Die wahre Liebe finden - Basha Kaplan - E-Book

Die wahre Liebe finden E-Book

Basha Kaplan

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Beschreibung

Jeder Mensch träumt davon, den 'perfekten" Partner zu finden. Denn wir Menschen sind tief romantische Wesen. Unsere Körper brauchen Liebe für die Gesundheit und unsere Seelen, um zur Ruhe zu kommen. Wir sollten jedoch den Tatsachen ins Auge sehen - wir alle wurden mir dem Märchen großgezogen, dass es im Leben die Möglichkeit gibt, romantische Erfüllung zu erfahren, wenn es nur gelingt, diesen einen Menschen, unsere 'andere Hälfte" zu finden. Wenn man trotz Partner in der Beziehung nicht recht glücklich ist, liegt es daran, dass die tiefe persönliche Verbundenheit fehlt. Diese These vertreten Basha Kaplan und Gail Prince in ihrem Buch 'Die wahre Liebe finden". Sie bieten, auch auf Grund eigener Erfahrungen als Beraterinnen, eine Hilfestellung um eine hingebungs- und liebevolle Beziehung aufbauen zu können. Schritt für Schritt nehmen sie den Leser mit auf den Weg zu einer harmonischen Partnerschaft. Das Buch stellt Fragen, die uns zu unserem Innersten führen und lehren, unsere Handlungsweisen und Schwächen zu verstehen.

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Seitenzahl: 319

Veröffentlichungsjahr: 2000

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Basha Kaplan / Gail Prince

Die wahre Liebe finden

Basha Kaplan / Gail Prince

Die wahre Liebe finden

Auf dem Weg zur echten Seelenverwandtschaft

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Karen Hendrix-Heberger

Die Deutsche Bibliothek – CIP-Einheitsaufnahme

Kaplan, Basha :

Die wahre Liebe finden / Auf dem Weg zur echten Seelenverwandtschaft / Basha Kaplan ; Gail Prince. Aus dem Amerikan. übers, von Karen Hendrix-Heberger. – Landsberg am Lech : mvg, 2000 (mvg-Paperbacks ; 08676)

Einheitssacht.: Soul dating to soul mating <dt.>

ISBN 3-478-08676-0

Copyright © 1999 by Basha Kaplan and Gail Prince

All rights reserved. Published by arrangement with Perigee Book, Published by the Berkley Group, a member of Penguin Putnam Inc., 375 Hudson Street, New York, NY 10014

Titel der amerikanischen Originalausgabe: „From Soul Dating to Soul Mating“ Übertragen aus dem Amerikanischen von Karen Hendrix-Heberger.

© der deutschsprachigen Ausgabe 2000 bei mvg-verlag im verlag moderne industrie AG & Co. KG, 86895 Landsberg am Lech

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Umschlaggestaltung: Felix Weinold, Schwabmünchen

Satz: FTL Kinateder, Kaufbeuren

Druck- und Bindearbeiten: Presse-Druck, Augsburg

Printed in Germany 08676/8004502

ISBN 3-478-08676-0ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86415-850-6

eBook by ePubMATIC.com

Inhaltsverzeichnis

Vorwort: Dr. Caroline Myss

Danksagungen

Einleitung und Hintergrund

Teil I: Die sieben geistigen Weisheiten

1. Bewusst werden

2. Das Leben hat eine Bedeutung

3. Jeder Mensch hat eine Persönlichkeit und eine Seele

4. Das innere Wesen schätzen

5. Uns selbst lieben

6. Ganz werden

7. Den Weg weitergehen

Teil II: Schritte der Seelenarbeit

8. Aus der Dunkelheit ins Licht

9. Entdecken Sie das Geschenk der Einsamkeit

10. Die heilende Kraft der Vergebung

11. Die Schatten annehmen

12. Fühlen, heilen und sich weiterentwickeln

13. Führen Sie ein ausgewogenes Leben

14. Werden Sie Ihr bestmögliches Ich

Teil III: Das Beziehungskarussell

15. Gefährte → geistiger Freund → Seelenpartner

Teil IV: Den Seelenpartner finden

16. Definition der „Seelenbekanntschaft“

17. Zugänglichkeit

18. Wunschdenken

19. Zuverlässigkeit

20. Selbstgespräche

21. Gier und Ungeduld

22. Bekanntschaft oder Beziehung

23. Grundsätze

24. Abweisung

25. Kennen lernen

26. Mehr als eine Beziehung

27. Sex

28. Gute Planung

29. Ist das der Richtige?

Teil V: Seelenpartnerschaft

30. Die perfekte Beziehung

Nachwort

Literaturverzeichnis

Für Jeff,

Bashas lieben Ehemann und Seelenpartner sowie Gails Mentor und lieben Freund, der uns, während wir dieses Buch schrieben, geistig und seelisch unterstützte.

Seine Mitarbeit als Produzent und Mitregisseur haben dem Buch Tiefe und Dimension verliehen und zu Größe verholfen. Ohne seine Freundschaft, sein Wissen und seinen Eifer wäre es nie entstanden.

Bashas Widmung

Meiner Mutter und meinem verstorbenen Vater, Jack Blumenthal, in Liebe, Dankbarkeit und Anerkennung für all das, was ich von ihnen gelernt habe, gewidmet.

Gails Widmung

Meinen beiden Elternpaaren, Louis und Reba Geisman und Onkel Milton mit Tante Libby Schwartz, deren lieber und respektvoller Umgang miteinander mir als positives Vorbild dienen, gewidmet.

