Die Welt im Umbruch - Hartmut Radel - E-Book

Die Welt im Umbruch E-Book

Hartmut Radel

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Beschreibung

Unsere Welt ist im radikalen Wandel. Alles kommt auf den Tisch, das Unvorstellbare wird wahr. In Zeiten der Covid-Seuche, des Klimawandels, der heraufziehenden Krise des Finanzsystems und des drastischen Ressourcen-Schwunds braucht es entschiedenes Handeln. Das Buch folgt der astrologisch-methodischen Erkenntnismethodik und analysiert: Wie geht es weiter? Die nächsten Jahre, bis 2026, können die alles entscheidende Epoche für unser Leben einleiten. Eine Epoche, in der uns die kosmischen Rhythmen zur Konzentration auf das Wesentliche zwingen. Im Kleinen das Große entdecken und konsequent von Ver-brauchen auf Be-wahren umsteigen. Und dies, obwohl die Evolution nur eine Richtung kennt– nach vorn zu denken und zu handeln. Dieser scheinbare Widerspruch löst sich nur auf, wenn wir ganzheitlich denken und handeln. So finden wir nach 2026 wieder zu neuen belastbaren Strukturen.

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Seitenzahl: 301

Veröffentlichungsjahr: 2021

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HARTMUT RADEL

DIE WELT

IM

UMBRUCH

Plutonische Energien verändernunser Leben und die Welt

Das eBook einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Der Nutzer verpflichtet sich, die Urheberrechte anzuerkennen und einzuhalten.

1. eBook-Ausgabe 2021

© 2021 der überarbeiteten Neuausgabe

Scorpio Verlag in Europa Verlage GmbH, München

© 2009 der Erstausgabe Scorpio Verlag, Berlin – München

Lektorat: Annerose Sieck

Umschlaggestaltung: Guter Punkt, München

Umschlagfoto: © inkoly / iStock / Getty Images Plus

Layout & Satz: Robert Gigler, München

Gesetzt aus der Minion Pro

Konvertierung: Bookwire

eISBN 978-3-95803-366-5

Alle Rechte vorbehalten

www.scorpio-verlag.de

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlags wiedergegeben werden.

Die Nutzung unserer Werke für Text- und Data-Mining im Sinne von §44b UrhG behalten wir uns explizit vor.

Ansprechpartner für ProduktsicherheitEuropa Verlage GmbHMonika RoleffJohannisplatz 1581667 Mü[email protected]+49 89 18 94 [email protected]

INHALT

Vorwort zur Neuauflage

Vorwort

TEIL 1: DAS PRINZIP PLUTO

Zeitqualitäten: Die Welt astrologisch betrachten

Hauen und Stechen unter Göttern: Pluto in der Mythologie

Gewaltige Sonderlinge: Uranus, Neptun, Pluto und große historische Wenden

Pluto-Rhythmen: Astrologie und historische Fakten der Vergangenheit

Die Welt im Expansionsrausch: Die Plutojahre im Schützen von 1995 bis 2007/08

TEIL 2: DER ZEICHENWECHSEL

Prophetisch oder methodisch? Grundlagen der Voraussagen für die Pluto-Steinbock-Zeit

Umfassender Strukturwandel: Pluto im Steinbock 1516 bis 1532 und 1762 bis 1778

Die Welt stellt sich neu auf: Pluto wechselt vom Schützen in den Steinbock

Die aktuelle Zeitenwende: Pluto im Steinbock 2008 bis 2023/24

Change: Politik und Gesellschaft in der Plutozeit

Wer stellt sich am besten auf? Die Weltwirtschaftskrise

Mehr Reiche und noch mehr Arme? Umverteilung und soziale Gerechtigkeit

Was kostet die Welt? Geldwirtschaft im Strukturwandel

Feindliche Übernahme durch Pluto? Die Arbeitsmärkte und der Sozialstaat

Aus für Machtmänner: Frauen drängen an die Spitze

Come together: Die multikulturelle Vernetzung

Die Vögel fallen vom Himmel: Der Klimawandel

Noch mehr Hungernde weltweit: Globale Lebensmittelknappheit

Wem gehört das Erdöl? Energie und Mobilität

Im Kleinen das Große entdecken: Konsum und Kommerz

Mit der Abrissbirne in den Wandel: Wohnen in der plutonischen Steinbockzukunft

Das Ich braucht das Du, um sich als Ich zu erkennen: Partnerschaft und Familie

Wirklich fit oder nur nicht ausreichend untersucht? Das Gesundheitswesen

The Spirit impels us 4ward 2wards others: Die Kirchen im 21. Jahrhundert

»Man muss spinnen können, sonst gibt es keinen Fortschritt«: Hightech und Forschung

Das Unvorstellbare wird wahr: Die Kolonialisierung des Weltraums

Keine Angst vor Pluto: Wie positionieren wir uns persönlich?

TEIL 3: ASTROLOGISCHE DATEN UND TENDENZEN

Plutoallianzen: Aspekte anderer Prinzipien

Der Plutoparcours für jeden von uns: Die persönlichen Aspekte für 2008 bis 2023/24

Und was kommt nach 2024? Pluto im Wassermann

Persönliche Schlussgedanken

Anmerkungen

Vita

VORWORT ZUR NEUAUSGABE

Auffallend viele Leser der Erstausgabe haben mir seit Beginn der Covid-Pandemie im März 2020 mitgeteilt, wie frappierend folgerichtig die Aussagen in meinem Buch sind und dass alles so eingetroffen ist, wie vor zwölf Jahren beschrieben. Gleichzeitig steigt sprunghaft die Nachfrage nach der vergriffenen Originalausgabe, weil das vermeintlich antiquierte Buch in seinem Inhalt immer noch hochaktuell ist.

Auch aus diesem Grund kommt jetzt die Wiederauflage, zumal die Pluto-Epoche noch bis 2024 dauert. Gerade die letzten Jahre dieser Epoche bekommen noch eine besondere Bedeutung durch die zusätzlichen Aspekte der Prinzipien Uranus (das Umschwungbewirkende) und Neptun (das Grenzüberschreitende). Dadurch erweitert sich auch der bisherige Pluto-Zeitrahmen von 2024 auf 2026. Das habe ich im Buch entsprechend akzentuiert. Was das für die Welt und jeden Einzelnen bedeutet, finden Sie ab Seite 287.

