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Du bist mit deinen derzeitigen Noten unzufrieden und das nächste Zeugnis soll besser werden. Du hast schon einiges versucht, aber nichts hat funktioniert. Du lernst sehr viel und weißt nicht, warum deine Noten trotzdem schlecht sind. Du möchtest dein Lernverhalten ändern. Schülerinnen und Schüler finden in der Neubearbeitung des Ratgebers jede Menge anschauliche Tipps für erfolgreiches und effizientes Lernen, die einen Weg für mehr Erfolg in der Schule aufzeigen. Zunächst geht es um erprobte Strategien u.a. zur mündlichen Mitarbeit, zur Vorbereitung von Referaten, zur optimalen Heftführung und zur Lernplanung, die es ermöglichen, auf schnellem Weg zu besseren Noten zu gelangen. Anhand von Beispielen wird erklärt, wie sich die Einsatz von modernen Bildschirm-Medien positiv oder negativ auf das Lernen auswirken kann. Weiterhin geht es darum, mit welchen Techniken Schüler ihren Schulstress bekämpfen können und wie wichtig es ist, im Lernalltag auch außerschulischen Beschäftigungen wie Sport und Musik nachzugehen. Abgerundet wird der Ratgeber mit der Darstellung von Lernstrategien, die auf aktuellen Erkenntnissen der Gehirn- und Lernforschung basieren.
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Veröffentlichungsjahr: 2016
Monika Löhle
Effektiv lernen
Erprobte Strategien für mehr Erfolg in der Schule
2., überarbeitete Auflage
Monika Löhle. 1969-1975 Studium der Mathematik, Geografie und Kommunikation in München und Stuttgart. 1976-2014 Lehrerin an einem Gymnasium in Ravensburg sowie dort auch Beratungslehrerin. Tätigkeit als Dozentin im Bereich Bildung und als Kommunikations- und Lern-Coach.
Die erste Auflage des Buches ist 2005 mit dem Titel „Lernen lernen. Ein Ratgeber für Schüler“ erschienen.
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Illustrationen: Rainer Weishaupt, Ravensburg
Format: EPUB
2. Auflage 2016
© 2005, 2016 Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen
(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-8409-2730-0; E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-8444-2730-1)
ISBN 978-3-8017-2730-7
http://doi.org/10.1026/02730-000
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Einführung
1 Der schnelle Weg zu guten Noten
1.1 Die mündliche Mitarbeit
1.1.1 Mündliche Mitarbeit verbessern
1.1.2 Sprechen üben
1.2 Wie gute Lernplanung gelingt
1.3 Lesefähigkeit verbessern
1.3.1 Die Fünf-Stufen-Methode oder ÜFLFÜ-Methode
1.3.2 Ein Referat vorbereiten und halten
1.4 Die Heftführung optimieren
1.5 Hausaufgaben
Der Hausaufgabenplaner
Dein Schreibtisch
Langer Anlauf bis zum Lernbeginn
Feste Hausaufgabenzeit
Von Mitschülern abschreiben
Hausaufgabenplanung
Lernpausen
Ablenkung beim Lernen
Mündliche Hausaufgaben
Für die Klassenarbeit lernen
Die Karteikarten-Methode
Nicht zu schnell aufgeben
1.6 Fremdsprachen lernen
1.6.1 Mit DVDs und anderen Medien lernen
1.6.2 Mit Filmuntertiteln lernen
1.7 Fehler als Lernchance nutzen
Die Rechtschreibung
1.8 Mathematik lernen
Weitere Tipps zum Mathematik lernen
1.9 Selbstbild und Schulerfolg
Mit Lob umgehen
Mit Kritik umgehen
Das Selbstbild stärken
Wie steht es um deine Selbstsicherheit?
