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Sich gesund ernähren, Sport treiben, im Beruf vorankommen, Freundschaften pflegen: Wie soll man das denn alles unter einen Hut bekommen? Das fragt sich auch Bloggerin Anna Newton. Eigentlich perfekt organisiert, wächst auch ihr irgendwann alles über den Kopf. Deshalb probiert sie alles Mögliche aus, um etwas Ruhe in ihren hektischen Alltag einkehren zu lassen: Sie entrümpelt ihre Wohnung, feiert den minimalistischen Lifestyle und hält in ihrem Bullet Journal all ihre Ziele und Träume fest. Doch bald muss sie feststellen: Es gibt verschiedene Wege für ein organisiertes Leben. Jeder kann seine eigenen Lebensbereiche so effizient wir nur möglich gestalten – ganz individuell und ohne Druck. Anna Newton zeigt, wie du für dich -eine passende Morgenroutine findest -das eigene Budget bestmöglich nutzt, -dein Zuhause, den überfüllten Kalender und den Kleiderschrank effektiv entrümpelst -Zeit für Sport und Hobbies optimal einplanst, um dein Privatleben ganz nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten
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Seitenzahl: 350
Veröffentlichungsjahr: 2019
EIN LEICHTES LEBEN
Anna Newton
EIN LEICHTES LEBEN
Einfache Schritte, um den Alltag aufzuräumen
Anna Newton
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen
1. Auflage 2019
© 2019 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
Die englische Originalausgabe erschien 2019 bei Quadrille Publishing Limited unter dem Titel An Edited Life. © 2019 by Quadrille, an imprint of Hardie Grant Publishing. All rights reserved.
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Übersetzung: Katja Theiß
Redaktion: Annett Stütze
Umschlaggestaltung: Emily Lapworth/Quadrille
Layout: Emily Lapworth/Quadrille
Satz: Satzwerk Huber, Germering
Druck: Livonia Print, Riga
eBook: ePubMATIC.com
ISBN Print 978-3-7474-0081-4
ISBN E-Book (PDF) 978-3-96121-420-4
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96121-421-1
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
www.mvg-verlag.de
Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de
VORWORT
DIE BASICS
BEVOR DU LOSLEGST …
LEBEN
BRING DEINEN TERMINPLANER AUF ZACK
GELD: SOOOO LANGWEILIG, ABER ECHT WICHTIG
SELF CARE
SO FUNKTIONIERT DAS PRIVATLEBEN
ZIELE UND ZUKUNFTSPLÄNE ENTWICKELN
CHECKLISTE FÜRS LEICHTE LEBEN
ARBEIT
WIE STRUKTURIERE ICH MEINEN ARBEITSPLATZ
WIE PLANE ICH DEN ARBEITSTAG
WIE ERLEDIGE ICH MEINE AUFGABEN
CHECKLISTE FÜRS LEICHTE ARBEITSLEBEN
ZUHAUSE
WIE OPTIMIERE UND ORGANISIERE ICH MEIN ZUHAUSE
WIE KOMME ICH ZU EINER BASIS-GARDEROBE
WIE SCHMEISSE ICH EINEN HAUSHALT
CHECKLISTE FÜRS LEICHTE LEBEN
DIE AKTIONSPLÄNE
QUELLEN
DANKSAGUNG
ÜBER DIE AUTORIN
Wenn du jemanden brauchst, der deine Hand hält, während du deine Garderobe aussortierst – eine Aufgabe, die du die letzten fünf Jahre aufgeschoben hast – dann bin ich die Richtige. Wenn du einen Blick in den Planer einer Freundin werfen willst, um zu sehen, wie sie ihre Zeit organisiert, dann ist meiner ein offenes Buch. Wenn du Lust auf Empfehlungen für Meditations-Apps hast, damit dein Leben mehr im Gleichgewicht ist, dann zaubere ich Vorschläge aus der Tasche. Aber am wichtigsten: Wenn du eine Karaoke-Partnerin brauchst, die den Rap-Part von Sean Paul in Blu Cantrells »Breathe« liefert, dann such nicht weiter.
Ich bin Anna, an den Wochenenden Teilzeit-Sängerin in Sachen Car-pool-Karaoke und den Rest der Zeit Vollzeit-Bloggerin und Organisations-Freak. Ich bin eine typische Jungfrau und verschlinge deshalb so ziemlich alles über die Fleiß- und Effizienz-Auswüchse meines Sternzeichens, und zwar mit einer nervtötenden Selbstgefälligkeit, die meine bessere Hälfte fast verrückt macht. Typisch Jungfrau eben. Meinen Blog »The Anna Edit« führe ich seit 2010. Am Anfang habe ich dort die Unmengen an Schönheitsprodukten und Make-up dokumentiert, mit denen ich zu Hause heimlich Burgen baute. Inzwischen ist er ein Ort, an dem ich ein wenig von allem teile – von Tipps zur Produktivität bis zu Memes über Ryan Gosling, von Tipps zur Basis-Garderobe bis zum Umgang mit Gesichtsbehaarung, falls man die Gene väterlicherseits geerbt hat und aussieht wie Tom Selleck, wenn man das Rasieren meidet. Es ist eine ziemlich abwechslungsreiche Ecke im Internet. Schau doch mal vorbei und sag Hallo.
Obwohl ich schon als Kind gerne Wachsmalstifte farblich sortiert habe, begann meine persönliche Reise ins leichte Leben erst, als ich drei Jahre nach der Uni mit meinem jetzigen Ehemann Mark in einer Einzimmerwohnung in East London lebte. Wir sonnten uns in unserer unmittelbaren Nähe zu Westfield, einem Einkaufszentrum, das unter der Woche ein Shopping-Nirvana war und am Wochenende zu einer beklemmenden Einkaufshölle mutierte. Dort gaben wir 45 Pfund, also ca. 50 Euro, für eine Packung Cracker, Chia-Pudding und Hummus-Chips bei Whole Foods aus, und wir wussten genau, in welchen Wagen wir am U-Bahn-Gleis einsteigen mussten, damit wir an unserem Zielbahnhof bequem am Fuß der Treppe ausgespuckt wurden. Wir schwelgten in unserer authentischen Londoner Welt – mit einer Wohnung in Briefmarkengröße. Wir dachten uns eigene kleine Hacks zum Platzsparen aus, versteckten z.B. das Bügelbrett hinterm Sofa und quetschten den Staubsauger hinter eine Tür (ging dann halt nicht mehr zu!). Aber nach all den Jahren eines auf Konsum ausgerichteten Lebensstils schlichen sich bald meine Einkäufe in die allerletzten freien Ritzen. Im Bad hortete ich Kerzen, die Schubladen quollen über mit neuer Bettwäsche, und das Öffnen der Schranktür wurde zu einer wahren Aufgabe, – eigentlich wäre eine Sicherheitswarnung: »SCHUTZHELM PFLICHT!« angebracht gewesen. Da ich Jungfrau bin, war nichts wirklich chaotisch, aber die Menge an Zeug war einfach überwältigend.
