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Der Ratgeber für ein Auslandsschuljahr Down Under – Aktualisierte Neuausgabe! Auslandsaufenthalt für Schüler Wie man als Schüler nach Neuseeland kommt, was berücksichtigt werden muss, wer einem hilft und welche Kosten auf einen zukommen, wird in diesem aktuellen Buch erläutert. Das Handbuch dient Eltern, Lehrern und Schülern als Leitfaden für die Organisation eines High-School-Jahres in Neuseeland. Ein High-School-Jahr am anderen Ende der Welt! Neuseeland gehört noch immer zu den exotischeren Zielen, wenn Schüler sich für ein Auslandsjahr an einer High School bewerben. Es zählt mit Australien und den polynesischen Inseln zu den Ländern der Welt, die am weitesten von Europa entfernt sind. Der Reiz der Ferne, Erzählungen von Weite und phantastischen Landschaften sowie der gute Ruf des Bildungssystems steigern das Interesse von Schülern und Eltern zunehmend. Dieses Handbuch liefert Hintergrundinformationen zum Bildungssystem, zum Leben in einer Gastfamilie, beschreibt das Bewerbungsverfahren und gibt Einblick in die englische Sprache am anderen Ende der Welt. Darüber hinaus werden verschiedene Organisationen und Agenturen aufgeführt, die Jugendliche in Neuseeland platzieren. Ein Buch für alle, die Lernen neu erleben möchten.
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Seitenzahl: 171
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Alexandra Albert / Jack Harte
Ein Schuljahr
in
Neuseeland
Gastschüler an einer High School Down Under
Bildnachweis
Titelfoto: Linwood College
Bilder im Textteil: 9 Pawel Loj (Fern, cc by 2.0), 10/11 Mathew Waters, 13 Little Blue Penguin (Hope School Sign 3, cc by 2.0), 15 Flying Kiwi Tours (Fox Glacier, cc by 2.0), 19 Kristina D.C. Hoeppner (Problem solving (4), cc by-sa 2.0), 20 Queenstown Rafting (Queenstown Rafting, cc by-nd 2.0), 25 Schwede66 (Christchurch Boys High School, cc by-sa 3.0), 26 Kerrie (Bond University Rugby, cc by-sa 2.0), 29 Jean Pierre Brungs, 34 Jan Schnorrenberg (IMG0501-2, cc by-sa 2.0), 37 Jorge Royan (Going to school Christs College Canterbury/Christchurch, cc by-sa 3.0), 39 Bayfield High School, 40 Kristina D.C. Hoeppner (An academy student is mentored by a former one, cc by-sa 2.0), 43 Engledow Jenny (_MG_2616, cc by 2.0), 47 jopetsy (Champagne Pool, cc by 2.0), 51 Christoph Straessler (Tui, cc by-sa 2.0), 52 Scott Symonds (Auckland, cc by-sa 2.0), 53 Daniel Stockman (New-Zealand 2015 344, cc by-sa 2.0), 55 Kristina D.C. Hoeppner (Challenging and frightening - 2011-09-09, cc by-sa 2.0), 61 Christoph Straessler (Pancake Rocks, cc by-sa 2.0), 66 Andrea Schaffer (Abel Tasman National Park, cc-by 2.0), 72 Simon sees (Air NZ 747 ZK-NBU, cc by 2.0), 75 _e.t (Wanderstiefel, cc by-sa 2.0), 78 Karl Baron (New Zealand Dollars, cc by 2.0), 82 David Craig (kiwi „fur“, cc by-sa 2.0), 96 Ulrich Lange, Dunedin, New Zealand (Maori sculpture, Toi‘s pa, Whakatane, Bay of Plenty