2 Bildschirmmedien – Wie wirken sie sich auf das Lernen aus?
2.1 Medienkompetenz
Multitasking
2.2 Video- und Computerspiele
2.3 Facebook und Co.
2.4 Cybermobbing
2.5 Bildschirmmedien und Schlafdefizit
3 Stress
3.1 Schulstress
Wirkungen von Stress
3.1.1 Ratschläge zum Stressabbau
3.1.2 Eine wirksame Entspannungsmethode
3.1.3 Progressive Muskelentspannung
3.1.4 Entspannung in Stresssituationen
3.2 Schulangst
3.2.1 Mobbing
3.2.2 Angst vor Klassenarbeiten
3.2.3 Klassenarbeiten vorbereiten
3.2.4 Angst vor Lehrern und Mitschülern
4 Bedingungen für ganzheitliches Lernen
4.1 Sport
4.1.1 Sport macht schlau
4.1.2 Bewegung und Lernen
4.1.3 Geistiges Spazierengehen – die Loci-Methode
4.2 Musik
4.2.1 Was bewirkt das Musizieren?
4.2.2 Vorsätze umsetzen
4.3 Fantasie
4.3.1 Tagträume
4.3.2 Auditives Lernen
4.3.3 Fantasiereisen
4.4 Der Schlaf
4.4.1 Schlafen, um zu lernen
4.4.2 Einschlafprobleme
4.5 Ernährung und Lernen
Energy-Drinks
Das Stück Traubenzucker
Studentenfutter
Mineralwasser
Übergewicht
5 Erkenntnisse aus der Gehirn- und Lernforschung
5.1 Das Gehirn
Von klein an lernt der Mensch
Woher kommt die Motivation zum Lernen?
5.2 Lernen mit Bildern
Das visuelle Gedächtnis
Ein Blick in die Geschichte
Die Bilderflut
Positive Auswirkungen der Bilderflut
5.3 Erfolg durch ein gutes Gedächtnis
Gedächtnistraining mit der Geschichten-Methode
5.3.1 Die wichtigsten Merkregeln
5.3.2 Schulstoff lernen
5.3.3 Verknüpfungen bilden
5.3.4 Übung für das Fach Biologie
5.3.5 Gedächtnistraining mit Zahlensymbolen
5.4 Schlussbetrachtung und Ausblick
Anhang
Literatur
Hilfreiche Internetseiten
Hinweise zu Studien
Sachwortregister
Du möchtest deine Noten halten oder sogar verbessern? Du bist mit deinen derzeitigen Noten unzufrieden und das nächste Zeugnis soll besser werden? Du weißt nicht recht, wie du das anstellen sollst? Du hast schon einiges versucht, aber nichts hat funktioniert? Du weißt nicht, wie du deine Aufschieberitis in den Griff bekommen kannst? Vielleicht lernst du sehr viel und weißt nicht, warum deine Noten trotzdem schlecht sind. Du möchtest dein Lernverhalten ändern.
Dann ist dieses Buch genau richtig für dich. Ich habe es für dich geschrieben. Seit vielen Jahren befasse ich mich professionell mit dem Lernen, habe durch das Unterrichten verschiedener Fächer in allen Klassenstufen und durch unzählige Gespräche mit Schülern und Eltern vielfältige Erfahrungen gesammelt, Vorträge an den verschiedensten Schularten gehalten, Workshops gegeben und war jahrzehntelang in der Lernberatung tätig. Der für viele Schüler überraschende Schulerfolg bei Einhaltung einer Handvoll Grundregeln, die strahlenden Augen bei der Erfahrung bessere Noten durch effektive Lernmethoden zu erhalten, hat mich zum Schreiben dieses Lernratgebers motiviert. Da sich seit der Erstausgabe viel geändert hat, habe ich ihn vollständig überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht.
Für das richtige Lernen gibt es genauso wichtige Grundbedingungen und Regeln wie für das Autofahren. Wenn du die Regeln nicht be|8|herrschst, dann kommt es früher oder später zum Unfall. Beim Autofahren leuchtet das jedem sofort ein. Dass es beim Lernen genauso ist, ist vielen Schülerinnen und Schülern unklar.