Was für eine Menge das war, habe ich erst begriffen, als wir umzogen. Da ging der Spaß richtig los! Als wir nach unserer Zeit in der großen Metropole gen Süden aufbrachen und die 80 Kilometer nach Brighton zurücklegten, erinnerte ich mich, wie ich beim Einzug in die alte Wohnung eine Box hereingeschleppt hatte, die an der Seite mit: »ALTES MAKE-UP – KISTE 3« beschriftet war. Das hatte unsere damaligen Nachbarn amüsiert.
Glücklicherweise war unser neues Zuhause etwas geräumiger. Aber als ich die scheinbar endlosen Stapel von Kisten hereinbugsierte, wurde mir klar, dass die Mehrheit mit Gegenständen vollgepackt war, die ich entweder nicht brauchte, mochte oder benutzte. Ein kaputter iPod Shuffle! Ein Paillettenkleid von Topshop, in dem ich schon bei der Anprobe wie eine gestopfte Wurst ausgesehen hatte! Ein Lehrbuch aus der Uni, das nicht nur ungelesen, sondern sogar noch in der Schutzhülle eingeschweißt war! Als ich einen Eierschneider herauszog – frag besser nicht – brachte dies das Fass zum Überlaufen. Als Einstieg lasen wir daraufhin noch am gleichen Nachmittag Marie Kondos The Life-Changing Magic of Tidying – auf Deutsch Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert; die meistverkaufte Entrümpel-Bibel, die predigt, dass wir nur an Besitztümern festhalten sollten, die entweder funktional sind oder uns ein Gefühl der Freude geben, wenn wir sie in Händen halten. Fastforward: ein paar Tage später und der Eierschneider war weg, zusammen mit fünf Müllsäcken randvoll mit unnützem Krempel, zwei Säcken mit Klamotten für die Kleiderspende und einem Haufen Elektroartikel für den Wohltätigkeitsladen. In dieser Woche änderte sich mein Lebensstil, ohne dass es mir groß auffiel: Ich orientierte mich an jenem beängstigenden Phänomen namens Minimalismus. In den folgenden Monaten fühlte sich unser Zuhause nicht nur funktionaler an, auch mein Gehirn atmete zum ersten Mal seit Monaten wieder lange aus und gab neuen Ideen Raum. Ganz klischeehaft fühlte ich mich, als wäre ein »Gewicht von meinen Schultern genommen«. Unsere Sachen waren ordentlich, und ich war dadurch produktiver und ging effizienter mit meiner Zeit um. Wir planten sogar unsere Mahlzeiten im Voraus und ließen die zu häufigen Take-aways oder Lieferando-Bestellungen, die eh an unseren Kontoständen nagten, sausen. Ich kaufte insgesamt weniger und achtete bei meinen Einkäufen auf »Qualität vor Quantität«. Das Entsorgen von Sachen bedeutete auch, dass weniger Kisten ausgepackt werden mussten. DOPPELT GEPUNKTET.
Für mich gilt »Alles oder nichts« – du weißt schon, Jungfrau und so! Jedenfalls machte dieses Gefühl richtig süchtig. Ich kam an den Punkt, an dem sich bei meinem Mann, als er nach Hause kam, Besorgnis breit machte. Ich hätte nämlich beinah die Fernbedienung des Fernsehers aussortiert, weil sie mir keine Freude bereitete. Ich verschlang Bücher, Blogs und Podcasts zum Thema und liebte nichts mehr als zu entsorgen. Ich räumte am Wochenende Küchenschränke leer, plünderte unseren Dachboden, damit mehr Gegenstände auf den Wertstoffhof gebracht werden konnten, schikanierte meine Mutter, ihre Vasensammlung (die ein wenig außer Kontrolle geraten war und sich der 50+-Marke näherte) zu verkleinern, und entwickelte eine Vorliebe für die PP-Aufbewahrungsboxen von MUJI. In meinen Augen hakte ich alle Punkte für Minimalismus ab. Tatsächlich lebte ich jedoch mit einer Basis-Garderobe, die nur sieben Oberteile enthielt, und hatte nie saubere Wäsche. Ich wurde zum Gegenteil eines hortenden Messies. Ich mutierte zur müllsackbefüllenden Tyrannin, die besessen davon war, die nächste Ladung in die Klappe zu werfen. Ich kam an den Punkt, an dem ich mich von Dingen trennte, die wir tatsächlich brauchten. Als ich die Fernbedienung des Fernsehers verdächtig beäugte, wurde mir klar, dass es noch einen anderen, besseren, nämlich einen Mittelweg geben musste.
In den nächsten Jahren entwickelte ich Methoden, Mantras und Ordnungsrituale, die immer noch in einem halbwegs minimalistischen Rahmen lagen, die aber nicht wie all die sonstigen Ansätze, über die ich gelesen hatte, als strenges Regelwerk gelten sollten. Die Fernbedienung konnte erleichtert aufatmen und die Basis-Garderobe entwickelte sich zu einem wichtigen Bestandteil meines Lebensstils – aber den Ansatz »Wie lange kann ich dieses Oberteil tragen, bevor es Beine bekommt« ließ ich von nun an links liegen.
Minimalismus als Begriff ist weit gefasst. Er deckt ein Spektrum von Überzeugungen zum Leben mit weniger ab – vom Besitz von Dingen, die in einen Koffer passen, bis hin zur Halbierung der essentiellen Musik-CD-Sammlung, die ohnehin aus dem Regal quillt. Das extreme Ende des Spektrums kann sehr streng geregelt und damit einengend ausfallen. Ich kämpfte schon mit der »7-Oberteile«-Sache, die Herausforderung, die eine Hardcore-Basis-Garderobe aus nur 10 Teilen darstellt, möchte ich mir gar nicht erst vorstellen! Mein Mittelweg besteht darin, auf ein leichtes Leben hinzuarbeiten. Dabei geht es um einen kontinuierlichen Ansatz, der Unvollkommenheiten umfasst und sich vom Bedürfnis nach Perfektionismus freimacht. Denn ganz ehrlich: Perfektion existiert einfach nicht, es sei denn, wir sprechen von Ryan Gosling.