Nichts entspricht aber dem Prinzip Pluto, dem Gestaltwandelnden, mehr als diese Pandemie. Sie reißt seit März 2020 alles so rasend schnell ins Ungewisse, dass selbst die Impfung bei schnell mutierenden Viren keine garantierte Sicherheit geben kann. Eher könnte sie noch die soziale Ungleichheit verstärken, indem sie die Gesellschaft nach Geimpften und Nicht-Geimpften spaltet. Ist das bereits ein Vorzeichen für den totalen Umbruch, den absoluten Paradigmenwechsel? Steht die Welt tatsächlich am Point of no Return?

Jeden Abend sehen weltweit Milliarden Menschen im TV die erschreckenden Geschehnisse in den Intensivstationen der Kliniken, wo Beatmungsapparate letzte Hoffnung für das Überleben geben. Wir werden so zu Zeitzeugen in einem dramatisch-tragischen Weltgeschehen. Dabei sind es nicht allein die globalen Horror-Szenarien, sondern auch das persönliche Leben ist mit einbezogen. Plötzlich werden aus Zeitzeugen auf dem Sofa auch Augenzeugen, wenn Verwandte, Nachbarn oder Berufskollegen an Covid-19 erkranken. Es trifft einen und man weiß nicht, woher und warum. Covid-19 ist ein weltweiter Angriff auf unser Lebensmodell! Es ist der Ritt auf der Rasierklinge! Es kommt alles auf den Tisch!

Wir Menschen sind konfrontiert und begleitet von Spaltungen in Politik und Gesellschaft, von Auflösungserscheinungen und apokalyptischen Szenarien mit Flächenbränden, Überschwemmungen, Erdbeben, abschmelzenden Polkappen oder verheerenden Fluchtbewegungen, die Ängste, Depressionen und auch Aggressionen auslösen. Die Welt ist aus den Fugen. Alles wirbelt durcheinander – die etablierte Ordnung zerbricht, brutale Machtpolitik setzt sich gegen demokratische Werte durch und egozentrische Politneurotiker werden zum unberechenbaren Risiko für die ganze Menschheit! Allerdings ist in den USA im Januar 2021 der großmäulige Narzissmus »America first« ersetzt worden durch eine versöhnende und zusammenführende Politik.

In dieser Zeit der Pandemie agieren viele verzweifelt, forschen, analysieren und erleben doch Ohnmacht. Das Virus macht, was es will und treibt die Menschen vor sich her – von einem Mega-Lockdown zum nächsten. Solange es zum Impfstoff nicht auch ein wirksames Medikament gibt, bleibt den gesundheitlich oder existenziell Betroffenen nur, die Ohnmacht auszuhalten und zu sehen, was sie mit einem macht und wo man sich wiederfindet. Covid hat einen neuen Verhaltenscodex geschaffen. Der zwingt uns Hygieneregeln, Maskenpflicht und Ausgangssperren auf, zwingt weltweit zum Entschleunigen – nichts geht mehr – und auch zum Innehalten. Gefangen zu Hause, in der Covid-Quarantäne, im Homeoffice oder bei der Kinderbetreuung. Getrennt vom sozialen Miteinander (kein Sport, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen entfallen), sind wir gefangen im »gemeinsam Einsam«. Eine total neue Erfahrung mit der Konsequenz, sich intensiver als bisher der Partnerschaft und Familie zu widmen und sie bewusst mitzugestalten. Außerhalb davon gibt es nur noch die virtuelle Gemeinschaft. Da gibt es kein Come together mehr. Das kultige You’ll never walk alone ist ein fragwürdiger Trost in leeren Stadien. Das VIRUS vertreibt das WIR. Als geborene Herdentiere sollen wir Abstand und soziale Distanz einhalten – wie ist das aber möglich? Dennoch, es hat auch sein Richtiges auf Abstand zu achten und aus der Distanz hinzusehen, denn die Adler-Perspektive ist umfassender als die der Ameise, ähnlich der Sicht aus dem Helikopter. Man überblickt die Situation einfach umfassender. Und wer mehr sieht, erkennt mehr, ist kritischer und glaubt nur noch das, was überzeugt. Man lernt auch NEIN zu sagen und macht nicht mehr alles mit.

Geht LEBEN nicht auch ganz anders?

Bewusst wahrnehmen und wissen, was man tun kann in einem verantwortungsvollen, auf das Du gerichteten sozial-ethischen Sinn! Dazu braucht es Aufrichtigkeit, Wissen und neues Denken. Es gilt, Vertrauen zu entwickeln, dass Krisen auch vorbeigehen und es gilt, sich auf das zu besinnen, was wirklich zählt: die Reduktion auf das Unverzichtbare! Weg von der eigenen Bedürfniswelt und mehr an das Gemeinwohl denken! Nachbarschaftshilfe, Einkaufshilfe und Fahrdienste – einfach mehr Solidarität und helfende Rücksichtnahme.

Aus der Not wächst aber auch die Kreativität. Beeindruckend zeigen die Gastronomie und auch der Einzelhandel mit ihrem Bestell- und Abholservice über Video-Call und WhatsApp, wie man sich im Lockdown gemeinsam unterstützt.

Diese Neuausgabe trägt dazu bei, dass die Leser den großen Transformationsprozess erkennen, der sich genau jetzt vollzieht: Das Veraltete, das Überkommene muss weichen, damit das Neue Platz findet. Entstehen und Vergehen, das ist der ewige Kreislauf des Lebens und so vollzieht sich Evolution – vom Mittelalter über das Industrie-Zeitalter, weiter in das Computer-Zeitalter, hin zur Digitalisierung und zur Künstlichen Intelligenz – eine gigantische Innovation!

Und wie geht es weiter? Die Erforschung des Weltraums und die zunehmende Präsenz des Menschen in den unendlich weiten Räumen werden zum zentralen Thema für das Menschsein der Zukunft. Es gibt heute schon Pläne, Rohstoffe auf anderen Planeten abzubauen.

