwerbstätigen im Jahr 1991 steigt die Zahl auf 46 Millionen Erwerbstätige im Jahr 2024. Ja, sie steigt! Auch 2025 bleibt die Rekordzahl mit 46 Millionen stabil trotz Insolvenzen. Mit 55 Milliarden Arbeitsstunden wurde in Deutschland so viel gearbeitet wie nie zuvor. Und auch in der Schweiz und in Österreich können aktuell die höchsten Zahlen an Erwerbstätigen gefeiert werden.

Wir wissen alle, dass der demografische Wandel »hart reingrätscht« und diese Zahlen nur durch Einwanderung und mit Menschen der Generation 50 plus aufrechtzuerhalten sind. Die entscheidende Frage lautet daher: Wie geht dein Unternehmen mit Menschen aller Altersstufen und Herkünfte um?

Wir leben und arbeiten in einem Arbeitsmarkt. Es gibt kein Gesetz, das Menschen verpflichtet, in deiner Firma zu arbeiten. Und das ist gut so. Menschen suchen attraktive Angebote, angemessene Löhne und gesunde Unternehmenskulturen. Und dann wählen sie aus.

Dein Umgang mit Menschen im Arbeitsalltag wie auch mit Bewerbungen spricht sich herum. »Das lohnt sich nicht.« »Davon rate ich dir ab.« Betriebe können attraktive Angebote schaffen oder jammern. Wie schnell reagierst du auf Bewerbungen? Gehst du fair mit erfahrenen Menschen um? Rollst du ihnen den roten Teppich aus? Welche attraktiven Lohn- und Arbeitszeitmodelle hat dein Betrieb im Angebot? Mit welchen überzeugenden Argumenten wirbt deine Firma, damit der offene Arbeitsplatz wahrgenommen und als attraktiv angesehen wird? Wie schaffen es viele Handwerksbetriebe, dass sie gute Bewerbungen zu erhalten? Wie kommt es, dass manche Firmen pro Jahr 120 Softwareentwickler einstellen, während andere behaupten, es gäbe keine? Das passiert. Gute Arbeitgeber wissen, wie es geht. Sie stemmen sich aktiv und attraktiv gegen den Fachkräftemangel. Alles Jammern über den Fachkräftemangel ist Zeitverschwendung. Entscheidend ist, ob dein Angebot interessant, anziehend und sichtbar ist. Es gibt Millionen andere Optionen. Also ran ans Tun, Ausprobieren und Verändern!

Jammern ist attraktiv, weil dann andere die Schuld tragen. Das übertüncht die eigene Ideenlosigkeit. Alles, was wir tun und denken, basiert auf unserem Fundament von Meinungen und Annahmen. Wir bewerten jede neue Information durch unsere selbstgeschaffene Brille. »Ü50, das bedeutet …« Denkst du jetzt »erfahren«, »teuer« oder »unflexibel«? Es ist dein Bild, dein Vorurteil. Ohne mit der Person gesprochen zu haben, kannst du es nicht wissen.

Jeder Mensch trägt eine andere Brille mit Sichtweisen. Unser Gehirn filtert damit alles, was wir sehen, hören, erleben, schmecken, riechen und fühlen. Dass unser Gehirn Informationen und Eindrücke filtert, ist lebensnotwendig. Wären wir allem ungefiltert ausgesetzt, würden wir verrückt werden. Es gibt also keine Welt ohne Vorurteile. Wir alle haben sie, und wir sind nie neutral und objektiv. Deshalb ist es so wichtig, dieses Buch zu lesen, um sich der eigenen Vorurteile bewusst zu werden. Die Generation 50 plus ist und bleibt die größte Gruppe auf dem Arbeitsmarkt. Es lohnt sich, sie näher kennenzulernen und Vorurteile abzubauen. In unserer Sichtweisen-Brille stecken alte Urteile und Erfahrungen, die sich vor Jahren und Jahrzehnten gebildet haben. Wir sehen alles durch diese Prägungen. Darunter befinden sich auch Annahmen und Überzeugungen, die gar nicht mehr aktuell sind.

