Du und dein Schmerz - Teil 3 - Jörg A. Stuckensen - E-Book

Du und dein Schmerz - Teil 3 E-Book

Jörg A. Stuckensen

0,0
9,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Wir haben als Menschen unser Gehirn zunehmend weiterentwickelt und damit ein kraftvolles Instrument geschaffen, mit dem wir nicht nur unseren Körper schützen können. Wir können ihn auch beeinflussen, indem wir feinstoffliche Wege einsetzen wie Vorstellungen, Gedanken und Wünsche, um ihn samt seinen Organen zu überwachen und zu dirigieren. Unser Geist, unser komplexes Bewusstsein, unsere Seele und unser Körper bilden eine Einheit. Dieses Buch soll das Verständnis dafür einem breiten Publikum vermitteln. Die Möglichkeiten, mit unserem "Mind" unseren "Body" zu beeinflussen, sind noch lange nicht ausgereizt. Dieses Buch sollte Sie veranlassen, Ihren Körper nicht nur besser kennen zu lernen, sondern ihn auch besser zu beobachten und lieb zu gewinnen. Gleichzeitig brauchen wir einen klaren objektiven Verstand, um Veränderungen durchzusetzen. Nichts kommt einem so zugeflogen. Deswegen haben Sie ein wenig Geduld, wenn die hier vorgeschlagenen "Tricks" nicht sofort ihre mechanische Umsetzung in Ihrem Körper bewirken. Wenn Sie aber verstanden haben worum es geht, werden Sie mit Freude und Liebe Ihren Körper und sich selber besser annehmen. Beziehen Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin in diesen Prozess mit ein. Er oder sie wird Ihnen sehr helfen und Sie werden beide davon profitieren. Es kann Ihre Beziehung nur verbessern. "Zivilisationskrankheiten" sind keine Krankheiten, sondern Symptome. Ein Grund der Schmerzen sind die praktisch durchtrennten Faszienprogramme in der Mitte des Körpers. Ein anderer Grund sind die autogerechten glatten Straßen und Wege, die die ausgeklügelte menschliche Fußmuskulatur lahmlegen. Beide Regionen werden einfach umgestaltet durch "Therapeutisches Gehen". Wie das funktioniert, verrät dieses Buch.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 303

Veröffentlichungsjahr: 2021

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

Einleitung

Vorwort

Kapitel 1

Warum wir Schmerzen haben müssen

Die Kommunikation des Körpers

Wir können nicht logisch denken

Verstehen Sie den Sinn Ihrer eigenen Schmerzen

Ein unabhängiges Überwachungszentrum ist absolut notwendig

Die Sprache Schmerz ist als erstes nur ein Signal

Die Lokalisation des chronischen Schmerzes

Die unerkannte Bremsmuskulatur

Kapitel 2

Information und Kommunikation

Was ist Information?

Der Sender

Wir fühlen uns ziemlich sicher auf unserer Erde

Informationen werden abgebremst

An welche Strahlen mussten wir uns gewöhnen?

Welche Möglichkeiten der Erkenntnis haben wir?

Einige Physikalische Grundlagen

Materie

Um die Materie sind Wellen und Felder

Ausgewogene Entscheidung gegen reflexhaftes Handeln

Informationen müssen zueinander passen

Woher kommt der Schwindel beim Segeln?

So kann auch Heilung klappen

Stehen uns noch andere Informationskanäle zu Verfügung?

Das Allergrösste und das Allerkleinste (the theory of everything)

Die vierdimensionale Welt des Herrn Einstein

Max Planck und die Heisenbergsche Unschärferelation

Unsere beiden Gehirnhälften

Beschleunigung der Evolution durch 4D-Projektion, eine Illusion?

Kommunikation mit der Aussenwelt

Die Sender-Systeme

Wellen

Elektromagnetische Wellen

Wellen durch Materietransport

Transportmedien

Wasser, das große Geheimnis

Sauerstoff vernichtet fast alles

Wasser verbindet sich mit fast allem

Cluster Bildung

Homöopathie

Die Empfänger

Botschaften vermitteln durch Schlüssel und Schloss

Hören

Außergewöhnliche Fähigkeiten

Informationstransport und –Analyse im Körper

Elektrische Felder

Flüssigkeitskristalle und Halbleiter

Wir leuchten von innen heraus, Biophotonen

Muskelgeräusche

Uns fehlt die Schnittstelle von innen nach außen

Kapitel 3

Einheit von Körper und Geist

Das Schwanken zwischen Polen

Schmerz als Aufforderung, finde die Mitte

Wir sind auf einander angewiesen, bedingungslos

Wege zur Selbsterkenntnis – Märchen

Probleme lösen und nicht Symptome

Gehirn und Faszien

Selbstheilung

Selbstregulation im Organismus

Die tückische Weinprobe

Knieoperationen, die keine waren

Das Problem von »Hier und Jetzt«

Kapitel 4

Das Körper – Geist – Konzept

Durch unsere Emotionen sind wir Menschen

Unsere eigene Auslese war ziemlich hart

Warum gibt es Krankheiten?

Nur ein ruhiger Kopf ist ein klarer Kopf

Auf zu neuen Welten

Kopfschmerz oder Projektion auf den Körper

Als Bilder oder Film ist alles im Kopfkino gespeichert

Heilelemente: Liebe und die positive Grundeinstellung

Entropie, Beginn und Ende der Zeit

Die Wahrheit ist der Widerspruch in sich selbst

Emotionen

Der einzige Mensch, der Sie heilen kann, sind Sie selbst.

Die Rolle des Unterbewusstseins, Ihr kleines Kind

Wofür können Sie Ihre kleine Lea oder Ihren Tim gebrauchen?

Bitte mehr »Danke«. Die Erklärung eines Zauberwortes

Die Befehlsstruktur von »Mind zu Body«

»Geistige Chirurgie« – Sie sind Ihr eigener Heiler

Veränderung der Realität

Sprechen Sie mit Ihren Gelenken. Geben Sie ihnen Namen

Die Haut, ein besonderes Areal, Berührung

Die drei geheimnisvollen Punkte

Was wir vom Corona Virus lernen können

Kapitel 5

»Therapeutisches Gehen«

Aufrecht gehen und laufen

Wie haben unsere Vorfahren das geschafft?