Die Fakten-Beispiele in der Erstausgabe sind natürlich nicht immer auf dem Stand von heute. Das ist auch nicht nötig, denn das Buch soll nicht eine Chronik von Beispielen sein und auch kein »Buch des Grauens« mit angesammelten, dramatischen Ereignissen, wie sie die Medien ohnehin täglich verbreiten. Vielmehr belegt der Buchinhalt, wie treffsicher die astrologische Erkenntnismethodik ist und wie präzise sie die Entwicklung des aktuellen Weltganzen bis heute in einer überzeugenden Dichte beschreibt. Das gibt ihr die Glaubwürdigkeit, die die Leser erwarten.

Wohin steuert die Welt auf ihrem Weg in ein neues Zeitalter?

Der Aufbruch ist im Täglichen schon überall präsent, z. B. Online-Banking, Online-Einkaufen, automatisiertes Fahren etc. Das wird in der nahen Zukunft noch deutlicher und gilt global ebenso wie auch auf der persönlichen Ebene. Der Umbruch ist für alle unumkehrbar und für viele ist es auch dramatisch, aus einer gelebten Vergangenheit in eine total veränderte neue Zeit zu finden. Dieser Prozess wird durch die Pandemie noch beschleunigt.

Allerdings wird es auch viele geben, die ein unberechenbares Leben nicht möchten, die ihre endliche Zeit lieber so gestalten wollen, dass sie sich in ihren Gewohnheiten wohlfühlen und sich am Leben erfreuen. Recht so. Andere aber ziehen vorbei, ergreifen die Dynamik dieser vehementen Zeit als Chance, sich und die Menschheit voranzubringen – und greifen zu den Sternen.

Die Zauberformel für diese neue Epoche der Menschheitsgeschichte gibt es noch nicht, aber Sie können sicher sein, dass die Menschen sich besser zurechtfinden, die sich auf das Neue einlassen, es zulassen und sich ihrer eigenen Lebensdynamik, ihrem innersten Geführtsein, überlassen.

Das plutonisch Gestaltwandelnde und das uranisch Umschwungbewirkende drängen in immer ungeduldiger werdende, radikalere Tendenzen von globalen Bewegungen wie z. B. Fridays for Future. Diese fordern vehement, das schnell voranzubringen, was bis heute ungelöst ist – wie die Klima-, Ernährungs und Wasserproblematik, die ungebremst ansteigende Weltbevölkerung oder die Probleme der 80 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind. Aber auch die Verantwortung für eine globale soziale Ausgewogenheit und ein gerechteres Miteinander »in einem gesunden Leben unter blauem Himmel« sind die zentralen Anliegen, mit denen die Menschen morgens aufwachen.

Wo aber Gefahr wächst, wächst das Rettende auch.

FRIEDRICH HÖLDERLIN

Baden-Baden, im April 2021

Hartmut Radel

VORWORT

Dieses Buch macht deutlich, was wir alle spüren: Wir leben in einer Zeit großer Veränderungen. Die Spielregeln des Lebens werden neu geschrieben. Alles wird anders. Und das Wichtigste: All diese Wandlungen betreffen jeden von uns, und sie gelten an jedem neuen Tag!

Wir sind als Einzelne und als Menschheit mit unserer Anpassungsbereitschaft gefordert. Es ist eben nicht nur ein globales Horrorszenario mit Klimakatastrophen, Finanzkrisen und zusammenbrechenden Bankimperien, Kriegen und Bürgerkriegen, Wasserknappheit und Hungersnöten, das wir uns von der Couch aus im Fernsehen anschauen. Nein, wir stehen mittendrin in diesem Szenario: ungesicherte Arbeitsexistenz, Wohnnebenkosten, welche die Höhe einer zweiten Miete längst erreicht haben, steigende Preise bei Lebensmitteln und allen anderen Gütern des täglichen Verbrauchs, ein kaum noch bezahlbares Gesundheitssystem in einer Zweiklassenversorgung, eine soziale Schieflage, und immer mehr Menschen, die unter der sogenannten Armutsgrenze leben. Dazu kommen noch Ängste, was die Zukunft bringen wird – Inflation, unsichere Renten, zunehmende Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen, der immer stärkere Zerfall der Familien als soziale Netzwerke, Naturkatastrophen selbst bei uns im mittleren Europa, all das zeichnet sich bereits ab.

Wir merken bereits deutlich, dass wir uns weniger leisten können. Anschaffungen werden verschoben, an Urlaub und Freizeitaktivitäten wird gespart. Nimmt auch die Lebensfreude ab? Genießen ist ja nicht einfach nur schön für Herz und Gemüt, es bringt auch die Kraft für die Herausforderungen des Alltags. Doch gibt es von nun an nur noch Genuss mit Reue?

Jeder weiß, dass es angesichts der globalen und nationalen Schwierigkeiten so nicht mehr weitergehen kann. Aber kaum einer rechnet damit, dass sich auch bei ihm persönlich Grundlegendes ändern wird. Die äußeren Veränderungen betreffen aber alle Daseinsbereiche. Das Leben wird sich bis in den Alltag hinein radikal umgestalten. Es gelten von nun an andere Prioritäten als bisher. Denn es sind ja nicht nur Äußerlichkeiten, die sich wandeln. Die meisten bemerken auch, dass sich in der Art, wie wir als Menschen mit den Herausforderungen umgehen, etwas Entscheidendes ändern muss. Wie sagte Albert Einstein sinngemäß: »Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.«

Die Welt hat sich schon immer in Zyklen entwickelt – Eiszeiten und Heißzeiten, Trockenperioden und Nassphasen wechseln einander ab. Ob lange oder kurze Zyklen, Jahrtausende oder nur Monate – alles im Leben ist Rhythmus. In welchem Rhythmus unserer kollektiven und persönlichen Fortentwicklung befinden wir uns gerade? Was lehren uns die globalen Ereignisse, denen wir scheinbar ohnmächtig ausgeliefert sind? Auf welche Erfahrungen können wir bauen, und wohin sollten wir uns nun orientieren? Diese und viele weitere Fragen versucht dieses Buch zu beantworten.

Es ist das Buch zur Pluto-Steinbock-Zeit.

Wieso Pluto, warum Steinbock? Das sind Begriffe aus der astrologischen Erkenntnismethodik, dieser umfassendsten Rhythmuslehre der Neuzeit, die zudem auf eine lange Tradition und Erfahrung zurückblicken kann. Sie beschreibt wie keine andere Methodik, wie sich Zeitqualitäten weltweit und auch für den Einzelnen auswirken. Dafür nutzt die Astrologie symbolhafte Kennzeichnungen. Das Prinzip Pluto ist eine von vielen, Steinbock eine andere.

