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Nele Sommer

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Beschreibung

Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit hat Reena mit ihrem Wagen einen Unfall – Totalschaden. Zwar bleibt sie unverletzt, doch als Medizinstudentin hat sie keine Möglichkeit, schnell an ein neues Auto zu kommen. Ohne Fahrzeug kann sie ihre Eltern in den kanadischen Bergen nicht besuchen. Verzweifelt sucht sie nach einer Lösung. Über Freunde bekommt sie den Kontakt zur Autohändlerin Susan Davenport, die bereit ist, ihr einen Wagen zur Verfügung zu stellen – jedoch unter gewissen Bedingungen: Sie soll Susan ihren Körper schenken. Dieser Text enthält BDSM-Szenen. Bitte lies nur, wenn du offen dafür bist.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Lesbischer
Weihnachtsroman
Nele Sommer
1. Edition, 2024
© 2024 All rights reserved.
Nele Sommer
c/o WirFinden.Es
Naß und Hellie GbR
Kirchgasse 19
65817 Eppstein
Independent Publishing
Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit hat Reena mit ihrem Wagen einen Unfall – Totalschaden. Zwar bleibt sie unverletzt, doch als Medizinstudentin hat sie keine Möglichkeit, schnell an ein neues Auto zu kommen. Ohne Fahrzeug kann sie ihre Eltern in den kanadischen Bergen nicht besuchen. Verzweifelt sucht sie nach einer Lösung. Über Freunde bekommt sie den Kontakt zur Autohändlerin Susan Davenport, die bereit ist, ihr einen Wagen zur Verfügung zu stellen – jedoch unter gewissen Bedingungen: Sie soll Susan ihren Körper schenken.
Ein Roman über Machtspiele, Unterwerfung und bedingungsloser Hingabe.
Dieser Text enthält BDSM-Szenen. Bitte lies nur, wenn du offen dafür bist.
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 1
9. Dezember 2024
Reena lief mit hochgezogenen Schultern durch die zugeschneite Lincoln-Street und fluchte. Ausgerechnet jetzt, kurz vor Weihnachten, musste ihr geliebter Dodge den Geist aufgeben. Ihm war gestern - mitten auf dem Highway – ein Reifen geplatzt. Der Wagen ist in die Leitplanke gerast. Totalschaden. Sie konnte von Glück reden, dass ihr selbst nichts passiert war. Die Werkstatt hatte gerade angerufen. Die Reparatur würde mindestens siebentausend Dollar kosten. So viel war der Wagen nicht einmal wert. Nun lief sie also zu Fuß oder fuhr mit der Bahn. In Boston war das eigentlich kein Problem. Ohne Auto konnte sie aber ihre Eltern nicht besuchen. Die wohnten in den kanadischen Bergen. Dorthin konnte man nicht mal eben mit dem Bus anreisen. Sie müsste siebenmal umsteigen. Mindestens. Und sie wäre mehrere Tage unterwegs. Das allein war es jedoch nicht. Auch die Kosten waren immens.
Was sollte sie tun?
Als Psychologiestudentin hatte sie kaum Geld beiseitelegen können. Ein bisschen verdiente sie gelegentlich am Wochenende in einem Café. Aber das Geld brauchte sie, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das Leben als Studentin in Boston war nicht gerade billig.
Kein Auto. Kein Geld. Sie konnte keine neue Karre kaufen und würde nicht zu ihren Eltern fahren können. Der Frust darüber trieb heiße Tränen in ihre Augen. Sollte sie ihre Eltern fragen? Die hatten ihr schon den ersten Wagen besorgt. Auch das war damals eine finanzielle Herausforderung gewesen. Reenas Mutter war Krankenschwester. Ihr Vater arbeitete als Buchhalter. Allein kamen sie gut aus. Aber sie konnten unmöglich ihre Kinder regelmäßig mit neuen Autos versorgen. Auch ihre beiden Geschwister, Jason und Sandrine, hatten nach ihrem Highschool-Abschluss einen kleinen Gebrauchtwagen bekommen. Alle Kinder erhielten die gleichen finanziellen Zuwendungen. Darauf legte ihre Mutter großen Wert. Auf keinen Fall wollte Reena nun fragen, ob sie noch einmal einspringen konnten. Ihr musste etwas anderes einfallen. Eisiger Wind blies ihr ins Gesicht, also zog Reena ihren Schal höher, bis knapp über ihre Nase.
Ihre Freundin Carlotta hatte einen Wagen, den sie vielleicht nicht brauchte. Sie zog ihr Handy aus der Manteltasche. Eine heftige, beißende Sturmwehe zog in ihr Gesicht. „Verdammte Winterzeit!“ Sie zog die Schultern nach oben. So würde das nichts werden. Bei dem Wind würde ihre Freundin sie ohnehin nicht verstehen. Es wäre klüger, das Tempo anzuziehen und in ihrer Wohnung, einem kleinen Ein-Zimmer-Apartment, zu telefonieren.