Also, willkommen bei Ein leichtes Leben. Meinem Buch voller praktischer Tipps, die ich auf meiner Reise von der Konsum-Königin über die militante Wegwerf-Tyrannin bis hin zu einem eher gelassenen Ordnungs-Freak entdeckt habe. Wenn du wie ich angestaubte Besitztümer ausräumst und dir zeitsparende Gewohnheiten für den Alltag aneignest, hat dein Hirn mehr Raum, sich um alles andere zu kümmern, was im Leben so vor sich geht. Ich habe genügend Bücher gelesen, um zu wissen, dass Tipps ein wenig wie »Nach dem Aufwachen trinke ich einen Weizengrasschluck in meiner weißen Leinen-Loungewear, bevor ich 30 Minuten meditiere und auf den Ozean hinausblicke« klingen können. Aber ich möchte mit meinem Buch nicht einschüchtern, sondern dir Ratschläge für Veränderungen und Ziele an die Hand geben, die machbar und erreichbar sind – und die weder einen Meerblick noch einen rotzfarbigen Trunk benötigen.
Das Leben von Millenials ist ziemlich verrückt. Wenn wir keine Instagram-Bilder von unseren Lebensmitteln machen, kaufen wir lächerlich viel, was wir nicht brauchen, weil Facebook es vorgeschlagen hat. (Und wenn wir nichts davon tun, sind wir wahrscheinlich irgendwo unterwegs und beschweren uns, dass das Leben so schwierig ist – oh, welche Ironie!) Es ist immer jede Menge los, – und mit unseren überbordenden Schränken, den sich biegenden Terminkalendern und unseren Follikeln, die sich nicht erinnern können, wann wir das letzte Mal einen Haarschnitt hatten, ist es an der Zeit, die Bremse reinzuhauen, uns Zeit für uns selbst zu nehmen und eine Bestandsaufnahme zu machen. Ich hoffe, mit diesem Buch hältst du eine prima Entschuldigung in der Hand, um ein Wochenende freizuschaufeln, damit du tun kannst, was du willst; egal ob Netflix-Binge, Kneipe oder Sonntagsbraten mit deinen Eltern und ein ambitioniertes Scrabble-Spiel nach dem Nachtisch … Ich fände es großartig, wenn ich dir einen Motivationsschub mitgeben könnte, um all die lästigen Besorgungen für Erwachsene anzugehen, die du seit Monaten aufschiebst, oder wenn ich dir einen sanften Schubs verpassen könnte, dich für eine Maniküre anzumelden und dich für eine halbe Stunde in Klatsch-Zeitschriften zu verlieren.
In den letzten vier Jahren habe ich entdeckt, dass es bei der Strukturierung des eigenen Lebens nicht nur um Physisches geht. Das Aufräumen der Garderobe steht auf dem Zettel und ist mal wieder fällig, ist ja klar. Aber mein Ziel mit Ein leichtes Leben besteht darin, gute Laune in den Tag zu bringen. Durch einen Mix aus Entrümpeln, dem Schaffen hilfreicher Rituale und der Verlagerung der Denkweise auf mehr Klarheit und Zufriedenheit bringen wir gute Laune in den Alltag. Als Erstes arbeiten wir dafür an alltäglichen Aufgaben und stellen einen Zeitplan auf, der für dich funktioniert und dir Zeit für anstehende Aufgaben, Self Care und Freizeitaktivitäten lässt. Ich weiß. Das klingt VERRÜCKT, ist aber möglich. Sobald du eine Profi-Planerin bist, konzentrieren wir uns auf den Arbeitsbereich – von Projektterminen bis zur digitalen Organisation. Und erst im Anschluss tauchen wir bei dir im Haus ein und werfen einen Blick auf deine Besitztümer – so kannst du dich von unerwünschtem Krempel verabschieden, der Hirn und Raum zukleistert. Denn wenn du dir diese klassisch minimalistische Methode zum Schluss vornimmst, hast du schon eine bessere Vorstellung davon, was du wirklich für dein neues, leichtes Leben behalten solltest. Dein Hamster-Griff hat sich schon ein wenig gelockert, aber du wirfst keine Dinge weg, die du wirklich brauchst. TSCHÜS: »ALTES MAKE-UP – KISTE 3«!
Klingt einfach und unkompliziert? Ist es auch! Wichtig ist die Erkenntnis, dass es keinen Einheitsansatz, keine Methode, die für alle gleich funktioniert, gibt. Wir werfen das Regelwerk weg und verbrennen es zusammen mit dem Papierkram, den du in den letzten 15 Jahren gehortet hast. Mit Ein leichtes Leben kannst du deine eigene persönliche Routine entwickeln, indem du Strategien aus drei einfachen Bereichen, die Leben, Arbeit und Zuhause umfassen, anwendest und anpasst. Jeder Abschnitt enthält Hacks, Listen und praktische Ratschläge, um dir den Einstieg in ein besser organisiertes Leben zu erleichtern. Es geht nicht darum, eine komplette 180-Grad-Wendung zu vollziehen und widerwillig all den Besitz zu vernichten; es geht vielmehr darum, dein Leben zu optimieren und es ein wenig leichter zu gestalten, indem du die Dinge und Gedanken, die Zeit fressen, angehst. Es geht darum, dank einer praktischen Basis-Garderobe in zwei Minuten ein Outfit für den nächsten Tag auswählen zu können, anstatt 20 Minuten lang beim Anblick des Kleiderbergs in Panik zu verfallen. Es geht darum, dein Handy für ein paar Stunden in einer Schublade wegzusperren und digitalen Detox durchzuziehen, statt es als natürliche Verlängerung deiner Hand zu sehen. Es geht darum, den Sonntag damit zu verbringen, unzählige Episoden von RuPauls Drag Race oder Let’s dance zu sehen, anstatt zur Geburtstagsfeier der Großnichte der Cousine des Freundes deiner besten Freundin zu gehen. Und sich wegen nichts davon schuldig zu fühlen.