Zeichenwende entstand aus einem ganz klaren Anlass: Durch die Rotation der Erde »bewegen« sich die Planeten auf ihren Himmelsbahnen und durchwandern die zwölf Tierkreiszeichen. Von Zeichen zu Zeichen ändert sich die Zeitqualität, die sich auch auf der Erde widerspiegelt. Die Phase, in der sich die Welt aktuell befindet, dauert, auf den plutonischen Zyklus bezogen, von 2008 bis 2023/24, denn Pluto hat am 26. Januar 2008 das astrologische Zeichen Schütze verlassen und ist in den Steinbock eingetreten. Er pendelte vorübergehend wieder zurück in das Zeichen Schütze und ist seit dem 27. November 2008 stationär im Steinbock. Und das bis einschließlich 2023, bevor er 2024 zwischen Steinbock und Wassermann hin- und herpendelt, um sich gegen Ende 2024 definitiv im Wassermann festzusetzen.

Die Erde und wir Menschen werden bis dahin eine entsprechend geprägte Zeit erleben: die Pluto-Steinbock-Zeit. Zeichenwende und Wertewandel! Alles wird wieder einmal anders! Es gilt dabei für jeden von uns, die Realität zu begreifen, den Lebensmut zu behalten und sich als Chancenfinder gekonnt auf das Neue einzustellen.

Der erste Teil dieses Buches erklärt das Prinzip Pluto und zeigt eine historische Rückschau auf die letzten Phasen dieses durch die Tierkreiszeichen wandernden Planeten. Dieser Rückblick schafft auch bei Menschen, die sich bislang nicht mit der Astrologie beschäftigt haben, das Vertrauen in ihre Methodik. Und er liefert bereits Anhaltspunkte für den Blick voraus.

Immer, wenn Pluto das Zeichen wechselt, ändert sich die grundlegende Stimmung, das große Thema unter den Menschen. Das gilt auch für die Zeit von 2008 bis 2023/24: Profitgier, Abzockerei und Gerissenheit standen in den Jahren zuvor ganz oben auf der Tagesordnung. Glaubwürdigkeit und ethischmenschliches Verhalten lösen sie nun Stück um Stück ab, denn nur diese bieten langfristig die Chance unseres Überlebens. Bereits heute lässt sich diese Tendenz an Klimaschutzverordnungen, an Einrichtungen wie dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag, an der Präsidentschaft Barack Obamas, an den internationalen Aktivitäten der Welternährungskonferenz und Welthungerhilfe, gegen das Morden in der Darfur-Region, gegen Drogenkonsum und Terrorgewalt, an international abgestimmten Maßnahmen gegen Kinderpornografie, Kindersoldaten und Kinderarbeit oder an den weltweiten Anstrengungen gegen Aids und Covid-19 ablesen.

Und es bleibt nicht auf der staatlich-kollektiven Ebene stehen: Jeder kann diese Qualitäten in sich entwickeln und stärken, um den Herausforderungen dieser Zeit gewachsen zu sein. Auch wird es vorbildhafte Menschen geben, die diese Werte weithin spürbar kultivieren, vorleben und es den anderen damit leichter machen. Das werden die neuen Leitpersönlichkeiten sein, die diese Phase bestimmen.

Der zweite Teil des Buches befasst sich ausführlich mit den Jahren, in denen Pluto durch den Steinbock wandert: Aus der Erfahrung der Astrologie lässt sich sehr genau sagen, welches die Tendenzen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen bis 2023 sein werden. Wenn Pluto und Steinbock zusammenwirken, hat das ganz bestimmte und klar benennbare Konsequenzen für uns Menschen. Innerhalb dieser hat die Menschheit, aber auch jeder Einzelne die Chance und zudem die Aufgabe, das Leben neu auszurichten: für mehr Aufrichtigkeit, Frieden und eine wieder sichere Zukunft. Eine chinesische Weisheit sagt: »Willst du die Welt verändern, verändere zuerst dein Land. Willst du dein Land verändern, verändere zuerst deine Familie. Und willst du deine Familie verändern, verändere zuerst dich selbst.«

Das Zeitrad des Lebens dreht sich immer nur in eine Richtung – nach vorn. Vor uns liegt eine wirklich neuartige Zeit. Es ist eine Übergangszeit, in der die Menschen besonders gefordert sind, das Alte loszulassen und das Neue zu gestalten. Möge es uns in der Pluto-Steinbock-Zeit gelingen!

Auch Ihnen persönlich wünsche ich, dass Sie die Zeichen dieser so ganz anderen Zeitepoche erkennen und sie freudig in Ihr Leben einbeziehen – für eine sinngebende und lebenswerte Gegenwart.

Hartmut Radel

Martina Hochheimer danke ich besonders für ihre so wichtige, inhaltliche und organisatorische Unterstützung!

Geistige Erkenntnisse bringen die Verwandlung, die Metamorphose.

Der Phönix aus der Asche.

Die »Chymische Hochzeit« von Sonne und Mond symbolisiert die Vereinigung von Geist (Sonne) und Seele (Mond) und steht für die geistig-seelische Fortentwicklung des Menschen.

Initialen des Pluto-Entdeckers Percival Lowell.

Symbol für die Vereinigung von Geist, Seele und Körper (von oben nach unten gesehen), Ganzheitssymbol für den Menschen.

Anbetung des Geistes, Suche nach dem höheren Selbst.

Plutozeichen für die Polarität der geistigen Gesetze.

TEIL 1:DASPRINZIP PLUTO

ZEITQUALITÄTEN: DIE WELT ASTROLOGISCH BETRACHTEN

Seit Jahrtausenden beobachten Menschen die Bewegungen am Himmel und finden Parallelen zu Geschehnissen auf der Erde. Die Methodik hat sich hierbei von astronomischen Gegebenheiten abgekoppelt. Natürlich wissen die Astrologen, dass sich die Erde um die Sonne bewegt und nicht die Sonne um die Erde. Zu sehen ist aber, dass die Sonne und alle Planeten jeden Tag im Osten aufgehen und am Westhorizont untergehen. Für die Methodik ist diese optische Wahrnehmung die Grundlage für das Regelwerk, wonach sich Zeitqualitäten durch den Bewegungsablauf von Sonne, Mond und Planeten erkennen lassen.