Wir könnten sie durchstreichen und löschen. Dazu dient dieses Buch. Lerne die größte Gruppe auf dem Arbeitsmarkt neu kennen. Wer anfängt, sich zu hinterfragen, kommt vielleicht zu dem Ergebnis, dass es auch anders und besser geht. Was wäre, wenn der Markt gar nicht leergefegt ist, weil es so viele Fachkräfte Ü50 wie nie zuvor gibt?

Nächster Schritt: Kennst du dein Angebot und seine Wirkung? Bewirb dich doch einmal inkognito in deinem Unternehmen als Mensch der Generation 50 plus. Wie ist die Antwort? Fühlst du dich umworben? Wirst du eingeladen? Wirst du menschlich behandelt? Hast du Lust, dort zu arbeiten?

Wie oft hast du das Drehbuch für deinen Auftritt als Arbeitgeber umgeschrieben, um die Wirkung zu verbessern? Wer lernt jeden Tag etwas Neues? Wer stellt an jeder roten Ampel 44 Fragen? Wer das tut, stellt in sieben Jahren eine Million Fragen. So können wir unsere Annahmen und die Basis unseres Handelns erneuern.

Alte Modelle sind irgendwann überholt. Während ich dies schreibe, führt mein Smartphone ein minutenlanges Systemupdate durch. Wie oft erlebt dein Wissen ein Systemupdate? Wir kennen nur Bruchstücke der gesamten Wirklichkeit. Wie viele der acht Milliarden Menschen und 200 Milliarden Galaxien kennst du? Es ist gesund, neue Eindrücke und aktuelles Wissen aufzunehmen. Neue Erkenntnisse bedeuten, dass wir alte Vorstellungen loslassen, um Platz für neues Wissen zu schaffen. Genau dafür ist dieses Buch da. Löschen wir hingegen nichts, bleibt alles wie es ist. Das ist auch okay, denn es ist deine Entscheidung. Wenn wir die ursprünglichen Gedanken und Zahlen jedoch nicht löschen, ist der Speicherplatz belegt und es gibt keinen Raum für Weiterentwicklung.

Lasst uns Besserfrager statt Besserwisser werden! Jedes Thema hat mehr Facetten, als wir denken. Wenn wir altes Wissen streichen, gewinnen wir Raum und Zeit für neue Meinungen, Pläne, Handlungen, Begegnungen und interessante Bewerbungsgespräche.

Ich wünsche dir kraftvolle Erfolge mit neuem Wissen und viel Freude mit diesem Buch.

Martin Gaedt

1 Einleitung

Oder: »Es gibt nichts Edleres, als etwas zu schaffen, das bleibt.

Ein Buch zu schreiben heißt, gegen das Vergessen zu kämpfen.«

Ernest Hemingway

1.1 Warum ich dieses Buch geschrieben habe

In einem Satz? Weil ich der Pionier und die Stimme der Generation 50 plus bin, selbst dieser Altersgruppe angehöre und es mir ein echtes Bedürfnis ist, mich für meine Altersgenossen einzusetzen und für sie zu sprechen. Aber erlauben Sie mir, dass ich ein bisschen mehr zu diesem Thema beitragen und weitergeben möchte. Ich bin wie jeden Tag guter Dinge, dass ich einige zum Umdenken bewegen kann, obwohl ich alles andere als ein Priester bin. Als junger Bub war ich Ministrant. Zählt das? Entscheiden Sie.

Viele von uns lieben »das Alte«. Alte Weine, Schlösser und Burgen aus längst vergangener Zeit. Oldtimer, die man stolz hegt und pflegt, die man regelmäßig poliert und zu passenden Gelegenheiten ausfährt und präsentiert. Das alte Gewölbe, das Geschichte widerspiegelt. Die alten Gemälde, die wir in Museen bewundern, und die Freskenmalereien in den Kirchen. Ich war dieses Jahr in Paris und Sie glauben nicht, wie viele Menschen nicht nur die Mona Lisa im Louvre sehen wollten, sondern auch die anderen Kunstwerke aus der Vergangenheit. Ja, wir bewundern, vergöttern und lieben das Alte – aber nur, solange es sich nicht in unserem Unternehmen befindet. Denn zu einem »jungen, dynamischen Team« passt schließlich keine ältere Person, oder?

