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Das Werk hebt das Thema Berührung vom Unbewußten ins Bewußte. Es beschreibt auf der Basis eines gewissen Grundwissens über die Haut, die Sinneszellen und Nerven, das Gehirn, die Wahrnehmung und insbesondere die Hand, ein potentielles Berührungsgeschehen, hinter dem das Konzept DO UT DES steht, nämlich: Ich berühre dich wie du mich. Allerdings geht es nicht um die gleiche Gegenleistung sondern mehr um das innere Gleichgewicht, um den beidseitig anerkannten Berührungskompromiss. So gesehen ist es im weitesten Sinne ein Lösungsvorschlag zu dem Thema: wie findet man einen haltbaren Kompromiss.
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Seitenzahl: 91
Veröffentlichungsjahr: 2014
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H.G.V. Orion
Do ut des
Glück durch Berührung
Dieses eBook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
1 Die Idee
1.1 Berührung im Alltag
1.2 Berührung und Glück
1.3 Was Berührung alles kann
2 Das Prinzip von do ut des
3 Berührungstypen und - antitypen
4 Grundlagen der Berührung und Folgerungen
4.1 Die Haut
4.2 Die Nervenbahnen
4.3 Das Gehirn
4.4 Die Wahrnehmung
4.5 Das Fühlen
4.6 Die Hand
5. Abgrenzungen
5.1 Massage
5.2 Die manuelle Therapie
5.3 Esoterik
5.4 Abgrenzung zur sexuellen Berührung
6. Die bewußte, systematische Berührung
6.1 Das Steuerungsprinzip
6.2 Die Berührungssituation
6.3 Der Aktivpartner,die Aktivpartnerin
6.4 Der Passivpartner,die Passivpartnerin
7 Die Körperzonen und deren Berührungsempfindlichkeit
7.1 Kopf und Hals
7.2 Vorderseite des Oberkörpers, Lenden und Bauch
7.3 Rücken und Popo
7.4 Arm und Hand außen
7.5 Arm und Hand innen
7.6 Die Beine vorne und hinten
7.7 Die Füße
8 Berührungsmittel
9 Der Faktor Zeit
10 Selbstberührung – Partner - Gruppe - Kinder
11 Do ut des für alle Menschen
12. Meine Vision
Impressum
Vorwort
Die vorgelegte Schrift ist der Versuch das Thema Berührung aus dem Unbewußten ins Bewußte zu heben. Natürlich berühren wir uns zum Beispiel beim Liebesspiel bewußt mit dem Ziel der schließlichen Erfüllung im Orgasmus. Aber die hier vorgelegte Idee meint etwas anderes. Hier steht die Berührung als solche im Mittelpunkt.
Es ist ein Spiel, das die Menschen miteinander spielen im vollen Bewußtsein einander etwas gutes zu tun, dem anderen ein kleines Glück zu verschaffen. Dazu braucht der Mitspieler weder eine Unterlage noch Karten oder Würfel. Nur die Anleitung sollte man lesen, um den Sinn des Ganzen zu verstehen, der lautet: mit ein bischen Einsatz kann ich den anderen glücklich machen.
So gesehen ist do ut des auch eine Anleitung zum Frieden. Wer nämlich die Regeln verinnerlicht und wahrhaftig anwendet, der hat damit auch gelernt mit seinem Gegenüber ausgeglichen umzugehen, mit seinem Partner den Frieden zu wahren.
Dabei geht es nicht um eine Harmonie um jeden Preis sondern um eine feine Austarierung der inneren Ausgeglichenheit.
1 Die Idee
1.1 Berührung im Alltag
Der Große Duden schreibt unter dem Begriff „Berührung“ ganz lapidar : berühren, Berührungslinie, Berührungspunkt. Mehr als eine mathematische Sichtweise gibt dieses schlichte Wort "Berührung" scheinbar gar nicht her. Und doch ist das Thema Berührung aus unserem Leben überhaupt nicht wegzudenken.
Zitat aus den Nürnberger Nachrichten vom 8. Oktober 2005, Margit Mertens :
„Der Berührungssinn ist von elementarer Bedeutung für die Planung, Steuerung und Ausführung alltäglicher Handlungen. Er ist die Basis jeder Bewegung und Grundlage unseres emotionalen und körperlichen Wohlergehens. …Auch wenn er uns oft nicht bewusst wird : Ohne einen gut funktionierenden Tastsinn wäre das Verrichten einfachster Tätigkeiten ein Problem, das Austauschen von Zärtlichkeiten überflüssig und sexuelle Lust kaum denkbar. Dieser feinste unserer Sinne empfindet Gewichtsunterschiede von wenigen tausendstel Gramm. So spürt er beispielsweise, ob ein Gewicht einen Druck von 0,106 Gramm oder nur einen Druck von 0,101 Gramm ausübt…. Ohne dieses Talent ginge vieles zu Bruch….
