Wildwest-Roman – Unsterbliche Helden 76 - Frank Callahan - E-Book

Wildwest-Roman – Unsterbliche Helden 76 E-Book

Frank Callahan

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Beschreibung

Dreiste Überfälle werden auf zahlreiche Postkutschen und Frachtwagen im Pinal County verübt. Eine raffinierte Bande von ausgekochten Wegelagerern, gegen die kein Kraut gewachsen zu sein scheint, soll dafür verantwortlich sein. Die Folgen sprechen für sich: Ein verzweifelter Frachtwagen-Unternehmer steht vor den Trümmern seiner Existenz. Und erbitterte Sternträger sind auf Fährten unterwegs, die sich allen Bemühungen zum Trotz immer wieder im Nichts verlieren. So ist die Lage im südlichen Arizona, als die vier Freunde eintreffen, die man auch Teufelskerle nennt. Dann geht es auf einmal rund und die Fetzen fliegen nur so ...

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Seitenzahl: 127

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

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Die Stagecoach-Falle

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Impressum

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsbeginn

Impressum

Die Stagecoach-Falle

Von Frank Callahan

Dreiste Überfälle werden auf zahlreiche Postkutschen und Frachtwagen im Pinal County verübt. Eine raffinierte Bande von ausgekochten Wegelagerern, gegen die kein Kraut gewachsen zu sein scheint, soll dafür verantwortlich sein. Die Folgen sprechen für sich: Ein verzweifelter Frachtwagen-Unternehmer steht vor den Trümmern seiner Existenz. Und erbitterte Sternträger sind auf Fährten unterwegs, die sich allen Bemühungen zum Trotz immer wieder im Nichts verlieren.

So ist die Lage im südlichen Arizona, als die vier Freunde eintreffen, die man auch Teufelskerle nennt. Dann geht es auf einmal rund und die Fetzen fliegen nur so ...

   

»Das geht mir einfach nicht in den Schädel hinein, Jungs!«, rief Charly Slade, der ehemalige Preiskämpfer, erstaunt aus. »Unser dicker Amigo marschiert jetzt schon eine gesch‍l‍a‍gene halbe Stunde dort drüben zwi‍schen den Büschen auf und ab. Ist er denn jetzt endgültig übergeschnappt?«

Frank Donovan, der große Arizona-Mann, zuckte ratlos mit den Schultern.

»Ich verstehe es ja auch nicht«, antwortete er träge. »Unser Wonneproppen muss schon einen sehr triftigen Grund haben, dass er seinen prächtigen Schaukelstuhl verlassen hat.«

»Vielleicht sollten wir Mario mal fragen?«, murmelte Hal Walker, der frühere Prediger, und räkelte sich zufrieden auf der kleinen Bank, die im Schatten des Ranchhauses stand.

Heiß schien die Sonne am wolkenlosen Himmel. Die fernen Berge der Sierra Tucson schimmerten messingfarben.

Die Luft waberte so, als würde sie kochen. Schon der Gedanke, sich bewegen zu müssen, trieb den drei Männern Schweiß auf die Stirn. Und ausgerechnet jetzt stiefelte Mario Ramirez, der angeblich ehemalige General einer Revolutionsarmee, dort drüben hin und her, als hätte er mindestens drei Wespen in seiner Hose.

»Wer geht rüber, um unseren Fettwanst zu fragen?«, erkundigte sich Charly Slade müde und blinzelte seine Freunde an.

Hal Walker und Frank Donovan verzogen nur die Gesichter. Keiner von ihnen hatte Lust, in die Hitze hinauszumarschieren. Hier im Schatten ließ es sich gerade noch aushalten, zumal für Getränke gesorgt war.

Der dicke Mexikaner wanderte immer noch auf und ab. Unberührt stand sein riesiger Schaukelstuhl unter einem schattenspendenden Baum.

»Langsam kriege ich's mit der Angst zu tun«, flüsterte Hal besorgt. »Er wird sich doch Jenny Portlands Strafpredigt heute Morgen nicht zu sehr zu Herzen genommen haben?«

»Glaub ich nicht«, erwiderte Charly. »Es ist nicht das erste Mal gewesen, dass er sich vor dem Abwasch gedrückt hat. Und unser alter Hausdrachen ...«

Ein Räuspern drang an die Ohren der drei Männer. Sie drehten die Köpfe. Besonders Charly Slade zuckte zusammen, als er Jenny Portland erkannte.

