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Die wahre Geschichte von Mariposa auf Ecuador. Eine Reise nach Ecuador - das ist ein wenig wie eine leidenschaftliche Affäre - die Heimat unserer Seelenreise. Das Leben besteht aus Augenblicken - jetzt gerade ist einer davon. Kennst du das? Man kommt irgendwohin und hat das starke Gefühl, hier schon einmal gewesen zu sein. So sehr fühlt sich alles nach Heimat an. So warm, so richtig. Ecuador ist so ein Ort, er stellt etwas mit uns an. Wir kommen uns selbst ganz nah, erleben lodernde Leidenschaft und doch Momente der Einsamkeit. Ecuador verführt uns und fordert uns heraus. Ganz wie ein Liebhaber, der uns kennt - und uns doch nie gehört. In Ecuador können wir uns in einem Monat verändern, in einem Monat verlieben, alles kann passieren in einem Monat. Der Spirit von Ecuador.... Auf der traumhaften Trigopamba in den Anden ist eine uralte Heiltradition zu Hause. Ich reiste als Schamanin nach Ecuador - dorthin, weil kein anderer Ort der Seele so große Harmonie und Leidenschaft schenken kann wie Ecuador. Und nur mit der Ahnung, etwas in meinem bisherigen Leben ändern zu wollen, folgte ich den Schamanen auf ihrem Weg und fand so meine wahre Natur. Ecuador darf sich damit rühmen, das vielfältigste Land des amerikanischen Kontinents zu sein. Am offensichtlichsten wird dies in dieser unglaublich facettenreichen Geschichte.
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Seitenzahl: 145
Veröffentlichungsjahr: 2019
Claudia Elsner
Ecuador- ein Kulturschock mit Liebe, Sex und Ritualen
ECUADOR-
EIN KULTURSCHOCK MIT LIEBE, SEX UND RITUALEN
Die wahre Geschichte von MARIPOSA auf Ecuador
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2019- Autor Claudia Elsner
Umschlaggestaltung-Claudia Elsner
Lektorat-Lena Merkl
Verlag und Druck-tredition GmbH. Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN Taschenbuch 978-3-7482-6800-0
ISBN Hardcover 978-3-7482-6801-7
E-Book 978-3-7482-6802-4
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
13.Juni
14. Juni
15. Juni
16. Juni
17.Juni
18. Juni
19.Juni
20. Juni
21.Juni
23.Juni
24. Juni
25. Juni
26. Juni
27. Juni
28. Juni
29. Juni
30 Juni
1.Juli
2. Juli
3.Juli
4. Juli
5.Juli
6.Juli
7.Juli
8.Juli
9.Juli
10.Juli
11.Juli
Wieder zu Hause
Nachwort
Vorwort
Wer ist Mariposa?
Mir wurde schon früh meine Sehnsucht nach vollkommener Harmonie zwischen Körper, Geist und Seele in die Wiege gelegt. Mit 19 Jahren begann ich in Berlin mit meiner Ausbildung als Kosmetikerin. Meinen Mann lernte ich in Bayern beim Tanzen kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick und wir zogen schon nach kurzer Zeit zusammen. Nach zwei Jahren war unsere Tochter unterwegs und wir heirateten.
Unsere Ehe hatte Höhen und Tiefen, die wir gemeinsam meisterten und doch war ich immer der aktivere und spontanere Teil von uns, weil der Wissensdurst bei mir stark ausgeprägt war. Unsere Ehe endete nach 25 Jahren im gegenseitigen Einverständnis. Erst jetzt erkannte ich wie wichtig es war, einen Partner an meiner Seite zu haben, aber es war zu spät für mich, denn er liebte nun eine andere.
Dafür hatte ich jetzt freie Bahn, um meine Ziele weiter zu verfolgen. Ich ging nach Teneriffa und eröffnete dort eine Wellness-Oase für deutsche Rentner. Mein Wissen erweiterte ich ständig und ließ mich auch in Hypnose und als Coach ausbilden. Auch als Schamanin fand ich meine Berufung. Durch all mein Wissen ist es mir nun möglich vollkommene Harmonie zwischen Körper, Geist und Seele zu finden. Somit konnte ich selbst mein Leben mittels Um- und Neuprogrammierung positiv verändern.
