Dr. Karsten Fabian - Folge 154 - Ulrike Larsen - E-Book

Dr. Karsten Fabian - Folge 154 E-Book

Ulrike Larsen

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Beschreibung

Die Landarztfrau Florentine Fabian hat einen Verehrer! Lachend hat sie ihrem Mann von der Masche des Fremden erzählt. Angeblich sieht sie seiner ersten, bis heute unvergessenen Liebe zum Verwechseln ähnlich.

Anfangs hat sich Dr. Fabian noch darüber amüsiert. Doch inzwischen macht er sich Sorgen um seine Frau. Denn dieser Mann stellt Florentine plötzlich überall nach. Keinen Schritt kann sie mehr unbeobachtet tun. Was ist, wenn er eines Tages durchdreht?

Und dann wird es noch mysteriöser. Nach einem Hilferuf aus dem Nachbardorf steht Dr. Fabian vor einer Frau, die wirklich wie ein Abbild von Florentine ist ...

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Seitenzahl: 102

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

Cover

Impressum

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens

Meine Prinzessin aus der Heide

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln

Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: shutterstock / Goodluz

Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-2642-0

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens:

Dr. Karsten Fabian – Arzt mit Leib und Seele, ehemals Chirurg im Elbe-Krankenhaus.

Florentine Fabian – geborene Fiedler, seine immer vergnügte, bildhübsche Frau.

Svenja, Tim und Jan – die aufgeweckten Kinder der Fabians, die von allen verwöhnt werden.

Dr. Albrecht Heideck – der ältere der beiden Landärzte, wohnt und praktiziert mit seinem jungen Kollegen in der Löwenvilla. Er ist Witwer.

Johannes Bruhns – Imker, Heidschnuckenzüchter und bester Freund von Dr. Heideck. Er kennt sich in der Naturheilkunde bestens aus.

Gerlinde Semmelweiß – Haushälterin in der Löwenvilla, abergläubisch und immer auf dem Laufenden, was Neuigkeiten im Dorf betrifft.

Schwester Bernhardine – unentbehrliche Helferin von Dr. Fabian und Dr. Heideck.

Helene Fromm

Meine Prinzessin aus der Heide

Amüsanter Roman um die Doppelgängerin der Landarztfrau

Von Ulrike Larsen

Die Landarztfrau Florentine Fabian hat einen Verehrer! Lachend hat sie ihrem Mann von der Masche des Fremden erzählt. Angeblich sieht sie seiner ersten, bis heute unvergessenen Liebe zum Verwechseln ähnlich.

Anfangs hat sich Dr. Fabian noch darüber amüsiert. Doch inzwischen macht er sich Sorgen um seine Frau. Denn dieser Mann stellt Florentine plötzlich überall nach. Keinen Schritt kann sie mehr unbeobachtet tun. Was ist, wenn er eines Tages durchdreht?

Und dann wird es noch mysteriöser. Nach einem Hilferuf aus dem Nachbardorf steht Dr. Fabian vor einer Frau, die wirklich wie ein Abbild von Florentine ist …

Das Haus der Familie Drewen gehörte zu den schönsten des Heidedorfes Altenhagen. Es stand unter Denkmalschutz, und so hatte der inzwischen verstorbene Rektor Otto Drewen Jahrzehnte lang daran gearbeitet und es in liebevoller Kleinarbeit restauriert.

Dr. Karsten Fabian war in den Abendstunden zu den Drewens gerufen worden. Er betreute Gertrud Drewen seit dem Tod ihres Mannes. Sie litt schon seit Jahren an einer Herzschwäche, die sie geschickt für allerlei Zwecke einsetzte.

Neben dem imposanten Wohnhaus erhob sich die alte Scheune. Auch sie war liebevoll restauriert, und über dem großen, in sattem Grün gehaltenen Tor zog sich ein breiter beschrifteter Balken.

In verschnörkelten Buchstaben war dort oben zu lesen: Was das Feuer brannte nieder, gab uns Gottes Hilfe wieder. A.D. 1795.

Alte Linden, die schon ein paar hundert Jahre alt sein mussten, bildeten eine kleine Allee, die auf das Wohnhaus zuführte. Dr. Fabian wusste, dass den Drewens für dieses Anwesen schon viel Geld geboten worden war, doch mit dem alten Rektor war darüber nicht zu reden gewesen.