»Hausdrachen?«, stieß Jenny hervor. »Ich bin also ein Hausdrachen! Heiliger Rauch, warum lasse ich mir das von diesem Gesindel bieten? Das wird ja immer schöner. Ich packe meine Siebensachen und verlasse mit Old Teddy die Ranch. Das geht zu weit! Da kümmere ich mich wie eine Mutter um diese vier verwahrlosten Strolche, damit sie nicht ganz vor die Hunde gehen, und dann ...«

»Es tut mir leid, Jenny«, röhrte Charly Slade. »Das habe ich nicht so gemeint. Du weißt das doch ganz genau.«

»Die blonde, ungefähr fünfzig Jahre alte Frau stemmte beide Hände in die Hüften. Ihre Augen funkelten gespielt wütend.

»Geh mal rüber zu Mario!«, befahl sie. »Auch ich mache mir Sorgen um unseren dicken Amigo. Ich möchte wissen, was mit ihm los ist. Vielleicht ist ihm mein Mittagessen nicht bekommen.«

Das glaubten weder Frank Donovan und Charly Slade noch Hal Walker.

»Mario ist ein Allesfresser«, behauptete der einstige Reverend. Er stand seufzend auf und reckte und dehnte seinen schlanken Körper. Sein asketisch wirkendes Gesicht verzog sich, als keiner seiner Partner Anstalten machte, ebenfalls aufzustehen.

»Na, kommt schon, Leute. Vielleicht braucht Mario wirklich unsere Hilfe. Und wir ...«

»Ich mache euch gleich Beine!«, rief Jenny Portland, die resolute Lady, die seit einiger Zeit den vier Teufelskerlen den Haushalt führte. »Ab mit euch!«

Gegen diesen Befehl war nichts zu machen. Auch Frank Donovan und Charly Slade standen auf. Gemeinsam schlenderten sie zu Mario Ramirez hinüber, der stehen blieb, als er die Schritte hörte.

Marios dicker Bauch hing wie ein Ballon über dem Gürtel. Der tiefschwarze und buschige Schnurrbart stand wie eine Bürste ab. Sein Gesicht glänzte wie eine Speckschwarte.

»Was wollt ihr denn ...?«, fragte er undeutlich, als hätte er große Schwierigkeiten beim Sprechen. Und erst jetzt sahen die Partner, dass Mario Ramirez' linke Backe dick angeschwollen war.

»Hat dich eine Wespe gestochen?«, fragte Hal Walker besorgt. »Komm, lass mich mal sehen. Vielleicht war's auch eine Hornisse. Das könnte gefährlich werden, Amigo Mario.«

Der dicke Mexikaner wich zurück. Er tastete hoch zu der angeschwollenen Backe und zog ein finsteres Gesicht.

»Hoffentlich war's keine Klapperschlange«, scherzte Charly Slade und erntete einen bitterbösen Blick.

»Es ist der Backenzahn«, ächzte Mario Ramirez. »Es tut höllisch weh. Vor einer Stunde fing er an zu schmerzen. Caramba, ich könnte in die Luft gehen.«

Die drei Freunde traten interessiert näher.

Charly, der ehemalige Preiskämpfer, ballte seine rechte Faust und hielt sie Mario unter die Nase.

»Das haben wir gleich, Dicker. Ein Schlag genügt. Und wenn du wieder aufwachst, bist du den Zahn los. Die Kopfschmerzen vergehen dann sehr rasch. Ich kenne mich da aus. Ich habe ...«

»Wenn du mich anrührst, sind wir die längste Zeit Freunde gewesen«, nuschelte Mario Ramirez. »Haltet mir diesen Bullen vom Leib. Das würde der Hombre glatt tun. Seht nur, wie seine Augen funkeln.«

Frank Donovan trat einen Schritt nach vorne.

»Mach mal den Mund auf, Dicker. Ich will mir den Prachtzahn ansehen. Verdammt, bleib doch stehen. Ansehen und nicht ausschlagen, habe ich gesagt. Ich hatte vor Jahren auch mal Beschwerden.«

Mario beäugte den Americano, wie er Frank Donovan hin und wieder nannte, misstrauisch. Dann öffnete er aber gehorsam den Mund.