Der Berührungssinn ist nicht nur evolutionsbiologisch ein sehr alter Sinn, er entwickelt sich auch beim menschlichen Embryo als erster.Er beginnt beim Ungeborenen schon in der achten Woche zu wirken; 2,5 Zentimeter ist der Mensch dann groß. Riechen, Hören und Schmecken kann er erst im letzten Drittel der Schwangerschaft, die Augen öffnet er erst nach der Geburt. Über den Tastsinn erfährt der Mensch zuerst etwas übers ich selbst, sein Körper-Ich, und spürt, dass er nicht allein auf der Welt ist.“
Margit Mertens zitiert wiederum Charlotte Royen von der Creighton Universität in Omaha :
„Berührung ist unsere erste Sprache. Sie ist das erste funktionsfähige System im Uterus, über sie machen wir unsere ersten Erfahrungen in dieser Welt… mit Hilfe von Berührungen werden wir ernährt und beruhigt; über Berührungen entstehen unsere ersten emotionalen Bindungen.“
Und weiter mit Margit Mertens :
„Hautkontakt ist einer der ursprünglichsten Kommunikations – und Kontaktwege von Tieren und Menschen. Berührung ist die direkteste Verbindung zwischen zwei Menschen….
Auch bei Erwachsenen stärken Streicheleinheiten Abwehrkräfte und emotionales Gleich-gewicht… Sanfte Berührungen lassen die körpereigenen Glückshormone in die Höhe schießen und senken das Stresshormon Kortisol im Blut, das bei Diabetes, Bluthochdruck und Krankheiten des Immunsystems sowie bei Depressionen eine Rolle spielt….
Die rund zwei Quadratmeter große und etwa zehn Kilo schwere Körperhülle eines Erwachsenen ist …mit bis 20 Millionen Sinneszellen der Haut…. sein größtes Organ. Dennoch weiß die Wissenschaft über den Berührungssinn noch wenig.
Bisher kennt man neun verschiedene Sinneszellen in Haut, Muskeln, Sehnen und Gelenken, die jeweils für den Empfang unterschiedlicher Reize zuständig sind. Diese Sensoren sind ungleichmäßig auf den Körper verteilt. Am intensivsten fühlt der Mensch mit Fingerkuppe, Handteller, Lippen, Zunge und erogenen Zonen. Während der Abstand zwischen den Reizmeldern am Rücken mehrere Zentimeter betragen kann, befinden sich auf einer Fingerkuppe rund 2000 Tastkörperchen. Das ermöglicht es dort Druckpunkte zu unterscheiden, die nur drei Millimeter auseinander liegen. Damit spürt man einzelne Haare im Nacken, über die…..jemand anderer…. streichelt. Dafür verantwortlich ist das Nervensystem der so genannten taktilen C-Fasern. Dieses spezielle Nervengeflecht reagiert sehr träge und leitet die Signale zarter Streicheleinheiten langsam mit etwa einem Meter pro Sekunde ins Gehirn.. Die C-Fasern sind für die angenehmen Aspekte von Berührung verantwortlich „ zitiert Margit Mertens wiederum den Forscher Olausson, der deswegen zu langsamen Zärtlichkeiten rät.
Soweit Margit Mertens.
Unser Alltag ist durchaus berührungsintensiv
Im Alltag denken wir weiter nicht über Berührung nach.Man kann sich dies gut am Tages-ablauf eines Menschen klarmachen.Damit erkennen wir auch erste Abgrenzungen zu "do ut des ".
Am frühen Morgen im Bett berührt man mit dem Körper die weiche Unterlage des Lakens. Oder wenn man zwei Stunden vor dem Aufstehen zur Toilette geht, dann schlüpft man nachher umso lieber nochmals unter die Decke. Man spürt Wärme und Geborgenheit.Diese Dinge des Alltags rubriziert man nicht unter den Begriff Berührung; man fühlt einfach Wärme oder spürt Geborgenheit. Das Bett hat man sich schon „berührungsfreundlich“ gestaltet, klar, nur Fakire können auf Nägeln liegen. Beim Kauf der Bettwäsche hat man durchaus eine Berührungsvorstellung von einem wärmenden oder einem kühlenden Laken je nach Jahres-zeit.
Mit dem Aufstehen berührt man nach einigen Schlafstunden wieder den Boden. Der Kreislauf schwankt und muss sich erst festigen. Ab diesem Zeitüunkt sind die Füße der berührungsintensivste Körperteil den ganzen Tag hindurch. Das merken wir meistens erst, wenn sie uns weh tun. Eine gute Fußmassage kann da ein Berührungshöhepunkt sein.
Der Waschvorgang, das Zähneputzen , Duschen usw werden natürlich, obwohl sehr berührungsintensiv, nicht als Berührung empfunden. Berührungen dieser Art dienen der Hygiene. Man hat einen bestimmten Zweck oder ein Ziel im Kopf wie Sauberkeit oder Erhalt der Zähne.Auch diese Art von Berührung ist für do ut des nicht relevant.