»Sie können sich wohl auch nicht sattsehen, Doktor Fabian?«, fragte eine angenehm dunkle Frauenstimme hinter ihm.

Der Landarzt drehte sich um und lächelte, als er sich Monika Drewen gegenübersah. Sie war eine aparte Erscheinung. Die hellbraunen Locken glänzten in den letzten Sonnenstrahlen, die sanften braunen Augen leuchteten.

Es gab wohl niemanden in Altenhagen, der sich nicht darüber wunderte, dass Monika immer noch zu haben war. Sie war schon zweiunddreißig, hübsch und gut gewachsen, und dazu kam, dass sie nicht unvermögend war.

»Ja, Monika.« Karsten seufzte. »Ich bin mit meiner Löwenvilla zwar sehr zufrieden, doch wenn man das hier sieht, wird einem das Herz weit.«

»Ja, Papas Lebenswerk«, stimmte sie zu und sah sich um. »Ich sehe das alles ja täglich – trotzdem bin ich immer noch in unser Haus verliebt.«

»Und deiner Mutter geht’s wieder schlecht?«, fragte er.

Sie sahen sich an und wussten, dass sie beide ähnlich dachten. Mindestens zweimal im Monat wurde Dr. Fabian zu den Drewens gerufen, und jedes Mal erweckte Gertrud den Eindruck, als habe ihr letztes Stündlein geschlagen, was sich aber, wenn der Landarzt an ihrem Bett saß, schlagartig ändern konnte.

»Das Übliche, Doktor«, antwortete Monika und sah zum Haus hinüber.

Vor den blanken Fenstern blühten pinke Geranien, ebenso am Rand des alten Brunnens. Rechts und links der alten Haustür erhoben sich zwei Rhododendren, die schon mehr als fünfzig Jahre alt sein mussten und die der alte Rektor durch geschickten Schnitt in Baumform gebracht hatte.

»Ihre Mutter ist zwar erst fünfundsechzig«, begann der Landarzt vorsichtig, »aber ich bin der Ansicht, dass sie in einem Seniorenwohnheim besser aufgehoben wäre.«

»Ich auch«, entgegnete Monika düster. »Doch jedes Mal, wenn ich dieses Thema anschneide, bekommt sie einen Weinkrampf und behauptet, ich wollte sie abschieben.«

Dr. Fabian schwieg und ging neben Monika zum Wohnhaus hinüber. Schon oft hatte er sich gefragt, was wohl aus Gertrud wurde, wenn Monika einmal dem Mann fürs Leben begegnete.

Ihre Hand lag schon auf der Türklinke, traurig sah Monika den Arzt an.

»Ich verdanke meinen Eltern alles, Doktor Fabian. Ich glaube, ich würde es nicht übers Herz bringen, Mama in einem Seniorenheim unterzubringen. Sie ist doch hier zu Hause.«

Dr. Fabian nickte nur. Auch er wusste keine Lösung, die alle zufriedenstellte. Er könnte nur an Gertruds Vernunft appellieren, doch nicht heute, nicht wenn sie wieder eine ihrer berühmt-berüchtigten Herzattacken hatte.

»Lassen Sie uns hineingehen«, schlug er resigniert vor.

***

Längst hatte Gertrud Drewen ihr Schlafzimmer ins Erdgeschoss verlegt, da ihr das Treppensteigen zu viel Mühe bereitete. Außerdem hatte Monika sich in der oberen Etage eine hübsche Wohnung eingerichtet.

Gertrud belegte die linke Hälfte des Ehebetts. Sie lag nicht, sie saß, denn mindestens drei dicke Kissen steckten hinter ihrem Rücken. So bekäme sie – wenn das Herz wieder einmal verrückt spielte – besser Luft, behauptete Gertrud.

Das rundwangige Gesicht der Mittsechzigerin zeigte einen rosigen Schimmer, die silbernen Löckchen waren ordentlich frisiert, die Augen glänzten.

Dr. Fabian runzelte die Stirn, als er sich einen Stuhl neben ihr Bett zog, die schwarze Ledertasche aufklappte und das Stethoskop herausnahm.