Der Name Mariposa-Schmetterling-steht für das Tattoo, das ich mir mit 60 Jahren auf die rechten Schläfe tätowieren ließ.
13.Juni
>>ICH LEBE MEINEN TRAUM<<
Fliegen oder nicht fliegen, ist das hier die Frage?
An diesem Tag hatte ich nicht mehr darüber nachgedacht.
Mein Ziel war es, Ecuador und Mario kennenzulernen.
Es ist vier Uhr am Morgen, das gestern bestellte Taxi wartete schon vor meiner Haustür und der Fahrer klingelte. Ich bat ihn noch einen Moment zu warten, denn ich müsste noch alle Fenster schließen und den Standby Strom abschalten. In dieser Nacht hatte ich nicht schlafen können, wie sollte ich auch? Den ganzen gestrigen Tag packte ich meinen Koffer ein und wieder aus, nur um ihn dann wieder neu einzupacken. Ich wusste einfach nicht, was ich mitnehmen sollte, denn die Temperaturen in Ecuador sind so unterschiedlich. Laut meiner Information, so zwischen 14 bis 25 Grad tagsüber und nachts etwas kühler, ein Land mit ewigem Frühlingscharakter.
Ach ja, und eine Erkältung nahm ich auch noch mit, die ich mir vor zwei Tagen eingefangen hatte und die ein weiterer Grund für meine schlaflose Nacht war. Jetzt war ich fertig und bereit für meine erste Reise nach Ecuador-Südamerika. Der Fahrer nahm mir mein Gepäck aus der Hand, verstaute es im Kofferraum und fuhr mich nach München zum Flughafen.
Ich folgte meinem inneren Ruf nach Ecuador-dem geheimen Paradies am Pazifischen Ozean mit Tropenwäldern, Vulkanlandschaften und blühender Hochebene. Dort ist alles intensiver-die Farben, Düfte und Gefühle-alles auf dieser fruchtbaren Erde wächst schneller, höher und üppiger.
Am Flughafen empfing mich schon hektisches Treiben im und am Flughafengebäude. Die Menschenschlange, die nach Amsterdam anstand, war auch nicht zu übersehen. Ich hatte meinen größten Koffer mit mehr als 23 Kilo vollgepackt und hoffte, dass ich bei der Kofferabgabe damit durchkommen würde. Als Handgepäck trug ich einen 8 Kilo schweren Rucksack auf dem Rücken.
Aber genau das, was ich um jeden Preis verhindern hatte wollen, traf ein: der Herr am Schalter wog meinen Koffer sehr genau und meinte, dass er 2 Kilo zu viel wiege und stellte mich vor die Wahl, entweder 100€ mehr zu bezahlen oder einen Teil wieder auszupacken.
Seufzend schob ich meinen Koffer also an die Seite und öffnete ihn, um auf gut Glück die überflüssigen Kilos in meinen Rucksack umzupacken.
Da ich seit zwei Jahren mit einem Lendenwirbelbruch durch die Gegend lief, der mir mal mehr, mal weniger Schmerzen bescherte, merkte ich deutlich das zusätzliche Gewicht auf meinem Rücken.
Aber es half ja alles nichts, da musste ich jetzt durch. Schließlich stellte ich mich wieder in der Schlange an, schluckte eine Schmerztablette und wartete, bis ich zum zweiten Mal an diesem Tag an die Reihe kam. Zurück am Schalter wurde ich mit einem freundlichen Lächeln und einem "geht doch!" empfangen. Ich nickte nur und war froh, meinen Koffer endlich abgeben zu können. Danach hatte ich sogar noch Zeit für einen Kaffee, bevor um 7.00 mein Flieger nach Amsterdam startete.
Ich, mein Rücken und die Erkältung machten uns auf in Richtung Boarding. Ich atmete tief durch und dachte: „Jetzt ich bin auf dem richtigen Weg“. Ich spürte das in meinem Bauchraum.
„Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben.“
>>VON AMSTERDAM NACH GUAYAQUIL<<
Der Flug nach Amsterdam dauerte nur eineinhalb Stunden. Ich saß am Fenster, schaute hinaus und folgte meinen Gedanken. Was bewegte mich dazu nach Ecuador zu reisen?