Vorwort:Dr. Caroline Myss

Jeder Mensch träumt davon, den „perfekten“ Partner zu finden. Meine Seminare sind voll von Menschen, die einen Partner suchen, mit dem sie ihr Leben teilen können. Wenn ich frage: „Wem von euch wurde, als ihr klein wart, erzählt, dass später ein Prinz kommt und euch heiraten wird?“, stimmen alle Frauen mit einem enttäuschten Lächeln auf den Lippen zu. Frage ich hingegen die Männer: „Wer von euch glaubt an den Mythos, dass eines Tages die perfekte Frau kommt, die immer eine alterslose Schönheit bleibt?“, lachen die meisten und zucken mit den Schultern, als wenn sie sagen wollten: „Na ja, ist das meine Schuld? Das ist es doch, was jeder will.“

Logischerweise stellt sich damit die nächste Frage: „Und wie viele von euch haben genau das gefunden, was ihr sucht?“ An diesem Punkt brechen meist alle in Gelächter aus. Es klingt aber gar nicht lustig. Viele – wenn nicht sogar die meisten – haben zerbrochene Beziehungen hinter sich – aus verschiedenen Gründen. Manche sagen, dass ihre Partner sie betrogen haben (einer der häufigsten Gründe für eine Scheidung), andere geben an, dass ihr Partner geistig nicht mit ihnen Schritt halten konnte, und viele sind der Meinung, dass sie nicht miteinander kommunizieren konnten. Ihnen allen war klar, dass sie aus Bequemlichkeit und nicht aus Liebe verheiratet waren und einfach nicht mehr länger so leben konnten. Ungeachtet der einzelnen Gründe ging es immer um das gleiche Problem: Der Mensch, den sie geheiratet hatten, war nicht identisch mit jenem Bild, das sie sich vor der Hochzeit von ihm gemacht hatten, und die Institution der Ehe mit all der romantischen Perfektion, die sie versprach, entpuppte sich als Illusion.

Wie dem auch sei, trotz all der Berichte der Überlebenden dieser gescheiterten Ehen und all der soziologischen Studien, die das Bild vermitteln, wir seien eine Gesellschaft, die sich zu schnell entwickelt, um eine wahrhaftig haltbare romantische Beziehung zu einem anderen Menschen aufzubauen, sind wir doch entschlossen, es weiter zu versuchen. Und das sollten wir auch.

Wir Menschen sind tief romantische Wesen. Wie könnte es auch anders sein? Wir existieren durch Liebe. Unsere Körper brauchen Liebe für die Gesundheit und unsere Seelen brauchen Liebe, um zur Ruhe zu kommen. Wir sollten den Tatsachen ins Auge sehen – wir alle wurden mit dem Märchen großgezogen, dass es im Leben die Möglichkeit gibt, romantische Erfüllung zu erfahren, wenn es uns nur gelingt, diesen einen Menschen zu finden, der unsere „andere Hälfte“ ist; ein Ausdruck, der bereits impliziert, dass wir so lange unvollständig sind, bis wir endlich erfolgreich waren.

Die grundlegende Frage ist jedoch: Können wir wirklich die Beziehung, nach der wir suchen, finden? Und wenn ja, wie? Die Antwort auf diese Frage und reichhaltige Hilfestellung, um eine hingebungs- und liebevolle Beziehung aufzubauen, sind der Inhalt dieses wunderbaren Buches von Dr. Basha Kaplan und Gail Prince, Diplompädagogin.

Basha und Gail haben ihre Erfahrungen als Beraterinnen in dieses Buch eingebracht und teilen ihre persönlichen Erlebnisse als Frauen, die auf der Suche nach einer Beziehung – einem Seelenpartner – sind, mit uns. Sie erzählen die Geschichten vieler ihrer Klienten, um anderen verständlich zu machen, wie man einen passenden Partner erkennt und dann die notwendigen Schritte einleitet, um maximalen Erfolg zu haben.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben Basha und Gail eine Reihe von Fragen zum Selbsttest aufgenommen, die den einzelnen Schritten, die zur Einschätzung der eigenen Schwächen in Beziehungen nötig sind, zugeordnet werden. Es ist sehr wichtig für jeden von uns, sich die Gründe bewusst zu machen, aus denen wir uns zu bestimmten Persönlichkeiten hingezogen fühlen, und auch die eigenen Verhaltensmuster zu Beginn einer Beziehung zu erkennen. Verlieben Sie sich schon, bevor Sie den Menschen überhaupt kennen? Projizieren Sie Ihre Traumvorstellungen auf den anderen, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein? Denken Sie bereits beim ersten Treffen an Heiraten?

Diese Fragen führen uns zu unserem Innersten und lehren uns, unsere Handlungsweisen und Schwächen zu verstehen.

In meiner Arbeit lerne ich viele Menschen (meist Frauen) kennen, die mich ihren Partnern vorstellen oder sie mir als Seelenverwandte beschreiben. Wenn ich dann nachfrage, wo sie sich kennen gelernt haben, stellt sich oft heraus, dass sie sich in einer Selbsthilfegruppe kennen gelernt haben, meist kurz nachdem einer von beiden eine gescheiterte Beziehung hinter sich hatte. Bei dieser Art Verbindung bildet sich sofort eine Symbiose zwischen einem Leidenden und einem Erretter. Aber – und darauf weise ich in meinen Seminaren immer wieder hin – was passiert, wenn einer der beiden Partner sich erholt? Kann die Beziehung dieser plötzlichen neuen Kraft standhalten? Oft ist das nicht der Fall und dann zerbricht die Seelenverwandtschaft. Zurück bleibt eine weitere gescheiterte Partnerschaft.

Wie stünde es, wenn sich die beiden Beteiligten im Klaren darüber wären, wer sie sind und welche Anforderungen sie an eine Beziehung stellen? Was, wenn diese Menschen sich offen miteinander der Frage stellen würden, ob ihre gegenseitige Anziehung auf der Angst beruht, alleine zu sein, oder wirkliche Sympathie füreinander ist? Das sind Fragen, die an die Substanz gehen, aber jemanden zu heiraten ist eine der schwerwiegendsten Entscheidungen des Lebens und schon aus diesem Grund sollte es möglich sein, dass man solch intime Gefühle offen miteinander bespricht. Die Entscheidung, sein ganzes Leben mit dem eines anderen Menschen zu verknüpfen, sollte auf keinen Fall von der Illusion bestimmt sein, dass es nie Schwierigkeiten geben wird. Eine perfekte Beziehung gibt es nicht. Indem wir uns dies eingestehen, vergrößern wir unsere Chance, eine ausgeglichene Beziehung zu führen, weil wir den anderen und uns selbst so sehen, wie wir sind, und nicht so, wie wir es gerne hätten.

Als ich dieses Buch las, musste ich eine von mir seit langem vertretene Ansicht erneut überdenken, die besagt, dass „Seelenpartner“ nur ein neuer, romantischer Ausdruck ist, der jetzt gerne verwandt wird, da wir in einer spirituelleren Gesellschaft leben. Wenn es so etwas wie Seelenpartnerschaften gibt, kosten sie viel Arbeit, denn schon alleine das Wort impliziert ein Verlangen, sich auf einer bewussteren Ebene als der herkömmlichen traditionellen Partnerschaft zu binden. Wir suchen eine Beziehung mit einem Menschen, der in der Lage ist, unsere göttliche Herkunft und die Tiefe unserer Psyche und Seele zu verstehen. Sicher ist das Ziel kein Traum, aber ist es erreichbar?

