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Eine spannende Reise in eine Welt jenseits von Zeit und Raum.
Ravena Wolf, zufrieden in der Mitte des Lebens und der Gesellschaft stehend, gerät nach dem Scheitern ihrer Beziehung in eine existentielle Krise. Die unverhoffte Begegnung mit einem Wolf wird für sie zur Initiation. sie entdeckt eine andere Wirklichkeit – eine Welt jenseits von Zeit und Raum. Staunend erlebt sie auf ihren schamanischen Reisen die Weisheit und Zärtlichkeit ihrer Krafttiere und geistigen Verbündeten. Sie begibt sich auf Visionssuche in die Wüste und auf eine Reise nach Südamerika, bei der sie immer wieder an ihre Grenzen gerät und über sich hinauswächst. Durch diese Erfahrungen findet sie nicht nur tiefen inneren Frieden, sondern erlebt auch ungeahnten beruflichen Erfolg. In »Die weiße Rabin« erzählt sie in eindringlichen Bildern und mit großer Offenheit von ihren tiefen Erfahrungen. Hochspannend zu lesen und zugleich eine wunderbare Inspiration für alle, die nach Sinn und Kraftquellen im Leben suchen.
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Seitenzahl: 502
Veröffentlichungsjahr: 2014
Ravena Wolf
Die weiße Rabin
Eine schamanische Reise zur Quelle meiner Kraft
Originalausgabe
Deutsche Erstausgabe
© 2014 Arkana Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Lektorat: Diane Zilliges
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München
Umschlagmotiv: FinePic®, München
Satz: Uhl + Massopust, Aalen
978-3-641-13032-9www.arkana-verlag.de
Inhalt
Prolog
TEIL 1 MAGIE DES ANFANGS
Eine leere Wohnung und ein leeres Buch
Auf nach Finnland
So ein unwirkliches Licht
Ein anonymer Auftrag
Wieder zu Hause
Unter Einhörnern
Julian of Norwich
In fünfzehn Minuten um die Welt
Bei den Ahnen
Die Sicherung
Lehrmeister Ego
Ein Teil vom Ganzen
Über das Fliegen
In die Wüste
Eine steinzeitliche Erfahrung
Ana
Sandkörner
Wo ist mein Platz?
Sterben lernen
Wasser!
TEIL 2 MAGIE DES ALLTAGS
Welle und Teilchen
Die Kunst des langsamen Gehens
Ana kommt
Ich will Geduld, und zwar sofort!
Robert und die Steine
Raus aus der Höhle
Der Lottogewinn
Es gibt immer einen Grund zum Feiern
Der gebrochene Flügel
Schwarze Katzen
Dienen und Danken
Wintereinbruch
Raunacht
TEIL 3 MAGIE DES ABGRUNDS
Brücken bauen
Ich will leben!
Und immer noch Zweifel …
In schwindelnden Höhen
Die Insel der Liebenden
Das Ritual von San Pedro
Auf dem Inkapfad
Ein heilloser und ein heiliger Ort
Zwischen Schnellstraße und Sumpf
Im Schoß der Erde
»Durch dich wird die Welt im Kosmos gehalten«
Die Bogenschützin
Eine harte Landung
Das Lächeln des Träumers
Epilog
Von ganzem Herzen danke ich allen, die an diesem Buch mitgewirkt, mich inspiriert, ermutigt und bereichert haben. Um die Privatsphäre von Verwandten und Freunden zu schützen, habe ich alle Namen im Buch geändert. Auch die chronologische Reihenfolge der Erfahrungen ist im Hinblick auf thematische Überschneidungen leicht verändert worden.
Prolog
Wer weiß?
Nur eine einzige anders gewählte Abzweigung, und mein Leben wäre wohl ganz anders verlaufen. Wenn ich mir vorstelle, wie alles anfing, kommt mir dieses Abenteuer, das mein Leben geworden ist, immer noch fantastisch vor.
Jedes Mal, wenn ich an der hohen Mauer der Nervenheilanstalt vorbeifahre, überkommt mich ein Schaudern. Auch diese Abzweigung hätte meine werden können. Dann wäre diese weiße Schranke die Grenze meiner Welt geworden. Stattdessen überschritt ich die Grenze zu einer ganz anderen Welt, einer Welt voller Lachen und Staunen.
TEIL 1MAGIE DES ANFANGS
Eine leere Wohnung und ein leeres Buch
Weihnachtsmarkt. Was für ein Wahnsinn! Warum gehe ich hier überhaupt noch hin? Weil ich mir so gern an einem Becher Glühwein die Finger wärme, um mir im nächsten Moment die Zunge zu verbrennen? Um in strahlende Kinderaugen zu blicken, die es kaum erwarten können, an Heiligabend in Fluten von Spielzeug zu ertrinken? Spielzeug, das am nächsten Tag schon wieder unbeachtet in der Ecke liegt? Um mich von überlasteten Arbeitsmüttern anrempeln zu lassen, für die all dies heiliger Ernst ist oder einfach noch ein Geschäft, das erledigt werden muss? Oder um die alleinerziehenden Mütter zu bedauern, die keine Chance haben, mit ihren schmalen Einkommen den geschickt manipulierten Wünschen ihrer Sprösslinge gerecht zu werden?