Woher kommen unsere Zivilisationskrankheiten?

THERAPEUTISCHES GEHEN

Übersicht über die einzelnen Phasen

Genaue Analysen und Erklärungen:

Erklärung zu Blick auf Horizont:

Erklärung zu Hüftknochen nach vorne, Beckendrehung

Bewegung des Beckens

Veränderte Ausrichtung der Gelenke

Die Fußgelenke

Das Kniegelenk

Das Hüftgelenk

Erklärung zur Bewegung der Schultern

Erklärung zu Aufmerksamkeit für die Füße

TESTS ZUR BEURTEILUNG DER BEINGELENKE

Epilog

Haben wir eine Verantwortung für unsere Welt?

Warum jetzt ein solches Buch?

Weitere Bücher

Einleitung

Das so unauffällige und so lange von uns vernachlässigte Gewebe »Faszie« hat wahrscheinlich eine überragende Rolle in unserer Entwicklung gespielt. Die Faszie ist der Kern, aus dem alles entstand. In ihrem Schoß wuchsen die verschiedensten neuen Organe mit den unterschiedlichsten Funktionen. Seit Beginn unseres Lebens ist sie unser Hauptschutz gegen alle Einflüsse. Denn dieses Gewebe hat alles erlebt, was seit Anbeginn allen Lebens geschah. Eine ungeheure Menge an Informationen muss inzwischen verarbeitet worden sein. Immer hat sich die Faszie allen neuen Gegebenheiten angepasst. Es ist nicht vermessen zu behaupten, die Faszie sei mit sämtlichen Informationen in Berührung gekommen, die je auf diese Erde niederprasselten. Man kann also annehmen, dass die wesentlichen Erfahrungen auf diesem Planeten in unseren Faszien gespeichert sind.

Wir glauben viel zu wissen und sind trotzdem weit davon entfernt zu verstehen, wie unsere Natur und das Universum funktionieren. Durch unsere sehr schnelle Entwicklung und den Aufstieg zu den Herrschern dieser Welt sind wir ein wenig arrogant geworden. Wir haben wunderbare Thesen entwickelt und exakte Gesetze formuliert (für sehr spezielle Situationen). Aber wir haben immer noch nicht Gott und die Welt verstanden. Die einfachsten Dinge, die uns jeden Tag begegnen, geben uns Rätsel auf, die wir auch nicht im Ansatz befriedigend lösen können (wie z.B. die in diesem Buch besprochene Bremsmuskulatur). Ein weiteres gutes Beispiel für unsere Ratlosigkeit ist einer der wichtigsten Stoffe dieser Erde, das Wasser.

Wie mit Verknüpfung von Körper und Geist in Zukunft ein moderner und erfolgreicher Umgang mit Schmerzen, Unbeweglichkeit und Leid gestaltet werden kann, soll hier aufgezeigt werden. Sich selbst zu erkennen, das schwierigste Ziel für einen Menschen, wird am eigenen Körper und Geist geübt. Dies ist die Voraussetzung, fundamental etwas an sich selbst zu verändern. Doch wie immer brauchen wir für die Lösung unserer eigenen Probleme auch einen Partner, der uns hilft, unterstützt, coached und spiegelt.

Daher ist dieses Buch für ein größeres Publikum bestimmt. Nämlich für alle, die mit dem Bewegungsapparat zu tun haben in der Medizin oder im Sport. Die ein wenig esoterisch angehauchte Seitenlinie der Medizin wird nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil, sie findet so manche Argumente, die sie ermutigt weiter zu forschen. Und es ist ein Buch für die Jugend, die noch keine Schmerzen und Deformierungen hat, die ein bewegliches und schmerzloses Alter erleben will. Denn Vorbeugung ist bekanntlich ein Schlüssel zur Gesundheit.

In den folgenden Kapiteln werden Vorurteile ausgeräumt, falsche Behandlungen skizziert und mit Wissen und Demut Ratschläge erteilt, die dem heutigen Stand entsprechen, aber vielleicht bald schon wieder zum alten Eisen gehören, weil Entwicklungen und neue Erkenntnisse nun einmal nicht aufzuhalten sind.

Vorwort

Der englische Begriff Mind ist wesentlich vielschichtiger als der deutsche Begriff Geist. Mind kann Verstand, Seele, Ansicht, Gedanke, Sinn, Absicht, Kopf, Psyche, Gemüt oder gar Bewusstsein bedeuten.

Eine scharfe Abgrenzung gegenüber der Esoterik gibt es bislang nicht, so dass vieles auf diesem Gebiet von Hardlinern als Spekulation angesehen werden kann. Entscheidend ist für den praktischen Alltag, dass wir etwas damit anfangen können. Wir müssen es selbst ausprobieren und machen, um mehr Klarheit in uns selbst zu schaffen.

Der Sinn dieses Buches ist aufzuklären, Wissen zu vermitteln und Widersprüche zu diskutieren. Es kann nicht Ihre Schmerzen wegnehmen. Aber wenn Sie das Wesentliche verstanden haben, kann es Ihnen helfen, Ihren Weg aus der unübersichtlichen, komplizierten Schmerzfalle zu finden.

Wir leben in einer Demokratie. Als Schüler hat man uns schon beigebracht, dass dies Freiheit und Verantwortung bedeutet. Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit zu beurteilen, was wir entscheiden müssen. Wir brauchen also Informationen. Aber das ist eine recht komplizierte Sache. Objektive Informationen erreichen uns nicht. Wer die meiste Macht hat über Daten, Geld oder Politik, der wird die Masse hinter sich vereinen. Der Einzelne kann nicht mehr die Argumente der konkurrierenden Thesen beurteilen. Er folgt seinem Bauch oder einer Gruppe.