Das vorliegende Buch soll dich wie ein Reiseführer durch das Land des erfolgreichen Lernens begleiten und dich in Etappen zu deinem Ziel, nämlich deinem persönlichen, bestmöglichen Schulerfolg führen. Und das mit möglichst effektiven Lernstrategien, sodass dir genügend Freizeit für Hobbys und Freunde treffen bleibt. Gut für dich, wenn du dich schon beim Lernen auf den Erfolg freuen kannst. Das stärkt deine Motivation und wird zum sich selbst verstärkenden System.
Um die Identität zu wahren, wurden alle Schüler- und Lehrernamen geändert. Um eine flüssige, leicht lesbare Form zu wählen, schreibe ich von Schülern und Lehrern, womit ebenfalls Schülerinnen und Lehrerinnen gemeint sind. Selbstverständlich beabsichtige ich damit nicht, mein eigenes Geschlecht zu diskriminieren.
Ravensburg, Sommer 2015
Monika Löhle
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmung, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.
Konfuzius
Vielleicht hast du noch nie über den Zusammenhang von mündlicher Mitarbeit und Zeugnisnoten in einzelnen Fächern nachgedacht. Es kommt dir so vor, wie wenn diese zwei Dinge nichts miteinander zu tun haben. Das ist ein häufiger Irrtum. Es ist sogar so, dass deine Beteiligung am Unterricht dein wichtigster Beitrag zu deinem eigenen Schulerfolg ist. Gemeint ist damit deine Neugierde, deine Lernbegierde, deine Antwort auf eine Lehrerfrage, deine Frage zum Thema, deine aktive Beteiligung bei Gruppenarbeit, Teamwork, Aktionen, Recherchearbeit, kurz: deine Mitarbeit. Viele Schüler meinen, es ginge einfach nur um das ständige Strecken. Nein, deine Mitarbeit kannst du durch viel mehr als nur durch dein Strecken ausdrücken. Auch ruhige, schüchterne Schüler, die sich selten von selbst melden, können aktiv mitarbeiten. Es geht also um deine Aufmerksamkeit im Unterricht. Wie stark denkst du bei den Erklärungen deines Lehrers mit? Womit beschäftigst du dich, während der Lehrer etwas erklärt? Schweifst du in Gedanken ab oder lenkst du sogar dich und deine Mitschüler ab? Wenn das ab und zu einmal passiert, ist das kein Drama. Aber das Maß deiner Aufmerksamkeit und deiner Beteiligung am Unterricht stimmt häufig mit dem Schulerfolg überein. Wenn du bisher genau in diesem Bereich Probleme hast, hast du jede Menge Optionen, deine Mitarbeit sofort zu verbessern.
Tipp:
Beobachte einmal die drei besten Schüler deiner Klasse nacheinander je einen Tag lang genau und vergleiche deren Verhalten mit deinem Verhalten. Fülle dazu folgendes Vergleichsblatt aus. Schau ganz genau hin.
|10|Angenommen, Alex ist der beste Schüler deiner Klasse.
□ Hat Alex seine Hausaufgaben sorgfältig gemacht?
□ Hast du deine Hausaufgaben sorgfältig gemacht?
□ Hat Alex seine Fehler bei der Hausaufgabenbesprechung in seinem Heft verbessert?
□ Hast du deine Fehler bei der Hausaufgabenbesprechung in deinem Heft verbessert?
□ Hat Alex Hinweise des Lehrers notiert?
□ Hast du die Hinweise des Lehrers notiert?
□ Hat Alex den Unterricht gestört?
□ Hast du den Unterricht gestört?
□ Hat Alex Fragen gestellt, wenn er etwas nicht verstanden hat?
□ Hast du Fragen gestellt, wenn du etwas nicht verstanden hast?
□ War Alex überwiegend aufmerksam im Unterricht?
□ Warst du überwiegend aufmerksam im Unterricht?
□ Hat Alex sich im Unterricht gemeldet?
□ Hast du dich im Unterricht gemeldet?
□ Wie hat Alex sein Interesse gezeigt?
□ Hast du Interesse gezeigt?
□ Hat Alex sorgfältig mitgeschrieben?
□ Hast du sorgfältig mitgeschrieben?