Die rhythmischen Abläufe am Himmel sind Hinweise auf die gleichzeitig sich vollziehenden Geschehnisse auf der Erde. Sie haben die unterschiedlichsten Auswirkungen. So ist beispielsweise belegt, dass der Mond eine Wirkung auf Erde, Tiere, Pflanzen und Menschen ausübt. Die Gezeiten sind von seinem Rhythmus abhängig. Bei Neumond und Vollmond gibt es eine deutliche Steigerung im weiblichen Zyklus. Bei zunehmendem Mond werden mehr Knaben, bei abnehmendem mehr Mädchen geboren. Die Harnsäureausscheidung des Körpers ist ebenfalls parallel zum lunaren Umlauf geschaltet. Fruchtbare und unfruchtbare Tage lassen sich anhand von Mondberechnungen bestimmen. Die Beispiele ließen sich in den verschiedensten Gebieten noch lange fortsetzen. So berichtet der Volksmund, dass man Kräuter bei Vollmond sammeln muss. Tatsächlich ist naturwissenschaftlich nachgewiesen, dass alle Pflanzen bei Vollmond vermehrt Säfte bilden. Mehrere Jahre lang hat man Misteln untersucht und sie regelmäßig gepflückt, um den Saftstand zu messen. Das Ergebnis bestätigt den Einfluss des lunaren Rhythmus. Alterfahrene Bauern richten sich nach dem Mondstand, um den richtigen Zeitpunkt für die Einsaat zu finden, Holzfäller wissen, bei welchem Mondstand sie das Holz schlagen müssen, damit es später nicht fault.

Die Planetenbewegungen sind vergleichbar mit den computergesteuerten Signalen in der Zentralsteuerung eines Bahnhofs – sie lassen den Zug nicht fahren, sondern zeigen lediglich an, wo er sich befindet. Sonne, Mond und die Planeten sind in der astrologisch-psychologischen Erkenntnismethodik keine Kraftquellen, die einwirken, sondern lediglich Signalpunkte, die einen Zustand, eine Zeitqualität abbilden. Und so wird die Astrologie zu einem grafischen und symbolischen Abbildesystem von Realitäten des Lebens.

Die Astrologie ist eine Erkenntnismethodik, welche Zeitqualitäten und deren unterschiedlichen Verlauf sichtbar macht. Sie zeichnet den Rhythmus auf von Gelingen und Misslingen, von Ausdehnung und Verminderung, von Energiefluss und Blockaden – kurz: vom Auf und Ab des Lebens. Keiner ist immer nur glücklich, keiner ist immer nur unglücklich. Das Lachen hat seine Zeit, und das Weinen hat seine Zeit. Die Astrologie bietet eine Möglichkeit, sich dieser Zeiten bewusst zu werden und ihre jeweils besonderen Qualitäten zu nutzen.

Astronomie und Astrologie waren immer miteinander verbunden. Das kosmische Bewusstsein der Menschen des Altertums war deutlich stärker ausgeprägt als das der Menschen heute. Infolgedessen war für sie der Sternenhimmel und alles, was sich dort tat, ein Hinweis auf gleichzeitige oder folgende Erscheinungen auf der Erde.

Die Astrologie ist viel gescholten worden und doch hält sie sich an der Spitze aller Rhythmus- und Energielehren. Drei Zitate von Unternehmern, die sich astrologisch beraten lassen, sollen hier beispielhaft angeführt werden:

»Die Astrologie ist für mich die effektivste Methodik für Analyse und Planung.«

»Für die Zukunftsplanung des Unternehmens haben wir die modernste Methode, die es gibt: die Astrologie. Die meisten Unternehmen machen ihre Zukunftsplanung über die Erkenntnisse aus der Vergangenheit. Wir benutzen eine modernere Methodik, bereits heute Zeitqualitäten für die Zukunft zu definieren.

So erhalten wir Planungssicherheit. Die Unternehmensentwicklung bzw. die Betriebsergebnisse sprechen für die Richtigkeit unseres Ansatzes, die Astrologie bei allen unternehmerischen Entscheidungen einzubinden.«

»Die Astrologie macht mein Unternehmen sicher.«

Kommen wir nun zu Pluto: Von der Erde aus gesehen gibt es zwei Planetengruppen, die inneren und die äußeren, also die der Sonne zugewandten und die der Sonne abgekehrten Planeten. Venus und Merkur stehen zwischen Erde und Sonne. Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto ziehen ihre Bahnen jenseits der Erde.

Pluto ist der exzentrischste Planet in unserem Sonnensystem. Er gilt als entsprungener Mond des Neptuns. Seine Bahn ist nicht von jener Gleichförmigkeit geprägt wie die der anderen Planeten. Auch seine Geschwindigkeit ist unregelmäßig. Deshalb läuft er unterschiedlich lang durch die Tierkreiszeichen. Seit seiner Entdeckung 1930 im Percival-Lowell-Observatorium konnten wir nur den Durchlauf durch Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion und Schütze (bis zum 25. Januar 2008) beobachten.

Im Krebs hat sich Pluto 27 Jahre lang aufgehalten. In der Waage und im Schützen waren es nur 13 Jahre, im Skorpion zwölf Jahre. Im Steinbock werden es bis zum 21. Januar 2024 (dem ersten Übergang in das Wassermannzeichen) 16 Jahre sein. Insgesamt benötigt Pluto rund 248 Jahre für seinen Durchlauf durch den Tierkreis bzw. seine Umlaufbahn um die Sonne. Pluto hat deshalb so unterschiedliche Verweilzeiten in den Tierkreiszeichen, weil er besonders große Schwankungen in seiner Entfernung zur Sonne und zur Erde hat. Uranus und Neptun bilden beispielsweise nahezu konzentrische Kreise um die Sonne, Pluto dagegen zieht eine stark elliptische Bahn.