Wir leben aber auch in einer Welt wachsender Beschleunigung. Wie schnell die ist, können wir gar nicht mehr beurteilen. So wie ein explodierendes Wachstum, wie wir momentan unser Universum in seiner Ausbreitung beschreiben? Uns fehlt der Überblick. Keiner kann mehr unser exponentiell ansteigendes Wissen und die daran arbeitenden vielfältigen Forschergruppen auf allen nur möglichen Gebieten verstehen und beurteilen, geschweige denn zusammenfassen. Das bedeutet, unser komplexes Wissen auf dieser Welt ändert sich stündlich in jedem Bereich. Dinge und Prozesse, die wir Jahrtausende als normal und richtig erkannt haben, müssen von heute auf morgen völlig anders interpretiert werden. Unser festes Wissensgebäude ist sehr schwankend geworden. Wir können uns auf nichts mehr 100-prozentig verlassen, da sich tatsächlich unser Weltbild in jedem kleinen Teilsektor von einer Minute auf die andere vollkommen ändern kann. Viele jubeln auf. Das ergibt völlig neue, ungeahnte Möglichkeiten. Andere sind irritiert und wollen es nicht wahrhaben, dass das Verständnis für das bisherige Leben fragil geworden ist.

Wir müssen umdenken, die Frage ist wann. Dies passt allerdings nicht in unsere jetzige politische Landschaft. Da die heute erfolgreichsten Projekte auf früheren Annahmen von vor 10 bis 20 Jahren beruhen, inzwischen aber ungeheure Mengen an geliehenem und investiertem Geld in eben diese Projekte geflossen sind, kann ein sofortiges Umdenken schwerlich akzeptiert werden. Erst muss das investierte Geld wieder hereinkommen, natürlich mit einem satten Gewinn. Die Kosten dafür werden ganz selbstverständlich der kommenden Generation zugemutet. Es ist kein lokales Problem mehr wie noch vor nicht allzu langer Zeit.

Ein Beispiel liefert das Ruhrgebiet in Deutschland. Die durch den Kohleabbau im letzten Jahrhundert mehr als hundert Meter komplett abgesackte und eingesunkene Gegend (heute 5,2 Millionen Einwohner) muss bis in alle Ewigkeit entwässert werden, wenn die Wohngebiete erhalten werden sollen. Das ist ein lokaler Effekt. Doch ab jetzt betrifft jede einzelne Entscheidung die ganze Welt. Keiner kann mehr ausweichen oder gleichgültig sein.

Negativzinsen offenbaren die harte Wirklichkeit in unserer heutigen Welt. Sie zeigen die Inflation, die riesige Geldvermehrung und die immer stärker drückenden Schulden. Das Wachstum soll weiter angekurbelt werden, um die Wirtschaft nicht kollabieren zu lassen, obwohl wirklich jeder vernünftige Mensch weiß, dass es kein unbegrenztes Wachstum geben kann. Wir müssen all die Schulden irgendwann zurückzahlen. Also sind wir in einer Zwickmühle. Die Vorstellungen driften weit auseinander. Ganz unterschiedliche Ziele werden von einigen wenigen einflussreichen Interessengruppen definiert. Passende Analysen und Gutachten können für Geld gekauft werden. Argumente zählen weniger als Stimmungsmache.

Die beschleunigte Technik tut ihr übriges. Sie bietet immer modernere und perfektere Tools an, um Bilder oder Tatsachen zu verzerren oder gar auf den Kopf zu stellen. Die Volksseele beginnt zu rumoren. Besonders die Jugend hat verstanden, dass ihre Zukunft gerade verkauft wird. Mächtige Institutionen versuchen sich durchzusetzen. Alle Bereiche des Lebens sind davon betroffen, aber auch manchmal miteinander verquickt. Das macht die Entscheidung für den Einzelnen nicht leichter, da er naturgemäß mehreren »Tribes« (Interessensgruppen) mit gegengesetzten Zielen gleichzeitig angehört. Wie entscheiden wir uns: Erst einmal kurzfristig gewinnen und dann die Folgen tragen (nach mir die Sintflut?) oder heute auf einige Vorteile verzichten, um den Boden für eine sichere Zukunft unserer Kinder vorzubereiten.

Alle diese Entscheidungen können nur von einer aufgeschlossenen und aufgeklärten Gesellschaft vernünftig gelöst werden. Eine große Herausforderung für das ewige Problem des Menschen: Was ist wichtiger? »Das Individuum oder die Gesellschaft?« Oder moderner ausgedrückt: »Die einzelne kleine (reiche) profitierende Gruppe oder ein großer Teil der Menschheit?« Diese Frage sollte eigentlich nur demokratisch entschieden werden. Wenigstens erwarten wir das für den europäischen Teil dieser Welt. In dieser Hinsicht müssen wir uns wohl oder übel einer Mehrheit anschließen, auch wenn wir das nicht für richtig finden.

Das gilt nicht für chronische Schmerzen

Es gibt aber einen Bereich, da können wir höchst persönlich als Individuum entscheiden. Es geht um uns, um unsere eigene Person, unser eigenes Wohlbefinden. Ich spreche hier von unserer Gesundheit und unserem Gesundheitssystem, das sich außerhalb staatlicher Kontrolle selbstständig und selbstkontrollierend etabliert hat und bis jetzt die Aufgabe übernahm, für die Gesundheit aller zu sorgen. Dieses System hat sich über Jahrhunderte entwickelt und seine eigene innere Selbstständigkeit vertieft. Als Resultat finden wir auf der einen Seite einen festen, mächtigen, sich selbst schwer verändernden Klotz und auf der anderen Seite einen mehr oder wenig unmündigen Patienten, der sich den allwissenden Göttern zu unterwerfen hat.

Um Entscheidungen treffen zu können, braucht man Kenntnisse, eigene Erfahrung und die Möglichkeit sich zu informieren. Man muss Zeit investieren, um auf einem aktuellen Wissensstand zu sein. Um dies möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, dafür ist dieses Buch geschrieben.

Ich möchte Sie motivieren anzufangen,

sich mit Ihren eigenen Problemen zu beschäftigen,

damit Sie komplex verstehen, worum es überhaupt geht.

