Ein Lied für meine Tochter - Jodi Picoult - E-Book

Ein Lied für meine Tochter E-Book

Jodi Picoult

4,5
8,99 €

oder
Beschreibung

Zoe Baxter wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind. Sie und ihr Mann Max tun alles, um endlich eine Familie zu gründen. Vergeblich. Als ihre Ehe zerbricht, findet Zoe Trost in der Musik - und in einer neuen Liebe. Mit der Psychologin Vanessa will sie noch einmal von vorne beginnen. Sie träumt von einem gemeinsamen Kind mit ihr. Doch Max ist fest entschlossen, dieses Familienglück zu verhindern. Er gerät in die Fänge einer radikalen christlichen Gemeinde, die seit Jahren gegen Homosexualität kämpft ...

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Seitenzahl: 759

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Inhalt

CoverTitelImpressumWidmungVorbemerkungZitatTrack 1 ... Sing You HomeZoeTrack 2 ... The House On Hope StreetMaxTrack 3 ... RefugeeVanessaTrack 4 ... The LastZoeVanessaMaxTrack 5 ... Marry MeZoeTrack 6 ... FaithMaxZoeVanessaMaxTrack 7 ... The MermaidZoeTrack 8 ... Ordinary LifeMaxTrack 9 ... Where You AreZoeVanessaMaxZoeMaxTrack 10 ... Sammy’s SongSamanthaDanksagung

JODI PICOULT

Ein Lied für meine Tochter

Roman

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Rainer Schumacher

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe

des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Titel der amerikanischen Originalausgabe: »Sing You Home«

Für die Originalausgabe: © 2011 by Jodi Picoult

Song lyrics created for SING YOU HOME © 2011 by Jodi Picoult and Ellen Wilber. Used by permission.

All rights reserved including the right of reproduction in whole or in part. This edition published by arrangement with the original publisher, Atria books, a division of Simon & Schuster, Inc., New York.

Für die deutschsprachige Ausgabe: Copyright © 2012 by Bastei Lübbe AG, Köln Textredaktion: Anja Lademacher, Bonn Umschlaggestaltung: Gisela Kullowatz Umschlagmotiv: © Demurez Cover Arts/Ricardo Demurez E-Book-Produktion: Dörlemann Satz, Lemförde

ISBN 978-3-8387-1981-8

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Für Ellen Wilber: Deine Musik hat mein Leben bereichert; deine Freundschaft bedeutet mir und meiner Familie so viel. Ich weiß nicht mehr genau, wer von uns Thelma ist und wer Louise, aber ich glaube, das ist auch egal, solange wir nur gemeinsam unterwegs sind. Und für Kyle van Leer: Von dem Moment an, als du während eines Sturms geboren worden bist, wusste ich, dass du einmalig bist. Ich glaube, ich könnte gar nicht stolzer auf dich sein, selbst wenn ich es versuchen würde – nicht nur auf das, was du geworden bist, sondern auch auf den Menschen, der du schon immer warst. Irgendwie weiß ich, dass es euch beiden nichts ausmachen wird, gemeinsam in ein und derselben Widmung erwähnt zu werden.

VORBEMERKUNG

Die Musik, die dieses Buch begleitet und die auf der Homepage von Jodi Picoult (www.jodipicoult.com/sing-you-home-lyrics.html) angehört werden kann, ist geschaffen worden, um der Figur Zoe für den Leser eine echte Stimme zu verleihen. Es gibt keine ›richtige‹ oder ›falsche‹ Art, die Musik mit dem Roman zu mischen, doch als Ellen Wilber und ich die Songs geschrieben haben, haben wir jeden Titel einem bestimmten Kapitel zugeordnet. Zwischen den Kapiteln haben wir die Titel eingefügt, sodass deutlich wird, welches Lied wir mit welchem Kapitel in Verbindung gebracht haben, nur für den Fall, dass Sie nachvollziehen wollen, was Zoe im jeweiligen Moment denkt und fühlt. Viel Spaß!