Vor allem hoffe ich, dass du dich beim Lesen von Ein leichtes Leben gut fühlst. Ich hoffe, es bringt dich oft zum Lachen und gewährt einen unbeschwerten Blick auf die Organisation des Lebens sowie all die Werkzeuge und Tipps, damit du zu jeder Jahreszeit deinen eigenen Frühjahrsputz hinkriegst. Betrachte es bloß nicht als ein Buch von Geboten, das buchstabengetreu befolgt werden muss, sondern eher wie deine verrückte Aufräum-Freundin (die es tatsächlich genießt, staubzusaugen), und die dir leckere Ratschlag-Häppchen anbietet.
Dieses Buch geht an alle jene da draußen, die sich wie ich als Monica aus Friends sehen, sowie an diejenigen, die sich eher mit Phoebe oder Rachel identifizieren. Selbst wenn du bereits eine hingebungsvolle Anhängerin der Basis-Garderobe bist, die das Bullet Journal liebt, bin ich sicher, dass du hier einige Dinge finden wirst, die dir helfen werden, dein Leben noch weiter zu vereinfachen. Für diejenigen, die etwas mehr Orientierung bei der Organisation in allen Lebensbereichen suchen: Ihr seid hier bei mir an der richtigen Adresse. Hier gibt’s kein Abkanzeln, nur Tipps, Tricks und viele Ryan-Gosling-Referenzen (Ryan-Gosling-Nennungen in dieser Einleitung insgesamt: 3!). Mach dir’s bequem, lies dich ein und begrüße dein neues, unglaublich verbessertes, leichtes Leben.
Wenn du jemals das Gefühl hattest, dass dir jemand mal die richtige Richtung zeigen sollte, dann findest du hier die Basics und Grundlagen für ein leichtes Leben. Die vorgestellten acht Schlüsselideen bestimmen alle Kapitel und ich werde immer wieder auf sie zurückkommen; betrachte sie als Mischung aus Leitfaden und moralischem Kompass.
QUALITÄT VOR QUANTITÄT. Immer. Ziel ist es, mit einer durchdachten Menge hochwertiger Besitztümer und Waren zu leben, die entweder häufig verwendet werden oder in irgendeiner Weise einen Mehrwert für dein Leben darstellen.
HÖR AUF. SCHROTT. ZU KAUFEN. Wie oben schon gesagt: Tätige deine Einkäufe auf der Grundlage deiner Bedürfnisse, nicht deiner Wünsche. BELOHNE DICH ab und zu. Aber versuche, dich von einem ständigen Konsumrausch als Lebensstil zu lösen.
PLANUNG IST ENTSCHEIDEND. Durchdachte Pläne helfen nicht nur, über das Gesamtbild nachzudenken, sie erleichtern es auch, realistische und erreichbare Ziele zu strukturieren. Wenn wir sie dann abhaken können, gibt uns das das Gefühl, dass wir tatsächlich etwas schaffen.
NEIN – DAS ZAUBERWORT. Achte darauf, dir Zeit für dich zu nehmen, damit du nicht irgendwann auf dem Zahnfleisch gehst. Respektiere deinen eigenen Zeitplan und lerne, wann es am besten ist, sowohl körperlich als auch geistig nein zu sagen.
SCHLAF. SEHR VIEL SCHLAF. Wir können erstaunlich viel erreichen, wenn wir ausgeruht sind. Zielt nach Möglichkeit auf acht Stunden pro Nacht. Beyoncé, du hast ja keinen Plan! Wir brauchen Schlaf, auch wenn du offenbar nie schläfst.
SEI NETT. Nett sein bedeutet auch, dass du dich selbst mit der Liebe und dem Respekt behandelst, die du verdienst. Beweg dich mehr. Iss gut. Ruh dich aus (ja, ich poche echt mächtig auf guten Schlaf).
MEHR VON DEM TUN, WAS DICH GLÜCKLICH MACHT. Das ist das Ziel. Wenn du dein Leben, deine Arbeit und dein Zuhause besser organisierst, öffnet sich dir Raum und du findest Zeit, zu tun, was auch immer dich verdammt noch mal am glücklichsten macht.
Bevor du dich auf das Wesentliche konzentrierst, vorab noch ein paar Dinge. Keine Sorge, ich werde dich nicht dazu bringen, deine Gedanken und Gefühle im Stil von Liebes Tagebuch! aufzuschreiben, aber ich halte es für eine gute Idee, einen Moment lang darüber nachzudenken, wo du gerade stehst.
Ziehe dich für 10 Minuten zurück und setz dich ruhig hin oder gehe spazieren und denke darüber nach, wo du dich gerade befindest, im Leben, bei der Arbeit und in deinem Zuhause.
In welchen Bereichen deines Lebens brauchst du eine Veränderung?
Welche Aspekte hast du im Griff?
Gibt es einige Aspekte, von denen du denkst, dass du sie optimieren solltest, aber es scheint die Mühe einfach nicht wert?
Meiner Erfahrung nach lohnt es sich, auf diese Antworten zu hören und mit den Elementen anzufangen, für die du dich begeisterst. Zu denen, für die du noch nicht so bereit bist, kannst du später zurückkehren, wenn du durch die erreichten positiven Veränderungen schon mehr Feuer im Bauch hast und dich wie ein absoluter BOSS fühlst.
In diesem Sinne kannst du dieses Buch auf zwei Arten nutzen. Entweder du blätterst im klassischen Sinne von Anfang bis Ende durch, oder du überfliegst den Inhalt und springst zu dem Abschnitt, der dich am meisten anspricht. Ich habe dieses Buch in der Reihenfolge angelegt, in der es meines Erachtens als Gesamtmethode am besten funktioniert. Wenn es dir sinnvoll erscheint, zuerst deinen Arbeitsbereich zu meistern und dann zum Anfang zurückzukehren, dann ist das absolut okay. Denn es gibt nicht DIE einzig richtige Art der Organisation. Im Mittelpunkt des leichten Lebens steht die Anpassung an deine persönlichen Eigenheiten, also nutze die Chance und genieße deinen Einfluss, ganz wie Anna Wintour von der Vogue.