Wir brauchen ein neues Verständnis von uns selbst. Nur so können wir selbst entscheiden, wer wir sind, wo wir herkommen, was uns geformt hat und welcher Sinn in den verschiedenen merkwürdigen Abweichungen oder Eigenschaften liegen, die anders bei uns ausgebildet sind als bei unseren nächsten Verwandten, den Primaten oder noch weiter zurück im Stammbaum. Warum haben wir so viele Details anders entwickelt als die restlichen Säugetiere? Das herauszufinden ist eine spannende Aufgabe. Die Lösung kann ziemlich erhellend sein. In unserer Entwicklung haben wir Fähigkeiten entwickelt oder erfunden, die ganz außerordentlich sind. Einige davon sind schon Millionen Jahre alt, andere beginnen wir gerade mit Erstaunen zu entdecken.

Die Beschleunigung des Universums ist besonders eindrucksvoll in der weiteren Entwicklung unseres eigenen Körpers. Sie werden erstaunt sein, was es da alles zu entdecken gibt. Sehen Sie sich nur die Jugend an. Konnten Sie alle diese akrobatischen Spielereien früher auch?

Als Ergebnis dieser intensiven Analyse muss auch die Therapie völlig anders gedacht werden. Nicht mehr Symptome sind maßgebend für die Therapie. Was wir empfinden, ist ziemlich irrelevant und führt uns oft in eine Sackgasse. Es ist die individuelle Beobachtung von außen, die zur Erkenntnis in unserem eigenen Körper führt. Wir werden aufgefordert, in jedem Lebensabschnitt das richtige Maß von Spannung und Entspannung für die verschiedenen Körperebenen zu finden. Wir sollten lernen uns perfekt zu bewegen und dabei Verletzungen unbedingt zu vermeiden.

Das hohe Ziel ist, sich wertefrei zu beobachten, sich selbst zu erkennen und immer auf eine ausgeglichene Haltung bedacht zu sein, sowohl innerlich als auch in der äußeren Erscheinung. Zur Unterstützung wäre wünschenswert, eine aufgeklärte, wache, rücksichtsvolle, lebendige Gesellschaft und vertraute Partner zu haben, die einem helfen, sich selbst zu spiegeln, zu verbessern und zu verwirklichen.

Kapitel 1

Warum wir Schmerzen haben müssen

Schmerzen mögen wir alle nicht. Und da uns die Pharmaindustrie glücklich sehen möchte, setzt sie alles daran, uns zu animieren, möglichst viel und häufig Schmerzmittel zu uns zu nehmen. So werden wir regelmäßig am Abend beim Fernsehen daran erinnert, auch rezeptfreie Medikamente nicht zu vergessen und sie zu kaufen. Unsere geheimen Erlösungserwartungen werden so laufend genährt und angestoßen. Aber ist das wirklich gut für uns? Lassen wir uns so leicht manipulieren und verführen? Ich fürchte ja.

Schmerz kann doch nicht gut sein! Also ohne Kompromiss und Zweifel. »Weg damit!« Aber ganz so einfach ist es vielleicht doch nicht.

Bei längerem Nachdenken müssen wir wohl zur Erkenntnis kommen, dass die Natur nichts geschaffen hat, was keinen Sinn macht. Milliarden Jahre hat unser Planet gebraucht um sich zu entwickeln und alle die Dinge hervorzubringen, die ideal sind und einfach nur passen, weil sie auch eine Zukunft haben. Alles was sich nicht auf die wechselnden Bedürfnisse hat einstellen können, ist nicht mehr existent. D.h. wir leben in der bestmöglichen Welt. Und wir haben mehr als alle anderen Wesen eine Möglichkeit geschaffen, uns zu schützen und enorme Kräfte und Fähigkeiten zu entwickeln, um feindliche Elemente auszuschalten.

Grundsätzlich müssen wir uns jedoch vor Augen halten, dass wir nicht alleine auf dieser Welt sind. Alle anderen Lebewesen haben genauso eine Berechtigung. Wer sich weiter in Zukunft durchsetzen wird, können wir nicht wissen. Vergessen wir nicht, dass der Mensch bis jetzt ein nur kurzes Gastspiel auf dieser Erde gegeben hat. Angenommen, unser Planet wäre eine Stunde alt, dann würde unser Aufenthalt hier bloss ein paar Sekunden ausmachen. Unser Vorteil besteht darin, dass wir uns schneller entwickeln konnten als andere Lebewesen, dass wir mehr Möglichkeiten haben, Dinge zu hinterfragen und zu erkennen und dass wir uns ein wenig besser vorstellen können, was uns in Zukunft erwartet. Wir haben unsere Kommunikation perfektioniert und manch eine Maschine entwickelt, die uns die Arbeit abnimmt.

Alle anderen Lebewesen dieser Welt sind uns im Prinzip feindlich gesinnt und werden alles daran setzen, ihre Interessen ebenso zu bewahren. Mit vielen haben wir lebensnotwendige Kompromisse geschlossen, wie z.B. mit unseren Darmbakterien und ganz früher mit den Mitochondrien, diesen winzigen Kraftwerken, die wir in unserem Körper entwickelt haben und die jede einzelne Zelle mit Energie versorgen. Trotzdem leben wir in einer gefährlichen Welt, die sich jederzeit ändern kann. Nicht nur langsam wie durch Klimawandel, sondern auch durch kaum vorhersehbare und beeinflussbare Ausbrüche von Vukanen, Asteroideneinschläge, Virenkatastrophen oder Verstärkung der Sonneneruptionen (der für uns existenzielle Einfluss der Sonne wird später noch genauer gesprochen). Nichts davon können wir in irgendeiner Weise beeinflussen (wenigstens bis jetzt nicht).

Die Kommunikation des Körpers

Wir sind inzwischen die Leiter der Entwicklung soweit hinauf gestiegen, dass uns jetzt unsere chronischen Schmerzen stören. Sie sind einfach unangenehm. Noch vor ein paar hundert Jahren war das ganz anders. Da es damals wenig Möglichkeiten gab Schmerzen zu reduzieren und alle Leute davon betroffen waren, selbst Könige und Päpste, waren Schmerzen eben Schicksal. Man drehte die Sache um und begann zu glauben, wer besonders starke und langwierige Schmerzen habe, könne nur jemand sein, der von Gott besonders geliebt werde und dem erlaubt worden sei, schon auf Erden ein Teil seiner Sünden zu verbüßen. Fegefeuer und Hölle waren damals für die Zukunft deutlich schlechtere Alternativen. Einen sozialen Aspekt hatte diese Anschauung ebenfalls, da Krüppel und Arbeitsunfähige von jedem, der geben konnte »freiwillig«, eben für »Gottes Lohn«, unterstützt wurden. Darüber können wir uns heute nur wundern. Statt jedem einzelnen, schieben wir nun dem Staat und der Gemeinschaft die Verantwortung zu.