Obwohl der Chef selbst 55 Jahre oder älter ist, entscheidet er sich oft gegen Gleichaltrige. Die Gründe dafür sind ebenso mannigfaltig wie (oft) aus der Luft gegriffen. »Zu alt«, »zu teuer«, »zu unflexibel«, »überqualifiziert« und vieles mehr, müssen als »Begründungen« herhalten. Werte wie Ehrlichkeit und die so oft geforderte Loyalität gegenüber dem erfahrenen Bewerber werden dabei gern zur Seite gelegt. Zugleich wird das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wie eine Monstranz hochgehalten. Als Rechtfertigung, nicht als Zeichen der Neutralität, für das es im Grunde stehen sollte. Meiner Überzeugung nach schützt es nicht diejenigen, die es ursprünglich schützen sollte. Das ist jedoch ein anderes Thema, auf das ich in Kapitel 5.3 noch intensiver eingehen werde.

Seit über 20 Jahren begleite und unterstütze ich Menschen in der beruflichen Neu- und Umorientierung. Ich habe viele Jahre in namhaften DAX- und Mittelstandsunternehmen beraten und trainiert. Dabei bin ich immer wieder erfahrenen Personen über 50 begegnet, die mich nicht nur fasziniert, sondern nicht selten auch begeistert haben.

In einem Workshop in München erfuhr ich von einem Teilnehmer, der etwas erfunden und patentiert hat, das heute noch von der NASA genutzt wird. Eine andere Person erzählte mir, dass sie halb Australien vernetzt hat. Jeden Tag saßen mir Menschen gegenüber, die viele Jahre lang für ihr Unternehmen Großartiges, ja manchmal sogar Bahnbrechendes geleistet haben. Menschen, die heute nicht mehr gebraucht werden und häufig auf unterschiedliche Weise »abgebaut« worden sind.

Einen sehr traurigen Fall habe ich in Offenbach erlebt. Die Unternehmensführung hatte einem Mitarbeiter geraten, die Kündigung anzunehmen, da sein Arbeitsplatz wegfallen würde. Aus Angst nahm er das Angebot an. Kurze Zeit später erfuhr er, dass sein Arbeitsplatz gar nicht wegrationalisiert wird, und bat darum, die Kündigung rückgängig zu machen. Er erhielt die Antwort, dass er bereits gekündigt habe und diese Kündigung ihre Gültigkeit behalten würde. Er hätte eben der Aufhebung des Arbeitsvertrags nicht zustimmen dürfen. Wie der Gefühls- und Gemütszustand des betroffenen Mitarbeiters war, muss ich an dieser Stelle nicht näher beschreiben. Das hochangesehene Unternehmen hat sich mit dieser Kündigungsstrategie ein Armutszeugnis ausgestellt.

Aus diesen und hunderten weiteren Gründen habe ich vor einigen Jahren eine Beratung für die Generation 50 plus entwickelt: die »Marktstrategie-Beratung« (vgl. Kap. 4). Heute unterstütze ich mit meinem Programm »Career next Ager®« Angehörige der erfahrenen Generation dabei, einen neuen Job zu finden. Egal, ob sie 45 – denn da beginnt die Generation 50 plus – 50, 55, 60 oder älter sind.