Ich glaube, dass es möglich ist. Aber ich muss auch warnen: Wer diese Art Partnerschaft wünscht, muss damit rechnen, mehr an sich als an seinem Partner zu arbeiten. Die Aufgabe in einer Seelenpartnerschaft besteht darin, durch die Verbindung nicht nur einen geliebten Partner zu finden, sondern einen Menschen, bei dem man aus seinem Schatten heraus ins Licht treten kann. Der Weg der Spiritualität ist deshalb so wichtig, weil man sowohl seine guten als auch schlechten Eigenschaften an der Seite eines anderen Menschen leben kann.

Es geht um einen wahren Seelenpartner und nicht um eine romantisch verklärte Vorstellung. Aus diesem Grund ist die Romanze, die sich in einer Seelenpartnerschaft entwickelt, umso wunderbarer, denn sie ist wirklich.

Die wahre Liebe finden ist ein wunderbarer Begleiter zur Vorbereitung, um einen Seelenpartner als Lebensgefährten zu finden. Gott sei Dank handelt es sich hierbei nicht um ein Buch nach der Art „Wie finde ich diesen Menschen“, sondern um einen Ratgeber zur Selbstprüfung; eine Art Jungbrunnen für Geist und Seele, der Sie anleitet, sich selbst zu prüfen, damit Sie wirklich eine geistige Beziehung mit einem Partner leben können.

Danksagungen

Bashas Danksagungen

Ich bin meinen Lehrern und Freunden dankbar, die mich inspiriert und unterstützt haben: Dr. Caroline Myss, Dr. Norm Shealy und Dr. Fernando Flores von Logonet.

Ganz besonders danke ich meiner Schwiegermutter, Gertrude Kaplan, für ihre Unterstützung und Liebe, meinen verstorbenen Großeltern und meinem Onkel, Leah, Meyer und Sam Meystel, die immer an mich glaubten und mir bedingungslose Liebe entgegenbrachten.

Ich danke meinen Freunden Penny Rotheiser und Karen Kassy, die mir einen Teil ihrer Zeit schenkten, um mich liebevoll zu beraten und zu unterstützen.

Während der Entstehung diese Buches erfuhr ich besonderen Segen durch meine lieben Freunde und Kollegen Marvin und Arlene Woods, die mit Jeff und mir einen „Seelenpartnerschaftsclub“ bildeten. Dadurch wurde es mir möglich, meine Visionen, Gedanken und Ideen weiterzuentwickeln.

Außerordentliche Anerkennung und Dankbarkeit gebühren meinem höheren Bewusstsein und dem Universum für die Hilfe und Unterstützung, die mich an neue Horizonte und Grenzen führten.

Gails Danksagungen

Ganz besonders dankbar bin ich meinem anderen Ich, Ed, meinem Sohn und geistigen Freund David und meinen Freunden, die mich alle unterstützt und getragen haben, während ich dieses Buch schrieb.

Dank an Bruce Wechsler für seine Kreativität, Geduld und Hingabe.

Unser gemeinsamer Dank gilt insbesondere all unseren Klienten, Selbsthilfegruppen und Seminarteilnehmern, die offen und vertrauensvoll ihre Ängste, Kämpfe, Hoffnungen und Träume mit uns teilten und von denen wir weiterhin, während wir zusammen unterwegs sind, lernen.

Dank auch an America Martinez, unsere besondere Beraterin und Freundin für ihre Weisheit, Führung und Unterstützung;

an Damaris Rowland, unsere Verlegerin und Freundin, die an uns glaubte und unsere einzigartige Botschaft erkannte;

an unsere Herausgeberin Sheila Curry und die Mitarbeiter von Perigree/Berkley dafür, dass sie das Risiko auf sich genommen und uns auf so vielfältige Weise geholfen haben. Ihre Begeisterung hat dieses Buch Wirklichkeit werden lassen.

Wir möchten an dieser Stelle auch all unseren früheren Freunden und Partnern für ihre Anwesenheit in unserem Leben danken.

Einleitung und Hintergrund

Basha und Gail entwarfen ein neues Modell, um Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Beziehungen in eine Partnerschaft zu führen. Viele der heutigen Bücher konzentrieren sich darauf, wie Romanze und Leidenschaft wach gehalten werden können oder wie man einen Ehepartner findet. Unser Buch ist anders. Es lehrt die Leser, den für sie passenden Partner zu finden, damit ihre Beziehung mit jedem Tag wachsen und gedeihen kann. Keine Machtkämpfe mehr!

Viele Männer und Frauen tun sich schwer auf der Suche nach einer erfüllten und hingebungsvollen Partnerschaft. Die Scheidungszahlen explodieren und dennoch wollen die Menschen heiraten. Der eigentliche Sinn einer Ehe waren ökonomische Absicherung, Sicherheit und Bequemlichkeit sowie das Bedürfnis, den Ansprüchen der Familien, religiöser Institutionen und der Gemeinschaft Genüge zu tun. Eine traditionelle Ehe sieht folgendermaßen aus:

Das Wir entspricht dem Individuum plus dem Individuum.

Jeder Mensch führt sein eigenes Leben; die Verbindung enthält zwei unterschiedliche Ichs.

Oder die Ehe sieht so aus:

In dieser Verbindung ist die Partnerschaft nicht im Gleichgewicht. Eines der Ichs raubt die Identität des anderen oder gibt einen Großteil seiner selbst auf, um die Partnerschaft am Leben zu erhalten.

In einer herkömmlichen Verbindung war das Ziel, den Status quo beizubehalten. Liebevolle Beziehungen wurden durch die Suche nach dem Besten gestützt und andere als Möglichkeiten betrachtet, unsere persönlichen Wünsche zu erfüllen. Traditionelles Rollenverständnis band die Frauen ans Haus; sie mussten sich um Haushalt und Kinder kümmern, während der Mann das Brot verdiente. Mann und Frau konnten sich darauf verlassen, dass sie ihr ganzes Leben mit dem gleichen Partner verbringen, bis zur Rente der gleichen Arbeit nachgehen und klar definierte Geschlechterrollen wahrnehmen. Außerdem lebten die Familienangehörigen in unmittelbarer Nähe. Kurz gesagt: Das Leben war abgesichert, stabil und übersichtlich.