Dort angekommen zündete sie zuerst eine Vanille-Kerze an. Der erste Gang zur Kerze war für sie ab Oktober obligatorisch. Es war so zugig in ihrer Wohnung, dass die Flamme ihr wenigstens ein bisschen Wärme vorgaukelte. Dann wählte sie Carlottas Nummer. Während sie wartete, fädelte sie sich aus ihrem Wintermantel und hing ihn an ihre Garderobe. Die bestand im Wesentlichen aus zwei Haken in der Wand. Am rechten Haken hing ihre Tasche. Am Linken ihr Mantel. Carlotta ging nach viermal Klingeln ans Telefon. „Hi Liebes. Wie geht’s dir?“
„Hi Carli. Nicht gut. Ich hatte gestern einen Autounfall!“, sagte Reena unaufgeregt. Sie wollte schnell zum Punkt kommen.
„Was? Bist du im Krankenhaus?“ Die Aufregung in Carlis Stimme war beinahe greifbar.
„Nein. Mir geht’s gut. Nur mein Wagen ist schrott.“ Sie sah sich im Spiegel an. Ihre dunklen Strähnen hingen wirr aus ihrem Zopf. Mit der linken Hand versuchte sie alles glattzustreichen. Es gelang ihr nicht.
„Das tut mir leid“, sagte Carlotta mitleidig. „Wenn ich dir irgendwie helfen kann…“
Reena lief zur Couch hinüber und ließ sich fallen. „Darum rufe ich an. Brauchst du über Weihnachten dein Auto?“ Carlottas Eltern wohnten, wie sie in Boston. Also standen die Chancen nicht schlecht.
„Ich fahr doch mit Flynn in die Berge.“
„Ja, richtig.“ Das hatte Reena ganz vergessen. Ihr war immer noch nicht klar, warum man freiwillig zu dieser Zeit in die Berge fahren konnte. Tatsächlich anzukommen konnte bei Schneesturm ein Glückspiel sein.
„Aber Flynns Tante hat doch das Autohaus in Upton.“
Reena stöhnte. Upton war die Gegend in Boston, in die sie sich selten verirrte. Dort lebten nur Leute, die nie Geldnot hatten. Auch das Autohaus sprach eher Vielverdiener an. Also nicht sie. „Ich glaube nicht, dass ich mir ein Auto von dort leisten kann.“
„Die haben auch Gebrauchtwagen“, hakte Carlotta nach. „Wenn ich Flynn bitte, bei ihr anzurufen, springt bestimmt ein Rabatt heraus.“
„Glaubst du, das würde er für mich tun?“ Eigentlich kannten sie sich nur von gelegentlichen Treffen bei Carlotta und hatten kaum ein paar Worte miteinander gewechselt.“
„Klar, macht er das.“
Und tatsächlich: Am Abend schrieb Carlotta ihr eine Whatsapp-Nachricht. Flynn hatte seine Tante angerufen. Susan Davenport erwartete sie morgen nach der Uni in ihrem Autohaus.
Kapitel 2
10. Dezember 2024
Viermal musste Reena umsteigen, um zum Autohaus zu gelangen. Eigentlich war es hier richtig schön. Neben dem Autohaus stand ein großes Möbelhaus, das weihnachtlich beleuchtet war. Fast alle großen Einkaufshäuser hatten inzwischen ihre Bäume aufgestellt. Auch vor dem Möbelhaus stand eine riesige Tanne, deren Zweige üppig geschmückt waren. Aus dem Lautsprecher erklang Musik. Reena stellte ein paar Meter weiter fest, dass die Musik gar nicht vom Möbelhaus ausging, sondern vom Autohaus. Es lief: Driving Home for Christmas. Wie passend. Genau das hatte auch Reena vor: Weihnachten nach Hause fahren. Sie war gespannt, ob Flynns Tante ihr ein Angebot machen konnte, was für Reena umsetzbar war. Schließlich hatte sie kaum Geld.
Vor dem Autohaus standen mindestens zehn glänzende, nigelnagelneue Cadillacs. Hier konnte unmöglich etwas für sie dabei sein. Nicht einmal annähernd. Sie lief an das Autohaus vorbei in Richtung der Werkstatt. Hier konnte sie zumindest kleinere Wagen erspähen. Aber auch die sahen in Reenas Augen sehr hochwertig aus. Sie konnte, wenn es gut kam, einen Kredit von dreitausend Dollar aufnehmen. Mehr würde ihr die Bank niemals gewähren. Da konnte ihr Studium noch so prestigeträchtig sein. Hier wirkte es aber nicht einmal annähernd so, als könnte etwas in ihre Preisklasse passen.
Ein winziger, schwarzer Wagen am hinteren Ende des Autohauses erweckte ihre Aufmerksamkeit. Der sah nicht schlecht aus. Er wirkte so klein, als könnte er locker in ihr Budget passen. Sie sah auf das innenliegende Preisschild. Sechstausend. Verdammt. Susan Davenport würde sich wohl nicht auf die Hälfte herunterhandeln lassen. Das war illusorisch. Eine Weile blieb sie davor stehen. Irgendwann stellte sich eine Frau neben sie. Groß, schlank, blond, attraktiv in einem langen roten Mantel. Ihre Lippen ebenfalls knallrot. Sie fixierte Reena aus schmalen Augen. Ob sie auch an dem Wagen interessiert war? So wie die aussah, könnte sie sich einen Teureren leisten. Sie musste Anfang oder Mitte vierzig sein. Schwer einzuschätzen. Wahrscheinlich hatte sie mit Botox nachgeholfen.
Reena würde nicht weichen. Immerhin war sie zuerst da gewesen. Sie verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust. Sie selbst trug auch einen roten Mantel, weil das Wetter zu dieser Zeit schon trist genug war. Da musste es ihr Mantel ja nicht auch noch sein.
