Dr. Karsten Fabian - Folge 190 - Sybille Nordmann - E-Book

Dr. Karsten Fabian - Folge 190 E-Book

Sybille Nordmann

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Beschreibung

Auf dem Reiterhof in der Nähe des Heidedorfs Altenhagen ist immer eine ganze Menge los. Aber dieser Sommer ist ganz besonders verrückt. Der Reitlehrer will sich von seiner Frau scheiden lassen, obwohl er sie über alles liebt, und Heike, die Betreuerin der Ponyfarm für Kinder, ist ihrem Traummann begegnet. Aber es muss erst eine ganze Menge Verwicklungen und Missverständnisse geben, bevor die junge Frau zu ihrem Glück findet. Und dabei helfen ausgerechnet die kleinen Pferdenarren mit ihren lustigen Ideen ...

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Seitenzahl: 101

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhalt

Cover

Impressum

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens

Ein ganz verrückter Sommer

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2017 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: shutterstock / Syda Productions

Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-5090-6

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens:

Dr. Karsten Fabian – Arzt mit Leib und Seele, ehemals Chirurg im Elbe-Krankenhaus.

Florentine Fabian – geborene Fiedler, seine immer vergnügte, bildhübsche Frau.

Svenja, Tim und Jan – die aufgeweckten Kinder der Fabians, die von allen verwöhnt werden.

Dr. Albrecht Heideck – der ältere der beiden Landärzte, wohnt und praktiziert mit seinem jungen Kollegen in der Löwenvilla. Er ist Witwer.

Johannes Bruhns – Imker, Heidschnuckenzüchter und bester Freund von Dr. Heideck. Er kennt sich in der Naturheilkunde bestens aus.

Gerlinde Semmelweiß – Haushälterin in der Löwenvilla, abergläubisch und immer auf dem Laufenden, was Neuigkeiten im Dorf betrifft.

Schwester Bernhardine – unentbehrliche Helferin von Dr. Fabian und Dr. Heideck.

Helene Fromm

Ein ganz verrückter Sommer

Wie eine fröhliche Kinderschar zwei Menschen zu ihrem Glück verhalf

Von Sybille Nordmann

Auf dem Reiterhof in der Nähe des Heidedorfs Altenhagen ist immer eine ganze Menge los. Aber dieser Sommer ist ganz besonders verrückt. Der Reitlehrer will sich von seiner Frau scheiden lassen, obwohl er sie über alles liebt, und Heike, die Betreuerin der Ponyfarm für Kinder, ist ihrem Traummann begegnet. Aber es muss erst eine ganze Menge Verwicklungen und Missverständnisse geben, bevor die junge Frau zu ihrem Glück findet. Und dabei helfen ausgerechnet die kleinen Pferdenarren mit ihren lustigen Ideen …

»Wenn ihr mich fragt, das wird immer schlimmer mit den Touristen hier bei uns in der Heide. Kein Mensch nimmt mehr Rücksicht auf Tiere und Pflanzen. Überall trampeln sie herum, reißen Ginster und Heideröschen ab und werfen sie nachher wieder weg. Es kommt noch so weit, dass die Tiere in die Stadt fliehen und die Städter hierher ins Dorf kommen«, sagte Gerlinde Semmelweiß, die Haushälterin der beiden Landärzte im Kirchdorf Altenhagen, aufgebracht.

»Jetzt übertreibst du aber, Gerlinde.« Florentine lachte.

Sie war die Frau des jüngeren der beiden Ärzte, Dr. Fabian.

Svenja und Tim, die Zwillinge der Fabians, kicherten. Svenja rief ausgelassen: »Rehe und Hirsche in der Straßenbahn, das ist aber komisch.«

»Da hörst du, was du angerichtet hast, Gerlinde, die Fantasie geht mit den Kindern durch.« Florentine wandte sich an ihren Mann: »Wenn du pünktlich zu deiner Besprechung mit Professor Hohheim im Elbe-Krankenhaus sein willst, dann wird es Zeit aufzubrechen. Ein kleiner Stau auf der Autobahn, und du kannst die Besprechung vergessen.«

»Mal nicht den Teufel an die Wand«, knurrte Dr. Karsten Fabian, aber er legte doch Messer und Gabel beiseite und erhob sich. »Von mir aus können wir fahren.«

»Wir fahren zu den Hirschen in die Stadt«, rief Svenja vergnügt.