Warum habe ich dieses Buch geschrieben? Weil es an der Zeit ist, meiner Generation eine Stimme zu geben. Es ist Zeit für Verbindlichkeit, Respekt, Anerkennung und Wertschätzung. Es ist Zeit, Vorurteile abzubauen, Unwahrheiten aufzudecken und dieser wertvollen Altersgruppe die Hand zu reichen, um sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Lassen Sie die Generation 50 plus wieder ein Teil der Wirtschaft werden, die sie mit aufgebaut und weiterentwickelt hat. Eine Wirtschaft, die durch ihr Zutun so gewachsen ist, dass Sie heute darin arbeiten können. Nehmen wir die erfahrene Generation wieder in unsere Unternehmensfamilie auf, statt sie zur Adoption freizugeben, wie ein Seminarteilnehmer in München es einmal formuliert hat.

Sie, liebe Unternehmer, Führungskräfte und Entscheider, sind am Zug. Gerne unterstütze ich Sie dabei, Ihre Themen wie generationenübergreifendes Arbeiten, Unternehmenskultur, Markenbotschafter im Unternehmen, Mentoring und Patchwork-Modelle, Fach- und Führungskräftemangel sowie den Umgang mit der Generation 50 plus und vieles mehr umzusetzen. Es liegt an Ihnen – nur an Ihnen.

1.2 Es ist Zeit umzudenken

Oder: »Altern ist kein Unglück, sondern eine Tatsache. Das Unglück ist die Art, wie wir damit umgehen.«

Simone de Beauvoir

»Du kannst nicht immer siebzehn sein.«

Ein Schlager von Chris Roberts, ja. Aber auch ein Satz mit ernster Bedeutung. Früher oder später merken wir alle, dass sich die Zeit nicht aufhalten lässt. Das Alter ist nichts, das vielleicht irgendwann passiert. Und trotzdem verhalten sich viele Menschen, als könnten sie diesem Prozess entkommen. Die einen verdrängen es, die anderen machen sich über jene lustig, die ihnen ein paar Jahre voraus sind. Wieder andere treffen Entscheidungen, bei denen das Alter stillschweigend zum Ausschlusskriterium wird. Besonders auffällig ist das in der Arbeitswelt. Wer heute dreißig ist und glaubt, das Thema Alter betreffe ihn nicht, irrt. Denn wenn alles gut läuft, steht auch er in zwanzig Jahren vor derselben Frage: Wie werde ich gesehen, wenn ich nicht mehr jung bin, aber noch lange nicht alt?

Unser Umgang mit der älteren Generation ist beschämend

Wir leben in einer Gesellschaft, die Jugend glorifiziert und das Alter ignoriert. Wer langjährige Erfahrung mitbringt, wird schnell als starr, nicht mehr lernfähig oder gar als Belastung wahrgenommen. Dabei ist oft das Gegenteil der Fall. Wer länger lebt, hat mehr gesehen, mehr verstanden und vor allem mehr Fehler gemacht. Und das ist kein Makel, sondern ein Vorteil. Früher galt das Alter als Zeichen von Weisheit. Ältere Menschen wurden gefragt, gehört und geschätzt. Heute zählen vor allem Tempo, Wandel und Präsenz auf digitalen Plattformen. Der Lebenslauf soll lückenlos sein, die Karriere idealtypisch verlaufen und die Softwarekenntnisse aktuell sein. Doch ein Mensch ist mehr als seine letzte Zertifizierung. Wer älteren Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt erschwert, nur weil sie keine hippen Begriffe verwenden oder nicht jeden Trend mitmachen, entwertet langfristig die Erfahrung aller.

