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Gehören Sie auch zu den Menschen, die gern im Kreise Ihrer Lieben kochen? Das Kochbuch von Cornelia Götze ist im wahrsten Sinne ein Augenschmaus. Die besten Familenrezepte werden preisgegeben, gewürzt mit kleinen Geschichten, liebevoll gemalten Bildern, die Appetit machen und den Geschmack förmlich visualisieren - ein Kochspass mit und für die gesamte Familie, ein ästhetisch, sinnliches Vergnügen.
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Seitenzahl: 35
Veröffentlichungsjahr: 2015
Impressum
© 2014 Cornelia Götze
Text und Bild
Cornelia Götze
Satz und Layout
Aram Haydeyan
Verlag
tredition GmbH, Hamburg
ISBN Paperback
978-3-7323-1421-8
ISBN Hardcover
978-3-7323-1422-5
ISBN e-Book
978-3-7323-1423-2
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
EIN FAMILIÄRER AUGENSCHMAUS
VON CORNELIA GÖTZE
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Salate
Bohnensalat
Brotsalat
Feld und Wiese
Weihnachtlicher Obstsalat
Rapunzelsalat
Suppen
Maronensuppe
Hochzeitssuppe
Möhren- Orangensuppe
Holunderbeerensuppe
Kürbissuppe
Hauptspeisen
Rigatoni mit Tomatensoße
Saure Eier
Kartoffeln und Quark
Seelachs mit lila Kartoffelbrei
Hefeklöße mit Heidelbeeren
Gebackene Pilzköpfe
Nachspeisen
Gebackene Bananen
Quittenkompott
Rote Grütze
Mousse o Chocolat
Zitronenspeise
Kuchen
Apfelkuchen
Schneewittchenkuchen
Felixkuchen (Baiser-Torte)
Netzwerkkuchen
Schokostreuselkuchen
Vorwort
In vielen Familien ist es üblich, Lieblingsrezepte von Generation zu Generation weiterzureichen. So auch bei uns. Es begann alles damit, dass meine Mutter ein uraltes Kochbuch von ihrer Großmutter erbte. Damals war es üblich, noch sehr gehaltvolle Köstlichkeiten herzustellen. Es war einfach eine Zeit, in der noch viel körperlich gearbeitet wurde, so dass man es sich leisten konnte, üppig zuzulangen. Meine Oma führte in ihrer Jugend eine Gaststube, da gehörte das Kochen zum Beruf. Ihre Hefeklöße, so groß und weich wie Frauenbrüste, ihre Quarkkeulchen und ihre Plinsen waren wirklich ein Gedicht. Wir Kinder trafen uns nach der Schule immer gern bei Oma Ruth zum Kaffeeplausch.
Meine Mutter liebt Süßigkeiten über alles. Deshalb bäckt sie mit Leidenschaft Kuchen: Kuchen mit Baiser, Kuchen mit Karamellkrem, Kuchen mit hoher Eierschecke, die nicht zusammenfallen darf. Vor allem schön saftig müssen sie sein. Alle sind wir scharf auf ihre Geheimrezepte.
Weshalb sind ihre Baisers knackig- unsere jedoch pappig?
Von so viel Interesse angeregt, begann sie kleine Poesiealben liebevoll zu besticken und mit all den leckeren Rezepten zu füllen, die wir an Festtagen so lieben. Diese kleinen Büchlein bekamen wir feierlich zu Weihnachten überreicht, das waren unsere schönsten Weihnachtsgeschenke.
Meine Generation nun steht weniger auf Kuchen und die gehaltvollen Rezepte der Urgroßmutter.
Wir sind heute eher in die leichte Küche mit viel Gemüse, Salat und Obst vernarrt.
Doch ab und zu werden auch die alten Familienrezepte hervorgeholt. Wenn dann die Hefeklöße dampfen und gut gelingen, macht ein Kompliment meines Mannes: “Mm, so lecker wie bei Oma Ruth!“, mich glücklich und in Gedanken bin ich noch die kleine Conny mit Pferdeschwanz, sitze am gemütlichen runden Tisch meiner Oma und warte sehnsüchtig auf den ersten butterweichen Hefekloß.
Beim Kochen und Backen durften wir Kinder immer mithelfen, den Teig zu rühren. Das dauerte manchmal sehr lang, denn Mixer gab es damals noch nicht. Wenn die Kraft nachließ, wurde gewechselt, dann konnten wir die Schüssel halten und vor allem kosten, was am Finger hängen blieb und die kleinen Finger wurden automatisch immer länger. Wir hatten viel Spaß dabei.