»Wenn du mich beißt, kannst du was erleben!«, warnte Frank und zog Marios Oberlippe in die Höhe. Dann nickte er mehrmals. »Sieht übel aus. Das Zahnfleisch ist angeschwollen. Der Zahn scheint vereitert zu sein und muss raus, sonst gehst du wirklich bald kerzengerade in die Luft!«

»Muss er wirklich raus?«, fragte Mario Ramirez. Die Schweißperlen auf seiner Stirn vergrößerten sich zusehends. Und das konnte unmöglich nur von der Hitze kommen.

»Dann bin ich an der Reihe«, sagte Charly Slade todernst. »Lass mich aber erst mal genau hinsehen, damit ich ...«

Ramirez jaulte wie ein Wolf auf, der mit einer Pfote in eine Falle getappt war und wankte einige Schritte zurück.

»Hast du den Zahn schon mal mit Whisky gespült?«, fragte Hal Walker.

Mario schüttelte den Kopf.

»Dann solltest du das tun«, schlug der frühere Prediger vor. »Das betäubt den Schmerz ein wenig. Ich habe aber nicht gesagt, dass du dich besaufen sollst. Und dann reiten wir sofort zum Doc nach Tucson. Er zieht dir den Zahn. Dann hast du wieder deine Ruhe!«

»Ich sattle die Pferde!«, rief Charly Slade und lief sofort los. Keiner der Partner dachte mehr an die große Hitze. Sie alle wollten ihrem dicken Amigo helfen. Außerdem gab es in Tucson immer eine Menge Abwechslung vom Einerlei des Ranchlebens.

Einige Minuten später ritten die Teufelskerle los. Vorher hatte Mario seinen Zahn kräftig »gespült« und sich zur Vorsorge eine ganze Flasche mit bernsteinfarbenem Whisky in die Satteltasche gepackt.

»Wenn unser Wonneproppen so weitersäuft, spürt er wirklich schon bald keinen Schmerz mehr«, unkte Charly Slade. Und er starrte begierig auf die halb leere Flasche in Marios Hand. Der dicke Mexikaner weigerte sich nach wie vor standhaft, auch nur einen Schluck abzugeben.

»Wir sind gleich in Tucson«, merkte Frank Donovan an. »Na, wie geht es deinem Zahn, Dicker? Schmerzt er noch sehr?«

Mario Ramirez grinste lässig und rülpste so laut, dass die Pferde scheuten. Dann berührte er die Wange, die noch immer stark angeschwollen war.

»Nicht die Spur, Compadres«, verkündete Mario. »Der Schmerz ist weg. Einfach weg. Das war der beste Ratschlag, den du mir jemals gegeben hast, alter Bibelmann.«

Hal Walker verzog das Gesicht. Er, der niemals einen Tropfen Alkohol anrührte, machte sich Vorwürfe, Mario Ramirez zum Trinken verleitet zu haben.

Die ersten Häuser von Tucson tauchten hinter einem Hügel auf. Die vier Freunde erreichten schnell die Stadt. Die Sonne verglühte in einem Feuermeer. Die Hitze eines langen und heißen Tages nahm nun ab.

»Gehen wir gleich zum Doc, oder nehmen wir erst einen Schluck zur Brust?«, fragte Charly und leckte über seine Lippen.

»Natürlich gehen wir zuerst in die Whiskytränke«, erwiderte Mario schnell. »Das mit dem Zahn hat Zeit. Er tut nicht mehr weh. Und bestimmt geht auch die Schwellung ganz schnell wieder zurück.«

Hal und Frank schüttelten die Köpfe.

»Kommt nicht in die Tüte«, meldete sich Walker zu Wort. »In spätestens einer halben Stunde setzt der Schmerz wieder ein.«

Mario tastete jetzt erneut im Gesicht herum und drückte heftig gegen seine Backe. Dabei grinste er zufrieden.