Ich bin ein sehr gefühlsvoller, emotionaler und spontaner Mensch. Ja, das war ich schon immer. Und genau deswegen, weil ich so bin, wie ich bin, beginnt hier meine Geschichte:
Vor neun Monaten lernte ich Mario durch eine Freundschaftsanfrage kennen.
Sein erster Satz, den er mir schrieb war: „Hola quapa como estas“- hallo Hübsche, wie geht es dir?-. Ich hielt das für eine super Möglichkeit mein Spanisch ein wenig aufzufrischen und so hatten wir unseren ersten Messenger Kontakt.
Nach einiger Zeit schrieb er mir, dass er in Ecuador wohnt und ein Indianer ist und in Selver-im Dschungel-aufwuchs. Er, sowie auch seine Geschwister. Er hatte 5 Brüder und 3 Schwestern. Mario lernte das Überleben im Dschungel wie ein Schamane, bis er als Hippie auf Kreuzzug ging und sein Leben selbst in die Hand nahm. Ich fand das alles wahnsinnig interessant, mehr aber auch nicht. Es entwickelte sich zwischen uns eine banale Freundschaft, aber je länger ich mit ihm in Kontakt war desto neugieriger wurde ich auf dieses Land im Nordwesten von Südamerika direkt am Pazifischen Ozean.
Durch seine Mitteilungen lernte ich Ecuador und seine vielen Facetten mehr und mehr kennen und das Internet versorgte mich mit zahlreichen weiteren Informationen und Bildern.
Auch das Wissen der uralten Schamanen sollte Teil meiner Reise werden, und natürlich Mario, mein Indianer, der auf mich wartete und mit mir eine traumhafte Zeit verbringen möchte, falls die Chemie zwischen uns passte. Und deshalb saß ich jetzt im Flieger nach Amsterdam, einem Zwischenstopp auf meinem Weg nach Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors.
Als ob meine Seele Flügel hat, genauso fühlte ich mich. Ja, so richtig entspannt, aber auch voller Erwartungen auf das, was kommt.
>>DIE SELBSTHYPNOSE<<
Am Amsterdamer Flughafen war die Hölle los. So viele Menschen verschiedener Nationalitäten, ich war sprachlos. Schon deshalb, weil ich niemanden um mich herum verstand. Kleidungsmäßig war wirklich die ganze Welt unterwegs. Die Boarding-Tafeln wechselten andauernd die Sprache, so verging die Zeit bis ich meinen Aufruf lesen konnte. Das Flughafengebäude war einfach überwältigend. Interessanterweise waren hier Geschäfte aus allen Ländern vertreten. Eine Einkaufsmeile ohne Ende. Doch ich hatte keine Zeit Souvenirs zu kaufen…
Ich trug meinen Rucksack, der nun mit 10 Kilo bepackt war und mir einfach zu schwer war, mal links, mal rechts oder wieder am Rücken. Mir lief der Schweiß runter, denn ich stand auch noch unter Zeitdruck, weil ich mich hier nicht auskannte und nicht wusste, wie ich zum Boarding nach Guayaquil-Ecuador kommen sollte.
Langsam geriet ich in Panik, was wenn ich meinen Flieger verpasste?
Und ich hier in Amsterdam übernachten musste? ….Ich hatte keine Zeit darüber nach zu denken und wollte das auch nicht.
Um zum Boarding zu kommen musste ich laufen, fast schon rennen. Zweimal hatte ich mich verlaufen, bei der dritten Auskunft fand ich dann den Ausgang nach Guayaquil, aber mittlerweile war ich schweißgebadet.
Ich glaubte es einfach nicht, als ich den Flieger sah: bestimmt gehen hier 500 Menschen rein! Mit so einer Maschine bin ich noch nie geflogen, einfach wow oder besser gesagt gigantisch.
An Bord zeigte mir das Flugpersonal in welcher Reihe mein Platz war, denn ich war zu gestresst, um klar denken zu können. Ich war ein wenig in Panik bei dieser Menschenmenge und diesem Gedrängel hier an Bord. Am liebsten wäre ich gleich wieder ausgestiegen.
Man hatte kaum Platz zum Gehen, die Gänge waren ziemlich eng und die Hektik der Menschen war für mich die absolute Katastrophe.
Bis auf den letzten Platz war der Flieger voll besetzt. Ich fand kaum noch Platz für meinen schweren Rucksack, der oben auf die Ablage musste.