Doch wir kommen nicht umhin zu fragen: »Warum haben wir diese chronischen Schmerzen überhaupt? Wo liegt der Sinn? Was will ein Gott oder die Natur uns damit sagen?« Dieser Sache müssen wir nachgehen.

Der Schmerz ist ein Signal, eine Warnung.

Er hat Schutzfunktion und ist eminent wichtig.

Er will uns warnen vor einer Gefahr in der Zukunft.

Vom akuten Schmerz kennen wir schon die Warnfunktion. Ein Mensch, der nicht realisiert, dass er seine Hände sofort von der heißen Herdplatte zurückziehen muss, wird nicht lange ein normales Leben führen können. Er hat wirklich einen großen Nachteil. Warum sollte die Natur diesen sicheren, guten Weg verlassen und einen anderen Mechanismus als den akuten Schmerz als Warnsignal wählen? Trotzdem sind wir verwirrt. Irgendetwas stimmt hier nicht, sonst würden wir ja die Antwort oder die Lösung für unser Problem ganz offensichtlich sehen und könnten alle unsere Schmerzen und Schwierigkeiten anstandslos vermeiden.

Wir können nicht logisch denken

Die Lösung dieser Frage ist einfach. Der Grund ist: Wir können nicht logisch denken. Unsere Stärke ist Muster zu erkennen. Darin sind wir Weltmeister. Ich weiß, jeder von uns ist überzeugt davon, ein logisch denkender Mensch zu sein. Doch dem ist leider nicht so. Eine ausführliche Erklärung gibt es in meinem zweiten Buch der Trilogie »Du und Dein Schmerz«.

Nur so viel hier. Wir müssen darüber nicht traurig sein, denn wenn wir konsequent logisch denken würden oder denken könnten, wären wir ziemlich asoziale Wesen. Wir mussten uns vor ein paar hunderttausend Jahren entscheiden, ob wir lieber als Einzelwesen leben wollten oder uns daran machten sollten, Teamgeist zu entwickeln. Gemeinsam in Gesellschaft mit anderen zu leben, Sprache zu erfinden und soziale Verbände zu schaffen, führte dann auch zu grossen, weltumfassenden Gemeinsamkeiten. Damit war eine deutlich schnellere Entwicklung möglich, weil immer mehr Gehirne gleichzeitig am selben Problem arbeiten konnten. Und dadurch konnten deutlich komplexere Fragen gelöst werden. Wir gehen spannenden Zeiten entgegen.

Verstehen Sie den Sinn Ihrer eigenen Schmerzen

Als erstes dürfte klar sein, dass diese Schmerzen nicht gegen Sie selbst als Person gerichtet sind. Ihre oberste Kontrollbehörde für Sicherheit im Gehirn, die Sie sich als Parlament oder Versammlung aller Gehirnteile vorstellen können, wird Tag und Nacht auf Sie aufpassen und immer nur die besten Entscheidungen treffen, die dank der gelieferten Informationen möglich sind. Dabei werden alle Hirnregionen und alle Informationszentren mit einbezogen und befragt, egal ob Sie wach und bei Bewusstsein, am Schlafen der gar im Koma oder in Ohnmacht sind. Dieses Parlament ist unbestechlich und kann selbst im Unterbewusstsein auf Daten zurückgreifen, die Sie nicht wahrnehmen und auch nicht verstehen. Das ist gut so. Denn wenn jedes Mal eine Entscheidung getroffen würde, die von Ihrer jetzigen Stimmung oder Ihrer eigenen momentanen Einschätzung bestimmt ist, würden Sie kaum eine längere Überlebenschance haben. Also begrüßen Sie dieses Zentrum, loben Sie ist es und vertrauen Sie auf die Erfahrung und Weisheit von Jahrtausenden.

Da wir Menschen sind, möchten wir natürlich auch verstehen, warum diese Entscheidung jeweils so getroffen wird. Es ist also an uns herauszufinden, um was es sich handelt. Wir müssen die Sprache lernen und eine Antwort auf unsere Probleme finden. Das alles liegt zentral in unserem eigenen Interesse. Denn Sie werden schon am eigenen Leibe gemerkt haben, worum es tatsächlich geht.

Sie werden so lange gequält, bis Sie die Sprache des Schmerzes

deuten können und verstanden haben.

Also fangen wir an, sie zu verstehen. Diese Sprache kann nur universell sein. Sie kennt keine akustischen Laute, keine Dialekte und keine sonstigen Kommunikationsmöglichkeiten. Das einzige ist der direkte Hinweis. »Hier ist etwas nicht in Ordnung«. Ein Hinweis auf die Region. Mehr Informationen gibt es nicht. Jetzt liegt es an uns, herauszufinden, was damit gemeint ist. Die heutige Interpretation, die uns von den meisten Ärzten der westlichen Medizin angeboten wird ist diese: An der Stelle, wo die Schmerzen auftreten, ist etwas nicht in Ordnung. Das ist zunächst ziemlich einleuchtend.

Wenn wir allerdings in der menschlichen Geschichte ein wenig zurückgehen, so werden wir feststellen, dass überall auf der Welt in anderen Kulturen und auch in unserer eigenen früher diese Annahme nicht so selbstverständlich war. Da Bewegung und Beweglichkeit wichtig waren, hat man sich eher an den Funktionen der verschiedenen Teile des Körpers orientiert und gefragt, warum man bestimmte Glieder nicht oder nur schlecht bewegen konnte. Man hat also mehrheitlich den gesamten Prozess der Bewegung angesehen und sich nicht so sehr auf den Teil konzentriert, bei dem sich die Schmerzen besonders bemerkbar machten.