Automatische Diskriminierung im Auswahlprozess

Diskriminierung, im AuswahlprozessAltersdiskriminierungViele Unternehmen nutzen digitale Systeme zur Bewerberauswahl (vgl. Kap. 3). Diese Systeme sortieren nach Schlagwörtern, Lebenslaufstrukturen und erkennbaren Mustern. Was nicht ins Schema passt, fällt durchs Raster. Und genau hier liegt ein ernstes Problem. Denn die Systemlogik bevorzugt Lebensläufe von jüngeren Bewerberinnen und Bewerbern. Wer eine längere Erwerbsbiografie mit mehreren Stationen oder auch Pausen im Lebenslauf hat, wird oft früh aussortiert. Nicht weil er schlechter ist, sondern weil er nicht ins vorprogrammierte Raster passt. Dabei haben gerade erfahrene Bewerberinnen und Bewerber oft die besseren Fragen, ein gutes Gespür für Risiken und einen klaren Blick für Zusammenhänge. Doch sie erhalten keine Chance, das zu zeigen. Die Entscheidung ist oft bereits gefallen, bevor ein Bewerbungsgespräch überhaupt stattfindet. Das geschieht nicht laut und nicht sichtbar, aber es wirkt und es trifft viele. In Kapitel 3 erfahren Sie mehr über die Risiken und spezifischen Diskriminierungsformen im digitalen Bewerbungsprozess durch Tools wie CV-Parsing und Applicant-Tracking-Systeme.

Ökonomischer Irrsinn

Erfahrung kostet Zeit. Wissen muss wachsen. Menschen, die in Krisen Ruhe bewahren, die gelernt haben, Konflikte konstruktiv zu lösen und die andere mitnehmen statt überfahren, sind Gold wert. Doch genau diese Menschen werden systematisch übersehen. Viele Unternehmen zahlen dafür einen hohen Preis. Fluktuation, Wissensverlust, teure Fehler und Fehlentscheidungen sind oft die Folge einer Personalpolitik, die Alter als Risiko und nicht als Ressource betrachtet. Dabei sind Menschen mit fünfzig, sechzig oder sogar siebzig nicht automatisch weniger leistungsfähig. Sie sind häufig stabiler, loyaler und bringen genau die Ruhe und Gelassenheit mit, die in einem hektischen Umfeld benötigt wird. Wer auf diese Menschen in seinem Unternehmen verzichtet, handelt kurzsichtig.

Wenn das Thema Alter aus dem öffentlichen Diskurs verschwindet und ältere Menschen als irrelevant betrachtet werden, dann verliert die Gesellschaft an Zusammenhalt. Es entsteht ein künstlicher Graben zwischen den Generationen. Dabei sind Alt und Jung voneinander abhängig. Die einen bringen Schwung, die anderen Erfahrung. Die einen sind ungeduldig, die anderen vorausschauend. In dieser Spannung liegt die Kraft einer gesunden Arbeitswelt. Ohne diese Verbindung entstehen Vorurteile, Missverständnisse und Abgrenzung. Und irgendwann trifft es alle. Denn wer heute über Ältere lacht, wird morgen selbst ignoriert. Das ist nur eine Frage der Zeit.

Das Leben beginnt nicht mit dreißig. Und es endet nicht mit fünfzig.

Für viele Menschen gewinnt das Leben ab fünfzig an neuer Lebensqualität. Die Kinder sind groß, der Blick auf das Wesentliche ist klarer und die Selbstzweifel leiser. Viele nutzen diese Phase, um neue Wege zu gehen, sich selbstständig zu machen, ein Buch zu schreiben, Unternehmen zu gründen oder alte Träume endlich ernst zu nehmen und zu verwirklichen. Sie wissen, was sie nicht mehr brauchen, und beginnen, das zu leben, was ihnen wirklich wichtig ist. Mit fünfzig hat man nicht weniger Möglichkeiten, sondern oft die besseren. Weil man nicht mehr jedem gefallen muss. Weil man nichts mehr beweisen muss. Weil man sich endlich selbst genügt. Wer diesen Reifegrad erreicht hat, ist für ein Unternehmen kein Risiko, sondern ein Gewinn.