□ War Alex der Unterricht sichtbar langweilig?
□ War dir der Unterricht sichtbar langweilig?
□ Kam Alex pünktlich zum Unterricht?
□ Kamst du pünktlich zum Unterricht?
Häufig kann man bei guten Schülern die obigen Fragen mit Ja beantworten. Das ist kein Zufall, denn die guten Noten sind oft das Ergebnis einer aufmerksamen Mitarbeit.
|11| Merke:
Eine erfolgreiche mündliche Mitarbeit besteht aus:
Zuhören
Mitdenken
Mitreden
Mitschreiben
Wie viel die mündliche Mitarbeit für deine Noten ausmacht, soll dir ein Beispiel klar machen.
Beispiel: Lena passt nicht auf
Lena ist in der 5. Klasse eines Gymnasiums. Sie sitzt in jeder Mathematikstunde verträumt in ihrer letzten Bank und passt nicht auf. Jeden Tag geht der Lehrer von Bank zu Bank und kontrolliert die Hausaufgaben. Nach einiger Zeit fragt er: „Lena, weshalb passt du im Unterricht so wenig auf?“ Lena antwortet: „Heute Nachmittag erklärt mir meine Mama den Stoff viel besser als Sie.“ Offensichtlich hat ihr die Mutter nicht gut genug helfen können, denn ihre Noten in Mathematik sind sehr schlecht.
Wie kann man sich dieses Ergebnis erklären? Die Erklärung ist ganz einfach. Die Mutter erklärt anders und mit anderen Schwerpunkten als der Lehrer. Die Klassenarbeiten werden aber vom Lehrer und nicht von der Mutter aufgestellt, das heißt, Lena muss genau das können, was im Unterricht behandelt wurde.
Ich will dir das anhand folgender Skizze erklären.
Das linke Oval steht für den Unterrichtsstoff, den der Lehrer im Unterricht erklärt. Das rechte Oval stellt den Stoff dar, den die Mama am Nachmittag erklärt. Genau genommen lernt Lena am Nachmittag sogar mehr als die anderen Schüler am Vormittag in der Schule. Aber das nützt ihr leider nichts, da in der Klassenarbeit das gefragt wird, was in |12|der Schule gelernt wurde. Sie kann also nur den Teil des Stoffs, der gleichzeitig in beiden Ovalen liegt. Das ist der mittlere graue Teil. Obwohl sie also wirklich viel gelernt hat, bekommt sie in den Klassenarbeiten schlechte Noten.
So hat sie sich durch ihre Unaufmerksamkeit im Unterricht folgende Nachteile eingehandelt:
Sie hat nicht den ganzen Stoff mitbekommen.
Sie hat nicht mitbekommen, was dem Lehrer am wichtigsten ist.
Ihr war langweilig, weil sie schon wusste, dass ihr das nachmittags nochmals erklärt wird.
Sie hat ihre Unterrichtszeit durch Unachtsamkeit und ihre Freizeit durch unnötiges Lernen vergeudet.
Sie hat nachmittags mehr Zeit als notwendig zum Lernen gebraucht.
Sie lernt einerseits mehr, als sie in der Klassenarbeit wissen und können muss, kann aber den in der Schule behandelten Stoff nicht.
Sie kann in der Klassenarbeit nicht zeigen, was sie kann, weil nicht abgefragt wird, was sie zu Hause gelernt hat.
Sie ist frustriert und beginnt, an sich zu zweifeln.
Nachdem Lena dies alles klar geworden ist, hat sie besser aufgepasst, hat nachmittags mehr Freizeit gehabt und dennoch bessere Noten geschrieben. Sie hat sich folgenden Merksatz zum Motto gemacht:
Merke:
Im Unterricht aufpassen spart Zeit!
Wenn man im Unterricht nicht aufpasst, ist man nicht dumm, aber man verhält sich unklug!