Das ist sicher auch der Grund, weshalb mein Bruder und ich heute noch gern kochen und unsere Liebe zum Kochen nun schon an die nächste Generation weitergeben.
Ich hoffe hiermit ein Kochbuch für meine Kinder Alex und Felix, meinen Enkel Kilian und alle noch folgenden Enkel und Generationen, sowie für alle kochwütigen Familien gestaltet zu haben, damit unsere alten und neuen Familienrezepte auch weiterhin gekocht, gebacken und weitergegeben werden.
Außerdem hoffe ich, all’ jenen Familien Anregungen und Ermutigung zu geben, die es wieder mehr zur Gewohnheit werden lassen, ihre Speisen selbst zuzubereiten. Sie werden sehen, gemeinsames Kochen bereitet Freude, ist gesünder und es schmeckt. Kinder mit in die tägliche Arbeit einzubeziehen, erachte ich als besonders wichtig, nur so können sie von uns lernen.
So wünsche ich allen großen und kleinen Kochkünstlern fröhliche und gesellige Stunden beim Nachkochen unserer Familienrezepte. Änderungen sind je nach persönlichen Vorlieben erlaubt und erbeten!
„Wohl bekomm’s!“
BOHNENSALAT
Als mein Sohn Alex einmal krank war und sein Knie eingegipst wurde, beschloss ich zum Trost, mit den Kindern in die Westernschenke nach Dobra zu fahren. Die Gaststube ist im Westernstil eingerichtet, so dass sich meine Jungs, die damals Cowboyfilme über alles liebten, nicht satt sehen konnten. In den Filmen mit Terence Hill und Bad Spenzer gab es immer Bohnenpfanne zum Essen und siehe da, in Dobra gab es diese auch. Nun war das Glück perfekt. Alex bestellte Bohnenpfanne und Felix Klapperschlange, eine über Kreuz eingeschnittene und mit Curry gebratene Wurst.
Die Gerichte schmeckten eigentlich nicht so toll, aber das Ambiente und die lustigen Namen der Gerichte bewirkten, dass es ein schöner Nachmittag wurde, bei dem das Gipsbein fast vergessen ward.
Zutaten
500 g weiße Bohnen
100 ml Olivenöl
2 Zwiebeln
1 Packung Kirschtomaten
3 Esslöffel Tomatenmark
Gewürze
Kreuzkümmel
Pfeffer
Salz
Zucker
weißer Balsamico
Edelsüßpaprika
Zubereitung
weiße Bohnen einen Tag vorher in reichlich Wasser quellen lassen, Bohnen am folgenden Tag ca. 1h in Salzwasser weichkochen, Olivenöl in der Pfanne erhitzen und Zwiebelringe darin goldgelb anbraten, Kirschtomaten dazugeben, solange mitbraten, bis die Haut aufplatzt, Tomatenmark und Gewürze dazugeben, bei den Bohnen das Wasser abgießen, dem Tomatensud untermengen, abschmecken und nochmals 10 Minuten köcheln lassen. Wenn es schnell gehen soll, kann man auch weiße Bohnen aus dem Glas verwenden.
Serviervorschlag
zünftig in der Pfanne servieren, z.B. bei einem Cowboyfest am Lagerfeuer, Reste können auch kalt als Salat zu kräftigem Roggen- oder Knüppelbrot gegessen werden
BROTSALAT
Bei einem Urlaub auf Kreta lernten wir jenen herzhaften Salat kennen. Immer wenn ich ihn heute zubereite, denke ich an einen herrlichen Palmenstrand, wo uns die Fische an den Füßen herumknabberten und wir uns nicht satt sehen konnten an der bunten Pracht im Meer.
Unvergesslich war außerdem der Hippiestrand, an dem die Schildkröten ihre Eier ablegen. Die negativen Dinge, ein heruntergewirtschaftetes Hotel mit schlechtem Service, vergisst man schnell, weil jeder Urlaub mit unsern Kindern irgendwie einzigartig war.
Dieser Brotsalat sättigt und ist für Kinder durchaus ein vollwertiges Abendbrot.
