Dr. Karsten Fabian - Folge 157 - Ulrike Larsen - E-Book

Dr. Karsten Fabian - Folge 157 E-Book

Ulrike Larsen

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Beschreibung

Meike Reeder und Roman Thorau sind seit Langem ein Paar, und alle im Dorf rechnen damit, dass in Kürze Hochzeit gefeiert wird. Die beiden passen gut zueinander, und Meike glaubt, sich immer auf Roman verlassen zu können - bis die attraktive Janina in Altenhagen auftaucht und dem jungen Heidebauern den Kopf verdreht.

Tief verletzt zieht sich die scheue Meike zurück, als Roman offiziell die Verlobung löst und mit Janina ein neues Leben beginnen will.

Als jedoch Romans Vater einen Schlaganfall erleidet und von einem Tag auf den anderen zum Pflegefall wird, zeigt sich Janinas wahres Gesicht ...

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Seitenzahl: 102

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

Cover

Impressum

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens

Kein Mitleid mit dem Herzensbrecher!

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln

Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: shutterstock / conrado

Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-2837-0

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens:

Dr. Karsten Fabian – Arzt mit Leib und Seele, ehemals Chirurg im Elbe-Krankenhaus.

Florentine Fabian – geborene Fiedler, seine immer vergnügte, bildhübsche Frau.

Svenja, Tim und Jan – die aufgeweckten Kinder der Fabians, die von allen verwöhnt werden.

Dr. Albrecht Heideck – der ältere der beiden Landärzte, wohnt und praktiziert mit seinem jungen Kollegen in der Löwenvilla. Er ist Witwer.

Johannes Bruhns – Imker, Heidschnuckenzüchter und bester Freund von Dr. Heideck. Er kennt sich in der Naturheilkunde bestens aus.

Gerlinde Semmelweiß – Haushälterin in der Löwenvilla, abergläubisch und immer auf dem Laufenden, was Neuigkeiten im Dorf betrifft.

Schwester Bernhardine – unentbehrliche Helferin von Dr. Fabian und Dr. Heideck.

Helene Fromm

Kein Mitleid mit dem Herzensbrecher!

Turbulenter Roman aus dem schönen Heidedorf Altenhagen

Von Ulrike Larsen

Meike Reeder und Roman Thorau sind seit Langem ein Paar, und alle im Dorf rechnen damit, dass in Kürze Hochzeit gefeiert wird. Die beiden passen gut zueinander, und Meike glaubt, sich immer auf Roman verlassen zu können – bis die attraktive Janina in Altenhagen auftaucht und dem jungen Heidebauern den Kopf verdreht.

Tief verletzt zieht sich die scheue Meike zurück, als Roman offiziell die Verlobung löst und mit Janina ein neues Leben beginnen will.

Als jedoch Romans Vater einen Schlaganfall erleidet und von einem Tag auf den anderen zum Pflegefall wird, zeigt sich Janinas wahres Gesicht …

Einen so harten und frühen Wintereinbruch hatte selbst Heidschnuckenzüchter Johannes Bruhns, auf dessen Prognosen man sich im Allgemeinen verlassen konnte, nicht erwartet. Schon Mitte November hatte Väterchen Frost an die Tür geklopft und die Natur in seine eiskalten Arme gezwungen.

Menschen und Tiere litten unter dieser Kälte, und im Wartezimmer in der Löwenvilla war kaum ein freier Stuhl zu finden.

Nur einem konnte der Winter nicht rau genug sein: Ole Thorau, der mit Schlittenfahrten durch die Heide ein hübsches Sümmchen verdiente. So manch einer bewunderte den Mittsiebziger, der wie eine alte knorrige Eiche wirkte, der Wind und Wetter nichts anhaben konnten.

Roman Thorau, Oles einziger Sohn, der während der warmen Jahreszeit als Bademeister in einem Seebad arbeitete, verbrachte die Winter gern zu Hause auf dem elterlichen Hof, ging seinem Vater zur Hand und übernahm ebenfalls Schlittenfahrten, denn selbst im Winter gab es in dem idyllischen Heidedorf Touristen.