Nach der französischen Revolution haben sich Völker bekriegt, jetzt Nationen genannt, und nicht wie vorher einzelne Personen, Herrscher, Könige und Kaiser. Die daraus entstandenen Massenkriege haben auch die Medizin in ihrer Entwicklung beschleunigt. Man hat Apparate entwickelt, mit denen man den Körper durchsichtig machen konnte (Röntgenstrahlen, Ultraschall, Computertomographie). Nun hat man sich für das Innere des Körpers interessiert. Und auf einmal war die Ansicht geboren, da wo die Schmerzen sind, muss auch irgendetwas zu finden sein, was es zu korrigieren gilt. Das ist auch heute noch die offizielle Vorstellung der modernen Medizin im Westen. Die oben gestellte Frage, »was will der Körper uns eigentlich mitteilen?« wurde nie mehr gestellt. Man könnte diese heute übliche Haltung auch als Arroganz auslegen.

Wo wird in Zukunft der Schaden sein?

Denn, wie sich langsam herauskristallisiert, will die oberste Aufsichtsbehörde uns nicht mitteilen, wo ein Schaden vorhanden ist, sondern sie möchte uns lediglich darauf aufmerksam machen, dass diese Stelle, sollten wir sie nicht weiter beachten, diejenige sein wird, an der irgendwann etwas kaputt geht, wenn wir nichts dagegen unternehmen. Eine so genannte Bruchstelle also, irgendwie.

Schmerz sagt nur, wo in Zukunft etwas zu Bruch gehen wird.

Er beantwortet nicht die Frage, wo ich etwas verändern muss.

Von der früher selbstverständlichen ganzheitlichen Sicht der Funktion haben wir fast unbemerkt einen Schlenker gemacht in Richtung Struktur. Die Frage war also nicht mehr »wie kann ich am besten eine Bewegung ausführen und was hindert mich daran«, sondern gesucht wurde nach einem Defekt in einem Bereich, den man mit Instrumenten sichtbar machen konnte. Lange waren das nur Gewebe mit einer dichten Struktur, also Knochen. Und natürlich die Gelenke. Denn die Gelenke waren es, in denen die Schmerzen aufgetreten sind. Nun sind Knochen und Knorpel ziemlich feste und belastbare Strukturen, die sich nicht so leicht verändern. Die Konsequenz haben Sie alle am eigenen Leib erfahren. Mit einer endgültigen, zielgerichteten Therapie muss so lange gewartet werden, bis das Gelenk stark beschädigt seine perfekte Funktion verloren hat. Die Älteren von Ihnen, die sich in ihrem Bekanntenkreis gerade gedanklich umgesehen haben, werden dieses bestätigen.

Nachdem Sie ihn nicht verstanden haben, sagt der Schmerz in Ihrem Körper also die ganze Zeit nichts anderes als:

»Mach weiter so, dann wird deine Wirbelsäule unbeweglich sein.«

»Mach weiter so, dann wird deine Hüfte versteifen.«

»Mach weiter so, dann wirst du keine Spaziergänge mehr mit diesem Knie machen können.«

Die angebotene medizinische Lösung bedeutet in der Regel einen operativen Eingriff beziehungsweise den Austausch eines Gelenks.

Vorher sind natürlich regelmäßige Kontrollen mit aufwändigen diagnostischen Apparaten nötig, gefolgt von einem grossen Angebot an physiotherapeutischen Übungen, die allerdings den Arzt üblicherweise nicht besonders interessieren. Kein Zeichen für besonders gute Koordination.

Ein unabhängiges Überwachungszentrum ist absolut notwendig

Jedes Lebewesen braucht ein Warnsystem, das Tag und Nacht über den gesamten Organismus wacht. Das System muss unabhängig sein, selbstständig handeln können und darf nicht durch irgendetwas beeinflussbar sein. Während unseres Wachbewusstseins haben wir die Vorstellungen, Herr über unsere Sinne zu sein und alles registrieren und unterscheiden zu können, was um uns herum passiert. Aber auch in dieser Phase werden wir kaum Informationen bekommen von den normalen Funktionen des Körpers, wie Verdauung, Blutdruck und so weiter. Müssten wir diese Informationen tatsächlich bewusst verarbeiten und einschätzen, so würde uns das praktisch handlungsunfähig machen. Die Informationen wären zu widersprüchlich. Wir könnten nicht mehr spontan sehr schnell die richtigen und vernünftigen Entscheidungen treffen. Einerseits wäre die Datenmenge zu groß und es gäbe keine Pause, zum anderen gäbe es viel zu viele Widersprüche. Wir müssen also ganz klar erkennen, nur ein Teil von dem, was wir unser aktives Leben nennen, können wir überhaupt wahrnehmen und beeinflussen.

Es ist nur selbstverständlich, dass diese Wächterzentrale Zugang zu allen Daten im Kopf hat und nicht unser Bewusstsein. Die Verarbeitung findet in der Schaltstelle statt, da wo alle Informationen zusammen laufen, im Gehirn. Hierbei handelt es sich nicht um einen exakt lokalisierbaren Platz, sondern um ein vernetztes System. Die Sprache dieses Systems muss sich selbstverständlich im Körper äußern. Vorhanden im Körper sind überall Nerven, die Botschaften übermitteln können. Damit kann jeder Teil im Körper erreicht werden. Wer genau auf die Sprache achtet, wird feststellen, dass sie durchaus differenziert ist. Es gibt nicht nur den groben Schmerz, sondern sämtliche Varianten von einem sanften Kribbeln über ein mehr oder minder intensives Jucken bis zu einem unangenehmen Beißen und Stechen.

Der Schmerz ist also eine Art von Sprache, die von allen

Menschen einheitlich gleich verstanden werden kann.

Die Sprache Schmerz ist als erstes nur ein Signal

Aber wie die meisten Signale hat es eine mehr oder minder große Warnfunktion. Am besten ist, Sie stellen sich eine belebte Kreuzung in einer Großstadt vor. Ohne die vielen unterschiedlichen Signale, die den Straßenverkehr regeln, gäbe es ein ziemliches Chaos. Geordnete, sinnvolle Bewegungen wären kaum möglich. Überall auf der Welt, unabhängig von Sprache und Kultur, haben diese Verkehrszeichen dieselbe Bedeutung. Jeder versteht sie sofort. Sie lenken die Aufmerksamkeit in eine ganz bestimmte Richtung. Damit wird über das Signal auch eine gewisse Warnfunktion vermittelt. Was wäre, wenn wir diese uns häufig störenden und uns manchmal auch belästigenden Verkehrssignale nicht hätten? Wie würde unser Alltag dann aussehen? Auch wenn wir manchmal fluchen, sind wir doch froh, dass es sie gibt. Wir würden aus dem Chaos nicht mehr herauskommen.