Anfang der 60er-Jahre begann die Welt sich mit der Frauenbewegung drastisch zu ändern. Die Entwicklungen, die unsere Partnerschaften berühren, haben auch eine unsichere ökonomische Situation zur Folge, das bedeutet: Manche Frauen müssen arbeiten und andere entscheiden sich freiwillig dafür. Dies sind die Ergebnisse neu definierter Beziehungen, unsicherer Arbeitsmärkte für Männer, der Neubestimmung der Geschlechterrollen, neuer Kommunikationsmittel auf einer globalen Datenautobahn, hoher Scheidungsraten und des Auseinanderdriftens geistiger und seelischer Vorstellungen in den letzten zehn Jahren durch Bücher, Fernsehen und Talkshows. Zusätzlich eröffnen sich in unserem Kulturkreis durch PCs neue Möglichkeiten und Überlegungen, was Kommunikation, Beziehungen und Arbeit angeht.

Das Fehlen der Sicherheit und die ständigen Veränderungen in unserem Leben wecken Sehnsucht nach einer lebenslangen Partnerschaft. Es gibt ein wachsendes Bewusstsein, dass wir mehr wollen und brauchen – mehr als die traditionellen Verbindungen unserer Eltern zu bieten haben; mehr Bedeutung in unserem Leben und unseren Partnerschaften. An eine heutige Ehe werden auch erheblich höhere Ansprüche gestellt. Mehr denn je versuchen wir, Liebe zu managen. Um das zu bewerkstelligen, müssen wir andere Wertmaßstäbe bei der Partnersuche anlegen. Die äußerlichen Merkmale verlieren an Bedeutung, während Spiritualität, Beziehungsfähigkeit, gemeinsame Wertvorstellungen und Intimität immer wichtiger werden. Scheidung kennzeichnet einen einschneidenden Verlust an gemeinsamen Visionen von Liebe und Leben. Eine Beziehung kann Hilfe zur Selbsterkenntnis und Erweckung sein. Dennoch ist Liebe alleine nicht genug. Partner müssen, um sich in der Erfüllung ihrer Bedürfnisse – emotional, geistig, seelisch und körperlich – aufeinander verlassen zu können, gleichzeitig beste Freunde sein. In einer idealen Beziehung bilden beide Partner ein Team, um sich gegenseitig zu ermutigen und gemeinsam inneres Wachstum sowie körperliche und geistige Erfüllung zu finden. Geistige Freundschaften und Seelenpartnerschaften sind unabdingbar, um diese tiefen Bedürfnisse zu erfüllen, von denen eines ist, die Welt menschlicher zu gestalten.

Wir wollten dieses Buch schreiben, weil tausende Teilnehmer an unseren Seminaren gute Erfahrungen gemacht haben. Obwohl wir uns auf Seelenpartnerschaften konzentrieren werden, ist dieses Buch auch dann lesenswert, wenn Sie eine herkömmliche Beziehung – wir nennen sie Kameradschaft – führen möchten.

Geistige Freunde treffen sich auf geistiger und auf Herzensebene. Mit ihrem Partner zusammen fühlen sie sich eins mit sich selbst. Seelenpartner bieten einander einen sicheren Hafen und arbeiten ihre alten Wunden auf, indem sie verständnisvoll und vertrauensvoll miteinander umgehen. Zu diesem Zweck richtet sich das Augenmerk der Beziehung auf Intimität, Authentizität und bedingungslose Liebe.

Geistige Freunde wissen, dass emotionales und spirituelles Wachstum sowohl für sie als auch ihre Beziehung wichtige Schritte sind; sie lernen, auf ihr höheres Selbst zu hören und ihm zu vertrauen. Sie sind sich bewusst, dass sie sich gefunden haben, um zu lernen, und dass es keine Garantie gibt, dass die Partnerschaft lebenslang halten wird. Sie bleiben so lange zusammen, wie beide sowohl als Individuen als auch als Paar lernen und wachsen.

Wir werden Ihnen als Lesern eine Art der Beziehung vorstellen, die wir „Seelenpartnerschaft“ nennen. Dies ist eine Form der lebenslangen Bindung, um die wir uns alle bemühen können. Seelenpartner wissen, dass ihre Verbindung nicht dem Normalen entspricht, d.h. über die gewöhnliche Bewusstseinsebene hinausgeht, und dass eine göttliche Macht sie zueinander geführt hat, als die Zeit dazu reif war. Solche Paare finden sich als Belohnung für ihren Mut, den sie zu ihrer emotionalen, psychischen und spirituellen Heilung aufbrachten.

Die Interaktionen zwischen Seelenpartnern haben etwas Magisches an sich. Durch das enorme persönliche Wachstum richtet sich ihr Hauptaugenmerk auf Geben und Dienen.

Eine grafische Darstellung einer Seelenpartnerschaft sieht folgendermaßen aus:

Um das „Wir“ zu erreichen, muss jeder Mensch ein ganzes „Ich“ sein, ein eigenständiges Individuum. Die Voraussetzung ist, dass jedes „Ich“ ein Stadium relativer Ganzheit erreicht hat, sich in all seinen Bereichen wohl, ausgefüllt und zufrieden fühlt und auch gut alleine leben kann. Mit anderen Worten: Beide müssen sich eine Beziehung wünschen und nicht brauchen.

Die beiden „Ichs“ bleiben erhalten, während gleichzeitig ein neues „Wir“ geschaffen wird. Dazu muss eine neue Lebensweise gefunden werden, eine Möglichkeit, jeden Tag zusammen zu „sein“ und zu „machen“. Damit Liebe hält, müssen beide Partner ähnliche geistige und philosophische Ansichten und zueinander passende Wertvorstellungen haben. Sie verpflichten sich, sich als Individuen und als Paar weiterzuentwickeln. Die Betonung ihrer Partnerschaft liegt auf gegenseitiger Annahme, Freundschaft, Romantik, Kommunikation und bedingungsloser Liebe. Sich auf der Suche nach geistiger Freundschaft oder einer Seelenpartnerschaft zu befinden beinhaltet einen Bewusstseinswandel und die Veränderung der Einstellung zum Ich und zum Leben. Man kann nicht zuschauen, sondern muss selbst aktiv werden.