Seit Ende November war es milder geworden, und eine weiße Decke hatte sich übers Land gelegt. Sechzig Zentimeter Schnee machten so manchem Autofahrer zu schaffen, für die Kinder aber war die weiße Pracht das reinste Vergnügen.

Bürgermeister Fiedler war auch nicht untätig gewesen. Er hatte rund um den Brillensee Loipen anlegen lassen, und die Urlauber wussten dies zu schätzen.

Ole Thorau war zeit seines Lebens ein Frühaufsteher gewesen, was er von seinem Sohn Roman nicht behaupten konnte, und auch heute, als Ole ihn weckte, bedurfte es einiger Anstrengungen, Roman aus dem Bett zu bekommen.

Als der Sohn des Hauses endlich in die riesige Küche kam, die fast das ganze Erdgeschoss des Wohnhauses beanspruchte, verbreitete der Kachelofen, den Ole mit armdicken Buchenknüppeln gefüttert hatte, bereits eine angenehme Wärme.

In der Küche hatte sich in den letzten hundert Jahren kaum etwas verändert, wenn man von den Errungenschaften der Technik absah, und so manchem Sammler würde das Herz höherschlagen, sähe er die herrlichen alten Möbelstücke.

Für die hatte Roman kaum einen Blick. Er brauchte erst einmal zwei Tassen Kaffee, um die Lebensgeister zu aktivieren.

»Nimmst du heute die Lotte?«, fragte Ole, als er die Kaffeekanne auf den Tisch stellte und sich zu seinem Sohn setzte.

»Wie du willst«, erwiderte Roman mürrisch, griff zum Brot, bestrich es dick mit Butter und legte Katenrauchschinken darauf, den die Thoraus noch selbst herstellten.

Ole warf seinem Sohn einen kurzen Blick zu und seufzte. Er hatte das Gefühl, seiner jüngeren Ausgabe gegenüberzusitzen, und er fragte sich, wann Roman sich endlich dazu durchrang, die hübsche Meike zu heiraten.

Ja, das war ein Mädel nach Oles Geschmack: schlank wie eine Birke und hübsch wie das Land zur Heideblüte. Und fleißig ist sie auch noch, fügte Ole in Gedanken hinzu.

»Ich schlage vor, du nimmst heute die Route an den Ferienhäusern entlang, und ich kutschiere durchs Dorf«, fuhr Ole fort.

Roman, der nun schon die zweite Tasse Kaffee getrunken hatte und sich einigermaßen gesättigt fühlte, warf seinem Vater einen prüfenden Blick zu.

»Vielleicht solltest du zur Abwechslung mal zu Hause bleiben«, stellte er fest. »Gestern Abend warst du fix und fertig. Es muss doch reichen, wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin.«

»Weißt du, mein Sohn, ums Geld geht’s mir schon lange nicht mehr«, erwiderte Ole bedächtig und schob ein Stück Schinken zwischen die Lippen. »Ich habe gern Leben um mich, und die Touristen erzählen immer wieder was Neues. Außerdem: Wer rastet, der rostet, und ich will noch lange fit bleiben.«

»Dann solltest du endlich die Finger von der Butter lassen, und auch den Fettrand vom Schinken entfernen. Du weißt, was der Doktor über deine Blutfettwerte gesagt hat.«

»Ach, Schnickschnack.« Ole lachte polternd und winkte ab. »Der Doktor muss ja so reden, sonst verdient er nichts. Ich habe immer gut und reichlich gegessen, und jetzt bin ich schon fünfundsiebzig und fühle mich immer noch so, als könnte ich Bäume ausreißen.«

»Schön, dann werde ich mal die Lotte einspannen«, sagte Roman und stand auf.

Warum predige ich eigentlich immer noch?, fragte er sich im Stillen resigniert, er tut ja doch, was er will.

Ole lehnte sich zurück und betrachtete nicht ohne Stolz seinen Sohn. Roman war ein Prachtkerl, ein Mann wie ein Baum, fast zwei Meter groß. Das helle Haar legte sich in weichen Wellen um den Kopf, und aus dem braun gebrannten Gesicht leuchtete ein tiefblaues Augenpaar.