Die Frau registrierte sie mit einer hochgezogenen Augenbraue. „Sie interessieren sich für diesen Wagen?“
„Allerdings“, bestätigte Reena mit einem Nicken.
„Soll ich die Schlüssel holen, damit sie sich reinsetzen können?“, fragte die Frau.
Schlüssel? Moment! War sie etwas Susan Davenport? Aber sie müsste viel älter sein. Fünfzig oder so. Immerhin hatte sie mit Flynn einen erwachsenden Neffen.
„Sind Sie Mrs. Davenport?“, fragte Reena.
Die Frau nickte. Es sah elegant aus, wie sie es tat. Ihr goldenes Haar schwang mit.
„Oh, ähm. Gut…“, stotterte Reena. Sie war so überrumpelt, dass sie vergessen hatte, wie sie in die Unterhaltung einsteigen wollte. „Ich bin hier, weil … Flynn gesagt hat, ich könnte mal nachfragen, ob… ähm.“
„Ich hole mal den Schlüssel.“ Mrs. Davenport wendete sich ab und ging.
Durchatmen. „Oh, Gott!“ Reena wäre unter ihrem Blick fast geschmolzen. Dabei war es hier eiskalt. Auch ihr Blick war es. Und doch hatte Neugierde darin gestanden. Wahrscheinlich fragte sie sich, wie viel Rabatt sie Flynns Schmarotzerbekanntschaft geben sollte. Eigentlich wirkte sie eher wie eine Frau der unnachgiebigen Sorte. Trotzdem, oder gerade deswegen, sah sie ausnehmend sexy aus. Falls sie wirklich schon fünfzig sein sollte, hatte Botox bei ihr gute Arbeit geleistet. Man sah ihr das Alter nicht an. Aber die Unnachgiebigkeit in ihrer Mimik ließ auf Einspritzungen schließen. Oder sie war von Natur aus eine Frau, die wenig Gefühlsregungen zeigte.
Es dauerte nicht lange, bis Mrs. Davenport zurückkehrte. Sie öffnete den Wagen und gab ihr mit einer Handbewegung zu verstehen, einzusteigen. Reena setzte sich hinter das Steuer und umgriff das eiskalte Lenkrad. Mrs. Davenport setzte sich daneben. Ihre Nähe und ihr Duft waren betörend. Statt sich auf das Auto zu konzentrieren, fragte sie sich, warum diese Frau auf Reena solche Auswirkungen hatte. Immerhin war sie - sollte sie tatsächlich fünfzig sein - fast doppelt so alt wie Reena. Vielleicht lag es an der langen Abstinenz. Reena hatte seit ein paar Monaten mit keiner Frau mehr geschlafen. Erst wollte sie nur Ruhe für die Prüfungen. Dann hatte sie keine Zeit für Frauen wegen ihres Wochenendjobs. Dazwischen blieb einfach keine Zeit für andere Dinge. Der Liebe zum Beispiel. Manchmal überlegte sie aber, ob sie sich wieder eine Affäre gönnen sollte. Ihrer Konzentration würde das guttun. Gerade jetzt sollte sie sich auf das, was Mrs. Davenport sagte, konzentrieren. Stattdessen war sie vollkommen abgelenkt.
„Es sei denn, sie hatten einen Unfall. Dann wäre die Versicherung wohl teurer“, erklärte die Autohändlerin.
Bei dem Wort Unfall wurde sie aus ihren Tagträumen gerissen. Genau das war ja ihr Problem gewesen. Ihr Unfall hatte sie hierhergeführt. Dass sie deswegen bei der Versicherung in den Kosten steigen würde, war ihr gar nicht klargewesen. Das galt jedoch nur, wenn man die Versicherung auch in Anspruch nahm. Reena war sicher, dass sie bei ihr gar nichts übernommen hätten. Das Platzen eines Reifens war von ihrer Versicherung gar nicht abgedeckt.
Wieder redete Mrs. Davenport. Reena versuchte, ihren Worten zu folgen. Doch alles, worauf sie sich konzentrieren konnte, waren Susans rote, üppige Lippen.
Oh, man. Jetzt war sie in ihren Gedanken schon Susan. Sie musste dringend Energie ablassen.
Mrs. Davenport sah sie erwartungsvoll an.
Irgendetwas sollte Reena jetzt wohl erwidern. Gerade ging es um die Autoversicherung und deren Steigerung bei Unfällen. „Wie bedauerlich“, sagte Reena.
„Was ist bedauerlich?“, fragte Susan und zog die Brauen nach oben. „Ich habe gerade gefragt, ob Sie eine Runde drehen wollen.“
„Eine Runde drehen?“ Zu Reenas Bedauern beschwörten diese Worte Bilder in ihren Kopf. Von einer nackten Susan und ihr. Sie musste sich zusammenreißen.
Susan zog eine Augenbraue nach oben und zeigte ihr mit einem lasziven Lächeln den Schlüssel. Sie konnte also doch lächeln. Und wie.
Es bewirkte eine Kribbeln in ihr. Erst in ihrem Bauch. Dann zwischen ihren Beinen. Unglaublich, was diese Frau in ihr auslöste. Wie sollte Reena unter diesen Umständen fahren? Vorsichtig steckte sie den Schlüssel ins Zündschloss und drehte ihn um.
