Dr. Karsten Fabian - Folge 193 - Sybille Nordmann - E-Book

Dr. Karsten Fabian - Folge 193 E-Book

Sybille Nordmann

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Beschreibung

Jule ist blond, blauäugig und bezaubernd charmant.
Ute auch.
Jule ist temperamentvoll, hitzig und immer zum Flirten aufgelegt ein richtiger Wirbelwind.
Ute nicht.
Denn Ute glaubt an die große Liebe und verschwendet keine Zeit mit unverfänglichen Spielereien. Sie hilft lieber ihrem Vater in der Fabrik.
Die Zwillinge sind unzertrennlich, bis ein Mann in ihr Leben tritt, der die Herzen beider höherschlagen lässt. Jule wirft den Zauber ihrer ganzen Leidenschaft in die Waagschale, aber ihre stille Schwester hat mehr ...

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Seitenzahl: 81

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhalt

Cover

Impressum

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens

Wirbelwind und Mauerblümchen

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2017 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: shutterstock / Miramiska

Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-5237-5

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens:

Dr. Karsten Fabian – Arzt mit Leib und Seele, ehemals Chirurg im Elbe-Krankenhaus.

Florentine Fabian – geborene Fiedler, seine immer vergnügte, bildhübsche Frau.

Svenja, Tim und Jan – die aufgeweckten Kinder der Fabians, die von allen verwöhnt werden.

Dr. Albrecht Heideck – der ältere der beiden Landärzte, wohnt und praktiziert mit seinem jungen Kollegen in der Löwenvilla. Er ist Witwer.

Johannes Bruhns – Imker, Heidschnuckenzüchter und bester Freund von Dr. Heideck. Er kennt sich in der Naturheilkunde bestens aus.

Gerlinde Semmelweiß – Haushälterin in der Löwenvilla, abergläubisch und immer auf dem Laufenden, was Neuigkeiten im Dorf betrifft.

Schwester Bernhardine – unentbehrliche Helferin von Dr. Fabian und Dr. Heideck.

Helene Fromm

Wirbelwind und Mauerblümchen

Bezaubernder Heideroman um ungleiche Zwillingsschwestern

Von Sybille Nordmann

Jule ist blond, blauäugig und bezaubernd charmant.

Ute auch.

Jule ist temperamentvoll, hitzig und immer zum Flirten aufgelegt ein richtiger Wirbelwind.

Ute nicht.

Denn Ute glaubt an die große Liebe und verschwendet keine Zeit mit unverfänglichen Spielereien. Sie hilft lieber ihrem Vater in der Fabrik.

Die Zwillinge sind unzertrennlich, bis ein Mann in ihr Leben tritt, der die Herzen beider höherschlagen lässt. Jule wirft den Zauber ihrer ganzen Leidenschaft in die Waagschale, aber ihre stille Schwester hat mehr …

Große Lust zum Lernen verspürten die Kinder aus Altenhagen und den umliegenden Dörfern nicht, als sie sich an diesem Montagmorgen kurz vor acht auf dem Schulhof trafen.

Es war der erste Schultag nach den Sommerferien und die einzige Freude war, dass man seine Freunde wiedertraf.

Der Lehrer Rekate stand in der Tür des Schulgebäudes und sah dem Treiben der Mädchen und Jungen zu. Gegenüber der Schule, unter den riesigen Kastanienbäumen neben der Zufahrt von der Dorfstraße her, tauchte Rekates Kollege Grashoff auf.

Aber schon nach wenigen Schritten kehrte Grashoff plötzlich um und lief zur Dorfstraße zurück. Gleich darauf hörte Rekate einen ohrenbetäubenden Lärm und auch die Kinder erstarrten.

Dann rannten alle hinüber zu dem Weg, der zur Dorfstraße führte.

Ein Kind rief aufgeregt: »Herr Grashoff ist von einem Lastwagen überfahren worden! Aber tot ist er nicht! Ich soll Ihnen sagen, Sie möchten Doktor Fabian anrufen.«

Rekate starrte den Jungen entsetzt an.

»Komm mit ins Sekretariat. Hast du gesehen, wie es passiert ist?«

Er lief, während er sprach, ins Schulgebäude und riss die Tür zum Sekretariat auf. Frau Wagner, die am Schreibtisch saß, sah ihn erschrocken an. Doch Rekate stürzte wortlos zum Telefon und wählte.

»Herr Rekate …«, stammelte der Junge. »Evchen Laders ist über die Straße gelaufen, genau vor den Lastwagen. Herr Grashoff hat sie zurückgestoßen, wurde aber selbst angefahren. Und der Laster fuhr gegen einen Baum. Evchen ist, glaube ich, nichts passiert …«

Rekate wartete ungeduldig und sah dabei Christian verstört an.