Für seine Patienten nahm der Landarzt sich immer Zeit – wenn es sein musste, auch mitten in der Nacht. Doch bei Gertrud Drewen hatte er so seine Zweifel. Sicher, sie hatte ein schwaches Herz, doch wenn er sie jetzt da im Bett sitzen sah, mit rosigen Wangen und einem Lächeln auf den Lippen, fragte er sich, wozu er überhaupt hier war.

Er kontrollierte zunächst den Puls, der wie gewöhnlich kleine Unregelmäßigkeiten aufwies. Dann griff er zum Stethoskop.

»Igitt, ist das kalt!«, beschwerte sich Gertrud Drewen, als er den runden Metallkörper des Abhörgerätes über ihrer linken Brust ansetzte.

»Frau Drewen, seien Sie bitte still, ich höre sonst nichts«, mahnte er, konnte ein Schmunzeln jedoch nicht unterdrücken. »Hm … atmen Sie mal tief ein«, forderte er sie auf. »Ja, so ist es gut. Und jetzt die Luft anhalten.« Er versetzte das Stethoskop um ein paar Zentimeter. »Und jetzt wieder ausatmen.«

Er nahm die Stöpsel aus den Ohren und betrachtete Frau Drewen nachdenklich.

»Was ist denn? Warum sehen Sie mich denn so an?«, fragte sie ängstlich. »Ist es jetzt so weit? Muss ich bald abtreten?«

»Unsinn, Frau Drewen, wenn Sie Ihre Tabletten regelmäßig nehmen, werden Sie noch hundert Jahre alt.«

»Um Gottes willen, tun Sie mir das nicht an!«, jammerte sie und schlug die Hände zusammen. »Hundert Jahre, das ist ja eine Strafe!«

»Sagen Sie mal, Frau Drewen, haben Sie auch regelmäßig Ihre Tabletten genommen?«, fragte er und drohte ihr scherzend mit dem Zeigefinger. »Wissen Sie, manchmal habe ich den Verdacht, dass Ihnen Ihr Kaffeekränzchen oder Ihr Bridgenachmittag wichtiger als alles andere sind.«

»Ach, Doktor Fabian, das ist doch alles, was ich noch vom Leben habe«, jammerte sie. »Vielleicht können Sie mir ja ein paar stärkere Tabletten verschreiben?«

»Leider nicht, die vertragen Sie nicht, und sie sind auch vollkommen ausreichend, wenn Sie sie genau nach Anweisung einnehmen.« Er ließ das Stethoskop in der Tasche verschwinden und griff zum Rezeptblock. Während er schrieb, fragte er: »Mal ehrlich, Frau Drewen, haben Sie sie heute pünktlich genommen?«

»Nur morgens ein bisschen später, aber nur, weil ich verschlafen habe«, gestand sie und legte die Hände aneinander. »Bitte, Doktor Fabian, können Sie mir noch einmal verzeihen?«

»Habe ich eine andere Wahl?«, erwiderte Karsten Fabian und lachte schon wieder. »So, und jetzt legen Sie sich zurück und ruhen sich aus. Die kleine Attacke ist schon längst wieder vorbei, Sie brauchen keine Angst mehr zu haben.«

Wenig später begleitete Monika ihn vors Haus.

»Ich bewundere Ihre Geduld, Doktor«, sagte sie.

»Nun ja, ich habe eine Schwäche für ältere Menschen, das ist alles«, wehrte er bescheiden ab. »Wissen Sie, Ihre Mutter ist einfach zu viel allein. Ein Seniorenheim wäre wirklich das Beste für sie. Aber ich glaube, das ist Utopie, nicht wahr?«

»Ich bin den ganzen Tag außer Haus, aber die Abende verbringe ich fast immer mit Mama«, sagte sie, und es klang fast wie eine Entschuldigung. »Mehr kann ich wirklich nicht für sie tun, Doktor Fabian.«

»Das weiß ich doch, Monika.« Er klopfte ihr leicht auf die Schulter, um sie zu beruhigen. »Sie tun schon mehr, als nötig ist. Geht es in diesem Jahr wieder in den Schwarzwald?«

»Ja, Mutter blüht dort richtig auf. Die Luft scheint ihr tatsächlich gut zu bekommen.«

»Ihnen auch?«, hakte er nach.