»Ja, in Hagenbecks Tierpark«, stimmte ihre Mutter zu, »dahin fahren wir nämlich. Wir holen Vati später vom Elbe-Krankenhaus ab.«

»Gibt es denn bei Hagenbeck Hirsche?«, wollte Tim wissen.

»Da gibt es alle Tiere«, belehrte ihn sein Schwesterchen Svenja.

»Auch wilde?«, wollte ihr Bruder wissen.

»Ja, auch Löwen, Tiger und Leoparden …«, erklärte Svenja eifrig.

»Nehmt eure Jacken und kommt zum Wagen«, forderte Florentine ihre Kinder auf, wandte sich an Gerlinde und bat: »Bitte, kümmere dich um den kleinen Jan.«

»Das sagst du immer, wenn ihr mal wegfahrt«, erwiderte Gerlinde, »das brauchst du mir nicht jedes Mal zu sagen.«

»Entschuldige. Ich weiß, dass du auf ihn aufpasst.«

»Schon gut. Amüsiert euch gut.« Gerlinde strich gutmütig über Tims blondes Wuschelhaar und sagte lachend: »Bringt mir auch was mit, hört ihr?«

»Einen Löwen«, rief Svenja, »der darf dann bei dir im Bett schlafen.«

»Untersteht euch! Ein Löwe …«

»Einer, der zur Löwenvilla passt«, bemerkte Florentine fröhlich und schob die Zwillinge sanft vor sich her aus dem Zimmer.

Eine gute Stunde später setzte Florentine ihren Mann vor dem Elbe-Krankenhaus in Hamburg ab.

»Wir sind pünktlich um zwei Uhr hier. Wir warten auf dem Parkplatz, Karsten«, sagte sie zu ihrem Mann, der den Kindern einen Kuss gab und Florentine zunickte. »Ich werde versuchen, pünktlich zu sein. Bis nachher, also.«

Er ging mit ruhigen Schritten dem Haupteingang zu. Florentine setzte sich wieder hinter das Steuer und forderte die Zwillinge auf, sich erneut anzuschnallen.

»Wo ist denn der Tierpark, Mama?«, wollte Tim wissen. »Ist es noch weit?«

»Nein, wir sind in zwanzig Minuten da. Ihr müsst mir versprechen, immer in meiner Nähe zu bleiben. Es werden sicher viele Leute im Tierpark sein. Und wenn ihr nicht mehr laufen mögt, dann spendiere ich euch zum Schluss ein Eis.«

Am Kiosk neben dem Eingang zum Tierpark erstand Florentine einen Plan, damit sie sich nicht verirrten, und Svenja bat ihre Mutter, eine Ansichtskarte mit einem Löwen darauf zu kaufen. »Für Tante Gerlinde«, sagte Svenja. »Ich habe ihr doch versprochen, einen Löwen mitzubringen.«

Es war heiß an diesem Morgen Anfang Juli. Die Sonne brannte von einem wolkenlosen, blauen Himmel auf sie herab, sodass Florentine und die Kinder schon sehr bald im Tierpark-Café saßen und im Schatten eines riesigen Sonnenschirmes ihr Eis löffelten. Svenja und Tim hatten, nicht nur von der Sonne, hochrote Gesichter und redeten aufgeregt von den Tieren, die sie gesehen hatten, während Florentine ungewollt auf das Gespräch horchte, das ein Mann von etwa vierzig Jahren mit seinen Kindern führte, die am Nebentisch saßen.

»Hör zu, Gunnar«, sagte er zu seinem Sohn, »du passt jetzt gut auf deine kleine Schwester auf. Ich muss einmal telefonieren. Ich bin gleich wieder zurück. Versprecht mir, hier still sitzen zu bleiben.«

»Dann muss ich Steffi anbinden«, rief Gunnar verdrießlich. »Willst du mit deiner ›Sogenannten‹ sprechen? Muss sie denn unbedingt mit uns in die Ferien fahren?«

Der Mann runzelte die Stirn. »Ihr wisst doch, dass wir Tante Hanna mit nach Italien nehmen …«

»Sie ist nicht unsere Tante«, rief Steffi empört.