Kein Mann hat das naturgegebene Recht, mit Gewalt gegen die gleichen Rechte anderer vorzugehen, und das ist es, wovon das Gesetz ihn abhalten soll. Thomas Jefferson

Zoe

An einem sonnigen, aber kühlen Samstag im September, als ich sieben Jahre alt war, habe ich zusehen müssen, wie mein Vater tot umfiel. Ich spielte mit meiner Lieblingspuppe auf der Steinmauer neben unserer Einfahrt, und er mähte den Rasen. Gerade hatte er noch gemäht, und in der nächsten Minute lag er mit dem Gesicht nach unten im Gras, während der Rasenmäher langsam den Hang hinter dem Haus hinunterfuhr.

Ich glaubte zunächst, er würde schlafen oder ein Spiel spielen. Doch als ich mich neben ihn auf den Rasen hockte, waren seine Augen offen. Feuchtes, frisch geschnittenes Gras klebte an seiner Stirn.

Ich erinnere mich nicht daran, nach meiner Mutter gerufen zu haben, doch das habe ich wohl getan.

Wenn ich an diesen Tag zurückdenke, dann sehe ich das alles in Zeitlupe. Den Rasenmäher, der allein über das Gras fährt. Die Milchtüte in der Hand meiner Mutter, als sie herausgerannt kam, und die sie auf der geteerten Einfahrt fallen ließ. Und das Geräusch, als meine Mutter in den Telefonhörer schrie, um dem Notarzt unsere Adresse mitzuteilen.

Meine Mutter brachte mich zu einer Nachbarin, während sie ins Krankenhaus fuhr. Die Nachbarin war eine alte Frau, die nach Urin stank. Sie gab mir Pfefferminztäfelchen, die so alt waren, dass der Schokoladenüberzug am Rand schon weiß war. Als ihr Telefon klingelte, lief ich in den Garten und kroch hinter eine Hecke. Dort vergrub ich meine Puppe im Laub und ging weg.

Meiner Mutter ist nie aufgefallen, dass sie weg war, genauso wenig wie die Abwesenheit meines Vaters zu ihr durchzudringen schien. Sie hat nie geweint. Beim Begräbnis meines Vaters stand sie da wie gelähmt. Anschließend saß sie mir gegenüber am Küchentisch, wo ich später manchmal noch für meinen Vater mit deckte, und wir aßen uns durch alle möglichen Speisen, die uns die Nachbarn und Kollegen meines Vaters gebracht hatten, weil sie so davon ablenken wollten, dass sie nicht wussten, was sie sagen sollten. Wenn ein scheinbar kerngesunder Mann von zweiundvierzig Jahren an einem Herzinfarkt stirbt, dann wird die trauernde Familie plötzlich behandelt, als leide sie unter einer ansteckenden Seuche. Als könne man sich ihr Unglück einfangen, wenn man ihr zu nahe kommt.

Sechs Monate nach dem Tod meines Vaters nahm meine Mutter, beherrscht wie zuvor, seine Anzüge und Hemden aus dem gemeinsamen Schrank und brachte sie zur Wohlfahrt. Sie besorgte sich alte Kartons im Schnapsladen und packte seine anderen Sachen hinein: die Biografie, die er gerade gelesen hatte und die noch immer auf dem Nachttisch lag, seine Pfeife und seine Münzsammlung. Doch seine Videosammlung von Abbott und Costello ließ sie, wo sie war, obwohl sie meinem Vater einmal gesagt hatte, sie habe nie verstanden, was so lustig daran sein solle.

Schließlich trug meine Mutter die Kartons auf den Speicher, wo Hitze und Staub herrschten. Als sie zum dritten Mal hinaufgegangen war, kam sie nicht sofort wieder zurück. Stattdessen war Musik von oben zu hören. Ein dummes, ausgelassenes Lied plärrte aus einem alten Kassettenrekorder. Ich konnte den Text zwar nicht ganz verstehen, aber er hatte irgendetwas mit einem Hexendoktor zu tun, der jemandem erklärte, wie er das Herz eines Mädchens gewinnen konnte.

Ooo eee ooo ah ah, ting tang, walla walla, bing bang, hörte ich. Ich merkte, wie ich lachen musste, und da ich in letzter Zeit nicht allzu viel gelacht hatte, machte ich mich auf zur Quelle.