»Da siehst du's, Hal. Kein Schmerz mehr. Den Ritt hätten wir uns sparen können. Es ist alles wieder prächtig, Amigos.«

»Du hast wohl Angst vor dem Doc, wie?«, fragte der frühere Prediger. »Ich halte dir deine Patschhand, wenn er dir den Zahn zieht!«

Die vier Partner kletterten nun aus den Sätteln. Mario schwankte leicht, als er festen Boden unter den Füßen hatte.

»Hallo, Jungs«, vernahmen die vier Teufelskerle eine freundliche Stimme in ihrem Rücken. »Schön, euch wieder mal zu sehen. Um ehrlich zu sein, ihr kommt wie gerufen.«

Es war Roger Kersten, der Sheriff von Tucson, der heranstiefelte und breit grinste. Der Gesetzeshüter war wie immer ganz in schwarzes Leder gekleidet. Er schob seinen Stetson in den Nacken.

»Ich hätte einen Job für euch, Jungs. Kommt ihr mit ins Office, sodass wir darüber sprechen können?«

»Willst du uns schon wieder einlochen, Sternschlepper?«, fragte Charly Slade. »Inzwischen kennen wir deine schmutzigen Tricks, mit denen du ehrbare Bürger hinter Gitter bringst.«

Der Ordensträger winkte lachend ab.

»Was soll das denn für ein Job sein?«, fragte Frank Donovan. »Du weißt, dass wir vier alten Säcke genug Dollars haben, um sorgenfrei leben zu können. Eigentlich sind wir nicht interessiert.«

»Es geht nicht darum, dass ihr viele Greenbacks scheffeln sollt, sondern es gibt da jemanden, der eure Hilfe braucht.«

»Okay, Roger. Wir sind in einer halben Stunde in deinem Office. Zuvor müssen wir zum Doc. Ein Backenzahn unseres dicken Amigos ist vereitert und muss gezogen werden. Dann stehen wir dir zur Verfügung«, erklärte Charly Slade.

Mario Ramirez erschauderte, als er den mitleidigen Blick des schwarzgekleideten Sternträgers sah.

»Von mir aus können wir sofort mit dem Sternschlepper gehen, Amigos«, nuschelte er. »Der Zahn schmerzt überhaupt nicht mehr. Warum wollt ihr mir denn nicht glauben?«

»Nichts da!«, rief Hal Walker. »Jetzt sind wir hier in Tucson und gehen auch zum Doc. Mann, oh Mann, Mario, denk doch mal dran, dass du keinen Bissen kauen kannst. Du fällst ganz schnell vom Fleisch.«

Der dicke Mexikaner zog ein entsetztes Gesicht. Und wie um Hal Walkers Worte zu unterstreichen, begann sein Magen zu knurren.

»Also gut, Muchachos«, seufzte Mario ergeben. »Dann wollen wir das ganz schnell hinter uns bringen. Und wenn mir der Doc wehtut, kann er was erleben. Das verspreche ich feierlich!«

»Na, ist der Zahn gezogen?«, fragte Roger Kersten, als die vier Partner einige Minuten später das Office betraten.

»Nicht die Bohne!«, schimpfte Hal Walker. »Der Doc ist nicht da. Er ist zehn Meilen von hier auf einer Ranch, um einem Baby auf diese lausige Welt zu helfen. Er kommt nicht vor morgen früh zurück.«

Mario grinste zufrieden.

»Unser Dicker hat sich ganz umsonst die Hosen vollge ... äh ... macht«, spottete Charly Slade. Dabei schielte er zu einem Regal hinüber, auf dem eine Whiskyflasche und Gläser standen.

»Gibst du einen aus, Blechstern?«

»Aber gewiss doch, Jungs. Du auch, Hal?«

Der asketenhafte Walker schüttelte den Kopf.

»Dafür kannst du mir einen Doppelten einschenken«, bat Charly vergnügt.

Kurz darauf prosteten sich die Männer zu.

»So, und jetzt solltest du zum Thema kommen, Sheriff«, sagte Frank Donovan ernst. »Wer braucht unsere Hilfe? Und vor allem würde mich interessieren, warum du das uns überlassen willst?«

»Einmal liegt es außerhalb meines Distrikts, Frank. Und außerdem kann ich im Moment nicht von Tucson weg!« Roger Kersten rieb sich übers Kinn, dann fuhr er fort: »Ein Freund von mir schrieb mir, dass er große Schwierigkeiten mit einer Bande übler Outlaws hat. Der Sheriff des Pinal Countys ist machtlos und kommt gegen die Halunkenbrut nicht an. Jesse Brubaker, das ist der Name meines Freundes, besitzt ein Frachtunternehmen in Blue Water. Wie ihr in das Kaff kommt, würde ich euch später erklären.«

Die vier Freunde zogen wenig begeisterte Gesichter.