Sich auf dem Weg zu befinden ist ein Vorgang, durch den wir entdecken, wer wir wirklich sind. Es ist eine Reise, auf der die geistigen Elemente mit den weltlichen verbunden werden. Es ist der Anfang einer kontinuierlichen Suche nach inneren Antworten. Mit praktischen psychologischen, spirituellen und kognitiven Übungen sowie Aufgaben, die Sie daheim machen können, haben Sie die Möglichkeit und das Wissen, um sich auf den Pfad der Selbstfindung zu begeben. Das endgültige Ziel ist, eine heilige Verbindung mit dem Partner einzugehen. Wir brauchen ein neues Bewusstsein, neue Regeln und Verhaltensweisen mit unterschiedlichen Fertigkeiten, um dabei Erfolg zu haben.

Wir wählten folgende Methode: Die sieben geistigen Weisheiten bilden die Grundlage dieses Buches. Sie sind sowohl die Stützen eines erfüllten Lebens als auch die Eckpfeiler einer geistigen Verbindung mit einem anderen Menschen. Mit den sieben geistigen Weisheiten sehen Sie das Leben mit anderen Augen, denn sie akzentuieren Ihre Wert- und Glaubensvorstellungen, fordern Sie intellektuell und emotional und machen Ihnen Mut, sich selbst zu entdecken, bevor Sie sich auf eine geistige Freundschaft einlassen. Mit ihrer Hilfe finden Sie heraus, wie sich Ihre Spiritualität (persönliche Verbindung zu Gott und dem Universum) in Ihrem täglichen Leben zeigt. Dadurch entwickeln Sie ein Verständnis für die Welt, das Ihnen Ihre Reise und das Kennenlernen eines geistigen Freundes erleichtert.

Wir müssen die sieben geistigen Weisheiten verstehen lernen und anwenden. Wir müssen sie vor, während und nach dem Kennenlernprozess beherzigen. Denken Sie über die folgenden Aspekte nach, wenn Sie eine geistige Freundschaft oder Seelenpartnerschaft suchen oder erhalten wollen:

Seelische Arbeit oder innere Vorbereitung: Aufbau einer zwischenmenschlichen Beziehung

Geistige Begegnungen – bewusst kennen lernen

Der Partner – ist er der „Richtige“?

Heirat

In der Ehe

Aspekt 1: Seelische Arbeit: Die Seele ist der Teil von uns, der über die fünf Sinne hinausgeht. Sie ist Teil eines mystischen Bereichs, den wir nicht täglich vor Augen haben. Die Seele verbindet Intuition und Gefühl, die fern unserer Persönlichkeit mit unserem höheren Selbst in Kontakt treten. Die Seele kennt unsere göttliche Abstammung und Energie und erlaubt uns, hinter die erklärbaren Kulissen unseres Bewusstseins zu sehen. Die Seele lebt nach dem universellen Gesetz, das besagt, dass jeder von uns seinen eigenen Weg geht und dabei lernt und wächst.

Seelische Arbeit ist die Integration unserer Seele und Persönlichkeit; unsere Aufmerksamkeit wird durch unser verändertes Bewusstsein von der Welt vor unseren Augen nach innen gelenkt. Das ist der individuelle Weg zur inneren Heilung, zu Bedeutsamkeit und Ganzheit. Wir müssen uns Schritt für Schritt innerlich auf eine geistige Freundschaft vorbereiten, um unser gesamtes Potenzial für diese Beziehung zu aktivieren. Wir müssen das Arbeitspensum und den Aufwand, der nötig ist, um dieses Ziel zu erreichen, festlegen. Durch sorgfältige Teilnahme an allen Übungen, die in diesem Buch besprochen werden, erfahren wir, wer wir sind, und können der Mensch werden, der wir sein wollen.

Aspekt 2: Geistige Begegnungen: Sobald wir wissen, wer wir sind und was uns als Individuen wichtig ist, können wir bewusst andere Menschen wirklich kennen lernen. Die meisten Menschen wählen ihren Ehepartner entweder mit dem Herzen oder mit dem Verstand. Bei geistigen Begegnungen lernen wir, unsere Erfahrungen und unser Herz einzusetzen, damit sowohl das „Wer“ als auch das „Was“ beachtet werden. Bei diesem Vorgang müssen wir auch herausfinden, ob uns unser Partner wirklich unterstützt und die gleichen Vorstellungen wie wir von seinem Leben hat. Das Ziel ist eine effektive Kommunikation, durch die eine gute Beziehung entsteht und weiterlebt. Ebenso ist es wichtig, dass wir einen Menschen finden, der uns ähnlich ist und unsere Wertvorstellungen teilt. Es gibt hier kein gut oder schlecht, kein richtig oder falsch; es geht darum, den zu uns passenden Partner zu erkennen. Durch diesen Vorgang wird das Kennenlernen eines Partners zu einer Reise der Selbstentdeckung und der Heilung, die uns letztlich zu einer erfüllten und bedeutungsvollen geistigen Freundschaft führt.

In der Diskussion der beiden Abschnitte „Schritte der Seelenarbeit“ und „Den Seelenpartner finden“ gliedern wir diese in einzelne Schritte auf. Am Ende eines jeden Schrittes fügen wir eine Liste mit Fragen und Übungen für Sie an. Ebenso folgt jedem Schritt eine Meditation.

Um das Ziel zu erreichen, arbeiten wir mit kognitiven, verhaltensorientiert, spirituellen und psychologischen Methoden. Unser Hauptaugenmerk ist auf das Bewusstsein, die Bedeutung und die Durchführbarkeit gerichtet.

Bewusstsein heißt, auf der Suche nach einer geistigen Verbindung die Wahrheit über uns selbst illusionslos zu erkennen und einzugestehen. Dazu gehören:

zu wissen, wer wir sind

Verantwortung für unser Leben zu übernehmen, statt Opfer der Umstände zu werden

neue Verhaltensweisen und Gefühle zu erproben

Bedeutsamkeit heißt, dass das Leben einen Sinn hat und einen Zweck erfüllt. Sie lässt uns jeden Tag mit Enthusiasmus und Dankbarkeit begrüßen. Es ist die Verknüpfung mit der göttlichen Energie, die uns zum Universum beitragen lässt. Bedeutsamkeit ist die Grundlage einer seelischen Verbindung.