Lena hat erkannt, dass es viel besser für sie ist, wenn sie aufpasst, da sie ja auf jeden Fall im Unterricht sitzt, ob sie nun aufpasst und mitmacht oder nicht. Sie hat die Entdeckung gemacht, dass der Unterricht gar nicht so langweilig ist, wenn man sich beteiligt. Außerdem hat sie bemerkt, dass sie nachmittags viel mehr Freizeit hat, wenn sie in der Schule gut aufgepasst hat. Und das Beste an der ganzen Sache ist, dass sie zu all diesen Vorteilen hinzu auch noch bessere Noten schreibt und mehr Anerkennung erhält.
Dir ist inzwischen sicher ein Licht aufgegangen. Du musst mehr und besser mitarbeiten. Vielleicht ist dir noch nicht klar, was dich von einer guten Mitarbeit abhält? Dann hilft dir folgende kleine Selbsterkundung.
Wie sieht meine mündliche Mitarbeit aus?
Beantworte folgende Fragen:
Wie war deine mündliche Mitarbeit zu Beginn deiner Schulzeit?
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Wie schätzt du deine mündliche Mitarbeit derzeit ein?
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In welchem Fach machst du super mit? Nenne Gründe.
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In welchem Fach machst du überhaupt nicht mit? Nenne Gründe.
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Wie reagieren deine Mitschüler normalerweise auf eine Antwort von dir?
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|14|Wie reagieren deine Mitschüler normalerweise auf eine Frage von dir?
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Was genau ist es, was dir im Unterricht den Mut nimmt, dich zu melden?
___________________________________________________________________________________________________________
Welche Situation hat dich schon einmal ermutigt, dich im Unterricht zu melden?
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Welche Begebenheit fällt dir zu deiner mündlichen Mitarbeit ein?
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Checke deine Antworten. Die Selbsterforschung soll dir helfen zu erkennen, was du schon gut machst und wo Verbesserungsbedarf besteht. |15|Findest du Situationen, in denen du dich in Zukunft anders verhalten könntest? Gehe in kleinen Schritten vorwärts und notiere dir deine Verbesserung.
Beachte noch folgenden Vorteil: Je mehr du dich von selbst meldest, umso weniger wirst du überraschend aufgerufen. Dadurch hast du deutlich weniger Stress im Unterricht. Falls du eine große Schwierigkeit damit hast, im Unterricht aufzupassen und mitzumachen, habe ich noch einen weiteren Tipp für dich, der schon sehr vielen Schülern geholfen hat.
Tipp:
Erfinde Geheimzeichen, um dich selbst zum Melden zu motivieren. Du kannst zum Beispiel hinten in deinem Heft oder auf einem separaten Blatt jedes Mal, wenn du dich meldest, einen senkrechten Strich machen. So:
|
Wenn der Lehrer dich aufgerufen hat und du eine Antwort gegeben hast, änderst du das Zeichen mit einem Querbalken, so:
+
Wenn der Lehrer dich gelobt hat oder du selbst total zufrieden mit dir bist, machst du um dein Zeichen herum noch einen Kreis, so:
⨁
Nun kann deine „Geheimliste“ zum Beispiel nach der Mathe- oder Englisch-Stunde so aussehen:
| |+| |+| |⨁|
„Übersetzt“ bedeutet diese „Zeichenkette“ für dich nun: Ich habe mich in dieser Stunde insgesamt zehnmal gemeldet, dabei bin ich dreimal dran gekommen und dabei bin ich einmal gelobt worden.
Mit dieser Methode kannst du deine Mitarbeit überprüfen und dich sogar zu mehr Mitarbeit motivieren.
Falls du grundsätzlich Schwierigkeiten beim Reden vor Gruppen hast und lieber still bist, habe ich hier ein paar Tipps für dich.
|16|Suche Gelegenheiten zum Sprechen:
Trete einer Arbeitsgemeinschaft an deiner Schule bei, dem Roten Kreuz oder einem Sportverein.