Jetzt schon genervt, setzte ich mich schließlich auf meinen Platz am Fenster. Ich hätte nie gedacht, dass so viele Touristen, bis auf einige Spanier, nach Ecuador flogen, um dort Urlaub zu machten.
Ich hatte eine 14 stündige Flugzeit vor mir und die sah so aus:
Neben mir saß ein Mann, der gleich das Husten anfing und in die Tüte, die im Netz vor seinem Sitz steckte, spuckte.
„Das fängt ja toll an", dachte ich und zog mein Halstuch bis zur Nase hoch, ich hatte ja selber eine Erkältung mitgenommen.
Ich versorgte ihn gleich mit meiner Handdesinfektions-lotion, denn ich wollte nicht, dass er hier mit seinen Händen überall seine Viren verbreitete. Wenig später kam noch eine etwas jüngere und molligere Dame dazu, nun war unsere Reihe komplett besetzt.
Genervt von meinen Sitznachbarn war ich schon vor dem Start.
Er hustete sich ununterbrochen fast die Lunge raus und spuckte in die Tüte. Meine zwei Flaschen Desinfektionslotion, die ich dabei hatte, waren im Nu verbraucht, denn ich bat ihn, sich seine Hände jedes Mal damit einzureiben. Neben dem Mann saß die junge, molligere Dame. Nach 3 Stunden fing sie an mit ihren Füßen zu trampeln, das sich wie trommeln anhörte. Da sie dicke Beine hatte, spürte ich die Vibration bis an meinen Platz.
Ich zählte 4x bum, bum, bum, bum. Kurze Pause und dann wieder 4x bum, bum, bum, bum…
Jedes Mal, wenn ich einschlafen wollte trampelte sie mit ihren Füßen oder der Mann hustete und spuckte das Abgehustete in die Tüte. Es war einfach schrecklich.
Vor Müdigkeit fielen mir fast die Augen zu. Außerdem hatte ich Fieber, meine Stirn fühlte sich ganz heiß an. Irgendwann fiel ich endlich in einen wohlverdienten Schlaf.
Mein Nachbar weckte mich als das Flugpersonal das Essen verteilte und die Getränke brachte.
Ich war nicht hungrig, aber wir hatten noch einige Stunden Flugzeit vor uns.
Wegen meiner Erkältung musste ich noch Tabletten einnehmen, aß danach mein Essen und trank einen Tee gegen meinen trockenen Hals. Uns wurde das typische Flugzeugessen serviert: Reis mit Huhn und Gemüse, Salat und ein Stück Käsekuchen als Dessert.
Wir sind erst sechs Stunden geflogen, als ich auf die Uhr sah. Also hatten wir noch acht Stunden vor uns: „Na Bravo", dachte ich.
Die Tabletten machten mich wieder müde und ich wollte einfach nur schlafen, damit auch die Zeit schneller verging. Ich ließ mir vom Personal eine Decke und ein Kopfkissen bringen, drückte meinen Sitz nach hinten, schloss meine Augen und dann kam….
…wieder das Trampeln der jungen Frau mit ihren Füßen. 4x bum, bum, bum, bum und das Husten des Mannes neben mir. „Ich werde verrückt", dachte ich. Dazu kam noch das Geschrei der Kinder hinter und vor mir.
Es war ein Höllenflug ohne absehbares Ende. Ich musste etwas tun, um den weiteren acht Stunden zu entfliehen.
Ich dachte jetzt an eine Selbsthypnose, um mich hier raus zu holen. Also begann ich meine Atmung zu kontrollieren, schloss dann meine Augen und zählte bis zehn. Das Husten und Trampeln, jedes Geräusch brachte mich noch tiefer in einen angenehmen Zustand der Ruhe und Entspannung.
Alles um mich herum schien jetzt weit, weit weg. Tiefer und tiefer atmete ich. Ich ging die zehn Stufen weiter runter in meine Gedanken, bis ich an der Tür zu meiner Traumwelt gelangte und sie öffnete.
In meiner Hypnose war ich bei meinem Lebensbaum mit seinen vielen Ästen und Wurzeln. Er gab mir die Kraft und die Energie wieder erholt aus der Hypnose zu steigen. Es ist nicht nur ein Ritual, sondern auch eine Art der Selbstheilung, die funktioniert.