Susan fixierte sie. „Langsam kommen lassen“, sagte sie mit einer tiefen Honigstimme.
Ich würde so gern kommen, dachte Reena. Es war viel zu lange her. Sie schluckte. Ihre Finger fingen an zu zittern, was ihrer Sitznachbarin ebenfalls nicht entgangen sein dürfte. Es gelang ihr nicht, dass Auto kommen zu lassen. Es soff ab. Genau wie Reena. „Tut mir leid“, erklärte Sie. „Ich glaube, eine Probefahrt wird nicht nötig sein. Das krieg ich dann schon hin.“
Susan lächelte trocken. „Wie Sie meinen.“ Sie griff über sie hinweg.
Für einen Moment glaubte Reena, ihr Herz könnte stehen bleiben. Susan streifte mit ihrem Ellenbogen Reenas Brust. Doch es stellte sich heraus, dass sie nur zum Zündschloss griff.
Susan sah ihr in die Augen und zwinkerte ihr sanft zu, als wolle sie sagen: „Ist schon in Ordnung. Ich will das gleiche wie du.“ Dann lehnte sie sich wieder zum Beifahrersitz zurück. „Wie wäre es, wenn wir in mein Büro gehen? Dort besprechen wir alles weitere.“
Die Vorstellung von ihr in einem Büro klang zunächst, wie ein Ort zum Durchatmen. Immerhin war in einem Büro viel mehr Platz als in einem winzigen Auto. Doch das stellte sich als Trugschluss heraus.
„Legen Sie doch ab“, forderte Susan sie auf und zeigte auf den Kleiderständer, an dem auch ihr Mantel hing. Darunter trug sie ein enges Kostüm, das ihre schmale Taille und ihre wohlgeformte Hüfte betonte. Typische Sanduhr. Wie sehr Reena das liebte.
Sie hätte gern abgelegt. Alles. Aber sie waren hier nicht allein. Sie zog ihren Mantel aus und hing ihn an den Kleiderständer. Danach setzte sie sich auf den Gästestuhl.
„Wollen Sie etwas trinken?“, fragte Susan mit einer Wasserflasche in der Hand.
Reena lehnte ab. Bei ihrem Glück würden ihre zitternden Finger das Wasser zum Überschwappen bringen.
„Wie wollen Sie die sechstausend zahlen?“ Susan Davenport fackelte nicht lange. Sie kam sofort zum Thema zurück.
Dabei hatte Reena gedacht, sie würde ihr finanziell entgegenkommen. Warum sonst hatte Flynn seine Tante angerufen. Aber wie sollte sie das nun ansprechen? Was Verhandlungen betraf, was sie denkbar schlecht. Sie hatte noch nie so etwas Teures wie ein Auto gekauft. Irgendetwas würde sie sagen müssen. Sonst würde sie den Wagen jetzt nicht bekommen. „Ähm. Kann ich einen Rabatt kriegen?“, fragte sie ohne Umschweife. Immerhin brachte es niemanden etwas, wenn sie lange drumrum redete.
„An wieviel Rabatt hatten sie denn gedacht?“
„Tja, also. Ich könnte vielleicht dreitausend aufbringen.“
Susan hob die Brauen nach oben. „Das ist die Hälfte!“
Da hatte sie recht. Reena biss sich auf die Unterlippe. „Vielleicht gäbe es irgendeine Möglichkeit…?“ Reena ließ den Satz offen. Sie hatte keine Ahnung, was für eine Option sie sich vorstellen konnte. Es war absolut surreal, dass diese Frau ihr die Hälfte des Kaufpreises erlassen würde.
Eine Weile starrte Susan sie an, als würde sie selbst überlegen wollen, welche Möglichkeiten es geben könnten. Schließlich schien ihr eine Idee gekommen zu sein. „Ich denke, mein Neffe hat ihnen gesagt, dass ich lesbisch bin.“
Wahnsinn! Das hatte Carlotta nicht erwähnt. Es passierte nicht gerade oft, dass Frauen, die ihr gefielen, sich als lesbisch entpuppten. „Nein, das wusste ich nicht.“
„Sie sind also nicht hier, weil sie lesbische Zugeständnisse erhoffen und haben sich deswegen so in Schale geschmissen?“
In Schale geschmissen? Reena blickte an sich herab. Sie hatte ihre Jeans an, die zugegeben, hauteng war. Aber besonders schick war sie nicht. Außerdem hatte sie einen weißen Pulli an, der ihre üppige Oberweite betonte. Den trug sie jedoch öfter. Dass sie ihn heute brauchen könnte, hatte sie morgens, als sie ihn aus dem Wäschekorb gefischt hatte, noch nicht geahnt. „Ich erwarte ke…“, begann Reena. Aber sie wurde unterbrochen.
„Also schön“, sagte Susan mit eingesogenen Wangen. „Ich komme Ihnen entgegen.“
Reena atmete spürbar tief aus. Vielleicht war das Glück heute doch auf ihrer Seite.
„Eintausend Dollar. Für zwei Stunden. Sie gehören mir. Bedingungslos. Für jeden weiteren Termin lasse ich eintausend nach.“
Kapitel 3
Hatte sie das gerade richtig verstanden? Sie wollte ihren Körper? In Reena brodelte es. Klar hatte sie sich vor ein paar Minuten vorgestellt, wie sie Susan vernaschen würde. Aber nicht als Gegenleistung. Schließlich war sie kein Call-Girl. Reena zwang sich, Ruhe zu bewahren. Es machte keinen Sinn, jetzt auszuflippen. Erst musste sie Fakten sortieren. Susan wollte Sex. Dann bekam sie das Auto. Bedingungslosen Sex. Hieß das, Susan bestimmte, wo es langging? Reena sollte sich ihr ausliefern? Einfach so?