Region, New Zealand, cc by-sa 3.0), 98 Mathyas Kurmann, 103 Phil Whitehouse (Te Anau, cc by 2.0), 106 Tristan Schmurr (Baldwin Street, cc by 2.0), 109 Swallowtail Garden Seeds (Kiwifruit), 112 Clive Darra (weetabix, cc by-sa 2.0), 114 Peter Halasz (Pie, cc by-sa 3.0), 117 Ulrich Lange, Bochum, Germany (Wellington, cc by-sa 3.0), 118 amanderson2 (Merino Sheep Walter Peak New-Zealand, cc by 2.0), 121 Andrea Schaffer (Mount Aspiring National Park, cc by 2.0), 124 gego2605 (a tout couer, cc by-sa 2.0), 127 Sids1 (The Waka House, cc by 2.0), 129 Tony (Kapa Haka, cc by-nd 2.0), 130 risastla (Lachen, cc by-sa 2.0), 133 Sids1 (Summer, cc by 2.0), 137 Tom Hall (Long exposure of a train headed into Auckland, cc by 2.0), 138 Eli Duke (New Zealand: The Brown Kiwi Hostel in Auckland, cc by-sa 2.0), 143 Joshua Eckert (Hobbiton Matamata, cc by 2.0), 151 russellstreet (Mount Taranaki and Cape Egmont Lighthouse, cc by-sa 2.0), 155 Kiri Dell (hongi Julia Gillard, cc by 2.0), 158 Kathryn Greenhill (Botany Library, Auckland, New Zealand, cc by-sa 2.0), 163 Felix Wagner, 166 Andrea G., 171 Ann-Katrin Schlepphorst
Die Creative-Commons-Lizenzen im Internet: cc by: creativecommons.org/licenses/by/2.0 cc by-sa: creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 cc by-nd: creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0
Vorwort - Kia Ora!
1 |Das neuseeländische Schulsystem
1.1Struktur & Inhalte der Schulausbildung
1.1.1Das neuseeländische Bildungssystem
1.1.2Ein breites Fächerangebot
1.1.3Praxis- und forschungsorientierte Lehre
1.1.4Musische und physische Förderung
1.1.5Technik & Computer
1.1.6Moderne Ausstattung
1.1.7Outdoor Education
1.2Allgemeines zur neuseeländischen Oberstufe
1.2.1Year 11
1.2.2Year 12 & 13
1.3Staatliche und private Schulen / Mädchen- und Jungenschulen
1.4Welche Klassenstufe ist die richtige?
1.5Das Schuljahr/Der Schulalltag – Zeiten & Daten
1.6Term Dates und Ferien
1.7Schultag und Unterrichtszeiten
1.8Der Unterricht
1.9Notengebung
1.10Was ist anders?
1.10.1Schuluniform
1.10.2Schulbus
1.10.3Form Class
1.10.4The Assembly
1.10.5Campus
1.10.6Schulfahrten
1.10.7Die Prom
1.11Abschlüsse & Anerkennung
2 |Voraussetzungen & Bewerbung
2.1Voraussetzungen
2.1.1Persönlichkeit und Charakter
2.1.2Dauer des Aufenthaltes
2.1.3Zeitplanung
2.1.4Schulische und sprachliche Voraussetzung
2.1.5Reisepass
2.1.6Gesundheit
2.1.7Der Umgang mit Fremdheit
2.1.8Als Deutscher unter Deutschen
2.2Die Bewerbung – Vorbereitung & Verlauf
2.2.1Die Bewerbungsmappe
2.2.2Anmeldung & Bestätigung
2.2.3Betreuung
2.2.4Visum
2.2.5Versicherungen
2.2.6Finanzierung
2.3Reisevorbereitung
2.3.1Anreise und Flugbuchung
2.3.2Sonder- und Handgepäck
2.3.3Einfuhr von Lebensmitteln & Medikamenten
2.3.4Drogen
2.4Fördermöglichkeiten
2.4.1Förderung nach dem BAföG
2.4.2Austauschprogramme der Bundesländer
2.4.3Rotary Club
3 |Organisationen & Agenturen
3.1Kommerzielle & gemeinnützige Anbieter
3.1.1Wie sind die Firmenprofile zu verstehen?