Und nur damit wir uns verstehen – ich bin kinderlos, fast 30-jährig, und arbeite von zu Hause aus als Selbstständige. Meine Erfahrungen mit Lebensorga fallen sicher anders aus als bei einer berufstätigen Mutter von zweien, die jeden Tag in ein Büro stiefelt. Als Studentin habe ich hart gearbeitet und mich während meiner Unizeit dank zuverlässiger Kontoüberziehung und der Abteilung mit reduzierten Sachen im Supermarkt finanziell durchgemogelt. Damit kenne ich mich aus. Da ich jedoch noch nie eine Mutterschaft erlebt habe, sind einige meiner Vorschläge vielleicht nicht die praktischsten, wenn man nicht einmal Zeit hat, in Ruhe zu kacken. Ihr seid Superfrauen, und ich habe großen Respekt vor euch! Denkt daran, es ist alles nur eine Phase: Ich erlaube meinen Eltern inzwischen auch wieder zu kacken, ohne dass ich um die Tür schaue! Wie gesagt: Jeder ist anders – also pick die für dich richtigen Seiten raus.
Wenn es ein Kapitel gibt, das dich besonders interessiert und du mehr wissen willst, dann schaue in den Abschnitt Quellen am Ende des Buches; dort gibt’s zusätzliche Hinweise in die entsprechende Richtung. Du findest dort Websites, Podcasts und Bücher, die ich oft als Inspirationsquelle nutze, wenn ich das Gefühl habe, dass ich meine Sortierfähigkeiten noch einen Tick verbessern muss. In meinem Blog kannst du PDF-Arbeitsblätter zu Themen aus diesem Buch entdecken und ausdrucken – in Englisch allerdings, aber das schaffst du schon: Die Downloads kosten nichts, und du kannst so noch tiefer eintauchen. Ansonsten gibt’s dort auch mehr als 2.500 Artikel zu einer ganzen Reihe von Themen und Links zu verwandten Inhalten, Videos und Channels. Eine Bitte habe ich: Klick bloß nicht zurück bis 2010! Das war das Jahr der künstlichen Bräune. Muss ich noch mehr sagen?
Am Ende jedes Kapitels findest du den Abschnitt Leicht gesagt. Er fasst zusammen, wo wir uns befinden und was als Nächstes kommt. Zum Abschluss jedes größeren Segments – Leben, Arbeit und Zuhause – gibt es Checklisten, die du abhaken kannst, wenn du nicht sicher bist, wo du anfangen sollst. Und ganz am Schluss, vor den Quellen, findest du Aktionspläne für dein leichtes Leben – und zwar über einen Zeitraum von einem Wochenende, einem Monat oder drei Monaten. Hier siehst du auf einen Blick, wie du alle Teile des Puzzles am besten zusammenfügen kannst – unabhängig vom Zeitrahmen. Mach dir Notizen, kringle Sätze ein, wirf die Reihenfolge über den Haufen, mach, was immer du brauchst, damit es im Hirn hängenbleibt. Ich markiere mir z.B. beim Lesen interessante Seiten mit Registerkarten oder Post-Its. Damit sind wichtige Stellen später leichter zu finden. Wenn du eine Seite findest, die du für Post-it-würdig hältst, fühle ich mich geehrt. Und ich danke dir.
OKAY, JETZT IST ES ABER AN DER ZEIT LOSZULEGEN …
Wenn uns alles zu viel ist, denken wir oft, dass wir alles loswerden müssen, was wir besitzen, um zur Ruhe zu kommen. Also graben wir einen Müllsack aus, fluchen, wenn wir die perforierte Kante nicht gleich finden, und fangen wahllos an, Gegenstände reinzuwerfen, in der Hoffnung, dass wir dadurch sofort an einen Ort der reinen Ruhe transportiert werden –, von dem ich übrigens denke, dass er nur auf Instagram-Bildern existiert. Hey – manchmal funktioniert es, und ich will diese Methode nicht verteufeln. Aber damit sich neue, effiziente Gewohnheiten und Routinen festigen, muss man das Gerümpel im Hirn vor dem eigentlichen Durcheinander angehen.
Vergiss also Müllsäcke: Reden wir lieber davon, was kommt, bevor du danach greifst. Was ist zu tun, um den Kopf frei zu bekommen, bevor du dich an die Reorganisation deines Zuhauses machst?
Anstatt auf Dinge konzentrieren wir uns auf dich. Suche dir die Mittel, die du brauchst, damit du deinen Planer gestalten und anschauen kannst, ohne in Schnappatmung zu verfallen. Reiß die staubigen Briefumschläge aus dem Mega-Stapel auf und sortiere deine Finanzen, denn jetzt geht’s ans Eingemachte. Oh ja, höchste Eisenbahn für ALLTAGSPLANUNG. Self Care mag wie eine Floskel aus dem Marketing klingen, aber sie ist eine wichtige Fähigkeit, die du unbedingt trainieren musst – du musst dir selbst erlauben, dich auszuruhen, und aktiv unerwünschte Stressfaktoren beseitigen *Karate haut alle Gefühle der Angst weg*. Höchste Zeit, deine Sachen in Ordnung zu bringen und auf dich selbst zu achten. Du schaffst das …
Ein Terminplaner ist dein persönlicher Assistent in Sachen Leben. Er liefert den Schlüssel, damit du immer weißt, zu welcher Zeit wo etwas ansteht. Stellen wir also sicher, dass du eine solide Zeitplanung rockst – das ist die Grundlage für ein leichtes Leben!
Unvorstellbar, dass es eine Zeit gab, in der wir keine Kalender benutzt haben! ICH WEISS. Natürlich gab es in den 90ern die Planer von Dear Diary und Forever Friends mit Vorhängeschloss. Aber höchstwahrscheinlich gab es auch in deinem Leben eine Zeit, in der du keinen schriftlichen Terminplaner hattest, und selbst wenn, hast du den sicher nicht sklavisch durchgezogen. Nun, etwas sklavisch durchzuziehen ist auch heute noch nicht meins, aber ich bin definitiv ein Fan von Terminplanern. Denn wenn wir einen Zeitplan anlegen, sei es auf Papier oder digital, können wir unsere eigenen Stundenzettel kontrollieren, freie Stunden rausschlagen und verpassen theoretisch nie wieder ein Meeting, einen Termin oder einen Geburtstag – wie mies man sich dabei fühlt, wenn das passiert, weiß jeder.