Er ist die derzeit letzte Station in unserem Sonnensystem und nur mit Teleskopen sichtbar. Uranus hat etwa eine Lichtstärke der 6. Größe und ist gerade noch schwach mit bloßem Auge zu erkennen, während Neptun mit 8 und Pluto mit 14 technisch-optische Unterstützung brauchen, um sichtbar zu werden. Von der Erde zu Pluto ist die Entfernung unvorstellbar weit. Sie ist geradezu gigantisch. Bekanntlich legt ein Lichtstrahl die Strecke des Erdumfangs 7,5-mal in einer Sekunde zurück. Ein solcher Lichtstrahl wäre von der Erde aus 5,5 Stunden zu Pluto unterwegs. Der Planet ist etwa doppelt so groß wie Merkur, bei einer geschätzten Temperatur von minus 220 Grad Celsius. Seine Oberfläche besteht aus verflüssigten Gasen. Jenseits von Pluto kennen wir nur noch einen Gürtel von Milliarden von Asteroiden und Kometen aus Eis, Metall, Stein und Staub, der unser Planetensystem abschließt.

2007 wurde bei einem internationalen Astronomenkongress beschlossen, Pluto den Status eines Planeten abzuerkennen und ihn aufgrund seiner exzentrischen Umlaufbahn als Planetoid einzustufen. Ob sich diese Sichtweise in der Astronomie durchsetzen wird, bleibt derzeit offen. In der Astrologie haben sich dagegen die empirischen Erkenntnisse gefestigt, sodass in dieser Methodiklehre das Prinzip Pluto als das Gestaltwandelnde fortgeführt wird.

Soweit ein paar astronomische Fakten. Die Astrologie koppelt sich von der Astronomie ab, wenn es darum geht, die Planetenkonstellationen am Himmel mit empirisch belegten Ereignissen zu dokumentieren. Diese Ereignisebenen verlaufen parallel und beziehen sich auf stofflich-materielle Vorgänge ebenso wie auf geistige und psychische Bereiche.

Langsam, aber unaufhaltsam werden durch Pluto Änderungen herbeigeführt, die Not-wendend sind für unseren Weg durch die Evolution. Kosmische Gesetze, die mit alles durchdringender Energie gleichzusetzen sind, greifen in unser Leben ein. Wer sich willig einordnet, wird diese Energien als kraftvolle Unterstützung in seinem Leben verspüren. Wir sprechen dann von Harmonie, Erfolg, Glück, Gesundheit. Wer sich gegen das Gesetz auflehnt, wird zur Korrektur des Eigenwillens gezwungen, es treten Hindernisse und Krisen auf.

Weshalb Pluto auch für Macht, Gewalt und Zerstörung steht, wird durch das nachfolgende Kapitel Hauen und Stechen unter Göttern erläutert. Pluto ist einem riesigen Schwungrad gleichzusetzen: Erst einmal in Rotation versetzt, ist es kaum noch anzuhalten und kann bei relativ langsamer Eigenbewegung der mächtigen Schwungmasse seine Kraft auf Maschinen übertragen und diese antreiben. Pluto aufhalten zu wollen, ist ein selbstvernichtendes Unterfangen. Wo egozentrische Motivierung vorherrscht, da wirkt das Prinzip zerstörend. Es geht allein darum, wie die Dinge wirklich sind – faktenorientiert und im global-kollektiven Zusammenhang. Dies gilt auch für den Einzelmenschen, bezogen auf sein übergeordnetes Lebenskonzept. Nur aus plutonischer Erkenntnis von Realität ist Wachstum bzw. Fortentwicklung möglich. Mit Pluto geht es um Erkenntnis, Erfahrung und Wachstum im geistigen Sinn.

Pluto als das gestaltwandelnde Prinzip1 beseitigt das Alte und lässt die Gewöhnung zersplittern, damit Platz für das Neue geschaffen wird. Dies ist mit Risiken verbunden, weil das Neue noch nicht sichtbar ist. Deshalb klammern wir uns zunächst am Bewährten fest.

Im Gegensatz zum umschwungbewirkenden Prinzip Uranus, das schnell und überraschend wirkt – expect the unexpected – bringt Pluto die sich unaufhaltsam und stetig vollziehende Metamorphose. Alles – Individuum und Kollektiv – muss sich bekennen. Fakten knallen ins Leben und schaffen Gegebenheiten, denen man nicht mehr ausweichen kann und die neue Handlungsweisen vorgeben werden. Masken fallen, neue Lebensabschnitte werden eingeleitet. Pluto ist meist mit schmerzlichem Hinter-Sich-Lassen verbunden. Auf dem Neuen wird ein anderes Leben entstehen, das die Erfahrungen der Zeitphase davor integriert. So zeigt Pluto Lebenskrise und Neubeginn zugleich.

Pluto schafft auf der materiell-stofflichen Ebene, also in der konkreten Lebenspraxis des Tages, Veränderungen, und daraus leiten sich neue Motivationen ab. Der Wachstumsprozess wird im Realen ausgelöst und setzt sich im Geistigen fort. Zum Wesentlichen gehört unbedingt auch die Fähigkeit zu erkennen, in welche Richtung die Änderungen zielen. Nur dort findet sich der aktuell neue Sinn von Denken und Handeln. Nur dort ist Gelingen.

Das Prinzip steht auch für Naturereignisse wie beispielsweise Vulkanausbrüche, Erdbeben, Tsunami, Überschwemmungen, flächendeckende Brände oder Dürreperioden. Pluto-Auslösungen zeigen sich zuerst kollektiv und zeittendenziell. Gruppenschicksale bringen dann auch für den Einzelmenschen Konsequenzen von der Art, wie sie aus der Plutostellung im individuellen Kosmogramm, dem Geburtshoroskop oder Geburtsbild, angezeigt sind. Beim Prinzip Pluto geht es immer um die tiefsten Schichten in uns. Der amerikanische Astrologe und Geisteswissenschaftler Noel Tyl sagt, dass Pluto als der äußerste Planet des Sonnensystems zugleich den entferntesten Teil in uns selbst repräsentiert. Das Prinzip ist gleichbedeutend mit dem Unterbewusstsein. Und dies folgt den Erfordernissen der Evolution unseres Selbst. Es gibt Signale nach oben ins Bewusstsein, die wir als Instinkt, Eingebung oder innere Stimme wahrnehmen. Langsam, aber unaufhaltsam werden durch plutonische Energien Änderungen herbeigeführt, die den Weg frei machen zu geistig-seelischer Fortentwicklung – zu unserer sehr persönlichen Evolution.