Durchführbarkeit heißt, Ihr Leben zu planen und zu führen, indem Sie verantwortlich und aktiv in Ihre Zukunft investieren. Durch die individuellen praktischen Techniken und Fertigkeiten, die wir Ihnen bieten, werden Sie in diesem Bereich wesentlich kompetenter. Außerdem ist es uns wichtig, jedem Menschen zu helfen, Gedanken und Gefühle miteinander in Einklang zu bringen – als Grundlage einer gesunden Verhaltensweise. Zusammen unterstützen wir Sie dabei, die Bedeutung, den Sinn und die Konsequenzen Ihres Verhaltens zu bestimmen und zu erkennen, wie dadurch Ihre Liebe sabotiert wird.

Wir müssen dazulernen oder wir werden immer wieder die falschen Menschen kennen lernen und uns an sie binden. Jeder kann heiraten. Unser Ziel ist, den Menschen zu ermöglichen, sich selbst kennen zu lernen, ihrer Intuition und ihrem höheren Ich zu vertrauen und sie bei der Partnersuche einzusetzen. Dadurch, dass Sie in einem psychologischen, spirituellen und praktischen Rahmen arbeiten, wird Ihre innere Entwicklung sowie ein ausgeglichenerer Lebensstil gefördert, durch den Sie sich auf Ihren geistigen Freund oder Seelenpartner vorbereiten.

Wir wünschen uns, dass Ihnen dieses Buch vertraut wird, Sie begeistert und Ihnen ans Herz wächst. Auch soll es eine gute Informationsquelle für Sie werden. Wir berichten von Menschen – uns eingeschlossen – die die sieben geistigen Weisheiten in sich aufgenommen, die seelischen Aufgaben erfüllt und das geistige Kennenlernen für sich genutzt haben.

Es ist für uns wichtig, dass Sie uns durch unsere Geschichten persönlich kennen lernen. Wer wir sind und warum wir dieses Buch geschrieben haben. Da wir beide das, was wir lehren, auch leben möchten, erzählen wir Ihnen von unseren eigenen Kämpfen, jetzt und in der Vergangenheit, und wie wir unsere Beziehungen beeinflussen. Wir sind beide gute Lehrerinnen, da wir aus Erfahrung sprechen, und nehmen im Unterricht unsere Fehler, die wir gemacht haben, als Beispiel für das, was man daraus lernen kann. Sie sollen wissen, dass Sie nicht alleine sind. Wir haben und sind immer noch dabei, unseren Weg freizukämpfen, und schlagen uns mit den gleichen Schwierigkeiten herum, die auch Sie haben werden.

Basha

Ich war das erste Kind meiner Eltern und wuchs in einer sehr engen Familienbindung auf. Mit neun Monaten konnte ich laufen und fing mit einem Jahr an zu sprechen. (Es wird behauptet, ich wäre seitdem nie wieder still gewesen.) Als Kleinkind schien ich hyperaktiv und frühreif. Ich hörte auf meine Intuition und stellte alles in Frage. Es fiel mir schwer, jemandem zu folgen, wenn ich keinen Sinn darin sah. Solange ich denken kann, liegt mir viel an Wahrheit und ehrlichen Gesprächen.

So sehr mich meine Eltern auch liebten, ich fühlte mich von ihnen nie ganz angenommen und verstanden. Sie taten immer so, als wäre ich trotz aller außergewöhnlichen Begabungen und Talente nur durchschnittlich. Sie freuten sich nie über meine Erfolge, sondern konzentrierten sich nur darauf, was ich noch verbessern könne. Mein Vater arbeitete ständig und ich sah ihn fast nie. Damals drückten Väter so ihre Liebe und Zuneigung zur Familie aus. Wenn er da war, unterhielt er sich fast nie mit mir, sondern wies mich nur auf meine Fehler hin und gab mir Anweisungen. Oft begab ich mich mit Absicht in Schwierigkeiten, um damit seine Aufmerksamkeit zu erringen. Ich glaube, damals war mir Ärger lieber als gar keine Beachtung.

Meine Mutter hingegen zeigte mir ihre Liebe durch Beachtung. Sie stufte ihr Lob jedoch immer genau ab. So zum Beispiel: „Du siehst richtig hübsch aus, aber ...“ Oder: „Dieses Zeugnis ist sehr gut, aber es könnte noch besser sein.“ Von vielen Freunden und Verwandten hörte ich immer wieder, was ich für tolle Eltern hätte. Dadurch verstärkte sich mein Eindruck, dass ich mich zu bessern hatte, um sie zu verdienen, denn ich fühlte mich nie unbeschwert, so wie ich war.

Ich war immer hin und her gerissen zwischen dem Bedürfnis, mich auszudrücken, und dem, Anerkennung durch andere zu bekommen. Um mich zugehörig zu fühlen, unterdrückte ich meine Intuition, was mich in große Konflikte stürzte und es mir erschwerte, mich den Normen meiner Familie und der Gesellschaft zu beugen. Dadurch, dass ich versuchte, mich anzupassen, verlor ich einen Teil von mir und wurde mir selbst fremd. Letztlich fühlte ich mich „hässlich“, obwohl ich äußerlich eigentlich hübsch und lebhaft war. Mit 13 Jahren bekam ich dann eine Essstörung und versuchte auf diese Weise, meine negativen Selbstwertgefühle zu kompensieren, die mit meiner Vorstellung, dass ich in den Augen der anderen gut auszusehen hatte, zusammenhingen.

Ich war in vieler Hinsicht ein Spätentwickler. Als Teenager ging ich nur unregelmäßig mit Jungen aus. Da ich mich unattraktiv und unsicher fühlte, bewegte ich mich außerhalb des „coolen“ Kreises. Mit 20 Jahren, nachdem ich genau beobachtet hatte, wie sich begehrte Frauen verhielten, imitierte ich deren Art, traf ich mich dann sehr häufig mit Männern. Ich wollte so sehr geliebt werden, dass ich ein Chamäleon wurde, immer bereit, mich so zu ändern, wie mich mein jeweiliger Partner haben wollte. Hatte ich endlich das Gefühl, dass sich der Mann in mich verliebt hatte, benahm ich mich wieder meinem eigentlichen Naturell entsprechend. Natürlich passte das nicht zu seinem Eindruck von mir und er ließ mich sitzen. Das verstärkte wiederum meine Überzeugung, dass ich nicht liebenswert sei und Männer kein Vertrauen verdienten, besonders dann nicht, wenn es um meine Person ging. Obwohl ich meinen Begleitern die Schuld zuwies, ist mir im Nachhinein bewusst, dass ich diejenige war, die sich nicht ehrlich verhielt.