Deshalb geht es im ersten Kapitel um Planung. Es geht darum, einen organisatorischen Rahmen zu schaffen, der auf dich, deine Bedürfnisse und Vorlieben zugeschnitten ist, und der dich mit einer Raster-Struktur versieht, in die du dein leichtes Leben einteilen kannst. Ohne Struktur kannst du deine Zeit nicht effektiv nutzen. Und falls dir das doch gelingt, verdienst du eine Runde Applaus – denn dann muss dein Gedächtnis rekordverdächtig sein und du solltest das ausnutzen.
Ein gut gestalteter und übersichtlicher Terminplaner ist das wichtigste Organisationsinstrument, das dir zur Verfügung steht. Die Listen, Budgets, Pläne, Self Care, das Entrümpeln und die täglichen Gewohnheiten – sie alle funktionieren, weil du dir die Zeit im Kalender eingetragen und den Ball ins Rollen gebracht hast. Die Grundlage jedes einzelnen Kapitels lässt sich auf den bescheidenen Terminplaner zurückführen.
Also starten wir genau da! Warum schlägst du nicht mal deinen aktuellen Kalender auf? Fühlst du dich gut dabei? SUPER – zögere nicht, durch die Seiten zu blättern oder zur nächsten Notiz zu springen. Tut dir der Anblick des Chaos an Daten, Anmerkungen und Gekrakel weh und musst du deine Augen beim Versuch zu entziffern, was du da hineingekritzelt hast, dermaßen anstrengen, dass es keinen Spaß macht? Dann bist du bei mir richtig gelandet.
Wenn dein Terminplaner aussieht wie eine Aneinanderreihung von Kinderzeichnungen mit Gekritzel oder wenn du eine Woche zu früh zum Zahnarzttermin kommst, dann solltest du dich den nackten Tatsachen stellen: Es lohnt sich, bei Null anzufangen, denn deine aktuelle Methode funktioniert nicht. Du hast die Qual der Wahl! Papier oder digital? Früher wollte ich nur einen Planer, den ich in der Hand halten konnte. Ich fühlte mich unglaublich erwachsen, und obwohl ich auf Du und Du mit meinem super genialen Tipp-Ex stand, war es ziemlich praktisch, Einladungen, für die mir auf die Schnelle keine Ausrede einfiel, mit dem Spruch: »Hab leider meinen Planer nicht dabei« abzuwenden. Ich bin ein schrecklicher Mensch.
Vor drei Jahren bin ich jedoch auf iCal (dt. Kalender) umgestiegen, das ist die Standard-Kalender-App, mit der alle Apple-Geräte ausgeliefert werden. Ich habe mich lange Zeit verweigert (sehr zum Ärger meiner Kolleg*innen), aber nachdem ich den Schritt gewagt habe, konnte ich meine Termine und Projekte geschmeidig und leicht mit Kolleg*innen, meinen Eltern und meinem Mann teilen – easy peasy. Das Tipp-Ex wanderte in den Müll und ich kann seitdem Termine leicht planen, verschieben oder absagen. Die Benutzerfreundlichkeit, Flexibilität und die Tatsache, dass ich mir mit einem Klick ansehen kann, wie sich der Rest des Monats entwickelt, haben mich überzeugt – und deshalb ist diese Art der Planung inzwischen meine bevorzugte Methode. Aber ganz gleich, welches Medium du wählst, ich habe einige Empfehlungen.
FÜR DEN BUSINESS-PROFI: MOLESKINE
Als ich zu arbeiten anfing, war das mein erster Ausflug in die Welt der Planer für Erwachsene. Sie haben deshalb für mich einen besonderen Stellenwert, und gerade die Vielzahl der verfügbaren Farben, Größen und Layouts sind einfach top! Alternativ gibt’s in Deutschland Planer von Leuchtturm 1917, die ähnlich aufgemacht sind.
FÜR LIEBHABER VON SKANDINAVISCH INSPIRIERTEN INNENRÄUMEN: APPOINTED
Kann man Planer schicker gestalten? Ich persönlich stehe auf das Layout des Wochenplaners, obwohl auch eine Filofax-ähnliche Ausstattung angeboten wird. Ganz besonders fühlt man sich übrigens, wenn man sich den Einband monogrammieren lässt!
FÜR DIEJENIGEN, DIE JEDES JAHR WECHSELN MÖCHTEN: PAPERCHASE
Bieten auch online eine große Auswahl an Größen, Mustern und allen Arten von spezialisierten Terminkalendern, ob es nun um Essen oder Fitness geht. Warnung: Die Muster und Designs sind so verführerisch, dass ich mir oft das restliche Sortiment dazu holen möchte, z.B. die Kaffeetasse! Oder Stifte?
FÜR KREATIVE, DIE BEIM PLANER AUF COVER-APPEAL STEHEN: OHH DEER
Du hast Lust auf Ausgefallenes, das auf deinem Schreibtisch einladend aussieht? Bingo: Treffer! Hier dreht sich alles um skurrile, wunderbare Schreibwaren. Jetzt müsste es nur noch ein paar dieser klasse Muster als Tapeten geben! Das wäre toll – DANKE!
FÜR DIEJENIGEN, DIE DETAILVERLIEBTE LAYOUTS MÖGEN: KIKKI K
Auf der Website gibt es einen Bereich, der sich ausschließlich um »Organisation« dreht. Mehr muss ich nicht sagen, oder? Die Auswahl ist schlicht und minimalistisch, und die Seitenlayouts sind für verschiedene Orga-Arten gut durchdacht. Rundum Bestnoten.
FÜR DIEJENIGEN, DIE EINE SCHNELLE, EINFACHE UND KOSTENLOSE OPTION WOLLEN: OUTLOOK, APPLE CALENDAR, GOOGLE CALENDAR
Die am häufigsten verwendeten Kalender-Apps; ähneln sich alle und sind oft standardmäßig vorinstalliert – je nachdem, ob man Apple- oder Microsoft-Nutzer ist und auf welchen Dienstleister man für E-Mails zurückgreift.
FÜR VIELBESCHÄFTIGTE, DIE ALLE BEREICHE DIGITALISIEREN WOLLEN: BUSYCAL (FÜR APPLE-NUTZER)
Bietet eine vollständig anpassbare Benutzeroberfläche, mit der du auch die Aufgabenlisten im Auge behalten, Erinnerungen und Alarme einstellen und Journaleinträge oder Haftnotizen hinzufügen kannst. Eine großartige Option für diejenigen, die ihre Produktivität bündeln möchten.