Irgendwann hörte ich die Maschine landen. Das war das Zeichen, um wieder ins Hier und Jetzt zurückzukehren. Voll entspannt-wie nach einem Tiefschlaf-streckte ich mich. Jetzt war mir das Husten und Spucken von meinem Nachbarn, ja sogar das Trampeln der jungen Frau mit ihren dicken Beinen vollkommen egal.
Voller Freude endlich am Ziel zu sein, schnappte ich mir meinen Rucksack und ging mit den anderen Passagieren von Bord.
Wieso aber war ich in Quito, der Hauptstadt von Ecuador gelandet?
Ich fragte nach und man sagte mir, dass ich noch mit einer kleineren Maschine nach Guayaquil fliegen muss. Na toll, meine Laune war jetzt nicht mehr die Beste. Ich ging zum nächsten Boarding. Der Flieger nach Guayaquil hatte nochmals eine Flugzeit von 50 Minuten.
>>LA LUNA DE MIEL.<<
Es war 17.05 Uhr als ich endlich in Guayaquil, der Hafenstadt von Ecuador, landete. Insgesamt war ich nun schon seit 22 Stunden unterwegs. Hurra, ich hatte durchgehalten, da muss man sich schon mal selber loben.
Der Flughafen in Guayaquil ist bei weiten nicht so groß wie der in Quito, aber mit genauso vielen Touristen und Trubel. Und wieder einmal anstellen und warten bis man an die Reihe kommt bei den Kontrollen, die mit Polizisten und Maschinengewehren gesichert waren.
Die Passkontrollen in Ecuador sind ja der Hammer. Ich musste durch drei strenge Kontrollen:
1. An den bewaffnete Polizisten vorbei gehen
2. Einzeln in einer Glaskabine abgelichtet werden.
3. Genaue Passkontrolle durch 2 Kontrolleure.
Einige Passagiere wurden gefilzt, ich hatte Glück. Deutsche Touristen werden hier wohl gerne gesehen. Ich wurde nur noch gefragt, wie lange ich vorhatte zu bleiben und schon hatte ich einen Stempel in meinem Reisepass.
„Ob Mario schon auf mich wartete?“, fragte ich mich, während ich zur Kofferausgabe ging.
Mittlerweile war es schon 18.00 Uhr und ich hatte immer noch nicht meinen Koffer auf dem Laufband gefunden. Na ja, bei 500 Ankömmlingen ist wohl warten und Ruhe bewahren angesagt. Ich kannte das von Spanien. Der gleiche Ablauf, nur ein anderes Land.
Mein Herz klopfte vor Aufregung bis zum Hals - weil Mario auf mich wartete - oder auch nicht? Ich wollte Mario, meinen Indianer, endlich sehen, obwohl ich auch Angst hatte. Was ist, wenn er nicht kommt oder wir uns nicht verstehen?
Denn eine gute Woche bevor ich nach Ecuador flog, hatten wir kaum noch Kontakt im Messenger.
Kann es sein, dass wir unsere Erwartungen zu hoch schraubten?
Sie nichts mehr mit der Realität zu tun hatten?
Ging es ihm vielleicht ähnlich wie mir?
Während ich in meine Gedanken vertieft war, erspähte ich endlich meinen Koffer auf dem Laufband. Bis zum Ausgang -Salida- war es nun nicht mehr weit. Meine Nervosität stieg.
Vollgepackt mit Koffer, Rucksack und Emotionen kämpfte ich mich durch die vielen Menschen, vorbei an wartenden Familien, Freunden, oder Hotelboys, die ihre Tafeln mit Namen hochhielten.
Suchend sah ich mich um, konnte Mario aber nirgends entdecken. „Na toll", dachte ich, „dann eben nicht".
Plan B musste her: eine vier-wöchige Reiseroute, die ich mir schon in Deutschland mit einem Reiseführer zusammengestellt hatte, sollte es mit Mario nicht klappen. Das war alles, was mir im Kopf herumschwirrte. Doch dann…
In diesem Moment sah ich ihn, Mario -den Indianer. Er kam auf mich zu, denn er hatte mich sicherlich schon längst gesehen. Das Klopfen meines Herzens überschlug sich, während er mir entgegenkam.
Er schaute mich an, mit Augen so dunkel wie schwarze Oliven, nahm mich in den Arm und sagte „Hola Quapa“-Hallo Hübsche.