Mir kommt es vor, als ob ein halbes Jahr lang Weihnachten herrscht. Jedes Mal fährt mir der Schreck in die Glieder, wenn ich im Oktober die ersten Weihnachtsmänner die tristen Kaufhausfassaden hochklettern sehe – mit ihren fetten Wohlstandswänsten, die eigentlich derart sportliche Leistungen unmöglich machen sollten. Und die trotzig funkelnden Lichterketten und blinkenden Weihnachtssterne, die im Februar noch immer die Balkone zieren – die würde ich am liebsten konfiszieren, wenn ich nur so gut Fassaden klettern könnte wie die Weihnachtsmänner.
Vielleicht flüchte ich auch nur wieder einmal vor meiner leeren Wohnung, die mir angesichts dieses bunten Budenzaubers noch kahler vorkommt, als sie nach Richards Auszug ohnehin schon ist. Während ich darauf warte, dass mein Glühwein abkühlt, sehe ich einem turtelnden Paar dabei zu, wie es sich gegenseitig mit einer fettigen Bratwurst füttert. Angewidert von dem Idyll, lasse ich meinen viel zu süßen Glühwein stehen und suche mein Heil in der Flucht. Dabei brande ich gegen einen Stand mit wunderschönen Büchern. Als ich die Kostbarkeiten in die Hand nehme, blättere ich durch lauter leere Seiten. Genau wie dieses ganze glitzernde, sinnentleerte Weihnachtsgetöse, denke ich. Schöner Schein und nichts dahinter. Ich wende mich schon wieder zum Gehen, da bemerke ich, wie mich der Verkäufer amüsiert beobachtet; ein mürrischer alter Brummbär, der so tut, als wolle er nichts verkaufen. Vielleicht nervt ihn der ganze Trubel genauso wie mich. Nur hat er, im Gegensatz zu mir, wenigstens einen Grund, hier zu sein.
Ein Tagebuch ist im Grunde nur eine Ansammlung leerer weißer Seiten. Einschüchternd viele leere weiße Seiten in einem kunstvollen Einband. Es wirkt, als dürfe man nicht irgendetwas hineinkritzeln, sondern nur Wohldurchdachtes und Strukturiertes. Kein Ort für Fragmente, Träume, lose Gedanken und Erinnerungen. Und erst recht kein Ort für all das Selbstmitleid, mit dem ich, seit Richard fort ist, meine Freundinnen bis zur Erschöpfung traktiere. Andererseits: Papier ist geduldig, heißt es – ganz im Gegensatz zu mir. Geduld gehört nicht zu meinen Tugenden. Mit dem Hintergedanken, dass etwas Selbstreflexion meine Trauerarbeit beschleunigen könnte, kaufe ich eines dieser schönen hungrigen Buch-Monster. Am besten stürze ich mich gleich hinein, bevor meine Ehrfurcht davor noch größer wird.
Weihnachten. Als Kinder fieberten wir diesem Tag ungeduldig entgegen. Und doch habe ich vor allem schmerzliche Erinnerungen an dieses seltsam dunkle Lichterfest. Einmal, ich war noch nicht ganz fünf, schenkte mir meine Babysitterin ein Plüschtier. Es war in buntes Papier gewickelt und fühlte sich schon durch das Papier hindurch schön weich an. Was ich dann aber zutage förderte, war ein gepunktetes Etwas, das aussah, als hätte es die Windpocken. Es war ein rosa Häschen mit langen, rot gepunkteten Ohren und dunklen Knopfaugen. Ich sah in diese leeren Augen und schleuderte das Ding so schnell in die Ecke, dass es mich selbst überrumpelte. Eine Schrecksekunde lang starrten mich alle an, vor allem das Häschen. Es lag auf dem Bauch und warf mir seitlich aus einem seiner Knopfaugen einen vorwurfsvollen Blick zu. Plötzlich begann ich zu brüllen wie am Spieß. Keiner wusste, warum. Und es war ja auch kompliziert, so wie Gefühle eben sind, ganz besonders zu Weihnachten: Zunächst weinte ich, weil ich so grausam zu dem Plüschtierchen gewesen war. Es konnte ja nichts dafür, dass es so hässlich war. Und ich weinte, weil ich merkte, wie weh ich meiner Babysitterin getan hatte. Und ich weinte, weil ich so gern alles rückgängig gemacht hätte. Aber mein hastiges Streicheln des Häschens und der Versuch eines Lächelns halfen nichts. Mir würde nicht verziehen werden. Nie mehr.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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