FÜR MENSCHEN, DIE VERGESSEN, IHREN ZEITPLAN REGELMÄSSIG ZU ÜBERPRÜFEN: BLOTTER (FÜR MAC-NUTZER)
Sicher nicht die beste Option in Sachen Multitasking im Bereich Kalender-Apps, aber dafür eine der schönsten: Die Kalenderansicht verschmilzt mit der Desktop-Oberfläche am Rechner.
FÜR MENSCHEN, DIE DETAILVERSESSEN SIND: FANTASTICAL 2 (FÜR APPLE-NUTZER)
Für viele ist Fantastical DIE App in Sachen Planung. Sie kostet ordentlich was, bietet dafür aber auch, was man braucht, um im Leben am Ball zu bleiben – von Erinnerungen bis hin zu Checklisten. Für echte Organisationsfreaks mit viel Liebe zum Detail.
FÜR DIEJENIGEN, DIE VISUELL LERNEN: CLOUDCAL (FÜR ANDROIDNUTZER)
Clou dieser App: Jeder Tag wird durch einen Kreis dargestellt, der mit aufgabenspezifischen Farben aufgefüllt wird, wenn du Punkte auf deiner Agenda ergänzt. So ist auf einen Blick ersichtlich, wie beschäftigt du jeden Tag bist und was du vorhast.
Sobald du dein ganz spezielles Medium für die Zeitplanung gefunden hast, kannst du loslegen und es mit Leben füllen.
Manchmal macht mich mein neues Kalender-Design so dermaßen an, dass ich jeden wachen Moment mit einem farblich abgestimmten Zeitabschnitt auffülle; dann habe ich bloß leider keine Zeitnischen mehr, um ungetrübt in meiner Lieblingslegging, deren Gummizug schon vor drei Jahren den Geist aufgegeben hat, auf dem Sofa abzuhängen oder mich mit Freund*innen zu treffen.
Bleibe also bei den wichtigsten Dingen und lasse die täglichen Aufgaben, Besorgungen und allgemeinen Aufgabenlisten hier weg. Denke daran, dass ein Terminplaner, ein Kalender oder ein Zeitplan – wie auch immer du ihn nennst – dazu da ist, dir zu zeigen, wann du wo sein wirst. Das war’s schon. Alles andere gehört woanders hin; das spare ich mir für To-do-Listen, Produktivitäts-Apps oder ein Notizbuch auf. Und zu denen kommen wir auch noch, keine Sorge.
Probiere die ausgewählte Methode einen Monat lang aus und überprüfe dann, ob sie für dich funktioniert. Vergisst du, mindestens einmal täglich reinzuschauen? DANN WEG DAMIT. Findest du es nervig, Änderungen am Zeitplan vorzunehmen? TSCHÜSS. Ist es dir zu zeitaufwendig, die Übersicht zu behalten? LASS LOS. In all diesen Fällen, oder wenn du einfach nicht harmonisch reingefunden hast: Fürchte dich nicht, Fehler zu beheben und von vorne anzufangen. Wenn du nicht termingerecht reinschaust, dann versuche es mit einer Zeitplaner-App auf deinem Desktop oder speichere deinen Kalender an einer gut sichtbaren Stelle an deinem Arbeitsplatz. Wenn du für Änderungen fünf Minuten am Telefon herumfummeln oder Meetings physisch durchstreichen musst (was es erschwert, neue zu erkennen), dann wird es höchste Zeit, die Apps zu wechseln oder den gedruckten Planer komplett wegzulassen (oder in eine Tipp-Ex-Maus zu investieren – diese kleine Rolle, bei der du nicht warten musst, bis sie getrocknet ist, – genialer Fortschritt!). Ist deine Methode zu zeitaufwendig, fügst du vielleicht zu viel hinzu, das eher auf To-do-Listen gehört und dorthin verschoben werden kann. Verschwendest du zu viel Zeit darauf, deinen Planer schön zu gestalten? Dann ist vielleicht ein Wechsel auf die digitale Seite hilfreich.
Mit deinem Kalender solltest du dich organisiert fühlen. Wenn du einen Schritt zurücktrittst und alles in dich aufnimmst, solltest du dir selbst stolz auf die Schulter klopfen wollen. Sei stolz auf deinen Planer! Sicher, wir können nicht immer kontrollieren, was dort eingetragen wird, aber wir können kontrollieren, wie wir die Kontrolle behalten und auf dem Laufenden bleiben. Hier kommen ein paar zusätzliche Tipps, wenn du mit dem Rahmen schon etwas vertrauter bist: So erledigt dein Planer die harte Arbeit, und du musst es nicht mehr tun:
Puh. Ein Kapitel weniger, und ich hoffe, du fühlst dich besser organisiert als beim ersten Eintauchen in dieses Buch! Ein bisschen wenigstens? Das akzeptiere ich voll und ganz! Hoffentlich hast du deinen Kalender im Griff. Du überprüfst ihn täglich? Du aktualisierst ihn regelmäßig? Du findest ihn eigentlich ein hilfreiches Werkzeug bei der Planung und Durchführung deines Alltags – am Arbeitsplatz und zu Hause?
BRILLANT. Siehste! Ich hab dir’s doch gesagt – es wirkt wie ein winziges Detail, aber mit einem strukturierten Planer schnurrt alles andere wie eine gut geölte Maschine. Wie Channing Tatum in Magic Mike XXL.
Und was die Orga-Muskeln betrifft, an deren Aufbau du so hart gearbeitet hast: Checke monatlich, ob deine Methode für dich immer noch funktioniert (keine verpassten Meetings oder sonstige Termin-Patzer etc.) und arbeite an der Einhaltung deiner 20-minütigen Planungssitzung pro Woche. Damit bleibst du auf dem Laufenden und verschaffst dir die Zeit, eine mentale Bestandsaufnahme für die kommende Woche zu erstellen. Und jetzt, wo du an der Organisationsfront warmgelaufen bist, bist du sicher bereit für das ernste Erwachsenen-Zeugs. Du weißt schon: Zeit, über GELD zu reden …
Am wenigsten sexy im leichten Leben ist wahrscheinlich der Teil rund um die Budgetplanung. Sie ist aber ein super wichtiger Baustein. Deshalb gehen wir erst mal daran, den damit verbundenen Stress abzubauen, dann kriegst du auch dein Budget locker in den Griff.