»Hört mich doch erst an, Jungs«, fuhr Roger Kersten schnell fort. »Ich würde ja selbst losreiten, um meinem Freund zu helfen, doch ich kann einfach nicht fort. Hier in der Stadt ist der Teufel los. Goldgräber zweier Minen befehden sich bis aufs Blut. Meine Zellenkäfige sind überfüllt. Doch das nur nebenbei. Ihr würdet mir einen persönlichen Gefallen tun. Jesse Brubaker und ich sind alte Kriegskameraden. Er rettete mir das Leben. Aus diesem Grund fühle ich mich verpflichtet, ihm zu helfen. Wenn ihr nicht reiten wollt, dann weiß ich nicht, was ich tun soll, Jungs.«

»Er versucht, uns immer mehr in die Enge zu treiben«, konstatierte Charly Slade. »Und er tönt wie ein Padre, der seine Schäfchen bekehren will.«

»Um was geht es dort eigentlich?«, fragte Frank Donovan nun schon mehr interessiert.

Roger Kersten nickte.

»Wie ich schon sagte, mein Freund besitzt ein Frachtunternehmen. In den letzten Tagen und Wochen wurden seine Treckwagen überfallen, ausgeplündert und verbrannt. Auch die Postkutschenlinie, die er betreibt, leidet unter Überfällen. Jesse Brubaker ist fast pleite, denn die Versicherung zahlt ihm keinen rostigen Cent mehr. Das ist die Lage.«

Der Sheriff von Tucson sah die vier Partner nun ernst an.

»Wer will deinen Freund in den Ruin treiben?«

»Es gibt keinerlei Beweise. Doch aller Wahrscheinlichkeit nach steckt ein Konkurrenzunternehmen dahinter, das in Sanford beheimatet ist. Der dortige Frachtunternehmer möchte Brubakers Firma schlucken, um den Kuchen nicht teilen zu müssen. Mehr konnte ich nicht erfahren.«

»Scheint eine haarige Sache zu sein«, entgegnete Hal Walker.

»Das ist genau das Richtige für uns, Amigos!«, röhrte Mario Ramirez und griff sich sofort an die Backe, die in diesem Augenblick wieder zu schmerzen begann. Sein breites Lächeln verwischte.

»Ich kann solche Piratenmethoden nicht ausstehen, zum Geier!«, polterte Charly Slade.

»Dann sind wir uns ja einig, Jungs«, erwiderte Frank Donovan. »Wie kommen wir am schnellsten nach Blue Water, Freund Sheriff?«

»Ich danke euch, Männer«, sagte Roger Kersten aufatmend. »Diesen Gefallen werde ich euch niemals vergessen.«

Charly Slade verzog das Gesicht.

»Und dann sperrt mich dieser Blechstern doch wieder ein, wenn ich hier in Tucson einen Saloon ausräume«, meckerte er.

Nun richteten sich alle Augen auf Mario Ramirez, der kläglich grinste, dann aber gewichtig mit dem Kopf nickte.

»An mir soll's nicht liegen, Amigos!«, brummte er. »Bestimmt gibt es auch in Blue Water einen Zahnklempner, der mich verarzten kann. Bis dahin halte ich es schon aus. Ich habe wirklich keine Schmerzen mehr. Im Notfall kann ich ja ›nachspülen‹. Hal, das ist wirklich die beste Idee gewesen, die du jemals hattest. Auf nach Blue Water, Compadres. Dort räumen wir auf, dass die Schwarte kracht. Diese Bandoleros lernen uns kennen. Denen zeigen wir ...«

Mario Ramirez schwieg von einer Sekunde zur anderen. Er griff an seine Wange und sah seine Partner entsetzt an.

»Das kann ja mächtig lustig werden«, murmelte Charly Slade.

Er sollte sich nicht irren.