„Sie wollen mich kaufen?“
„Nein. Das ist nur ein kleines Arrangement. Sie können darauf eingehen. Oder nicht.“ Sie fixierte Reena unter ihren langen Wimpern. Fast wirkte es so, als würde sie Reena bereits im Geiste ausziehen. Was genau, würde sie von ihr verlangen? Wie genau wäre Reena ihr ausgeliefert? Das konnte alles Mögliche bedeuten.
Reena würde sich selbst belügen, wenn sie behauptete, dieser Vorschlag würde sie kalt lassen. Ein wenig war sie sogar erregt. Susan war eine ausnehmend gutaussehende Frau. Gepflegt. Gut gebaut. Duftend. Was hatte Reena schon zu verlieren?
„Was wäre, wenn ich darauf eingehe.“
„Kein Wenn, meine Liebe. Entweder ja oder nein.“
In Reena entstand eine Glut, die sie fast körperlich quälte. Wenn sie nein sagte, musste sie wohl oder übel Weihnachten allein verbringen. Das wäre noch erbärmlicher, als Sex für eine Gegenleistung anzubieten. Wobei sie sich ja nicht angeboten hatte. Es war eher umgekehrt. Sie sah aus dem Fenster. „Okay“, hörte sie sich leise sagen und konnte es selbst kaum glauben. Sie würde Sex mit dieser Frau haben. Aufregung vermischte sich mit Furcht.
Susan sah auf ihre Armbanduhr. „Einverstanden. Dann fahre ich sie nun zu mir.“
„Jetzt?“ Reena schluckte. Das ging schneller als erwartet.
Susan antwortete nicht. Stattdessen ging sie zum Kleiderständer und holte ihre Mäntel. Beide rot. Das musste etwas bedeuten. Sie waren wahrscheinlich füreinander geschaffen. Auch in Susan tobte ein Feuer, dass hin und wieder Spice brauchte. Sie gingen gemeinsam zu ihrem Wagen. Es war ein riesiger Chevrolet, der mindestens achtzigtausend kosten musste. „Übernimmst du für heute?“, rief sie einem anderen Anzugträger zu, der sich gerade im Kundengespräch befand.
„Klar.“ Er nickte ihr zu. „Bis morgen.“
Dann stiegen sie in den Wagen.
Sie fuhren zehn Minuten. Offenbar wohnte Susan in Upton. Wo auch sonst? Sie roch förmlich nach Geld. Sie wohnte in einem Villengebiet. Ein herrschaftliches Herrenhaus reihte sich an das nächste. Vor den meisten hingen große leuchtende Sterne. Auch beleuchtete Tannen gab es fast überall. Es sah wirklich romantisch aus, dachte Reena und fragte sich, ob es auch bei Susan so aussah. Sie wirkte eher so, als wäre Dezember für sie ein guter Geschäftsmonat und nicht die gemütlichste Zeit des Jahres. Doch Reena irrte sich. Susan hielt vor einer Einfahrt, in der mehrere beleuchtete Tannen standen. Zugegeben: Quietschbunt, wie in den Vororten war es nicht. Es war eine zurückhaltende Dekoration. Reena stieg aus und folgte Susan zur Haustür. Innen duftete es nach Tannengrün. Um die Treppe hatte sie eine Kette aus Tannenzweigen gebunden, die anfing zu leuchten, sobald sie das große Haus betraten. Susan nahm ihr den Mantel ab und hing ihn zusammen mit dem eigenen auf. Reena selbst streifte ihre Turnschuhe ab und sah sich um. Der Rest des Hauses war unbeleuchtet, nur die umwickelte Treppe erstrahlte im weihnachtlichen Licht. Wie es aussah, hatte Susan nicht die Absicht, ihr das Haus zu zeigen. „Es ist fünf“, sagte sie. „Wir haben also bis sieben.“
Bevor Reena begriff, worauf Susan hinauswollte, lieferte sie ihre Erklärung gleich mit. „Zieh dich aus.“
Kapitel 4
Reenas Augen wurden groß. Das kam überraschend schnell. „Vielleicht könnten wir noch…“ Sie hatte keine Ahnung, was sie konnten. Reena hatte nur das Gefühl, Zeit schinden zu müssen. Die ganze Fahrt über hatte sie sich gefragt, was hier passieren würde. Sie zitterte bereits am ganzen Leib. Viel lieber würde sie ihrem Körper noch ein wenig Entspannung geben. Ruhe. Durchatmen.
„Nein“, wendete Susan ein. „Keine Nachverhandlung. Meine Regeln.“ Sie ging ein Schritt auf Reena zu. „Zieh dich aus! Jetzt!“ Ihre Stimme klang unnachgiebig. Dominant.