Zutaten
1/4 Kopfsalat
1/2 grüne Gurke
6 sonnengereifte Tomaten
10 schwarze Oliven
2 dicke Schwarzbrotschnitten
1/2 Fetakäse
3 hartgekochte Eier
Gewürze
1 Priese Pfeffer
1 TL Salz
1 EL Balsamico
2 Stängel Basilikum
1 EL Senf
1 EL Honig
Zubereitung
Eier 6 Minuten kochen und in Scheiben schneiden, Schwarzbrotscheiben in Würfel schneiden, in Butter goldbraun rösten, Kopfsalat säubern und zerpflücken, Gurke waschen und in Stückchen schneiden, Tomaten vom grünen Stielansatz befreien, waschen, in Scheiben schneiden, Fetakäse in Würfel schneiden, Oliven halbieren, alles vermengen und aus den Gewürzen das Dressing zubereiten, kurz vor dem Servieren unterheben
Serviervorschlag
FELD UND WIESE
Endlich ist der lange Winter vorbei. Auf den Wiesen wächst frisches, saftiges Grün und man kann wieder durch Wald und Felder stromern. Bei einem fröhlichen Spaziergang durch die Natur sammeln wir Löwenzahn, Gänseblümchen, Sauerampfer. Frische Wildkräuter sind das Erste, was die Natur für unsere Küche zu bieten hat. Daraus fertigen wir diesen köstlichen Feld- und Wiesensalat, der gesund ist und noch dazu hübsch aussieht.
Zutaten
250g Wildkräuter (Löwenzahn, Gänseblümchen,
Sauerampfer…)
2 weiche Birnen oder anderes mildes Obst
(Papaya, Mango, Himbeeren…)
2 runde Ziegenweichkäse
Gewürze
1 EL körnigen Dijon Senf
1 EL Himbeeressig
1 EL Honig
1 EL Walnussöl
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer
Zubereitung
Kräuter waschen, gut abtropfen lassen, mundgerecht in kleine Stückchen zupfen und abwechselnd mit den in dünne Spalten geschnittene Birnen auf den Tellern anrichten, Ziegenkäse halbieren, mit etwas Honig überträufeln, in einer gefetteten Form im Backofen mit Grill bei 180° C anbräunen lassen, jeweils eine Hälfte auf die Salatteller geben, zum Schluss Gewürze zu einem Dressing verrühren und über den Salat geben
Serviervorschlag
Passt auf hellgrüne Glasplatten oder auf rustikale Keramikteller, Gänseblümchen wirken sehr dekorativ und können mitgegessen werden.
WEIHNACHTLICHER OBSTSALAT
Jede Familie hat zu Weihnachten ihre ganz speziellen Rituale. Das ist gut so, denn Rituale festigen den Zusammenhalt und geben Beständigkeit in einer schnelllebigen Zeit. Unsere eingefleischten Rituale dürfen, obwohl unsere Kinder schon erwachsen sind, nicht geändert werden. So erscheint in unserem Heimatdorf jedes Jahr um 15.00 Uhr der Weihnachtsmann auf dem Marktplatz mit jeweils einem anderen Fahrzeug. Feuerwehrauto, Hubschrauber, Honeckers Staatskarosse, Elefant oder Rentier, immer warten alle gespannt darauf, wie der Weihnachtmann wohl in diesem Jahr erscheinen wird. Die kleinen Steppkes tragen dann dem Weihnachtsmann mit vor Aufregung stammelnden Worten ihre mühsam auswendig gelernten Gedichte vor oder singen Lieder und erhalten ihre liebevoll, bunt eingepackten Weihnachtpakete, die sie freudestrahlend nach Hause schaffen. Die Erwachsenen trinken am Stand des Heimatvereins einen Glühwein und fachsimpeln über das neue Fahrzeug des Weihnachtsmannes. Danach werden in familiärer Runde bei Kaffee, selbstgebackenen Plätzchen, Stollen und Kerzenschein neugierig Weihnachtsgeschenke ausgepackt. Zum Weihnachtsmenü des ersten Feiertages gehört unser Obstsalat aus allen Früchten, die wir für diesen Tag auftreiben können.
Zutaten
1 Apfel
1 Mandarine
1 Orange
1 Banane
1 Granatapfel
1 kleine Weintraube
1 Sternenfrucht
1 Kiwi
10 Nüsse
Gewürze
1 EL Honig
1 Biozitrone (abgerieben und ausgepresst)
2 EL Walnussöl
1 Eigelb
Zubereitung
Obst schälen beziehungsweise waschen, Orange und Mandarine filetieren und restliches Obst in kleine Stückchen schneiden, Marinadenzutaten mit dem Schneebesen aufbauschen und mit den gehackten Nüssen unter den Salat rühren, Erwachsene nehmen auch gern einen Löffel Eierlikör dazu.
Serviervorschlag
Alles in kleinen Glasschälchen anrichten und mit in Scheiben geschnittenen Sternenfrüchten garnieren oder kleine Physalis mit geöffneten Blütenblättern auf dem Schalenrand befestigen.
RAPUNZELSALAT
Märchen sind uralt. Auch heute noch erfreuen sie viele Kinder.