3.1.2Worauf sollte man noch achten?
3.2Anbieter / Anzeigenlisting
4 |Leben in einer neuseeländischen Gastfamilie
4.1Als Gast in einer neuseeländischen Familie
4.1.1Die Familienauswahl
4.1.2Familienwechsel
4.1.3Ruf & Qualität der Gastfamilien
4.2Der Tagesablauf
4.2.1Essen
4.2.2Wohnen
4.2.3Taschengeld
4.2.4Besuch von zu Hause
5 |Leben in Neuseeland
5.1Typisch neuseeländisch – Klischees unter die Lupe genommen
5.2Sport und Natur
5.3Multikulti – über Kiwis, Maori, Japaner und andere
5.4Religion
5.5Der neuseeländische Kalender – Feiertage, Veranstaltungen
5.6Telefonieren
5.7Reisen im Land
5.7.1Zur Übernachtung
5.7.2Zum Führerschein
5.8Einkaufen
5.9Vergünstigungen
5.10Ausgehen
5.10.1Kino, Theater und Konzerte
5.10.2Alkohol, Drogen & Sex
5.11Medien
5.11.1Fernsehen
5.11.2Radio
5.11.3Presse
5.11.4Internet & Soziale Netzwerke
6 |Neuseeländisches Englisch & Kiwi Slang
6.1Die Aussprache
6.2Regionale Unterschiede
6.3Alltagssprache & Slang
6.4Glossar
6.4.1Kiwi Slang
6.4.2Maori-Begriffe
6.4.3Haushalt
6.4.4Schule
7 |Wieder zu Hause
8 |Erfahrungsberichte
8.1Mein Neuseeland-Aufenthalt
8.2Grüße aus Neuseeland
8.3Schule am schönsten Ende der Welt
9 |Adressen, Internettipps und Literaturhinweise
9.1Adressen
9.2Internettipps
9.3Literaturhinweise
Als ponga bezeichnen Maoris den bekannten Silberfarn (Bildnachweis: 9)
Die meisten Schüler werden in Auckland das erste Mal neuseeländischen Boden betreten (Bildnachweis: 10/11)
Der Besuch einer High School im Ausland ist für viele Jugendliche ein Traum. Auf der Suche nach dem passenden Land wird Neuseeland zunehmend als Destination für einen Schulaufenthalt in Betracht gezogen, und das aus gutem Grund:
Neuseeland ist ein sicheres Land
Neuseeland verfügt über ein sehr gutes Bildungssystem
das neuseeländische Englisch ist gut verständlich und dem britischen sehr ähnlich
die Landschaften sind atemberaubend und das Klima für Mitteleuropäer sehr angenehm
Neuseeland ist ein Traumreiseziel für viele. Es ist ein Land, das unerreichbar erscheint und das man einmal im Leben bereisen möchte. Im Allgemeinen wissen wir in Europa jedoch sehr wenig über das Land am anderen Ende der Welt.
Ein Schuljahr in Neuseeland entstand als Leitfaden für die Planung und Durchführung eines Schulaufenthaltes. Es bereitet auf alle notwendigen Schritte vor, die ein Schüler bei der Organisation eines High-School-Jahres in Neuseeland berücksichtigen muss.
Dieses Handbuch gibt allen Schülern und Eltern, die sich für einen Schulaufenthalt in Neuseeland interessieren, einen umfassenden Einblick in das neuseeländische Schulsystem. Darüber hinaus werden detaillierte Informationen zur Vorbereitung, Bewerbung und zum Leben vor Ort geboten.
Ausländische Schüler sind in Neuseeland herzlich willkommen. Wer sich mehr mit dem schönsten Ende der Welt beschäftigt, wird merken, dass einen neben der hohen Ausbildungs- und Lebensqualität etwas Besonderes erwartet – ein Land, das Lust am Lernen weckt.