Die meisten Bekanntschaften meiner Jugend waren nicht liebevoll und fürsorglich. Ich fühlte mich immer von „coolen“ und abweisenden Typen angezogen, die sich eigentlich gar nicht für mich interessierten – nicht interessieren konnten –, und versuchte, ihre Liebe zu gewinnen. Je unerreichbarer jemand war, desto mehr fühlte ich mich von ihm angezogen, denn, und das lernte ich erst später, ich liebte mich selbst nicht. Als ich 27 Jahre alt war, bat mich ein Mann, bei dem ich mich sicher und wohl fühlte, ihn zu heiraten. Ich lehnte ab, denn ich fühlte mich seiner wunderbaren Freundschaft nicht wert.

Als ich älter wurde, fiel mir auf, dass sich meine Eltern zwar liebten, aber keine gemeinsamen Interessen und ganz verschiedene Wertesysteme hatten. Auch führten sie regelmäßig Machtkämpfe. Aus meiner Sicht waren sie seelisch nicht sehr miteinander verbunden.

Um bei der Wahrheit zu bleiben, es gab damals sehr wenige Paare, mit denen ich hätte tauschen mögen. Die meisten schienen in ihrer Ehe unglücklich zu sein. Ich schwor mir, niemals zu heiraten, wenn ich mich nicht seelisch mit dem Mann verbunden und emotional sicher fühlen würde. Ich wusste, dass ich, um dieses Ziel zu erreichen, zuerst meine beste Freundin werden musste.

Mit 28 Jahren zog ich nach San Diego, um meinen Doktor in klinischer Psychologie zu machen, was eigentlich ein Witz war, denn ich hatte einen Punkt erreicht, an dem meine Essstörung außer Kontrolle geraten war. Entweder hungerte ich oder ich fraß mich zu Tode. Mir war klar, dass sich etwas ändern musste.

Ich begann eine Therapie zu machen, psychisch zu genesen und mich mit meiner Spiritualität zu versöhnen, indem ich Jung und den Existentialismus studierte. Dazu gehörte, dass ich das, was der „Abgrund der Seele“ genannt wird, durchschreiten musste; ein wertvoller Teil der Reise, den viele von uns dann durchmachen, wenn das Leben ihnen zu viel abverlangt. Jeder Aspekt meines Lebens veränderte sich. Obwohl ich mich zeitweise sehr fremd fühlte, blieb ich auf dem Pfad der Selbsterkenntnis und hörte nicht mehr auf, zu lernen und zu wachsen (hierzu später mehr).

Um Therapie und Lesen zu ergänzen, belegte ich noch viele Workshops und Seminare, unter anderem auch bei den Anonymen Bulimikerinnen. Ich konzentrierte mich auf meine Selbstfindung und nahm die Verbindung zu meinem höheren Selbst und der göttlichen Energie wieder auf. Mit diesem inneren Willen zur Selbsterkenntnis verschwand meine Essstörung, aber es dauerte Jahre.

Ich hatte das Gefühl, neu geboren zu werden; mein Leben machte wieder Sinn und hatte Bedeutung. Ich brauchte niemanden mehr, der mich ausfüllte, sondern liebte mich und schwor mir, mich nie wieder zu verlieren. Durch diesen Lernprozess, die Selbsterfahrung und Heilung begann ich, die sieben geistigen Wahrheiten, die Grundlage dieses Buches, zu erarbeiten. Gleichzeitig wurde ich in meinen Beziehungen authentischer. Ich ging oft aus und zog nette, liebevolle Männer an.

1987 las ich On the Way to the Wedding: Transforming the Love Relationship von Linda Leonard. Das Buch wurde zu meiner Bibel, denn hier entdeckte ich die Möglichkeit einer Seelenpartnerschaft. Ich betete um Führung und vertraute auf meine innere Stimme, um die Dinge zu lernen, die ich brauchte, um für eine Beziehung auf diesem hohen Niveau der Intimität bereit zu sein. Dies fiel mir sehr schwer, denn ich hatte keine Vorbilder. Die meisten Beziehungen, die ich in meiner Familie, bei Freunden und Klienten sah, waren bestenfalls Kameradschaften, und es fehlte ihnen ganz offensichtlich die seelische Komponente, die ich suchte.

Aber ich war bereit, meinen Lebenspartner kennen zu lernen. 1990 traf ich Bob. Wir waren geistige Freunde und ich machte in dieser Beziehung enorme Fortschritte. Das Wichtigste, was ich lernte, war, bedingungslos zu lieben. Vier Jahre führten wir eine lockere Beziehung, bevor ich ihn endgültig verließ, denn ich hatte erkannt, dass wir nie Seelenpartner werden würden. Mit weniger wollte ich mich nicht zufrieden geben. Ich verlor nie meinen Glauben, dass der Allmächtige mich nach seinen Plänen einen Seelenpartner finden lassen würde, wenn ich nur weiterhin auf dem von mir eingeschlagenen Weg blieb und sinnvoll lebte.

Sechs Monate, nachdem ich mich von Bob getrennt hatte, starb mein Vater plötzlich. Das erschütterte mich zutiefst. Dieses Trauma, in Verbindung mit der Krankheit meiner Mutter, trieb mein Wachstum ungeheuer an. Ich nahm an Caroline Myss‘ Workshop in Mexiko teil, dessen Thema „Die sieben Chakras und die sieben Sakramente“ lautete. Es war ein umwerfendes Erlebnis. Die ganze Woche lang konnte ich nicht aufhören zu weinen. Der Workshop verströmte das Gefühl, neu geboren zu werden – zu meinen Wurzeln zurückzukehren. Es war ein so tief greifendes Erlebnis, dass ich beschloss, mein Leben Gott zu überlassen und mich bewusst dem Dienst am Nächsten zuzuwenden.

Kurz danach trat Jeff in mein Leben. Nach nur sehr kurzer Zeit wusste ich, dass er mein Seelenpartner war. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass wir uns schon ewig kannten, und auch Jeff wollte, dass wir für immer zusammenblieben. Ihm war es egal, ob wir verheiratet waren oder nur so zusammenlebten, solange wir ein Paar waren und uns immer wieder dem gegenseitigen Geben verpflichteten.