»Und wir wollen nicht mit ihr nach Italien fahren, Vati. Weshalb fährst du nicht mit uns auf einen Ponyhof?«

»Wir reden nachher noch einmal darüber. Jetzt seid bitte artig, lasst mich telefonieren. Ich bin gleich wieder zurück.«

Er winkte seinen Kindern zu und ging eilig durch die Tischreihen ins Café-Haus, während die beiden Kinder ihre Köpfe zusammensteckten und aufgeregt miteinander tuschelten.

Florentine hörte nur einzelne Satzfragmente: »Wenn die ›Sogenannte‹ mitfährt, dann ärgern wir sie so sehr, dass sie bald wieder nach Hause fährt«, sagte Gunnar zornig.

»Sie mag keine Kinder und uns schon gar nicht«, schniefte Steffi.

»Du darfst nicht weinen, Steffi. Ich mach das schon. Du kannst dich darauf verlassen.«

»Aber wie willst du es anstellen?«

»Wir können ja gleich damit anfangen. Wir verstecken uns. Und wenn Vati dann wiederkommt …«

»Nein, das möchte ich nicht«, unterbrach ihn seine Schwester.

Florentine wandte sich rasch an die Kinder: »Habt ihr Lust, euch zu uns an den Tisch zu setzen? Mögt ihr ein Eis?«

Die beiden sahen Florentine entsetzt an. »Wir wollten gerade … Wir sind mit unserem Vati hier …«

»Ich weiß. Ich habe gehört, dass ihr auf einen Ponyhof fahren wollt. Wollt ihr dort eure Ferien verbringen?«

»Oooch, wir müssen ja nach Italien fahren«, rief Gunnar.

»Aber wir wollen lieber mit Vati auf einen Ponyhof …«, fiel Steffi ihm ins Wort.

»Bei uns in Altenhagen gibt es einen Ponyhof«, rief Svenja eifrig.

Und Tim sagte: »Da reiten wir auch manchmal.«

Du lieber Himmel, was habe ich jetzt angerichtet?, dachte Florentine und sah ein bisschen hilflos hinüber zum Eingang des Cafés, in der Hoffnung, der Vater der Kinder möge bald auftauchen.

Aber der stand inzwischen mit dem Handy in der Hand etwas abseits, hatte gewählt und wartete darauf, dass sich seine Bekannte Hanna Tetzlaff meldete. Endlich hörte er, wie der Hörer abgenommen wurde und sich eine Frauenstimme meldete. Nur ein langgezogenes: »Jaaaa?«

»Hier ist Arne. Hast du die Zeit verschlafen, Hanna?«, fragte er schwach.

»Nein, ganz gewiss nicht. Hast du dich entschieden, Arne?«

»Ja, es bleibt dabei. Wenn wir nach Italien oder sonst wohin fahren, nehme ich die Kinder mit«, erwiderte er ruhig.

»Dann hättest du gar nicht erst anzurufen brauchen. Italien mit Kindern? Ich denke nicht daran. Wie sollte das wohl gehen? Schon bei der Besichtigung der ersten antiken Sehenswürdigkeit würden sie stören. Nein, es bleibt dabei: Du kannst allein fahren. Mit den Kindern fahre ich nicht.«

»Ich bitte dich, Hanna …«

»Weshalb schickst du sie nicht auf einen Bauernhof? Sie wünschen sich doch Ferien auf dem Lande …«, rief sie ärgerlich.

»Ich möchte endlich einmal die Ferien gemeinsam mit den Kindern erleben, kannst du das nicht verstehen?«

»An mich denkst du wohl gar nicht?«

»Du hörst doch, dass ich dich mitnehmen möchte.«

»Mitnehmen! Das ist genau das richtige Wort. Als Anhängsel, nicht wahr? Was sollte ich wohl auf dem Lande? Nein, es bleibt dabei, wenn du die Kinder …«

Er unterbrach sie hart. »Das sagtest du bereits. Also gut. Ich wünsche dir viel Spaß in Italien.«

Arne beendete erbittert das Gespräch, stand einen kurzen Augenblick nachdenklich da und ging dann zu seinen Kindern zurück. Verwundert sah er, dass sie am Nachbartisch saßen und sich offensichtlich angeregt mit den Kindern einer Dame unterhielten.