Alexandra Albert
Dein Neuseeland-Abenteuer kann beginnen (Bildnachweis: 13)
Jedes Land verfügt über Eigenheiten und Besonderheiten im Bildungssystem, die eine Ausbildung zu etwas Landestypischem machen. Das Grundsystem sowie die Gliederung der Bildungsstufen ist weltweit vergleichbar; Inhalte sowie die Didaktik des Unterrichts unterscheiden sich hingegen häufig voneinander, wenn man den Blick über die Landesgrenzen richtet.
Das neuseeländische Bildungssystem ist dreigegliedert, wie in Deutschland auch. Doch gelten landesweit dieselben bildungspolitischen Auflagen, anders als in unserem föderalistischen System. Auch die Aufnahme sowie die Abschlüsse an einer Schule unterliegen im ganzen Land denselben nationalen Kriterien und Qualifikationen.
Die Schullaufbahn in Neuseeland wird aufgeteilt in:
Primarstufe (Primary Schools)
5 bis 12 Jahre
1. bis 8. Klasse
Sekundarstufe (Secondary Schools)
13 bis 18 Jahre
9. bis 13. Klassen
Teritäre Stufe
möglich ab 15 Jahre
Universitäten Fachhochschulen (University, Polytechnics)
In Neuseeland werden Kinder mit der Vollendung des fünften Lebensjahres eingeschult, das heißt, es gibt keinen zeitgleichen, landesweiten Einschulungstermin in die erste Klasse nach der Sommerpause. Der Schulbesuch beginnt also immer am Montag nach dem jeweiligen fünften Geburtstag des Kindes.
In den Ferien kannst du den Fox Gletscher besuchen (Bildnachweis: 15)
Alle Kinder, die zwischen Juli und Dezember das fünfte Lebensjahr vollenden, kommen in das so genannte Year 0. Nach der ersten großen Sommerpause im Dezember/Januar kommen die Kinder, die im Vorjahr eingeschult wurden, dann automatisch in Year 1.
Diejenigen, die hingegen zwischen Januar und Juli fünf Jahre alt werden, werden direkt in Year 1 eingestuft. Das erste Schuljahr verläuft also gleitend.
Insgesamt können die neuseeländischen Schüler bis zur Beendigung der Secondary School 13 Schuljahre durchlaufen. Die Schulausbildung beginnt – wie erwähnt – bereits mit fünf Jahren und kann folglich im Alter von 18 Jahren beendet werden.
Die Schulpflicht geht in Neuseeland bis zum 16. Lebensjahr. Nach oder sogar bereits während der 11. Klasse können Schüler entscheiden, ob sie von der Schule abgehen möchten. Wichtig ist, dass sie das 16. Lebensjahr vollendet haben müssen.
Die Schule kann generell mit einem Abschluss nach Year 11, 12 oder 13 beendet werden. Je nach Abschluss bestehen für die Schüler verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung bzw. des beruflichen Einstiegs:
Schulabschlüsse
Year 11
NCEA Level 1
entspricht in etwa der Mittleren Reife
Year 12
NCEA Level 2
Lehrerausbildung möglich oder Bachelor-Abschluss an einer Fachhochschule
Year 13
NCEA Level 3
Bursary Exams, Hochschulzeugnis, Bachelor, Master und Doktor möglich
Das Bildungsministerium hat drei Level im National Certificate in Educational Achievement (NCEA) ausgearbeitet, die die neuseeländischen Schüler in ihren drei letzten Schuljahren erreichen können. Dieses System ist so angelegt, dass der Leistungsstand der Schüler während des laufenden Schuljahres regelmäßig durch Klausuren oder Referate abgefragt wird, ähnlich wie bei uns.
Aufgrund der regelmäßigen Leistungskontrollen während des Schuljahres verlieren die Jahresendprüfungen an Gewicht. Die Stärken und Schwächen der Schüler werden auf diesem Weg in jedem Schuljahr fairer bewertet, als das allein anhand der Jahresendprüfungen möglich wäre.
