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Eine bewegende Zeit... Die Physiotherapeutin Sabine Tötter möchte in ihrem Buch die Kompetenz der Eltern für ihr Baby stärken. Als Basis dafür bekommen Sie einen Einblick in die verschiedenen Entwicklungsschritte der Sensomotorik, der Spielentwicklung und der Sprachentwicklung. Das Wissen über einen ausgewogenen Schlaf-Wach-Ess-Rhythmus soll besonders den Eltern unruhiger Babys helfen. Der nonverbale Dialog über den Augenkontakt ist neben der körperlichen Zuwendung eine großartige Bereicherung, das eigene Baby "lesen" zu lernen. Viele Tipps und Techniken, um ein möglichst entspanntes erstes gemeinsames Jahr zu erleben, werden Sie in diesem Buch entdecken können. Schnell werden Sie selbst herausfinden, ob Ihr Baby zu den "Raketen" oder den "Denkern" der Entwicklung gehört.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 70
Veröffentlichungsjahr: 2020
„Geboren wird nicht nur
das Kind durch die Mutter,
sondern auch die Mutter
durch das Kind.“
Gertrud von le Fort (1876–1971)
SABINE TÖTTER
Physiotherapeutin für Babys und Kleinkinder
JULIA BURGDORF
Frischgebackene Mutter und Grafikdesignerin
Schon als Kind war Sabine Tötter an Babys und kleinen Kindern interessiert. So spezialisierte sie sich nach ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin gleich auf die Kindertherapie.
Nach zehn Jahren im Zentrum für Kindesentwicklung bei Frau Dr. Inge Flehmig hat sich Sabine Tötter erfolgreich mit ihrer eigenen Praxis in Hamburg niedergelassen. Seit 1997 arbeitet sie berufsübergreifend mit Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen, Ärzten und Familientherapeuten mit dem Schwerpunkt, die ganze Familie zu begleiten. Auch Fütterstörungen, Schreibabys und Frühchen sind ihr besonderes Anliegen. 2003 gründete sie gemeinsam mit einem Kinderarzt eine Schreiambulanz.
Privat ist Sabine Tötter seit 43 Jahren verheiratet und Mutter von zwei Töchtern. Die eigenen Kinder waren ihre größten Lehrmeister: von denselben Eltern und doch so unterschiedlich und einzigartig in ihrer Entwicklung.
Die geborene Rheinländerin lebte lange im Ausland, bevor es sie an die Alster zog. Nach zwei Studiengängen in Grafikdesign und BWL folgten zehn spannende und anstrengende Jahre in diversen Werbeagenturen. Sie liebt ihren Job. Und natürlich ihren Mann, mit dem sie seit drei Jahren verheiratet ist.
Seit einem Jahr ist Julia Mutter eines kleinen Sohnes und kämpft mit den großen und kleinen Herausforderungen der neuen Rolle. Sabine Tötter begleitete die beiden durchs erste Jahr und wurde zur geschätzten Ratgeberin. Julia ist davon überzeugt, dass die einfachen Grundlagen und praktischen Tipps alle Eltern ein bisschen stärker und kompetenter machen. Aus diesem Grund unterstützt sie als Designerin und Sparringspartnerin dieses Buchprojekt.
Für Karsten und unsere Töchter Johanne und Juliane
Einleitung
Vorwort einer Mutter
Grundsteine der Entwicklung
Basiswissen Entwicklung
Basiswissen Wahrnehmung
Tipps für den Alltag
Basiswissen Motorik
Entwicklungstreppe im ersten Jahr
Die Sprachentwicklung
Ein sicheres Fundament
Das erste Quartal
Ankommen & Orientierung
Schlaf-Wach-Ess-Rhythmus
24-Stunden-Protokoll
Auf Händen getragen
Tragehilfen?
Stillen & gestillt werden
Spielen & bespielt werden
Das zweite Quartal
Stabilität & Mobilität
Spiel, Kindlein, spiel!
Auf die Löffel, fertig, los!
