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Ein Fall von Ghostnapping ruft Roger Cross auf den Plan. Die Tochter des einflussreichen Orson Hays wurde entführt und der Mann damit zur Zielscheibe einer Erpressung. Denn Hays ist Leiter des Räummitteldienstes, jener Einheit, die gefährliches Treibgut aus dem Verkehr zieht. Instabiles Treibgut aus der Welt der Lebenden, das gelegentlich verheerende Explosionen verursacht. Cross nimmt die Spur der Verfolger auf. Drehen Terroristen im Totenreich durch? Oder steckt etwas noch Perfideres dahinter? Denn selbst die Toten haben ihre Schwächen und riskieren ihre Seelen für einen teuflischen Trip! (Teil 2 der Krimis aus dem Totenreich - Kurzgeschichte inklusive Bonusgeschichte: Puppenmord)
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Seitenzahl: 29
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Myron Bünnagel
Ein böser Spuk
Krimi aus dem Totenreich 2
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Ein böser Spuk
Puppenmord
Impressum neobooks
"Nur weil Du ein verdammtes Loch in der Brust hast, musst Du Dir noch lange nicht einbilden, den großen Macker markieren zu können. Ein Loch ist hier nämlich gar nichts Besonderes. Überhaupt nicht."
Ich versetzte dem Mann einen Schlag und er taumelte zurück. Es war im Affekt, kein wirklicher Angriff. Was er über das Loch in meiner Brust gesagt hatte, machte mich wütend. Klar gab es im Schattenreich genügend Leute mit einem oder mehreren Löchern im Ektoplasmaleib. Pistolen, Gewehre, Schrottflinten - eine ganze Kollektion Todesursache Schusswaffe.
Aber nur wenige besaßen so ein präzises Loch wie ich. Exakt durch das Herz. Durch den Rücken und vorne wieder heraus. Der Größe und dem Knall nach war es eine Luger gewesen.
Auf mein Loch ließ ich nichts kommen.
"Kannst Du oder willst Du mir nicht helfen, Jacky?"
Jacky Conelly war ein dünnes Bübchen, blutleer und klapprig, mit verschlagenen, aber leblosen Augen. Er war einmal Botenjunge für einen Drogendealer gewesen, bis ihm ein Konkurrent fein säuberlich die Kehle durchtrennt hatte. Jetzt drang aus der Wunde ein kränkliches Pfeifen, wenn er mit seiner röchelnden Stimme antwortete. "Probiere es mal bei Fats Stalker, der wäre der einzige, der verrückt genug ist, um seine fetten Finger auf solches Zeug zu legen."
"Vielleicht ist das alles nur heiße Luft. Dieses dämliche Gerede von Spuk geht mir ohnehin auf die Nerven."
"Mag sein, aber ein Hammer wäre es schon. Weißt Du, wo Du Fats finden kannst?"
Ich beobachtete nachdenklich den schmalen langen Schnitt an seinem Hals.
"Death Canyon - wenn ich nicht irre, hat er da eine Villa."
"Viel Glück, Cross. Du wirst es brauchen."
Rückblende. Warum ich den ekelhaften Fats Stalker überhaupt suchte? Warum ich raus zum Death Canyon fuhr, in diesen verfluchten Landstrich, in dem selbst ein Geist Muffensausen bekam?
Als Privatdetektiv macht man manchmal solche Sachen. Vor allem, wenn es sich dabei um einen Auftrag handelte.
Ich war für Orson Hays unterwegs, einem großen Tier in der Stadt. Er war Leiter des Räummitteldienstes. Ganz oben in der Hierarchie.
Er und seine Jungs sammelten Gefahrengut ein. Gegenstände, die auf seltsamen Kanälen aus der Welt der Lebenden ins Reich der Toten gelangt waren. Im Gegensatz zu dem anderen Zeug hier, dass in der Welt der Lebenden aufgebraucht oder zerstört worden war, und dann erst ins Totenreich wechselte, stammte das Gefahrengut unverbraucht aus der Lebendwelt – nur eben verseucht. Wohlmöglich machte dieses Strandgut kleinere Umwege über die Albtraumregion der menschlichen Träume. Man wusste es nicht genau. Und wenn es schließlich hier ankam, war es verflucht instabil. Ein falscher Schritt damit und bumm.
Vor zwei Jahren hat ein Idiot eine alte Kommode in der Wüste gefunden und sie in seinem Apartment aufgestellt. Als er eines Tages zu heftig an einer klemmenden Lade rüttelte, explodierte sie. Das Stadtviertel sah heute noch arg mitgenommen aus. Der Kerl selbst konnte zwar nicht sterben, aber das Gefahrengut hatte ihn einfach zerfetzt. Sein sprechender Kopf war eine Attraktion.
Ich besuchte Hays in seinem winzigen Häuschen auf einem der Hügel vor der Stadt. Hier herrschte ewiger, regnerischer Herbst. Es war eine Südstaatenvilla von der Größe eines Football-Feldes.
Und gut in Schuss für die Verhältnisse hier drüben. Nur ein paar lose Dachschindeln, morsche Stufen, quietschende Fensterläden und abblätternde Farbschichten.
Er selbst empfing mich und geleitete mich in den Salon.
"Ich habe dem Personal bis auf weiteres frei gegeben, wir sind ganz ungestört."