Nachdem ich so lange als Single gelebt hatte und bemüht war, meine Wunden zu verarzten, war meine Persönlichkeit sehr stark entwickelt. Ich war bereit, das „Wir“, das für eine spirituelle Partnerschaft unabdingbar ist, aufzubauen. Als ich Jeff kennen lernte, war ich 47 Jahre alt und noch nie verheiratet gewesen. Aus diesem Grund wollte ich unsere Verbindung legalisieren und richtig heiraten, anstatt nur zusammenzuleben. Aus dem gleichen Grund nahm ich auch seinen Namen an, damit wir die Partnerschaft aufbauen konnten, von der ich immer geträumt hatte.

Das letzte Kapitel in diesem Buch handelt von Seelenpartnerschaften. Obwohl nicht alltäglich, sind sie doch etwas, das wir alle erreichen können, sobald wir uns einmal auf dem Weg der psychosozialen Heilung und des Wachstums befinden. In diesem Kapitel, das Jeff und ich geschrieben haben, erzählen wir die himmlische Fügung unseres Kennenlernens.

Gail

Ich hatte zwei Elternpaare. Meine Eltern und ich lebten in einem Zweifamilienhaus im ersten Stock und Tante Libby, „Unky“ sowie Glenn (der Bruder meiner Mutter und Tante Libbys Ehemann sowie deren Sohn) lebten unten. Papa, der Vater meiner Mutter, schlief im Partyraum im Keller. Wir sieben lebten wie auf einer Insel. Zusätzlich zu der Zeit, die wir mit gemeinsamen Freunden und der weitläufigeren Verwandtschaft verbrachten, nahmen wir auch noch alle Mahlzeiten gemeinsam ein und feierten zusammen. Mit anderen Worten – wir waren immer beieinander.

Meine Eltern wie auch mein Onkel und meine Tante führten liebevolle, herkömmliche Ehen und zollten Glenn und mir viel Aufmerksamkeit und Liebe. Obwohl ich mich auf der einen Seite sehr geliebt und umsorgt fühlte, wuchs ich doch in dem Gefühl heran, nicht den Erwartungen zu entsprechen, und war unsicher. Ich hielt immer Glenn für den Klügeren von uns beiden.

Wir lebten wie eine „große, glückliche Familie“, aber eigentlich war unser Heim ein psychischer wie auch physischer Käfig. Jeder bekam alles von den anderen mit. Meine Gedanken und Gefühle vermischten sich mit denen meiner Familie. Als ich älter wurde, konnte ich alleine fast keine Entscheidungen treffen, ohne gleich den ganzen Clan mit einzubeziehen und Zustimmung zu erhalten. Damals fühlte ich mich noch meinen Freunden gegenüber bevorzugt, denn ich hatte ja zwei Elternpaare, die mich liebten und sich um mich sorgten. Nun erkenne ich aber, dass ich aus wirren Familienverhältnissen komme, in denen meine Gedanken und Ansichten denen der Familie untergeordnet wurden.

Als ich begann auszugehen, wählte ich immer liebe Männer. Da ich Dad, Unky und Papa als gute Vorbilder hatte, zogen mich ganz natürlich Jungen und später dann Männer an, die gute, traditionelle Wertvorstellungen hatten. Männer, die ich mochte, aber zu denen ich nie eine tiefe innere Verbindung eingehen konnte. Obwohl ich das damals nicht so ausdrücken konnte, traf ich meine Verabredungen immer mit dem Verstand und nie mit dem Herzen oder der Seele.

Auf Grund der Angst vor dem Clan hörte ich nie auf meine innere Stimme, die mir oft zum Gegenteil von dem riet, was meine Familie für mich wollte. Tage- und wochenlang fühlte ich mich mir selbst fremd – als ob ein Teil von mir außerhalb meines Körpers war und ich mich aus einiger Entfernung selbst beobachten würde.

Ich heiratete mit 26 Jahren und war damit schon älter als die meisten meiner Freundinnen, die in diesem Alter bereits mit dem zweiten Kind schwanger waren. Ich heiratete nicht aus großer Liebe, sondern fügte mich dem, was von mir erwartet wurde.

Mein erster Mann (der Vater meines Sohnes) war ein zurückhaltender, intelligenter und warmherziger Mann, den meine Familie mochte und achtete. Während meiner Ehe fühlte ich mich meinem Mann entfremdet und ruhelos, kaum fähig, mein Innerstes zu zeigen. Ich wusste, dass meine Ehe nicht schlecht war, aber irgendwie fühlte ich auch, dass sie nicht gut war. Nach neun Jahren trennten wir uns als Freunde. Kurz nach der Scheidung lernte ich meinen zweiten Mann kennen. Da ich nicht alleine leben konnte, heirateten wir nach wenigen Monaten. Oberflächlich gesehen machte er einen unternehmungslustigeren und dynamischeren Eindruck als mein erster Mann. Die Aufregung und Spannung, die er um sich verbreitete, deutete ich fälschlicherweise als Liebe. Nach nur einem Jahr ließen wir uns scheiden.

Im Rückblick erkenne ich, dass in diesen Ehen die Männer keine Schuld trifft, dafür aber mich umso mehr. Unterbewusst hatte ich gehofft, dass sie die große Leere in mir auffüllen würden, die seit meiner Jugend in mir war.

In Wahrheit waren die beiden Scheidungen ein verkappter Segen. Sie zwangen mich, die Familiendynamik, die meine Gefühle und mein Verhalten beeinflusst hatte, zu analysieren. Meine innere Unruhe zwang mich in eine Therapie und zu Seminaren, in der Hoffnung, dort zu lernen, wie ich mich von meiner Familie emotional lösen könne. Indem ich mich mit meiner Einzigartigkeit arrangierte, begann ich mich langsam als eigenständiges Wesen zu fühlen, das die Freiheit hat, seine eigenen Entscheidungen zu treffen.

Nach meiner zweiten Scheidung begann ich, häufig auszugehen. Bei Männern war ich immer gut angekommen – sie fühlten meist, dass ich eine positive Meinung von ihnen hatte und keine Rachegefühle hegte. Viele Jahre lang ging ich aus, vergnügte mich, machte meine Therapie, las spirituelle Bücher und nahm an einer Myriade Seminare teil, um mein Selbstwertgefühl zu stärken.