Das dritte Quartal
Die Welt entdecken
Brei à la Carte
Mein Baby in der Gruppe
Das vierte Quartal
Perspektivwechsel
Spielen im vierten Quartal
Fazit des ersten Lebensjahres
Gratulation, geschafft!
Elternfragen
Mein besonderes Anliegen
Frühgeborene
Hilfe für Schreibabys
Danksagung
Sie interessieren sich natürlich für die Entwicklung und das Großwerden Ihres Kindes und haben sich bestimmt schon öfter eine dieser Fragen gestellt:
Warum ist mein kleiner Säugling von Anfang an so zappelig?
Warum hält sich mein Baby krampfhaft wach?
Warum möchte mein Säugling ständig gestillt werden?
Warum kann mein Baby nur in der Senkrechten schlafen?
Mit solchen und ähnlichen Fragen werde ich tagtäglich in meiner Praxis konfrontiert. Die unglücklichen und überforderten Mütter und Väter, die mir ihre Kinder zur Behandlung bringen, sind zumeist mit Informationen, Ratschlägen und „wissenschaftlichen Erkenntnissen“ von „Experten“ aus dem Internet, Youtube-Videos, Ratgeberbüchern und -broschüren, Anweisungen und Tipps von Hebammen sowie Kinderärzten so umfassend versorgt, dass sie gar nicht mehr wissen, wo sie denn mit deren Umsetzung anfangen sollen. Dazu kommt natürlich noch das breite Angebot von hilfreichen Produkten der Industrie zur Kinderpflege, Entwicklungsförderung, Erziehung und Glücksvermehrung.
Allen diesen wohlmeinenden Ratgebern und Ratschlägen ist gemein, dass sie zumeist die Botschaft enthalten, ihre Befolgung sei das allein Richtige und Wahre, und damit gleichzeitig Schuldgefühle, zumindest Gewissensbisse bei den Eltern im Falle ihrer Nichtbefolgung hervorrufen.
Ich möchte mit meinen Ausführungen nicht eine weitere Anleitung zur richtigen Kindeserziehung verfassen und auch nicht die vielen anderen Ratgeber kritisieren. Denn alle meinen es gut und sie empfehlen sicher viel Richtiges – auch wenn bei manchen die kommerziellen Gesichtspunkte überwiegen.
Meine über 40-jährige Erfahrung in der täglichen Behandlung der kleinen Patienten zeigt mir aber, dass in der Regel ganz einfache, natürliche Gegebenheiten, Verhaltensweisen, Verhältnisse und Beobachtungen bei den Säuglingen und ihren Eltern zu kurz kommen und es eigentlich umfangreicher Ratschläge gar nicht bedarf. Den gesunden Menschenverstand, vor allem die in uns allen angelegten natürlichen Verhaltensweisen möchte ich mit meinen Ausführungen wiederbeleben.
Diese Entwicklung hat mein Mann mit den Fotos dieses Buches, die alle während meiner Behandlungen der Säuglinge entstanden sind, festgehalten. Dabei hat ihm geholfen, dass er nicht vom Fach ist und sein Blick auf die Kinder unverstellt und nicht durch Erwartungen beeinflusst war. Die Fotos sollen deshalb auch nicht als Vorlagen für bestimmte Entwicklungsstadien dienen, sondern unter anderem zeigen, wie man nur durch Halt, Berührungen und Augenkontakte die sich bei jedem Baby ganz von selbst entwickelnden Wachstumsschritte erkennen und begleiten kann.
Ihre
Sabine Tötter
„Braucht die Welt wirklich noch ein weiteres Babybuch?“, habe ich mich gefragt, als wir zum ersten Mal über diesen Ratgeber sprachen. Ich war gerade erst Mutter geworden und völlig überwältigt von meiner neuen Rolle.
Plötzlich ist es da – das kleine Wesen. Eine unbeschreibliche Erfahrung, auf die uns kein Ratgeber der Welt vorbereiten kann. Das erste Kind stellt das Leben wirklich komplett auf den Kopf: Aus Nacht wird Tag, aus Geschäftstermin wird Krabbelgruppe und aus dem selbstbestimmten Paarleben wird eine kleine Familie. Eine Umstellung, die unglaublich schön, aber auch unglaublich anstrengend sein kann.