Das löste nicht nur Furcht in Reena aus, sondern - ja - auch Erregung. Ihre Brustnippel wurden hart. Ihre Muschi regte sich. Sie musste sich Susans Willen überlassen. Das machte sie verlegen. Sich vor einer Fremden auszuziehen, war sie nicht gewohnt. Aber es war auch anregend. Reena zog ihren Pullover über ihren Kopf. Susan beobachtete Reena genau. Sah zu, wie sie langsam den Knopf ihrer Jeans öffnete und nach unten zog. Die Jeans war so eng, dass sie kaum nach unten rutschte. Durch den dann kalten Luftzug spürte Reena, wie feucht ihr bereits String war.
Sie war sowas von bereit für Susan!
Der Stoff war zwischen ihren Schamlippen nach oben gerutscht. Sie wollte sich ihm entledigen. Doch Susan erhob Einwand. „Erst den BH“, befahl sie. Reena war auch das Recht. Sie griff hinter ihren Rücken und öffnete die Ösen. Sie streifte ihn ab. Ihre großen Brüste waren frei. Ihre Finger waren schon an ihren Hüften, um ihren String nach unten zu ziehen, als Susan sich erneut meldete. „Langsam“, befahl sie.
Also zog sie ihren String ganz gemächlich nach unten. „Langsamer!“, hörte sie. Reena wüsste nicht, wie sie noch langsamer sein könnte, also verharrte sie einen Augenblick in gebückter Stellung.
„Bleib so“, forderte Susan und trat auf sie zu. Das Klackern ihrer hohen Absätze hallten im Flur. Sie griff nach Reenas Brust und kneteten sie. Das fühlte sich wahnsinnig gut an. Mit Daumen und Zeigefingern drückte sie fest in Reenas harte Brustwarzen. „Oh“, entfuhr es ihr. Das Drücken wurde fester, als würde Susan sie für das „Oh“ bestrafen wollen. Plötzlich schmerzte es. „Au!“
„Zieh dich aus!“, befahl Susan und ließ ihren Nippel los.
Also zog Reena ihren String ganz aus.
Noch bevor sie sich aufrichtete, gab ihr Susan den nächsten Befehl. „Darüber.“
Reena drehte sich um und sah einen Stuhl stehen. Er stand an der Wand, hinter der die Treppe führte.
„Setz dich auf den Stuhl“, verlangte Susan und zog gleichzeitig ihren Rock nach oben und ließ ihren Slip nach unten gleiten.
Oh, man! Das war definitiv das Sexyste, was Reena je erlebt hatte.
„Spreiz die Beine“, forderte sie und Reena öffnete sich ihr bereitwillig. Sie war so feucht, dass sie kurz vor der Explosion stand. Sie konnte es kaum erwarten, von Susan berührt zu werden. Doch zuerst war sie dran. „Leck mich“, forderte sie und stellte sich breitbeinig vor Reenas Gesicht. Weil sie hochhackige Schuhe trug, war sie mit ihrer Scham genau auf der Höhe von Reenas Mund. Susans Duft war betörend. Sie roch nach willigem Fleisch und Lust. Als ihre Zunge über Susans Schamlippen glitt, stöhnte diese lustvoll auf. Allein zuzusehen, wie Susan sich ihr hingab, war Erregung pur. Reena teilte mit ihrer Zunge Susans Schamlippen und erreichte ihre Klit. Sofort schrie Susan lustvoll auf. Also bewegte sie ihre Zunge schneller. So schnell, bis Susan explodierte vor Erregung. „Oh, Gott“, rief sie laut. „Oh, Gott“. Reena war so erregt, dass sie gleichzeitig sich selbst berührte. Sie glitt mit ihren Finger in sich, um dem pulsierenden Drängen zwischen ihren Beinen nachzugeben. Susan griff in Reenas Haar und zog den Kopf zurück. „Habe ich gesagt, dass du schon dran bist?“ Sie strich mit dem Daumen der anderen Hand über ihre Wange. „Zieh dich an!“, befahl Susan.
In Reena zog sich alles zusammen. Was war passiert? Was war mit ihr? Mit ihrer Befriedigung? War das die Bestrafung, weil sie nicht gewartet hatte? Das sollte es nun also gewesen sein?
Susan hob ihren Slip auf, zog ihn an und schob dann den Rock nach unten. Reena saß immer noch auf dem Stuhl und beobachtete das Geschehen. Ohne Reena Beachtung zu schenken, ging Susan zur Garderobe und zog ihren Mantel an. Dann nahm sie den anderen Mantel in die Hand und blickte endlich auf die immer noch auf dem Stuhl sitzende Reena. „Ich bringe dich nach Hause.“ Susan ging zur Tür und öffnete sie. Der kalte Dezemberwind wehte in das Haus. Endlich wurde Reena klar, dass Susan es ernst meinte. Sie schmiss Reena raus. Nackt oder angezogen – das hing ganz von ihr ab. Reena sammelte schnell ihre Sachen auf. Pullover, Jeans, BH und String. Susan sah nicht aus, als würde sie warten wollen, bis Reena sich angezogen hatte. Würde jetzt der Postbote vorbeikommen, würde er Reena nackt sehen. Auch ein vorbeilaufender Nachbar könnte sie so sehen, wie sie war. Nackt, verletzlich. Gedemütigt!
Reena lief zur Tür, nahm Susan den Mantel aus der Hand und schlüpfte schnell hinein. Susan dachte nicht daran, ihr zu sagen, dass sie in Ruhe ihre Kleidung anziehen konnte. Stumm beobachtete sie Reenas Eile. Flink schlüpfte sie in ihre Schuhe, zog ihren Mantel fest um sich und stellte sich frierend, völlig bloß unter ihrem Mantel, neben das Auto. Wartete darauf, dass Susan die Tür öffnete. Die ließ sich Zeit. Schloss zuerst die Haustür ab und drückte erst dann auf die Fernbedienung, die die Autotür entriegelte. Eilig machte Reena die Autotür auf und setzte sich auf den Beifahrersitz.