Die Leistungsabfragen während des Schuljahres können überwiegend individuell von Lehrern und Schulen zugleich gestaltet werden. Landesweit einheitlich hingegen ist das nationale Curriculum (vom Bildungsministerium vorgegeben) und die Zentralisierung bezüglich der Prüfungsverfahren.
Das neuseeländische Bildungssystem genießt einen sehr guten Ruf. Es basiert aufgrund der Kolonialgeschichte auf den britischen Bildungsmethoden und -strukturen des 18. und 19. Jahrhunderts. Doch seit der Unabhängigkeitserklärung Neuseelands im Jahre 1947 konnte es sich als eigenständiges Schulsystem fortentwickeln, was folglich eigene, landestypische Varianten hervorbrachte:
Neuseeländische Schulen weisen eine große Auswahl an verschiedenen Fächern auf, die man frei wählen kann. So kann man dort neben unseren klassischen Fächern beispielsweise Ernährungswissenschaften oder Buchführung als reguläres Schulfach belegen. Als Austauschschüler ist es üblich, neben Englisch fünf weitere Fächer zu wählen.
Die hier aufgeführte Liste des Northcote Colleges in Auckland gibt einen Einblick in die Fächervielfalt der 12. Klassenstufe:
Beispiele für Fächervielfalt
Pflichtfach
Englisch
Wahlfächer
Journalismus, Medienwissenschaften, Maori, Französisch, Japanisch, Soziologie, Buchhaltung, Wirtschaft, Geographie, Geschichte, Tourismus, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Gartenbau, Elektrotechnik, Musik, Kunst, Fotografie, Theater, Fahrzeugtechnik, Industriedesign, Grafikdesign, Modedesign, Informatik, Verwaltungswissenschaft, Ernährung & Kochen
Das staatliche Bildungssystem sieht neben der Allgemeinbildung und der Vorbereitung auf die universitäre Laufbahn auch praxisbezogene Inhalte vor. So können die Schüler beispielsweise im Bereich „Technology“ handwerkliche Fächer belegen. Das Handwerk wird an den Maschinen direkt erlernt, sodass der Schüler seine Fähigkeiten und Interessen ausprobieren und umsetzen kann. Dadurch erhält er auf einer Secondary School die Möglichkeit, seine pragmatischen Fähigkeiten zu testen und diese auf Wunsch zu intensivieren.
Die Schüler erfahren dadurch keine Abwertung handwerklicher Berufe, sondern erhalten die Chance, von der Theorie auf die Praxis umzusatteln.
Die musische Ausbildung sowie das Sportangebot nehmen eine zentrale Rolle im neuseeländischen Schulsystem ein. Aus dem musischen Bereich können „Theater“ und „Klassische Musik“ beziehungsweise im Sportbereich „Golf“ oder „Basketball“ als richtiges Lehrfach gewählt werden. Viele belegen auch AGs mit Musik- oder Sport-Bezug.
Manche Schulen haben eine eigene Academy für bestimmte Sportarten eingerichtet, in denen talentierte und interessierte Jugendliche besonders intensiv gefördert werden – zum Beispiel die Sailing Academy in Kerikeri oder die Golf und Rugby Academy in Rotorua.
In Neuseeland investieren die Schüler sehr viel Zeit in künstlerische und sportliche Aktivitäten.
Natürlich gehört das regelmäßige Proben und Trainieren bei diesen Fächern dazu. Auch ohne Anleitung einer Lehrkraft investieren die Schüler sehr viel Zeit in künstlerische und sportliche Aktivitäten.
Jede neuseeländische Schule verfügt über Computer-Pools (Bildnachweis: 19)
Anders als in Deutschland verfügt jede neuseeländische Schule über mehrere Computer-Pools. Die Schüler werden schon in jungen Jahren an den Umgang mit dem Computer herangeführt und erlernen neben den Standardprogrammen auch spezifische Programme des jeweiligen Faches, zum Beispiel in Mathematik, Grafikdesign oder Sprachen.