Sie hatten seinen Wagen erreicht, doch Dr. Fabian hatte es nicht besonders eilig. Schon oft hatte er mit Monika reden wollen, doch jedes Mal war er in Eile gewesen.

»Sie fragen so seltsam, Doktor.«

»Nun ja, von meinen Patientinnen weiß ich, welche Reiseziele bevorzugt werden.«

Er zögerte. Sollte er sich wirklich in diese Mutter-Tochter-Idylle einmischen? Sicher, Monika war alt genug, Entscheidungen zu treffen, doch sie war ein rücksichtsvoller, sensibler Mensch, und das wusste ihre Mutter auszunutzen.

»Ich höre immer nur Karibik oder Mexiko. Auch Trips in die Anden zu den alten Inkastätten sind beliebt. Jedenfalls warm muss es sein, und das kann man von Deutschland ja nicht immer behaupten.«

Es war ihm nicht entgangen, wie Monikas Augen bei der Aufzählung beliebter Reiseziele aufgeleuchtet hatten.

»Ach, Doktor, ich wäre auch schon mit dem Mittelmeerraum zufrieden«, antwortete sie leise und sah schuldbewusst zum Haus hinüber. »Aber Mutter verträgt das Klima dort nicht.« Vage lächelnd hob sie die Schultern an. »Also bleiben wir beim Schwarzwald.«

Er öffnete die Wagentür, und schon halb im Auto sagte er: »Es geht mich zwar nichts an, Monika, aber Sie sollten auch mal an sich denken. Ihre Mutter könnte auch mal mit einer ihrer Freundinnen in den Urlaub fahren. Denken Sie darüber nach.«

Er hob grüßend die Hand, bevor er den Wagen wendete und wegfuhr.

Bitter lächelnd sah Monika ihm nach.

»Sie haben gut reden, Doktor«, sagte sie resigniert. »Es ist doch ganz egal, wie ich es drehe oder wende, ich werde mich immer verpflichtet fühlen. Mutter ist krank, und sie braucht mich.«

Sie presste die Lippen fest zusammen, als sie zum Haus hinübersah. Es war an der Zeit, das Abendbrot zu richten. Flüchtig dachte Monika an ihre Kollegin Karin, mit der sie heute Abend ins Kino gehen wollte.

Daran war jetzt natürlich nicht mehr zu denken, und Monika richtete sich auf einen Abend am Bett ihrer Mutter ein, die sie nach einer Herzattacke immer besonders brauchte.

***

Gerlinde Semmelweiß bekam runde Augen, als Florentine Fabian die Löwenvilla verließ, und ein abgrundtiefer Seufzer entschlüpfte der Haushälterin, die sportliche Eleganz liebte, aber nicht die Figur hatte, um sich ausleben zu können.

»Florentine, wenn ich nicht wüsste, dass du glücklich verheiratet bist, würde ich sagen, du gehst auf Männerfang«, kommentierte Gerlinde respektlos und betrachtete die Frau des Landarztes vom Scheitel bis zur Sohle. »Wann hast du dir das denn zugelegt? Das kenne ich ja noch gar nicht an dir.«

Florentine lachte. »Ja, du siehst mich meistens nur in Jeans und T-Shirt«, behauptete sie und drehte sich im Kreis. »Das habe ich vor ein paar Tagen in Hamburg gekauft. Ich konnte einfach nicht widerstehen.«

»Meinst du, ich könnte auch so was tragen?«, fragte die Haushälterin unsicher.

Florentine sah hinreißend aus, und Gerlinde konnte es nicht lassen, die Stoffqualität zu prüfen.

»Crêpe de Chine«, sagte sie anerkennend und schob die Unterlippe leicht vor. »Das muss ja ein kleines Vermögen gekostet haben.«

»Der Meinung wird Karsten auch sein, denn ich habe mit seiner Kreditkarte bezahlt«, antwortete Florentine und lachte amüsiert. »Aber jetzt halt mich nicht länger auf, denn ich möchte diesen herrlichen Nachmittag genießen. Wenn jemand nach mir fragt: Ich bin zum Brillensee unterwegs. Vielleicht treffe ich die Zwillinge dort noch an.«

Die Haushälterin wurde fast ein wenig neidisch, als sie der gertenschlanken Florentine nachsah, die heute ganz in Apricot gekleidet war.