„Wie ist deine Adresse?“, fragte Susan.
Leise sagte ihr Reena, wo sie wohnte, und zog sich wenigstens die Jeans an. String und BH versteckte sie in ihrer Manteltasche. Als sie die Jeans angezogen hatte, fädelte sie ihren rechten Mantelärmel aus, um ihren rechten Pulloverarm anzuziehen. Mit der linken Seite tat sie es ebenso. Während der gesamten dreißigminütigen Fahrt redeten sie kein Wort miteinander. Reena war das recht. Wahrscheinlich würde sie ohnehin keine Silbe herausbringen können. Sie befand sich in einer Art Schockstarre. Nie im Leben hatte sie sich gedemütigter gefühlt als jetzt von Susan. Und das alles nur, weil sie scharf auf ein Auto gewesen war. Obwohl – das allein, war es natürlich nicht. Sie hatte Weihnachten bei ihrer Familie verbringen wollen. Mit ihren Eltern, die zwar oft nervten, aber es gut mit ihr meinten. Mit ihr und ihren Geschwistern, mit denen sie wie jedes Jahr stundenlang Tabu spielen wollte. Vielleicht auch Scharade oder Monopoly. Völlig egal, welches Spiel es sein würde. In diesem Jahr würde es ohne sie stattfinden. Sie hatte eine einfache Aufgabe bekommen – und zwar diese Frau zu befriedigen. Mehr nicht. Keine Befriedigung für sich selbst. Die Bestrafung erfolgte auf dem Fuß. Susan hatte ihre Vereinbarung aufgelöst und sie zur Strafe auch noch erniedrigt. Das war schlimmer, als alles, was Reena je erlebt hatte.
Der Wagen hielt vor Reenas Tür. „Danke“, murmelte sie in die Stille hinein und legte ihre Hand an den Türöffner.
„Morgen versuchen wir es noch einmal“, ordnete Susan bestimmt an. „Ich erwarte dich um acht.“
Reena glaubte, sich verhört zu haben. Für kein Geld der Welt würde sie sich das ein weiteres Mal antun. Susan war verrückt, wenn sie glaubte, dass Reena einen neuen Versuch starten würde.
No way!
Sie verließ Susans Auto ohne ein Wort der Verabschiedung. Mit Schwung knallte sie die Tür zu und spürte förmlich, wie die Wut aus dem Bauch ihren Hals nach oben kroch. Nie wieder würde sie sich so demütigen lassen. Nie wieder!
Als sie die Tür in Schloss fallen ließ, brachen die zurückgehaltenen Tränen über sie herein. Sie fädelte die Unterwäsche aus ihrer Manteltasche und warf sie auf den Fußboden ihres kleinen Badezimmers. Ihren Mantel hängte sie an die Garderobe. Immer noch weinend ging sie ins Badezimmer, zog sich aus und stopfte ihre Klamotten zusammen mit den Sachen, die auf dem Boden lagen in die Waschmaschine. Dann stellte sie sich unter die Dusche und ließ zehn Minuten heißes Wasser auf sich herabregnen. So lange, bis sie krebsrot war. Danach kuschelte sie sich in ihren Bademantel und ging auf Zehenspitzen ins Wohnzimmer. Sie machte den kleinen Weihnachtsstern an, der an ihrem Fenster hing. Erst danach entzündete sie die Vanille-Kerze. Normalerweise würde sie jetzt noch für die nächste Prüfung lernen. Das machte sie jeden Abend, damit sich der Stoff festigen konnte – auch wenn die Prüfungen erst im neuen Jahr waren. Doch heute hatte sie keine Energie. In ihr war eine tiefe Traurigkeit, die sie völlig einnahm. Nicht die Demütigung allein hatte Kraft gekostet. Es war auch die Enttäuschung darüber, ihre Familie nicht besuchen zu können. Sie machte sich einen Weihnachtsfilm an und kuschelte sich unter eine dicke Decke. Morgen würde sie ihre Mum anrufen und ihr sagen, dass sie nicht kommen würde. Reena hatte keine Ahnung, wie sie ihr das beibringen sollte. Sie sah sich den Polarexpress an. Den hatte sie immer mit ihren Geschwistern angesehen und sich vorgestellt, auch sie selbst würden eines Tages vom Weihnachtsmann ausgewählt werden. Selbst als sie mit dreizehn Jahren schon viel zu alt war, um an den alten Mann mit Rauschebart zu glauben, hatte sie sich vorgestellt, wie es wäre, sein Glöckchen läuten zu dürfen.