Die neuseeländischen Schulen legen großen Wert auf eine moderne Ausstattung der Lehrräume. Eine Vielzahl an Schulen wurde in den vergangenen Jahren renoviert, weshalb sie heute verbreitet über moderne bis hochmoderne Ressourcen verfügen – vor allem auch im technischen Bereich.
Raftig ist hier ein extrem beliebter, actionreicher Freizeitsport (Bildnachweis: 20)
Aufgrund der fantastischen Landschaften wird Abenteuersport in Neuseeland groß geschrieben. Da der Tourismus die wichtigste wirtschaftliche Einnahmequelle des Landes darstellt, hat sich in diesem Bereich ein neues Berufsfeld entwickelt, weswegen manche High Schools „Outdoorsport“ als eigenes Schulfach eingeführt haben.
2002 haben sich neuseeländische High Schools zu einem Verband zusammengeschlossen, die einen Schwerpunkt im Bereich „Natursport“ und „Abenteuerpädagogik“ setzen. Der Verband nennt sich ODENZ und ist im Internet unter www.outdoorednz.co.nz zu finden. Zur Zeit gehören ihm 20 Schulen an, die pro Schuljahr circa 200 Gastschüler aus Europa willkommen heißen. Diese Schulen werden von einigen wenigen deutschen Agenturen vertreten. Von „Klettern“ über „Trekking“, „Mountainbiking“, „Orientierungslaufen“, „Kajaking“ bis zum „Skifahren“ sind hier alle Sportarten vereint, werden gefördert und geschult – sowohl praktisch als auch theoretisch.
Bis zu zwölf Stunden pro Woche bieten diese High Schools „Outdoor Education“ als Unterrichtsfach an. Die Sicherheitsvorkehrungen sind natürlich extrem hoch und werden durch entsprechende staatliche Verbände regelmäßig geprüft. Anzumerken ist noch, dass fast jede dieser Schulen in ländlichen Gebieten liegt.
In den letzten drei Schuljahren einer neuseeländischen Schulausbildung erfolgt eine Fächerspezialisierung.
In der 11. Klasse müssen die Schüler Mathematik, Englisch und Naturwissenschaften als Pflichtfächer belegen; können die anderen Fächer aber aus den Bereichen Kunst, Wirtschaft, Technik und Fremdsprachen frei wählen. Nach Beendigung der 11. Klasse müssen die neuseeländischen Schüler zum ersten Mal nationale Examen schreiben. Fragestellungen, Inhalte sowie der Zeitpunkt der Prüfung stimmen landesweit überein.
Welche Fächer Prüfungsfächer sind, legen die Schulen intern fest. Auch die Fächerkombination zur Prüfung ist festgelegt und begrenzt. Das Fach „Englisch“ ist natürlich in jeder Jahrgangsstufe landesweit ein obligatorisches Prüfungsfach und folglich nicht abwählbar.
Die Prüfung nach der 11. Klasse ist die erste Prüfungsstufe des NCEA (ehemals School Certificate), das als Richtlinie für die Zulassung zum Besuch der 12. Klassen dient. Fällt jedoch ein Schüler, der in anderen Fächern gute Noten erzielen konnte, durch eine Prüfung, entscheidet letztlich die Schule, ob der Schüler versetzt wird oder nicht. Ferner gibt es die Möglichkeit, ein nicht geschafftes Fach zu wiederholen. So kann man in die 12. Klasse versetzt werden, wiederholt aber das nicht bestandene Fach in der 11. Klasse.
In den letzten Schuljahren kann ein Schüler, der im Allgemeinen keine guten Leistungen erbringt, selbst entscheiden, ob er wiederholen oder die Schule lieber verlassen möchte.