In der Tragik des Menschen, fortwährend Dinge tun zu müssen, die er eigentlich nicht tun will, wird das Prinzip Pluto zum Anwalt unseres Selbst, es klagt den Eigenwillen des Egos an. Das Plutoprinzip hat immer mit Macht und Ohnmacht zu tun – außen und innen. Es braucht enorm viel inneren, festen Willen, um eine kreative Transformation in seinem Leben vorzunehmen. Der Mensch muss sich aufbäumen, wenn durch Lebensereignisse alles um ihn herum zersplittert. Unter Plutoaspekten geschehen Scheidungen, Todesfälle, Krankheiten, Berufs- und Stellenverlust oder Verluste materieller Sicherheiten. Solche unabänderlichen Ereignisse schleudern den Menschen in die dunkelsten Ecken seines Lebens. Von dort erneut zum Licht zu streben, wird zu einer bedeutenden Leistung, die ohne intensiven Lebenswillen nicht zu erbringen ist. Genau diese Dynamik will das Prinzip wecken. Es führt den Menschen an den Rand seiner Belastbarkeit, um genau dort seine letzten und stärksten Energien zu mobilisieren – aus der Totalität des Seins, aus dem Ego hin zum höheren Selbst. Das Ego zeigt sich in unserer Durchsetzungskraft, sich im Leben zwischen den anderen zu behaupten, im Selbst dagegen folgen wir einem inneren Lebensgesetz, vielleicht auch einem Lebensplan, der uns in unser Schicksal einbindet. In ihm liegt der eigentliche Sinn unseres Hier- und Soseins. Unser Schicksal, der »Weg zum Heil«, führt vom kämpferischen Überlebenswillen in eine geistigseelische Höherentwicklung. Glücklich, wem es gegeben ist, sein Denken und Handeln nach diesem »höheren Sinn« auszurichten.

Anatomisch wird das Plutoprinzip mit den Regenerationskräften des Körpers verbunden. Die Keimdrüsen sind ihm zugeordnet. Die Zellbildung verändert sich bei unterschiedlichen Aspektierungen im Kosmogramm. Überall, wo im Körper der Instinkt für den Normalrhythmus verloren geht, sind meist auch Aspekte im Geburtsbild nachzuweisen. Bei Zellwucherungen ist dies am auffälligsten. Das Prinzip ist zusammen mit seinem Heimatzeichen Skorpion (jedes Prinzip hat ein ihm speziell zugeordnetes Tierkreiszeichen) im Organismus auf die Genitalzone bezogen.

FAZIT: Das Prinzip Pluto

»Das Prinzip Pluto steht für Wachstum durch Veränderung.

»Was sich ausgelebt hat, verschwindet und macht Platz für ein neues Werden.

»Wesentlich ist, Veränderungen bewusst anzunehmen, denn das Prinzip Pluto ist eine übergeordnete Realität außerhalb des Alltagslebens.

»Das Prinzip Pluto lehrt, die höhere Oktave unseres Seins, das Selbst, zu verwirklichen. Dies geschieht in jeder Lebensepoche.

HAUEN UND STECHEN UNTER GÖTTERN: PLUTO IN DER MYTHOLOGIE

Im Olymp der griechischen Götterfamilie ging es immer sehr menschlich, aber auch sehr unmenschlich zu. Krieg und Gewalt, Entführungen und Intrigen waren praktizierte Verhaltensweisen, um Machtpositionen auszubauen oder ichsüchtige Bedürfnisse zu erfüllen. Menschen haben diese Parabeln gewählt, vielleicht, um sich und uns die Götter näherzubringen. Götter zum Anfassen …

Gleichzeitig steckt in dieser Götterhistorie mit ihren aufregenden Ereignissen, die weit über die menschliche Zeiterfassung zurück- und hinausreichen, ein tiefes Spüren oder auch intuitives Wissen um die Zusammenhänge des Lebens und darum, wie der Mensch in kosmische Abläufe eingebunden ist. Himmlische Mächte oder kosmische Autoritäten – je nach religiöser Ausrichtung oder Glaubenslehre – werden personalisiert bzw. vermenschlicht und erhalten dadurch ein Persönlichkeitsprofil, mit dessen Hilfe wir die wahrnehmbaren rhythmischen Steuerungen des Lebens bildhafter definieren können.

Pluto, der Herrscher der Unterwelt, versteckt sich nicht nur als Gott im Schattenreich, aus dem keine menschliche Seele wieder ans Licht des Lebens zurückfindet, sondern er tarnt auch seine Identität, indem er mehrere Namen gleichzeitig trägt: Hades, Aides, Aidoneus, Pluton, Eubuleus.

Die Namen sind mit Eigenschaften verbunden:

PLUTO

der Reiche, die Fülle, der Reichtum (ebenso Pluton)

HADES

der Unsichtbare (gleiche Bedeutung auch für Aides und Aidoneus)

EUBULEUS

der gute Ratgeber

Warum aber will er sich verstecken? Was hat er zu verbergen? Gott der Unterwelt zu sein, ist das überhaupt erstrebenswert? Schauen wir uns seine Geschichte an: Pluto (lat. Hades) ist ein Sohn von Kronos (lat. Saturn) und Rhea, der Erde. Er hatte noch zwei Brüder, Zeus (Jupiter) und Poseidon (Neptun). Im weiteren Verlauf dieses Stammbaums der Götterfamilie ist immer wieder auf symbolische Feinheiten zu achten. Wer spielt welche Rolle, und wie könnte er analog dazu den menschlichen Werdegang beeinflussen.

Kronos verschlang eines Tages seine Kinder. Zeus entkam diesem kannibalischen Akt als einziger, weil seine Mutter Rhea ihn versteckte und dem Vater stattdessen einen in ein Wickeltuch verpackten Stein überließ. Die Zeus-Geschichte bleibt wichtig, weil sie das Überleben von Pluto möglich gemacht hat. Zeus wurde von seiner Mutter nach Kreta gebracht und wuchs dort unter Ziegen auf. Als er stark genug war, zog er gegen den Vater in den Kampf und zwang ihn, seine Geschwister wieder herauszugeben. Die drei Brüder besiegten Kronos. Jeder hatte mit seiner Waffe einen besonderen Anteil daran: Pluto näherte sich mit der Tarnkappe, und Kronos konnte nicht bemerken, wie der Sohn ihm heimlich die Waffen wegnahm, Poseidon griff Kronos mit dem Dreizack an, und Zeus traf ihn mit dem Blitz.