Beim Zubereiten des folgenden köstlichen Salates bietet sich an, das Märchen von Rapunzel zu erzählen, deren Mutter während der Schwangerschaft so einen Heißhunger auf Rapunzeln bekam, dass Rapunzel’s Vater dafür ihr künftiges Kind der bösen Zauberin versprach. Eine heute sehr unvorstellbare und grausame Geschichte, die aber zum Glück, wie sollte es anders sein, gut ausgeht. Auf alle Fälle entsteht dabei ein leichter Sommersalat, der auch auf Sommerpartys gern gegessen wird.
Zutaten
250 g Rapunzeln
50 g Himbeeren
50 g Walnüsse
200 g Putenbrust
3 EL Rapsöl
2 EL Walnussöl
Saft einer halben Zitrone
Gewürze
Pfeffer, Salz,
1 EL Honig
Zubereitung
Rapunzeln putzen und waschen, in einem Sieb trockenschütteln oder mit einer Salatschleuder trocknen, Himbeeren vorsichtig kontrollieren, waschen und abtropfen lassen, Nüsse knacken, kurz in einer Pfanne rösten, Putenfilet in Streifen schneiden, in einer Pfanne mit etwas Sonnenblumenöl kurz anbraten, mit Pfeffer und Salz würzen, alles miteinander vermengen, aus Zitronensaft,
Honig und Nussöl eine Marinade zaubern und leicht unter den Salat heben.
Garnierung
Zwei Nusshälften und eine Zitronenscheibe verwenden.
MARONENSUPPE
Maronen gab es bei uns meist nur in der Weihnachtszeit geröstet auf den Märkten. Im Mittelmeerraum sind sie beheimatet, wo sie einfach am Straßenrand wachsen.
Als wir unseren Sohn Alexander, der sich 2012 zum Weinpraktikum in der Toskana befand, besuchten, entdeckten wir im Spoerry- Skulpturenpark riesige Maronenbäume. Die Wiese darunter war übersäht mit Unmengen köstlicher großer Maronen. Wir füllten unsere Taschen. Im Quartier unseres Sohnes ritzten wir die Schalen kreuzweise ein und rösteten diese Früchte über dem Feuer. Sie müssen lange rösten, nur so entfalten sie ihren köstlich nussig, leicht süßlichen Geschmack. Zu kurz geröstet, schmecken sie mehlig. Diese aromatischen Maronen müssten doch noch für andere Gerichte verwendet werden können, war mein Gedanke. Wieder zu Hause zurückgekehrt, entwickelte ich in Erinnerung an unseren Toskana Urlaub folgende Suppe:
Zutaten
400 g geschälte Maronen
1 Stange Lauch
2 Pastinaken
1 EL Butter
500 ml Gemüsefond
100 ml trockenen Weißwein
(für Kinder besser Saft einer ausgepressten Zitrone) 150g Becher Schlagsahne
Gewürze
1/2 TL Zimt
1 Prise Muskat
Salz und Pfeffer, Chili
(für Kinder auch als süße Variante mit Zucker lecker)
Zubereitung
Pastinaken putzen und in Würfel schneiden, Lauch waschen, in Streifen schneiden, zusammen mit den kleingewürfelten Maronen in Butter kurz anrösten, dann mit Gemüsefond ablöschen, Wein oder Zitronensaft hinzufügen, 15 Minuten bei niedriger Temperatur köcheln lassen, danach pürieren, Sahne und Gewürze dazugeben.
Serviervorschlag
In rustikalen Keramikschälchen anrichten, kleine Sahnekringel legen, mit Chili oder etwas rotem Pfeffer und kleinen Minzeblättchen überstreuen oder Pastinakenstreifen in Butter kross braten und zur Garnierung in die Suppe stecken.
HOCHZEITSSUPPE
Diese schmack- und nahrhafte Suppe aßen wir das erste Mal bei Tante Elisabeth. So verschwenderisch wie uns der Westen nach dem Mauerfall vorkam und uns die überquellenden Läden überforderten, so verschwenderisch ist auch diese Suppe, doch nur so erhält sie ihr volles Aroma. Danke Tante Elisabeth für dieses tolle Rezept, das hoffentlich bald bei einer Hochzeit ausprobiert werden kann.
Serviervorschlag
Mit feingehackter Petersilie und Eierstichherzen garnieren.