Er trat zögernd näher, verbeugte sich höflich und stellte sich vor. »Ich heiße Meyerhoff. Meine Kinder haben Sie hoffentlich nicht belästigt?«

Florentine sah lachend zu ihm auf. »Nein, ganz gewiss nicht. Wir hatten eine Menge Spaß miteinander.«

»Das beruhigt mich.« Er lächelte und wandte sich an Steffi und Gunnar. »Hanna wird nicht mit uns nach Italien fahren.«

Steffi und Gunnar stießen ein Freudengeheul aus.

»Dann können wir doch auf einen Ponyhof fahren, Vati!«, rief Gunnar aufgeregt.

»Vielleicht«, wich er aus. »Wahrscheinlich würden wir gar keine Unterkunft mehr bekommen.«

»Bitte, Vati. Svenja und Tim reiten auch … Es gibt in ihrem Dorf einen Reiterhof. Du hast doch gesagt, dass du auch gern reiten möchtest …«

»In ihrem Dorf?«, fragte er irritiert und sah Florentine fragend an.

»Wir wohnen in Altenhagen in der Lüneburger Heide, Herr Meyerhoff. Ein Bekannter von uns, Herr von Harting, besitzt dort einen Reiterhof mit einem Ponystall …«

»Oh, so ist das. Ja, ich weiß nicht … Die Lüneburger Heide wäre natürlich besonders schön, aber ich fürchte, dass auch dort die Ferienplätze vergeben sind.«

»Bitte setzen Sie sich zu uns, Herr Meyerhoff. Ich könnte anrufen und mit Eckehard sprechen. Wenn Sie wollen, telefoniere ich und frage ihn. Übrigens heiße ich Fabian. Mein Mann ist Landarzt in Altenhagen …«

»Sie wohnen in der Löwenvilla«, verkündete Steffi aufgeregt. »Bitte, Vati …«

»Es scheint so, als ob Sie ihren Kindern keine größere Freude bereiten könnten, Herr Meyerhoff«, stellte Florentine fest.

»Ja, ich weiß. Aber selbst, wenn wir dort noch Unterkünfte bekämen, müssten wir uns zunächst einkleiden … Auf einen Ponyhof war ich nicht vorbereitet. Wir haben zwar unsere Koffer bei uns, aber weder Reitstiefel noch Reithosen …«

»Die können wir doch kaufen, Vati«, rief Gunnar beschwörend.

Arne Meyerhoff sah seinen Sohn nachdenklich an.

»Du hast recht, eine Fahrt nach Italien wäre sicher weit teurer. Also gut …«

Steffi sprang von ihrem Stuhl auf, lief zu ihrem Vati, umarmte ihn begeistert und küsste ihn herzhaft.

»Du bist der beste Vati der Welt«, rief sie leidenschaftlich.

»Da bin ich leider nicht ganz sicher«, erwiderte er mit einem raschen Blick zu Florentine, die sich sofort erhob und erklärte, sie werde mal bei von Harting anrufen.

»Ich bin gleich wieder da.«

Sie kam nach einer kleinen Weile mit fröhlichem Gesicht an den Tisch zurück.

»Von Harting meinte, er werde schon für Unterkünfte sorgen, wenn Sie mit einem Provisorium für die nächsten vier Tage einverstanden wären, Herr Meyerhoff. Danach wechseln die Gäste auf dem Reiterhof. Dann wird es leichter sein, Sie vernünftig unterzubringen.«

»Ja, dann muss ich wohl zustimmen«, meinte Arne und nahm seine beiden Kinder in die Arme, die sich mit begeistertem Freudengeheul auf ihn stürzten. »Wartet, wartet, wir müssen erst einmal hören, wie wir nach Altenhagen kommen. Seltsam, dass wir es nicht kennen. Wir kommen nämlich aus Ratzeburg und waren schon mehrmals in der Heide. Allerdings immer nur an Sonntagen. Mehr Zeit hatte ich leider nicht. Ich bin Rechtsanwalt.«

»Ich hörte von den Kindern, dass Sie alleinerziehend sind«, sagte Florentine leise.

»Ja, ich erkläre es Ihnen gelegentlich«, sagte er bedrückt.