Sichtbarkeit ist eine Frage der Sprache

SichtbarkeitDamit sich etwas verändert, muss das Thema öffentlich gemacht werden. Es reicht nicht aus, leise zu leiden oder sich mit anderen Betroffenen im Stillen zu solidarisieren. Es braucht Worte, Begriffe und Präsenz. Wer im Netz sichtbar sein will, muss Begriffe verwenden, die von Suchmaschinen favorisiert werden. Aber vor allem braucht es eine klare, mutige Sprache. AltersdiskriminierungAltersdiskriminierung muss als das benannt werden, was sie ist: eine Verletzung der Würde, eine Missachtung von Potenzial und ein gesamtgesellschaftliches Problem. Begriffe wie »Karriere ab fünfzig«, »zweite Berufschance«, »berufliche Erfahrung«, »Wert von Lebenserfahrung« oder »gerechte Teilhabe am Arbeitsmarkt« sind nicht nur für die digitale Sichtbarkeit relevant. Sie schaffen auch ein neues Bewusstsein. Und dieses Bewusstsein ist der erste Schritt zu echter Veränderung.

Aufruf an alle Generationen

Die Generation 50 plus ist kein Auslaufmodell. Sie ist die tragende Säule unserer Gesellschaft. Wer heute jung ist, sollte sie nicht als Bedrohung, sondern als Schatz betrachten. Denn diese Generation hält vieles zusammen. Sie übernimmt Verantwortung in Familien, pflegt Angehörige, bildet aus, entwickelt Produkte und führt Unternehmen. Und sie tut das oft unbemerkt, weil sie keinen Applaus braucht. Wer sie heute ignoriert, verspielt nicht nur wirtschaftliche Chancen, sondern auch Menschlichkeit – und wird eines Tages selbst zum Bittsteller in einem System, das ihn oder sie dann vielleicht genauso übergeht. Deshalb gilt: Es ist Zeit umzudenken. Nicht irgendwann, sondern jetzt.

Zum Abschluss dieses Unterkapitels freue ich mich, Ihnen einen Beitrag des hochgeschätzten jungen Kollegen Eric Tüscher präsentieren zu dürfen. Er hat exklusiv für mein Buch etwas zu diesem Thema geschrieben. Ich danke ihm und wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen.

1.3 Irgendwann werden Sie 50 sein – und dann?

Gastbeitrag von Eric Tüscher

Über Eric Tüscher

Eric Tüscher ist Wirtschaftspsychologe (M. Sc.), Autor und Unternehmer. Er ist seit über einem Jahrzehnt erfolgreich in der Karriereberatung und im Executive Search tätig. Als zertifizierter systemischer Coach, Change Manager und Berater für Persönlichkeitsdiagnostik hat er mehr als 5.000 Veränderungsprozesse begleitet – von individuellen Karrierewegen bis hin zu komplexen Transformationen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.q-concept-partners.de und www.vision-lead.com.

Die meisten Menschen beschäftigen sich erst mit dem Älterwerden, wenn es plötzlich spürbar wird: Der 50. Geburtstag rückt näher, die Kinder sind vielleicht aus dem Haus und der Beruf verliert an Reiz. Plötzlich steht eine Frage im Raum, die nicht mehr leise zu verdrängen ist:

»War das schon alles oder kommt da noch etwas?«

Die gute Nachricht: Die 50 ist kein Endpunkt. Sie ist ein Wendepunkt. Wie Sie diesen gestalten, entscheiden Sie nicht irgendwann, sondern heute.

1. Selbst-Check

Beginnen Sie mit einem ehrlichen Selbst-CheckSelbst-Check und fragen Sie sich:

Lebe ich das Leben, das wirklich zu mir passt oder funktioniere ich nur noch?

Stimme ich mit meinen Werten, meinen Aufgaben und meinem Umfeld wirklich überein?

Habe ich das Gefühl, ich selbst zu sein, oder spiele ich eine Rolle?

In meiner Arbeit mit Hunderten Klientinnen und Klienten um die 50 zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: Viele haben zwar ihre Ziele erreicht, aber keinen echten Sinn gefunden. Deshalb lautet mein erster Rat:

Lösen Sie sich vom äußeren Lebenslauf und schreiben Sie Ihren inneren.

2. Das Vier-Säulen-Modell: Wie erfüllt ist Ihr Leben?

Nutzen Sie das Vier-Säulen-ModellVier-Säulen-Modell, um systematisch zu reflektieren:

Aufgabe: Erfüllt mich meine Tätigkeit oder erschöpft sie mich?