»Schwester Bernhardine? Hier Rekate. Herr Grashoff wurde von einem Lastwagen angefahren. Kann Doktor Fabian sofort zur Schule kommen?«

»Ich sage es ihm. Er kommt sofort«, rief Bernhardine und legte den Hörer auf die Gabel.

Rekate atmete auf und lief zur Straße zurück. Grashoff lag seltsam verkrümmt neben der Fahrbahn der Dorfstraße. Die Kinder standen um ihn herum, und einige Meter von Grashoff entfernt kniete Frau Lüders und presste ihr Töchterchen, die sechsjährige Eva, fest an sich. Evchen blutete aus ein paar Schürfwunden an der Stirn und an der Nase.

Rekate kniete neben seinem Kollegen nieder und drehte ihn vorsichtig auf die rechte Seite.

In das leise Getuschel der Kinder rief Frau Lüders: »Herr Grashoff hat Evchen gerettet … Ist er …«

»Nein, nein, er ist bewusstlos, Frau Lüders«, rief Rekate ihr zu und hob gleichzeitig den Kopf. »Kinder macht Platz für Doktor Fabian. Da kommt er gerade …«

Die Kinder bildeten eine Gasse für den jungen Landarzt, der seinen Wagen am Straßenrand abgestellt hatte. Ein schnelles Tasten an der Halsschlagader, ein Blick auf Rekate, der mit blassem Gesicht danebenstand, dann untersuchte er das linke Bein des Verunglückten.

»Eine Fraktur des Oberschenkelknochens, dicht unterhalb des Hüftgelenkes, dazu eine weitere Fraktur am linken Unterbein. Auch das Knie ist offenbar verletzt. Ich gebe ihm eine Injektion gegen die Schmerzen. Er wird sie nötig haben, wenn er aus der Bewusstlosigkeit erwacht, Herr Rekate. Ziehen Sie ihm die Jacke aus und machen Sie seine linke Ellenbeuge frei«, wandte sich Dr. Fabian an den Lehrer.

Dann öffnete er die Arzttasche, entnahm ihr ein Spritzenbesteck, das steril verpackt war, sägte den Hals einer Glasphiole ab und zog dann die Spritze auf.

Gleich darauf stach er die feine Kanüle in eine Vene des Verunglückten, drückte die Flüssigkeit in den Kreislauf und rieb dann die Einstichstelle kurz mit einem Wattebausch ab.

»So, mehr kann ich im Augenblick nicht tun. Ich fahre jetzt den Wagen dicht neben ihn, und dann legen wir ihn auf den Liegesitz in meinem Wagen, Herr Rekate. Sorgen Sie dafür, dass die Kinder zum Bürgersteig zurücktreten.« Karsten Fabian ging rasch zu seinem Wagen und steuerte ihn neben Grashoff. Günter Grashoff wurde auf den Liegesitz gelegt. Dann erst wandte sich Dr. Fabian an Frau Lüders, die immer noch ihr Evchen im Arm hielt.

»Lassen Sie mal sehen, Frau Lüders. Oh, ich sehe schon. Setzen Sie sich mit Evchen auf den Rücksitz. Ich bringe Sie zu Doktor Heideck. Er wird sich um Ihre Tochter kümmern.« Er sah auf und entdeckte Frau Roloff. »Ich habe alles mit angesehen! Herr Grashoff hat Evchen vor dem Überfahren gerettet! Der Fahrer …«

»Sie lief mir direkt vor den Wagen«, sagte plötzlich ein untersetzter Mann hinter ihr. »Ich konnte nicht mehr ausweichen.«

Dr. Fabian musterte ihn. »Sind Sie verletzt?«

Der Lkw-Fahrer schüttelte den Kopf. »Nein, das heißt, ich habe mir wohl, als ich das Steuer festhielt, beide Daumen verstaucht. Mehr ist nicht …«

»Sie sollten trotzdem ebenfalls zur Löwenvilla gehen und sich von Doktor Heideck untersuchen lassen.« Er wandte sich an Rekate: »Rufen Sie Frau Grashoff an. Beruhigen Sie sie. Sagen Sie ihr, dass ich ihren Mann ins Kreiskrankenhaus bringe.«

»Er kommt zu sich«, rief Frau Lüders vom Rücksitz des Wagens aus.

Dr. Fabian war sofort am Auto und beugte sich zu Günter Grashoff hinab.