Unseren Schmerz in dieser Weise zu betrachten, wird uns im ersten Moment schwerfallen. Und doch ist der Schmerz nichts anderes als ein Signal und eine Warnung.

Bei der Analyse eines heftigen Schmerzes haben wir zwei Dinge zu beachten und zu unterscheiden,

Einmal die Intensität und

zweitens die Lokalisation.

Wir müssen also die Fragen beantworten: Wie stark und unangenehm ist der Schmerz und wo oder unter welchen Bedingungen tritt er an einer Stelle des Körpers auf?

Die Intensität des chronischen Schmerzes

Bei einem akuten Schmerz ist die Heftigkeit oder dessen Intensität unmittelbar mit den Grad der Gefahr verbunden. Heftiger Schmerz bedeutet große Gefahr, kleiner Scherz geringe Gefahr. Hier geht es in erster Linie darum, nur kurz dieser Gefahr ausgesetzt zu sein. Je schneller man reagiert, umso geringer die Gefahr einer Verletzung, z.B. wenn Sie Ihre Hand nicht schnell genug von der berühmten heißen Herdplatte wegziehen.

Der chronische Schmerz verhält sich ganz anders. Er kommt mehr oder minder zaghaft daher, vorsichtig, in kleinen Schritten. Erst kaum beachtet, wird er mit der Zeit intensiver und die Pausen, in denen er nicht mehr registriert werden kann, werden immer kürzer. Dieses Verhalten erinnert ein wenig an ein zappeliges, nörgelndes Kind, das unbedingt beachtet werden will. Wenn jetzt immer noch keine Reaktion erfolgt, wirft es sich auf den Boden und fängt an zu kreischen und hört dann zum Leidwesen der Eltern auch nicht mehr auf. Spätestens jetzt wäre die Zeit gekommen, darüber nachzudenken, was der Schmerz uns eigentlich sagen will. Wenn wir dieses Signal und die damit verbundene Warnung nicht verstehen, wird einfach das Signal verstärkt. So lange, bis die Warnung verstanden und eine Lösung gefunden wird.

An dieser Stelle und in dieser Phase sehen wir auch, wie unsinnig und töricht es ist, das Signal und die Warnung einfach nicht zu beachten. Wenn Sie ein Verkehrssignal einfach ausschalten oder der Ampel vor Ihnen einen Sack überstülpen würden, wäre dann die Situation völlig anders? Sie werden mir gewiss zustimmen, wenn ich behaupte, die Lage würde unübersichtlicher und damit auch gefährlicher, zumindest auf die Dauer.

Jetzt wollen wir das obige Bild mit unserer Schmerzsituation vergleichen. Wie würde das aussehen? Wie verhält es sich mit der Einnahme von Schmerzmitteln, die ja auch einen Abschalteffekt haben sollen? Sie zögern? Gut so! Natürlich sind Medikamente absolut notwendig und in einer akuten Situation auch die richtige Lösung für den Moment. Bei einer Dauereinnahme sollten Sie allerdings unbedingt die Folgen beachten. Nicht zuletzt deswegen, weil unter der Einwirkung dieser Medikamente für die Zeit der Einnahme die eigenen Selbstheilungskräfte des Körpers praktisch blockiert oder zumindest stark eingegrenzt sind. Diesen Negativaspekt gilt es laufend im Auge zu behalten. Man bekommt hier nichts geschenkt, man kann höchstens etwas eintauschen. Die eigene Einstellung ist also ganz wesentlich. Sie ist stark beeinflusst und ziemlich abhängig von der üblichen Meinung. Die Vorstellung der Gesellschaft von Wirkung und Heilung oder die gerade herrschende Lehrmeinung ist also eminent wichtig für die innere Haltung. Den Einfluss der Pharmaindustrie sollten Sie nie unterschätzen. Allein die Tatsache, dass mindestens die Hälfte der gesamten Bevölkerung unter wechselnden Beschwerden und chronischen Schmerzen im Bewegungsapparat leidet, müsste aufhorchen lassen und Forscher animieren, eine in sich homogene Erklärung für Art und Ursache der Schmerzen zu finden. Allerdings würden die Pharmafirmen dazu keinen rasenden Applaus spenden.

Unter der Einnahme von Schmerzmitteln sind die

Selbstheilungskräfte des Körpers eingeschränkt

Warum mal mehr oder weniger?

Warum sind die Empfindungen so unterschiedlich? Warum spüren wir einmal weniger und ein andermal deutlich mehr Schmerzen? Was hat sich in der Zwischenzeit verändert? Kann man mit logischen Argumenten eine neue Fährte finden? Irgendwie hat das Ganze mit Belastung und Verspannung zu tun. Deswegen ist unser Augenmerk hauptsächlich auf dieses Phänomen gerichtet. Was wir bisher festgestellt haben ist Folgendes: Es gibt zwei wesentliche Verspannungsebenen im Körper. Einmal die Ebene von vorne nach hinten (hier ist der Knick in der Hüfte zwischen Becken und Oberschenkel), und zum anderen die Abweichung zu einer Seite hin, bei dem der Knick in der Taille auftritt. Beide sind für die Verschiebung der Belastungsstraßen verantwortlich. Trösten mag Sie der Tatbestand, dass sich mit der geeigneten Therapie beide Phänomene gleichzeitig beheben lassen, weil sie funktionell miteinander verbunden sind.

Die Lokalisation des chronischen Schmerzes

In manchen Fällen ist der chronische Schmerz diffus und ungenau. Allerdings können die meisten Leute ziemlich klar und bestimmt das Zentrum des Schmerzpunktes angeben. Da, wo der Schmerz ist, muss etwas nicht in Ordnung sein. Das ist die landläufige Meinung. Tatsache ist aber, dass die Ursache meist nicht da liegt, wo es schmerzt. Die Behandlung muss also an anderer Stelle erfolgen. Wie das funktioniert und warum es so ist, habe ich in meinem Buch »Der chronische Schmerz ist nur Verspannung« ausführlich beschrieben.