Freunde und Verwandte haben mir wohlwollend geraten, den Zauber der ersten Zeit zu genießen. Die Realität sah jedoch anders aus: chronischer Schlafmangel, ein schreiendes Baby, anfängliche Schwierigkeiten beim Stillen, ein hormonelles Wechselbad der Gefühle und die ständige Befürchtung, etwas falsch zu machen, haben mich schnell an meine Grenzen gebracht. Ein völlig neues Stresslevel, welches ich aus meinem Job so nicht kannte. Mit der Zeit traf ich auf viele Mütter, denen es ähnlich erging. Doch was kann man gegen diese Überforderung tun?
„Ihr Körper ist genau hierfür gebaut“, sagte schon meine Hebamme ermutigend im Kreißsaal. Und es stimmt! Anders als im Berufsleben, wo wir uns Wissen und Kompetenz mühsam aneignen müssen, ist beim Beruf „Mama“ oder „Papa“ das meiste schon auf der Festplatte. Sabine Tötter hat uns dabei geholfen, dieses Basiswissen zu aktivieren und zu lernen, auf unser Bauchgefühl zu vertrauen. Dieses Buch ist daher viel mehr als ein gewöhnlicher Ratgeber: Sabine Tötter teilt ihre Erfahrung als Physiotherapeutin und Mutter, um uns kompetent und stark in unserer neuen Rolle als Mutter zu machen. Viel Spaß beim Lesen. Und natürlich beim Leben!
GRUNDSTEINE DER ENTWICKLUNG
Die Entwicklung eines Säuglings hängt von unterschiedlichen Kriterien ab, auf die die Eltern nur teilweise Einfluss nehmen können.
Die genetische Veranlagung spielt in der sensomotorischen Entwicklung eines Säuglings eine große Rolle. Wenn zum Beispiel beide Eltern Spätentwickler waren, können sie kaum eine „Rakete“ erwarten. Während ich auf der anderen Seite bei zwei sehr aktiven Eltern selten mit einem ganz ruhigen Baby konfrontiert werde. Bei unterschiedlich veranlagten Eltern wiederum ist es eine Herausforderung für alle, die Veranlagung zu entdecken.
Es ist nicht unwichtig zu sehen, ob das Baby das erste neue Familienmitglied ist oder vielleicht als viertes Kind in die Familie kommt. Die Situation bei Zwillingen oder auch in Patchworkfamilien ist noch einmal eine ganz andere Herausforderung.
Die Entwicklung des Säuglings hängt unter anderem auch von den Erwartungen der Eltern ab, von ihren Intuitionen, vom Einlassen auf ihr Baby, von ihrer eigenen Kompetenz in der adäquaten Begleitung des Kindes. Wir können davon ausgehen, dass jedes Familienmitglied einzigartig ist und einen eigenen Charakter hat.
Durch das Erkennen der Entwicklungsschritte auf den unterschiedlichen Ebenen (Entwicklung der Sinne, der Motorik, der Spielentwicklung und der Sprachentwicklung) bekommen die Eltern die Fähigkeit, ihr kompetentes Baby zu sehen. Sie können ihren Säugling altersentsprechend begleiten, ohne ihn zu überfordern.
Wenn die Eltern die unterschiedlichen Verhaltensweisen bei ihrem Baby akzeptiert haben, können sie die körperliche und geistige Entwicklung positiv beeinflussen. Ein Fundament für die Bewegungs- und Verhaltensentwicklung ist die Wahrnehmung. Diese zu verstehen bedarf einiger Grundkenntnisse.
Für jeden Säugling ist die Wahrnehmung des eigenen Körpers eine wichtige Voraussetzung für eine normale Bewegungsentwicklung.
Wir unterscheiden die folgenden Sinne:
Fernsinne
Sehen
Hören
Riechen
Schmecken
Nahsinne
Gleich- gewicht
Tasten
Tiefen- sensibilität
Die Tiefensensibilität