Nachdem Kronos ausgeschaltet war, teilten die drei Brüder die Welt und den Kosmos unter sich in Herrschaftsbereiche auf: Zeus wurde der König des Götterstaates und stand den zwölf Göttern vor, die auf dem Olymp residierten. Als Inbegriff höchster geistiger und physischer Potenz wurde er zum Himmelsgott. Das Meer wurde Poseidon zugeteilt, und Pluto wurde Herrscher des Schatten- und Totenreiches. Dieser von den Menschen ungeliebte und gefürchtete Gott hat sein Reich nur selten verlassen – und wenn, dann wollte niemand etwas mit ihm zu tun haben. Deshalb zeigt er sich »oben« nur mit der Tarnkappe und nimmt sich rücksichtslos, was er haben will. Bei ihm gibt es kein Entkommen. Wen er im Visier hat, der ist ihm ausgeliefert, umso mehr, als man nicht erkennt, aus welcher Richtung er angreift. So raubte er auch Kore (Persephone) und zwang sie, seine Frau zu werden und mit ihm in der Unterwelt zu leben.

Welche Aussagekraft diese gleichnishaften Geschichten haben, hat Bernd A. Mertz in seinem Buch Liebe, Opfer und Magie2 deutlich gemacht: »Hades (Pluto) wirkt also im Innersten, und wenn er an die Oberfläche kommt, benutzt er auch noch häufig die Tarnkappe – ein Hinweis, wie schwer die plutonischen Kräfte, die in jedem Menschen leben, zu erkennen sind. Die Tarnkappe verhindert dabei nicht nur, dass andere diese Kraft durchschauen und analysieren, sondern auch, dass der Horoskopeigner seine Kräfte selbst klar zu erkennen vermag. Man durchblickt die eigene Tarnung dieser Kräfte nur mit großer Mühe.«

Übrigens, die Tarnkappe, die Pluto trägt, ist aus Hundehaut. Dies gibt einen Hinweis auf eine Verbindung von Mars und Pluto. Mars steht für die Kopfzone, und Pluto gilt als der Herrscher des Totenreiches. Die Tarnkappe schafft einen Bezug zum Hund, der den Zugang zum Totenreich bewacht. Er hat drei Köpfe. Kerberos hat aufzupassen, dass nur Gestorbene Einlass finden und keine Seele das Reich der Schatten wieder verlässt. Hiermit verbindet sich noch eine andere Interpretation, weil Pluto nicht nur der gefürchtete Totenherrscher ist, sondern auch der Besitzer und Regent aller Schätze, die tief in der Erde verborgen sind: Wasser, Erdöl, Feuer, Magma, Energie, Kohle, Mineralien und auch Edelmetalle. In der Tiefe der Erde sitzen zudem neue Lebensenergien. Die Wurzeln der Bäume holen sich ihre Kraft aus dem Boden, und aus der Erde keimen die Pflanzen, von denen der Mensch lebt.

Dieses Reich ist abgeschottet, nicht nur durch Kerberos, sondern auch durch den Strom Styx, der die Reiche der Lebenden und der Toten voneinander trennt. Jeder Verstorbene wird von Charon, dem Fährmann, hinübergerudert. Damit er dies tut, wird er mit einem Obulus für diesen letzten Dienst bezahlt. Dem Toten hat man deshalb eine Münze auf die Zunge gelegt.

Das Plutonische spielt sich in der Tiefe ab: Welche Schätze schlummern in der Erde, welche Gewalten brodeln darin, welche Gefahren tun sich explosiv auf? Pluto steht auch für das, was in der Tiefe der Seele des Menschen vorgeht – vor allem in der finalen Zeit unseres Lebens. Abgrundtiefe Ehrlichkeit wird zum Maßstab, nach dem unser »tätiges Leben«, wie Goethe es nennt, gemessen wird.

Das Plutonische teilt zu oder nimmt weg. Pluto steht auch für Macht und lebt sie aus – in der Oberwelt, auf der Erde. Und die Erde haben sich die neuen Götterherren als ihre gemeinsame Einflusssphäre freigehalten. Hier kann jeder beeinflussen, wo und wie er will.

In der Unterwelt der Erde oder im Unterbewusstsein des Menschen sitzt der tiefe Ernst des Lebens. Dies ist aber kein Untergangswissen, sondern die gebündelte Konzentration auf das Weiterführende. Denn die tief in der Erde und tief in uns angelegten Schätze, Potenziale und unerlösten Polaritäten drängen in die Oberwelt, ins Bewusstsein. Sie wollen sich aktivieren und sich im Sichtbaren erfüllen. Ja, sie wollen sich sichtbar machen. Sie wollen wirken, weil sie sind. In welcher Polqualität dies geschieht, beweist sich an unserer geistig-seelischen Fortentwicklung. Das ist die individuelle und kollektive Evolution, die Spirale von unten nach oben, aus dem Dunkel zum Licht, vom Gespaltenen ins heile Ganze.

Als Einzige hat es Persephone, die Frau von Pluto, geschafft, den Weg wieder zurück ins Licht, ins Leben zu finden. Und wie? Sie hat sich noch im Totenreich durch eine List ihrer Mutter Demeter, die sie wieder auf die Erde zurückholen wollte, in ein Bild von Adonis so sehr verliebt, dass sie den gefährlichen Weg nach oben auf sich nahm und auch wirklich auf die Erde zurückgefunden hat. So wurde die Göttin des Todes auch zur Göttin der Wiedergeburt.

Pluto und Persephone – aus der Macht des Ich in die Liebe zum Du: Ist das der Weg nach oben ins Licht? Wird daraus das heile Ganze? Lässt sich Evolution überhaupt erdenken? Nein. Aber sie lässt sich erahnen.

GEWALTIGE SONDERLINGE: URANUS, NEPTUN, PLUTO UND GROSSE HISTORISCHE WENDEN