Umfeld: Unterstützt mich mein soziales und berufliches Umfeld?

Entwicklung: Wachse ich noch oder trete ich seit Jahren auf der Stelle?

Benefit: Wird mein Beitrag fair anerkannt und wertgeschätzt?

Notieren Sie sich unter jeder dieser Säulen die zentralen Punkte Ihres Alltags und bewerten Sie diese anschließend ehrlich in Bezug auf Ihre Zufriedenheit (1–100 %). Die Bereiche mit den größten Lücken sind Ihre Hebel zur Veränderung.

3. Wertearbeit: Jetzt ist der Moment, um ehrlich zu sich selbst zu sein

WertearbeitMit 50 beginnt keine neue Karriere, sondern eine neue Phase der Klarheit. Und diese basiert auf einem Fundament: Ihren Werten. Werte wie Freiheit, Ehrlichkeit, Mitgefühl, Wachstum oder Selbstbestimmung sind kein Luxus, sondern der Maßstab für ein stimmiges Leben. Und sie sind messbar:

Leben Sie Ihre Werte täglich?

Stehen Ihre Entscheidungen im Einklang mit diesen Werten?

Kennen Ihre Mitmenschen diese Werte?

Wer seine Werte kennt, entscheidet nicht schneller, sondern klarer.

4. Neuausrichtung mit 50: keine Krise, sondern Strategie

Neuausrichtung mit 50Der Irrglaube, dass es mit 50 für Veränderung »zu spät« sei, ist nicht nur falsch, sondern sogar gefährlich, denn er führt zur inneren Resignation. Dabei zeigen Forschungsergebnisse und die Praxis eindeutig, dass Menschen, die in ihrer LebensmitteLebensmitte innehalten, reflektieren und sich neu ausrichten, nicht nur neue Perspektiven gewinnen. Am Ende gewinnen sie ihre Lebensfreude zurück.

Fragen Sie sich:

Was möchte ich nicht mehr in meinem Leben dulden?

Welche Anteile in mir will ich stärken? (den Macher, den Visionär, den Kreativen?)

Welche Schritte kann ich innerhalb der nächsten zwölf Monate umsetzen?

Beginnen Sie nicht mit einem großen Ziel. Beginnen Sie mit der Entscheidung zur Veränderung.

5. Die häufigste Erkenntnis meiner Klienten über 50

Die häufigste Erkenntnis meiner Klienten über 50 lautet: »Ich wünschte, ich hätte früher angefangen, auf mich selbst zu hören.« Lassen Sie diesen Satz nicht zu Ihrer späten Einsicht werden. Machen Sie ihn zu Ihrem Weckruf – und zwar jetzt.

Nutzen Sie Werkzeuge wie:

regelmäßige WertereflexionWertearbeit

klare Bewertung Ihres Umfelds

anteilsbasierte SelbstführungSelbstführung (z. B. Kritiker vs. Unterstützer)

GewohnheitsmanagementGewohnheitsmanagement für neue Routinen

Sie haben heute die Möglichkeit, die Weichen neu zu stellen und mit 50 nicht in eine Lebensbilanz zu geraten, sondern eine Lebensverwirklichung zu erreichen.

Mein Fazit

Die Lebensmitte ist kein Abstieg, sondern ein Aufstieg zu sich selbst. Je bewusster Sie diese Phase heute gestalten, desto erfüllter werden Sie morgen leben. Machen Sie sich bereit. Denn irgendwann werden Sie 50 sein. Und das kann der Moment sein, in dem Sie sagen: »Jetzt beginnt mein wahres Leben.«

1 »In vielen Lebensbereichen beziehungsweise Gütergruppen tätigen die über 50-Jährigen annähernd 50 Prozent der Konsumausgaben – mit zunehmender Tendenz.« Quelle: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/94470/718cd29ec9f4cc44a58137fb63c9c16d/potentiale-nutzen-lang-data.pdf