Das hat er von seiner Mutter, dachte Ole und seufzte. Seine Frau, die vor vier Jahren bei einem Sturz vom Heuboden zu Tode gekommen war, fehlte ihm immer noch.

»Nimm dir ein paar Stullen mit«, mahnte der Vater.

»Nicht nötig, ich schaue mal kurz bei der frommen Helene vorbei«, antwortete Roman, klopfte seinem alten Herrn leicht auf die Schulter und verließ die Küche.

***

Der Heidehof der Thoraus war ein hübsches Anwesen, doch Landwirtschaft wurde nicht mehr großgeschrieben. Schon seit Jahren waren die Thoraus nur noch Selbstversorger. Die Kutschfahrten brachten Ole neben der Rente genug ein.

Im Winter, wenn genügend Schnee lag, wurden die Pferde nicht vor die Kutsche, sondern vor den Schlitten gespannt, der mit warmen Schafsfellen ausgelegt war.

Während Roman die brave Lotte und die sensible Milli einspannte, warf er prüfende Blicke zum bleigrauen Himmel. Es sah nicht nur nach Schnee aus, es roch förmlich danach.

Fürs Geschäft waren die Wetterbedingungen ideal, denn ein paar Schneeflocken erhöhten den Genuss einer Schlittenfahrt.

Wenig später war Roman unterwegs, und die Glöckchen, die am Schlitten befestigt waren, stimmten ein feines Geläut an. Wie besprochen, schlug Roman den Weg zu den Ferienhäusern ein, denn hier fanden sich immer wieder Kunden, vor allem Familien mit Kindern.

Schon vor dem ersten Haus entdeckte er eine Frau, die in einen dicken Pelzmantel gehüllt war.

»Hoo!« Roman drosselte das Tempo, stoppte den Schlitten und neigte sich leicht zur Seite. »Eine kleine Spazierfahrt gefällig?«, fragte er und blickte verzückt in ein großes dunkles Augenpaar, das unter langen dunklen Wimpern lag.

»Das trifft sich gut«, antwortete die Fremde. »Ich wollte gerade zur Dorfmitte aufbrechen, um mich nach einem Pferdeschlitten umzusehen.«

Im Nu hatte Roman seinen Sitz verlassen, um der rassigen Schönen galant in die Kutsche zu helfen.

»Und wohin darf ich Sie bringen?«, fragte er.

»Ich möchte bis mittags unterwegs sein, um dann irgendwo einzukehren«, antwortete sie und griff zur warmen Wolldecke neben sich. »Mein Arzt hat mir viel Bewegung und noch mehr frische Luft empfohlen.«

»Nun ja, frische Luft bekommen Sie«, erwiderte er lakonisch, griff zu den Lederriemen und schnalzte leicht mit der Zunge.

Langsam setzte sich der Schlitten in Bewegung, und Roman schlug den Weg zum Brillensee ein. Es war eine Fahrt durch eine verzauberte Märchenlandschaft. Die kahlen Äste der Laubbäume hoben sich vom helleren Himmel ab, der Wacholder hatte sich dicke weiße Mützen aufgesetzt, und die wenigen Tannen am Waldrand trugen schwer unter der weißen Pracht.

Roman bedauerte, dass er der hübschen Frau den Rücken zukehren musste. Er hätte gern neben ihr im Schlitten gesessen, und er überlegte, welches Lokal er ansteuern könnte.

Nach zwei Stunden wandte er sich zu seinem Fahrgast um.

»Wenn Sie großen Hunger haben, bringe ich Sie am besten zur ›Heidekate Robinson‹, wenn Sie aber nur eine Kleinigkeit zu sich nehmen wollen, wäre das ›Dreimädelhaus‹ das Richtige für Sie.«

»Kaffee und ein Schnittchen sind genug«, antwortete sie. »Allerdings müssen Sie mich wieder zurückbringen.«

»Es wird mir ein Vergnügen sein«, erwiderte er charmant und ließ die Peitsche knallen.

Vor dem Café half Roman seinem Gast aus der Kutsche.