Als ich auf den Speicher kam, sah ich meine Mutter weinen. »Diese Aufnahme«, sagte sie, »hat ihn immer so glücklich gemacht.«

Ich wusste, dass es besser war, sie nicht nach dem Grund für ihre Tränen zu fragen. Stattdessen rollte ich mich neben ihr zusammen und lauschte dem Song, der es meiner Mutter endlich ermöglicht hatte zu weinen.

Jedes Leben hat einen Soundtrack.

Es gibt eine Melodie, die mich an den Sommer erinnert, als ich mich mit Baby-Öl einschmierte, um eine gleichmäßige Bräune zu bekommen. Ein anderes Lied wiederum erinnert mich daran, wie ich mit meinem Vater sonntagmorgens immer die New York Times kaufte. Und wieder ein anderer Song ruft mir ins Gedächtnis zurück, wie ich mir mit einem falschen Ausweis Zutritt zu einem Nachtclub verschaffte, um dort Flaschendrehen mit einem Jungen zu spielen, der aus dem Mund nach Tomatensuppe roch.

Wenn Sie mich fragen, dann ist Musik die Sprache der Erinnerung.

Wanda, die diensthabende Pflegerin im Pflegeheim Shady Acres, stellt mir einen Besucherausweis aus, obwohl ich schon seit über einem Jahr regelmäßig hierherkomme, um mit verschiedenen Bewohnern zu arbeiten. »Wie geht es ihm heute?«, frage ich.

»Wie immer«, antwortet Wanda. »Er hängt am Kronleuchter und unterhält die Massen mit Stepptanz und Schattenspiel.«

Ich grinse. Mr.Docker leidet unter Demenz im Endstadium. Seit zwölf Monaten bin ich jetzt seine Musiktherapeutin, und ich habe erst zweimal zu ihm durchdringen können. Meist sitzt er einfach nur auf seinem Bett oder in seinem Rollstuhl und starrt durch mich hindurch, ohne dass ich ihm eine Reaktion entlocken könnte.

Wenn ich den Leuten sage, dass ich als Musiktherapeutin arbeite, dann glauben sie, ich würde für die Patienten im Krankenhaus auf der Gitarre spielen. Sie halten mich für eine Künstlerin. In Wirklichkeit ist mein Job jedoch dem eines Physiotherapeuten deutlich ähnlicher als dem eines Musikers, statt Gymnastikgeräten setze ich Musik ein. Und wenn ich den Leuten das erkläre, dann halten sie es meist für esoterischen Mist.

In Wahrheit hat mein Beruf jedoch eine fundierte wissenschaftliche Basis. Bei Hirnscans ist deutlich zu sehen, wie Musik die Aktivität im Frontallappen fördert und Erinnerungen auslöst. Plötzlich sieht man einen Ort, eine Person oder ein Ereignis aus seiner Vergangenheit. Manchmal– und auch das kann man auf einem Monitor deutlich sehen– sind diese Erinnerungen auch sehr lebendig. Aus diesem Grund können Schlaganfallpatienten sich oftmals zuerst an Liedtexte erinnern, bevor sie ihr Sprachvermögen zurückerlangen, und Alzheimerpatienten erinnern sich an Lieder aus ihrer Jugend.

Und das ist auch der Grund, warum ich Mr.Docker noch nicht aufgegeben habe.

»Danke für die Vorwarnung«, sage ich zu Wanda und nehme meine Tasche, meine Gitarre und meine Djembé.

»Stellen Sie das wieder hin«, beharrt Wanda. »Sie sollen doch nicht so schwer tragen.«

»Dann sollte ich mich wohl beeilen«, erwidere ich und berühre meinen Bauch. Ich bin in der achtundzwanzigsten Woche und schon ziemlich rund– und ich lüge, dass sich die Balken biegen. Ich habe viel zu lange für dieses Baby gekämpft, als dass ich irgendeinen Teil der Schwangerschaft als Last empfinden könnte. Ich winke Wanda zu und gehe den Flur hinunter, um mit der heutigen Sitzung zu beginnen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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