Ehe, Männer und andere Katastrophen - Birte Pröttel - E-Book

Ehe, Männer und andere Katastrophen E-Book

Birte Pröttel

0,0

Beschreibung

Im Laufe meines Lebens habe ich viele komische, lustige, ernste und traurige Situationen erlebt und beobachtet. Die meisten reizten mich, darüber zu schreiben. So entstand eine Sammlung von Glossen, Kurzgeschichten und Essays über die komischen Seiten des Lebens. Ich habe die Geschichten nun aus den Tiefen der Schubladen beziehungsweise des Computers ans Licht gezogen. Es wäre schön, wenn ich Ihnen damit ein paar entspannte, vergnügliche Lesestunden berieten könnte.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 79

Veröffentlichungsjahr: 2018

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Birte Pröttel

Ehe, Männer und andere Katastrophen

oder wie das Leben so spielt

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Silberhochzeit: Endlich alles in trockenen Tüchern

Die Relativitätstheorie der Zeit oder Beim Golfen ticken die Uhren anders

Ehe, Männer und andere Katastrophen

Der (Ehe)Mann, das Testosteron gesteuerte Wesen

Antiaging oder das pharmazeutische Frühstück

Der Mann aus zweiter Hand

Neue Wege suchen

Deutsch ist Glücksache

Elektrische Heinzelmännchen

Der Waschmaschinen Blues

Der Hund, der beste Freund des Rentners

Beste Freundin

Sport oder kein Sport, das ist nicht die Frage beim Golfen

Die Horoskope richtig lesen

Sinn und Unsinn der Ehe

Kulturbeutel

Geringfügig beschäftigte Hausfrau

Lastminute Geschenk

Liebe beim Golfen

Mein Traum vom glänzenden Fußboden

Der zweite Frühling

Vom kleinen Unterschied

Wo frau heute einen Mann findet

Spieglein, Spieglein an der Wand oder das Gruselkabinett

Mutterfreuden – Mutterleid

Norbert und ich

Nichts müssen!

Freizeit oder Selbstverwirklichung

Tiefkühlkrimi

Und plötzlich drückt Frau die Daumen

Abnutzungserscheinungen

Allein schmeckt‘s nur halb so gut

Schwiegerfräulein

Oh, diese Schuhe, diese Schuhe

Impressum neobooks

Silberhochzeit: Endlich alles in trockenen Tüchern

Für meine Männer

Männer müssen so sein

Meine Schwiegermutter war eine kluge Frau. Ich habe sie sehr geliebt. Sogar so sehr, dass ich es wagte, mich bei ihr über ihren Liebling, ihren Augenstern, ihren einzigen Sohn, ihren Sprössling zu beklagen.

Wenn ich denke, welchen Großmut ich damit von ihr verlangte. Wenn eine meiner Schwiegertöchter sich über meine wohlgeratenen, wunderbaren Söhne bei mir beklagen würde, die wären bei mir unten durch! Wie kann man nur??? Meine tollen Kids kritisieren, die sind einfach nur makellos und perfekt? Geht’s noch?

Aber harmlos und doof, wie ich damals mehr als heute war, hab ich mich doch hin und wieder über ihren himmlischen, engelsgleichen Sohn beschwert. Ich habe geklagt über seine in der Wohnung verstreuten Socken, seine nicht nachzuvollziehende „Ordnung“ im Bücherregal, dem System, die Spülmaschine zu beschicken oder dass er im Kühlschrank die Bierflaschen immer nach vorne stellt.

Sie lachte nur weise und bezog die Kritik nicht auf sich.

Männer kann man nicht umerziehen. Wenn frau klug ist und keine Sorgen-, Kummer- oder Zornesfalten bekommen will, muss man die Männer als Gesamtkunstwerk nehmen.

„Es ist wie es ist!“ Männer sind erziehungsresistent. Denn wäre es anders, hätten ihre Mütter sie schon als perfekte Exemplare an den Traualtar entlassen.

Aber auch das Schimpfen, Drohen, Schmeicheln oder Vorleben nutzt bei Söhnen, Männern, Ehemännern überhaupt nichts. Alle Versuche etwas zu ändern, scheitern kläglich. Männer nach den Ideen ihrer Ehefrauen zu formen, ist vergebliche Liebesmüh. Und die weibliche Neigung immer das letzte Wort haben zu wollen, ist sinnlos auch wenn frau alles immer vorausgesehen hat. Zum Beispiel, dass rechtzeitiges Wechseln der Reifen, den Crash in den Graben verhindert hätte.

Wenn frau aber ihren Mann liebt, sollte sie ihn mit zarter Nachsicht und stiller Größe behandeln. Männer können nicht anders. Es liegt wie immer an den Genen. Manche Frauen leiden unter dem Größenwahn, dass sie den Mann ihrer Wahl nach der Hochzeit schon so hinkriegen, wie sie ihn haben wollen. Weit gefehlt, Männer lassen sich nicht verbiegen.

Merke: Männer müssen so sein. Kämpfe nicht gegen Windmühlen, lass dich auf ihren Flügeln davon tragen. Lass dir den Wind der Liebe um die Nase wehen. So fühlen sie sich nicht als Verfolgte, sondern als Sieger und tragen auch schon mal den Mülleimer raus. Freiwillig versteht sich!

Es ist wie es ist!

Ehrlich: ohne sie können oder wollen wir nicht leben. Jedenfalls die meisten weiblichen Wesen. Sei es wegen der sexuellen Anziehung, den Fortpflanzungsmöglichkeiten oder auch als Objekt der vergeblichen Erziehungsversuche!

Und vergiss nicht, beim nächsten Mann wird überhaupt nichts anders.

Männer müssen so sein.

Wenn die Beziehung das Gröbste überstanden hat, die Silberhochzeitsblumen verwelkt sind, schmeißen viele Frauen die Flinte ins Korn und machen sich auf den Weg zu sich selbst. Aber sie bedenken nicht, wer sich meisterhaft durch die Niederungen , Herausforderungen und auch schönen Stunden einer Ehe geschlagen hat, Kinder groß und deren Vater vielleicht klein gekriegt hat, sollte diese gesicherte Position nicht leichtfertig aufgeben.

Klar, mal was anderes auszuprobieren ist interessant und belebt die Beziehung ungemein. Das kann aber gründlich daneben gehen und aus dem Ferienflirt auf Mallorca gibt es ein böses Erwachen ohne finanzielle Sicherung. Es empfiehlt sich, Experimente zur Erweiterung sexueller Grundkenntnisse im Geheimen auszuprobieren. Wenn das schief geht, richten Sie sich Ihr Leben eben anders ein. Nach dem Motto: besser der Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Denn ihr angetrauter Bürohengst kommt brav in den heimischen Stall, der Playboy auf Malle sucht sich immer wieder frischen Nachschub. Wieso? Das ist das ewige Rätsel Frauenheld.

Frauen sind in der Lage, aus den miesesten Situationen noch Erfreuliches zu machen. Nehmen sie den Bekanntenkreis unter die Lupe. Intakte Beziehungen? Fehlanzeige.

Aber wie gesagt, der Spatz in der Hand…immer noch besser als nichts. Man kennt alle Fehler und Vorzüge – so er welche hat - des anderen. Und frau weiß, was Besseres kommt selten nach. Schließlich ist die Auswahl in den mittleren Jahren auch nicht unerschöpflich. Die einen hat der Herzinfarkt hinweggerafft. Die anderen gieren nach 20 Jahre jüngerem Frischfleisch. Gönnen Sie ihnen diese Leckerbissen, denn alsbald stellen sie sich als unverdaulich heraus. Der Rest der möglichen Lebensabschnittsgefährten leidet zudem noch an Zipperlein der unterschiedlichsten Provenienz. Und frau weiß, Männer können wirklich richtig gut leiden und dann brauchen sie eine liebevolle Krankenschwester. Wollen Sie diesen Job die nächsten 20 Jahre?

Gehen Sie also lieber noch ein Stück des Weges mit ihrem Alten im gemütlich ausgelatschten Wanderschuh. Üben Sie sich im positiven Denken, das bringt sie beide voran und manchmal auch näher.

Sollte es Sie immer noch stören, dass er beim Frühstück die Zeitung auswendig lernt und seine Online Zeitungen in sich hinein stopft und dabei nur das Knuspern des Frühstückbrötchens über seine Lippen kommt?

Freuen Sie sich, dass er überhaupt lesen kann, es gibt so viele erwachsene Analphabeten. Und Sie haben ja WhatsApp und damit die große, weite Welt.

Ärgert es Sie, dass nur er die Fernbedienung zum Zappen benützt und immer dann, wenn Sie sich für ein Programm interessieren würden, zum nächsten grottenblöden Kanal klickt?

Dann freuen Sie sich, dass er so flexibel ist und besorgen Sie sich eine eigene Glotze mit WLAN. Dann baden sie in Herzkino, Rosamunde Pilcher, Katie Fjord oder Inga Lindström so viel und wann immer sie wollen. Die Mediathek macht’s möglich.

Ärgert es Sie, dass er immer noch seine Klamotten im Gießkannenprinzip durch die Wohnung streut?

Forscher haben festgestellt, dass Chaoten äußerst kreative Menschen sind und dass ohne sie nichts bewegt würde. Bewegen Sie ihn dazu, seine Kreativität vielleicht mit ihnen im Bett oder auf der Fernsehcouch auszuleben. Aufräumen kann man später, es gibt ja keine Kinder mehr im Haus, denen frau ein Vorbild sein sollte.

Nervt es, dass er beim Gähnen die Hand nicht vor den Mund hält?

Freuen Sie sich, so können Sie auf ein Schlafmittel verzichten.

Merke: beim nächsten Mann wird gar nichts besser.

Die Relativitätstheorie der Zeit oder Beim Golfen ticken die Uhren anders

Kennen Sie auch nur einen einzigen Zeitgenossen, der Zeit hat, hatte oder haben wird? Oder gar jemanden, der so exotisch ist, auch noch einzugestehen, dass er Zeit hat? Für dies und für jenes? Tatsache ist doch: Keiner hat Zeit für irgendwas.

Keine Zeit, das berühmte gute Buch zu lesen, das auch im letzten Urlaub unausgepackt im Koffer schlummerte („Man kommt ja zu nichts!“). Keine Zeit, spazieren zu gehen, keine Zeit, mit Kindern, Enkeln oder dem Hund zu spielen oder zu diskutieren, keine Zeit fürs Kino oder Museum. Kurz, Zeit ist Mangelware und daher lieb und teuer. Zeit wird nur für sinnvolle Unternehmungen ausgegeben. Und sinnvoll ist, was Geld, was Anerkennung, ja vielleicht sogar Macht bringt.

Kommt dann die staatlich verordnete Sommerzeit, freuen sich alle über die täglich geschenkte Stunde. Zeit, die man nun mehr hat, ein halbes Jahr lang. Aber auch diese Zeit wurde schon an den Winterabenden verplant. Für wichtige Grillpartys mit Freunden und Nachbarn, für anspruchsvolle Radeltouren mit einflussreichen Abgeordneten und hochintellektuelle Biergartenbesuche mit Geschäftsfreunden. Nach einer oder zwei Wochen ist einem gar nicht mehr bewusst, dass man täglich eine Überstunde hat.

Ging es Ihnen bisher auch so?

Aber warten Sie bis der Golf-Virus sie befällt. Ehemänner sind sehr gefährdet, von diesem Virus infiziert zu werden. Dann ist nichts mehr wie es war. Dieser Virus befällt seine Opfer mit Haut und Haar und er verlangt, dass ihm Zeit geopfert wird. Viel Zeit. Ganze Nachmittage und mehr. Besonders, wenn man die total unproduktive Late-night-Zeit im Clubhaus mitrechnet. Lassen Sie sich möglichst auch anstecken, denn andernfalls sitzen sie als Golf-Witwe zuhause und kriegen nichts vom Champus im Clubhaus ab.

Wie durch ein Wunder haben auch Sie plötzlich Zeit, beinahe unendlich viel Zeit. Sie haben Zeit, schon eine Stunde vor dem Trainer auf dem Platz zu sein. Sie haben Zeit, auch hinterher noch ein ausgiebiges Schwätzchen zu halten. Sie haben Zeit, 18 Löcher lang über den Platz zu gehen. Das dauert zwischen mindestens drei bis sechs Stunden! Dazu kommt die Fahrzeit für Hin- und Rückfahrt, duschen, umkleiden, einen Drink nehmen, etwas essen usw.

Wohl dem, der jetzt einen Partner oder eine Partnerin hat, der/die von der gleichen Krankheit befallen ist. Wohl dem, der zu Hause Kinder hat, die heilfroh sind, wenn keiner sie belästigt oder gar erziehen will.

Wohl dem, auf den weder Katz noch Hund noch Maus warten. Wohl dem, der einen Dschungel schon immer attraktiver fand, als einen gestylten, gepflegten Garten.