Ab Year 12 reduziert sich die Fächeranzahl erneut. Sechs Fächer sind zu belegen, wobei „Englisch“ weiterhin obligatorisches Unterrichts- und Prüfungsfach bleibt.
Das NCEA Level 2 ist nicht staatlich, sondern wird schulintern durchgeführt. In diesem Jahr werden Leistungsnachweise häufiger während des Schuljahres berücksichtigt und zu der Endnote dazugerechnet, sodass dadurch ein Mittelwert als Jahresendnote ermittelt wird. Das können Tests, Aufsätze und Referate sein.
Die Benotung wird mit Hilfe von Prozenten festgelegt, die am Jahresende aufgerechnet werden und schließlich die Endnote ergeben. Wie schon im Year 11 sieht es auch im Year 12 betreffend der Versetzung so aus, dass die Noten als Richtlinie, nicht aber als Versetzungsmaßstab gelten.
In Year 13 wird der Hochschulzugang entschieden. In diesem Jahr gibt es keine Pflichtfächer mehr. Der Schüler wählt fünf, maximal sechs Fächer, die für ihn fachlich relevant sind, um seine weitere Ausbildung an einer Fachhochschule (Polytechnics) oder an einer Universität realisieren zu können.
In Neuseeland ist es nicht möglich, mit dem Hochschulzugangszeugnis jedes beliebige Fach zu studieren, sondern nur solche, die mit den gewählten Abiturfächern verwandt sind.
Um die Hochschulzulassung zu erhalten, benötigt man (ab Sommersemester 2017) mindestens 60 Credits im Level 3 und 20 Credits im Level 2 (oder höher). Diese Credits müssen auf mindestens fünf voneinander unabhängigen, allgemeinbildenden Fächern verteilt werden. Drei dieser fünf Fächer muss man mit mindestens je 14 Credits im Level 3 nachweisen. Für einige Fächer gibt es Besonderheiten: So muss man im Fach „Mathematik“ mindestens 7 Credits im Level 3 und 4 Credits im Level 2 (oder höher) erhalten. Und in den Fächern „Englisch“ oder „Maori“ muss man mindestens 10 Credits im Level 2 (oder höher) erreichen – darunter 5 Credits in „Schreiben“ und 5 Credits in „Lesen“.
Alle anerkannten Prüfungsfächer, approved subject genannt, sind auf der Website www.nzqa.govt.nz zu finden.
Jede Universität in Neuseeland belegt ihre Fächer mit Punkten – ähnlich wie bei uns der Numerus Clausus, die die Schulabgänger anhand ihrer Abschlussnoten vorweisen müssen. Die NCEA-Prüfungen werden halb schulintern (zum Beispiel Sportfächer), halb staatlich durchgeführt. Ebenso fließen die Leistungsnachweise des gesamten Schuljahres von intern erbrachten Leistungen mit in die Endnote ein. Die NCEA-Abschlussprüfungen werden landesweit zur gleichen Zeit und mit der gleichen Fragestellung, ähnlich wie beim deutschen Zentralabitur, geschrieben.
Es gibt ca. 400 Secondary Schools in ganz Neuseeland. Diese werden entweder staatlich oder privat geführt. Die meisten Schulen sind staatlich und werden von der neuseeländischen Regierung gefördert. Diese Schulen unterliegen dem Ministry of Education (Bildungsministerium: www.minedu.govt.nz).
Vergleicht man die staalichen Schulen miteinander, so stellt man fest, dass sie über ähnliche Strukturen und Angebote verfügen. Die meisten dieser Schulen sind gemischt-geschlechtlich (co-educational, kurz co-ed genannt). Etwa 10 % der staatlichen Schulen sind reine Jungen- oder Mädchenschulen.
Einige wenige Schulen sind privat organisiert (Independant Schools) und befinden sich demnach außerhalb des staatlichen Bildungssystems. Im Allgemeinen gehören die Privatschulen religiösen Organisationen an, von denen der Großteil im 19. Jahrhundert als christliche Internatsschulen gegründet wurde und bis heute Traditionen und Prinzipien pflegen und bewahren konnte.