Etwas näher kommt man dem Berührungsgedanken von do ut des beim Abschied von den Kindernoder vom Partner. Dieser erste ,wenn auch vielleicht nur flüchtige Kuß am Morgen kann durchaus als Sinnbild für das dienen, was do ut des meint : die bewußte Berührung zwischen zwei Menschen, die gezielt dem anderen ein Zeichen gibt, ich liebe Dich, ich denke an Dich, ich nehme Deine Berührung mit auf die Arbeit. Man registriert ,wenn vielleicht auch nur flüchtig, ein bischen Wärme, Weichheit, Zuneigung, Zärtlichkeit. Man ist angenehm berührt. Aber auch dieses Geschehen ordnen wir nicht ein unter das Thema Berührung; es geschieht eher flüchtig und nebenbei.Manchmal ist es auch einfach ein Ritual.
Danach im Büro sackt die Berührung wieder voll unter die Bewußtseinslinie.Der Händedruck für den Chef, die Umarmung eines Geschäftspartners, das Schulterklopfen eines Mitarbeiters, all dies sind zwar Berührungen, aber eher Rituale, die zum Geschäftsleben gehören. Man ordnet sie ein unter Sitte und Anstand.
Tendenziell neigen wir in der Geschäftswelt eher zum Abstand, zum Nichtberühren. Erst nach der Rückkehr in die eigenen vier Wände bekommt die Berührung, wie sie do ut des meint, wieder eine Chance.
Berührung und Gesundheit
Stark geprägt ist unser Berührungsverhalten auch von gesundheitlichen Fragen : Stecke ich mich vielleicht an, wenn ich eine andere Hand berühre? Werde ich krank, wenn ich aus einem Bierkrug trinke, den schon viele andere benutzt haben ? Hat dieser Mensch eine Krankheit, die mich ansteckt, wenn ich ihn berühre?
Bestimmt haben Sie schon oft erlebt, wie ein Kollege ihr Zimmer betritt mit dem Satz :“Heute gibt's keine Hand. Ich habe eine schwere Erkältung.“ Und wieder andere Zeitgenossen nießen mit voller Kraft über den Essenstisch.Da mag man das Essen nicht mehr anrühren.
Gesundheitliche Überlegungen dieser Art erzeugen demnach eher Berührungsangst.
1.2 Berührung und Glück
Was ist Glück?
http://www.gluecksarchiv.de/inhalt/begriff_glueck.htm
Bitte informieren Sie sich im Glücksarchiv über den Begriff Glück.
Glück ist einerseits das Ziel allen menschlichen Strebens und Sehnens, andererseits ist es aber auch der Zufall, das Geschick, das diesem Streben den Inhalt gibt. Wer also von Glück spricht oder an das Glücklichsein denkt ,sollte immer auch diese Zweideutigkeit vor Augen haben.
Leider machen wir Menschen nur allzu oft die Erfahrung, dass man das Glück nicht erzwingen kann. Deswegen kamen Religionen schon früh auf die Idee, das Glück ins Jenseits zu verlegen.
Mir scheint die Auffassung von Freud oder Nietzsche am brauchbarsten, die das Glück in einen subjektiven, durchaus gebrechlichen Zustand des Gefühls verlegen.
Glück ist also ein Gefühlszustand genauso wie Zufriedenheit oder Wohlbefinden.Dass dieser Zustand äußerst zerbrechlich ist, erfahren wir oft stündlich.
Auch die Berührung verschafft uns ein kleines Glücksgefühl.
Das Glück hat viele Gesichter
Wir alle wissen es nur allzu gut: das Glück begegnet uns in vielen Gesichtern und Variationen. Für manche bedeutet es das größte Glück, wenn sie heute noch eine Million im Lotto gewinnen würden und andere sind schon glücklich, wenn man ihnen ein gutes Wort schenkt.
Dem großen Glück sollte man nicht nachjagen; zumindest sollte man in diese Jagd nicht zuviel investieren. Man muss es ja sowieso dem Zufall überlassen.
Nicht zu vergessen die unübersehbar große Zahl derjenigen, die Glücksversprechen abgeben ohne sie halten zu können, ja die mit denen von ihnen angebotenen Glückswegen andere sogar in den Abgrund reißen. Man denke nur an den Drogenbereich, wo solche Zusammenhänge in grausamer Weise sichtbar werden. Das Prinzip solcher Glücksmachenschaften ist, dass sich eine Seite auf Kosten der anderen rücksichtslos bereichert. All das ist abzulehnen.
Das Glück des einen darf niemals das Unglück des anderen sein !
Do ut des ist ein Glücksbringer
Do ut des verkörpert das kleine Glück, das man sich mit ein klein bischen Anstrengung jederzeit selbst schaffen kann. Viele Menschen scheinen diese Möglichkeit heute zu vergessen; sie sind unzufrieden, hetzen durch ihre kostbare Zeit, suchen ziellos, sind immer auf der Jagd nach Events und bleiben doch irgendwie unglücklich.
Gehen Sie mit mir den Weg zum kleinen Glück durch Berührung.
1.3 Was Berührung alles kann
Berührung verschafft Genuss
Wir alle wollen unser äußerst kurzes Leben nach Möglichkeit genießen. Deswegen also an dieser Stelle ein paar Worte zum Thema "Genuss" .