»Ich werde mich auch ein bisschen aufwärmen«, sagte er und blieb an ihrer Seite, als sie das Café betraten.

Als er sich nach einem freien Tisch umsah, berührte die Frau ihn leicht am Arm.

»Ich habe nichts dagegen, wenn Sie mir ein bisschen Gesellschaft leisten, Herr …?«

»Roman Thorau«, stellte er sich vor und begleitete sie zu einem Tisch am Fenster.

»Roman? Ein ausgefallener Name«, stellte sie fest, als er ihr aus dem Mantel half.

Er brachte ihn zur Garderobe, und als er sich umwandte, hatte er Muße, ihre Figur zu bewundern. Er war sicher, dass seine beiden Hände genügten, um ihre Wespentaille zu umspannen, die ihre weiblichen Rundungen noch besser zur Geltung brachte.

»Meine Mutter bestand auf diesen Namen«, erklärte er, als er sich setzte. »Ihr Großvater, der noch als Scherenschleifer übers Land zog und den sie über alles geliebt hatte, hieß so.«

»Scherenschleifer?«, staunte sie.

»Ja, damals gab es noch so was. Aber schon mein Großvater mütterlicherseits wurde in Altenhagen sesshaft und nahm sich eine Einheimische zur Frau. Nun kennen Sie fast meinen ganzen Stammbaum, und ich weiß gar nichts über Sie.«

Er verlor sich in ihren dunklen Augen, die wie tiefe, geheimnisvolle Brunnen waren, konnte sich nicht sattsehen an ihrem Mund, der zum Träumen verleitete.

Sie lachte. »Bei mir gibt’s nicht viel zu erzählen. Ich heiße Janina Trettin, komme aus Hamburg und war in einem früheren Leben sicher irgendwo im Süden, vielleicht sogar in der Südsee beheimatet.«

»Janina«, wiederholte er weich. »Das klingt hübsch. So … so … nach blauem Meer und weißem Strand.«

»Ja, das Gefühl habe ich auch. Deswegen träume ich davon, eines Tages im Süden zu leben, wo es warm ist und fast das ganze Jahr über die Sonne scheint.« Sie seufzte. »Und irgendwann werde ich mir diesen Traum auch erfüllen.«

»Irgendwo im Süden«, wiederholte Roman und seufzte. »Ein schöner Traum. Ich wünsche Ihnen, dass er sich erfüllt.«

Er zögerte, dachte an seine Verlobte, an Meike, mit der er zur Weihnachtszeit in warme Gefilde reisen wollte. Roman entschied, in Janinas Gegenwart nicht über Meike zu reden. Sie war im Augenblick auch gar nicht wichtig, denn er stand im Banne der dunklen Augen, die – und das spürte er genau – ihn interessiert betrachteten.

***

Florentine Fabian verließ die Löwenvilla, und noch bevor sie die Kapuze der warmen Jacke über den Kopf stülpen konnte, traf sie ein Schneeball im Nacken.

»Na, wartet!«, rief sie, denn sie wusste genau, wer hinter dieser Attacke steckte. »Euch werde ich helfen!«

Und schon bückte sie sich und formte einen Schneeball. Als sie sich wieder aufrichtete, um nach ihren Zwillingen Ausschau zu halten, waren die Rangen verschwunden. Doch dann hörte Florentine ein leises Kichern, und ein wenig Schnee löste sich von den Rhododendronbüschen.

Florentine gehörte nicht zu den Frauen, die weder werfen, noch zielen konnten. Sie holte kurz aus und warf den Schneeball mit gekonntem Schwung über den Busch.

Sie hörte einen kurzen Aufschrei, bückte sich und formte den zweiten Schneeball. Als sie sich aufrichtete, tauchte Svenjas Gesicht über dem Busch auf, und so schnell, wie die Mutter zielte und warf, konnte die Tochter sich gar nicht bücken. Sekunden später traf das Geschoss Svenjas Pelzmütze.

Nun stießen die Zwillinge ein wahres Indianergeheul aus, um sich dann auf ihre Mutter zu stürzen.