Die Schüler solcher Privatschulen lernen nach dem offiziellen, staatlichen Curriculum, um die gleichen universitären Voraussetzungen zu erfüllen. Dies ist ein wichtiger Aspekt, um soziale Ungleichheit auszuschalten. Das staatliche System erfährt dadurch keinerlei Abwertung. Gleichzeitig gibt es hier auf die Bedürfnisse der Schüler zugeschnittene Sonderfächer und Programme, die die Unabhängigkeit der Privatschulen verdeutlichen.
Sowohl an den staatlichen als auch an den privaten Schulen werden die Schüler für dieselben nationalen Qualifikationen vorbereitet.
Wie in anderen Ländern auch, erheben die Privatschulen relativ hohe Unterrichtsgebühren. Zudem ist mit hohen Internatskosten zu rechnen, weil Schüler aus dem gesamten Land sowie aus dem Ausland an den Privatschulen untergebracht werden und somit nicht aus der unmittelbaren Umgebung kommen. Eine Unterbringung im Internat ist in solchen Fällen also notwendig.
Einige der religiös ausgerichteten Privatschulen (Independent Schools) haben sich in den letzten Jahren in das Staatssystem integrieren lassen, um von der staatlichen Finanzierung für Bildungsträger profitieren zu können. Dennoch haben diese Schulen ihre religiösen und philosophischen Leitlinien beibehalten.
Die Christchurch Boys‘ High School ist eine beliebte Jungenschule (Bildnachweis: 25)
Eine Angleichung erfolgte auch von der anderen Seite her: Dank der pädagogischen Reform von 1987 ist es den staatlichen Schule heute möglich, eine erweiterte Fächerauswahl anzubieten. Zudem erreichte die Reform, dass die Räumlichkeiten der Schulen an Abenden und Wochenenden der Kommune zur Verfügung gestellt werden dürfen, falls Bedarf und Interesse daran besteht, d. h., dass die umliegende Nachbarschaft den Schulcampus für Nachbarschaftsaktivitäten nutzen kann.
Es stellt sich natürlich die Frage, ob die privaten Schulen nicht doch besser sind als die staatlichen? Die Antwort fällt schwer. Ein vages „Jein“ wäre wohl am angebrachtesten. Die Privatschulen des Landes sind in der Regel kleiner und übersichtlicher als staatliche. Hinzu kommt das breit gefächerte Unterrichtsangebot sowie die Schwerpunktsetzung der Schulen.
In Privatschulen werden Sport-Asse besonders gefördert (Bildnachweis: 26)
Oft ist eine Privatschule bekannt für die Förderung begabter Schüler in bestimmten Fächern wie Musik, Theater, Sport, Tanz etc. Allerdings sind Privatschulen in den meisten Fällen entweder reine Jungen- oder reine Mädchenschulen. Die Übersichtlichkeit ermöglicht ein intensiveres Lernen, die geschlechtspezifische Trennung fördert nach Aussagen mancher Pädagogen offensichtlich die Motivation der jeweiligen Schüler zu gleichen Teilen. Es gibt Studien und Beobachter, die behaupten, dass Schülerinnen von Mädchenschulen bedeutend besser in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern seien als an gemischt-geschlechtlichen Schulen, weil sie dort nicht in eine bestimmte Rolle gedrängt würden. Andere empfinden dies nicht so. Sie sehen Nachteile in der Geschlechtertrennung, weil die soziale Kompetenz einseitig ausgebildet wird und dies Probleme im späteren Berufs- und Privatleben mit sich bringen kann. Einige fühlen sich dem anderen Geschlecht gegenüber plötzlich gehemmt. Und das lässt sich nicht umgehen, denn schließlich tritt jeder Schüler nach der Schule in eine gemischt-geschlechtliche Gesellschaft