Wie schön wäre es, noch einmal Kind sein zu dürfen. An nichts denken zu müssen. Keine Verpflichtungen zu haben. Keine Scham zu spüren. Sie schlief auf der Couch ein und wachte erst wieder auf, als der Abspann lief. Die Kerze war zur Hälfte abgebrannt. Weil sie auf einem Tablett aus Beton stand, ging keine Gefahr von ihr aus. Sie pustete sie aus, stellte den Fernseher ab und schleppte sich im dämmrigen Licht des Sternes auf ihr Bett, das nur durch einen Raumtrenner vom Rest des Wohnzimmers getrennt war. Ihre Augen brannten noch immer. Auch die Traurigkeit war noch da, und die Wut. Trotzdem spürte sie nach wie vor das Pochen zwischen ihren Beinen, weil ihre Erregung nicht zu einem Höhepunkt gefunden hatte. Erst versuchte sie, dieses drängende Gefühl zu verdrängen. Zu sehr erinnerte es sie an die Ablehnung des Abends. Und trotzdem sah sie immer wieder Susans rote Lippen, ihren hochgezogenen Rock und ihre Scham, die so wunderbar weich war. Das Drängen in ihrer Mitte wurde größer. So konnte sie nicht einschlafen. Sie musste es zu Ende bringen. Also glitt sie mit ihrem Zeigefinger zwischen ihre Schamlippen und war überrascht, wie erregt sie trotz ihrer Empfindungen war. Ihre Klit war wieder, oder immer noch, angeschwollen. Ihre Bewegungen wurden schneller. Es brauchte nicht lange, bis sie auf einen erlösenden Höhepunkt zusteuerte. Endlich!
Erleichtert und befriedigt schlief sie ein. Sie hatte doch noch bekommen, was sie verdient hatte.
Kapitel 5
Susan konnte nicht schlafen. Seit einer Stunde wälzte sie sich in ihrem Bett hin und her. Sie hätte die Kleine nicht nach Hause schicken sollen. So ein Mist! Manchmal traf sie Entscheidungen, die rückblickend betrachtet, falsch waren. Auch wenn sie einen erzieherischen Wert hatten. Schließlich sollte Reena verstehen und lernen, wer das Sagen hatte.
Jetzt jedoch war keiner von beiden auf seine Kosten gekommen. Dabei war die Kleine doch so willig gewesen. Sie hatte Sex gewollt. Und sie hatte durchaus auch auf Susans Befehle reagiert. Aber dann war sie zu voreilig gewesen. Hatte sich selbst berührt, obwohl Susan das übernehmen wollte. Susan war diejenige, die den Ton angab! Immer!
Zumindest beim Sex. Bei der Arbeit war sie durchaus kooperativ, weil sie wusste, dass niemand gern für einen Despoten arbeitete. Es gab ihr auch nichts, vor anderen die Chefin heraushängen zu lassen. Solange alle ihren Job machten, und das taten sie, genossen ihre Mitarbeiter ihre Freiheit.
Hier aber war das anders. Wenn sie Sex hatte, wollte sie die Dominante sein. Nur die Unterwerfungen anderer verschaffte ihr Befriedigung. Reena hatte das gekonnt.
Susan stand auf und ging zu ihrer Kommode. Sie zog die oberste Schublade auf und holte ihren Dildo heraus. Heute würde sie es sich selbst besorgen. Und morgen? Da würde sie Reena für ihren Ungehorsam bestrafen. Danach aber würde sie die Kleine nach allen Regeln der Kunst zur Ekstase bringen.
Kapitel 6
11. Dezember 2024
Reena erwachte um neun. Das war spät, weil sie sonst eine Frühaufsteherin war. Der gestrige Tag hatte ihr alles abverlangt. Die Bandbreite an Gefühlen war extrem gewesen. Von Vorfreude, über Erregung, Scham und schließlich erlösender Befriedigung war alles dabei gewesen. Gerade dominierte wieder das Schamgefühl. Was sie mit Susan erlebt hatte, war nicht nur demütigend gewesen. Sie spürte auch eine unerklärliche Traurigkeit. Wie sehr hatte sie sich gewünscht, sich mit dieser faszinierenden Frau zu vereinigen. Dann enttäuscht zu werden, war grauenvoll gewesen.  Am schlimmsten war nun aber, ihrer Familie erklären zu müssen, dass sie an Weihnachten nicht kommen konnte. Diesen für sie und ihre Familie so besonderen Tag musste sie allein in ihrer Wohnung verbringen. Sie griff zu ihrem Telefon und wählte die Nummer ihrer Mum. Tief durchatmen. Es klingelte nur zweimal, bis ihre Mutter ranging. Wenn Reena anrief, ging ihre Mutter immer ans Telefon. Selbst, wenn sie auf dem Klo war. Mit dieser Entscheidung war Reena nicht ganz einverstanden gewesen und hatte ihr deshalb schon oft gesagt, dass sie ein zweites Mal anrufen konnte. Ihre Mum blieb stur.
„Reena, Schatz. Wie geht es dir? Du, ich mach gerade Plätzchen. Willst du lieber Zuckerguss oder Schokosauce?“
Typisch für ihre Mum, nicht auf die Beantwortung der ersten Frage zu warten. Sie beschoss sie sofort mit mehreren Themen. Und wenn man dann vergaß, auf eine zu antworten, folgten wenig später die Mahnungen: Du hast gar nichts zu dem Zuckerguss gesagt oder Du hast nicht gesagt, wie es dir geht. Ist etwas passiert?!
Reena beantwortete zunächst die zweite Frage. „Warum nicht beides?“
„Weil ich diesmal ein völlig neues Rezept ausprobieren will. Dein Dad besteht aber darauf, wenigsten ein paar der alten Plätzchen auf dem Weihnachtsteller zu haben. Da lohnen sich zwei Güsse nunmal nicht.“
---ENDE DER LESEPROBE---