Zutaten
2 Suppenhühner
200 g Gewiegtes
100 g grüne Erbsen
1 Pfund Spargel
3 Möhren
3 Zwiebeln
1/2 Kohlrabi
1/4 Sellerie
5 Eier
100 g Fadennudeln oder Sago
50 g Semmelbrösel
Gewürze
3 Lorbeerblätter
1 Esslöffel Salz
10 Pfefferkörner
1 Prise Muskat
1 Bund Küchenkräuter
(Petersilie oder Pimpinelle),
2 Stängel Liebstöckel
Zubereitung
Zwei Suppenhühner mit Zwiebeln, Sellerie, Kohlrabi, Lorbeerblättern, Liebstöckel, Salz und Pfeffer 3 Stunden lang bei niedriger Temperatur von Wasser bedeckt köcheln lassen. Die Möhren eine halbe Stunde vor Schluss dazu fügen und die Spargelstückchen eine viertel Stunde vor Schluss. Das lange Köcheln ergibt eine kräftige Brühe. Tante Elisabeth behält nur die Brühe mit den Möhren und dem Spargel zur Weiterverarbeitung übrig, die Hühner bekommt, welche Verschwendung, der Hund. Will man nicht so verschwenderisch sein, kocht man die Hühner nur 1 Stunde und kann sie so noch für ein köstliches Frikassee verwenden.
Nun wird aus 4 Eiern der Eierstich zubereitet. Dazu Eier mit 100 ml Milch, einer Prise Salz, einer Prise Muskat und mit 2 EL frisch gehackten Kräutern verrühren, eine kleine rechteckige Form mit Butter auspinseln, die Eiermasse hineingeben, mit Folie abdecken und im leicht kochenden Wasserbad 30 Minuten stocken lassen.
Aus der Form stürzen, abkühlen lassen, in kleine Vierecke, bzw. Rauten schneiden.
Gewiegtes mit einem Eigelb, Pfeffer, Salz, Muskat und Semmelbröseln zu kleinen Bällchen formen, in die Brühe geben und mit den Erbsen gar ziehen lassen.
Wer die Suppe gehaltvoller mag, gibt noch etwas vorgekochte Fadennudeln oder Sago dazu.
MÖHREN- ORANGENSUPPE
Da wir auf dem Land leben, gehört einfach hinter jedes Haus ein zünftiger Bauerngarten. Für unseren Vater, der ursprünglich aus der Stadt stammte und die Kriegszeit mit großer Hungersnot erlebt hat, ist der Gemüsegarten sein Heiligtum. So hatten wir im Sommer immer frische Möhren, Gurken, Tomaten, Bohnen, Kohlrabi und anderes Gemüse. Das bedeutete uns viel, denn die Gemüseläden waren in der DDR nicht gerade üppig bestückt. Frisch aus dem Garten schmeckt alles viel besser, da unser Gemüse ohne künstlichen Dünger auskommt und besser ausgereift ist. Für uns Kinder war dies das Paradies.
Immer, wenn wir aus der Schule kamen, gingen wir zuerst in den Garten und naschten ein paar Zuckerschötchen, ein paar Erdbeeren, ein paar Nüsse oder Johannisbeeren. So handhaben wir das heute noch, wenn wir meine Eltern besuchen. Die Verarbeitung dieser Gemüse war einfach und ohne viele Zutaten. Möhren gab es entweder als Möhrengemüse oder als Rohkostsalat. Heute muss es schon etwas Exotisches sein, um unsere verwöhnten Gaumen zu erfreuen. Möhrensuppe ist nicht einfach nur Möhrensuppe, sondern wird durch exotische Gewürze zu einem Geschmackserlebnis, dass auch Kinder lieben.
Zutaten
300 g Möhren
4 getrocknete Tomaten
20 g frischen Ingwer
2 Bioorangen
300 ml Kokosmilch
1 Hand voll Kokosstreifen
2 EL Nussöl
Gewürze
Salz, Pfeffer
1/4 einer kleinen, roten Paprikaschote
1 EL Curry
Zubereitung
Orangen waschen, trocknen, Schale abreiben, auspressen, Möhren waschen, putzen, in Scheiben schneiden, Tomaten klein schneiden, Ingwer würfeln, alles in 2 EL Nussöl andünsten, Curry darüber pudern und mit dem Saft der ausgepressten Orangen ablöschen, kurz aufkochen lassen, bei geschlossenem Deckel und niedriger Temperatur 15 Minuten garen, 150 ml Kokosmilch dazugeben, fein pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken, zum Schluss angewärmte, 150 ml geschlagene Kokosmilch auf die Suppe geben, mit etwas zerkleinertem, roten Chili überstreuen
Serviervorschlag
mit gerösteten Kokosstreifen oder einer Orangenscheibe garnieren
Serviervorschlag
Zur Verfeinerung kann man den Suppenteller mit einem Kreis Sahne garnieren.