Da wo es schmerzt ist nicht die Ursache

Aber es muss ja einen Sinn machen, wenn der Körper, beziehungsweise der oberste Wächter so eindringlich auf einen ganz bestimmten Punkt zeigt. Auffällig ist, dass die meisten Schmerzen in einem Gelenksbereich zu spüren sind. Warum wird der Schmerz in diese Gegend projiziert? Die uns heute zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden weisen oft daraufhin, dass in diesem Bereich alles in Ordnung ist. Irgendwelche Unregelmäßigkeiten in den ersten Jahren des Schmerzes hier zu entdecken, verlangt schon einige Fantasie und ist auch kaum juristisch einwandfrei zu dokumentieren. Aber wenn hier etwas weh tut, muss doch auch etwas da sein? Und tatsächlich wird es das auch. Aber erst in der Zukunft, nach einer langen Warnperiode. In der Endphase dieses lang hingeschleppten Problems, nach zwei, drei, vier Jahrzehnten wird dieses Gelenk tatsächlich operiert oder sogar ausgetauscht. Man muss also nur warten, um zu diesem Ergebnis zu kommen? Aber gerade dies wollen wir ja verhindern. Unsere ganzen Bemühungen zielen darauf ab, schon in der Frühzeit die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Und genau das ist der Sinn dieser Ausführungen. Sie sollen Ihnen helfen, die lästigen und schmerzhaften Jahre und Jahrzehnte zu vermeiden. Wenn Sie Schmerzen verspüren, müssen Sie handeln, bevor irgendwelche Veränderungen an Knochen und Gelenken sichtbar werden. Richten Sie sich nach den Funktionen und nicht nach den Strukturen, die man in irgendwelchen Bildern zu sehen glaubt.

Handeln Sie, bevor sich Gelenke und Knochen verändert haben

Die Warnung

Wie wir gerade festgestellt haben geht es hier um eine Warnfunktion. D.h. der Schmerz ist ein klarer Fingerzeig auf die Stelle, die einmal heftige Probleme machen wird, wenn man die jetzige Situation nicht verändert. Der Schmerz heißt also im Klartext: »Sieh hier, dieses Gelenk wird irgendwann nicht mehr zu gebrauchen sein, wenn du nicht bald eine Lösung findest.

Die Spannungsverhältnisse stimmen nicht mehr, die Winkel haben sich verändert und die Belastung überfordert möglicherweise bestimmte Stellen am Knorpel. Versuche das zu verändern. Alle Gelenke sind nur Kraftumwandler. Finde die Muskeln und Sehnen, die die ungleiche Krafteinwirkung veranlasst haben. Kontrolliere deine Haltung und versuche mit ausgeglichenen Bewegungen deine Aktionsstraßen wieder zu harmonisieren.«

Die unerkannte Bremsmuskulatur

Wer die verschiedenen Bahnen von Muskeln und Sehnen bei Problem- und Schmerzpatienten verfolgt, wird überrascht sein, sehr häufig keinen oberflächlichen, äußeren Unterschied an den Beinen zwischen beiden Ober- oder Unterschenkel zu finden. Von außen kann man an den Muskeln nichts Ungewöhnliches erkennen. Sie erscheinen wohlgeformt und unauffällig. Erwarten müsste man eigentlich eine Muskelkonstellation, die einen stärkeren und einen schwächeren Muskel zeigt. Denn einer der Muskeln kann offensichtlich gar nicht mehr richtig benutzt werden. Seine Bewegungen sind steif und beschränkt. Er ist lahm gelegt. Also nimmt man an, er sei zu schwach.

Die logische Folge davon ist: Dieser Muskel sollte mehr trainiert werden. Aber er lässt sich nicht trainieren, schon gar nicht durch gleichförmige Bewegungen, wie sie in Fitnessstudios empfohlen werden, denn er ist gar nicht zu schwach. Er hat nur seine Funktion eingebüßt. Er kann nichts mehr bewirken. Seine Aufgabe, als Antagonist die entgegengesetzte zum meist gegenüber liegenden Hauptmuskel zu machen, kann er nicht mehr erfüllen. Diese Bewegung geht nicht mehr. Heißt das dieser Muskel hat keine Kraft mehr oder kann nicht mehr arbeiten? Ganz und gar nicht! Er hat noch dieselbe Form und Größe wie früher, in seiner aktiven Zeit. Das spricht dafür, dass er auch heute noch durchaus aktiv ist. Aber worin besteht nun diese Aktivität?

Die Antwort mag verblüffen. Dieser Muskel hindert den anderen noch aktiven Gegenmuskel daran seine Bewegung vernünftig durchzuführen. Der Wunsch oder gar der Befehl des Gehirns kann nicht mehr ausgeführt werden. Unser inaktiver Muskel wirkt als Bremse. Muskeln also, die einander in ihren Bewegungen einschränken. Was für einen Sinn soll das machen?

Die Bremsmuskulatur ist für Sicherheit zuständig

Der oberste Richter im Gehirn ist verantwortlich für unsere Sicherheit. Als aufrecht stehende Säule sind wir im Stehen wie im Gehen stark gefährdet umzufallen, da wir viel zu flexibel sind. Wenn wir uns bewegen, wird alles nur noch schlimmer. Wir sind laufend in einer Situation, wo wir gerade straucheln und umfallen. Was wir Gehen nennen, ist fast eine Kunst. Wir torkeln praktisch hin und her von einem Fuß auf den anderen und müssen zusehen, dass wir nicht umfallen und nicht laufend mit dem Boden in Berührung kommen. D.h. wir müssen vermeiden zu stürzen, uns zu verletzen oder gar unsere Knochen zu brechen. Es ist also eine hohe Kunst, diese schwankende Säule immer im Gleichgewicht zu halten. Bei jeder Bewegung, sei es nach vorne oder zur Seite.

Wir sind eine aufrecht stehende Säule