»Hallo, Sie hatten einen Unfall, Herr Grashoff. Haben Sie Schmerzen? Sie haben Frakturen am linken Bein …«

Günter Grashoff blinzelte ihn an. »Nein, Schmerzen verspüre ich nicht.«

»Ich bringe Sie ins Krankenhaus, Herr Grashoff. Herr Rekate benachrichtigt Ihre Frau.« Dr. Fabian setzte sich hinter das Steuer des Wagens und fuhr an.

Langsam löste sich die Traube der Schulkinder auf. Lehrer Rekate begleitete die aufgeregt tuschelnden Kinder zur Schule.

Auf der anderen Straßenseite stand Rolf Malzhahn unter dem Torbogen der Auffahrt, die zu seinem etwa hundert Meter weit zurückliegenden Bauernhaus führte. Auf dem Torbogen stand: Konservenfabrik Malzhahn. Inh. Rolf Malzhahn.

Dorfpolizist Peter Wilms kam mit seinem Fahrrad angeradelt, sprang neben dem Lastwagen vom Rad und rief zu Rolf Malzhahn hinüber: »Hast du gesehen, wie es passiert ist, Rolf?«

»Ich kam erst, als es gekracht hatte«, rief Malzhahn zurück.

»Ich stand direkt daneben«, schrie Frau Roloff aufgeregt, die empört darüber war, dass Dr. Fabian gar nicht auf sie eingegangen war. »Der Lastwagen fuhr …«

»Ja, ja«, unterbrach sie Wilms, »dann werde ich erst einmal den Fahrer vernehmen.«

»Ich sagte doch gerade, dass ich direkt danebenstand«, kreischte Frau Roloff ärgerlich.

»Du redest zu viel«, knurrte Wilms sie an.

»Und du hörst nicht zu«, schrie Frau Roloff außer sich.

Rolf Malzhahn lachte, winkte ab, als Wilms zu ihm hinübersah, und ging den Weg zum Hof zurück, während Frau Roloff sich mit hochrotem Kopf an den Dorfpolizisten wandte und heftig auf ihn einredete.

***

»Das wird immer ärger mit dem Autoverkehr hier im Dorf. Wenn ihr mich fragt, da hätte längst eine Umgehungsstraße um Altenhagen herum gebaut werden müssen. Wenn das so weitergeht, wagt man sich ja gar nicht mehr auf die Straße«, ereiferte sich die Haushälterin Dr. Heidecks und Dr. Fabians, als sie am späten Nachmittag mit den beiden Landärzten und Dr. Fabians Frau Florentine im Terrassenzimmer der Löwenvilla saß und Dr. Fabian eine Tasse Kaffee einschenkte.

»Na, na, so schlimm ist es nun auch wieder nicht«, unterbrach Florentine Gerlindes Anklage.

»Wenn ihr mich fragt …«, stieß Gerlinde Semmelweiß noch einmal nach, aber Dr. Heideck ließ sie nicht weiterreden und unterbrach sie rasch.

»Was habt ihr denn im Krankenhaus festgestellt?«, fragte er seinen Partner.

»Eine Fraktur unterhalb des linken Hüftgelenks, dazu eine weitere am Unterbein. Außerdem, und das ist weit komplizierter, einen Abriss des linken Kniescheibenbandes. Wahrscheinlich wird Grashoff damit monatelang ausfallen.«

»Um Himmels willen«, entfuhr es Florentine, »weiß Lena das schon?«

»Grashoffs Frau war schon im Krankenhaus, als ich nach der Operation ihres Mannes aus dem OP kam. Ja, sie weiß es.«

»Und wie hat sie es aufgenommen?«, wollte Florentine wissen.

»Natürlich ist sie sehr bedrückt, aber du kennst sie ja. Sie ist optimistisch.«

»Ja, ich weiß«, erwiderte Florentine. »Was wird denn jetzt in der Schule? Da wird wohl für Grashoff eine Vertretung kommen müssen. Allein kann Rekate den Unterricht doch nicht durchführen …«

»Rekate wird sich wohl mit dem Schulamt in Verbindung setzen.«

Florentine seufzte. »Hoffentlich entschließt sich das Schulamt schnell, einen Vertreter zu schicken. Gerade jetzt nach den Ferien ist das unbedingt erforderlich …«

»Da wird bestimmt so ein Junglehrer hergeschickt, der auf antiautoritäre Erziehung schwört. Wenn ihr mich fragt, da lobe ich mir die Lehrer, die wir früher hatten …«, warf Gerlinde ärgerlich ins Gespräch.

Dr. Heideck knurrte. Er ahmte Gerlinde nach: »Wenn ihr mich fragt, das hat noch keinem geschadet.«

»Da hört sich doch alles auf«, fauchte Gerlinde ihn an.