Die Finanzen zu planen ist einer der alltäglichsten Bestandteile des #Erwachsenseins. Falls du noch nicht im Lotto gewonnen hast, gehört das Gegenrechnen deiner Bankkontobewegungen eher nicht zu den lustigen Aufgaben. Geld kann einer der größten Stressoren im Leben sein. Doch wenn du jede Woche 10 Minuten lang deine Einnahmen und Ausgaben auswertest, gelingt es dir hoffentlich, sanft wie ein Baby zu schlummern, statt eine schlaflose Nacht damit zu verbringen, dich unruhig hin und her zu wälzen, nur um dann bei ASOS eine mitternächtliche Kauforgie zu veranstalten, bei der lauter Zeug im Warenkorb landet, das du dir nicht leisten kannst und genau deshalb willst. Ohne Budgetplan haben wir oft keine Ahnung, was wir auf dem Konto haben (oder eben nicht). So fehlt der Überblick, die Finanzen den eigenen Zielen und Wünschen anzupassen – sei es beim Sparen auf eine Reise, ein eigenes Heim oder eine Handtasche.
Die Vorstellung, einen Budgetplan zu erstellen, kann ganz schön auf den Magen schlagen, aber er macht einfach ein großes Stück der Torte des leichten Lebens aus …
Nachdem dein Terminplaner jetzt steht, kannst du routinemäßig Zeitfenster für die Finanzen einfügen. (LOS! Plan sie wie ein Meeting ein, verleihe ihnen Priorität und Gewicht.)
Wenn du deine Zahlen im Griff hast, eignest du dir nämlich damit Self-Care-Praktiken an – alle zwei Sekunden Panik wegen der Kohle ist dann Geschichte!
Mit dem Basiswissen über deine finanzielle Situation ausgerüstet, kannst du effektiv vorausplanen, egal ob’s um Freizeit oder Arbeit geht.
Du kennst die Zahlen auf deinem Bankkonto, weißt, was du für Essen, Urlaub und bei ASOS ausgeben kannst und wann du genug hast, um alle Rechnungen zu begleichen und obendrauf noch ein bisschen zu sparen. PUH! Beruhigend!
Eine erste echte Aufschlüsselung der Ausgaben mag zunächst schockieren, aber sobald sich die Hysterie – Mist, hab ich SO VIEL fürs Essen ausgegeben? – gelegt hat, kannst du deine Ausgaben priorisieren und den Kuchen so aufteilen, wie er dir am besten schmeckt. Budgets stehen unter Generalverdacht total starr zu sein, aber keine Angst. Du mutierst nicht zur kleinlichen Schnecke, die beim Essengehen mit Freunden plötzlich die Gemeinschaftsrechnung nicht mehr zu gleichen Teilen splitten möchte, sondern alles bis in Detail ausrechnen will – das ist nämlich Quatsch, denn Budgets sind flexibel! Einnahmen und Ausgaben ändern sich jeden Monat aufs Neue, also sollte eine realistische Planung das berücksichtigen. Daher ist es nicht das Schlechteste, von ein paar allgemeinen Vorgaben auszugehen, die dich vom drückenden Gewicht finanzieller Bürden befreien, die du seit Jahren mit dir rumschleppst.
Während meiner Studienzeit und dem anschließenden Einstieg in die Arbeitswelt habe ich den Kopf in den Sand gesteckt und mein Bankkonto weitgehend ignoriert. Mein Studi-Job im Pub war eine Schinderei und öde, mein Verdienst fiel mickrig aus und ein fettes Minus sieht man sich nicht so gerne an. Als ich schließlich die Luft anhielt, sobald ich an der Kasse mit Karte zahlen wollte, weil ich nicht wusste, ob mein Konto noch genug für EINEN WEITEREN dieser großartigen Lippenstifte in Nude hergab, begriff ich, dass ich etwas ändern musste – nämlich meine Finanzen und meine aus dem Ruder gelaufene Obsession mit tollen Nude-Lippenstiften.
Es hat mich ein paar Jahre gekostet (und viele »Wie benutzt man eigentlich eine Tabellenkalkulation, weil ich vergessen habe, was sie mir in der Schule beigebracht haben?«-Google-Suchen), aber schließlich hat sich für mich ein Budgetplan eingespielt. Zuerst habe ich mir angewöhnt, alle paar Tage mein Bankkonto zu überprüfen. Das allein war schon super erhellend. Wenn du siehst, welche Kohle an EINEM TAG durch Urlaub verschlungen wird, durch einen Happen zum Mittagessen, eine Spontan-Bestellung bei Amazon oder die Stippvisite in dem kleinen Laden auf dem Weg nach Hause, dann überlegst du ernsthaft, ob du besser zur Arbeit läufst, dir dein eigenes Mittagessen mitnimmst, Onlineshopping über Bord kippst oder dir angewöhnst, einmal die Woche im Discounter groß einzukaufen. Nach zwei Monaten, in denen ich meine Ausgaben genau im Auge behielt, war ich bereit, alle Karten auf den Tisch zu legen, und begann, mir ein richtiges #Erwachsenenbudget zu erstellen. Ich fing mit einer einfachen Numbers-Tabelle an (die benutze ich immer noch!): Ich beobachtete, was für all die langweiligen Dinge wie Rechnungen und Miete draufrutschte, was ich einsparte und wie ich ausgab, was übrigblieb. Schließlich habe ich diese Bestandteile in Rubriken unterteilt. Mit dem Vorwissen über meine Ausgaben konnte ich Zahlen ermitteln, die für mich pro Monat als Zielvorgabe ideal wären. Dann führte ich eine optisch ansprechende Farbcodierung ein, und genau an diesem Punkt bin ich heute noch. Bis sich alles eingeschliffen hat und zu einer monatlichen Gewohnheit wurde, hat es ein bisschen gedauert, aber als ich soweit war, fühlte ich mich selbstbewusst und zum ersten Mal als Herrin über meine Finanzen. Überziehungen tilge ich im Handumdrehen, das Geld für Rechnungen und Miete habe ich rechtzeitig parat und ja, ich kann mir diesen genialen Nude-Lippenstift leisten, nur eben keine zehn davon.