Rufe einfach jemanden an, mit dem du sonst wenig redest. Das kann ein Mitschüler sein, aber auch jemand aus deiner Verwandtschaft oder Bekanntschaft. Stelle Fragen nach der Lösung einer bestimmten Hausaufgabe. Vielleicht löst dein Anruf Erstaunen aus, vielleicht ist die Reaktion sogar abweisend. Gib nicht vorschnell auf, versuche es mit einer anderen Person am nächsten Tag. Nach einiger Zeit werden dir richtig gute Gespräche gelingen.
Oder gehe in ein Geschäft, eine Firma, eine Behörde oder ein Amt und stelle Fragen.
Rufe deine Oma, deinen Opa, deine Tante oder deinen Onkel an. Erzähle einfach von der Schule, deinem Hobby etc. und frage, wie es ihnen geht.
Frage bei der Theater-AG deiner Schule oder deiner Stadt nach, ob du mitmachen darfst. Theaterspielen macht selbstsicher und befreit von vielen Ängsten!
Wenn du Angst vor dem Auftreten hast, so ist ein Puppen- oder Marionettentheater eine gute Alternative. Beginne mit einer Nebenrolle, das ist schwierig genug für den Anfang.
Spielregeln für ein Gespräch
Rede von Anfang an mit, aber fasse dich kurz. Wer zu lange redet, dem hört man nicht gerne zu.
Betone deine Meinung, auch dann, wenn andere widersprechen. Schließe dich der gerade herrschenden Meinung nur an, wenn du wirklich überzeugt davon bist.
Sprich laut und deutlich. Wenn oft gefragt wird „Wie bitte?“, solltest du es mit deutlicherem Sprechen versuchen.
Zeige, dass du gut informiert bist. Durch das Lesen der Tageszeitung und durch die Auswahl aktueller Fernsehsendungen kannst du dich mit spannenden, traurigen oder lustigen Beiträgen am Gespräch beteiligen.
Führe das Gespräch. Das heißt, versuche immer wieder das Gespräch in die Richtung zu lenken, in der du es haben willst. Wichtig ist es, den Gesprächspartner dabei anzuschauen und ihm gut zuzuhören.
|17|Nimm dir von diesen fünf Grundregeln für ein gelungenes Gespräch gleich einmal eine vor, die du heute noch umsetzt. Mit welcher wirst du beginnen?
Wie steht es mit deiner Lernplanung? Bist du auch der Meinung wie viele Schüler, dass du alles im Kopf hast und dass du deshalb keinen Kalender benötigst? Wie sieht deine Zeitplanung bisher aus? Bist du noch nie vor einer Klassenarbeit nervös geworden, weil du zu spät mit dem Lernen begonnen hast? Mit der Klassenarbeit kann es dir gehen wie vor Weihnachten: Hast du noch nie kurz davor beinahe Panik bekommen, weil dir immer noch kein geeignetes Geschenk eingefallen ist? Eine kleine Zwischenbilanz kann dir weiterhelfen.
Vielleicht machst du einiges davon schon richtig und kommst trotzdem immer wieder in Stress. Dann kann das daran liegen, dass du den falschen Kalender benutzt. Ein Kalender, bei dem man immer nur eine Woche auf einer Seite sieht, eignet sich nicht gut zur weitsichtigen Planung. Du siehst dann nicht auf einen Blick, was in nächster Zeit auf dich zukommt. Meiner Erfahrung nach ist ein Halbjahreskalender in der Größe DIN-A3 zur Grobplanung am geeignetsten.
|18|So hast du den besten Überblick:
Klebe einen Halbjahreskalender mit wieder ablösbaren Klebestreifen an deinen Schrank oder deine Türe.
Trage darauf alle Klassenarbeiten deutlich sichtbar mit roter Farbe ein.
Alle weiteren wichtigen festen Termine, wie zum Beispiel Sportverein, Musikstunde oder Geburtstagspartys, werden in Schwarz eingetragen.
Streiche die Tage durch, an denen du nicht lernen kannst. Das können Tage mit Arztterminen, Wochenendfahrten, Sport- oder Musikereignissen etc. sein.
Beginne spätestens eine Woche vor der Klassenarbeit, speziell auf dieses Fach zu lernen.
Merke:
