Isidor, der Menschenflüsterer - Birte Pröttel - E-Book

Isidor, der Menschenflüsterer E-Book

Birte Pröttel

0,0

Beschreibung

Dies ist das ultimativ wichtigste Buch für jeden Hundefreund. Das Buch darf in keinem Haushalt mit Hunden fehlen. Humorvoll und um die Unwissenheit der Menschen bewusst, schildert Isidor, ein Schäferhund der Rasse "Berger Picard", wie Hund und Mensch miteinander glücklich werden.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 138

Veröffentlichungsjahr: 2016

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Birte Pröttel

Isidor, der Menschenflüsterer

Was ein Hund seinen Menschen schon immer mal flüstern wollte

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Was ein Hund seinen Menschen schon immer mal flüstern wollte:

GEBRAUCHSANWEISUNG für auf den HUND gekommene MENSCHEN

DIE 10 GEBOTE DES HUNDES FÜR DEN MENSCHEN

MENSCH SEIN

WOHER WIR HUNDE KOMMEN

DER KLEINE HUNDEERZIEHUNGSBERA­TER oder BEI DIESEM HUND WIRD ALLES ANDERS

DIE TABUS: BETT, SOFA, SESSEL

AUF’ S WORT FOLGEN...

DER GANZ NORMALE ERZIEHUNGSWAHNSINN

BETTELN VERBOTEN

BENEHMEN IST GLÜCKSACHE

NON SCOLAE, SED VITAE DISCIMUS

VAGABUNDENLEBEN

URLAUB: DER MENSCHEN LUST, DER HUNDE FRUST

DABEI SEIN IST ALLLES

EIN HUND? NEIN DANKE

DER GEMEINE FELD-, WALD- UND WIESENMENSCH

DER UNTERSCHIED ZWISCHEN MENSCH UND HUND

DIE KATZENFREUNDE

DIE HUNDEHASSER

EIN PLATZ FÜR KUSCHELTIERE

ALLEINERZIEHENDE HERRCHEN

DU BIST, WAS DU FRISST!

BIODYNAMISCHE ENTSORGUNG

ZUCKERBROT UND PEITSCHE

VON DER VERUNGLIMPFUNG DER SPEZIES UND DES NAMENS HUND IM ALLGEMEINEN UND BESONDEREN

LIEBE UND TRIEBE

WENN ZWEI DASSELBE TUN

TIERISCHES TV

WIR HUNDE IN FILM UND WERBUNG

SPAZIERENSTEHEN

ZEIG MIR, WELCHES HALSBAND DU TRÄGST UND ICH SAG DIR, WEM DU GEHÖRST

WIE WIR UNS THERAPIEREN

DER WEINSTOCK DES HERRN

HUNDE IN RELIGION, GESCHICHTE UND MYTHOLOGIE

WAS HABEN DIE, WAS ICH NICHT HABE?

VON BLONDINEN UND MENSCHEN

Zum guten Schluss ein Vers ins Stammbuch:

Impressum neobooks

Was ein Hund seinen Menschen schon immer mal flüstern wollte:

GEBRAUCHSANWEISUNG für auf den HUND gekommene MENSCHEN

Waren Sie schon mal auf einem Hundefriedhof? Oder haben Sie gar bereits ein Testament für Ihren vierbeinigen Liebling gemacht? Haben Sie mit ihm ein Hunderestaurant besucht? Oder haben Sie ihn zur Schönheitspflege in einen Hundesalon geschickt? Sicher haben Sie sich ganz toll gefühlt nach solcherlei Zeitvertreib. Das ist alles gut und schön für Euch Menschen, aber für uns Hunde voll daneben.

Was wir wirklich wollen ist: rennen, raufen, toben, fressen, schmusen, bumsen und dösen. Ab und zu in einem frischen Kuhfladen wälzen, Katzen jagen. Das ist‘ es! Frauchens elegante Pumps anknabbern und auf Herrchens Fernsehsessel thronen. Wir lieben unsere Menschen, aber wir wollen nicht vermenscheln. Lieber sollt ihr ein kleines bisschen verhundeln. Wie das geht, habe ich hier mal zusammengefasst.

Merke:

WER EINEN HUND KAUFT,

KAUFT AUCH DIE FLÖHE!

DIE 10 GEBOTE DES HUNDES FÜR DEN MENSCHEN

Als Quintessenz aller meiner Überlegungen habe ich nun für alle, die guten Willens sind, meine 10 Gebote für Hundefreunde aufgestellt:

1. Du sollst keinen anderen Köter neben mir haben

2. Du sollst weder Hand noch Stock gegen mich erheben.

3. Du sollst viel mit mir Spazierengehen.

4. Du sollst mich nicht allein lassen.

5. Du sollst mir nicht nur Dosenfutter geben.

6. Du sollst keinen dressierten Affen aus mir machen.

7. Du sollst mich lieben wie Dich selbst.

8. Du sollst nicht begehren Deines Nachbarn Hund.

9. Du sollst mir weder Ohren, noch Schwanz noch Seele verstümmeln.

10. Du sollst nie vergessen, dass ich ein Hund bin und keine Katze

.

MENSCH SEIN

„Der Mensch ist das Maß aller Dinge!“ An diese unsinnige, durch nichts bewiesene Behauptung eines gewissen Protagoras von vor etwa 2400 Jahren glaubt der Mensch heute immer noch. Aber was ist er wirklich? Ein Wirbeltier. Genau wie wir. Allerdings ein sogenanntes „höheres“, denn es steht auf zwei mehr oder weniger krummen und mehr oder weniger dicken Beinen aufrecht (oft nicht so ganz sicher). Er ist also höher als der Hund. Der Mensch, der zu den sogenannten Primaten zählt, hat statt der Vorderpfoten Hände an manchmal muskulösen, meist aber schlaffen Armen. Viele Menschen bekommen nur knackig straffe Arme und Beine, wenn sie sich in sogenannten Fitness-Studios abstrampeln, wie ein Goldhamster im Laufrad. Im Gegensatz zu uns Hunden ist der Mensch leider fast nackt und muss, damit er nicht friert, ein buntes kratzendes Kunstfell in Form von Designerklamotten oder die Weltuniform: Jeans mit T-Shirts anziehen.

Der Durchschnittmensch hat wie wir zwei Ohren und zwei Augen. Menschliche Augen und Ohren sind in der Regel Miniausgaben. Sollten die Ohren so groß sein wie bei mir, dann finden sie es nicht schön und lassen sich operieren. Dieses sogenannte höhere Lebewesen hört wesentlich schlechter als der Hund. Des halb trägt der Mensch, besonders der junge, Kopfhörer. Wenn er die aufhat, zappelt er hin und her, also tanzen ist das nicht, und manchmal stößt er auch Laute aus, die an das Röhren brunftiger Hirsche erinnert

Die Augen der Menschen sind auch nicht erste Sahne. Fast alle, die ich kenne, tragen gläserene Gucklöcher in Drahtgestellen. Wenn sie sie nur zum Lesen brauchen, suchen sie ständig danach. Trotzdem erkennt der Mensch die wichtigen Dinge des Lebens nicht selber. Er lässt sich von sogenannten Experten sagen, was und wie er zu sehen hat und welche Meinung er vertreten soll.

Seit neustem hat Frauchen ein Guck Ding, in das sie dauernd schaut, drauf rumdrückt und reinspricht. Herrchen hat ihr das Ding geschenkt und sie hat jetzt nur noch Augen für das Ding, irgendwas mit „Fone“ genannt, und schaut gar nicht mehr zu ihm oder mir. Und zum Dank hat sie ihm zu Weihnachten auch ein „Ding“, das er Päd nennt, geschenkt. Damit fotografiert er mich und Frauchen und dann schauen sie sich die Fotos auf der glänzenden Scheibe an, reiben drauf rum und sind entzückt von meinen hübschen Augen. Aber mich schauen sie dabei nicht an. Aber Herrchen und Frauchen sind nicht die einzigen mit solchen Dingern. Wenn wir Ins Restaurant oder Café gehen, dann lümmle ich meist gemütlich unter dem Tisch. Ich schau mir die Leute an. Und ich glaub es kaum, haben nur Augen für die mehr oder minder großen „Päds“ und „Fons“ und reden überhaupt nicht miteinander. Neulich, als wir im „Goldenen Anker“ waren, drückte Frauchen auf ihrem Ding rum und jauchzte plötzlich auf: „Stell dirvor, die haben hier die gesamte Speisekarte vom „Goldenen Anker“ drauf!“

„Ist echt cool“, sagte Herrchen und nahm dann die Speisekarte vom Tisch und verglich sie mit der im „Fon“. Sie sind schon verrückt, die besten Freunde des Hundes. Anstatt mich zu streicheln, fotografieren sie mich und bewundern die Aufnahme. Aber um wieder auf die Eigenschaften und Eigentümlichkeiten des

Spezies Homo Sapiens zu kommen:

Sie haben, Wirbeltiere die sie auch sind, auch eine Zunge. Aber die dicke, manchmal belegte Zunge spielt beim Menschen lediglich beim Küssen eine Rolle. Sie stecken sich da die Zungen gegenseitig in den Mund und nennen das Liebe. Wenn sie sich die Zunge rausstrecken, ist das allerdings kein Zeichen für Liebe. Und das Ablecken einer tollen Soße vom Teller gilt als unfein. Sich gegenseitig ablecken ist geradezu unmöglich,

auch ihre Babys lecken sie nicht ab. Schade, es entgeht ihnen wirklich was. Aber wenn ich ihnen die Freuden des Abschleckens am lebenden Beispiel zeigen will, schreien sie: „Pfui, Pfui. Hör auf, das ist unhygienisch!“

Außer den vier Extremitäten verfügt der Durchschnittmensch über keine weiteren für uns Hunde nennenswerten Merkmale. Wie wir Rüden besitzt der männliche Mensch noch ein zusätzliches Glied, um das er ziemliches Gedöns macht. Weibliche Menschen sind dagegen stolz auf nur zwei, dafür aber überdimensionierte Milchdrüsen, denen die Männer viel Aufmerksamkeit schenken.

Sie haben sie auch, wenn sie keine Kinder säugen oder aufziehen. Diese zusätzlichen Sonderausstattungen finden die Männer an den Frauen ziemlich sexy, begehrenswert und toll. Je größer sie sind, desto schöner. Darum lassen sich Mädels, die nicht viel Selbstbewusstsein haben, solche Drüsen künstlich vergrößern. Und damit die dann nicht runterfallen, tragen sie „Büstenhalter“! Allerdings verstecken die Frauen ihre Ausbuchtungen allerliebst in feinste Spitze und Seide, die in der Regel schweineteuer sind. Viele Männer verschenken solche klitzekleinen Dinger, nennen es Reizwäsche und die Damen müssen es dann in einer privaten Modeschau vorführen. Aber denken Sie jetzt nicht, mein Frauchen

würde so was machen. Sie ist mehr fürs Praktische und Herrchen kriegt Küsse, wenn er ihr warme Angora Unterwäsche für Winterspaziergänge mit mir schenkt.

Ich muss allerdings ehrlich sagen, mir gefallen die neckischen Sachen wesentlich besser, außerdem erinnert mich die Angora Unterwäsche an diesen ultimativ doofsten Angora Kater der Welt, mit Namen "Schmusebär". Ich darf gar nicht daran denken, wenn das seine Wolle wäre, da auf Frauchens Haut...Laut einer dieser unüberprüfbaren Umfragen bei unüberprüfbaren Menschen, schauen Männer meistens als erstes auf diese Milchdrüsen, wenn sie einer Frau begegnen. Ich würde nie auf die Idee kommen, einer Hundedame derart unverfroren in ihren intimsten Bereich zu blicken.

Fragt es sich, wie es mit der Seele, den inneren Werten aussieht. Also meines Wissens und meiner Erfahrung nach, kann man Charaktereigenschaften wie Treue, Toleranz, Klugheit, Liebesfähigkeit, Kriminalität nicht

direkt erkennen. Auch wenn es heißt: „Kleider machen Leute!“ Aber wenn sich einer eine Soutane überzieht, heißt das noch lange nicht: wo Pfarrer draufsteht, ist auch Pfarrer drin. Wenn einer einen schlechten Charakter hat und zum Beispiel Hunde mit seinen Fallschirmspringerstiefeln tritt, dann macht er das mit oder ohne Kutte.

Fragt sich, wie es mit der Seele, den inneren Werten aussieht. Also meines Wissens und meiner Erfahrung nach, kann man Charaktereigenschaften wie Treue, Toleranz, Klugheit, Liebesfähigkeit, Kriminalität nicht direkt erkennen. Auch wenn es heißt: „Kleider machen Leute!“ Aber wenn sich einer eine Soutane überzieht, heißt das noch lange nicht: wo Pfarrer draufsteht, ist auch Pfarrer drin. Wenn einer einen schlechten Charakter hat und zum Beispiel Hunde mit seinen Fallschirmspringerstiefeln tritt, dann macht er das mit oder ohne Kutte. Die Menschen sind Meister im Verkleiden. Nur uns Hunde kann niemand mit seinem Outfit beschummeln. Wir erkennen am Geruch, an der Haltung, am Tonfall und vielen anderen Dingen, wen oder was wir vor uns haben.

Aber meine Erfahrung mit den Menschen zeigt, dass 99,9% super sind. Nur die 0,1%, die nicht so meinem Geschmack entsprechen, sorgen für Headlines im Blätterwald. Und dafür, dass alle Hunde, auch die die keine Kampfunde sind, dann gezwungen werden einen Maulkorb zu tragen.DARUM BRAUCHT DER MENSCH EINEN HUNDWenn Frauchen besonders gut aufgelegt ist, dann kauft sie für mich beim Metzger ein halbes Pfund von der fetten Landleberwurst, die wir beide so lieben. Da sie aber streng auf Diät achtet, gönnt sie ihre Lieblingswurst nur mir. Wenn wir dann zu Hause sind, machen wir es uns noch in Mantel und Schuhen - also sie, nicht ich - auf dem Küchenhocker bequem. Sie bestreicht eine duftende Scheibe Graubrot dick mit der gigantisch leckeren Wurst. Da ich nun nicht so schnell esse, wie sie die Häppchen schneidet, muss sie sich opfern und auch mitessen. Das ist immer eine supergeile Fress-Orgie. Herrchen darf davon natürlich nichts wissen, denn Frauchen, die sonst auch die Namen: Schatz, Liebling, Schnucki hat, jammert immer: „Nun esse ich schon fast überhaupt nichts, trotzdem nehme ich nicht ab!“ Ich schweige wie ein Grab, denn ich liebe sie. Und ich verrate Herrchens nächtliches Bierflaschenköpfen am Kühlschrank auch nicht, wobei wir immer eine Ecke Camembert gemeinsam verputzen (oder auch zwei). Nein, meine Leute verrat ich nicht, sie zeigen mir mit diesen heimlichen Freßkaspaden, wie sehr sie mich lieben .

WOHER WIR HUNDE KOMMEN

Wie gesagt, wir mögen und verehren unsere Menschen, können gar nicht mehr leben ohne sie. Wir brauchen sie zum Überleben, wie wir schon in grauer Vorzeit festgestellt haben.

Laut statistischem Bundesamt sind wir in Deutschland an die 8,6 Millionen Hunde, die sich einen Menschen halten. Oft sogar ein ganzes Rudel, das sie Familie nennen.

Was ist dran am Menschen, dass er für den Hund so interessant ist?

Möglicherweise ist der Mensch für den Hund das, was die Blattlaus für die Ameise oder die Kuh für den Menschen: Wenn man sie an bestimmten Stellen streichelt - Blattlaus oder Kuh - bekommt man leckere Tröpfchen, die gut schmecken und satt machen. Wenn der Hund den Menschen streichelt, nein, meist ist es ja umgekehrt, also, wenn der Hund sich streicheln lässt, bekommt er dafür ein feines Fresschen. Logischerweise ist es daher für den Hund erstrebenswert, sich einen Menschen zu halten. Nicht auszudenken, dass der arme Hund sonst auf Jagd gehen müsste und so ekelige Dinge wie Mäuse, Würmer, Vögel und stachelige Igel nicht nur töten, sondern auch noch selber fressen sollte!

Wenn ich denke, wie schwer es ist, bei diesem Viech zeug an den schmackhaften Kern zu kommen und all die Haare und Federn auszuspucken, dann lasse ich mir doch lieber eine Dose öffnen oder noch lieber eine Stück Frischfleisch dünsten und mit einem Blättchen Petersilie servieren. Und wenn uns unser Mensch dann noch Häppchen für Häppchen per Hand füttert, wissen wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben.

Und der Mensch ist das, was er sein soll: der beste Freund des Hundes!

DER KLEINE HUNDEERZIEHUNGSBERA­TER oder BEI DIESEM HUND WIRD ALLES ANDERS

Ich hatte, wie ich aus zahllosen endlos oft wiederholten Anekdoten erhören und ertragen musste, noch zwei Vorgänger: Raudi und Ludwig.

Raudi muss ein ziemlicher Individualist gewesen sein. Raudi hat z.B. vierzehn Lendenstücke, die zum Grillen bereit lagen, auf einen Schlag gefressen. Damals hat allerdings keiner gelacht, weder die hungrigen Partygäste noch Raudi, dem kotzübel gewesen sein muss. Man stelle sich vor: Raudi war ein Rauhaardackel! Und dann 14 Steaks! Wie ein Pfälzer Saumagen mit Beinchen und Kopf soll er unter dem Tisch gelegen und nach Luft geschnappt haben. Der Raudi hat auch Opas Nymphen Sittich gekillt und dann einfach liegengelassen, eine Story die zu Heiterkeitsausbrüchen meiner Family führt. Denn schließlich weiß doch außer Opa jeder, dass ein Dackel ein Jagdhund ist. Und auch wenn er den Opa noch so sehr liebt, ein Dackel findet nun mal eine Nymphensittichjagd spannender, als Opas heimlich zugesteckte Knackwürstchen.Ludwig war ein Riesenschnauzer. Groß, kräftig, sehr lieb, bildschön, aber wie das bei bildschönen Wesen oft der Fall ist, er war ein bisschen dumm, sagen sie. Ludwig ist heute auch noch gut für „Weißt du noch?“ Storys. Ludwig legte sich heimlich in die Betten seiner Leute, wenn keiner zu Hause war. Ich frage mich: was spricht dagegen, dass ein einsamer Hund, und das war er ja, wenn Herrchen und Frauchen zum Golfen unterwegs waren, was spricht also dagegen, dass so ein einsamer Kerl sich die Zeit im kuschligen Bett von vertreibt?

Wenn Ihr Eure Hunde liebt, lasst sie in Eure Schlafhöhle. Ein Rudel gehört nun mal zusammen!

Ludwig konnte alle Türen öffnen (ich denke, dass er ja wohl doch nicht so doof gewesen sein kann). Jetzt sind an allen Türen rutschige Drehknöpfe und die kann selbst ein so schlauer Picard wie ich, nicht öffnen. Denn der Ludwig war ein Ausbrecherkönig. Und wenn Ludwig verliebt war, hielt ihn nichts mehr zu Hause.

Auf jeden Fall hatte meine neue Familie so viel Erfahrung mit Hunden wie der Direktor eines Flohzirkus‘ mit seinen Artisten. Und sie haben sich die Entscheidung für einen neuen Hausgenossen nach Ludwigs Dahinscheiden nicht leichtgemacht. Alle Argumente, die gegen Hundehaltung sprechen, haben sie durchdiskutiert, um dann doch auf der Straße jedem räudigen Köter hinterher zu träumen.

Eines Tages waren beide auf getrennten Wegen zum Einkaufen unterwegs. Als sie zu Hause ihre Sachen auspackten, hatte Frauchen die Zeitschrift „Der Hund“ und Herrchen den „Tierfreund“ gekauft! Sie lachten sich halb schief darüber und beschlossen wider besseres Wissen sich doch wieder einen der vierbeinigen Gesellen ins Haus zu holen, der pupst, haart und jede Menge Arbeit macht.

Vorher aber versprachen sie sich mit fester Stimme, blickten sich dabei tief in die Augen und hielten sich dabei an den Händen:

„Beim nächsten Hund wird alles anders!“

Und dann stellten Sie Vorschriften auf, nach denen ich zu leben habe. Natürlich versuche ich sie zu umgehen, so wie die Menschen auch am liebsten das Gegenteil von dem tun, was sie eigentlich sollen.

Und das haben sie sich für mich ausgedacht und beschlossen konsequent auf die Einhaltung zu achten. (Aber ein cleverer Hund weiß, dass solche menschlichen Vorhaben nie funktionieren).

Sie sahen sich tapfer an und stellten dann gemeinsam die Regeln auf:

Der Hund muss aufs Wort folgen

Der Hund darf nicht ins Schlafzimmer, nicht auf Sofa oder Sessel

Der Hund muss „fuß“ gehen, „platz“ und „sitz“ machen, wenn ihm das befohlen wird.

Der Hund darf nicht betteln und kriegt nichts vom Tisch.

Der Hund darf an Menschen nicht hochspringen

Der Hund muss Einbrecher oder Eindringlinge vertreiben.

Der Hund muss in die Hundeschule

Der Hund darf nicht streunen und nicht raufen.

Der Hund kommt im Urlaub in eine Hundepension

Der Hund muss lernen, allein zu sein

Die Liste der guten Erziehungsvorsätze lässt sich beliebig fortsetzen. Menschen sind herzige, weltfremde Utopisten. Aber jeder vernünftige Hund wird alles daransetzen, seinen Menschen wieder auf den Boden der Verhaltensforschung und der damit verbundenen hündischen Lebensweisen zurückzuholen.